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AN/1213/2022

Wohnungslose Frauen – ein Problem ohne konkrete Zahlen

SPD Anfrage nach § 4 08.06.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Sitzung am 31.10.2022, TOP 1.1

SPD Anfrage nach § 4

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SPD Anfrage nach § 4

4732 Zeichen

An die Vorsitzende des Ausschusses  
für die Gleichstellung von Frauen und Männern 
 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Köln  
Rathaus, Spanischer Bau  
50667 Köln 
fon 0221. 221 259 50  
fax 0221. 221 246 57  
mail fraktion@koelnspd.de  
web  www.koelnspd.de  
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 08.06.2022 
 
AN/1213/2022 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 13.06.2022 
 
Wohnungslose Frauen – ein Problem ohne konkrete Zahlen 
Sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende,  
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
 
die Antragstellenden bitten Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 
13.06.2022 aufzunehmen: 
Die Situation im Bereich weiblicher Wohnungslosigkeit in Köln ist von Unsichtbarkeit und 
planerischen Unwägbarkeiten geprägt. Von der Wohnungslosigkeit von Frauen sind zudem 
auch häufig deren Kinder und Jugendliche betroffen. 
Neben den wohnungslosen Frauen, die auf der Straße leben, hält sich eine nicht unerhebli-
che Anzahl von Frauen in der verdeckten Wohnungslosigkeit auf. Gemischtgeschlechtliche 
Angebote wie gewerbliche Einfachstunterkünfte werden von ihnen tendenziell gemieden. 
Frauen leiden im Fall von Wohnungslosigkeit verstärkt unter Scham- und Versagensgefühlen 
und neigen dazu, ihre Lage zu verbergen. Mittel zur Umgehung der Ämter sind häufig wech-
selnde, unsichere Unterkünfte bei Freunden, Bekannten und Verwandten oder bei (neuen) 
Partner*innen oder solchen, mit denen unter anderen Umständen eventuell keine Partner-
schaft eingegangen worden wäre.  
Hinzu kommen all die Frauen, die Wohnungslosigkeit vermeiden, indem sie sich in Abhän-
gigkeits- und missbräuchlichen Beziehungen aufhalten, die sie unter anderen Umständen 
verlassen könnten. Denn häufig steht der tatsächlich erfolgte Wohnungsverlust bei Frauen 
ebenfalls im Zusammenhang mit Gewalterfahrungen in Partnerschaft und Familie oder mit 
Beziehungskonflikten. 
Erstmalig 2016 legte die Sozialverwaltung für das Jahr 2015 einen Bericht über die Situation 
wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in Köln vor. In der anschlie-
ßenden Erörterung in der Stadtarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenpolitik wurde die Verwal-
tung gebeten, diesen Bericht für die Folgejahre fortzuschreiben und an die aktuellen Entwick-
lungen anzupassen, wie es auch in einer zum Bericht gehörigen Mitteilung (2223/2017) hieß. 
Doch dies ist offenbar nur im Folgejahr 2017 für das Berichtsjahr 2016 geschehen. Aktuelle 
Zahlen – insbesondere unter dem Einfluss der Coronapandemie – liegen nicht vor. 
Im Februar eröffnete in Düsseldorf ein ganzes Haus nur für wohnungslose Frauen: Not-
schlafstelle, kommunale Unterbringung und Tagesstätte auf sieben Etagen. Insgesamt 62

- 2 - 
 
Plätze in den unterschiedlichen Bereichen bietet die Einrichtung an der Friedrich-Ebert-
Straße. Jedes der Zimmer verfügt über eine kleine Küche und ein Bad, zudem gibt es Ge-
meinschaftsräumlichkeiten. In Köln gibt es auch viele sinnvolle Projekte wie das Quartier 67 
vom SkF, das sich ausschließlich an ältere wohnungslose Frauen richtet und so in dieser 
Sub-Gruppe die Akzeptanz der Unterbringung erhöhen kann. Andere sind von den entspre-
chenden kommunalen Ämtern kurzfristig etwa in Hotelanlagen untergebracht. Ob es dort 
Betreuungsangebote und professionelles Personal gibt, ist unbekannt. Aktuelle Zahlen für 
eine Bewertung der bisherigen Angebote in kommunaler Verantwortung liegen zurzeit nicht 
vor. 
 
Wir möchten daher von der Verwaltung wissen: 
1.) Wie hat sich die Zahl der wohnungslosen Frauen seit 2019 in Köln entwickelt, gibt es z. 
B. Schätzungen über die Zahl der sogenannten Sofaschläferinnen?  
2.) Wie viele Frauen mit und ohne Kinder sind ordnungsbehördlich in Köln wo unterge-
bracht? (Bitte aufschlüsseln nach Übergangswohnheimen/-wohnungen, Sozialhäusern, Plät-
zen in Hotels, Notunterkünften sowie „Housing-First“-Plätzen.)  
3.) Reichen nach Auffassung der Verwaltung die derzeitigen Kapazitäten aus, und wenn 
nicht: Welche Pläne gibt es, um den Bedarf zu decken? 
4.) Gibt es in den zur Unterbringung von Frauen genutzten Hotels Betreuungsangebote, und 
wenn ja: Welche Angebote und Beratungen mit wie vielen Stellen (Stellenschlüssel) werden 
vorgehalten? 
5.) Warum wurde der Bericht der Sozialverwaltung zur Situation wohnungsloser und von 
Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen seit 2017 nicht wie damals angekündigt fortgeschrie-
ben? 
 
Wir bitten darum, die Antwort auf diese Anfrage auch an die Ausschüsse AVR und Soziales, 
Seniorinnen und Senioren weiterzuleiten. 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. Mike Homann  
SPD-Fraktionsgeschäftsführer

Beratungsverlauf (1)

31.10.2022 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 1.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Friedrich-Ebert-Straße

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Details

Aktenzeichen
AN/1213/2022
Typ
SPD Anfrage nach § 4
Datum
08.06.2022
Erstellt
08.06.2022 12:58