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A-R/0040/2008

Die richtigen Lehren aus dem NRW-Kulturgutachten ziehen - Stärken im Kulturbereich weiter profilieren

Antrag an den Rat 20.08.2008

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 27.08.2008, TOP 21.5

Originalantrag

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Originalantrag

8442 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0040/2008  
 
 
1 
 
 
 
Antrag  
 
 
 
18.08.2008 
 
 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
 
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
spdfrak@muenster.de  
www.spd-muenster.de  
Die richtigen Lehren aus dem NRW-Kulturgutachten zi ehen 
- Stärken im Kulturbereich weiter profilieren 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt, das von der nord rhein-westfälischen 
Landesregierung beauftragte und soeben vorgelegte Kulturgutachten in Bezug 
auf den Kulturstandort Münster auszuwerten und Vors chläge zu unterbreiten, 
wie die Stärken im Kulturbereich weiter profiliert werden können, so dass sie 
auch national und international wahrnehmbar sind. 
 
In diesem Zusammenhang sollten u.a. die folgenden G esichtspunkte 
berücksichtigt werden:    
 
2. Das NRW-Kulturgutachten empfiehlt, die Tanzszene  verstärkt zu fördern. Ihre 
nationale und internationale Vernetzung wird hervor gehoben. Hier wird 
Münster in einer Reihe mit Bielefeld, Düsseldorf, E ssen u. a. erwähnt. 
Gleichzeitig wird festgehalten, dass in den Kommune n die Mittel fehlen, um 
bedeutende Gast-Ensembles einzuladen. Deshalb sollt e sich die Stadt 
Münster verstärkt um Landesmittel zur Auftrittsförd erung bemühen. Auch das 
Tanztheater der Städtischen Bühnen mit seinem inter national anerkannten 
Choreographen sollte verstärkt überregional auftret en. Dafür fehlen bisher 
Möglichkeiten und Anreize. Auch ist bis heute eine Anregung der SPD-
Fraktion aus ihrem Ratsantrag „Theaterqualität bewa hren – Kosten sparen“ 
vom 06.02.2006,  das Tanztheater Goldin auch als Botschafter der Sta dt und 
des Landes NRW auf internationalen Festspielen auft reten zu lassen und 
dadurch zugleich Landesmittel und weitere neue Fina nzierungsquellen zu 
akquirieren, von der Verwaltung nicht bearbeitet wo rden. Dazu ermuntern wir 
hiermit erneut.   
 
3. Das Pumpenhaus in Münster mit seinem 3-Säulen-Mo dell hat 
Vorbildcharakter in NRW. Es gilt, die Arbeit des Pu mpenhauses zu stärken 
und gleichzeitig diese gute Arbeit im Land bekannte r zu machen, damit der 
Fehler der Nichtbeachtung - wie im jetzigen Gutacht en - sich nicht wiederholt. 
Die Verwaltung wird beauftragt, dazu Vorschläge zu erarbeiten. 
 
4. Das Gleiche gilt für den alle zwei Jahre vergebe nen Preis für europäische 
Poesie und das internationale Lyrikertreffen. Beide  bedingen sich, sind in

2 
dieser Form in NRW einmalig und sollten besser komm uniziert und vermarktet 
werden. Auch dazu sollte die Verwaltung Vorschläge unterbreiten. 
 
5. Die Filmstiftung NRW möchte mit umfangreichen Ma ßnahmen den 
Filmstandort NRW „kreieren, festigen und sukzessive  ausbauen“. Auch hier 
wird die Verwaltung aufgefordert, die Potentiale Mü nsters, die auf dem Gebiet 
vorhanden sind, in Düsseldorf darzulegen und sich i n die aktuelle Entwicklung 
einzuklinken. 
 
6. Der kulturelle Schub, den die Kulturhauptstadtbe werbung seinerzeit ausgelöst 
hatte, muss wiederbelebt werden. Deshalb soll die V erwaltung auch unter 
Berücksichtigung der Anträge der SPD-Fraktion „Müns ter – Kulturstadt von 
internationalem Renommee“ vom 28.06.2004 und „Münster auf dem Weg zur 
Europäischen Kulturhauptstadt“ vom 30.04.2003, die nur zum Teil 
aufgearbeitet wurden,  darstellen, welche der damal s geplanten Projekte auf 
Umsetzung warten und mittel- oder langfristig realisiert werden können.  
 
 
Begründung: 
 
 
Zu 1. 
 
Das NRW-Kulturgutachten stellt zwar eine „große Dic hte und Vielfalt der kulturellen 
Einrichtungen“ fest, kommt aber zu dem Schluss, das s nur „wenige Einrichtungen 
bzw. Ereignisse nationale und noch weniger internat ionale Beachtung finden“. Völlig 
unverständlich ist jedoch, dass Münster praktisch ü berhaupt nicht in dem Gutachten 
erwähnt wird. Mindestens die Skulpturausstellung al le 10 Jahre ist ein Ereignis von 
internationalem Rang. Weitere Kulturangebote in der  Stadt hätten mehr Beachtung 
verdient, zumindest national. 
 
Zu 2. 
 
In dem Kapitel Tanzförderung des Gutachters (S. 31 ff) wird Münster zwar in einer 
längeren Auflistung verschiedener NRW-Städte erwähn t. Aber man hat den 
Eindruck, dass auch hier die Schwerpunkte zukünftig  eher im Ruhrgebiet liegen 
sollen. 
Hier muss die Verwaltung nachdrücklich handeln. Sow ohl die freie Tanzszene und 
auch das Tanztheater sind kulturelle Aushängeschild er der Stadt. Bei Mittelvergabe 
durch das Land in diesem Bereich muss Münster dring end einen Fuß in die Tür 
bekommen, damit auch Gelder hierher gelenkt werden. 
Münsters Tanzszene ist ein Bereich, mit dem die Sta dt sich kulturell profilieren kann. 
Die Internationalen Tanzwochen haben das jahrelang gezeigt. Hier sollte die 
Vernetzung mit der NRW Tanzszene wieder in den Foku s genommen werden, damit 
Münster bei der durch das Land beabsichtigten Förde rung dieses Bereiches mit 
dabei ist. Die SPD hatte bereits in ihrem Theateran trag gefordert das Tanztheater 
der Städtischen Bühnen mit seinem großen Renommée b esser zu nutzen und auch 
überregionale Auftritte zu fördern. Dazu sollte mit  dem Leiter ein Konzept entwickelt 
werden. 
 
Zu 3. 
 
Die Umstrukturierung des Theaterhauses Pumpenhaus m it seinem 3-Säulen-Modell 
hat seinerzeit in der künstlerischen und kulturpoli tischen Diskussion des Landes 
Beachtung gefunden. Dass die Umstrukturierung der T heaterförderung in Münster 
Modellcharakter hatte, zeigte sich auch in der Disk ussion des Theaterbeirats des 
Landes NRW durch Einladungen zu theaterwissenschaftlichen Tagungen. Die lokale,

3 
nationale und internationale Präsenz des Pumpenhaus es der letzten Jahre ist 
unbestritten (Festival d’Avignon, deutsch-niederlän dische sowie deutsch-russische 
Koproduktionen, Tanzfestival Bremen etc.) 
Die finanziellen Handlungsspielräume der Stadt sind  zurückgegangen, so dass 
solche Koproduktionen nicht mehr wie bisher realisi ert werden können. Für 
Einladungen herausragender internationaler Tanz- un d Theatergastspiele stehen nur 
noch Schrumpfetats zur Verfügung. Die Folgen sind der Verlust von 10-20 profilierten 
Veranstaltungen.  
Der Wegfall kommunaler Mittel kann nicht kompensier t werden. Hier muss die 
Kulturpolitik der Stadt festlegen, wie wichtig ihr diese Sparte ist und ob sie eine 
Weiterentwicklung möchte, die natürlich Geld kostet. 
 
 
 
Zu 4. 
 
Die Literaturförderung in Münster hat durch den Pre is für europäische Poesie und 
das internationale Lyrikertreffen alle 2 Jahre ein besonderes Highlight aufzuweisen. 
Leider ist dieser Bereich durch die Sparmaßnahmen i n negative Schlagzeilen 
gekommen. Einstellung der Förderung der Literaturze itschrift „Der Erker“, Wegfall 
des Stipendiums „Writers In Exile“, Reduzierung der  Förderung für die 
Drostegesellschaft und eine Diskussion über die Str eichung des Preises für Poesie 
sind in den letzten beiden Jahren nicht förderlich gewesen für das Image Münsters 
als Literaturstadt. 
 
Zu 5. 
 
Münster ist seit langem Filmstadt, sei es durch die  Filmwerkstatt, das Filmfestival 
oder als „location“ für inzwischen bundesweit bekan nte Krimiserien. Gerade 
Filmwerkstatt und Filmfestival (das besucherstärkst e Festival landesweit) schärfen 
das Profil der Stadt im Medienbereich. Es gilt das Niveau zu halten, das Festival 
weiter auszubauen und zu entwickeln. 
 
Zu 6: 
 
Die Feststellung des Oberbürgermeisters nach der ve rlorenen 
Kulturhauptstadtbewerbung, dass uns nichts hindere alle guten Ideen, die entwickelt 
wurden, umzusetzen, wurde von der SPD voll geteilt.  Leider hat sich die Diskussion 
in der Kulturpolitik in den letzten Jahren nur noch  um Sparmaßnahmen bzw. deren 
Abwendung gedreht. Das hat verhindert, den damaligen Schub und die Begeisterung 
zur inhaltlichen Weiterentwicklung zu nutzen. Den Ä rger, den das NRW-
Kulturgutachten in Münster erzeugt hat, sollten wir  nicht nur zum Lamentieren 
nutzen, sondern positive Energien entfalten für ein e Standortbestimmung sowie für 
einen Schub in der Weiterentwicklung und Profilieru ng von Münsters 
Kulturlandschaft.  
 
Es sollte allen klar sein, dass letzteres nicht zum Nulltarif zu haben sein wird. 
 
 
Beate Vilhjalmsson   Marianne Hopmann   Karsten Rah n 
Wolfgang Heuer   Ralf Hubert      Udo Reiter 
Anika Bergner   Dr. Michael Jung   Anne Schulze Win tzler 
Hedwig Chudziak   Marianne Koch   Joachim Tonn 
Philipp Gabriel   Gaby Kubig-Steltig   Holger Wigge r 
Beanka Ganser   Kurt Pölling    Karl-Heinz Winter 
Anne Hakenes

Beratungsverlauf (1)

27.08.2008 Rat
TOP 21.5 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Münzstraße 15

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0040/2008
Typ
Antrag an den Rat
Datum
20.08.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37