A-R/0060/2007
Kinderschutzarbeit als Präventionsaufgabe
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Originalantrag
3572 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0060/2007
10.12.2007
Antrag
"Kinderschutzarbeit als Präventionsaufgabe "
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Verwaltung erarbeitet ein "Gesamtkonzept" zur Kinderschutzarbeit als Präventions-
aufgabe wie sie sich in Anlehnung an § 8 a SGB VIII, § 42 SGB VIII und § 42 VI Schulge-
setz NRW ergibt.
• Dazu erstellt sie einen umfassenden Bericht über s chon bestehende bzw. durchge-
führte Projekte zum Thema Kinderschutz.
• Daraus ist eine städtische Gesamtstrategie für den Kinderschutz zu entwickeln und
den zuständigen Ausschüssen zur Beschlusslage vorzulegen.
• In diese Konzeption sind insbesondere auch die Sch ulen und die freien Träger ein-
zubinden.
Begründung:
Bereits seit mehreren Jahren wachsen bundesweit die Warnsignale, die auf eine immer
riskantere Kindheit (z.B. zunehmende Vernachlässigungstendenzen und sinkende Erzie-
hungskompetenz von Eltern) hindeuten. Durch einige spektakuläre Fälle von Kindestötung
zusätzlich stimuliert, ist in der bundesdeutschen Jugendhilfe eine Phase eingeleitet wor-
den, die unter den Programmsätzen wie "frühe Hilfen, Präventionsarbeit und Hilfen von
Anfang an" eines gemeinsam haben:
Jugendämter sollen ihre fachlichen und organisatorischen Kompetenzen zur Vermeidung
von Kindeswohlgefährdung weiter ausbauen, die vorbeugenden Angebote intensivieren
und durch aufsuchende, niedrigschwellige Arbeitsansätze den neuen Familienrealitäten
begegnen.
Auch die Fallzahlen in Münster sind gravierend:
Lt. Geschäftsbericht des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien stieg die Zahl der
Inobhutnahmen von 2003 auf 2005 von gefährdeten Minderjährigen von 110 auf 126 Fälle.
Die Fallzahl der Aufnahmen in Kriseneinrichtungen stieg auf 107 in 2006 an. Im Jahres-
schnitt wird rd. 30 x jährlich das Familiengericht angerufen, um den Entzug der elterlichen
Sorge wegen Kindeswohlgefährdung anzuregen.
Bereits im vergangenen Jahr ist in einem münsterschen Stadtteil erprobt worden, wie Fa-
milien in Kooperation zwischen dem Jugendamt und der Gesundheitshilfe durch aufsu-
chende Gespräche von Hilfsangeboten in ihrem Stadtteil Kenntnis bekommen und diese
im Bedarfsfall auch annehmen.
Die Erfahrungen aus dieser Erprobung sollten nun für die Entwicklung eines Präventions-
konzeptes "Gesamtstrategie für den Kinderschutz" für die Stadt Münster genutzt werden.
Aufgrund des Schulgesetzes NRW haben auch Schulen im Bereich des präventiven Kin-
derschutzes ihre Aufgabe. Deswegen sind in die Erarbeitung dieses Konzeptes auch die
Schulen einzubeziehen.
Bei der Erarbeitung einer städtischen Gesamtstrategie für den Kinderschutz ist
• eine Vernetzung aller beteiligten Akteure herzuste llen
• eine Einbeziehung der Schulen zu erreichen
• auf stadtteilbezogene Besonderheiten zu achten
• auf Risikogruppen besonders einzugehen.
Das Konzept soll insgesamt ein Schwergewicht auf eine präventive Ausrichtung legen.
gez.
H.-Dieter Sellenriek
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Meik Bolte
Heinz-Georg Buddenb äumer
Elfriede Dalla Riva-Hanning
Edgar Dr üge
Dr. Dietmar Erber
Richard M. Halberstadt
Eleonore Heyne
Christoph Jahn
Horst Kisnat
Rolf Klein
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Franz-Pius Graf von Merveldt
Dieter Maager
Josef Messing
Ursula M öllers
Andreas Nicklas
Robert Otte
Karin Reismann
Josef Rickfelder
Ursula Schaffstein
Günter Schulze Blasum
Florian Steinforth
Barbara Stober
Stefan Weber
Helga Welker
Simone Wendland
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0060/2007
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 13.12.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37