V/0624/2005
Sondierungsreise in den Kosovo / Bericht der Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven - Heimatgarten
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Anlage Bericht
265797 Zeichen
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
2
I n h a l t
Seite
1. Heimatgarten - Profil und Selbstverständnis 4
2. Einordnung und Hintergründe der Informationsfahrt 5
3. Zusammenfassende Einschätzungen 10
4. Erste Schlussfolgerungen 14
5. Vorschläge und Maßnahmen 16
6. Berichte 21
6.1. Informationsgespräche 21
6.1.1. UNHCR (07.06.2005 / Pristina)
6.1.2. UNMIK (07.06.2005 / Pristina)
6.1.3. Deutsches Haus (Auswärtiges Amt / 07.06.2005 / Pristina)
Bilddokumentation
6.2. Vor-Ort-Erkundungen 32
6.2.1. Kamenica (06.06.2005)
o Gesprächsergebnisse
o Kurzbericht des Büros für Rückkehrer vom Juni 2005
6.2.2. Lipjan (08.06.2005)
o Gesprächsergebnisse
o Kriterien für Sozialhilfeleistungen
6.2.3. Janjevo (08.06.2005)
o Gesprächsergebnisse
o Aktuelle Erklärung zur Lage der Roma in Janjevo von Juni 2006
(Ismail Gradina, Roma-Präsident Janjevo/Lipjan)
o Situationsskizze „Janjevo“ aus dem Bericht der „Gesellschaft
für bedrohte Völker“ von November 2004
o Situationsbericht der KFOR-Erkundungsfahrt für die AWO
nach Janjevo vom 14. Dezember 2004
S i t u a t i o n s b e r i c h t
Aktuelle Bedingungen für Maßnahmen
der freiwilligen Rückkehr und humanitären Reintegration
von Flüchtlingen aus der Roma-Bevölkerung
in den Kosovo
Herr Berisa, Roma aus Münster, trifft nach 13 Jahren in Deutschland im Flüchtlingscamp
Plementina einen früheren Nachbarn aus Subotic (Obilic)
Einschätzungen, Ergebnisse und Schlussfolgerungen
einer Informationsfahrt in den Kosovo
vom 04. Juni 2005 bis zum 10. Juni 2005
AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Juli 2005
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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6.3. Zusatzberichte 58
6.3.1. Obilic und Plemetin (07.06.2005)
6.3.2. Gebiet Pec (06.06.2005)
6.4. Dokumentation 60
6.4.1. Bilddokumentation
6.4.2. Einordnung: Roma, Aschkali, Ägypter im Kosovo
6.4.3. Ethnienkarte Kosovo
6.4.4. UNHCR – Lagebericht von August 2004
6.4.5. Gebietskarte und Municipal Profile der OSCE zu Kamenica (Feb. 2005)
6.4.6. Gebietskarte und Municipal Profile der OSCE zu Lipjan (Feb. 2005)
Durchführung der Informationsfahrt:
AWO-Bremerhaven/Heimatgarten
unter Beteiligung der Sozialverwaltung der Stadt Münster
und in Begleitung von zwei Roma-Vertretern aus Münster
Verantwortlich für Programm und Durchführung: Fritz Schatschneider
Die Informationsfahrt und die vorliegende Reisedokumentation wurde von der Stadt
Münster und dem Innenministerium des Landes Nordhrein-Westfalen finanziell gefördert
und unterstützt.
Herausgeber: AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Inhalt: Gisbert Brenneke (Bielefeld)
Mitwirkung/Redaktion: Fritz Schatschneider (Bremerhaven/Bielefeld
Bielefeld/Bremerhaven, im Juli 2005
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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1. Heimatgarten – Profil und Selbstverständnis
Die AWO Bremerhaven ist seit vielen Jahren mit Maßnahmen im Spektrum der
freiwilligen Rückkehr und Reintegration von Flüchtlingen aus europäischen und
internationalen Krisenregionen aktiv. Das von der AWO im Zusammenhang mit den
humanitären Hilfsaktionen für Südosteuropa in den 1990-er Jahren entstandene Projekt
„Heimatgarten“ hat in den letzten Jahren mehr als 600 Flüchtlinge auf freiwilliger Basis
bei der individuellen Rückkehr begleitet und sie beim Aufbau einer gesicherten sozialen
und wirtschaftliche Existenz mit in erster Linie individuellen Hilfeleistungen unterstützt
In der Praxis gelten zwei unumstößliche Prinzipien: erstens das Prinzip der Freiwilligkeit
jeder Rückkehr und zweitens der humanitäre Charakter mit dem Ziel einer nachhaltig
wirkenden Reintegration in den Herkunftsregionen.
Das nach Deutschland vertriebene Flüchtlinge die Entscheidung treffen, freiwillig in ihre
Heimatregionen zurückkehren zu wollen, mag für viele zunächst einmal unverständlich
sein. In der öffentlichen Debatte hierzulande gilt Deutschland doch als „Zielland“ für
weltweite Migrationsbewegungen aus den internationalen Armuts-, Konflikt- und
Kriegsregionen. Viele wollen hier hin und wer hier ist, will nicht mehr zurück – so die
weitverbreitete Meinung in der deutschen Öffentlichkeit. Meldungen über illegale
Einwanderung, die Diskussionen um abgelehnte Asylanträge und über Aufsehen
erzeugende Zwangsabschiebungen – aber auch die jüngere Debatte um die
sogenannte „Visum-Affäre“ scheinen diese Sichtweisen zu bestätigen.
Von dieser Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet gibt es den Rückkehrwunsch und
darauf aufbauende Rückkehraktivitäten von Flüchtlingen, die sich unfreiwillig in
Deutschland aufhalten. Rückkehrwillige Flüchtlinge individuell zu beraten, mit ihnen
gemeinsam alle Vorbereitungen für eine Rückkehr in Sicherheit, Würde und mit Zukunft
zu treffen, helfende Begleitung und materielle Unterstützung anzubieten – dies ist heute
eine Aufgabe, die von der AWO-Bremerhaven und „Heimatgarten“ - aber auch von den
Kirchen, von anderen Wohlfahrtsverbänden, von regionalen Initiativen und Freiwilligen-
Einrichtungen und zunehmend mehr auch von einzelnen Kommunen und öffentlichen
Fachstellen geleistet wird.
Um diese Aufgaben verantwortungsvoll leisten zu können, ist es notwendig, die
jeweilige Lage in den Flucht- und Vertreibungsregionen stets neu und aktuell zu
überprüfen und die entsprechenden Schlussfolgerungen zu treffen.
Denn: Information, Aufklärung und verantwortungsvolle Beratung ist ein ganz
wesentlicher Bestandteil unserer humanitären Konzeption und Praxis. Dafür benötigen
wir selbst umfassende und authentische Informationen, um Menschen in Notlagen
wirksam helfen zu können.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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2. Einordnung und Hintergründe der Kosovo-Informationsfahrt
Anlass und Zielsetzung der Informationsfahrt
Ausgangspunkt der Informationsfahrt in den Kosovo vom 04.06. – 10.06.2005 war eine
Anfrage der Stadt Münster an AWO Bremerhaven/Heimgarten zur Zusammenarbeit bei
der freiwilligen Rückkehr und humanitären Reintegration von Kosovo-Flüchtlingen. In
Münster leben derzeit ca. 1.300 Roma, die seit den 1990er Jahren aus ihren
Heimatregionen im Kosovo nach Deutschland geflüchtet sind.
Für einen Teil dieser Flüchtlinge wird eine freiwillige Bereitschaft zur Rückkehr
angenommen. Um hier konkret beratend und unterstützend tätig werden zu können,
waren von der Stadt Münster aktuelle und authentische Informationen zu den
Rückkehrmöglichkeiten speziell für Roma erwünscht und angefragt. Die Vor-Ort-
Recherchen sollten sich auf die Gebiete Lipjan/Janjevo und Kamenica konzentrieren.
Mit diesen Maßgaben haben AWO Bremerhaven/Heimatgarten eine aktivitätenklärende
Informationsfahrt mit Beteiligung der Stadt Münster (Sozialdezernat) und in Begleitung
von 2 Roma als Augenzeugen und Vertreter der Zielgruppe durchgeführt.
Die Informationsfahrt hatte im wesentlichen drei Zielsetzungen.
1. Gemäß den Vorab-Informationen zu den Herkunftsorten der in Münster lebenden
Roma sollten zwei potentielle Rückkehrregionen (Raum Lipjan und Kamenica)
besucht werden, um authentische Einsichten und Einschätzungen der örtlichen
Verhältnisse zu bekommen. Im Vordergrund hier: Gegenwartsbedingungen für
interethnisches Zusammenleben zwischen den Bevölkerungsgruppen und hier
insbesondere Einblicke in die Alltagsverhältnisse der dort lebenden Roma.
2. Ergänzung der Vor-Ort-Informationen durch Hintergrundgespräche mit den im
Kosovo tätigen internationalen Verwaltungs- und Hilfsorganisationen (UNMIK /
UNHCR) sowie mit der deutschen Vertretung (Deutsches Haus/Auswärtiges Amt).
3. Gesamtklärung der grundlegenden Rahmenbedingungen und von örtlichen
Ansatzpunkten für eine zukunftsschaffende Strategie der freiwilligen Rückkehr und
humanitären Reintegration von Roma-Flüchtlingen an ihre Herkunftsorte.
Der Bericht dokumentiert die situativen Eindrücke und Begegnungen dieser Reise. Er
gibt ausschnitthafte Einblicke in die aktuell vorgefundenen Verhältnisse.
In den Bericht eingebunden sind
o eine bilanzierende Einschätzung der Alltagssituation und Rückkehrbedingungen für
Roma in den aufgesuchten Gebieten
o Mitschriften und Ergänzungsmaterialien aus den Vor-Ort-Gesprächen mit
Kommunen, Minderheiten-Vertretern und internationalen Organisationen
o eine nach den Stationen der Informationsfahrt gegliederte Fotodokumentation
o sowie ergänzende Statusberichte und Materialien von UNHCR und OSCE zur
aktuellen Lagebewertung.
Die Reichweite der hier dokumentierten Informationen ist begrenzt: einmal wegen der
regionalen Einschränkung auf die zwei aufgesuchten Gebiete, zum anderen wegen der,
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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durch die Kürze des Aufenthalts, nur begrenzt möglich gewordenen Gespräche und
Recherchen. Dennoch ist es auf Grundlage der hier zusammengestellten Informationen
und Fakten möglich, die konkreten Rahmen- und Rückkehrbedingungen für die
freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen und notwendige Indikatoren für aktive
Integrationshilfen besser einschätzen zu können.
Beteiligte
Die Informationsfahrt wurde von der AWO-Bremerhaven / Heimatgarten, unterstützt vom
AWO-Büro in Prizren und Abstimmung mit der Stadt Münster geplant, vorbereitet und
durchgeführt.
Beteiligte waren:
AWO-Bremerhaven Fritz Schatschneider (Bremerhaven/Bielefeld)
und Heimatgarten Gisbert Brenneke (Bielefeld)
Stipe Miljkovic (Bremerhaven)
Armin Zeric (Bremerhaven/Fahrer)
Fatmir Rexhaj (AWO-Prizren)
AWO-International Wolfgang Witt (Berlin)
Stadt Münster Susanne Jostameling (Sozialderzernat)
Fadil Mehmeti (Nationenvertreter / Roma)
Iijemija Berisa (Roma-Vertreter aus Münster)
Die Gruppe (von links nach rechts):
Armin Zeric, Wolfgang Witt, Stipe Miljkovic, Fritz Schatschneider, Iijemija Berisa, Lothar Schäfer,
Gisbert Brenneke, Fadil Mehmeti, Susanne Jostameling
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Zielorte und Regionen
Legende
Erkundungsregionen
Ad-Hoc-Recherchen
Hintergrundgespräche
AWO-Büro
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Programm und Ablauf
Das zwischen AWO und Stadt Münster abgestimmte Aufenthaltsprogramm mit den Vor-
Ort-Erkundungen und den verschiedenen Gesprächspartnern wurde nach Ankunft im
Kosovo um weitere Stationen ergänzt.
Bezogen auf die zunächst ausgewählten Gebietsschwerpunkte Lipjan/Janjevo und
Kamenica wurden seitens der Münsteraner Vertreter der ausdrückliche Wunsch
geäußert, vorrangig auch das Gebiet rund um Pec aufzusuchen, da eine bedeutende
Zahl der in Münster lebenden Roma von dort vertrieben worden sind. Um diesem
Interesse zu entsprechen, wurde die Gruppe geteilt, so dass parallel zum Besuch in
Kamenica zusätzlich die Region Pec erkundet werden konnte.
Auf Wunsch des mitreisenden Roma-Vertreters, Herrn Berisha, wurde am Dienstag ein
Ad-Hoc-Aufenthalt in Subotic/Obilic durchgeführt. Herr Berisha ist aus Subotic gebürtig
und hat dort viele Jahre gelebt. Die Roma-Siedlung ist vollständig zerstört; einige der
von dort vertriebenen Roma-Familien leben im Vertriebenencamp Plemetina. Zur
Vergewisserung über die jetzigen Lebens- und Aufenthaltsbedingungen wurde ein
Roma-Camp von der Gruppe aufgesucht.
Gestützt auf die mehrjährigen Kontakte und Arbeitsbeziehungen der AWO-Bremerhaven
wurden in Prizren ergänzende Gespräche mit Frau Verena Blickwede, Leiterin der HPD
(Housing an Property Directorate) in Prizren und Herrn Lutz Henning von der Kosovo
Trust Agency (KTA) zuständig für die Privatisierung ehemals staatlicher
Wirtschaftsbetriebe geführt. Die KTA ist eine Abteilung der Euroäpischen Agentur für
Wiederaufbau und zuständig für die Umsetzung der Privatisierung. Frau Blickwede war
bis 2005 fünf Jahre für das UNHCR in Pristina tätig.
Reiseablauf
Samstag
04.06.2005
Sonntag
05.06.2005
ab 6:00 Uhr
an 18:30 Uhr
20:30 – 21:00 Uhr
Abreise Bremerhaven/Münster/Bielefeld
Übernachtung in Zagreb/Kroatien
Ankunft in Prizren
Besprechung in der Gruppe
Montag
06.06.2005
9:00 Uhr
12:00 – 14:00 Uhr
14:00 – 16:30 Uhr
Gruppe 1
Abfahrt von Prizren
nach Kamenica (ca. 130 km)
Gespräch in Kamenica mit
Herrn Shaip Surdulli, Bürger-
meister; Frau Teuta Selimi, Büro
für Rückkehrer;
Vor-Ort-Erkundung (1)
Roma-Wohngebiet in Kamenica
Roma-Familien im Dorf
Berivojce
Abschlussgespräch m
Gruppe 2
Abfahrt von Prizren nach
Pec (ca. 80 km)
Vor-Ort-Erkundung (1a)
Serbisches (Flüchtlings-
Aufnahme-) Kloster in
Decane
Besuche und ad-hoc-
Gespräche mit Roma,
Aschkali und „Ägypter“ in
der Roma-Siedlung von
Pec
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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16:30 – 17:30 Uhr it Frau Selimi, Herrn Idriz
Kurteshi und Herrn Shaban
Rexhepi (beide Roma-Büro der
Gemeinde)
Roma-Siedlung im Dorf
Ljesawe
Dienstag
07.06.2005
8:00 Uhr
10:00 – 11:30 Uhr
12:00 – 13:30 Uhr
15:00 – 16:00 Uhr
18:00 – 19:30 Uhr
Abfahrt von Prizren nach Obilic/Subotic – Pristina
(Prizren - Pristina ca. 75 km)
Vor-Ort-Erkundung (2)
Zerstörte Roma-Siedlung in Subotic
Flüchtlingscamp in Plementin
UNHCR Headquarter Pristina
Gespräch mit Frau Anne-Marie Messiaen
Protection Officer / Head of Field Unit
„Deutsches Haus“ (Verbindungsbüro AA) Pristina
Gespräch mit Herrn Bernd Finke, stellv. Leiter des Referats
Westlicher Balkan
UNMIK Headquarter Pristina
Gespräch mit Herrn Kilian Kleinschmidt, Abteilungsdirektor
und Herrn Gianfranco Deremo
beide: UNMIK-Office of Returns & Communities – ORC)
Mittwoch
08.06.2005
8.00 – 8.45 Uhr
9:00 Uhr
11:00 – 13:00 Uhr
13:15 – 13:30 Uhr
13:30 – 15:30 Uhr
15:30 – 17:00 Uhr
20:00 – 22.00 Uhr
21:00 – 22.30 Uhr
Gespräch mit Frau Verena Blickwede (UNMIK-HPD)
Abfahrt von Prizren nach Lipjan – Janjevo (ca. 70 km)
Gespräch in Lipjan
mit Herrn Xhevat Olluri, Bürgermeister
Herrn Xavier Blais, UNMIK-Ademinstrator
Herr Sadik Avdiu, Minderheitenbüro
Weiterfahrt nach Janjevo
Gespräch Gemeindehaus Janjevo
mit Herrn Halim Bikliqi, Bürgermeister
Herrn Ismail Gradina, Roma-Präsident Janjevo/Lipjan
Frau Oliga Gucic (Kroatische Minderheit
Vor-Ort-Erkundung (3)
Ortserkundung und
Roma-Wohngebiet in Janjevo
Abschlussbesprechung / Erstes Fazit
Frau Verena Blickwede (Housing and Property Directorate)
und Herrn Lutz Henning (beide UNMIK, Prizren)
Donnerstag
09.06.2005
Freitag
10.06.2005
ab 9:00 Uhr
an 18:00 Uhr
Abreise Prizren
Übernachtung in Zagreb/Kroatien
Ankunft Münster / Bremerhaven
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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3. Zusammenfassende Einschätzungen
Seit den 1990er Jahren sind von den einst 150.000 im Kosovo ansässigen Roma und
Aschkali rund 34.500 Männer, Frauen und Kinder als Flüchtlinge und Vertriebene nach
Deutschland gelangt. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (gfbv) waren
dies 24.351 Roma, 8.197 Aschkali und 1.138 „Ägypter“. Allein im Raum Münster haben
aktuell 1.300 Roma aus dem Kosovo Zuflucht gefunden. Es wird davon ausgegangen,
dass ein Teil der dortigen Roma in ihre Herkunftsorte im Kosovo zurückkehren würde,
wenn individuelle Sicherheit und existenzsichernde Aufenthaltsbedingungen gegeben
sind.
Der Beschluss der deutschen Innenministerkonferenz vom 24.Juni 2005, wonach die
Abschiebung von in Deutschland lebenden Flüchtlingen und damit auch die Rückkehr
von Minderheiten wie den Roma in den Kosovo wegen der dort verbesserten Standards
zukünftig vermehrt möglich sein soll, hat die seit Jahren geführte politische Kontroverse
um die tatsächliche Sicherheitslage von Roma und anderen Minderheiten aktuell neu
angeheizt. Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen kritisieren insbesondere,
dass auch Zwangsabschiebungen von in Deutschland lebenden Flüchtlingen durch
diesen Rahmenbeschluss politisch sanktioniert sind. Um so vehementer fordern sie ein
grundsätzliches Bleiberecht für Roma in Deutschland, weil sie die elementaren Schutz-
und Sicherheitsinteressen im Kosovo nicht gewährleistet sehen.
Die AWO-Bremerhaven und Heimatgarten haben bereits seit mehreren Jahren
individuelle Maßnahmen der freiwilligen Rückkehr und humanitären Integration von
Flüchtlingen in den Kosovo mit nachhaltigem Erfolg durchgeführt. Die im Juni 2005
durchgeführte Informationsfahrt in potentielle Rückkehrregionen im Kosovo war
notwendig, um erweiterte Möglichkeiten und aktuelle Ansatzpunkte zu klären, mit denen
das Konzept der freiwilligen und humanitär begleiteten Rückkehr für Roma an ihre
Herkunftsorte im Kosovo überprüft und gemäß den dortigen Veränderungen
weiterentwickelt werden kann.
In der Bilanz dieser Reise können die wesentlichen Einschätzungen, Beobachtungen
und Informationen wie folgt zusammengefasst werden:
1. Es gibt keine absolute und allgemeingültig bestehende Sicherheit für Roma
und andere Minderheiten
Auch in 2005 gibt es keine absolute und uneingeschränkte Sicherheit im Kosovo. Die
Lage von Minderheiten hat sich allenfalls beruhigt, wobei individuelle Risiken und
kollektive Gefährdung durch jederzeit mögliche neue Gewaltausbrüche latent weiter
fortbestehen. Dieser Gefährdungsgrad ist von Ort zu Ort unterschiedlich ausgeprägt.
Generell gilt, dass in den Vertreibungsgebieten, in denen Roma-Siedlungen zerstört
worden sind und gewaltsame Übergriffe auf Roma stattgefunden haben, umfassende
Sicherheit und Bewegungsfreiheit derzeit nicht gegeben sind. Soziale Aggressionen
und ethnische Diskriminierung im Umgang mit Minderheiten sind dort weiterhin
anzutreffen. Wesentliche Verbesserungsmaßnahmen für Roma sind noch nicht
ausreichend erkennbar. Dies gilt beispielsweise für die Regionen Obilc und Pec.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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2. Multiethnische Kommunen bieten eine relative Sicherheit
Roma in Lipjan/Janjevo und Kamenica sehen sich im nachbarschaftlichen Wohnumfeld
und im örtlichen Nahraum als prinzipiell sicher und geschützt. Diese Einschätzung
betrifft allerdings lediglich den Faktor der Abwesenheit von direkter Gewalt, agressiver
Bedrohung und ethnisch begründete Anfeindung. Hauptproblem hier ist die weiterhin
fehlende individuelle Freizügigkeit und räumliche Bewegungsfreiheit für Roma. Dieser
Umstand verstärkt die strukturelle Benachteiligung von Roma, in dem diese von
wirtschaftlichen Betätigungsfeldern und außerörtlichen Arbeitsgelegenheiten infolge
dieser räumlichen Isolierung weitgehend abgeschnitten sind. Die fehlende regionale
Mobilität erschwert zudem den offenen Zugang zu den gesellschaftlichen Systemen –
sei es im Bereich von Schule und Bildung, beim Arbeitsmarkt oder in der sozialen und
gesundheitlichen Versorgung.
3. Der wirtschaftliche Verfall hat die materielle Not und soziale Verelendung der
Roma zusätzlich verschärft
Die Arbeitslosigkeit im Kosovo liegt offiziell bei über 60 Prozent; die verdeckte
Arbeitslosigkeit hinzugerechnet kann von 80 Prozent ausgegangen werden. 60 % der
Familien sind ohne Arbeitseinkommen; Landwirtschaftliche Produktionen sichern
oftmals nur den persönlichen Lebensunterhalt; es fehlen Arbeitsplätze und es fehlt an
Krediten, um marktfähige Produktionen im gewerblichen Sektor neu aufbauen zu
können; die stillgelegte und technisch verfallene Industrieproduktion wird an vielen
Orten kaum wieder aufzubauen sein. Die wirtschaftliche Erneuerung und die
Neuschaffung von Arbeitsmöglichkeiten ist noch wenig vorangekommen, konzentriert
sich eher auf die städtischen Zentren und wird noch lange Zeit ein Hauptproblem in der
Entwicklung sein.
Die Lebens- und Alltagsbedingungen von Roma sind – in Abhängigkeit zu den
jeweiligen Aufenthaltsorten – als durchaus unterschiedlich einzuschätzen. Zu
unterscheiden ist hier insbesondere zwischen Roma, die in ihren weitgehend intakt
gebliebenden und von Krieg, Gewalt und Zerstörung nicht oder wenig betroffenen
Siedlungen wohnen und den Roma-Angehörigen die nunmehr seit Jahren unter
menschenunwürdigen Alltagsverhältnissen in den Elendsquartieren und Barackenlagern
der Flüchtlingscamps leben müssen.
Die Roma im Kosovo (und übertragbar auf andere Balkanregionen) leben in einer seit
Generationen bestehenden sozialen Ausgrenzung. Aktuell befinden sich Kosovo-Roma
in einer doppelten Zwangslage: Zum einen besteht das Problem aktueller
Diskriminierung und Benachteiligung als Minderheit – zum anderen setzt sich die
strukturelle Benachteiligung mit der „traditionellen“ Abdrängung der Roma in die
untersten sozialen Schichten unter verschlechterten gesamtwirtschaftlichen und
politischen Bedingungen fort. Der ökonomische und soziale Verelendungsprozess hat
sich für die Mehrheit der im Kosovo lebenden Roma vor allem als Folge der Krieges
massiv weiter verschärft. Ausgehend von den regional und sozial ungleich verteilten
Standards gilt für die Mehrheit der Roma: Sie sind ärmer, sie wohnen schlechter und sie
leben isolierter; sie finden weniger Zugänge zu Arbeit und Einkommen und es mangelt
an Kleidung, Haushaltswaren und anderen Bedarfsgütern des täglichen Lebens.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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4. Fortschritte bei den Standards – aber kein Durchbruch
In der Sicherheits- und Gefährdungsanalyse für Minderheiten im Kosovo gehen die
europäischen Staaten von aktuellen Fortschritten aus, nach denen sie die Rückkehr von
Flüchtlingen für möglich und vertretbar ansehen. Sowohl UNMIK als auch UNHCR
warnen demgegenüber vor einer ungeregelten Massenrückkehr von Auslands-
Flüchtlingen aus Deutschland und Europa in den Kosovo, weil damit die längst noch
nicht gelösten Inlandsprobleme in allen Bereichen verstärkt und das Zusammenleben
auch in den „Fortschrittsregionen“ negativ belastet würde.
Nach ihrer Ansicht, können die gesellschaftlichen Systeme und die weiträumig
fehlenden wirtschaftlichen und sozialen Strukturen keine zahlenmäßig erdrückende
Rückkehr von außen verkraften. Dies umso weniger, als es bis heute nicht geschafft
worden ist, die Situation der im Land lebenden Vertriebenen und Binnenflüchtlinge
befriedigend zu lösen. Die erst jetzt in Gang gekommenen, schrittweisen Aktionen
mehrerer Kommunen, z.B. das seit Jahren bestehende Flüchtlingscamp in Plementina
aufzulösen und die Rückkehr der dort lebenden Roma und Aschkali an ihre
Herkunftsorte zu organisieren, belegen diese Schwierigkeiten. Die Kommunen im
Kosovo brauchen zeitliche Entwicklungsräume, um die Folgen von ethnischen
Vertreibungen rückgängig zu machen und akzeptierte Formen für das interethnische
Zusammenleben mit Minderheiten zu schaffen. Sie brauchen politische und
wirtschaftliche Unterstützung, um die konfliktfreie und nachhaltige Reintegration von
Minderheiten und Binnenflüchtlingen aus eigener Kraft zu bewerkstelligen. Jede
Massenrückkehr von Auslands-Flüchtlingen würde diesen sensiblen
Erneuerungsprozess überfordern, weil Instrumente und Integrationskraft nicht
ausreichend gegeben sind.
5. Freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen als verantwortungsvoller Prozess
Nach den übereinstimmenden Berichten der internationalen Kosovo-Administration und
der vor Ort tätigen UN-Hilfsorganisation gelten die Gebiete Lipjan und Kamenica als
„Sichere Regionen“, in denen sich das interethnische Zusammenleben mit den
Minderheiten stärker als in anderen Städten und Gemeinden normalisiert hat. Die
tatsächliche Sicherheitslage für Roma wie auch individuelle Bewegungsfreiheiten haben
sich danach in beiden Kommunen weiter verbessert.
Beide Städte - Kamenica und Lipjan/Janjevo - sind prinzipiell bereit, freiwillig
rückkehrende Flüchtlinge aufzunehmen und Integrationshlfen zu leisten. Beide
Kommunen verfügen über eine politische und verwaltungsmäßige Struktur zur
Unterstützung von Rückkehrern. Die politischen Rahmenbedingungen sind in jeweiligen
„Strategien für Rückkehrer“ festgelegt. Darin sind wesentliche Voraussetzungen – u.a.
die Bereitstellung von Wohnraum, die Klärung von Eigentums- und Besitzfragen,
Möglichkeiten der sozialen Unterstützung zur Flankierung des Eingliederungsprozesses
– seitens der Kommunen beschrieben. Auf der Verwaltungsebene sind Minderheiten-
und Rückkehrerbüros mit den Funktionen einer Anlauf- und Hilfsstelle für Rückkehrer
eingerichtet worden, die mit den örtlichen UNMIK-Repräsentanten zusammenarbeiten.
Wenngleich diese Maßnahmen und Instrumente in ihrer Wirkung und Reichweite nicht
überschätzt werden dürfen, so besitzen diese doch Kernfunktionen für das örtlich
benötigte Rückkehrmanagement im Verantwortungsbereich der Kommunen.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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6. Jede Rückkehr- und Integrationsmaßnahme für Flüchtlinge ist politisch und
sozial sensibel
Integrationsförderliche Rückkehraktivitäten setzen voraus, dass diese in der Gemeinde
(Politik, Bürgermeister, Minderheiten-Büros, NGO’s, Verwaltung), im Stadtbezirk bzw.
am Wohnort bis hin zu den unmittelbaren (alten und neuen) Nachbarn vorbereitend
geplant und abgestimmt sind. Die Einbettung in nachbarschaftliche Strukturen bietet
immer auch einen gewissen Schutz bzw. vermeidet Aggressionen gegen Rückkehrer
von außerhalb. Ebenso wichtig wie die Herstellung einer geschützten und sicheren
Aufnahmesituation ist die Erhöhung von Toleranz- und Nicht-Aggressionsfähigkeit des
Umfeldes.
Maßnahmen der freiwilligen Rückkehr und humanitären Integration von Flüchtlingen
müssen mit den Bedingungen vor Ort verzahnt sein. Maßnahmen sind dann effektiv und
von nachhaltiger Wirkung, wenn die Rückkehr mit aktivierenden Impulsen für
humanitäre und strukturelle Verbesserungen im Umfeld verbunden sind. Die finanzielle
und materielle Privilegierung nur
von Rückkehrern würde angesichts der weit
verbreiteten Armut die Gefahr von sozialen Spannungen und neuer ethnischer
Diskriminierung heraufsetzen. Denn: Wenn die Gesamtlage für alle
Bevölkerungsgruppen schlecht ist, können alle Einzelmaßnahmen nur
für Rückkehrer
soziale Konflikte anheizen. Privilegierung Einzelner könnte insoweit neue Instabilität
erzeugen.
7. Rückkehraktivitäten ja – aber vorbereitet, begleitet und vernetzt
Sowohl UNMIK als auch UNHCR plädieren im Ergebnis für einen in jedem Fall
behutsamen, begleiteten und vernetzten Prozess in der freiwilligen Rückkehr von
Flüchtlingen aus Deutschland.
So hält das UNHCR die freiwillige Rückkehr nur dann für möglich, wenn die konkreten
Rückkehrverhältnisse umfassend vor Ort geprüft und der Reintegrationsprozess
individuell vorbereitet und längerfristig begleitet werden kann. Insbesondere muss für
die ausreichende Flankierung mit persönlichen Hilfen und sozial stützenden Aktivitäten
gesorgt sein. (Frau Messiaen vom UNHCR in Pristina am 07.06.2005)
UNMIK unterstützt Projekte zur freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen mit der
Erwartung, dass diese mit einem Stabilitäts- und Entwicklungsfortschritt für den Kosovo
verbunden sind. UNMIK empfiehlt daher, Rückkehrprojekte und integrations-
unterstützende Hilfen mit den Strukturen und Bedarfen vor Ort so zu verklammern, dass
eine echte win-win-Situation für alle entsteht. Isolierte Einzelprojekte nützen dem
Wiederaufbau eher wenig – beeinträchtigen aber das fragile Gleichgewicht zwischen
den Nationalitätengruppen. Es muss alles vermieden werden, was neues
Konfliktpotenzial und damit die Gefahr lokaler Unruhen befördern könnte. Von zentraler
Bedeutung ist es, die vorhandene Balance zu erhalten.
Die Rückkehr von Flüchtlingen aus Deutschland sollte derzeit nur in einem Maße
stattfinden, wie dies die vorhanden schwachen Aufnahmekapazitäten konfliktfrei
verkraften können. Umso wichtiger ist es, diese Kapazitäten jetzt zu stärken und weiter
zu entwickeln. Hierfür wird mehr Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft
gebraucht – und vernetzte Projektinitiativen der im Kosovo engagierten
Hilfsorganisationen. (Herr Kleinschmidt für UNMIK am 07.06.2005)
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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4. Erste Schlussfolgerungen
AWO-Bremerhaven und Heimatgarten werden das Konzept der freiwilligen Rückkehr
und humanitären Reintegration von Flüchtlingen im Kosovo nach dieser
Informationsfahrt in einem entscheidenden Punkt weiterentwickeln:
Die humanitären Hilfen für Rückkehrer (Wohnung/medizinische Versorgung/Beihilfen
zum Lebensunterhalt) wollen wir stärker als bislang möglich mit Netzwerkprojekten in
den Bereichen Wirtschafts- und Strukturförderung, Arbeitsbeschaffung, Sozial- und
Gemeinwesenarbeiten, Verbesserung der arbeits- und wohnnahen Infrastruktur
verklammern. Mit unseren Maßnahmen, wollen wir vermehrt Solidarprojekte auf den
Weg bringen, mit denen ein Gesamtnutzen erreicht wird.
Für die politische Stabilität, den sozialen und internethnischen Zusammenhalt aber auch
für die wirtschaftliche Prosperität des Kosovo ist es von außerordentlicher Bedeutung,
dass mittel- und langfristige Voraussetzungen und Strukturen entstehen, die
normalisierte, gewaltfreie und nachbarschaftliche Beziehungen zwischen den Ethnien
als tragfähige Kompromisse zwischen Mehrheit und Minderheit(en) ermöglichen.
Die freiwillige, verantwortungsvoll begleitete Rückkehr und die humanitäre Integration
von Flüchtlingen ist insoweit immer auch Teil einer regionalpolitischen Entwicklungs-
und Stabilitätsstrategie durch konkrete Verbesserungen vor Ort und im Lebensumfeld
der dort wohnenden Menschen.
In diesem Prozess gilt es vor allem auch die politischen und gesellschaftlichen Kräfte zu
stärken, die für das friedliche Zusammenleben der sozialen und ethnischen
Bevölkerungsgruppen eintreten und damit Interesse an Fortschritten zur Stabilisierung
der Verhältnisse beweisen. Insoweit ist neben dem Aspekt der Freiwilligkeit jeder
individuellen Rückkehrentscheidung immer auch der örtliche Zusammenhang und die
dort mögliche Unterstützung zu berücksichtigen.
Maßnahmen der freiwilligen Rückkehr von Angehörigen aus Minderheiten – wie die von
Roma-Familien – müssen eingebettet sein in Verbesserungen für das soziale Umfeld.
Dabei stehen natürlich politisch durchzusetzende Entscheidungen zum Schutz vor
Gewalt, Sicherheit und neuer Diskriminierung obenan. Im Kern wird es aber zunehmend
darum gehen müssen, die gesellschaftliche, soziale, kulturelle und ökonomische
Gleichstellung und Integration dieser Minderheiten besser zu leisten. Hier können
verantwortungsvoll vorbereitet und durchgeführte Anti-Diskriminierungs- und
Integrations-Projekte für Roma mit Querschnittsbezügen zu den anderen
Bevölkerungsgruppen regionale Brücken aufbauen.
Neben der humanitären Hilfeleistung wollen wir örtliche und regionale Integrations-
Netzwerke aufbauen und unterstützen.
Die Zielmarken für zukünftige Aktivitäten im Bereich der humanitären Flüchtlingshilfe für
Kosovo-Flüchtlinge liegen damit auf mehreren, miteinander verknüpften Ebenen.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Ø In erster Linie geht es um die humanitäre Aufgabe der verantwortungsvollen
Rückkehrbegleitung und Reintegration von in Deutschland lebenden Flüchtlingen in
den Kosovo. Diese freiwillige Rückkehr wird vor Ort zuverlässig vorbereitet und mit
Aktivierungsmaßnahmen zur Selbst- und Gemeinschaftshilfe begleitet und
längerfristig unterstützt. Für dieses Aufgabenspekktrum sind die individuellen
Finanzhilfen (REAG / GARB) allein nicht ausreichend.
Ø Es geht um die Verbesserung und Neuschaffung von Wirtschafts- und
Arbeitsgelegenheiten im privaten und sozialen Sektor - sowohl für Rückkehrer
als auch für die ortsansässige Bevölkerung
Ø Damit verbunden geht es um die politische Verpflichtung der aufnehmenden
Städte und Gemeinden, Flucht und Vertreibung rückgängig zu machen und die
Reintegration von Flüchtlingen nicht nur zu akzeptieren, sondern darüber
hinausgehend, materielle, soziale und administrative Hilfen im Rahmen der
jeweiligen Möglichkeiten zu mobilisieren. Die Fähigkeit, freiwillig rückkehrende
Flüchtlinge in die Vor-Ort-Gemeinschaften zu integrieren, ist ein wichtiger Maßstab
für die Funktionsfähigkeit der gemeinschaftlichen Systeme im Zuständigkeits- und
Regelungsbereich von Städten, Gemeinden und Landkreisen.
Ø Und schließlich muss die begleitete Rückkehr von Flüchtlingen und deren
Reintegration mit wirksamen Impulsen für Stabilität, Sicherheit, Daseins-
vorsorge und Zukunftsgestaltung verknüpft sein. Ziel und Ergebnis dieser
Maßnahmen ist eine win-win-Situation – und damit ein Nutzen für alle Beteiligten.
Solcherart Nutzen kann beispielsweise dann entstehen,
§ wenn die handwerklich gefertigen Produkte eines Rückkehrers von Geschäftsleuten
in der Stadt/der Region vermarktet werden;
§ wenn dieser Handwerker Jugendlichen eine Berufsausbildung (training on the job)
anbieten kann;
§ wenn die Sanierung zerstörten Wohnraums oder die Renovierung leerstehender
Häuser in Form von Selbsthilfeprojekten, getragen von rückgekehrten Flüchtlingen
und anderen, bereits vor Ort lebenden Wohnungssuchenden gemeinschaftlich
organisiert und durchgeführt werden;
§ wenn Verbesserungsmaßnahmen bei den medizinischen, ambulanten, sozialen,
jugend- und altenpflegerischen Versorgungsstrukturen einem Dorf oder Stadtteil
einen erfahrbaren Gesamtnutzen bringen;
§ wenn einkommens- und arbeitsschaffende Maßnahmen zur Belebung der
Wirtschaftstätigkeit beitragen und daraus im Einzelfall Allein- und Kleinstbetriebe
entstehen;
§ wenn in Deutschland erworbene Qualifikationen (Berufsfachliche Qualifikationen,
Arbeitsfertigkeiten, Sprachkenntnisse u.a.m.) von rückgekehrten Flüchtlingen neue
wirtschaftliche Aktivitäten stimulieren und Folgeeffekte schaffen.
Diese beispielhafte Aufzählung von möglichen Ansatzpunkten mit
Verbreiterungseffekten verdeutlicht: Jede Rückkehr- und Reintegrationsmaßnahme – ob
individuell oder kleingruppig durchgeführt – verklammert humanitäre Starthilfen mit
einem „Aktivierungsinstrument“ zur Mobilisierung von Selbsthilfe, Eigen- und
Gemeinschaftsinitiativen.
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5. Vorschläge und Maßnahmen
Die freiwillige Rückkehr und humanitäre Reintegration von Kosovo-
Flüchtlingen aus Deutschland braucht Strukturen und Rahmenbedingungen
für den Erfolg dieser Maßnahmen.
Grundvoraussetzung ist eine verantwortungsvolle Information, Beratung und
Rückkehrvorbereitung von Flüchtlingen an ihren derzeitigen Aufenthaltsorten in
Deutschland. Im Spektrum der Heimatgarten-Aktivitäten für Flüchtlinge aus dem
Kosovo bestehen in mehreren Bundesländern inzwischen sehr gute Kontakte zu
Kommunen und sozialen Facheinrichtungen. Ausgehend von der weiteren
Zusammenarbeit mit der Stadt Münster bei der Information und Beratung von
rückkehrwilligen Roma, wollen wir den Beratungs- und Hilfeansatz auf andere
Kommunen und dort lebende Kosovo-Flüchtlinge ausweiten.
Die Information und Beratung dieser Flüchtlinge muss bei positiver Entscheidung für
die Rückkehr mit aktivierenden Maßnahmen für den Aufenthalt im Kosovo gezielt
und abgestimmt auf die dortigen Möglichkeiten vorbereitet werden.
Aus unserer Sicht notwendige Vorbereitungsmaßnahmen sind u.a.:
o Die Klärung wirtschaftlicher und existenzschaffender Perspektiven
(z.B. Kurse für Existenz- und Gründerberatung / Finanz- und Kreditwirtschaft /
Buchführung und Wirtschaftlichkeitsrechnung etc.)
o Berufliche Qualifizierung und Weiterbildung
(z.B. EDV-Anwendungen / Handwerkliche Fertigkeiten / Modulausbildungen,
Arbeitspraxis und training on the job in fachlichen Berufsfeldern)
o Vorbereitende Sprachkurse in serbokroatisch / albanisch – gerade auch für in
Deutschland geborere/aufgewachsene Rückkehrer (Jugendliche)
o Informationskurse zu den Rückkehrregionen, zu den Integrations- und
Startbedingungen, zu Alltagssituationen,zur Perspektivenklärung)
Ziel dieser und vergleichbarer Vorbereitungsmaßnahmen muss sein, dem
Rückkehrer individuell verwertbare, an eigenen Wünschen und Perspektiven
ausgerichtete und insoweit an die Verhältnisse in der konkreten Rückkehrregion
optimal angepasste Startvoraussetzungen zu vermitteln.
Damit dauerhafte Integrationswege möglich werden, müssen Aufnahmestrukturen
vor Ort vorbereitet sein. Hierzu wollen wir eine „Integrationsstrategie“ mit
vernetzten Projekten und Einzelmaßnahmen einleiten und schrittweise umsetzen.
Aus dem nachfolgend genannten Spektrum von verzahnten Unterstützungsmaßnahmen
wollen wir konkrete Erstmaßnahmen in den Gebieten Kamenica und Lipjan/Janjevo
kurzfristig einleiten.
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Entscheidend für deren schrittweise Realisierung ist,
(a) die Abgleichung mit den Perspektiven und Möglichkeiten rückkehrbereiter
Flüchtlinge
(b) die exakte Weiterplanung und Abstimmung mit den beteiligten Kommunen und
(c) die finanzielle Basisförderung für realisierungstaugliche Maßnahmen durch
nationale und europäische Zuwendungsgeber bzw. Förderprogramme
Dies vorausgeschickt konzentrieren sich unsere Vorschläge auf folgende Bereiche:
o Humanitäre Hilfen für Rückkehrer („private opportunities“)
§ Übergangs-Wohnhaus („Haus des Vertrauens“) für Rückkehrer
(in Kamenica und Lipjan)
§ Arbeits- und existenzschaffende Maßnahmen (Kamenica, Lipjan, Janjevo)
zeitlich befristete 1-Euro-Jobs / geförderte Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft
(Investitionszuschüsse für Arbeitsplatzausrüstungen /Betriebe, die Arbeitsplätze
für Rückkehrer schaffen, erhalten eine befristete Lohnkostenzuschüsse),
§ Zuschüsse für soziale Erwerbsprojekte - für Gemeinwesen-Projekte
§ Gesundheitliche Betreuung und medizinische Versorgung
§ Administrative Unterstützung (Behörden, Dokumente, Urkunden)
o Verbesserung der Wohn- und Siedlungsstruktur
Selbsthilfe- und Gemeinschaftsaktivitäten in den Feldern:
§ Gemeinschaftseinrichtung für Rückkeher
(„Haus des Vertrauens“; s.o. Lipjan und Kamenica)
§ Schaffung und Verbesserung menschenwürdiger Wohnbedingungen
(angemessener Wohnraum, hygienische Bedingungen, Wohnumfeld,
Zuwegungen),
§ Erhaltungsmaßnahmen für vorhandene Wohnsubstanz
(Bauliche und haustechnische Sanierung/Renovierung)
§ Herrichtung freistehender Häuser und Wohnungen
§ Modernisierung von Schulgebäuden und Gemeinschaftseinrichtungen
(z.B. Gemeindehaus und Jugendzentrum in Janjevo)
§ Maßnahmen zur Dorf- und Siedlungserneuerung (öffentliche Flächen und
Anlagen, Gewässerschutz, Wegebau – Kamenica, Lipjan, Janjevo)
§ Wiederherstellung und/oder Modernisierung der versorgungstechnischen
Infrastruktur – Wasser, Abwasser, Elektrizität (Fremdaufträge an Kommunen /
an Wirtschafts- und Versorgungsunternehmen – insbesondere auch Janjevo)
o Erneuerung der sozialen Infrastruktur
§ Aufbau örtlicher Sozialstationen (ggf. Kooperation mit NGO’s und Fachdiensten)
(Büro für Rückkehrer / Beratungsstelle / „charity shop“ für Kleidung, Kleingeräte,
Mobiliar, Haushaltswaren - Stützpunkte in Kamenica und Lipjan)
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§ Mobile Ambulanz zur medizinischen und sozialen Betreuung im ländlichen
Gebiet (ggf. joint-venture mit Krakenhaus od. Gesundheitsdienst - insb. auch
Landkreise Kamenica und Lipjan)
§ Mobiler Pflegedienst für behinderte und alte Menschen
(insbes. Landkreise, wie zuvor)
§ Ausstattung und Inventar für Kindergärten, Schulen, öffentlichen und
Gemeinschaftseinrichtungen (Kamenica, Lipjan, Janjevo)
§ Mittelfristig: Umnutzung der Übergangswohnungen für Rückkehrer (siehe „Haus
des Vertrauens“) zu einer Altentages- und -Pflegeeinrichtung
o Aufbau von Wirtschafts- und Arbeitsgelegenheiten
(gilt prinzipiell für alle Rückkehrorte)
§ Schaffung subventionierter Arbeitsplätze in Privatwirtschaft (befristete
Arbeitsplatz- und Lohnkostenzuschüsse für Betriebe und Handwerker)
§ Öffentliche, soziale und gemeinnützige Arbeit
(1-Euro-Jobs mit zeitlicher Befristung / im Rotationsmodell)
§ Mikrokredite und Zuschüsse für Existenzgründungen
(handwerkliche und klein-/kleinstgewerbliche Gründungen)
§ Trainingswerkstatt für Jugendliche zur Vermittlung von Qualifikationen und
Arbeitsfertigkeiten in handwerklichen Berufen (Metall-, Bau- und
Baunebenberufe; hierfür könnte die stillgelegte Metallfabrik in Janjevo teilweise
umgenutzt werden)
§ Ausbildungskurse in Kranken-, Pflege- und Sozialberufen (Kamenica und Lipjan)
(ggf. gemeinsame Fachschule mit öffentlichen Schulen und NGO’s vor Ort)
§ Soziale Erwerbsbetriebe „Bau“ und „Landwirtschaft“
Baubereich (Baustoffe, Installationsmaterial, Baugerätschften)
Landwirtschaftssektor (Gemüse- und Gartenbau zur Selbst- und
Fremdvermarktung, Gewächshaus und Gartenwirtschaft)
(Förderungsart: degressiv verlaufende jährliche Betriebskostenzuschüssen)
o „Cultural Mainstreaming“ -Aktivitäten
§ „Haus des Vertrauens“ (s.o. - in Lipjan und Kamenica)
(als Kultur- und Begegnungshaus, Jugend- und Gemeindezentrum,
Veranstaltungsforum, ggf. mit Querschnittseinrichtungen wie „Betreutes
Wohnen“ für Waisen und/oder sozial schwierige Jugendliche und/oder für
alleinstehende Alte)
§ Internethnische Netzwerk-Organisation für Kultur- und Kunstschaffende -
„Kultur-Cooperative“ (Ausstellungen, Lesungen, Theater, Folklore,
Kunstgewerbe / in Verbindung mit „Haus des Vertrauens“ in Kamenica und
Lipjan)
§ Durchführung von transnationalen Jugendbegegnungen, Ausbildungs- und
Praktikumsaufenthalten (Kamenica, Lipjan, Janjevo)
Die vorstehenden Integrations- und Netzwerkprojekte können fortlaufend für andere
Gebietsregionen angepasst und nach dort übertragen werden. Dabei können dann auch
interregional kooperierende Partnerschaften und Netzwerke entstehen.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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S o f o r t p r o j e k t e
Um qualifizierte Maßnahmen für freiwillige Rückkehrer in den Kosovo durchführen zu
können, will die AWO-Bremerhaven/Heimatgarten zeitnah folgende Startprojekte
verwirklichen:
1. Qualifizierung und Verstetigung der institutionellen AWO-Strukturen vor Ort
Mit dieser Zielsetzung wollen wir das provisorisch angelegte AWO-Büro in Prizren
fachlich, personell und räumlich verbessern und eine kontinuierliche
Betreuungspraxis für Rückkehrer implementieren.
Eingehängt in das örtlich aufzubauende Rückkehr- und Integrationsmanagement
für die Gebiete Kamenica und Lipjan und den dort durchzuführenden
Einzelmaßnahmen wollen wir an diesen Orten gebietsregionale AWO-Stützpunkte
aufbauen. Diese wollen wir räumlich und fachlich mit den dort vorgesehenen
sozialen Diensten und Integrationsvorhaben verknüpfen.
2. „Haus des Vertrauens“ in Kamenica und Lipjan als das Schlüsselprojekt für
individuelle Rückkehr- und Integrationsaktivitäten
Diese Einrichtung ist multifunktional ausgerichtet – sie dient als
Übergangswohnung für Rückkehrer, sie ist Begegnungs- und Kulturraum, sie
fördert internethnisches Zusammenleben, sie bietet soziale Dienstleistungen und
schafft Wohnmöglichkeiten für Bedürftige.
Insbesondere ist das „Haus des Vertrauens“ eine notwendige Basisstation, damit
Rückkehrer in stützenden Strukturen die Verwirklichung ihrer Vorhaben und
Perspektiven (vor allem auch in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Erwerbstätigkeit)
gestalten können.
3. Baustofflager und Werkstatt für die Sanierung, Modernisierung und
haustechnische Instandsetzung von privatem Wohnraum
Die Sicherstellung befriedigender, sicherer und privater Wohnmöglichkeiten ist ein
Vorranginteresse von Rückkehrern in ihre alte/neue Heimat. In diesem
Aufgabenfeld finden sich zugleich sinnvolle Betätigungsfelder mit Anreizen für
Eigeninitiativen. Um hier helfend zu unterstützen, müssen Baumaterialien,
Gebäudeinstallationstechnik und einfache Baugeräte ausreichend zur Verfügung
stehen. Vorgeschlagen wird die Errichtung eines zentralen Baustoff-Sammelagers,
aus dem Materialien ausgegeben und kleinere Arbeiten in einer angegliederten
Werkstatt selbst ausgeführt werden können.
Um die Effektivität, Mobilität und Wirksamkeit zu steigern, ist zudem an die
Ausrüstung von zwei rollenden Werkstätten für den Bereich Sanitär/Elektro und
Bausanierung/Innenausbau gedacht, damit ausgehend von der stationären
Werkstatt auch in die Fläche hinein Fachleistungen zu erbringen.
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4. Aufbau eines beruflichen Trainingszentrums für junge Rückkehrer und Orts-
Jugendliche (aus allen Ethnien, ggf. auch mit quotierten Zugängen)
Ziel dieser Maßnahme ist die Vermittlung von Qualifikationen und
Arbeitsfertigkeiten mit verschiedenen Fachausrichtungen
an örtlichen Stützpunkten für:
§ handwerkliche Berufe
(Metall-, Bau- und Baunebenberufe - hierfür könnte die stillgelegte Metallfabrik
in Janjevo teilweise umgenutzt werden),
§ kaufmännische und Verwaltungstätigkeiten
(ggf. Verbund-Qualifikationen mit Verwaltungen und Betrieben)
§ kranken- und altenpflegerische Aufgaben
(ggf. mit örtlichen Facheinrichtungen)
§ Medien, Kommunikation und Sprache
5. Schaffung von privaten, sozialen und öffentlichen Arbeitsgelegenheiten für
Rückkehrer und ortsansässig Arbeitslosen aus allen Bevölkerungsgruppen
Förderung zusätzlicher Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft mit Lohnkosten- und
Arbeitsplatzzuschüssen
1-Euro-Jobs für soziale Erwerbsarbeit und kommunale Arbeitsgelegenheiten
Mikrokredite und Darlehen für Existenzgründungen
AWO-Bremerhaven / Heimatgarten werden in den nächsten Wochen an der
Feinabstimmung dieser Planungen weiterarbeiten und für die notwendige
Unterstützung und finanzielle Förderung dieser Aktivitäten werben.
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6. Berichte
6.1. Informationsgespräche
Dienstag, 07.06.2005 Pristina
12.00 – 13.15 Uhr UNHCR – Headquarter
United Nations High Commissioner For Refugees
Teilnehmer/innen: Fritz Schatschneider / Gisbert Brenneke / Stipe
Miljkovic / Armin Zeric (AWO-Bremerhaven/
Heimatgarten) / Fatmir Rexhaj (AWO-Prizren)
Wolfgang Witt (AWO-International)
Susanne Jostameling / Fadil Mehmeti / Iijemija Berisa
(Stadt Münster / Roma-Vertreter aus Münster)
Gesprächspartnerin: Anne-Marie Messiaen
Protection Officer
Head of Field Unit
Gegenstand des Gesprächs: Aktuelle Einschätzung der Schutzfaktoren und
Sicherheitslage für freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen (Minderheiten Roma und
andere) in den Kosovo.
Im 6. Nachkriegsjahr 2005 wird die allgemeine politische Situation auch in Fragen
individueller Sicherheit aller hier lebenden Bevölkerungsgruppen als relativ verbessert
eingeschätzt. Dennoch: für Minderheiten (wie Roma) existiert auch heute noch keine
absolute und uneingeschränkte Sicherheit.
Die für das UNHCR grundlegenden Rahmenbedingungen für rückkehrende Flüchtlinge
sind insbesondere:
o Gewährleistung der persönlichen Schutzinteressen und individueller Sicherheit
o Minimierung von Diskriminierung und von Gewaltrisiken im Zusammenleben mit
der albanischen Bevölkerungsmehrheit
o Sicherstellung der zumindest örtlich/regional gegebenen, individuellen Freizügigkeit
und Bewegungsfreiheit
Diese individuellen Sicherheitsfaktoren sind hauptsächliche Kriterien für
Rückkehrmöglichkeiten in der Lagebewertung des UNHCR. Auf die ökonomisch und
sozial desolaten Verhältnisse als eine latente Ursache für ethnisch begründete
Diskrimierung und Gewalt kann das UNHCR keinen Einfluss nehmen. Insoweit verfolgt
das UNHCR im Kosovo einen in erster Linie humanitären Auftrag.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Basiseinschätzungen zur Situation von Minderheiten
Für die Ashkali-Minderheit gilt lt. UNHCR u.a., dass diese
o In eigenen Territorien wohnhaft und beheimatet waren,
o weil albanisch sprechend, besser integriert waren (als bspw. Roma)
o sich nach der Rückkehr wesentlich freier bewegen können
o eine insgesamt bessere Grundversorgung im Alltagsleben erhalten.
Für die im Kosovo lebenden Roma triftt das UNHCR die Einschätzung, dass diese
o Kaum oder gar nicht in die albanische Mehrheitsgesellschaft integriert sind
o Wegen ihrer serbo-kroatischen Sprache weitaus umfassender diskriminiert sind
o Überwiegend außerhalb und am Rande der städtischen/dörflichen
Siedlungszentren leben
o In sehr viel geringerer Zahl in den Kosovo zurückkommen.
Im zentralen Punkt der persönlichen Sicherheit und Bewegungsfreiheit hat das UNHCR
die Einschätzung, dass sich die Aufenthaltssituation für Roma an einzelnen Orten zwar
verbessert hat – wirkliche Sicherheit und garantierter Schutz insgesamt immer noch
nicht gegeben ist. Flüchtlinge, die zurückgekehrt sind, leiden unter Angst vor neuen
gewaltsamen Übergriffen. Vom Ziel einer ungehinderten, angstfreien und echten
Bewegungsfreiheit für Roma (und andere Minderheiten) ist der Kosovo noch weit
entfernt. Das UNHCR selbst kann diese notwendige, jederzeitige Sicherheit nicht
gewährleisten. Jede Rückkehrmaßnahme von Roma in den Kosovo muss diese fragile
Sicherheitslage im Einzelfall mit berücksichtigen.
In Anbetracht dieser Gesamtlage hält das UNHCR die freiwillige Rückkehr nur dann für
möglich, wenn die konkreten Rückkehrverhältnisse umfassend vor Ort geprüft und der
Re-Integrationsprozess individuell vorbereitet und längerfristig begleitet werden kann.
Insbesondere muss für die ausreichende Flankierung mit persönlichen Hilfen und sozial
stützenden Aktivitäten gesorgt sein.
Das UNHCR kann im Zusammenwirken mit verschiedenen internationalen NGO’s (u.a.
aus Dänemark, aus den USA) finanzielle und materielle Starthilfen für längstens 3
Monate bereitstellen. Längerfristige Hilfen und kontinuierliche Begleitung von bis zu 2
Jahren – wie von AWO-BV/Heimatgarten praktiziert – können vom UNHCR nicht
umgesetzt werden. Diese werden jedoch als absolut notwendig und hochwirksam
unterstützt.
Zu den Aufgaben des UNHCR im Kosovo
Derzeitige Hauptaufgaben sind u.a.
o Die Rückkehrbegleitung von Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit internationalen
NGO’s
o Die Vernetzung von Hilfsorganisationen und Unterstützergruppen
o Institutionelle Unterstützungen, z.B. bei der Wiederbeschaffung von Dokumenten
oder bei der Vermittlung von Sozialleistungen
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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o Unterstützung von Modellprojekten, z.B. das Projekt KWI (Kosovo-Women-
Initiative)
o Organisierung von Schutzprojekten (protection projects) für Minderheiten
o Förderung von Maßnahmen zur Gewaltprävention / Aufklärungs- und Trainings-
maßnahmen gegen sexuelle Gewalt
o Unterstützung beim Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen, z.B. Fortbildungen für
Verwaltungspersonal, für Polizei
o Ausbildung von Schutzbeauftragten
o Erstellung der Minderheiten-Berichte für das UNHCR („Lage- und
Fortschrittsberichte“)
Zivilgesellschaftliche Strukturen
Auf Nachfrage bestätigt die UNHCR-Vertreterin, dass in jüngster Zeit keine
alarmierenden Konflikte und Zusammenstöße zwischen Roma und der Albaner-
Mehrheit stattgefunden haben. Abgesehen von ganz wenigen (bekannten!) Einzelfällen
wird die Gesamtlage derzeit als ruhig eingeschätzt.
Die Zusammenarbeit des UNHCR mit den in allen Kommunen eingerichteten
Minderheiten- und Rückkehrerbüros wird insgesamt als eher unbefriedigend
eingeschätzt. Beklagt wird die unzureichende Unterstützung aus den Kommunen für das
UNHCR. Die Minderheitenbüros besitzen danach wenig Einfluss auf die
Entscheidungen in den Kommunen. Die albanischen Mehrheiten in Politik und
Verwaltungen zeigen zudem wenig Interesse, Informationen an das UNHCR zu geben.
Folglich kann das UNHCR auch wenig zu praktischen Fortschritten, zu konkreten
Erfolgen und Rückschlägen in den Entwicklungen vor Ort berichten.
Für das Gebiet Pristina kann die UNHCR-Vertreterin (weil hier regional zuständig)
berichten, dass die Kommune nur wenig Interesse hat, Rückkehrer/innen zu
unterstützen. UNHCR empfiehlt, unmittelbare Kontakte zu den jeweiligen Städten und
Gemeinden zu knüpfen und alle Klärungen und Absprachen direkt vor Ort zu treffen.
Situation von Roma am Beispiel Obilic (bei Pristina)
Angesprochen auf die Vertreibung von Roma-Familien aus Obilic und dem derzeitigen
Aufenthalt unter menschenunwürdigen, verelendeten Bedingungen in außerhalb
gelegenen „Camps“ ist das UNHCR um Lösung und Verbesserung bemüht. Ziel ist es,
das Camp zu schließen und für akzeptable Wohnbedingungen zu sorgen. Es ist
angestrebt, die etwa 140 Familien (displaced persons) an ihre früheren Wohnorte
zurückzubringen. Für die im Krieg zerstörte Roma-Siedlung mitten im Dorfgebiet von
Obilic gibt es keine aktuell verfolgten Lösungen.
(Pristina, 07.Juni 2005)
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Dienstag, 07.06.2005 P r i s t i n a
18.00 – 19.30 Uhr UNMIK – Headquarter
(United Nations Interim Administration Mission in Kosovo)
Teilnehmer/innen: Fritz Schatschneider / Gisbert Brenneke (AWO-
Bremerhaven/ Heimatgarten) / Fatmir Rexhaj (AWO-
Prizren)
Wolfgang Witt (AWO-International)
Susanne Jostameling (Stadt Münster)
Fadil Mehmeti (Stadt Münster / Roma)
Gesprächspartner/innen: Kilian Kleinschmidt, Abteilungsdirektor
Gianfranco Deremo
(beide: UNMIK-Office of Returns & Communities – ORC)
Aktuelle Einschätzung der Situation und der Rückkehrmöglichkeiten für
Flüchtlinge in den Kosovo
Nach UNMIK-Einschätzugen leisten die EU-Mitgliedstaaten viel zu wenig konkrete
Hilfen für Kosovo-Rückehrer/innen. Es gibt nur sehr wenig Projekte, die freiwillige
Rückkehr organisieren und verantwortungsvoll unterstützen. Insoweit begrüßt Herr
Kleinschmidt die vorgestellte Initiative der AWO-BV/Heimatgarten. In diesem
Zusammenhang warnt Herr Kleinschmidt vor einer Politik der unvorbereiteten, schnellen
Abschiebung von Flüchtlingen in den Kosovo. Es gibt derzeit keinerlei Möglichkeiten,
binnen einer Woche an frühere Aufenthaltsorte im Kosovo zurückzukehren. Es fehlen
derzeit immer noch die wichtigsten Voraussetzungen – wie ausreichender Wohnraum,
eine funktionierende Infrastruktur und die für Integration erforderlichen
gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Systeme. Es reiche nicht aus – „nur“
Einmalhilfen z.B. 15.000 € für den Hausbau – weiterzugeben. Finanzielle Start- und
Aufbauhilfen müssen den vorhandenen Strukturen und Verhältnissen angepasst sein.
So sei es außerordentlich wichtig, integrierte Aktionen zu unterstützen. Beispiel
Wohnraumversorgung: statt prioritär den Neubau von Häusern anzuregen sollten
existierender Wohnraum – wie die Nutzung der oft leerstehenden 2. Etagen in
halbfertigen Häusern – besser genutzt werden. Dazu ist es erforderlich, private und
öffentliche Mietprogramme zu installieren.
Bezogen auf die aktuelle Situation von Rückkehrern/innen im Kosovo bestehen aus
UNMIK-Sicht zwei große Problemfelder:
o Zum einen die Angst vor Aggressionen im Alltag und vor neuer Gewalt – gerade bei
den Minderheiten
o Zum Anderen die desolate Gesamtsituation mit fehlenden Wirtschaftsaktivitäten
und nicht ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen und Systeme ist zentral davon geprägt,
dass diese beiden Faktorbereiche nachhaltig verbessert werden können.
UNMIK unterstützt Projekte zur freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen – kritisiert
allerdings die, im internationalen Maßstab praktizierte Übergewichtung von Initiativen
und Hilfsmaßnahmen „nur für Minderheiten“. Der Focus der internationalen Hilfen
richtet sich demnach in vielen Gemeinden auf die vorrangige, oftmals auch isolierte,
Verbesserung der Alltags- und Einkommenssituationen für ethnische Minderheiten in
gemischten Siedlungsgemeinschaften. Dies verstärkt Vorbehalte in der Bevölkerung
(„Wenn ich zur Mehrheit gehöre und nicht zu einer Minderheit zähle – dann bekomme
ich eben manchmal keine Kuh“). Solcherart „Bevorzugung“ fördert „Sozialneid“, verstärkt
latente Vorbehalte und erschwert das Ziel eines „friedlichen Zusammenlebens
verschiedener Ethnien“.
Nach UNMIK-Einschätzung der Gesamtsituation ist der Kosovo heute noch nicht in der
Lage, die Massenrückkehr von Flüchtlingen ökonomisch, sozial und politisch zu
verkraften. Die hierfür notwendigen Voraussetzungen, Systeme und
Integrationsstrukturen sind noch nicht ausreichend vorhanden. Aus diesem Grund warnt
UNMIK vor Zwangsabschiebungen der Aufnahmeländer von Flüchtlingen zum jetzigen
Zeitpunkt. UNMIK wird diese Grundposition gegenüber den Innenministern der EU-
Länder, die Ende Juni 2005 in Pristina zusammen kommen, ausdrücklich bekräftigen.
UNMIK vertritt die Auffassung, dass die erforderlichen Systeme in der Wirtschaft, beim
Arbeitsmarkt, in der Bildung, im Sozial- und Gemeinwesen erst ausreichend entwickelt
sein müssen, um nachfolgend die Rückkehr und Reintegration für größere Zahlen von
Flüchtlingen zu ermöglichen.
Deshalb sei es wichtig, jetzt die notwendigen Signale auszusenden:
o an die politisch Verantwortlichen im und für den Kosovo, diese Integrationssysteme
zu schaffen und
o an die im Ausland lebenden Flüchtlinge, sich vorzubereiten und an persönlichen
Rückkehrperspektiven zu arbeiten.
Konzepte und Strategien für den Kosovo
Die soziale, wirtschaftlich und multiethnisch verträgliche Entwicklung im Kosovo kann für
UNMIK nur mit den Städten und Gemeinden gemeinsam organisiert und aufgebaut
werden. Statt der Vorrangförderung von „Leuchtturmprojekten“ für Minderheiten setzt
UNMIK auf „opportunities“ in den Gemeinden, zum Beispiel durch Schaffung von
kleineren Gewerbeprojekten, durch Unterstützung von Kleininvestments in die lokale
Infrastruktur, durch Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschafts- und Beschäftigungskraft
in den Gemeinden – durch Einbeziehung lokaler Geschäftsleute, die Aufbaukapital
beisteuern können. Insoweit sind breit angelegte und in den Kommunen verankerte
Strukturprojekte anzuregen, die einen Gesamtnutzen für alle Bevölkerungsteile –
Mehrheit wie Minderheiten – erbringen. Solcherart win-win-Situationen sind erforderlich,
um friedliche Aufbauleistungen in Gang zu bringen.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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UNMIK setzt deshalb auf grundlegende Aktivierungsstrategien mit Einbindung und
Beteiligung der Kommunen.
Als Elemente dieser Strategien werden genannt:
o Besseres Informationsmanagement für Städte und Gemeinden
o Entwicklung eines Handlungskonzepts gemeinsam mit IOM als Hilfestellung für die
allenorts eingerichteten (UNMIK-) Return Offices, um Strukturbildung und Projekte
vor Ort anzustoßen
o Konzepte und Hilfen zur Lösung zentraler Probleme – zum Beispiel im Bereich der
Wohnungswirtschaft; hier bspw. durch Schaffung von Wohnheimen, Förderung von
Wohngemeinschaften, Erschließung von neuem Bauland, Erbpachtmodelle,
öffentlich nutzbare Vermietungsformen für leerstehende Wohnungen; möglich seien
„public-private-partnership-projekte durch privat finanzierten und öffentlich
genutzten Wohnraum. Von den Gemeinden vermietetet Wohnraum führe
mittelfristig zu Mieteinnahmen, mit denen die Finanz- und damit Gestaltungskraft
der Gemeinden verstärkt wird.
Der von UNMIK erwartete Zusatznutzen: Wo Geld für Investitionen und
Strukturaufbau in die Kommunen fließt – haben alle was davon (als Handwerker,
als Unternehmen, als Geschäftsleute, als Wohnungssuchende ...)
Chancen und Bewertung der freiwilligen Rückkehr von (Roma-) Flüchtlingen
UNMIK verfügt über detaillierte Informationen zur Situation in den Städten und
Teilregionen – u.a. über zwei Reports für die von AWO angedachten Rückkehrregionen
Kamenica und Lipjan/Janjewo. Für konkrete Einzelmaßnahmen empfiehlt UNMIK
unbedingt, diese in den Details mit den lokalen UNMIK-Repräsentanten in den
Gemeinden abzustimmen (municipal community officer und municipal return officer).
Außerordentlich ratsam sei es, offizielle Informationen der politischen Vertreter und
Gremien vor Ort immer auch zu prüfen.
UNMIK empfiehlt, Rückkehrprojekte und integrationsunterstützende Hilfen mit den
Strukturen und Bedarfen vor Ort so zu verklammern, dass eine echte win-win-Situation
für alle entsteht. Isolierte Einzelprojekte nützen dem Wiederaufbau eher wenig –
beeinträchtigen aber das fragile Gleichgewicht zwischen gemischten
Bevölkerungsgruppen. Es muss alles vermieden werden, was neues Konfliktpotenzial
und damit die Gefahr lokaler Unruhen befördern könnte.
Von zentraler Bedeutung ist es, die vorhandene Balance zu erhalten. Wenn z.B. in
Verbindung mit der Rückkehr von 45 Familien 1,5 Mio. € zur Verfügung ständen, dann
sollte der Großteil der Mittel für Investitionen in die örtliche Infrastruktur und „balance-
Maßnahmen“ eingesetzt werden und nur ein wesentlich geringerer Teil für direkte,
einkommensschaffende Hilfen.
Fazit / Verbleib
UNMIK ist bereit, an der begleitenden Durchführung von Maßnahmen zur freiwilligen
Rückkehr von Flüchtlingen und zur humanitären Integration mitzuwirken. Die
Empfehlung geht dahin, dass – bezogen auf die weiterhin sensible Lage im Kosovo –
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verantwortungsvoll mit Rückkehrerinnen/Rückkehrern umgegangen wird.
Wünschenswert ist es, nachhaltig wirkende Initiativen zur Neuschaffung der
integrationsförderlichen sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme auf
den Weg gebracht werden. Die Rückkehr von Flüchtlingen sollte derzeit nur in einem
Maße stattfinden, wie dies die vorhanden schwachen Aufnahmekapazitäten konfliktfrei
verkraften können. Umso wichtiger ist es, diese Kapazitäten jetzt zu stärken und weiter
zu entwickeln. Hierfür wird mehr Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft
gebraucht – und konkrete Unterstützungsprojekte.
Verbunden mit diesen Ausrichtungen begrüßt UNMIK die AWO Bremerhaven-
Projektinitiative. Herr Kleinschmidt weist darauf hin, dass die AWO-Delegation die erste
deutsche Gruppe ist, die in Fragen der Flüchtlingshilfe unmittelbaren Kontakt mit UNMIK
aufgenommen hat. Der jetzt begonnene Gesprächskontakt soll aufrecht erhalten
werden. Die UNMIK-Vertreter werden bei der Zusammenkunft mit den europäischen
Länder-Innenministern Ende Juni 2005 ausdrücklich auf die AWO-Initiative als ein für
den Kosovo passendes Projekt hinweisen.
(Pristina, 07.06.2005)
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Dienstag, 07.06.2005 Pristina
15.00 – 15.45 Uhr „Deutsches Haus“
(Verbindungsbüro der BR Deutschland im Kosovo)
Teilnehmer/innen: Fritz Schatschneider / Gisbert Brenneke (AWO-
Bremerhaven/ Heimatgarten)
Wolfgang Witt (AWO-International)
Susanne Jostameling (Stadt Münster)
Fadil Mehmeti (Stadt Münster / Roma)
Gesprächspartner: Bernd Finke, Auswärtiges Amt
Stellvertretender Leiter des Referats Westlicher Balkan
Zur Situationseinschätzung durch das Auswärtige Amt
Herr Finke bekräftigt die Grundsatzposition von AA und BMI zur Asyl- und
Flüchtlingsproblematik und hier insbesondere auch den Grundsatz: keine
Zwangsabschiebung von Flüchtlingen aus ethnischen Minderheitengruppen in
ungeklärte Krisenregionen.
Bezogen auf die aktuelle Situation im Kosovo vertritt das deutsche Verbindungsbüro
u.a. folgende zentrale Einschätzungen:
Persönliche Sicherheit
Es gibt keine eindeutige, zweifelsfreie und regional gültige Sicherheitslage für
Gesamtkosovo. Die individuelle Sicherheit von Rückkehrern/innen muss jeweils von
Kommune zu Kommune und damit ortsspezifisch bewertet werden. Insgesamt teilt das
Deutsche Haus die Einschätzung des UN, dass mehr tatsächliche Sicherheit für
Minderheiten gegeben ist, als die Wahrnehmung dieser Sicherheit durch die Betroffenen
selbst („Gefühlte Unsicherheit“!) Ethnisch begründete Übergriffe auf Roma und ande re
Gruppen seien äußerst selten. Das Deutsche Haus will nicht einschätzen, ob mehr
Konfliktpotenzial entsteht, wenn Flüchtlinge aus ethnischen Minderheiten in den Kosovo
zurückkehren. Bislang sei ein solch „kritischer Punkt“ nicht zu erkennen, da zu wenige
Rückkehrer/innen von Roma und anderen im Kosovo angekommen sind.
Wirtschaftliche und soziale Lage
Der wirtschaftlich desolate Zustand mit fehlenden Arbeitsplätzen, nicht ausreichenden
Beschäftigungsmöglichkeiten (Arbeitslosigkeit über 70 Prozent) und fehlender
Wirtschaftstätigkeit und die daraus resultierende soziale und politische Destabilisierung
sei das Hauptproblem Nr. 1 – weitaus wichtiger als die aktuelle Schutz- und
Sicherheitslage. Die Reorganisation der wirtschaftlichen und sozialen Systeme im
Kosovo müsse das vorrangige Aktionsfeld der internationalen Politik sein. Insoweit teilt
das Deutsche Haus die entsprechenden Einschätzungen der UNMIK und der UNMIK-
Vertreter in den Städten und Gemeinden.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen
Das Deutsche Haus unterstützt das Modell eines multi-ethnischen Kosovo. Für dieses
Konzept ist die freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen aus den Minderheitengruppen eine
wichtige Voraussetzung. Der AWO-Ansatz, freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen
längerfristig zu begleiten und mit konkreten Unterstützungs-„Projekten“ eine nachhaltig
wirkende Integration zu leisten, wird ausdrücklich unterstützt. Übereinstimmung besteht
darin, dass befriedigende lebensräumliche Rahmenbedingungen vor Ort geschaffen
bzw. unterstützt werden müssen, damit erfolgreiche Integration geschafft wird.
Insoweit wird den Konkretansätzen für eine freiwillige, begleitete Rückkehr und
humanitäre Integration von Roma und anderen Rückkehrwilligen Vorrang gegenüber
etwaigen Zwangsabschiebungen eingeräumt.
Für die Beteiligten besteht ein zeitlich und politisch enger Gestaltungskorridor mit den
Eckpfeilern „Freiwillige und verantwortungsvolle Flüchtlingsrückkehr“ mit gestaltbarer
Integrationspraxis vor Ort und „Zwangsabschiebungen ohne Gestaltungsumfeld“.
Interventionen
Re-Integrationshilfen in humanitären und damit auch existenzsichernden /
existenzschaffenden Feldern können vom AA aus Mitteln des Stabilitätspaktes
unterstützt werden. Hier stehen in 2005 ca. 40 Mio. € für Interventionen im westlichen
Balkan zur Verfügung. Dieser Mittelansatz kann ggf. mit Drittmitteln aus dem BMZ / dem
BWA aufgestockt werden. Für das AA ist der Kosovo Förderschwerpunkt bei der
Verwendung dieser Mittel. Entsprechend werden den Kosovo-Hilfs- und
Aufbaumaßnahmen Priorität eingeräumt.
Vor diesem Hintergrund wird das AA Rückkehr- und Re-Integrationsmaßahmen
finanziell unterstützen, wenn Rückkehrbereitschaften von in Deutschland lebenden
Roma und anderen Flüchtlingen gegeben sind. Angeregt werden konkrete Vorhaben,
mit denen eine bessere „Magnetwirkung“ zur freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen
erreicht werden kann.
Ergebnisse
Das Deutsche Haus/AA sichert Unterstützung für das von AWO-Bremerhaven /
Heimatgarten skizzierte humanitäre „Stützpunktprojekt“ in ausgewählten Stadtgebieten
und Gemeinden (zur Zeit Kamenica und das Gebiet Lipjane/Janjewo) zu. Die finanzielle
Förderung für „Integrationsprojekte“ mit individuellen und infrastrukturellen Elementen
kann aus Mitteln des Stabilitätspaktes erfolgen. Ein entsprechender Förderantrag sollte
dann bis Spätsommer gestellt werden. Das Deutsche Haus würde diesen Antrag
befürworten und unterstützen.
(Pristina, 07.06.2005)
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Informationsgespräche in Pristina und Prizren
UNHCR Pristina am 07.06.2005
Im Gespräch mit Frau Anne-Marie Messiaen (rechts) vom UNHCR: Fadil Mehmeti
und Susanne Jostameling (beide aus Münster )
“Deutsches Haus” (Verbindungsbüro des Auswärtigen Amtes im Kosovo) in Pristina am 07.06.2005
Von rechts nach links: Herr Bernd Finke vom Auswärtigen Amt, Fritz Schatschneider
(Heimatgarten) und Fadil Mehmeti (Nationenvertreter Stadt Münster)
UNHCR
Deutsches
Haus
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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UNMIK – Headquarter in Pristina am 07.06.2005
Informationsgespräch mit Herrn Kilian Kleinschmidt (3. von links)
und Herrn Gianfranco Deremo (im Hintergrund, 2. von rechts)
Prizren am 08.06.2005
Gemeinsames Auswertungsgespräch mit Verena Blickwede (HPD / UNMIK, 3. v. links) und
Herrn Lutz Henning (Büro für Privatisierung, KTA / UNMIK, 4.v. links)
UNMIK
PRIZREN
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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6.2. Vor-Ort-Erkundungen
Montag, 06.06.2005 Kamenica
12.00 – 14.00 Uhr Rathaus (Gespräch)
14.00 – 16.30 Uhr Wohnsiedlung Roma
16.30 – 17.30 Uhr Abschlussgespräch (Frau Selimi)
Teilnehmer/innen: Fritz Schatschneider / Gisbert Brenneke / Stipe
Miljkovic / Armin Zeric (AWO-Bremerhaven/
Heimatgarten) / Fatmir Rexhaj (AWO-Prizren)
Wolfgang Witt (AWO-International)
Susanne Jostameling / Fadil Mehmeti / Iijemija Berisa
(Stadt Münster / Roma-Vertreter aus Münster)
Lothar Schäfer / Heinz Lehmann (Schweizer Stiftung
„Humanita EU im Kosovo“)
Gesprächspartner/innen: Herr Shaip Surdulli (Bürgermeister)
Frau Teuta Selimi (Vertreterin für Rückkehrer)
Herr Idriz Kurteshi / Herr Shaban Rexhepi
(Roma-Büro Kamenica)
Siehe auch Gebietskarte und OSCE-Profilbericht im Dokumentationsteil des Berichts
Überblicks-Informationen
Kamenica ist bislang nur sehr wenig von deutschen Organisationen besucht worden.
Der Versuch einer Partnerschaft mit der Stadt Bünde (Nordrhein-Westfalen) ist
gescheitert. Deutsche Projekte und konkrete Rückkehraktivitäten (resettlements) gibt es
keine. Dafür einige Schweizer Unterstützungen – z.B. Ingangsetzung des Elektro- und
Wasserwerks, bei landwirtschaftlichen Projekten, beim Aufbau einer Elektro-
Fachschule. In Verbindung mit der KFOR-Zuständigkeit der Amerikaner sei auch von
dort viel Unterstützung (durch USAID)gekommen – wie die Renovierung des
Justizgebäudes, die Modernisierung von 3 Schulen (Heizung), Erneuerungsmaßnahem
am Stromnetz, Aufbau von 2 kleineren Ambulanzen. Deutsche NGO’s waren und sind
in der Region Kamenica bislang nicht tätig geworden. Umso mehr begrüßt der
Bürgermeister den AWO-Kontakt und die ihm im Überblick vorgestellten AWO-
Aktivitäten im Kosovo aus den letzten Jahren.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
33
Situation in Kamenica
Kamenica wird als ruhige Gemeinde vorgestellt, in der es seit Jahren keinerlei
beunruhigende Probleme im interethnischen Zusammenleben der Bevölkerung gibt. Die
Stadt verfolgt eine aktive Strategie zur Aufnahme und Integration von Rückkehrern, die
im Rückkehrer-Büro gebündelt sind (zu den Aktivitäten siehe auch den beiliegenden
Kurzbericht von Frau Selimi im Dokumentationsteil zu diesem Gespräch).
Unter anderem will die Gemeinde in Maßnahmen zur Verbesserung der Wohn-
Infrastruktur und zum Häuserbau investieren. Geschätztes Kostenvolumen: rd. 1,1 Mio.
Euro. Bei einem Jahresbudget von rd. 4 Mio. Euro sieht sich die Stadt nicht in der Lage,
diesen Aufwand aus eigener Kraft zu erbringen. Daher ist man um internationale Hilfen,
insbesondere durch NGO’s bemüht, bislang allerdings ohne einen Erfolg. Aktuell
konzentriert sich die Stadt auf Aktionen in zwei Ortschaften: Lahovica und Hogost.
In Oraovica leben Albaner und Serben zusammen. Zuletzt sind vier albanische Familien
in den Ort zurückgekehrt. 22 serbische Familien, die derzeit noch in Serbien leben,
haben einen Rückkehrantrag beim Rückkehrministerium gestellt. Problem hier: fehlende
Infrastruktur, zerstörte Häuser und eine noch nicht wieder vollständig intakte
Landwirtschaft. Insgesamt sind bislang rund 600 Serben in das Stadtgebiet
zurückgekehrt.
Hogosht ist ein Ort, in dem vor dem Krieg sehr viele Roma relativ konzentriert gelebt
haben. Freiwillig erfolgte Rückkehr von Roma-Familien in diesen Ort ist nicht bekannt.
Zur Zeit kommen in erster Linie Albaner zurück, die in der Schweiz und auch in
Deutschland gelebt haben. Nach Auffassung des Bürgermeisters, sehen viele
Flüchtlinge und Vertriebene ihre Lebensperspektiven immer noch eher im Westen,
zudem dann, wenn die Familien sich ebenfalls in westeuropäischen Ländern aufhalten.
Kamenica hat zur Zeit noch keinerlei Anmeldungen für freiwillige Rückkehr aus diesem
Bereich vorliegen – wartet allerdings auf solche!
Wirtschaftliche und soziale Situation
Es gibt erst wenig produzierende Betriebe – so eine Molkerei, eine Brauerei und eine
Ziegelei – die neu gegründet wurden, in denen jedoch jeweils nur ca. 20 Personen
beschäftigt werden. Es gibt viele Ein-Mann- und Kleinstbetriebe aber keine privaten
Industrien. Die früheren Industriekombinate (u.a. eine Fliesen- und eine
Magnesiumfabrik) sind stillgelegt. Die Privatisierung und Wiederingangsetzung dieser
Produktionen scheitert an fehlenden Konzepten und Investoren. Von rd. 55.000
Einwohnern haben nur 4.300 eine Beschäftigung – davon die Mehrzahl in Schulen,
Verwaltung, Polizei und im Gesundheitsweisen. Ca. 70 % sind ohne Arbeit und
Erwerbseinkommen.
Informationen zu Roma
Im Gebiet Kamenica leben etwa 500 Roma. Die Arbeitslosigkeit ist überproportinal hoch.
Als Mitgründe werden fehlende Qualifikationen und geringer Bildungsstand angeführt.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Die Beschäftigungsquote ist gering: 3 Roma arbeiten in der Gemeindeverwaltung, 2-3
weitere bei der Polizei und 3 sind bei privaten Rundfunksendern angestellt.
Die Rückkehrbeauftragte, Frau Selimi, berichtet, dass bei ihr keinerlei Informationen
über aus Kamenica stammende und in Deutschland lebende Roma vorliegen. Nach
ihrem Kenntnisstand leben Kamenica-Roma vor allem in Finnland. Allerdings wird auch
darauf hingewiesen, dass es zur Zeit keine sichere Einwohner- und
Registrierungsstatisitk gibt, so dass die Kommune kaum feststellen kann, ob und von wo
individuelle Rückkehr von Flüchtlingen stattgefunden hat.
Erwartungen der Kommune
Die aktive Mobilisierung von Rückkehraktivitäten in das Gebiet Kamenica hat für die
Kommune nicht die höchste Priorität. Die Stadt will Rückkehrer fördern und stützen,
aber keine „Rückkehrwerbung“ betreiben. Eindeutige Priorität haben danach
Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaftstätigkeit und zur Absenkung der bestehenden
Arbeitslosigkeit in der vorhandenen Wohnbevölkerung. Gewünscht werden
Unterstützung bei der Herstellung der regionalen Infrastruktur – ausdrücklich genannt.
Beim Straßen- und Wegebau, bei der Modernisierung von Schulgebäuden, bei der
Kanalisation, bei der Telekommunikation und Elektroversorgung.
Vor-Ort-Besuche in Roma-Siedlungen
Gemeinsam mit der Rückkehrer-Beauftragen, Frau Selimi, und in Begleitung von zwei
jungen Roma (Idriz Kurteshi und Shaban Rexhepi) die beide im Roma-Büro der Stadt
Kamenica beschäftigt sind, konnte nach dem Bürgermeister-Gespräch eine Roma-
Siedlung in Kamenica und Roma-Familien im Dorf Berivojce besucht und gesprochen
werden.
Die Siedlung in Kamenica befindet sich in einem ethnisch gemischten Wohngebiet.
Nach dem äußeren Erscheinungsbild unterscheiden sich die von Roma bewohnten
Häuser wenig von den umliegenden Gebäuden. In den Innenbereichen werden
allerdings die beengten und ärmlichen Wohnverhältnisse erkennbar. Es herrscht
Raumnot – auch wegen der vielköpfigen Bewohnerzahl, die Räume sind wenig möbliert
und insgesamt eher ärmlich eingerichtet, die haustechnischen Einrichtungen sind
veraltet und kaum mehr vollständig funktionsfähig. Mehrere Generationen teilen sich die
ineinander verschachtelten, kleinräumigen Wohnstellen. Insoweit veranschaulichen die
Wohn- und Lebensverhältnisse die materiellen Not der dort lebenden Bewohner.
In diesem Zusammenhang ist auch festzustellen, dass die miserablen Wohnverhältnisse
der Roma in diesem Stadtgebiet nicht kriegsbedingt sind. Insoweit handelt es sich um
ein Wohngebiet, das nicht von baulichen Kriegszerstörungen betroffen ist. Insoweit ist
dieser Roma-Siedlung auch in keinster Weise mit den Elendsquartieren der
kriegsvertriebenen Roma und Aschkali wie in Plementina (bei Obiliq) vergleichbar.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Die Wohn-Missstände am Besuchsort Kamenica bezeichnen somit eher eine Situation,
wie sie bereits vor dem Kosovo-Krieg bestanden hat. Selbst bei Annahme eines
weiteren, armutsbedingten Substanzverfalls in den letzten Jahren wird deutlich, dass
Roma auch in der Vergangenheit sozial ausgegrenzt, in Armut und an den
gesellschaftlichen Rändern in den städtischen und dörflichen Gemeinschaften gelebt
haben.
Für die Lebens- und Alltagssituation von Roma im Kosovo (und übertragbar auf andere
Balkanregionen) damals wie heute gilt eine doppelte Konfliktlage: Zum einen das
Problem aktueller Diskriminierung und Benachteiligung als Minderheit – zum anderen
die strukturelle Benachteiligung mit der „traditionellen“ Abdrängung der Roma in die
untersten sozialen Schichten. Der ökonomische und soziale Verelendungsprozess hat
sich für die Mehrheit der im Kosovo lebenden Roma allerdings als Folge der Krieges
massiv weiter verschärft.
Die von uns befragten Roma haben versichert, dass sie sich örtlich frei bewegen
können und Schutz und Sicherheit gewährleistet sehen. Sowohl von Nachbarn als auch
im weiteren Bewegungsumfeld würden sie weder diskriminiert noch angefeindet.
Insoweit scheint ziviles Zusammenleben an diesem Ort tatsächlich zu funktionieren.
Die Roma bestätigten ebenfalls, dass fehlende Erwerbs- und Arbeitsmöglichkeiten und
damit nicht vorhandene Einkommen ihr Hauptproblem im Alltag darstellen. Die
Sozialhilfe in Höhe von etwa 30 Euro für Familien mit mindestens 1 Kind unter 5 Jahren
sei für die Existenzsicherung der großen Familien in keinster Weise ausreichend. Die
seit Jahren bestehende Erwerbs- und Einkommenslosigkeit sei zudem mitverantwortlich
für die erkennbare Verelendung.
(Kamenica, 06.06.2005)
Anlage
Kurzbericht des Büros für Rückkehrer in Kamenica S. 36-38
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Mittwoch, 08.06.2005 Lipjan
11.00 – 13.00 Uhr Rathaus
Teilnehmer/innen: Fritz Schatschneider / Gisbert Brenneke / Stipe
Miljkovic / Armin Zeric (AWO-Bremerhaven/
Heimatgarten) / Fatmir Rexhaj (AWO-Prizren)
Wolfgang Witt (AWO-International)
Susanne Jostameling / Fadil Mehmeti / Iijemija Berisa
(Stadt Münster / Roma-Vertreter aus Münster)
Lothar Schäfer (Schweizer Stiftung „Humanita EU im
Kosovo“)
Gesprächspartner/innen: Herr Xhevat Olluri (Bürgermeister)
Herr Xavier Blais (UNMIK-Adminstrator in Lipjan)
Herr Sadik Avdiu (Minderheitenbüro)
Siehe auch Gebietskarte und OSCE-Profilbericht im Dokumentationsteil des Berichts
Überblicks-Informationen
Lipjan ist eine multi-ethnische Stadt mit zur Zeit ca. 80.000 Einwohnern – davon etwa
9.500 Serben, 2.000 Roma, Aschkali und „Ägypter“ und 310 Kroaten.
In den letzten 15 Jahren hat sich die Bevölkerungszahl der Stadt erheblich verringert.
Schon vor 1999 haben sehr viele Bewohner aus Mangel an
Beschäftigungsmöglichkeiten und wegen der politischen und militärischen Konflikte in
Ex-Jugoslawien die Stadt verlassen; vor allem sehr viele Kroaten, die in das
unabhängige Kroatien weggesiedelt sind.
Die Bevölkerungsbewegungen in der Stadt Lipjan sind ein Spiegelbild der kriegerischen
Konflikte im vormaligen Jugoslawien. Während des Krieges zwischen Serbien und
Kroatien haben sehr viele Kroaten wegen der Bedrohung durch Serben die Stadt
verlassen; im Kosovo-Krieg 1999 haben 60 Prozent der albanischen Bevölkerung die
Stadt verlassen, von denen die meisten inzwischen zurückgekehrt sind; nach dem Krieg
waren es dann Serben, Roma und Aschkali, die aus Lipjan fortgegangen sind. Für diese
letztgenannten Minderheiten habe die Stadt jetzt einen Rückkehrprozess eingeleitet. So
sei eine „Arbeitsgruppe für Rückkehrer“ eingerichtet, die gemeinsam mit
Hilfsorganisationen eine kommunale Rückkehr-Strategie entwickelt.
Ein Kernpunkt in dieser Strategie ist: es sollen Rückkehrer neu beheimatet werden, die
kein Eigentum an Grundstücken und Häusern vorweisen können. So wird aktuell nach
einer Lösung für 18 Familien aus dem Roma-Flüchtlingscamp Plemetin (bei Oblilic)
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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gesucht, die keine eigenen Grundstücke haben und hatten und die früher auf
städtischen Grundstücken in „illegal“ errichteten Behausungen gelebt haben. Für diese
Familien will die Gemeinde jetzt sichere Grundstücke zur Verfügung stellen – allerdings
können keine finanziellen Mittel für die Bebauung gegeben werden. Hier ist
internationale Hilfe erforderlich.
Die Umsetzung der kommunalen Rückkehrstrategie braucht die Unterstützung durch
internationale Hilfsorganisationen. Mit entsprechenden Hilfen – genannt wird GOAL –
sind in den letzten Jahren mehrfach Roma und Aschkali in die Gemeinde zurückgekehrt.
Eine andere Organisation – SIDA – hilft serbischen Rückkehrern. Für diese wurden in
2003/04 15 Häuser neu errichtet – weitere 60 Häuserneubauten sollen in diesem Jahr
folgen.
Diese Beispiele sollen dokumentieren, dass die Stadt Lipjan an aktiven
Rückkehrmaßnahmen von Binnenvertriebenen und von im Ausland lebenden
Flüchtlingen beteiligt ist. Wie im gesamten Kosovo hat die Stadt mit sozialen Problemen
und Notlagen in der Bevölkerung zu tun. Wirtschaft und private wie öffentliche
Infrastrukturen liegen auf einem extrem niedrigen Niveau. Schon 10 Jahre vor dem
Krieg sei im Kosovo nicht mehr investiert worden. Der wirtschaftliche Verfall schaffe
enorme Barrieren für die zusätzliche Versorgung rückkehrender Flüchtlinge – zusätzlich
zur Ortsbevölkerung. Sowohl die industriellen als auch die kleingewerblich-
handwerklichen Strukturen sind erodiert und kaum neu entwickelt. Materielle Armut,
soziale Verelendung und massenhafte Arbeitslosigkeit bestimmen den Alltag der
Menschen.
Die Sicherung von Arbeitsmöglichkeiten und Einkommen sind heute die im Alltag
vorherrschenden Hauptprobleme; das Zusammenleben innerhalb der Bevölkerung ist
konfliktfreier geworden; individuelle Freizügigkeit und die persönliche Sicherheit sind
immer besser gewährleistet.
Ergänzungen durch den UNMIK-Repräsentanten in Lipjan (Herrn Blais)
Zur wirtschaftlichen Situation
Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei über 60 Prozent; die verdeckte Arbeitslosigkeit
hinzugerechnet kann von 80 Prozent ausgegangen werden. 60 % der Familien sind
ohne Arbeitseinkommen; Landwirtschaftliche Produktionen sichern oftmals nur den
persönlichen Lebensunterhalt; es fehlen Kredite, um marktfähige Produktionen im
gewerblichen Sektor aufbauen zu können; die zerfallene Industrieproduktion wird kaum
wieder aufzubauen sein. Ein Ziel ist die Stärkung der landwirtschaftlichen Struktur und
entsprechende Produktionsverbünde; so existiert bereits eine leistungsfähige
Milchwirtschaft und eine Hühner-/Eier-Farm; eine neue Ziegelei ist im Bau.
Zur Schulsituation
Alle Ethnien in Lipjan besuchen heute gemeinsame Schulen. Die SchülerInnen sind
nicht getrennt – aber es wird zweizügig unterrichtet nach dem Muster: albanische Kinder
z.B. im Erdgeschoss und Kroaten und Roma im 1. Obergeschoss der Schule.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Schon in 2000 hat UNMIK versucht, eine multiethnische Schule zu schaffen, ist aber
damals an der Frage der Schulpläne gescheitert (albanische Schulpläne oder – wie
seinerzeit von Belgrad verlangt – serbische Pläne).
Gemeinde und Verwaltung in Lipjan verfolgen aktuell das Ziel einer
Gemeinschaftsschule für alle Bevölkerungsgruppe als „Standardschule“. Roma -Kinder
können dann zwischen der Unterrichtung nach serbischen oder albanischen Curricula
wählen.
Ziviles Zusammenleben von Mehrheit und Minderheiten
Laut UNMIK ist die Stadt Lipjan sehr multiethnisch geprägt. Probelme im
Zusammenleben aller Ethnien bestünden keine. Sicherheit und Bewegungsfreiheit seien
gegeben. UNMIK sieht die Stadt Lipjan insgesamt auf einem guten Weg bei der
Stabilisierung des zivilen Zusammenlebens und unterstützt die kommunale
Rückkehrstrategie zur Wiedereingliederung von vertriebenen Minderheiten – so auch für
Roma und Aschkali.
UNMIK begrüßt die Entscheidung der Kommune, Grundstücke bereitzustellen, damit
Aschkali- und Roma-Familien aus den „Elendscamps“ in Plemetin nach Lipjan
zurückkehren können. Wenn Romas und Aschkalis rückkehren wollen prüft die
Kommune vorab etwaig bestehende Eigentumsverhältnisse und hilft NGO’s bei den
Feststellungen, ob Eigentumsansprüche gegeben sind. Oftmals liegen bei Flüchtlingen
und Vertriebenen keine Dokumente für den Eigentumsnachweis vor. Die Kommune
kann dann zur Bestätigung ein „Ersatzdokument“ fertigen, das bestätigt, das die
betreffende Person am angegebenen Ort gelebt hat. In diesen Fällen werden dann auch
„Zeugnisse“ von Nachbarn bei der Entscheidung über Eigentumsansprüche verwertet.
Ergänzungen des Bürgermeisters zur Situation von Roma und Aschkali
Sicherheit und ungehinderte Bewegung sind heute gewährleistet. Die Gemeinde ist in
der Lage, allen Rückkehrern bei der Sicherung und Inanspruchnahme ihrer humanitären
Grundrechte zu helfen. Das Hauptproblem ist: die Kommune hat keine Möglichkeit,
Arbeit zu beschaffen und auch das System sozialer Unterstützung ist im Kosovo
verbesserungsbedürftig. Zwar gibt es inzwischen Sozialhilfe-Kriterien, die festlegen,
welche Personengruppen Anspruch auf Unterstützung haben. Dennoch habe das
derzeitige System noch Lücken und Defizite bei der Festlegung der
Anspruchsberechtigungen, sodass ganze Familien von Sozialhilfe-Leistungen
ausgeschlossen sind. (Anm.: der Basiskatalog für Unterstützungsberechtigte ist in der
Anlage zu dieser Protokollmitschrift beigefügt.)
Den Hauptunterschied zur Situation der Roma und Aschkali heute und von vor 1999
sieht die Bürgermeister wie folgt:
Im „alten System“ hatten Roma und Aschkali Möglichkeiten zu arbeiten und damit die
wirtschaftliche Existenz für ihre Familien selbst zu sichern, gleichwohl der allgemeine
Lebensstandard für diese Bevölkerungsgruppen auch damals sehr gering und die
Lebensverhältnisse im Alltag sehr schlecht waren. Agrareigentum war kaum vorhanden
und die Eigentumsverhältnisse bei Grund und Häusern häufig unklar. Roma-Familien
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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hätten vor dem Krieg oftmals keine Häuser oder eigene Wohnungen besessen. Im Dorf
Gradina (!) lebten heute noch viele Roma in Einfachstbehausungen unter
menschenunwürdigen Bedingungen. Für diese Familien sei die Gemeinde jetzt um die
Verbesserung der Wohnverhältnisse bemüht.
Bei allen wünschenswerten Maßnahmen gelte die Einschränkung:
die Stadt Lipjan sei nur bedingt in der Lage, materiellen und sozialen Aufbau aus
eigener Kraft zu leisten. Die Stadt kann helfen bei der Rückkehrberatung, bei der
Klärung von Eigentums- und Besitzfragen, bei der sozialen Grundsicherung gemäß den
bestehenden Regelungen und Systemen oder bei der Bereitstellung von
modernisierungsfähigem Wohnraum und von bebaubaren Grundstücken. In diesen
Hilfen sieht die Stadt eine schrittweise Verbesserung der Rückkehrvoraussetzungen für
Flüchtlinge.
Die Rückkehr von Flüchtlingen stößt aus kommunaler Sicht nicht auf kulturelle und
ethnische Hemmnisse, sondern ist in erster Linie eine soziale und ökonomische Größe,
die gegebene Defizite verstärkt und zu einer „Kommunalisierung“ von
Strukturproblemen im Kosovo führt, ohne das wirksame Lösungsmöglichkeiten zur
Bewältigung dieser Probleme in Sicht sind. Von daher sei es ebenso vordringlich, die
Handlungs- und Leistungsfähigkeit der Kommunen mittelfristig zu stärken.
Angesprochen auf mögliche Zwangsabschiebungen von Flüchtlingen aus
Deutschland/Europa in den Kosovo warnt der Bürgermeister vor einer unkontrollierten
und ungeregelten Massenrückkehr von Flüchtlingen, weil diese alle Gemeinden
zusätzlich überfordern werde. Stattdessen plädiert er für einen allmählichen Prozess der
freiwilligen und mit den Kommunen abgestimmten Rückkehr von Flüchtlingen im
Rahmen der zur Zeit begrenzten Ressourcen und mit Rücksichtnahme auf die
eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Vor-Ort-Systeme.
Die Rückkehr von Flüchtlingen aus Deutschland sollte daher
a) freiwillig, mit Steuerung in die Herkunftsregionen und in verkraftbaren Zahlen
erfolgen und
b) einen Beitrag leisten, um das Klima für friedliches und zukunftsschaffendes
Zusammenleben in multi-ethnischen Bevölkerungsgemeinschaften zu verbessern
und nachhaltig zu sichern.
Der Bürgermeister verweist hierzu auf ein von GOAL durchgeführtes Projekt als Form
einer „best-practice-Hilfe“: in diesem Fall wurde in einem Dorf eine
Gemeinschaftsinitiative der Bewohner zur Modernisierung und Wohnbarmachung von
teilzerstörten Häusern durchgeführt, die dem gesamten Ort genutzt habe.
Zivilgesellschaftliche Strukturen und friedliches Zusammenleben können entscheidend
verstärkt werden, wenn ein gemeinschaftlicher Nutzen gegeben ist und das
„Gemeinschaftsverständnis“ akti v und mit erkennbaren Verbesserungen für alle
gefördert wird. Entsprechende Maßnahmen sind in vielen Bereichen sinnvoll – sei es
beim Häuserbau, bei technischen Maßnahmen für Versorgung und Infrastruktur, bei
Stromanschlüssen, Wasserversorgung und beim Wegebau.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Der Bürgermeister befürwortet und unterstützt den ihm vorgestellten AWO-
Projektansatz, ein „Übergangshaus“ für freiwillig rückkehrende Flüchtlinge aus
Deutschland aufzubauen. Dies Haus kann nach den Vorschlägen der AWO die aktuelle
Funktion einer Basisstation für die erste Phase des Aufenthalts einnehmen. Das
Akutproblem fehlender bzw. noch mangelhafter Wohnunterkünfte für Rückkehrer sowie
eine materielle Grundversorgung könnte für eine Übergangsphase sichergestellt
werden. Externe und dauerhafte Wohnlösungen können vorbereitet und unter Mithilfe
der Rückkehrer gemeinschaftlich realisiert werden. Eine weitere Aktionslinie in diesem
Konzept sind AWO-begleitete Unterstützungen für den Neuaufbau wirtschaftlicher
Erwerbs- und Arbeitsmöglichkeiten. Mittel- und langfristig bestünde die Möglichkeit,
dieses „Übergangshaus“ als Altersheim – offen für alle Ethnien – umzunutzen und
dieses an die Stadt Lipjan zu übergeben.
Der Bürgermeister bestätigt, dass Lipjan derzeit über kein Altersheim verfügt.
Perspektivisch wird aus Sicht der Kommune eine solche Einrichtung benötigt, da von
einem Anstieg der alleinstehenden, sozial und familiär nicht eingebundenen und
unversorgten Alten in der Bevölkerung ausgegangen wird. Insoweit kann mit diesem
Projekt Gegenwartshilfe und Zukunftsvorsorge im humanitären Sektor problemadäquat
kombiniert werden.
(Lipjan, 08.06.2005)
Anlage
Übersicht zum Sozial(hilfe)system im Kosovo
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Anlage Überblicks-Information zum Sozial(hilfe)system im Kosovo
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Mittwoch, 08.06.2005 Janjevo
13:30 - 15:30 Uhr Gemeindehaus
Teilnehmer/innen: Fritz Schatschneider / Gisbert Brenneke / Stipe
Miljkovic / Armin Zeric (AWO-Bremerhaven/
Heimatgarten) / Fatmir Rexhaj (AWO-Prizren)
Wolfgang Witt (AWO-International)
Susanne Jostameling / Fadil Mehmeti / Iijemija Berisa
(Stadt Münster / Roma-Vertreter aus Münster)
Gesprächspartner/innen: Herr Halim Bikliqi (Bürgermeister)
Herr Ismail Gradina (Roma-Vertreter)
Frau Oliga Gucic (Vertreterin kroatische Bevölkerung)
Siehe auch Gebietskarte und OSCE-Profilbericht zu Lipjan im Dokumentationsteil des
Berichts
Zur Einordnung
Die Gemeinde Janjevo ist Teil der Stand Lipjan. Der Vor-Ort-Besuch in Janjevo hatte
zwei Bezugspunkte:
Zum Einen war mitgeteilt worden, dass eine größere Gruppe der etwa 1.300, in
Münster lebenden Roma vor 1999 in dieser Gemeinde beheimatet war. 1 Entsprechend
war der Wunsch geäußert worden, diesen Ort aufzusuchen, um die Alltagsverhältnisse
und Rückkehrmöglichkeiten aktuell besser einschätzen zu können.
Zum Anderen ist Janjevo einer der wenigen Orte im Kosovo, in dem ethnisch
begründete Verfeindungen und dementsprechend Gewalttätigkeiten gegenüber den
jeweiligen Minderheiten während und nach dem Kosovo-Krieg nicht stattgefunden
haben. Insoweit galt und gilt Janjevo als ein international beachtetes Beispiel für
friedliches Zusammenleben in einer multi-ethnischen Gemeinschaft.
Die während des Konsovo-Konflikts entstandenen Status-Berichte von UNHCR und
OSZE zur Situation von Minderheiten heben Janjevo stets als positives Beispiel für das
Miteinander der Ortsbevölkerung heraus (vgl. auch die Auszüge zu Janjevo in der
Anlage). Auch der in 2004 (im Umfeld der Märzunruhen) entstandene kritische Bericht
der Gesellschaft für bedrohte Völker zur Lage der Roma und Aschkali im Kosovo hebt
das Zusammenleben in Janjevo als untypisch konflikt- und gewaltfrei hervor. In dem
Bericht wird ausgeführt: „Es gibt zwar noch immer wenige Enklaven wie
Rahovec/Orahovac, Bostane, Kamenica, oder Janjevo, wo Albaner, Serben, Kroaten,
1 Der an dem Gespräch teilnehmende Roma -Vertreter, Herr Ismail Gradina, ist ein Bruder der in
Münster lebenden Frau Gradina, die nach ursprünglicher Planung an der Delegationsreise teilnehmen
sollte.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Roma und Aschkali friedfertig und in guter nachbarschaftlicher Beziehung
zusammenleben, doch in großen Teilen des Kosovo beherrscht der Kampf ums
Überleben den Alltag der Minderheiten.“ 2
Alle Vorinformationen weisen darauf hin, dass friedliche Formen des Zusammenlebens
in Janjevo bewahrt und bis heute aufrecht erhalten wurden. Damit scheinen ganz
grundsätzliche Maßgaben für die freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen in Janjevo
offenbar gegeben: individuelle Sicherheit, persönliche Bewegungsfreiheit im örtlichen
Nahraum und damit der ungehinderte Zugang und die Teilhabe an den sozialen,
gesellschaftlichen und öffentlichen Systemen.
Insoweit war es das Anliegen der AWO-Delegation, authentische Informationen und
Einblicke in die örtlichen Strukturen und Alltagsverhältnisse zu erhalten und konkrete
Einschätzungen zu den Ansatzpunkten und Gestaltungsperspektiven für Maßnahmen
der freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen zu bekommen.
Allgemeine Informationen und Einschätzungen
Der Bürgermeister bekräftigt, das Janjevo ein multi-etnischer Ost ist, wo sich das
Zusammenleben der Bevölkerungsteile in einer Balance befindet. Der Ort ist stolz
darauf, das dieser Zusammenhalt auch während des Kosovo-Kriegs bestanden hat. Die
personelle Zusammensetzung der Gesprächspartner soll diese „Botschaft“
unterstreichen. Alle Ethnien sind in die politischen Gemeindestrukturen eingebunden
und arbeiten dort zusammen. Janjevo ist für den Bürgermeister ein Beispiel für
Koexistenz und Zusammenarbeit in Gesamt-Kosovo.
Die Krieg hat das Zusammenleben im Ort nicht verändert. Dennoch hatte er
Auswirkungen auf die Entwicklung der Gemeinde.
1. Bei der letzten Volkszählung von 1990 hatte Janjevo rd. 7.000 Einwohner; heute sind
es noch ca. 3.200 Bewohner/innen. Im Ort leben Kroaten, Albaner, Türken, Roma und
Bosniaken. Die Zahl der Roma ist von rund 500 vor dem Krieg auf heute rd. 220
zurückgegangen.
2..Janjevo war vor 1999 zu 70 Prozent von Kroaten bewohnt. Diese Einwohnerstruktur
hat sich nachgehend verändert. Viele kroatische Familien sind schon vor 1999 wegen
der Konflikte mit Serben nach Kroatien verzogen. Dadurch ist der kroatische
Bevölkerungsteil auf zur Zeit rd. 300 Personen gesunken.
3. Für das Zusammenleben in Janjevo bestehen keine Probleme und Konflikte. Das die
Gesamtbevölkerung betreffende Hauptproblem ist die desolate wirtschaftliche Lage als
Folge des ökonomischen Zerfalls im Kosovo – bezogen auf Janjevo nochmals verstärkt
durch die regionale Randlage im Landkreis Lipjan mit nur einer einzigen
Verbindungsstraße nach Lipjan, die durch zwei vorgelagerte serbische Dörfer führt.
4. Janjevo ist seit 1999 mehrfach von internationalen Organisationen besucht worden,
die „sehr viel versprochen, aber nichts gehalten haben“. Immerhin konnte ein Teil des
2 Paul Polansky, Kosovo: Rome und Aschkali ohne Zukunft?, Ergebnis einer Recherche vom 1.
Januar bis 31. Oktober 2004, S. 9
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
47
örtlichen Straßen- und Wegenetzes mit amerikanischer Hilfe (USAID) neu angelegt
werden. Einige Straßenteile befinden sich allerdings immer noch in einem unbefestigten,
schlechten Zustand, weil die finanziellen Mittel für die Komplett-Erneuerung nicht
ausgereicht haben. Weder von Seiten der Stadt Lipjan/des Landkreises noch aus
Pristina wurde Unterstützung für Janjevo geleistet.
5. Das traditionell ansässige Gewerbe mit handwerklichen Produktionen ist nach 1999
komplett zusammengebrochen. Gleiches gilt für industrielle Produktion. Zentraler
Arbeitgeber war eine Metallfabrik (Maschinenbauteile) mit zuletzt 800 Beschäftigten, die
heute geschlossen hat. Eine Halle des Komplexes ist derzeit an eine private Firma aus
Pristina vermietet, die dort im Auftrag der KFOR eingesammelte Waffen und
Kriegsmaterial einschmilzt und zivile Produkte wie u.a. Gullydeckel fertigt.
Restbeschäftigung der Fabrik heute: 40 Personen. Daneben ist eine modernisierte
Korn- und Getreidemühle wieder in Betrieb.
Mit der de-facto-Stilllegung der Metallfabrik ist dem Ort die wichtigste wirtschaftliche
Existenzgrundlage verloren gegangen. Serben, Albaner, Kroaten und Türken, die dort
beschäftigt waren, sind heute arbeitslos. Landwirtschaft ist nur begrenzt möglich und
sichert in erster Linie den Eigenbedarf in der Bevölkerung.
6. Nach 1999 wurde Janjevo infrastrukturell, regionalpolitisch und ökonomisch
vernachlässigt. Es sind keine Entwicklungsmöglichkeiten erkennbar, die für einen
wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung sorgen könnten.
Dementsprechend steht die Gemeinde heute vor folgenden Hauptproblemen:
Dem Ort und seinen Bewohnern/innen fehlen die ökonomischen Existenzgrundlagen
und Entwicklungsmöglichkeiten. Es kommen auch keine Impulse aus Stadt und
Landkreis Lipjan für eine Wiederbelebung bzw. für den Neuaufbau der fehlenden
wirtschaftlichen Strukturen.
Der Bürgermeister sieht hierin auch das entscheidende Hindernis für die Rückkehr von
Flüchtlingen in ihren Heimatort. Damit verbunden die Warnung vor einer ungesteuerten
und unvorbereiteten Flüchtlingsrückkehr nach Janjevo. So habe er jetzt in der Zeitung
gelesen, dass 50.000 Flüchtlinge in den Kosovo zurückgebracht werden sollen. Er sei
über diese Meldung schockiert gewesen. Denn: wenn 50.000 Arbeitsplätze vorhanden
wären, sei die Rückkehr in dieser großen Zahl kein Problem. Da dem aber nicht so ist,
kann die Ökonomie im Kosovo eine solche Massenrückkehr nicht verkraften. Gerade die
Europäer müssten wissen, dass wirtschaftliche Krisen, ökonomische Ängste und
materielle Armut Auslöser für soziale Ausgrenzung und Diskriminierung von
Minderheiten sind und zur Destabilisierung beitragen können.
Öffentliche Infrastruktur
Wirtschaftliche Stabilisierung ist dann möglich, wenn zuvor die infrastrukturellen
Probleme gelöst werden. Ein zentrales Problem in Janjevo ist die Versorgung mit
Trinkwasser. Für den Bürgermeister ein folgenschweres Beispiel, wie die vitalen
Interessen von Stadt und Landkreis Lipjan vernachlässigt werden. So hat die Schweizer
Regierung bereits vor 5 Jahren rd. 400.000 SFR in den Aufbau eines
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Wasserleitungsnetzes in Janjevo investiert. Gleichzeitig wurde ein neuer Brunnen
gebohrt, aus dem Janjevo versorgt werden sollte. Aber bis heute fließt kein Trinkwasser
durch das neue Netz. Das für Janjevo bestimmte Trinkwasser wurde in ein
Neubaugebiet bei Pristina umgeleitet – und Janjevo blieb ohne Anschluss. Die
Gemeinde wurde weder informiert noch war sie in die Entscheidung einbezogen. Seit 5
Jahren verspricht die Stadt Lipjan diesen Zustand zu ändern und die netzgeleitete
Trinkwasserversorgung in Janjevo sicherzustellen; dies ist es jetzt erfolgt. Dennoch:
viele Privathaushalte müssen sich aus dezentralen Wasserstellen immer noch selbst
versorgen. Nur die Schule (mit 500 Schülerinnen und Schülern) wird über einen
eigenen, netzunabhängigen Brunnen versorgt. Ebenso verfügt die Metallfabrik über drei
eigene Brunnen, die allerdings keine Trinkwasserqualität besitzen.
Wohnungs- und Eigentumsverhältnisse
In Janjevo gibt es geklärte und gesicherte Eigentumsverhältnisse für alle Ethnien. Wer
vor 1999 Besitz hatte, hat Anspruch auf dieses Eigentum. Illegale Siedlungen und
eigentumsrechtlich ungeklärte Bauten auf öffentlichen/privaten Grundstücken („De-
Facto-Eigentum“) sind nicht gegeben. Janjevo verfügt über erhebliche Leerstände durch
ungenutzte Häuser, die immer noch überwiegend kroatische Besitzer haben, die
Janjevo seit den 1990er Jahren verlassen haben. Die früheren Besitzer schauen
vereinzelt noch mal vorbei – allerdings wird keiner von ihnen nach Janjevo dauerhaft
zurückkehren. Während aus anderen Städten und Gemeinden bekannt ist, dass Albaner
den Grundbesitz von vertriebenen Minderheiten illegal besetzt haben, haben solche
Aneignungen in Janjevo nicht stattgefunden.
Schulsituation
Alle Ethnien des Dorfes besuchen gemeinsam eine Schule. Unterrichtet wird in den
jeweiligen Sprachen, d.h. Albaner sind in einer albanisch sprechenden Klasse – Roma
und Kroaten in serbokroatisch sprechenden Klassen. Alle Ethnien sind im Lehrkörper
der Schule vertreten. Der Schulbesuch der Kinder erfolgt ohne Störungen und
regelmäßig.
Zusatzinformationen zur Situation der Roma in Janjevo 3
Vor dem Krieg lebten etwa 500 Roma in Janjevo, die sich dort seit dem 17. Jahrhundert
angesiedelt haben. Die Roma waren im Ort integriert, verfügten über gesicherte Arbeits-
und Einkommensmöglichkeiten und haben insoweit ein normales Leben in der
Gemeinschaft geführt. Die Roma in Jajevo haben häufig in haus- und
landwirtschaftlichen Diensten für ortsansässige Kroaten gearbeitet, ein Teil war in der
örtlichen Metallfabrik und einer nahegelegenen Grube (Bergwerk) für Zinkabbau
3 Eingebracht von Herrn Ismail Gradina, Roma -Sprecher für Janjevo und den Landkreis Lipjan; Herr
Gradina war vor dem Krieg vier Jahre Bürgermeister von Lipjan und in den 1970 -er Jahren für 13
Jahre in Fankreich und Belgien; vgl. auch schriftliche Stellungnahme in der Anlage.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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beschäftigt. Die Mehrheit der Roma waren als Kleinproduzenten, Händler und
Marktreisende in den umliegenden Städten und Regionen tätig. Obwohl Roma und
andere Bevölkerungsgruppen in Janjevo immer menschlich miteinander umgegangen
sind, sind viele Roma infolge des Kosovo-Krieges nach Frankreich, Italien und
Deutschland gegangen. Ein Grund hierfür war die Angst vor Gewalt und
lebensbedrohenden Übergriffen – nicht durch die Ortsbewohner – aber durch die
befürchteten Übergriffe von außerhalb, insbesondere von Seiten der albanischen UCK.
Bis auf zwei Granateneinschläge im Roma-Wohngebiet ist der Ort allerdings nach
Einrücken der UCK ohne Gewalttätigkeiten gegenüber der nichtalbanischen
Bevölkerung geblieben.
Von den derzeit noch in Janjevo lebenden 220 Roma hat nur eine Frau eine sichere
Beschäftigung – als Lehrerin an der örtlichen Schule. Für alle anderen – und hier
insbesondere auch für die Jüngeren – fehlt jegliche Arbeit. Von 1999 bis 2002 hat
Janjevo von internationalen Hilfsgütern gelebt. Seit 2002 sind diese Hilfen eingestellt.
Ergebnis ist größer werdende Armut und wachsendes Elend im Alltag.
Die Roma in Janjevo befinden sich aus Sicht des Roma-Sprechers in einem zweifachen
Dilemma:
o Zum Einen besteht die Angst, den schützenden Raum von Janjevo zu verlassen
und eine Beschäftigung außerhalb zu suchen und anzunehmen. Vor allem die
traditionell ausgeübte Markt- und Händlertätigkeit setzt die sichere und
unbehinderte Freizügigkeit bei Reisen und Aufenthalten im Kosovo voraus.
o Zum Anderen besteht im Kosovo eine arbeitsmarktliche Diskriminierung. So werde
zwar vermehrt privatisiert und es entstünden auch neue Arbeitsmöglichkeiten. Die
Roma seien von diesen Entwicklungen allerdings insoweit ausgeschlossen, als
viele Albaner keinen Roma einstellen würden.
Als Folge der „geschützten Insellage“ und der zusammengebrochenen wirtschaftlichen
Erwerbsmöglichkeiten in Janjevo habe sich das Alltagsleben der Roma nicht verbessert.
Im Gegenteil: gegebene Missstände haben sich weiter verschärft. Dies betrifft vor allem
die Wohnsituation von Roma - verfallene Häuser, nur fußläufig erreichbare
Wohngegend in bergiger Lage, mit schlechten, engen Zuwegungen und fehlender
Wasser- und Abwasserversorgung.
Sicherheit und Bewegungsfreiheit
Janjevo liegt räumlich gesehen in einer regionalen Randlage am Ende der Landstraße
von Lipjan. Um Janjevo zu erreichen, müssen zwei serbische Dörfer durchquert werden.
Während des Kosovo-Krieges wurden von seiten der Serben Straßenbarrikaden
errichtet, die Janjevo von der Außenwelt abgeschnitten haben. Das Verhältnis zu den
Serben wird als gut eingeschätzt. Beide Dörfer können von der Janjevo-Bevölkerung
tags wie nachts ungehindert durchquert bzw. aufgesucht werden. Roma und Kroaten
erhalten in diesen räumlich vorgelagerten serbischen Orten ärztliche Hilfe. Die dortigen
Ambulanzen verlangen allerdings die Bezahlung von Medikamenten, während die
Kosten der medizinischen Versorgung der Serben komplett von Belgrad bezahlt wird.
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Der Aufenthalt in Lipjan hat sich für Angehörige der regionalen Minderheiten – so auch
für Roma – in den letzten 6 Monaten verbessert. Nach den gewalttätigen Übergriffen im
März 2004 – die sich auch in Lipjan in erster Linie gegen dort lebende Serben gerichtet
haben – können sich diese heute wieder ungehindert in der Stadt bewegen. „Die
Kosovaren scheinen zu begreifen, dass man zusammenleben muss“ – so das vorsichtig
optimistische Fazit des Roma-Präsidenten Herrn Gradina.
(Janjevo, 08.06.2005)
Anlagen zu Janjevo
1. Schriftliche Stellungnahme des Roma-Präsidenten (Herr Gradina) für Janjevo und
den Landkreis Lipjan – übergeben anlässlich des Gesprächs am 08.06.2005
(Original und Übersetzung)
2. Situationsskizze „Janjevo“ aus dem Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker“
von November 2004
3. Situationsbericht der KFOR-Erkundungsfahrt für die AWO nach Janjevo vom 14.
Dezember 2004
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Anlage 1 Schriftliche Stellungnahme des Roma-Präsidenten, Herrn Gradina)
Original
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
52
Anlage 1 Schriftliche Stellungnahme des Roma-Präsidenten, Herrn Gradina)
Original
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
53
Anlage 1 Schriftliche Stellungnahme des Roma-Präsidenten, Herrn Gradina)
Deutsche Übersetzung
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
54
Anlage 1 Schriftliche Stellungnahme des Roma-Präsidenten, Herrn Gradina)
Deutsche Übersetzung
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55
Anlage 2 Situationsskizze „Janjevo“ aus dem Bericht der „Gesellschaft für
bedrohte Völker“ von November 2004
Lage der Roma und Kroaten in Janjevo
(Bericht 16.-31.08.2004)
In Janjevo leben noch Albaner, Kroaten und Roma. Albaner in dem Ort
distanzieren sich von den Verbrechen ihrer Mitmenschen während der
Ausschreitungen am 17. und 18. März 2004. Während der
Ausschreitungen wurde in Janjevo nur eine Fensterscheibe in einem
Roma-Haus eingeschlagen. Es wird davon ausgegangen, dass es
jemand absichtlich getan hat, um den Albanern außerhalb des Ortes zu
signalisieren, dass sich die Albaner in Janjevo auch an den Übergriffen
auf die Minderheitenangehörigen beteiligt und somit ihren „Beitrag“
geleistet haben. Wäre nichts passiert, hätten die
Minderheitenangehörigen Probleme bekommen, darüber sind sich die
albanischen Nachbarn einig. Sollte es zu Übergriffen kommen, wollen
die interviewten Albaner in Janjevo ihre Roma und Kroaten in Schutz
nehmen. Die verbliebenen Kroaten in Janjevo sind jedoch entschlossen,
Janjevo zu verlassen, sobald der Kosovo unabhängig wird. Dass
Kroaten in Janjevo kein Albanisch sprechen, könnte dort das
Haupthindernis für ein weiteres Zusammenleben sein.
(gvbv-Bericht, Paul Polansky, KOSOVO: Roma und Aschkali ohne Zukunft, S. 34)
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Anlage 3 Situationsbericht der KFOR-Erkundungsfahrt für die AWO nach Janjevo
vom 14. Dezember 2004
Abschrift
EINSATZBERICHT
Erkundungs- und Verbindungstrupp 1
Meldender: Name: Beckenbauer
Dgrad: Oberstleutnant
Datum: 14.12.2004
Einsatzort: Ortsname (serbisch / albanisch): JANJEVO / JANJEVE
Koordinate: DM EN 204 135 Sektor:
Auftrag: Erkundungsauftrag JANJEVO für AWO-Unterstützung
durch Chef CIMIC Coy vom 09.12.2004
Gesprächspartner: OTL Beckenbauer Erk./VerbTrp 1
Dorfältester (alb) Halim Bikligi
Sachverhalt
1. Bei der Anfahrt von LIPLIJAN nach JANJEVO sind mir folgende beschreibenswerte
Punkte aufgefallen: Vor der Ortschaft LIPLIJAN sind drei Ortschaften gelegen,
die in der Masse bzw. ganz serbisch bewohnt sind. Die Ortschaften sind bis auf
die Flussläufe sehr sauber, in den Gärten sind viele Obstbäume zu finden, fast
überall werden um die 8 bis 15 Hühner gehalten, es finden sich vereinzelt
Bienenstöcke und Schweinepferche mit 1 bis 2 Jungtieren. Kleine Feldparzellen
zwischen und hinter den Häusern ergänzen das Bild. Eine auf den ersten Blick
solide Schule und eine kleine orthodoxe Kirche sind im ersten Dorf zu finden.
Insgesamt ein „idyllisch“ dörflicher Eindruck. Auf dem gesamten Weg bis nach
JANJEVO befinden sich Geschwindigkeitshemmer im Abstand von etwa 500 m
auf der Straße. Schulkinder winkten uns zu. Beim „Anhalten und Wegeerfragen“
wurde uns bereitwillig, freundlich und detailliert Auskunft gegeben.
Bei der Ortsdurchfahrt von JANJEVO setzte sich dieses Bild im wesentlichen fort,
allerdings ohne die entsprechende Kleintierhaltung.
2. In JANJEVO wurden wir auf Fragen nach dem Bürgermeister, auf den Dorfältesten,
Herrn Halim Bikligi, verwiesen. Sein Sohn, der einen kleinen Imbiss im Dorf
führt, fuhr uns voraus zum Hause seines Vaters. Die Begrüßung verlief herzlich,
wir wurden ins Haus gebeten, Gastfreundschaft in vollem Umfang gewährt.
3. Folgende wesentlichen Informationen wurden uns bereitwillig gegeben:
Im Dorf leben Albaner, Bosniaken, Roma, Serben und Kroaten friedlich zusammen.
Mit besonderem Stolz berichtete uns Herr Bikligi, dass auch während des Krieges
diese örtliche Gemeinschaft zusammengehalten hat. Noch in den 90er Jahren waren
über 70% der Bevölkerung kroatisch. Doch während des Bosnienkrieges wurden
durch die serbischen Dörfer im Vorfeld die Kroaten mehr und mehr bedroht. Sehr
viele von ihnen verließen JANJEVO. Heute leben noch etwa 300 Kroaten im Dorf.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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Insgesamt sind von ca. 7.000 Einwohnern in den 90er Jahren noch 3.200 im Dorf
verblieben. Das Dorf war geprägt durch rege handwerkliche Tätigkeit. Viele
Goldschmiedehandwerker waren angesiedelt. Die Betriebe hatten meist zwei bis drei
Mitarbeiter. Zudem hatte das Dorf zwei mittelständische Betriebe. Eine private
Getreidemühle, die auch heute noch produziert, allerdings nur noch für den
dörflichen Bereich. In LIPLIJAN sind mittlerweile drei weitere Mühlen vorhanden. Des
weiteren gibt es eine Fabrik, die vor allem in der Spritzgusstechnik und der
Metallschmelze über 800 Mitarbeiter beschäftigte. Heute sind es noch 40 Angestellte
und Mitarbeiter. In dieser Fabrik wurden auch Kopfteile für Automotoren gefertigt.
Nach dem Krieg wurden in der Metallschmelze, beauftragt durch KFOR, Waffen
eingeschmolzen und daraus Kanaldeckel / Gullydeckel gefertigt. Zwei deutsche
Firmen und eine italienische Firma haben sich ohne Ergebnis diese Fabrik
angesehen. Der Privatisierung steht vor allem, so Herr Blidigi, die KTA im Wege.
Zwei kroatische Geschäftsleute haben einen Plastik und PVC verarbeitenden Betrieb
errichtet und beschäftigen aus dieser Region etwa 50 Mitarbeiter. Die Arbeitslosigkeit
im Dorf liegt dennoch um die 80 %. Roma sind hier ebenso wie alle anderen Ethnien
zuhause! Die Schule wird gemeinsam von Albanern, Roma und Kroaten betrieben.
4. Schwierigkeiten bestanden und bestehen vor allem bei der Stromversorgung. Die
Wasserversorgung hat sich verbessert. Zunächst wurde das Dorf von der
Wasserversorgung aus LIPIJAN „ausgegrenzt“. Jetzt wird über Pumpen das Dorf von
LIPIJAN aus wieder mit Wasser versorgt. 600.000 Franken wurden für die Bohrung
eines weiteren Brunnens und die Zuleitung ausgegeben. Das Projekt verzögerte
sich, weil die Serben sich gegen die Installation von Wasserzählern sperrten. Jetzt
sind überall Zähler installiert und die Versorgung klappt reibungslos.
5. Der Lebenstandrad, so Herr Bildigi, ist im kosovoweiten Vergleich aus seiner Sicht
als mittelmäßig zu bewerten. Vor allem die mehrfache Blockade der Straße durch die
drei serbischen Dörfer erschwerte die Neuansiedlung von Handwerk und Industrie.
KFOR hat hier sehr erfolgreich eingegriffen. Dennoch ist die Industrieansiedlung jetzt
meist außerhalb von JANJEVO zu finden und die kleinen Handwerksbetriebe bleiben
aus. KFOR hat zwar einigen Kroaten kleinere Maschinen zur Verfügung gestellt, das
reiche aber bei weitem nicht aus.
6. Bewertung:
Die Aussage von Herrn Bikligi bezüglich des Zusammenhalts aller Ethnien in der
dörflichen Gemeinschaft möchte man dem ersten Eindruck zufolge als wahr
hinnehmen. Zunächst steht dieser Aussage aber nichts entgegen. Das Dorf macht
von der baulichen Substanz und der Pflege einen sehr guten Eindruck. Dies spiegelt
sich auch bei seinen Bewohnern hinsichtlich der Bekleidung und dem äußeren
Erscheinungsbild wieder.Die Zuordnung des Lebensstandards im mittleren Bereich
dürfte zutreffend sein. Tiefste Armut wurde im ersten Eindruck nicht vorgefunden. Für
genauere Aussagen ist ggf. ein weiterer Erkundungsauftrag anzusetzen.
Beckenbauer
Oberstleutnant
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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6.3. Ad – hoc – Erkundungen
6.3.1. Obilic und Plemetin
Dienstag, 07.06.2005
10.00 – 11.30 Uhr Zwischenaufenthalt in Obilic und Plemetin
(bei Pristina)
Teilnehmer/innen: Fritz Schatschneider / Gisbert Brenneke / Stipe
Miljkovic / Armin Zeric (AWO-Bremerhaven/
Heimatgarten) / Fatmir Rexhaj (AWO-Prizren)
Wolfgang Witt (AWO-International)
Susanne Jostameling / Fadil Mehmeti / Iijemija Berisa
(Stadt Münster / Roma-Vertreter aus Münster)
Zum Hintergrund
Der Ort Subotic (Gemeinde Obilic) bei Pristina wurde auf Wunsch des mitreisenden
Roma-Vertreters, Herrn Berisha, als Zwischenstopp auf der Fahrt zu den Gesprächen in
Pristina aufgesucht. Herr Berisha ist in Subotic geboren und in der dortigen Roma-
Siedlung aufgewachsen.
Die ehedem baulich und sozial intakte Roma-Siedlung und damit auch das Wohnhaus
der Familie Berisha wurde von Albanern bis auf die Grundmauern zerstört und die
komplette Roma-Bevölkerung (500 Familien) aus dem Ort vertrieben. Auslöser für
Zerstörung und Vertreibung soll die von den Albanern angenommene Zusammenarbeit
der Roma mit den ebenfalls aus Subotic vertriebenen Serben gewesen sein. Diese
„Kollaboration“ mit den Serben war im übrigen ein häufiger „Grund“ für gewalttätige
Exzesse und Übergriffe auf serbokroatisch sprechende Roma durch die albanisch
sprechende Mehrheit.
Einige der aus Subotic gewaltsam vertriebenen Roma-Familien leben heute immer noch
in mehreren Elendsquartieren (so genannten „Camps“) unter menschenunwürdigen
Wohnverhältnissen außerhalb von Subotic und in Plementin.
Herr Berisha traf im Roma-Camp von Subotic Verwandte und Freunde, die dort seit
Jahren leben. Auch im 6. Jahr des Kosovo-Konflikts ist es offenbar nicht gelungen, für
menschenwürdige Unterbringung und Versorgung mit den notwenigsten Bedarfsgütern
zu sorgen. Es gibt keinerlei Aktivitäten, um den Wiederaufbau der zerstörten Siedlung
und damit die Rückkehr der Vertriebenen in ihr altes Wohngebiet zu organisieren.
Die Gemeinde Subotic begreift sich als ein von Albanern bewohnter Ort und ist nicht
gewillt, andere Bewohner und Minderheiten rückkehren zu lassen. Diese Haltung trifft im
Übrigen für sehr viele Kosovo-Gemeinden zu, in denen die dort lebende
Bevölkerungsmehrheit keinerlei Interesse daran hat, stattgefundene Vertreibungen in
der Gegenwart rückgängig zu machen und die den Zuzug von anderen Ethnien durch
„Absprachen“ verhindern und ablehnen.
Informationsfahrt Kosovo 04. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
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6.3.2. Pec und Decane
Montag, 06.06.2005
9.00– 17.00 Uhr Erkundungsfahrt in die Region Pec
Teilnehmer/innen: Stipe Miljkovic (AWO-Bremerhaven/ Heimatgarten)
Susanne Jostameling (Stadt Münster)
Fadil Mehmeti (Nationenvertreter /Stadt Münster)
Zum Hintergrund
In Abänderung des vereinbarten Programms wurden am Montag zwei Gebietsregionen
aufgesucht. Seitens der Münsteraner Vertreter war der ausdrückliche Wunsch
geäußert worden, zusätzlich auch das Gebiet rund um Pec aufzusuchen, da eine
gewisse Anzahl der in Münster lebenden Roma von dort vertrieben worden sei.
Wegen der Kurzfristigkeit konnte dieser Besuch nicht entsprechend mit
Gesprächspartnern vorbereitet werden, sodass eine Selbsterkundung der dortigen
Verhältnisse erfolgt ist.
Erster Zielpunkt der Fahrt war das serbische Kloster in Decane, in dem Roma-
Flüchtlinge während der Bombardements durch die Nato und gegen Übergriffe und
Gewaltaktionen seitens der Albaner sicheren Schutz gefunden haben. Herr Mehmeti
gibt an, dass sich aus dem Gebiet Decane ca. 30 Personen (Roma und Sinti) zur Zeit in
NRW und in anderen Bundesländern aufhalten.
Es folgte der Besuchsaufenthalt in einer von Roma, Aschkali und Ägyptern bewohnten
Siedlung in Pec. Dort leben zur Zeit ca. 800 Familien in festen Häusern. Für den
laufenden Lebensunterhalt bekommen sie etwa 40,00 € Unterstützung („Sozialhilfe“) je
Monat. Dieser Betrag ist das einzige Einkommen für die vielköpfigen Familien. Manche
Familien zählen 10 und mehr Personen. Die Leute leben arm und es herrscht ein
unglaubliches Elend.
Der nächste Aufenthalt war Ljesawe, ein Roma-Dorf ca. 16 km in östlicher Richtung.
Dort wurden alle Häuser von Roma, Aschkali und Ägyptern komplett bis auf die
Grundmauern zerstört. Wiederaufbaumaßnahmen finden nicht statt. In den
verbliebenen, wohnbaren Häusern leben heute Albaner. Aus diesem Ort leben derzeit
noch 16 Familien in Münster. Die gesamte Orts- und Infrastruktur ist nicht mehr
vorhanden: es fehlen Häuser, Straßen, Strom und Wasser. Undenkbar, dass diese
Familien auf absehbare Zeit dorthin zurückkehren könnten.
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
6.4. Dokumentation
6.4.1. Bilddokumentation
Kamenica
06.06.2005
Gespräch im Rathaus mit
Herrn Shaip Surdulli
(Bürger-meister) und
Frau Teuta Selimi (Büro
für Rückkehrer
Herr Berisa (Mitte) und
zwei Mitarbeiter aus dem
Roma -Büro in Kamenica
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Wohnsiedlung für
Roma in Kamenica
06.06.2005
Wohnen auf engem Raum
Enge innen liegende Gassen
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Krasse Unterschiede
– in unmittelbarer Nachbarschaft
Wohnsiedlung für
Roma in Kamenica
06.06.2005
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Aus Deutsch land abgeschoben: von Düsseldorf nach Kamenica
06.06.2005
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Gegensätze in der Nachbarschaft
Roma-Haus im
Dorf Berivojce
(bei Kamenica)
06.06.2005
Neues Wohnhaus –
Roma-Wohngebiet
In Kamenica
06.06.2005
Innenhof
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Subotic (Obilic)
07.06.2005
Zerstörte Roma -Siedlung
im Ortskern. Hier
wohnten mal 200
Familien
Plemetin
07.06.2005
Barackenlager für
vertriebene Roma und
Aschkali
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Lipjan
08.06.2005
Im Gespräch mit dem
Bürgermeister – Herm
Xhevat Olluri (Bildmitte)
Plemetin
07.06.2005
Begegnungen
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Janjevo
08.06.2005
Die Gastgeber:
Herr Halim Bikliqi
(Bürgermeister, 3. v. links)
Herr Ismail Gradina (Roma-
Präsident, 2. v. links)
Frau Oliga Gucic (Vertreterin
der kroatischen Minderheit,
4.v. links)
„Youth Center“ in Janjevo
Head of (AWO-)Mission
Fritz Schatschneider (rechts)
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Janjevo
08.06.2005
Blick über den Ort
Alte Wege ...
und neue Straßen – gebaut
mit amerikanischer Hilfe
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Janjevo
08.06.2005
Modernisierte Korn - und
Getreidemühle
Stillgelegte Metallfabrik –
einst der größte Arbeitgeber
im Ort
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2004 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Pec
06.06.2005
Zerstörte Roma -Siedlung
Gespräche mit Alten
und Jungen
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
6.4.2. Einordnung: Roma, Aschkali, Ägypter im Kosovo
Allgemeines
Die Roma1 des Kosovo umfassen sehr unterschiedliche sprachliche und religiöse
Gruppen. Während die Roma sonst in Europa überwiegend nomadisch leben, sind sie
im Kosovo meist sesshaft. Verglichen mit den übrigen Balkanländern hatten die Roma
des Kosovo den besten Lebensstandard, wohnten vorwiegend in festen Siedlungen und
waren relativ gut in die Gemeinschaft integriert.
Im wesentlichen lassen sich vier Gruppen unterscheiden:
„Ethnische Roma "
Sie identifizieren sich selbst als Roma und gebrauchen Romani (Romanes) als
Muttersprache; sie sprechen aber auch albanisch und/oder serbisch, zum Teil türkisch.
Je nach Siedlungsgebiet sind sie muslimischen, zu einem kleineren Teil katholischen
oder orthodoxen Glaubens. Die kulturellen Traditionen werden gepflegt.
Ashkali
Etwa die Hälfte der Roma rechnet sich dieser Gruppe zu. Sie identifizieren sich selbst
als Albaner, sprechen nur die albanische Sprache, tragen albanische Namen und sind
Muslime. Ihre Kinder gingen auf albanische Schulen und bei Volkszählungen haben sie
sich regelmäßig als „Albaner" bezeichnet. Von diesen werden sie aber als „Albaner
zweiter Klasse"5 betrachtet.
Ägypter (evgjite)
Diese distanzieren sich von den Roma und den Ashkali. Im Gegensatz zu den Roma
wollen sie nicht aus Indien, sondern aus Ägypten stammen. Sie sprechen nur Albanisch
und wollen aber weder Albaner noch Roma sein. Nur etwa 5000 – 10.000 Personen im
Kosovo sollen sich selbst als Ägypter bezeichnet haben.
Cergari Roma
Es handelt sich um eine kleine Gruppe orthodoxen Glaubens. Ihre Angehörigen
sprechen serbokroatisch, aber auch Romanes und leben nomadisch, normalerweise in
serbisch-bewohnten Gebieten. Sie schlossen sich früher eng an die serbische
Verwaltung an.
Für alle Gruppen gilt: Den Mitgliedern ist die ethnische Zuordnung sehr wichtig; die
albanische Seite hingegen differenziert grundsätzlich nicht.
Aktuelle Entwicklung
Nach Schätzungen waren vor dem Krieg 120.000 bis 150.000 Menschen, ca. 8 Prozent
der Bevölkerung im Kosovo Roma und Ashkali.10 Laut Volkszählung von 1991 sollen es
nur 2,5 Prozent gewesen sein. Damals wurden u.a. aber die vielen Roma und Ashkali
nicht berücksichtigt, die sich als Albaner deklarierten. Es wird angenommen, dass nun
mehr als die Hälfte der ursprünglichen Roma -Bevölkerung das Kosovo verlassen hat.
Seit dem Abzug der serbischen Polizei- und Militärkräfte im Juni 1999 kommt es zu
Massenflucht und Vertreibung der Roma und Ashkali, begleitet von einzelnen
Verbrechen wie Folterungen, Entfüh rungen bis hin zu willkürlichen Tötungen. Die
Kosovo-Albaner werfen den Roma die Loyalität zum früheren serbischen „Apartheid -
Staat" vor. Sie werden beschuldigt, bei den ethnischen Säuberungen und Vertreibungen
Informationsfahrt Kosovo 04.06. – 10.06.2005 AWO-Bremerhaven / Heimatgarten
Handlager und Nutznießer gewesen zu sein. In den Augen der Kosovo -Albaner sind die
Serben Feinde, die Roma jedoch Verräter, was weitaus schlimmer sei.
Lage der verbliebenen Roma
Während sich in einigen Ortschaften die albanische Bevölkerung hinter bedrohte Roma
und Ashkali gestellt und eine Vertreib ung verhindert hat, kommt es in anderen Regionen
immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen. Viele flohen in Lager für „displaced
persons". Die Roma/Ashkali-Gemeinschaften, die in ihren Städten und Dörfern blieben,
haben fast überall Angst, ihre Wohngebiete z u verlassen. Seit Mitte September 1999 hat
die UN-Verwaltung deshalb sog. „Civil Affairs Minority Officers" eingerichtet, mit
Standorten in ausgewählten Gemeinden. Die „Officers" arbeiten eng mit der UNMIK; der
KFOR, dem UNHCR und der OSZE zusammen, um die Sicherheit in den Regionen zu
verbessern und um den Minderheiten den Zugang zum öffentlichen Leben zu
ermöglichen.
Etwa 60.000 Roma wichen nach Serbien aus. Ihre allgemeinen Lebensbedingungen
sind unterschiedlich, zumeist relativ schwierig. In Montenegro lebt der größte Teil der
geschätzt 8.000 – 10.000 Roma in Zeltlagern und in Baracken im Umkreis der Städte
Podgorica, Niksic und Konik. Die allgemeine Lage wird von internationalen
Organisationen als ungenügend bezeichnet.
Quelle: Der Einzelentscheider -Brief, 7. Jahrgang, Januar 2000
Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
Vertretung in Deutschland
Wallstrasse 9 – 13 Tel: +49 30 202 202 0
10179 Berlin Fax: +49 30 202 202 20
Email: gfrbe@unhcr.ch
UNHCR-Position zur fortdauernden internationalen Schutzbedürftigkeit
von Personen aus dem Kosovo
August 2004
Einleitung
1. Bei diesem Text handelt es sich um ei ne Aktualisierung der UNHCR- Position
zur fortdauernden internationalen Schutzbedür ftigkeit von Personen aus dem Koso vo
entsprechend der Darst ellung in d em vorausgegangenen Positionspapier von Januar
2003 sowie in dem kürzlich veröffentlichten Posit ionspapier vom 30. März 2004, das
angesichts der erneuten inter-ethnischen Konfrontationen herausgegeb en wurde. Der
Schwerpunkt dieses Papiers lie gt auf der fortdauernden Notwe ndigkeit de s
internationalen Schutzes von Minderheitengruppen aus dem Kosovo. Obwohl di e
überwiegende Mehrheit der Kosovo-Albaner ohne individue lle Schutzprobleme in den
Kosovo zurückkehren konnte, gibt es einige ausgewählte Gruppen von Kosovo-
Albanern, die Schutzanliegen habe n können, wie sie in d iesem Papier beschr ieben
werden. UNHCR wird seine Position entsprechend der weiteren Entwicklung der
Situation vor Ort aktualisieren.
2. Fünf Jahre nach dem Eingreifen de r NATO ist die Lage im Kosovo we iterhin
komplex, und die Sicherheit der Minderheitengemeinschaften gibt nach wie vor
Anlass zu großer Besorgnis. Im Jahr 2003 wuchs in einigen T eilen der kosovarischen
Gesellschaft das Verständnis für die Notwendigkeit eines multi-ethnischen Kosovo als
Grundlage für Gespräche über den zukünftigen Status des Kosovo, insbesondere i n
Hinblick auf das Ziel der Unabhängigkeit. Diese Entwicklung schien anfänglich einigen
der Minderheitengemeinschaften zugute zu kommen, füh rte sie doch zu größe rer
Bewegungsfreiheit, zu einem verbesse rten Zuga ng zu grundlegenden
Dienstleistungen und zu einer Lockerung der von den Sic herheitsbehörden, d.h. der
KFOR, de r UN-Zivil polizei un d des Kosovo Poli ce Service , ergriffenen
Sicherheitsvorkehrungen. Angehörige von Minderheitengemeinschaften blieb en
jedoch weit erhin regelmäßig Ziel inter-ethnischer Übergriffe und Gewalt, die von
Beleidigungen, Steinwürfen und systematischem Diebstahl bis zu körperlich er
Gewaltanwendung, Granatenangriff en und Töt ungen reich ten. Außerdem kam es in
der zweiten Jahreshälfte 2003 im Vergleich zu 2002 zu einer Zunahme
schwerwiegender Verbrechen gege n die serbische Minderheit. In eine m Umfeld, in
dem inter-ethnische Verbrechen nicht systematisch verfo lgt und selten aufgeklä rt
werden, entsteht der verbreitete Eindruck, d ass Straflo sigkeit herr scht und d er
Rechtsstaat ineffizient ist. Dieser E indruck wird noch dadu rch verstärkt, dass viele
weniger schwerwiegende inter-ethnische Strafta ten nicht an gezeigt werden, weil die
Opfer Verge ltungsmaßnahmen vonseiten der Täter oder d er Mehrheit sgemeinschaft
befürchten, zu der der Betroffene vielleicht e ine Beziehu ng brüchige r Tolerierun g
aufgebaut hat. Jede m schwerwiegenden Sicherheit svorfall, de r sich ge gen
Minderheitenangehörige richtete, folgte eine Welle von Wohnraumveräußerungen und
Abwanderung aus dem Kosovo.
The UN Refugee Agency L'Agence des Nations Unies pour les réfugiés
3. Eine weitere und äu ßerst schwerwiegende Bestätigu ng der br üchigen
Sicherheitssituation für die Minderheitengemeinschaften stellte der Ausbruch von
Massendemonstrationen im März 2004 dar, die zu inte r-ethnischer Gewalt un d
bürgerkriegsähnlichen Unruhen in einem seit 1999 nicht erlebten Ausmaß führten. Die
Gewalt breitete sich rasch auf alle Teile des Kosovo aus und führte zu V ertreibungen,
von denen Angehörige aller Minderheiten betroffen waren. Auffallend war dabei, dass
Ziel systematischer Gewalt hauptsächlich Angehörige solche r
Minderheitengemeinschaften waren, die währe nd der vergangenen fü nf Jahre n icht
vertrieben worden waren, obwohl auch Rückkehrer ge zielt angegr iffen wurden.
Vorwiegendes Ziel dieser inter-ethnischen Gewalt waren die Kosovo-Serben;
gleichzeitig wurden jedoch auch Angehörige d er Roma, Ashkali und Ägypter Opf er
schwerer Übergriffe. Dies traf insb esondere auf die Stadt Vushtrri/Vucitrn zu, wo das
gesamte Wohnviertel der Ashkali systematisch angegriffen wurde und Häuser zerstört
und geplün dert wurden. Einige alb anische Ge meinschaften und Familien in e iner
Minderheitensituation in den Kommunen im Norden des Kosovo waren ebenfalls
Opfer von Angriffen und Gewalttaten. Gegenüber Bosniaken und Gorani kam es n icht
zu gezielten Angriffen; einige von ihnen f ühlten sich jedoch in e inem Maße bedroht,
das sie veranlasste, ihr Wohngebiet vorsichtshalber zu verlassen, oder sich von d er
Polizei an sicherere Orte eskortieren zu lassen.
4. Die Sicherheitskräfte u nd die polit ische Führu ng waren außerstande, die
Gewalt in einem früh en Stadium einzudämmen und a m Ende d es dreitägig en
Gewaltexzesses waren nach ersten Informationen 19 Tote und mehr als 950 Verletzte
zu beklagen, wobei die Opfer – sowohl Tote a ls auch Verletzte – unte rschiedlichen
Volksgruppen angehört en.1 Etwa 730 Häuser von Angehörigen von Minderheiten
sowie 36 Kirchen, Klöster, religiö se Stätten und öffentliche Gebäude, in d enen
Dienstleistungen für Minderheitena ngehörige erbracht wurden, wurde n beschädigt
oder zerstö rt.2 Bis zum 23. März waren infolge der Unruhen insge samt mehr als
4.100 Serben, Roma, Ashkali, Ägypter und Alba ner aus Minderheitengemeinschaften
Opfer von Vertreibung geworden.
5. Diese Entwicklungen be legen unzweifelhaft, da ss die Bewohner des Kosovo,
die nicht zur albanischen Volksg ruppe gehören, weiterhin Bedrohungen ihr er
Sicherheit a usgesetzt sind, die ihr Leben und ihre Grundfreiheiten gef ährden. Die
Situation von Mitglieder n der Minderheitengemeinschaften und das Ausmaß der
Gefahr, mit der sie konfrontiert sein können, hängen von einer Reihe von Faktoren ab,
die nachfol gend aufgezeigt und detaillierter in dem Update vo m Juni 2004
beschrieben werden.3 Kosovo-Serben und Roma sind besonders gefährdet, was ihre
Sicherheit betrifft, aber Ashkali und Ägypter sind eb enfalls we iterhin
schwerwiegenden Bedrohungen ihrer Sicherheit ausgesetzt.
6. UNHCR h ält daher die Position aufrecht, dass Angehörigen der
Gemeinschaften der Serben, Roma, Ashkali und Ägypte r weiterhin internationaler
Schutz in Asylländern gewährt werden sollte. Die Rückkehr von Angehörigen dieser
1 United Nations, Security Council, “Report of the Secretary-General on the United Nations Interim
Administration Mission in Kosovo”, Dokument S/2004/348, 30. April 2004, Paragraph 3
2 ibid. Ein späterer Bericht berichtigt diese ursprünglichen Zahlen auf 20 Tote und insgesamt 935
beschädigte oder zerstörte Häuser, Wohnungen und öffentliche Gebäude. Nach diesem Bericht war die
erste Aufstellung unvollständig. Siehe auch United Nations, Security Council, „Report of the Secretary-
General on the United Nations Interim Administration Mission in Kosovo”, S/2004/613, 30. Juli 2004,
Paragraphen 24 und 7
2
3 Detailliertere Hintergrundinformationen zur aktuellen Situation ethnischer Minderheiten im Kosovo
enthält der Bericht „Update on the Kosovo Roma, Ashkaelia, Egyptian, Serb, Bosniak, Gorani and
Albanian Communities in a Minority Situation“, UNHCR, June 2004. Der Bericht kann auf der Internet-
Seite von UNHCR unter der folgenden Adresse abgerufen werden: www.unhcr.ch
The UN Refugee Agency L'Agence des Nations Unies pour les réfugiés
Minderheiten sollte auf einer strikt freiwilligen Basis erfolgen und auf einer umfassend
informierten, individuelle n Entscheid ung beruhen. Sie sollte n nicht zur Rückkehr i n
den Kosovo gezwungen oder gedrängt werden. Dies gilt auch für Kosovo-Albaner, die
aus Gebieten stammen, in denen sie nun eine Minderheit darstellen. D arüber hinaus
gibt es bestimmte Gruppen, die unabhängig davon, ob sie der Mehrheitsgemeinschaft
oder de n Minderheitengemeinschaften angehö ren, sch werwiegenden
Sicherheitsrisiken einschließlich der Gefährdun g des Lebens oder der Gesundheit
ausgesetzt werden könnten, wenn sie zum jetzigen Zeitpunkt zurückkehren würd en.
Dazu zählen auch Mitglieder der Gemeinschaften der Kosovo-Bosniaken und Gorani.
I. Ethnische Minderheiten
A. Kosovo-Serben
7. In den vergangenen zwölf Monaten ka m es zu einer Z unahme
schwerwiegender ethnisch motivierter Gewalttaten gegen die Kosovo-Serben. Diese
Verbrechen reichten von Beschuss mit Feuerwaffen über Granatenangriffe und d en
Einsatz von Sprengkörpern bis zu Brandstiftung und körperlicher Gewalttätigkeit.
Während der gewaltsamen inter-ethnischen Unr uhen im Mä rz 2004 wurden Kosovo -
Serben angegriffen, von aufgebrachten Menschenmengen in ihren Häusern überfallen
und daraus vertrieben, während die Häuser oder Wohnungen in Brand gesetzt
wurden. Viele mussten von der KF OR e vakuiert werden, zum Teil aus brennenden
Häusern. Der Brandstif tung folgte n verbreitet Plünderungen, die dr ei Tage la ng
unvermindert anhielten. Acht der 19 Todesopfer4 waren Kosovo-Serben, ebenfalls
mehrere hundert der Verletzten, un d bei der überwiegenden Mehrzahl der zerstörten
oder besch ädigten Häuser handelte es sich um Eigentu m von Ang ehörigen der
serbischen Volksgruppe. Mehr als 3.400 Personen oder 82 Prozent der infolge d er
März-Unruhen Vertriebenen waren Kosovo-Serben, die vorübergehend Zuflucht in
KFOR-Feldlagern, öffentlichen Gebäuden und Privatunterkünften suchten.
8. Die nach d er Vertreibung noch t agelang an haltenden Plünderungen und
Versuche, Häuser, Kirchen, Klöster, religiösen Stätten und öffentlichen Einrichtungen
der serbischen Bevö lkerung zu zerstören, signalisier en nachdrücklich ein e
Verweigerung des Rückkehrrechts, auch und insbesonder e gegenüber denjenigen,
die sich n ie zuvor gezwungen sahen, den Kosovo zu verlassen. Dies hat die
serbischen Gemeinschaften insgesamt nachteilig betroffen, die freiwillige Rückkehr in
den Kosovo zum Stillst and gebracht oder verzögert und e inen Teil der verbliebenen
Bevölkerung zur Abwan derung bewogen. Es muss darauf hingewiesen werden, dass
zum Zeitpunkt der Erstellung die ses Bericht s in vielen Gebieten die mutwillige
Zerstörung und Plünderung beschädigter Häuser anhält, was Anlass zu großer So rge
gibt. Es führt dazu, dass die Kosovo-Serben in einem Zustand ständiger Angst leben.
Dies wird dadurch verschärft, dass gewaltsame Angriffe gegen einzelne Kosovo-
Serben andauern. In dem schwerwiegendsten Vorfall dieser Art seit de n Unruhen i m
März wurde am 6. Juni 2004 ein 16-jähriger Ko sovo-Serbe aus e inem
vorbeifahrenden Auto erschossen.
9. Im Verlauf der Jahre wurde die Truppenstär ke der KFOR schrittweise und
insgesamt erheblich v erringert. F este Sicher heitsposten am Eingang zu oder in
Minderheitengebieten wurden zugunsten de r Schaffung von „Ge bietssicherheit“
reduziert, was jedoch dazu führte, dass Minderheiteng emeinschaften Angriffen
3
4 Ein späterer Bericht berichtigt diese ursprünglichen Zahlen auf 20 Tote; siehe auch United Nations,
Security Council, “Report of the Secretary-General on the United Nations Interim Administration
Mission in Kosovo“, S/2004/613, 30 July 2004, para. 24.
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ungeschützter ausgeset zt waren. Gleichze itig h at die UN-Zivilpolizei Verantwortung
an den Kosovo Police Service abgegeben. Diese Strategie der graduellen Lockeru ng
der Sicherheitsmaßnahmen wu rde nach jedem sicherheitsbezogene n Zwischenfall
während des letzten Ja hres zeitweise ausgeset zt. Infolge der Unruhen im März 2004
wurden die Sicherheitsmaßnahme n an vielen Orten jedo ch wieder verstärkt. Die
Zufahrten zu vielen mono-ethnischen serbischen Dörfern werden rund um die Uhr von
KFOR-Soldaten bewacht, und es werden zum Teil gründliche Kontrollen durchgeführt,
bevor die Zufahrt ge stattet wird . Für besonders isoliert gelege ne serbische
Gemeinschaften wurden im gesamten Kosovo die speziellen
Beförderungsmaßnahmen mit Gelei tschutz wie der eingeführt; die Nachfrage nach
diesen Eskorten üb ersteigt je doch bei weitem die Möglichke iten der
Sicherheitsorgane, sei es nun KFOR oder UN-Zivilpolizei.5 Während die Verstärkung
der KFOR-Präsenz im Kosovo unmittelbar nach den Unruhen die betroffen en
Gemeinschaften in einem gewissen Maß beruhigte, schwindet dieses Vertrauen in ein
sicheres U mfeld jetzt wieder rasch mit de m frühen, stufenweisen Abzug dieser
Truppen und der damit einhergehenden abermaligen Lockerung de r nach dem
Gewaltausbruch im März eingeführten Sicherheitsmaßnahmen.
10. Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit hat gra vierende Konsequenzen für die
Serben, deren Zugang zu grundleg enden Dienstleistun gen einschließ lich Schulen ,
Gesundheitsdiensten, Ämtern und Gerichten stark eingeschränkt ist. G leiches gilt für
die Ausübung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte. Ihre
wirtschaftliche Überlebensfähigke it wird d urch anhaltende Verstöße geg en
Eigentumsrechte, et wa die illega le Besetzu ng von Wohnei gentum,
Geschäftsgrundstücken und Agrarland sowie die Zerstörung von Eigentum, zusätzlich
behindert.
11. All diese Faktoren h aben sich deutlich un d äußerst nachteilig a uf die
Möglichkeit einer dauerhaften freiwilligen Rü ckkehr von Personen, einschließl ich der
Opfer der le tzten Gewaltausbrüche, ausgewirkt. Unabhängig davon, ob eine Perso n
oder ihre F amilie unmittelbare körp erliche Sch äden erlitte n hat, trage n die ständige
Einschüchterung, der Eindruck, dass die Schuldige n straflos bleiben, das
wahrgenommene Versagen der Sicherheitsorgane bzw. ihrer begrenzten
Möglichkeiten sowie die allgemein instabile Sicherheitslage zu einem Klima bei, in der
die Befürchtung nicht nur der Serben, sondern auch anderer Minderheiten, bedroht zu
sein, weiterhin wohlbegründet ist.
B. Kosovo-Roma, Ashkali und Ägypter
12. Bis März 2004 verbesserten sich die Sicherh eit, die Bewegungsfreih eit un d
der Zugang zu grundlegenden Dienstleist ungen für Angehörige dieser drei
Gemeinschaften imme r weiter. Dabei muss jedoch betont werden, dass diese
Entwicklung nicht einh eitlich verlief und es zwischen den dr ei Volksgruppen, von Ort
zu Ort und bis zu eine m gewissen Grad abhä ngig von der Sprachenkompetenz der
jeweiligen Gemeinschaften, auch weiterhin erheblich e Unterschiede gibt. Im
Allgemeinen leben die Serbisch sprechenden Roma entweder mit den Kosovo-Serben
zusammen oder wer den als ih nen näher stehend wahrgenommen, und ihre
Sicherheitslage ist in v ielen Fällen folglich äh nlich der d er Serben. Die Albanisch
sprechenden Ashkali und Ägypter scheinen da gegen eher geduldet zu werden u nd
vergleichsweise größer e Bewegungsfreiheit u nd eine sta bilere Siche rheitslage zu
genießen.
4
5 United Nations, Security Council, Report of the Secretary-General on the United Nations Interim
Administration Mission in Kosovo, S/2004/613, 30 July 2004, para. 31.
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13. Die Schutzbedürftigkeit aller drei Minderheiten wird auch durch den Umstand
belegt, dass es se lbst a n Orten, in die unter B eteiligung d er Mehrheitsbevölkerung
Angehörige von Mind erheiten zurückgekehrt waren, a uch vor März 2004 zu
sicherheitsrelevanten Zwischenfälle n kam. Diese drei Gemeinschaften waren in den
letzten fünf Jahren von verschiedensten Formen von Übergriffen betro ffen, die vo n
ernst zu nehmenden Bedrohungen, körperlicher Gewalttätigke it und
Granatenangriffen bis zu Beleidigungen, Steinwürfen, Diskriminierung un d
Ausgrenzung reichten.
14. Während der Unruhen im März 2004 kam es zu einer Reihe von Übergriffen
gegenüber einzelne n Angehörigen der drei Mi nderheitengruppen. Noch
schwerwiegender ist je doch, dass einer der gewalttätigsten und zer störerischsten
Fälle von Vertreibung einer Minderheitsgemeinschaft in jene n Tagen die
Ashkaligemeinschaft in der Stadt Vushtrri/Vucitrn betraf. Hier wurde das gesamt e
Wohnviertel der Ashkali mit Ausnahme von drei Fa milien von aufgebrachten
Menschenmengen systematisch ang egriffen, so dass schließlich 65 Ashkali-Familien
von KFOR-Truppen evakuiert werden mussten. Ihre Häu ser wurden anschließe nd
systematisch geplünde rt und niedergebrannt, und kein e der 65 Familien (259
Personen) konnte bishe r zurückkeh ren. Wenngleich dieser Vorfall von manchen als
isolierter Einzelfall ein gestuft wer den m ag, ist der An griff auf dieses Ashkali-
Wohnviertel auch insofern bedeutsam, als es sich um den Ort der ersten organisierten
Rückkehr binnenvertriebener Ashkali aus Serbien im Jahre 2002 handelt, der weitere
einzelne Rückkehrer folgten. Der systematische Angriff au f eine teilweise integr ierte
Gemeinschaft (einige Mitglieder der Gemeinschaft waren während der vergangenen
fünf Jahre in der Stadt Vushtrri/Vucitrn verblie ben, bei anderen handelt es sich um
Rückkehrer) verbunden mit dem Au smaß der wiederholten Übergriffe und Straftaten,
von de m die Ashkali- und Ägypter-Ge meinschaften betroffen sind, belegt
nachdrücklich ihre fortdauernde Schutzbedür ftigkeit und die Möglichkeit, dass sie
auch in Zukunft Opfer von gezielten Übergriffen werden könnten.
15. Die Roma, Ashkali u nd Ägypter suchen w eiterhin Zuf lucht in großen
Gemeinschaften in überfüllten, oft informellen Siedlun gen ohne angemessene
Infrastruktur. Zudem gibt es häufig Probleme in Bezug auf Eigentumsfragen. Die
Ereignisse vom März 2004 zeigen, dass die Tatsache, dass (spontane, unterstützte
oder organisierte) Rückkehrbewegungen stattgefunden haben, für sich allein nicht
zwangsläufig oder u nmittelbar von einer substan ziellen Verb esserung ihrer
allgemeinen Sicherheit ssituation zeugt; Vushtrri/Vucitrn ist ein typisches Beispiel
hierfür. Angesichts dessen fühlen sich alle drei Minderheitengemeinschaften weiterhin
begründet bedroht.
C. Kosovo-Bosniaken und Gorani
16. Die Sicherheitslage für Kosovo-Bosniaken und Gorani ist stabil geblieb en; es
gibt keine Berichte über Fälle sch werwiegender Gewalta nwendung. Es gibt jedoch
weiterhin F älle von E inschüchterung, Schikanierung u nd Diskriminierung, und
Angehörige dieser Gemeinschaften zöge rn immer noch, a ußerhalb ihrer
unmittelbaren Umgebung in der Öffentlichkeit ihre Muttersprache zu verwenden (die
als Serbisch wahrgenommen we rden könnt e). Der Sprachfaktor schränkt ih re
Bewegungsfreiheit im gesamten Kosovo weiterhin ein und behindert den
gleichberechtigten Z ugang zu Dienstleistungen u nd ihre wirtschaf tliche
Überlebensfähigkeit, da er die Erwerbschancen beeinträchtigt. Dies führte dazu, dass
Angehörige dieser Minderheiten den Kosovo verließen.
17. Obwohl sich während der Unruhen im März 2004 keine Übergriffe direkt gegen
die Bosniaken und Gorani richteten , fühlten sich die Angehörigen diese r Gruppen an
5
The UN Refugee Agency L'Agence des Nations Unies pour les réfugiés
einigen Orten nicht sicher und entschieden sich vorsorglich, ihren Wohnort zu
verlassen. Zwei Familien wurden aus dem bosniakische n Viertel im Nordteil von
Mitrovice/Mitrovica evakuiert; and ere verließen es auf eigene Initiative. Mehrere
Gorani-Familien, die in einem serbischen Vie rtel in Fushe Kosova/ Kosovo Pol je
wohnten und ansehen mussten, wie ihre serbischen Nachbarn angegriffen wurden,
verließen vorsorglich ihre Häuser. Wenn auch keine weiteren Angriffe oder
vorsorglichen Evakuierungen ge meldet wurden, verfolgten beide ethnisch e
Gemeinschaften die Entwicklungen mit Besorgnis. Die Ereignisse haben unweigerlich
dazu geführt, dass sich bei den Ge meinschaften das Gefühl de r Unsicherheit
verstärkt hat und sie sich in einem Zustand ständiger Wachsamkeit befinden.
18. Einzelne B osniaken u nd Gorani können eine begrü ndete Furcht vo r
Verfolgung als Angehörige einer Minderheit haben, insb esondere wenn folgende
Umstände berücksichtigt werden: (i) ihre tatsächli che oder vermutete frühere
Verbindung mit dem serbischen Regime; (ii) di e ethnisch instabilen od er unsicheren
Wohngebiete dieser Gemeinschafte n; (iii) ihre j etzige oder empfundene Verbindung
mit der serbischen G emeinschaft, beziehun gsweise alt ernativ der albanische n
Gemeinschaft6; (iv) die Unberechenbarkeit und die fortdauernde Gefahr inter-
ethnischer gegen die Minderheiteng emeinschaften im Kosovo gerichteter Gewalt, di e
durch die unzureichenden Reaktionsmechanismen des nationalen Schutzregimes und
des nur mangelhaft funktionierenden Rechtsstaats noch verschärft werden.
6
6 Ein typisches Beispiel für diesen Umstand ist die fragile Sicherheitslage im bosniakischen Viertel in
Nord-Mitrovice/a: Während der gewaltsamen inter-ethnischen Unruhen Mitte März 2004 verließen
mehrere bosniakische Familien auf eigene Faust oder mit polizeilicher Unterstützung dieses Viertel, um
sich - überwiegend in Süd-Mitrovice/a – in Sicherheit zu bringen. Nach dem Ende der gewaltsamen
Unruhen kehrten die Familien wieder zurück.
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D. Kosovo-Albaner
19. Kosovo-Albaner, die a n ihrem Wohnort eine ethnisch e Minderheit bilden,
insbesondere in den Kommunen i m Norden des Kosovo, befinden sich weiterhin in
einer sehr prekären Sicherheitslag e. Eine starke KFOR-Präsenz ist n otwendig, um
ihre Sicherheit in ihren Wohngebiet en zu gewährleisten. Die Einwohnerzahl in diesen
Kommunen hat sich ka um verände rt; nur sehr wenige Personen sind aus eigene m
Antrieb zur ückgekehrt, was von dem schwierigen Umfeld zeugt. Ein e seit langem
anhaltende Serie von Bedrohungen und Angriffen fand ihren Höhepunkt während der
Unruhen im März 2004, als mehr als 100 Personen au s dem Stadtzentrum von
Mitrovice/Mitrovica vorübergehend vertrieben wurden. Ihre Wohnungen oder Häuser
wurden von Kosovo-Se rben umgehend besch ädigt und/o der besetzt. Die mono-
ethnischen, abgeschieden liege nden Dorfgemeinschaften in den nördlichen
Kommunen wurden zwar nicht angegriffen, sie waren jedoch von der Versorgung mit
Nahrungsmitteln und grundlegenden Dienstle istungen a bgeschnitten bis KFOR
Schutzeskorten organisierte. Die kosovo-albanischen Be wohner der Kommune
Shterpc/Strpce, in der die Serben die Mehrheit stellen, verließen aus Furcht vor
Vergeltungsangriffen ihr e Dörfer. Die gewalttätigen Unruhen und die anschließend
weiterhin angespannte Sicherheitslage bele gen unzweifelhaft ein e anhaltende
Bedrohung ihrer Sicherheit. Kosovo-Albaner, die an ihrem Wohnort eine ethnische
Minderheit bilden, kön nten sich schwerwiegenden Schutzproblemen ausgeset zt
sehen.
II. Schutzkategorien, die auf alle Bewohner des Kosovo (Personen, die aus dem
Kosovo stammen) anwendbar sind
20. Während die meisten Kosovo-Albaner ohne Schutzprobl eme zurückkehren
können, gibt es be stimmte Kate gorien von Kosovo-Albanern, die mit ernst en
Problemen, einschließ lich der Bedrohung ihrer körperlichen Unversehrtheit,
konfrontiert werden könnten, wenn sie an ihren Herkunftso rt zurückke hren würden.
Neben den Kosovo-Al banern, die an ihren Wohnorten eine ethnische Minderheit
bilden, zählen dazu:
• Kosovo-Albaner in Mischehen und Personen gemischt-ethnischer Herkunft,
und
• Kosovo-Albaner, die mit dem serbi schen Regime nach 1 990 in Verb indung
gebracht werden.
21. Asylanträge von Angehörigen aller Volksgruppen, die Verfo lgung befürchten,
weil sie zu einer der in diesem Positionspa pier aufgeführten Kategorien zählen,
sollten sorgfältig geprüf t werden, damit die Notwendigkeit internationalen Schutze s
festgestellt werden kann. Die jüngsten Ausbrüche inter-ethnischer Gewalt
unterstreichen die anh altende und eindeutige Ablehnung der Kosovo-Serben i m
Kosovo sowie von Personen, die mit dieser Min derheit bzw. früheren oder derzeitigen
serbischen Strukturen in Verbindung gebracht werden.
22. Mit besonderer Aufmerksamkeit sollten auch Anträge traumatisierter Personen
behandelt werden, die zwingende Gründe geltend machen können, eine Rückkehr
abzulehnen. Dies gilt insbesondere für Personen, die Opfer sehr schwerer Verfolgung
waren, sowie für Folteropfer, Überlebende sexueller Gewalt und Zeugen vo n
Verbrechen gegen die Menschlich keit. Wie in Artikel 1C( 5) und 1C(6) der Genfer
Flüchtlingskonvention festgelegt, sollte solche n Personen, die „sich a uf zwingende,
auf früheren Verfolgungen beruhende Gründe“ berufen könn en, um d ie
7
The UN Refugee Agency L'Agence des Nations Unies pour les réfugiés
Inanspruchnahme des Schutzes des Landes abzulehnen, dessen Staatsangehörigkeit
sie besitzen, die zuerkannte Flüchtlingsei genschaft angesichts der derzeit im Kosovo
herrschenden Umstände nicht entzogen werden.7
III. Humanitäre Kategorien
23. Personen in einer be sonders ve rwundbaren Situation können besondere
Bedürfnisse haben, die im Zusammenhang mit einer Rückkehr berücksichtigt werden
sollten. Dab ei sollte der unzureiche nde Stand der Gesundheitsversorgung und der
Sozialhilfeeinrichtungen beachtet werden. Bei der folgend en Aufzählu ng handelt es
sich um eine nicht vollständige Liste von Personen, die in diese Kategorie fallen:
• chronisch kr anke oder andere schwerkranke Personen, deren Zustand eine
spezialisierte medizinische Versorg ung erfordert, die im Kosovo derzeit noch
nicht verfügbar ist;
• Personen mit schweren oder chronischen psychisch en Erkrankungen
(einschließlich posttrau matischer Belastungsst örungen), deren Zustand eine
spezialisierte medizinische Versorg ung erfordert, die im Kosovo derzeit noch
nicht oder nur selten verfügbar ist;
• Schwerbehinderte (einschließ lich ihrer Betreuungspersonen), deren
Wohlergehen von einem besondere n Unterstützungssystem abhängig ist, das
im Kosovo derzeit noch nicht verfügbar ist;
• allein stehende ältere Menschen, die im Koso vo keine Ve rwandten und keine
andere Form sozialer Unterstützung haben;
• von ihren Eltern getrennte Kinder ohne Verwandte oder Betreuungsper sonen
im Kosovo, bei denen man zu der Einschätzun g gelangt, d ass ihre Rü ckkehr
in den Kosovo nicht dem Kindeswohl entspricht.
24. Darüber hinaus sollte d ie Rückkehr in den Kosovo von Kindern, die von ihren
Eltern getre nnt wurden und für die im Kosovo Verwandte und Betreuungsperson en
ermittelt wurden, nur er folgen, wenn dies dem Kindeswohl entspricht und auch n ur
nach angemessener Vorankündigung und entsprechenden Arrangements durch d en
sie zurü ckführenden Staat, damit d ie Fürsorge und der S chutz, d ie man dem Kind
angedeihen lässt, ununterbrochen gewährleistet sind.
IV. Schlussfolgerung
25. Die allgemeine Sicherheitslage im Kosovo vor den gewaltsamen Unruhen vom
März 2004 hatte UNHCR veranlasst, seine Position beizubehalten, dass die
Notwendigkeit internationalen Schutzes für Angehörige von
Minderheitengemeinschaften fortbesteht. Wenn auch in unterschiedlich em Maße, j e
nach betroffener Minderheit und Ort schaft, waren diese Personen weiterhin durch die
Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit sowie des Zugangs zu grundlegende n
Dienstleistungen und Rechten ebenso wie durch die anh altend häu fige
Gewaltanwendung un mittelbar gegen sie oder ge gen ihre Gemeinschaft
schwerwiegend beeinträchtigt.
7 Siehe im Einzelnen: UN HCR, Han dbuch übe r Ve rfahren u nd Kriterien zur F eststellung der
Flüchtlingseigenschaft, 1979, Ne uauflage Dezember 2003, Rdnr. 136; UNHCR, Richtlinien zum
Internationalen Schutz: Beendigung der Flüchtlingseigenschaft im Sinne des Artikels 1C(5) und (6) des
Abkommens v on 1951 über die R echtsstellung der Fl üchtlinge („ Wegfall der Um stände“-Klauseln),
HCR/GIP/03/03, 10. Februar 2003, Rdnr. 20, 21
8
The UN Refugee Agency L'Agence des Nations Unies pour les réfugiés
26. Das plötzliche und une rwartete Aufflammen der inter-eth nischen Gewalt im
März 2004, die rasche Ausbreitun g auf alle Regionen d es Kosovo, die schein bar
gezielte un d koordinier te Auswahl der Opfer/ Ziele sowie die unzureichende u nd
anfänglich langsam e Reaktio n der S icherheitskräfte habe n bei a llen
Minderheitsgruppen im Kosovo ein verstärktes Gefühl der Furcht und der
Verwundbarkeit h interlassen. Diese Ereignisse ha ben nicht nur ihr e
Bewegungsfreiheit un d ihren Zugang zu grundlegenden Rechten un d
Dienstleistungen weiter eingeschr änkt, sond ern auch zu einer substanziellen
Verschlechterung ihres Sicherheitsgefühls und ihrer Einschätzung be züglich eine s
zukünftigen Verbleibs im Kosovo gef ührt. Bei der Entscheidu ng über Asylanträge von
Personen aus dem Kos ovo muss diesen Faktor en neben der anhaltenden Instabilität
der Sicherheitslage ausreichend Gewicht beigemessen werden.
27. In Anbetracht des Vorstehenden bekräftigt UNHCR seine Position, dass
Angehörigen von Minderheiten und anderer oben erwähnter Schutzkategorien im
Kosovo weiterhin internationaler Schutz in Asylländern gewährt werden sollte.
• Aus den dargestellten Gründen vertritt UNHCR die Position, dass Angehörige
der Minderheitengemeinschaften d er Serben, Roma, Ashkali, Ägypte r und
Kosovo-Albaner aus Gebieten, in denen sie e ine Minderheit darstelle n, nicht
zur Rückkehr gezwungen oder gedrängt werden sollten. Eine solche Rückkehr
würde diese Personen nicht n ur ernsthaft g efährden, sondern auch zur
weiteren De stabilisierung der Situation im Kosovo beitragen und damit di e
Region für neue od er verstärkte inter-eth nische Ge walt und erneute
Vertreibungen anfällig machen. Diese Gefahr ist sogar noch größer in Fällen,
in denen Personen zwangsweise zurückge führt werden, die dan n als
Binnenvertriebene in Minderheitengemeinschaften außerhalb ihres
Herkunftsortes leben müssten.
• Es ist von größter Bedeutung, dass die sicher e, würdevolle und daue rhafte
Rückkehr von Serben, Roma, Ashkali, Ägyptern und Koso vo-Albanern, die an
ihrem Herk unftsort ein e ethnisch e Minderheit bilden, a usschließlich auf
freiwilliger Grundlage, koordiniert und nur sehr langsam stattfindet. Wie in den
entsprechenden Absätzen weiter oben ausgeführt, sollte bei Asylanträgen von
Bosniaken und Gorani eine umfa ssende ein zelfallbezogene Einsch ätzung
vorgenommen werden.
• Es ist wicht ig, dass Pe rsonen, die die freiwilli ge Rückkeh r beantragen, die
Entscheidung dazu au s freien Stücken und auf der Grundlage umfassender
Informationen über die aktuelle Situation im Kosovo treffen können. Personen,
die die frei willige Rückkehr vor den Ereignissen von März 2004 beantragt
haben, sollt e die Möglichkeit e ingeräumt werd en, ihren A ntrag auf Wunsch
noch einmal zu überprüfen.
• UNHCR u nterstützt d ie vollständige und umfassende Umsetzung der
Resolution 1244 des U N-Sicherheitsrates vom Juni 1999, in der erklär t wird,
dass „die internationale zivile Präsenz unter anderem folgende Hauptaufgaben
haben wird: „… Gewährleistung de r sicheren und ungehi nderten Rückkehr
aller Flüchtlinge und Vertriebenen in ihre Heimat im Kosovo“ (Unterstreichung
hinzugefügt). Deshalb verletzen Staaten im Falle erzwungener Rückkehr von
Minderheitenangehörigen in die Sit uation von Vertriebenen außerhalb ihres
Herkunftsorts nach Auffassung von UNHCR den Geist der Resolution.
9
The UN Refugee Agency L'Agence des Nations Unies pour les réfugiés
V. Inländische Fluchtalternative
28. UNHCR ist der Auffa ssung, dass die Anwendung des Konzepts der
inländischen Flucht- ode r Umsiedlungsalternativ e in Serbien und in Montenegro auf
Personen aus dem Kos ovo, die dort einer ethnischen Minderheit angehören, in den
meisten Fällen keine angemessene Option darstellen würde. Dies gilt insbesondere in
Hinblick au f die Unmöglichke it von Personen, die aus de m Ausland zurückgefüh rt
werden, sich als Binnenvertriebene in Serbien oder Montenegro registrieren zu lassen
und die d araus folgen den Proble me, die sie beim Zu gang zu g rundlegenden
Menschenrechten und Dienstleist ungen erwarten. 8 Im Übrigen gibt es bere its
erhebliche Engpässe bei der Aufnahmekapazität. 9 Zudem ist UNHCR der Ansicht,
dass die Anwend ung des Konzepts der inländische n Flucht- oder
Umsiedlungsalternative auf diese Personen zu einem Problem im Hinblick auf die
Verpflichtungen zur Gewährleistung der Rückkehr von Flüchtlingen und
Binnenvertriebenen in ihre Heimat führen könn te, die sich aus der Resolution 124 4
des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 10. Juni 1999 ergeben.
UNHCR Genf
13. August 2004
(deutsche Übersetzung: UNHCR Berlin)
8 Siehe allgemein: UNHCR, „Guidelines on International Protection: ‚Internal Flight or Relocation
Alternative’ within the context of Article 1A(2) of the 1951 Convention and/or 1967 protocol relating to
the Status of Refugees“, HCR/GIP/03/04, 23 July 2003; UNHCR, „The Possibility of ‚Applying the
Internal flight or Relocation Alternative within Serbia and Montenegro to Certain Persons Originating
from Kosovo and Belonging to Ethnic Minorities There, August 2004. In diesem Papier sind
Kernelemente aufgeführt, die berücksichtigt werden müssen, wenn während des individuellen
Verfahrens zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft die Anwendung des Konzepts der inländischen
Fluchtalternative erwogen oder wenn die Aufhebung des temporären Schutzes in Betracht gezogen wird.
10
9 Serbien und Montenegro (ohne Kosovo) hat bereits mehr als 220.000 Binnenvertriebene zusätzlich zu
280.000 Flüchtlingen aufgenommen
The UN Refugee Agency L'Agence des Nations Unies pour les réfugiés
NOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDËNOVOBËRDË
NOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDONOVO BRDO
GJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILANGJILAN
GNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANEGNJILANE
KAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICËKAMENICË
KAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICAKAMENICA
PasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjak
PasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjakPasjak
KoretishtëKoretishtëKoretishtëKoretishtëKoretishtëKoretishtëKoretishtëKoretishtëKoretishtë
KoretisteKoretisteKoretisteKoretisteKoretisteKoretisteKoretisteKoretisteKoretiste
StanishorStanishorStanishorStanishorStanishorStanishorStanishorStanishorStanishor
StanisorStanisorStanisorStanisorStanisorStanisorStanisorStanisorStanisor
VrbicaVrbicaVrbicaVrbicaVrbicaVrbicaVrbicaVrbicaVrbica
Vërbicë e KmetofcitVërbicë e KmetofcitVërbicë e KmetofcitVërbicë e KmetofcitVërbicë e KmetofcitVërbicë e KmetofcitVërbicë e KmetofcitVërbicë e KmetofcitVërbicë e Kmetofcit
GllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogoc
GlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovce
DobërçanDobërçanDobërçanDobërçanDobërçanDobërçanDobërçanDobërçanDobërçan
DobrcaneDobrcaneDobrcaneDobrcaneDobrcaneDobrcaneDobrcaneDobrcaneDobrcane
StubllinëStubllinëStubllinëStubllinëStubllinëStubllinëStubllinëStubllinëStubllinë
PetrocPetrocPetrocPetrocPetrocPetrocPetrocPetrocPetroc
PetrovcePetrovcePetrovcePetrovcePetrovcePetrovcePetrovcePetrovcePetrovce
KmetofcKmetofcKmetofcKmetofcKmetofcKmetofcKmetofcKmetofcKmetofc
KmetovceKmetovceKmetovceKmetovceKmetovceKmetovceKmetovceKmetovceKmetovce
RanillugRanillugRanillugRanillugRanillugRanillugRanillugRanillugRanillug
RanilugRanilugRanilugRanilugRanilugRanilugRanilugRanilugRanilug
Kufcë e EpërmeKufcë e EpërmeKufcë e EpërmeKufcë e EpërmeKufcë e EpërmeKufcë e EpërmeKufcë e EpërmeKufcë e EpërmeKufcë e Epërme
Gornje KusceGornje KusceGornje KusceGornje KusceGornje KusceGornje KusceGornje KusceGornje KusceGornje Kusce PanqelëPanqelëPanqelëPanqelëPanqelëPanqelëPanqelëPanqelëPanqelë
PanceloPanceloPanceloPanceloPanceloPanceloPanceloPanceloPancelo
Kormnjan i EpërmKormnjan i EpërmKormnjan i EpërmKormnjan i EpërmKormnjan i EpërmKormnjan i EpërmKormnjan i EpërmKormnjan i EpërmKormnjan i Epërm
Gornje KorminjaneGornje KorminjaneGornje KorminjaneGornje KorminjaneGornje KorminjaneGornje KorminjaneGornje KorminjaneGornje KorminjaneGornje Korminjane
MiganofcMiganofcMiganofcMiganofcMiganofcMiganofcMiganofcMiganofcMiganofc
MiganovceMiganovceMiganovceMiganovceMiganovceMiganovceMiganovceMiganovceMiganovce
BushovatëBushovatëBushovatëBushovatëBushovatëBushovatëBushovatëBushovatëBushovatë
BusovataBusovataBusovataBusovataBusovataBusovataBusovataBusovataBusovata
ManushincManushincManushinc
Makresh i EpërmMakresh i EpërmMakresh i EpërmMakresh i EpërmMakresh i EpërmMakresh i EpërmMakresh i EpërmMakresh i EpërmMakresh i Epërm
Gornji MakresGornji MakresGornji MakresGornji MakresGornji MakresGornji MakresGornji MakresGornji MakresGornji Makres Makresh i PoshtëmMakresh i PoshtëmMakresh i PoshtëmMakresh i PoshtëmMakresh i PoshtëmMakresh i PoshtëmMakresh i PoshtëmMakresh i PoshtëmMakresh i Poshtëm
Donji MakresDonji MakresDonji MakresDonji MakresDonji MakresDonji MakresDonji MakresDonji MakresDonji Makres
DragancëDragancëDragancëDragancëDragancëDragancëDragancëDragancëDragancë
DraganacDraganacDraganacDraganacDraganacDraganacDraganacDraganacDraganac RajnofcRajnofcRajnofcRajnofcRajnofcRajnofcRajnofcRajnofcRajnofc
RajanovceRajanovceRajanovceRajanovceRajanovceRajanovceRajanovceRajanovceRajanovceStrazhëStrazhëStrazhëStrazhëStrazhëStrazhëStrazhëStrazhëStrazhë
StrazaStrazaStrazaStrazaStrazaStrazaStrazaStrazaStraza
QarrakofcQarrakofcQarrakofcQarrakofcQarrakofcQarrakofcQarrakofcQarrakofcQarrakofc
CarakovceCarakovceCarakovceCarakovceCarakovceCarakovceCarakovceCarakovceCarakovce
RomancëRomancëRomancëRomancëRomancëRomancëRomancëRomancëRomancë
TomanceTomanceTomanceTomanceTomanceTomanceTomanceTomanceTomance
BerivojcëBerivojcëBerivojcëBerivojcëBerivojcëBerivojcëBerivojcëBerivojcëBerivojcë
BerivojceBerivojceBerivojceBerivojceBerivojceBerivojceBerivojceBerivojceBerivojce
Ropotovë e VogëlRopotovë e VogëlRopotovë e VogëlRopotovë e VogëlRopotovë e VogëlRopotovë e VogëlRopotovë e VogëlRopotovë e VogëlRopotovë e Vogël
Malo RopotovoMalo RopotovoMalo RopotovoMalo RopotovoMalo RopotovoMalo RopotovoMalo RopotovoMalo RopotovoMalo Ropotovo
HodefcHodefcHodefcHodefcHodefcHodefcHodefcHodefcHodefc
OdevceOdevceOdevceOdevceOdevceOdevceOdevceOdevceOdevce
Ropotovë e MadheRopotovë e MadheRopotovë e MadheRopotovë e MadheRopotovë e MadheRopotovë e MadheRopotovë e MadheRopotovë e MadheRopotovë e Madhe
Veliko RopotovoVeliko RopotovoVeliko RopotovoVeliko RopotovoVeliko RopotovoVeliko RopotovoVeliko RopotovoVeliko RopotovoVeliko RopotovoPërlepnicëPërlepnicëPërlepnicëPërlepnicëPërlepnicëPërlepnicëPërlepnicëPërlepnicëPërlepnicë
PrilepnicaPrilepnicaPrilepnicaPrilepnicaPrilepnicaPrilepnicaPrilepnicaPrilepnicaPrilepnica
Kormnjan i PoshtëmKormnjan i PoshtëmKormnjan i PoshtëmKormnjan i PoshtëmKormnjan i PoshtëmKormnjan i PoshtëmKormnjan i PoshtëmKormnjan i PoshtëmKormnjan i Poshtëm
Donje KorminjaneDonje KorminjaneDonje KorminjaneDonje KorminjaneDonje KorminjaneDonje KorminjaneDonje KorminjaneDonje KorminjaneDonje Korminjane
DajkocDajkocDajkocDajkocDajkocDajkocDajkocDajkocDajkoc
DajkovceDajkovceDajkovceDajkovceDajkovceDajkovceDajkovceDajkovceDajkovce
DrenocDrenocDrenocDrenocDrenocDrenocDrenocDrenocDrenoc
DrenovceDrenovceDrenovceDrenovceDrenovceDrenovceDrenovceDrenovceDrenovce
ToponicëToponicëToponicëToponicëToponicëToponicëToponicëToponicëToponicë
ToponicaToponicaToponicaToponicaToponicaToponicaToponicaToponicaToponica
BostanBostanBostanBostanBostanBostanBostanBostanBostan
BostaneBostaneBostaneBostaneBostaneBostaneBostaneBostaneBostane
MarevceMarevceMarevceMarevceMarevceMarevce
DabishecDabishecDabishecDabishecDabishecDabishecDabishecDabishecDabishec
DabisevacDabisevacDabisevacDabisevacDabisevacDabisevacDabisevacDabisevacDabisevac
BolefcBolefcBolefcBolefcBolefcBolefcBolefcBolefcBolefc
BoljevceBoljevceBoljevceBoljevceBoljevceBoljevceBoljevceBoljevceBoljevce
JasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovik
JasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovikJasenovik
LeshtarLeshtarLeshtarLeshtarLeshtarLeshtarLeshtarLeshtarLeshtar
LjestarLjestarLjestarLjestarLjestarLjestarLjestarLjestarLjestar
KrilevëKrilevëKrilevëKrilevëKrilevëKrilevëKrilevëKrilevëKrilevë
KriljevoKriljevoKriljevoKriljevoKriljevoKriljevoKriljevoKriljevoKriljevo
StrezofcStrezofcStrezofcStrezofcStrezofcStrezofcStrezofcStrezofcStrezofc
StrezovceStrezovceStrezovceStrezovceStrezovceStrezovceStrezovceStrezovceStrezovce
BushincëBushincëBushincëBushincëBushincëBushincëBushincëBushincëBushincë
BusinceBusinceBusinceBusinceBusinceBusinceBusinceBusinceBusince
BusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjce
BusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjceBusinjce
CarefcCarefcCarefcCarefcCarefcCarefcCarefcCarefcCarefc
CarevceCarevceCarevceCarevceCarevceCarevceCarevceCarevceCarevce
Kremenatë IIKremenatë IIKremenatë IIKremenatë IIKremenatë IIKremenatë IIKremenatë IIKremenatë IIKremenatë II
Kremenata IIKremenata IIKremenata IIKremenata IIKremenata IIKremenata IIKremenata IIKremenata IIKremenata II
VaganeshVaganeshVaganeshVaganeshVaganeshVaganeshVaganeshVaganeshVaganesh
VaganesVaganesVaganesVaganesVaganesVaganesVaganesVaganesVaganes
TirincëTirincëTirincëTirincëTirincëTirincëTirincëTirincëTirincë
TirinceTirinceTirinceTirinceTirinceTirinceTirinceTirinceTirince
MeshinëMeshinëMeshinëMeshinëMeshinëMeshinëMeshinëMeshinëMeshinë
MesinaMesinaMesinaMesinaMesinaMesinaMesinaMesinaMesina
HajnocHajnocHajnocHajnocHajnocHajnocHajnocHajnocHajnoc
AjnovceAjnovceAjnovceAjnovceAjnovceAjnovceAjnovceAjnovceAjnovce
GrizimëGrizimëGrizimëGrizimëGrizimëGrizimëGrizimëGrizimëGrizimë
GrizimeGrizimeGrizimeGrizimeGrizimeGrizimeGrizimeGrizimeGrizime
HajkobilëHajkobilëHajkobilëHajkobilëHajkobilëHajkobilëHajkobilëHajkobilëHajkobilë
AjkobilaAjkobilaAjkobilaAjkobilaAjkobilaAjkobilaAjkobilaAjkobilaAjkobila
RahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicë
OraovicaOraovicaOraovicaOraovicaOraovicaOraovicaOraovicaOraovicaOraovica
GllogovicëGllogovicëGllogovicëGllogovicëGllogovicëGllogovicëGllogovicëGllogovicëGllogovicë
GlogovicaGlogovicaGlogovicaGlogovicaGlogovicaGlogovicaGlogovicaGlogovicaGlogovica
KremenatëKremenatëKremenatëKremenatëKremenatëKremenatëKremenatëKremenatëKremenatë
KremenataKremenataKremenataKremenataKremenataKremenataKremenataKremenataKremenata
GragjenikGragjenikGragjenikGragjenikGragjenikGragjenikGragjenikGragjenikGragjenik
GradjenikGradjenikGradjenikGradjenikGradjenikGradjenikGradjenikGradjenikGradjenik
BratillofcBratillofcBratillofcBratillofcBratillofcBratillofcBratillofcBratillofcBratillofc
BratilovceBratilovceBratilovceBratilovceBratilovceBratilovceBratilovceBratilovceBratilovce
FeriqevëFeriqevëFeriqevëFeriqevëFeriqevëFeriqevëFeriqevëFeriqevëFeriqevë
FiricejaFiricejaFiricejaFiricejaFiricejaFiricejaFiricejaFiricejaFiriceja
BosceBosceBosceBosceBosceBosceBosceBosceBosce
BosceBosceBosceBosceBosceBosceBosceBosceBosce
MoçarMoçarMoçarMoçarMoçarMoçarMoçarMoçarMoçar
MocareMocareMocareMocareMocareMocareMocareMocareMocare
StrelicëStrelicëStrelicëStrelicëStrelicëStrelicëStrelicëStrelicëStrelicë
StrelicaStrelicaStrelicaStrelicaStrelicaStrelicaStrelicaStrelicaStrelica
KopernicëKopernicëKopernicëKopernicëKopernicëKopernicëKopernicëKopernicëKopernicë
KoprivnicaKoprivnicaKoprivnicaKoprivnicaKoprivnicaKoprivnicaKoprivnicaKoprivnicaKoprivnica
KostadincëKostadincëKostadincëKostadincëKostadincëKostadincëKostadincëKostadincëKostadincë
KostadinceKostadinceKostadinceKostadinceKostadinceKostadinceKostadinceKostadinceKostadince
Shipashnicë e EpërmeShipashnicë e EpërmeShipashnicë e EpërmeShipashnicë e EpërmeShipashnicë e EpërmeShipashnicë e EpërmeShipashnicë e EpërmeShipashnicë e EpërmeShipashnicë e Epërme
Gornja SipasnicaGornja SipasnicaGornja SipasnicaGornja SipasnicaGornja SipasnicaGornja SipasnicaGornja SipasnicaGornja SipasnicaGornja Sipasnica
VriçefcVriçefcVriçefcVriçefcVriçefcVriçefcVriçefcVriçefcVriçefc
VrucevceVrucevceVrucevceVrucevceVrucevceVrucevceVrucevceVrucevceVrucevce
MarocëMarocëMarocëMarocëMarocëMarocëMarocëMarocëMarocë
MarovceMarovceMarovceMarovceMarovceMarovceMarovceMarovceMarovce
PoliçkëPoliçkëPoliçkëPoliçkëPoliçkëPoliçkëPoliçkëPoliçkëPoliçkë
PolickaPolickaPolickaPolickaPolickaPolickaPolickaPolickaPolicka
HodanocHodanocHodanocHodanocHodanocHodanocHodanocHodanocHodanoc
OdanovceOdanovceOdanovceOdanovceOdanovceOdanovceOdanovceOdanovceOdanovce
VelegllavëVelegllavëVelegllavëVelegllavëVelegllavëVelegllavëVelegllavëVelegllavëVelegllavë
VeljeglavaVeljeglavaVeljeglavaVeljeglavaVeljeglavaVeljeglavaVeljeglavaVeljeglavaVeljeglava
LaçiqLaçiqLaçiqLaçiqLaçiqLaçiqLaçiqLaçiqLaçiq
LjajcicLjajcicLjajcicLjajcicLjajcicLjajcicLjajcicLjajcicLjajcic
Karaçevë e UlëtKaraçevë e UlëtKaraçevë e UlëtKaraçevë e UlëtKaraçevë e UlëtKaraçevë e UlëtKaraçevë e UlëtKaraçevë e UlëtKaraçevë e Ulët
Donje KaracevoDonje KaracevoDonje KaracevoDonje KaracevoDonje KaracevoDonje KaracevoDonje KaracevoDonje KaracevoDonje Karacevo
TërstenëTërstenëTërstenëTërstenëTërstenëTërstenëTërstenëTërstenëTërstenë
TrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstena
GmicëGmicëGmicëGmicëGmicëGmicëGmicëGmicëGmicë
GminceGminceGminceGminceGminceGminceGminceGminceGmince
ShahiqShahiqShahiqShahiqShahiqShahiqShahiqShahiqShahiq
SajicSajicSajicSajicSajicSajicSajicSajicSajic
BUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOCBUJANOC
Veliki TrnovacVeliki TrnovacVeliki TrnovacVeliki TrnovacVeliki TrnovacVeliki TrnovacVeliki TrnovacVeliki TrnovacVeliki Trnovac
Ravno BucjeRavno BucjeRavno BucjeRavno BucjeRavno BucjeRavno BucjeRavno BucjeRavno BucjeRavno Bucje
MuhovacMuhovacMuhovacMuhovacMuhovacMuhovacMuhovacMuhovacMuhovac
CarCarCarCarCarCarCarCarCar
ZarbinceZarbinceZarbinceZarbinceZarbinceZarbinceZarbinceZarbinceZarbince
TrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstenaTrstena
Gagicka MahalaGagicka MahalaGagicka MahalaGagicka MahalaGagicka MahalaGagicka MahalaGagicka MahalaGagicka MahalaGagicka Mahala
DupeljevoDupeljevoDupeljevoDupeljevoDupeljevoDupeljevoDupeljevoDupeljevoDupeljevo
Ravna BanjaRavna BanjaRavna BanjaRavna BanjaRavna BanjaRavna BanjaRavna BanjaRavna BanjaRavna Banja
Stara BanjaStara BanjaStara BanjaStara BanjaStara BanjaStara BanjaStara BanjaStara BanjaStara Banja
Ravni DelRavni DelRavni DelRavni DelRavni DelRavni DelRavni DelRavni DelRavni Del
RakovacRakovacRakovacRakovacRakovacRakovacRakovacRakovacRakovac
BllatëBllatëBllatëBllatëBllatëBllatëBllatëBllatëBllatë
BlatoBlatoBlatoBlatoBlatoBlatoBlatoBlatoBlato
BozhefcBozhefcBozhefcBozhefcBozhefcBozhefcBozhefcBozhefcBozhefc
BozevceBozevceBozevceBozevceBozevceBozevceBozevceBozevceBozevce
DazhincëDazhincëDazhincëDazhincëDazhincëDazhincëDazhincëDazhincëDazhincë
DazdinceDazdinceDazdinceDazdinceDazdinceDazdinceDazdinceDazdinceDazdince
DesivojcëDesivojcëDesivojcëDesivojcëDesivojcëDesivojcëDesivojcëDesivojcëDesivojcë
DesivojceDesivojceDesivojceDesivojceDesivojceDesivojceDesivojceDesivojceDesivojce
GjyrishecGjyrishecGjyrishecGjyrishecGjyrishecGjyrishecGjyrishecGjyrishecGjyrishec
DjurisevceDjurisevceDjurisevceDjurisevceDjurisevceDjurisevceDjurisevceDjurisevceDjurisevce
DomorocDomorocDomorocDomorocDomorocDomorocDomorocDomorocDomoroc
DomorovceDomorovceDomorovceDomorovceDomorovceDomorovceDomorovceDomorovceDomorovce
Shipashnicë e PoshtmeShipashnicë e PoshtmeShipashnicë e PoshtmeShipashnicë e PoshtmeShipashnicë e PoshtmeShipashnicë e PoshtmeShipashnicë e PoshtmeShipashnicë e PoshtmeShipashnicë e Poshtme
Donja SipasnicaDonja SipasnicaDonja SipasnicaDonja SipasnicaDonja SipasnicaDonja SipasnicaDonja SipasnicaDonja SipasnicaDonja Sipasnica
GogollofcGogollofcGogollofcGogollofcGogollofcGogollofcGogollofcGogollofcGogollofc
GogolovceGogolovceGogolovceGogolovceGogolovceGogolovceGogolovceGogolovceGogolovce Karaçevë e EpërmeKaraçevë e EpërmeKaraçevë e EpërmeKaraçevë e EpërmeKaraçevë e EpërmeKaraçevë e EpërmeKaraçevë e EpërmeKaraçevë e EpërmeKaraçevë e Epërme
Gornje KaracevoGornje KaracevoGornje KaracevoGornje KaracevoGornje KaracevoGornje KaracevoGornje KaracevoGornje KaracevoGornje Karacevo
KolloleqKolloleqKolloleqKolloleqKolloleqKolloleqKolloleqKolloleqKolloleq
KololecKololecKololecKololecKololecKololecKololecKololecKololec
KoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretin
KoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretinKoretin
KranidellKranidellKranidellKranidellKranidellKranidellKranidellKranidellKranidell
KrajnidelKrajnidelKrajnidelKrajnidelKrajnidelKrajnidelKrajnidelKrajnidelKrajnidel
LisocëLisocëLisocëLisocëLisocëLisocëLisocëLisocëLisocë
LisackaLisackaLisackaLisackaLisackaLisackaLisackaLisackaLisacka
MuçivercMuçivercMuçivercMuçivercMuçivercMuçivercMuçivercMuçivercMuçiverc
MucivrceMucivrceMucivrceMucivrceMucivrceMucivrceMucivrceMucivrceMucivrce
NovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellë
Novo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo Selo
HogoshtHogoshtHogoshtHogoshtHogoshtHogoshtHogoshtHogoshtHogosht
OgosteOgosteOgosteOgosteOgosteOgosteOgosteOgosteOgoste
RubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofc
RobovacRobovacRobovacRobovacRobovacRobovacRobovacRobovacRobovac
RogoçicëRogoçicëRogoçicëRogoçicëRogoçicëRogoçicëRogoçicëRogoçicëRogoçicë
RogacicaRogacicaRogacicaRogacicaRogacicaRogacicaRogacicaRogacicaRogacica
SedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllar
SedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlare
CfircëCfircëCfircëCfircëCfircëCfircëCfircëCfircëCfircë
SvirceSvirceSvirceSvirceSvirceSvirceSvirceSvirceSvirceTugjecTugjecTugjecTugjecTugjecTugjecTugjecTugjecTugjec
TudjevceTudjevceTudjevceTudjevceTudjevceTudjevceTudjevceTudjevceTudjevce
ZajçecZajçecZajçecZajçecZajçecZajçecZajçecZajçecZajçec
ZajcevceZajcevceZajcevceZajcevceZajcevceZajcevceZajcevceZajcevceZajcevce
ZhujëZhujëZhujëZhujëZhujëZhujëZhujëZhujëZhujë
ZujaZujaZujaZujaZujaZujaZujaZujaZuja
KllobukarKllobukarKllobukarKllobukarKllobukarKllobukarKllobukarKllobukarKllobukar
KlobukarKlobukarKlobukarKlobukarKlobukarKlobukarKlobukarKlobukarKlobukar
TërniqefcTërniqefcTërniqefcTërniqefcTërniqefcTërniqefcTërniqefcTërniqefcTërniqefc
TrnicevceTrnicevceTrnicevceTrnicevceTrnicevceTrnicevceTrnicevceTrnicevceTrnicevce
BukovikBukovikBukovikBukovikBukovikBukovikBukovikBukovikBukovikLivoç i EpërmLivoç i EpërmLivoç i EpërmLivoç i EpërmLivoç i EpërmLivoç i EpërmLivoç i EpërmLivoç i EpërmLivoç i Epërm
MuzgovëMuzgovëMuzgovëMuzgovëMuzgovëMuzgovëMuzgovëMuzgovëMuzgovë
MozgovoMozgovoMozgovoMozgovoMozgovoMozgovoMozgovoMozgovoMozgovo
ShillovëShillovëShillovëShillovëShillovëShillovëShillovëShillovëShillovë
SilovoSilovoSilovoSilovoSilovoSilovoSilovoSilovoSilovo
VelleglaveVelleglaveVelleglaveVelleglaveVelleglaveVelleglaveVelleglaveVelleglaveVelleglave
Donje VeljeglavaDonje VeljeglavaDonje VeljeglavaDonje VeljeglavaDonje VeljeglavaDonje VeljeglavaDonje VeljeglavaDonje VeljeglavaDonje Veljeglava
KonculjKonculjKonculjKonculjKonculjKonculjKonculjKonculjKonculj
LopardinceLopardinceLopardinceLopardinceLopardinceLopardinceLopardinceLopardinceLopardince
OruglicaOruglicaOruglicaOruglicaOruglicaOruglicaOruglicaOruglicaOruglica
PribovcePribovcePribovcePribovcePribovcePribovcePribovcePribovcePribovce
GrbavceGrbavceGrbavceGrbavceGrbavceGrbavceGrbavceGrbavceGrbavce
Kamenicë / Kamenica
%River
Stream
First Category
Second
Third
Water bodie
Railway
5 km Grid
Village / Settlement
Municipal capital
X:\Maps\Workspaces\Simple Maps\10 Kamenicë
Source: WEU, NIMA
Prishtina, Kosova, February 20, 2001
International Border
Municipal boundary
Republic Border
Provincial Border
Scale
1:150,000
Kilometers
2.5 0 2.5 5
Table of Contents
1. Area and Population
2. Civil Administration
3. Political Parties
4. Local and International NGOs
5. Other Civilian International Presence
6. Religion, Places of Worship and Cultural Institutions
7. Media
8. Judicial System
9. Police, Civil Protection, and Military Presence
10. Economy
11. Infrastructure
12. Social Service, Health and Education
13. Returns Process
__________________________________________
Kamenicë/Kamenica
February 2005
2
1. Introduction: Area and Population
Kamenicë/Kamenica is the most eastern of Kosovo’s municipalities, bordering Serbia proper, Prishtinë/Priština,
Novobërdë/Novo Brdo, and Gjilan/Gnjilane. There is an estimated 58,500 people living in 74 villages and, according to
the unreliable 1991 census, 73% were Kosovo Albanians and 25% Kosovo Serbs, with a small percentage of Roma,
Macedonians, and Montenegrins. Currently the population is approximately 82% Kosovo Albanian and 17% Kosovo
Serb, including a small number of Roma.
During the OSCE Kosovo Verification Mission (KVM) no major incidents of human rights violations were reported in
Kamenicë/Kamenica. Although the atmosphere in the municipali ty was tense as in other parts of the province, the scale
of battle damage and related violence during the conflict was markedly lower than in other areas of Kosovo. The large
concentration of Kosovo Serbs and the absence of a stro ng Kosovo Liberation Army (KLA) presence might have
contributed to the low level of damage and activity during t he conflict. Still, the end of conflict led to major flows of
Kosovo Serbs and Romas either across the boundary to the southern part of Serbia proper, or to the enclaves within the
municipality.
In July 1999 Kosovo Serbs had left 11 villages in the municipality. While there were about 950 Romas living in
Kamenicë/Kamenica municipality before the conflict, today there are about 500 mostly in the Kosovo Serb areas of
Kamenicë/Kamenica town and Berivojcë/Berivojce. Some of these are IDPs from elsewhere in Kosovo. Freedom of
movement for the Kosovo Serb and Roma population has improved over the last year. Like most other towns in Kosovo
Kamenicë/Kamenica saw riots in mid-March in 2004. Despite the violence however, no houses were burned and the
minority population did not flee.
There are three Kosovo Serb areas within the municipality. The first, south of Kamenicë/Kamenica town (the villages of
Ranilug/Ranilluk, Veliko Ropotovo/Ropotovë e Madhe and Do nje Korminjane/Korminjani i Poshtëm), cons tituting the
main Kosovo Serb ‘enclave’ in the area and is home of about 5,000 individuals. The villages are connected to each other
and to Serbia proper. Freedom of movement in and between these three villages is good. The second area comprises of
the Kosovo Serb villages north of Kamenicë/Kamenica town and is much smaller (around 200 inhabitants per village)
and close to mixed villages. The third Kosovo Serb area is in Kamenicë/Kamenica town and Berivojcë/Berivojce.
Sharing a border with Serbia proper is a source of tensions, and violent incidents took place in the boundary region
during the 2001 conflict in Southern Serbia in the Preševo Valley. However, considering the delicate geographical
circumstances and the mixed ethnic composition of the population, the overall situation is calm.
Table 1.1: Ethnic Composition
Population Kosovo Albanians Kosovo Serbs Romas Total
Number % Number % Number % Number
1991 census 37,632 73.4 12,930 25.2 573 1.1 51,272
Aug 2003 52,000 82.5 10,500 16.6 500 0.8 63,000
Source: 1991 figure: FRY Institute of Statistics (it is noted that the 1991 census was highly politicised and is thus unreliable)
Current figure: UNMIK Gjilan/Gnjilane, August 2003 (un-official)
2. Civil Administration
After the 1999 conflict, a self-styled civil administration was established, led by the Kosovo Liberation Army (KLA). On 25
August 1999, the UN appointed an Interim Municipal Board, composed of members of the LDK and the PDK as well as
Kosovo Serbs. Following the Kosovo -UN Joint Interim Administrative Structure Agreement, the UN appointed a
Municipal Council on 3 February 2000 and an Administrative Board on 7 April 2000. The first Municipal Elections in 2000
created an LDK led Municipal Assembly.
The second Municipal Elections in 2002 led to the creation of a Municipal Assembly composed of 14 LDK, 9 PDK, 4
AAK, 2 KP, 1 KOS, and 1 DSS members. As there are no appointed memb ers in the new Municipal Assembly, the
Kosovo Serbs are now represented with only four seats compared to eleven (appointed) delegates during 2000-2002.
Another result of the SRSG’s decision not to have appointed members is that there is no longer any Roma
representative in the Kamenicë/Kamenica Municipal Assembly.
3
The representation of women in the MA has notably improved. Out of 31 assembly members, 9 are women (29%). In the
previous assembly, female representation was only 9%.
After the violent riots throughout Kosovo in March 2004, th e four Kosovo Serbian MA delegates of Kamenicë/Kamenica
Municipal Assembly did not attend or participate in the municipal legislative work; a short appearance at the MA session
in autumn 2004 prevented them from losing their MA seats for 6 months continuous absence. The Kosovo Serbian
Additional MA President justified the boycott with the alleged lack of municipal infrastructure projects in minority areas
and failure to meet the fair share quota in the municipal budget.
Table 2.1: Composition of the Municipal Assembly
Name of Municipal Assembly Member Political Affiliation
Mr. Shaip Surdulli LDK/ President
Mr. Ruzhdi Qehaja* LDK
Ms. Nexhmije Kallaba LDK/ Vice President
Mr. Shaban Berisha LDK
Mr. Islam Isufi LDK
Ms. Minivere Maka LDK
Mr. Qemajl Morina LDK
Mr. Haqif Agaj LDK
Ms. Ilirianë Jusufi LDK
Mr. Abdullah Hashani LDK
Mr. Hysen Krivaqa LDK
Ms. Fahrije Kryeziu LDK
Mr. Nijazi Kastrati LDK
Mr. Bektesh Dërmaku LDK
Mr. Begzad Sinani PDK
Mr. Muhamet Rexha PDK
Ms. Bedrije Morina PDK
Mr. Bajram Dërmaku PDK
Mr. Rexhep Vranja PDK
Ms. Ilmije Keqmezi PDK
Mr. Muhamet Kallaba PDK
Mr. Kujtim Gashi PDK
Ms. Naziktere Spahiu PDK
Mr. Shefket Canaj AAK
Mr. Fatmir Krasniqi AAK
Ms. Sanije Toska AAK
Mr. Afrim Sijarina AAK
Mr. Ivan Stanojković KP – Additional Deputy President
Mr. Vesna Kenić KP
Mr. Živorad Tomić DSS
Mr. Živko Stanković KOS
Municipal Assembly Committees
Committee Chairperson / Affiliation Vice-chairperson / Affiliation
Policy and Finance Committee Shaip Surdulli \ LDK
Mediation Committee va cant Gradimir Miki ć / KP
Communities Committee Ivan Stanojkovi ć \ KP Nexhmije Kallaba / LDK
Education, Culture, Youth and Sport Nijazi Kastrati \ LDK Ilmije Keqmezi / PDK
Planning and development TBD TBD
Naming and re-naming of streets, squares, quarters and localities Shaban Berisha \ LDK Bedrije Morina / PDK
Gender equality and protection of children rights Naziktere Spahiu \ PDK Ibadete Ahmeti / PDK
Taking care of martyrs families, war invalids, health and social issues Sadik Thaqi \ LDK Enver Morina / PDK
Spatial planning, environment protection and public services Bektesh Dërmaku \ LDK Mustafë Rrudhani / PDK
Like the Municipal Assembly, the municipal administration is si milarly multi-ethnic in nature and includes ten Directors
(eight Kosovo Albanians, one Kosovo Serb and one origin ally from FYR Macedonia). Currently out of 169 municipal
employees, 129 are Kosovo Albanians, 39 Kosovo Serbs and one Macedonian. In addition 14 Kosovo Serbs and two
Roma work in the MCO. The Department Directors, listed be low along with the Chief Executive Officer and the Head of
the Municipal Community Office, are members of the Board of Directors. Although according to UNMIK Regulation
2001/36 the civil servants are to be non-political posts, in reality most Directors are active members of political parties.
4
Table 2.2: Board of Directors
Director / Professional Background / Affiliation (if any) Municipal Department
Mr. Islam Thaçi, lawyer Chief Executive Officer
Mr. Enver Ajvazi, lawyer Director , Department of Local Administration
Mr. Sabri Morina, teacher Dire ctor, Department of Education
Mr. Fatmir Matoshi, journalist Director , Department for Culture, Youth and Sport
Mr. Raif Ramabaja, economist Director, D epartment for Economy, Planning and Development
Mr. Mehmetdali Canaj, construction engineer Director, Department fo r Urbanism, Planning and Reconstruction
Mr. Xhevat Leci, Military Academy Director , Department of Civil Protection and Emergency
Mr. Rifat Hajdari, lawyer Director, D epartment for Health and Social Services
Mr. Mitko Kotarski, engineer Director, Department for Public Utilities
Mr. Nebojša Kenić, engineer of geodesy Director, Departm ent for Cadastre, Geodesy and Property
Mr. Naim Canaj, economist Director, Department for Budget & Finance
Mr. Nebojša Simić, chemist Head of Local Municipal Office
Some Kosovo Serb employees in the education, health, and social sectors still receive salaries from Belgrade, in
addition to the salaries provided by UNMIK.
3. Political Parties
LDK was the dominant party with many supporters before 1998 and continues to dominate political life in the
municipality, though it lost support after the municipal elections of 26 October 2002. LDK received 45.2% of the votes,
PDK 27.4%, AAK 11,2%, KP 7.2%, KOS 2.5% and DSS 3.9%. For the 2002 Municipal Elections, 10 Political Entities
were certified to run for elections in Kamenicë/Kamenica municipality. Over 44% of the registered voters in the
municipality cast their ballots and all ethnic communities participated.
In the 2004 Assembly Elections, 43% of registered voters in Kamenicë/Kamenica municipality cast their vote for
Assembly of Kosovo.
Table 3.1: Political Parties
Party Municipal Leader Kosovo-wide Leader 2000 Vote Seats
in MA
2002 Vote Seats
in MA
Democratic League of Kosovo (LDK) Mr. Shaip Su rdulli Mr. Ibrahim Rugova 59.8% 19 45.24% 14
Democratic Party of Kosovo (PDK) Mr. Emin Kras niqi Mr. Hashim Thaçi 28.0% 9 27.38% 9
Alliance for the Future of Kosovo (AAK) Mr. Lulzim Leci Mr. Ramush Haradinaj 8.4% 11.23% 4
National Movement for the Liberation of
Kosovo (LKÇK)
Mr. Ismet Lakna Mr. Fatmir Humolli - 1 0.39% 0
Liberal Party of Kosovo (PLK) Mr. Anton Ramadani Mr. Gjergj Dedaj 0.6% 0 0.42% 0
Social Democratic Party of Kosovo (PSDK) Mr. Milit Thaqi Ms. Kaqusha Jashari 0.6% 0 1.40% 0
Albanian Christian Democratic Party of
Kosovo (PSHDK)
Mr. Avni Krasniqi Mr. Mark Kr asniqi 0.4% 0 - -
Coalition Return (KP) Not appointed Mr. Zoran Živkovi ć - - 7.21% 2
Democratic Party of Serbia (DSS) Mr. Živorad Tomi ć Mr. Vojislav Koštunica - - 3.90% 1
Kosovo Objective Party (KOS) Mr. Živko Stankovi ć Mr. Milja Popovi ć - - 2.52% 1
Democratic Party (DS) Mr. Djordje Andrejević Mr. Zoran Živkovi ć - - - -
New Democracy (ND) Mr. Miodrag Aritonović Mr. Dušan Mihailovi ć - - - -
Serbian Renewal Movement (SPO) Mr. Gradimir Miki ć Mr. Vuk Draškovi ć - - - -
Socialist Party of Serbia (SPS) Mr. Branislav Zdravkovi ć Mr. Slobodan Miloševi ć - - - -
Radical Party of Serbia (SRS) Mr. Boban Jevti ć Mr. Vojislav Šešelj - - - -
Monarchist Movement Mr. Ljubiša Jevti ć Mr. Slobodan Ćirović - - - -
Roma Citizens’ Initiative of Kosovo (IQRK) Mr. Ramiz Kryeziu Mr. Gani Toska - - 0.39% 0
Democratic Alternative of Kosovo (ADK) Mr . Nazim Maliqi Ms. Edita Tahiri - - - -
Justice Partu (PD) Mr. Idriz Muji Mr. Sylejman Çerkezi - - - -
Citizens’ Initiative ORA Mr. Albert Isufi Mr. Veton Surroi - - - -
4. Local and International NGOs
Most of the local NGOs were founded after 1999, except for the Council for the Defence of Human Rights and Freedoms
and the Mother Theresa Society. Although many local NGOs have been registered, their level of activities ranges widely,
partly due to lack of funding.
5
Table 4.1: Local Kosovo Albanian NGOs active in the municipality
Name Main focus Contact Person (phone / fax / e-mail)
Albanian Women’s League Health Education; hum anitarian Naziktere Spahiu Tel.: 0280 71 545
Council for the Defence of Human Rights and
Freedoms
Human rights Nuhi Kosumi Tel.: 0280 71 155,
Alternative Youth Association “Millenium” Culture Albert Isufi Tel.: 0280 71 639
Independent Cultural and Artistic Association Dardana Culture Shaban Ajvazi Tel.: 0280 70 530
Kosovo Red Cross Humanitarian Rexhep Morina
Mother Theresa Society Humanitarian Ai d Aziz Matoshi, Manager: Ramadan Gashi
Fortesa Women’s group Sanije Jahiri Tel.: 0280 71-535; Mob.: 044 368 955
Youth Centre (Multiethnic) Youth activities Sadullah Ahmeti Mob.: 044 244 338
Table 4.2: Local Kosovo Serb and Roma NGOs active in the municipality
Name Main focus Contact Person (phone/fax/e-mail)
Krivorećanka Women’s group Radmila Anti ć Tel.: 0280 70 204
Kosovka Devojka Women’s group Olivera Nikoli ć, Tel.: 0280 71 292
Domorovka Women’s group Mikica Djuri ć, Tel.: 0280 75 403
Marco Polo Women’s group Biserka Nikoli ć Tel.: 0280 71 302
Nada Women’s group Vesna Miki ć
Sopke Women’s group Nenica Cvetkovi ć
Udruzeni Women’s group Jashina Nisi ć Tel.: 0280 71 302
Nova Budućnost Women’s group Biljana Ivkovi ć Tel.: 0280 70 316
Omladinska Organizacija Ropotovo Youth group Davor Petkovi ć Tel.: 0280 75 305
VIVA Youth group Dragan Arsi ć
Renesansa Korminjane Youth group Olgica Mladenovi ć Tel.: 0280 75 231
Udruženje za Budućnost Mladih Youth group Ivan Krsti ć
Sveta Zemlja Youth group Ivan Petrovi ć Tel.: 0280 75 889
Udruženje Stanovnika Sela Drenovca Women’s group Sladjana Stevi ć
Sveti Nikola Returns Branislav Vasi ć Tel.: 0280 70 662
Posuzo Divdipe Roma issues Ramiz Kryeziu Tel.: 0280 70 579
Community Centre Ropotovo Community concerns Ivan Krsti ć, Manager Tel.: 0280 75-158; 044 398 154
International NGOs are based in Gjilan/Gnjilane and visit Kamenicë/Kamenica on a regular basis.
5. Other Civilian International Presence
In August 1999 the UN Civil Administration began to hold regular meetings with the local community leaders in the
municipality and in September 1999 a permanent presence of the UN Civil Administration was established. The OSCE
Field Office became operational in the beginning of September 1999 and closed in December 2001. Presently the OSCE
Office in Gjilan/Gnjilane covers the area and opened a Cont act Office in the Municipal Building in March 2002. OSCE
also established a Community Centre in the Kosovo Serb village of Ropotovo/Ropotovë in March 2001, which has since
been handed over to a local NGO.
A branch of the United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) located in Gjilan/Gnjilane, visits the
municipality regularly and is active in the returns process, along with its implementing partners.
Table 5.1: The Pillars
Name Number of staff (international / national) Contact Person Title Contact Number
UNCivil Administration 2 internat ional; 5 national Muhammad Zia Municipal Representative 0280 71 992
6. Religion, Places of Worship, and Cultural Institutions
There are 25 Mosques in Kamenicë/Kamenica, plus one Teqe (an Islamic “monastery”) in Topanicë/Toponica and an
Islamic Tyrbe mausoleum in Rogoçicë/Rogacica. 21 Mosques, the Teqe, and the Tyrbe are functioning. The Assembly of
the Islamic Union, comprising of three representatives from each mosque in the municipality, elects the Council of
Islamic Union. Currently, the President of this Union is Mr. Bejtullah Hashani, who holds a four-year mandate. The
religious leaders of the municipality are generally not very influential in the community.
There are 19 Serbian Orthodox churches in Kamenicë/Kamenica municipality. Five of these churches are only used
once a year for St. Patron’s Days and one is not functioning at all.
6
Among 10 Cultural Centres existing in Kamenicë/Kamenica municipality, only four are functioning. The Cultural Centre in
Kamenicë/Kamenica town serves Kosovo Albanians, Kosovo Serbs and the Roma Community. All the buildings are in
relatively bad condition.
Table 6.1 Primary Religious Leaders
Name Title Religious Organisation
Bejtullah Hashani Imam of Muçivërc/Mu čivrce
President of the Islamic Union Kamenicë/Kamenica municipality
Islamic Union
Hamdi Morina Imam of Kamenicë/Kamenica town Islamic Union
Nikola Trajković Priest of Kamenicë/Kamenica to wn Serbian Orthodox Church
Table 6.2: Primary Mosques, Churches, etc.
Type of Building Towns/Places
Mosques Busovatë/Busovata, Kamenicë/Kamenica, Karaqevë e Epërm/Gornje Kara čevo, Kopërnicë/Koprivnica, Koretin/Koretin,
Muçivërcë/Mučivrce, Hodonoc/Odanovce, Hogosht/Ogošte, Petroc/Petrovce, Poliçkë/Poli čka, Rogoçicë/Roga čica, Shipashnicë e
Epërm/Gornja Šipašnica, Krilevë/Krilejvo, Topanicë/Toponica, Dajkofc/Dajkovce, Tuxhevc/ Tudjevce, Meshinë/Mešina, Sfircë/Svirce,
Kranidoll/Krajnidell, Zhuj ë/Zuja, Desivojcë/Desivojce, Shipashnicë e Posh tme/Donja Šipašsnica; Karaqevë e Poshtme /Donje
Karačevo
Teqe Topanicë/Toponica
Tyrbe Rogoçicë/Roga čica
Orthodox Churches Ajnovce/Hajnoc (2), Kam enicë/Kamenica, Domorovce/Domorovcë, Donje Ko rminjane/Korminjani i Poshtëm, Ranilug/Ra nilluk (2),
Veliko Ropotovo/Ropotovë e Madhe, Drenovce/Drenoc, Rajanovce/R ajanoc, Malo Ropotovo/Ropotovë e Vogël, Busince/Bushince,
Vaganeš/Vakanesh, Shipashnicë e Poshtme/Donje Šipašnica, Re čane/Reqan, Boljevce/Bolec, Kolole č/Kolloleq, Meshine/Mešina,
Berivojcë/Berivojce, Boževce/Zotaj (destroyed), Petroc/Petrovce (destroyed)
Cultural Centres Kamenicë/Kamenica, Hogosht/Ogošte, Rogoçicë/Roga čica, Veliko Ropotovo/Ropotovë e Madhe; Ranilug/Ranilluk
7. Media
There is one multi-ethnic radio station in the municipality called Radio Kamenica, established in October 1999, which
broadcasts music as well as local information. Two additional radio stations, Radio Premiera (news and music) and
Radio 24 (music) were established in August 2000. There is a youth radio station based in Korminjane/Korminjan called
Radio Index, which broadcasts news and music.
Albanian language newspapers are easily available throughout the municipality. After the settlement of the conflict in
southern Serbia in 2001 and the opening of Gate 5 to Serbia proper, Serbian language newspapers are now also freely
available.
Table 7.1: List of TV/Radio Stations
Name of media Type of Media (newspaper,
radio, etc.)
Editor/Correspondent Language of Programmes/News
Radio Premiera Radio station Mr. Riza Isufi, owner Albanian
Radio 24 Radio station Mr. S hefqet Keqmezi, owner Albanian
Radio Kamenica Radio station Mr. Ar jan Mavriqi, Mr. Ljubiša Denković Albanian and Serbian
Radio Index Radio Station Mr. Ivan Risti ć Serbian
8. Judicial System
There is a Minor Offence and a Municipal Court in Kamenicë/Kamenica, both established on 6 March 2000. Currently
there are no Kosovo Serb judges, following the promotion of a Municipal Court judge to the District Court in
Gjilan/Gnjilane. A second Kosovo Serb appointed judge has refused to take up his post, as he would then loose his
salary and pension in Serbia proper. Both Courts are situ ated in a newly constructed building with good working
conditions (courtesy of a donation from USAID).
Table 8.1: Judges
Name Title Ethnicity
Hevzi Murseli President Muni cipal Court Kosovo Albanian
Memin Sylaj Judge Municipal Court Kosovo Albanian
Sylejman Ajvazi Judge Munici pal Court Kosovo Albanian
Shaban Spahiu President Minor O ffence Court Kosovo Albanian
Salihe Berisha-Ahmetaj Judge Minor Offence Court Kosovo Albanian
7
Veli Kryeziu Judge Minor Off ence Court Kosovo Albanian
Basri Morina Judge Minor Off ence Court Kosovo Albanian
9. Police, Civil Protection, and Military Presence
The Kosovo Police Service (KPS) comprises a total of 124 o fficers in the municipality. T here are 93 Kosovo Albanian
officers, 30 Kosovo Serbs and one Roma. The Police Statio n in Kamenicë/Kamenica became independent in December
2004 and the KPS officers are monitore d by the Regional UN Police. The st ation also has a KPS Captain (Kosovo
Albanian) who acts as Station commander and 5 lieutenants (4 Ko sovo Albanian and 1 Kosovo Serb). The KPS officers
are directly involved in all aspects of policing. They are patro lling the streets, conducting investigations and dealing with
traffic issues. Ethnically mixed KPS patrol units are used in Kamenicë/Kamenica Municipality.
Currently UN Police is composed of 2 police officers.
Russian KFOR left the municipality in June 2003 and there is only US KFOR presence currently. US KFOR has Civil
Affairs and Liaison Teams in Kamenicë/Kamenica.
Table 9.1: Police and Military Presence
Name Commander/
Leader
Phone/fax/e-mail Number of Police Officers,
Soldiers, etc.
Ethnic Composition, Nationality
KPS Nazif Hajrizi
KPS Captain
0280 72 265
0280 72 244
124 Kosovo Albanian; Kosovo Serb; Roma
UNMIK Police James van Beek 0280 71 241 2 International
KFOR Major Gustav Bogmenko Not available US
10. Economics
There are all sorts of small-scaled businesses in the municipalit y. Most of the SOEs are not working but some are in the
process of being privatised by the KTA. The Brick Factory was put up for a 10 year long lease in 2002 (paying a
symbolic amount of rent to KTA) and Vëllezerit Borovci begun production in April 2003 and currently employs 76 people
(50% Kosovo Albanians and 50% Kosovo Serbs). Hugo’s Brewery is another fairly successful business with 16
employees and investments from Sweden.
11. Infrastructure
Less than 25% of the population in the municipality is connected to the public water supply, which only covers
Kamenicë/Kamenica town and some surrounding villages, but which is of good quality thanks to recent investments (incl.
replacing 80% of pipes). This water supply may decrease during the summer months. Private wells and springs provide
water for the remaining population and the quality of private wells varies widely.
The sewage and refuse disposal systems in the municipality are in poor condition and in many villages, inhabitants divert
the untreated sewage into rivers or dig holes. The road condi tions have improved in the past two years, with investments
from both the municipality and international donors in some rural areas. Many villages are however still inaccessible
during some periods of the year, due to poor road conditions.
12. Social Services, Health, and Education
Social Services
There are two separate Centres for Social Welfare in the municipality. One is located in Kamenicë/Kamenica town and
meant to serve all inhabitants, but de facto works for the Kosovo Albanians. The second is located in the village of
Ranilug/Ranilluk, serving the Kosovo Serbs and Roma inhabitants. Following the mid March riots in 2004, these two
CSWs have limited their previously good co-operation.
Health
There is a Health Centre located in Kamenicë/Kamenica town that provides first aid and general assistance. There are
also 16 ambulantas in the municipality (one in Kamenicë/Kamenica town, nine in Kosovo Albanian villages, six in Kosovo
8
Serb villages, and one in a mixed village). The closest Hospital is in Gjilan/Gnjilane but for serious cases, most Kosovo
Serbs use health facilities located in Serbia proper. Due to t he bad road conditions and the consequent isolation of some
villages, access to proper and adequate health care is often a problem for all communities, especially in winter. US
KFOR provide some medical care with mobile clinics.
Education
There are a total of 23 schools in Kamenicë/Kamenica, not in cluding satellite classes. Of these, 17 are primary schools,
(12 Kosovo Albanian and 5 Kosovo Serb), two secondary schools, (one Kosovo Albanian and one Kosovo Serb), two
technical high schools, (one Kosovo Albanian and one Kosovo Serb), and three kindergartens, (one Kosovo Albanian
and two Kosovo Serb). Like elsewhere in Kosovo, there are two systems of education, and an unwillingness exists
amongst some educational staff to integrate the systems.
13. Returns Process
The Municipal Working Group on Returns meets on a fortnightly basis and is attended by all agencies involved in the
returns process. The meetings are also attended by local counterparts, as well as IDP representatives. The group seems
to be seriously engaged in this important process and consequently has adopted the Municipal Strategy for sustainable
return as envisaged in Kosovo Standards Implementation Plan.
According to UNHCR, 313 Kosovo Serbs and 72 Roma have returned to the municipality of Kamenicë/Kamenica since
2000
.
SHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM ESHTIM E
STIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJESTIM LJE
FUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVËFUSHË KOSOVË
KOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJEKOSOVO POLJE
GLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOCGLLOGOC
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LuzhnicëLuzhnicëLuzhnicëLuzhnicëLuzhnicëLuzhnicëLuzhnicëLuzhnicëLuzhnicë
LuznicaLuznicaLuznicaLuznicaLuznicaLuznicaLuznicaLuznicaLuznica
BllacëBllacëBllacëBllacëBllacëBllacëBllacëBllacëBllacë
BlaceBlaceBlaceBlaceBlaceBlaceBlaceBlaceBlace
ZborcZborcZborcZborcZborcZborcZborcZborcZborc
ZborceZborceZborceZborceZborceZborceZborceZborceZborce
PetroviqPetroviqPetroviqPetroviqPetroviqPetroviqPetroviqPetroviqPetroviq
PetrovicPetrovicPetrovicPetrovicPetrovicPetrovicPetrovicPetrovicPetrovic
CaralevëCaralevëCaralevëCaralevëCaralevëCaralevëCaralevëCaralevëCaralevë
CrnoljevoCrnoljevoCrnoljevoCrnoljevoCrnoljevoCrnoljevoCrnoljevoCrnoljevoCrnoljevo
RancëRancëRancëRancëRancëRancëRancëRancëRancë
RanceRanceRanceRanceRanceRanceRanceRanceRance
BelincëBelincëBelincëBelincëBelincëBelincëBelincëBelincëBelincë
BelinceBelinceBelinceBelinceBelinceBelinceBelinceBelinceBelince
MuzeqinëMuzeqinëMuzeqinëMuzeqinëMuzeqinëMuzeqinëMuzeqinëMuzeqinëMuzeqinë
MuzicaneMuzicaneMuzicaneMuzicaneMuzicaneMuzicaneMuzicaneMuzicaneMuzicane
TermTermTermTermTermTermTermTermTerm
TrnTrnTrnTrnTrnTrnTrnTrnTrn
DavidofcDavidofcDavidofcDavidofcDavidofcDavidofcDavidofcDavidofcDavidofc
DavidovceDavidovceDavidovceDavidovceDavidovceDavidovceDavidovceDavidovceDavidovce
Miradi e PoshtmeMiradi e PoshtmeMiradi e PoshtmeMiradi e PoshtmeMiradi e PoshtmeMiradi e PoshtmeMiradi e PoshtmeMiradi e PoshtmeMiradi e Poshtme
Donje DobrevoDonje DobrevoDonje DobrevoDonje DobrevoDonje DobrevoDonje DobrevoDonje DobrevoDonje DobrevoDonje Dobrevo
Bardh i MadhBardh i MadhBardh i MadhBardh i MadhBardh i MadhBardh i MadhBardh i MadhBardh i MadhBardh i Madh
Veliki BelacevacVeliki BelacevacVeliki BelacevacVeliki BelacevacVeliki BelacevacVeliki BelacevacVeliki BelacevacVeliki BelacevacVeliki Belacevac
VragoliVragoliVragoliVragoliVragoliVragoliVragoliVragoliVragoli
VragolijaVragolijaVragolijaVragolijaVragolijaVragolijaVragolijaVragolijaVragolija
Bardh i VogëlBardh i VogëlBardh i VogëlBardh i VogëlBardh i VogëlBardh i VogëlBardh i VogëlBardh i VogëlBardh i Vogël
Mali BelacevacMali BelacevacMali BelacevacMali BelacevacMali BelacevacMali BelacevacMali BelacevacMali BelacevacMali Belacevac
PomazotinPomazotinPomazotinPomazotinPomazotinPomazotinPomazotinPomazotinPomazotin
PomazatinPomazatinPomazatinPomazatinPomazatinPomazatinPomazatinPomazatinPomazatin UglarUglarUglarUglarUglarUglarUglarUglarUglar
UgljareUgljareUgljareUgljareUgljareUgljareUgljareUgljareUgljare
BresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresje
BresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresjeBresje
SkullanSkullanSkullanSkullanSkullanSkullanSkullanSkullanSkullan
SkulanevoSkulanevoSkulanevoSkulanevoSkulanevoSkulanevoSkulanevoSkulanevoSkulanevo
Gushtericë e EpërmeGushtericë e EpërmeGushtericë e EpërmeGushtericë e EpërmeGushtericë e EpërmeGushtericë e EpërmeGushtericë e EpërmeGushtericë e EpërmeGushtericë e Epërme
Gornja GustericaGornja GustericaGornja GustericaGornja GustericaGornja GustericaGornja GustericaGornja GustericaGornja GustericaGornja Gusterica
Gushtericë e UlëtGushtericë e UlëtGushtericë e UlëtGushtericë e UlëtGushtericë e UlëtGushtericë e UlëtGushtericë e UlëtGushtericë e UlëtGushtericë e Ulët
Donja GustericaDonja GustericaDonja GustericaDonja GustericaDonja GustericaDonja GustericaDonja GustericaDonja GustericaDonja Gusterica
Rufc i VjetërRufc i VjetërRufc i VjetërRufc i VjetërRufc i VjetërRufc i VjetërRufc i VjetërRufc i VjetërRufc i Vjetër
Staro RujceStaro RujceStaro RujceStaro RujceStaro RujceStaro RujceStaro RujceStaro RujceStaro Rujce
ShushicëShushicëShushicëShushicëShushicëShushicëShushicëShushicëShushicë
SusicaSusicaSusicaSusicaSusicaSusicaSusicaSusicaSusica
LlugëLlugëLlugëLlugëLlugëLlugëLlugëLlugëLlugë
LugLugLugLugLugLugLugLugLug
GllanicëGllanicëGllanicëGllanicëGllanicëGllanicëGllanicëGllanicëGllanicë
GlanicaGlanicaGlanicaGlanicaGlanicaGlanicaGlanicaGlanicaGlanicaDobrajë e MadheDobrajë e MadheDobrajë e MadheDobrajë e MadheDobrajë e MadheDobrajë e MadheDobrajë e MadheDobrajë e MadheDobrajë e Madhe
Velika DobranjaVelika DobranjaVelika DobranjaVelika DobranjaVelika DobranjaVelika DobranjaVelika DobranjaVelika DobranjaVelika Dobranja
RadevëRadevëRadevëRadevëRadevëRadevëRadevëRadevëRadevë
RadevoRadevoRadevoRadevoRadevoRadevoRadevoRadevoRadevo
Fushticë e EpërmeFushticë e EpërmeFushticë e EpërmeFushticë e EpërmeFushticë e EpërmeFushticë e EpërmeFushticë e EpërmeFushticë e EpërmeFushticë e Epërme
Gornja FusticaGornja FusticaGornja FusticaGornja FusticaGornja FusticaGornja FusticaGornja FusticaGornja FusticaGornja Fustica MedvecMedvecMedvecMedvecMedvecMedvecMedvecMedvecMedvec
MedveceMedveceMedveceMedveceMedveceMedveceMedveceMedveceMedvece
Fushticë e PoshtmeFushticë e PoshtmeFushticë e PoshtmeFushticë e PoshtmeFushticë e PoshtmeFushticë e PoshtmeFushticë e PoshtmeFushticë e PoshtmeFushticë e Poshtme
Donja FusticaDonja FusticaDonja FusticaDonja FusticaDonja FusticaDonja FusticaDonja FusticaDonja FusticaDonja Fustica
MagureMagureMagureMagureMagureMagureMagureMagureMagure
MaguraMaguraMaguraMaguraMaguraMaguraMaguraMaguraMagura
Dobrajë e VogëlDobrajë e VogëlDobrajë e VogëlDobrajë e VogëlDobrajë e VogëlDobrajë e VogëlDobrajë e VogëlDobrajë e VogëlDobrajë e Vogël
Mala DobranjaMala DobranjaMala DobranjaMala DobranjaMala DobranjaMala DobranjaMala DobranjaMala DobranjaMala Dobranja
BatushëBatushëBatushëBatushëBatushëBatushëBatushëBatushëBatushë
BatuseBatuseBatuseBatuseBatuseBatuseBatuseBatuseBatuse
Miradi e EpërmeMiradi e EpërmeMiradi e EpërmeMiradi e EpërmeMiradi e EpërmeMiradi e EpërmeMiradi e EpërmeMiradi e EpërmeMiradi e Epërme
Gornje DobrevoGornje DobrevoGornje DobrevoGornje DobrevoGornje DobrevoGornje DobrevoGornje DobrevoGornje DobrevoGornje Dobrevo
PreocPreocPreocPreocPreocPreocPreocPreocPreoc
PreocePreocePreocePreocePreocePreocePreocePreocePreoce
Karreticë e EpërmeKarreticë e EpërmeKarreticë e EpërmeKarreticë e EpërmeKarreticë e EpërmeKarreticë e EpërmeKarreticë e EpërmeKarreticë e EpërmeKarreticë e Epërme
Gornja KoreticaGornja KoreticaGornja KoreticaGornja KoreticaGornja KoreticaGornja KoreticaGornja KoreticaGornja KoreticaGornja Koretica
MatiçanMatiçanMatiçanMatiçanMatiçanMatiçanMatiçanMatiçanMatiçan
MaticaneMaticaneMaticaneMaticaneMaticaneMaticaneMaticaneMaticaneMaticane
VasilevëVasilevëVasilevëVasilevëVasilevëVasilevëVasilevëVasilevëVasilevë
VasiljevoVasiljevoVasiljevoVasiljevoVasiljevoVasiljevoVasiljevoVasiljevoVasiljevo
PaklekPaklekPaklekPaklekPaklekPaklekPaklekPaklekPaklek
PoklekPoklekPoklekPoklekPoklekPoklekPoklekPoklekPoklekQikatovë e ReQikatovë e ReQikatovë e ReQikatovë e ReQikatovë e ReQikatovë e ReQikatovë e ReQikatovë e ReQikatovë e Re
Novo CikatovoNovo CikatovoNovo CikatovoNovo CikatovoNovo CikatovoNovo CikatovoNovo CikatovoNovo CikatovoNovo Cikatovo
Karreticë e PoshtmeKarreticë e PoshtmeKarreticë e PoshtmeKarreticë e PoshtmeKarreticë e PoshtmeKarreticë e PoshtmeKarreticë e PoshtmeKarreticë e PoshtmeKarreticë e Poshtme
Donja KoreticaDonja KoreticaDonja KoreticaDonja KoreticaDonja KoreticaDonja KoreticaDonja KoreticaDonja KoreticaDonja Koretica
Sllatinë e MadheSllatinë e MadheSllatinë e MadheSllatinë e MadheSllatinë e MadheSllatinë e MadheSllatinë e MadheSllatinë e MadheSllatinë e Madhe
Velika SlatinaVelika SlatinaVelika SlatinaVelika SlatinaVelika SlatinaVelika SlatinaVelika SlatinaVelika SlatinaVelika Slatina
VukofciVukofciVukofciVukofciVukofciVukofciVukofciVukofciVukofci
VukovceVukovceVukovceVukovceVukovceVukovceVukovceVukovceVukovce
KërzharekëKërzharekëKërzharekëKërzharekëKërzharekëKërzharekëKërzharekëKërzharekëKërzharekë
Kisna RekaKisna RekaKisna RekaKisna RekaKisna RekaKisna RekaKisna RekaKisna RekaKisna Reka
KamaranKamaranKamaranKamaranKamaranKamaranKamaranKamaranKamaran
KomoraneKomoraneKomoraneKomoraneKomoraneKomoraneKomoraneKomoraneKomorane
Sllatinë e VogëlSllatinë e VogëlSllatinë e VogëlSllatinë e VogëlSllatinë e VogëlSllatinë e VogëlSllatinë e VogëlSllatinë e VogëlSllatinë e Vogël
Mala SlatinaMala SlatinaMala SlatinaMala SlatinaMala SlatinaMala SlatinaMala SlatinaMala SlatinaMala Slatina
ShtrubollovëShtrubollovëShtrubollovëShtrubollovëShtrubollovëShtrubollovëShtrubollovëShtrubollovëShtrubollovë
StrbulovoStrbulovoStrbulovoStrbulovoStrbulovoStrbulovoStrbulovoStrbulovoStrbulovo
HencHencHencHencHencHencHencHencHenc
EnceEnceEnceEnceEnceEnceEnceEnceEnceHarilaqHarilaqHarilaqHarilaqHarilaqHarilaqHarilaqHarilaqHarilaq
AriljacaAriljacaAriljacaAriljacaAriljacaAriljacaAriljacaAriljacaAriljaca
Grackë e VjetërGrackë e VjetërGrackë e VjetërGrackë e VjetërGrackë e VjetërGrackë e VjetërGrackë e VjetërGrackë e VjetërGrackë e Vjetër
Staro GrackoStaro GrackoStaro GrackoStaro GrackoStaro GrackoStaro GrackoStaro GrackoStaro GrackoStaro Gracko GllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogocGllogoc
GlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovceGlogovce
Babush i MuhaxhirëveBabush i MuhaxhirëveBabush i MuhaxhirëveBabush i MuhaxhirëveBabush i MuhaxhirëveBabush i MuhaxhirëveBabush i MuhaxhirëveBabush i MuhaxhirëveBabush i Muhaxhirëve
Muhadzer BabusMuhadzer BabusMuhadzer BabusMuhadzer BabusMuhadzer BabusMuhadzer BabusMuhadzer BabusMuhadzer BabusMuhadzer Babus
GllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicë
GlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavica
MarecMarecMarecMarecMarecMarecMarecMarecMarec
MarevceMarevceMarevceMarevceMarevceMarevceMarevceMarevceMarevce
GumnasellëGumnasellëGumnasellëGumnasellëGumnasellëGumnasellëGumnasellëGumnasellëGumnasellë
Guvno SeloGuvno SeloGuvno SeloGuvno SeloGuvno SeloGuvno SeloGuvno SeloGuvno SeloGuvno Selo
LlugaxhiLlugaxhiLlugaxhiLlugaxhiLlugaxhiLlugaxhiLlugaxhiLlugaxhiLlugaxhi
LugadzijaLugadzijaLugadzijaLugadzijaLugadzijaLugadzijaLugadzijaLugadzijaLugadzija
ÇellapekÇellapekÇellapekÇellapekÇellapekÇellapekÇellapekÇellapekÇellapek
CelopekCelopekCelopekCelopekCelopekCelopekCelopekCelopekCelopek
Ribar i VogëlRibar i VogëlRibar i VogëlRibar i VogëlRibar i VogëlRibar i VogëlRibar i VogëlRibar i VogëlRibar i Vogël
Malo RibareMalo RibareMalo RibareMalo RibareMalo RibareMalo RibareMalo RibareMalo RibareMalo Ribare
Rufc i RiRufc i RiRufc i RiRufc i RiRufc i RiRufc i RiRufc i RiRufc i RiRufc i Ri
Novo RujceNovo RujceNovo RujceNovo RujceNovo RujceNovo RujceNovo RujceNovo RujceNovo Rujce
TopliqanTopliqanTopliqanTopliqanTopliqanTopliqanTopliqanTopliqanTopliqan
ToplicaneToplicaneToplicaneToplicaneToplicaneToplicaneToplicaneToplicaneToplicane
GrackëGrackëGrackëGrackëGrackëGrackëGrackëGrackëGrackë
GrackoGrackoGrackoGrackoGrackoGrackoGrackoGrackoGracko
Godan i PoshtëmGodan i PoshtëmGodan i PoshtëmGodan i PoshtëmGodan i PoshtëmGodan i PoshtëmGodan i PoshtëmGodan i PoshtëmGodan i Poshtëm
Donje GodanceDonje GodanceDonje GodanceDonje GodanceDonje GodanceDonje GodanceDonje GodanceDonje GodanceDonje Godance
Malo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo Gracko
Malo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo GrackoMalo Gracko
KraishtëKraishtëKraishtëKraishtëKraishtëKraishtëKraishtëKraishtëKraishtë
KrajisteKrajisteKrajisteKrajisteKrajisteKrajisteKrajisteKrajisteKrajiste
BujanBujanBujanBujanBujanBujanBujanBujanBujan
BujanceBujanceBujanceBujanceBujanceBujanceBujanceBujanceBujance
Bregu i ZiBregu i ZiBregu i ZiBregu i ZiBregu i ZiBregu i ZiBregu i ZiBregu i ZiBregu i Zi
Crni BregCrni BregCrni BregCrni BregCrni BregCrni BregCrni BregCrni BregCrni Breg
Hallaç i MadhHallaç i MadhHallaç i MadhHallaç i MadhHallaç i MadhHallaç i MadhHallaç i MadhHallaç i MadhHallaç i Madh
Veliki AlasVeliki AlasVeliki AlasVeliki AlasVeliki AlasVeliki AlasVeliki AlasVeliki AlasVeliki Alas
SlloviSlloviSlloviSlloviSlloviSlloviSlloviSlloviSllovi
SlovinjeSlovinjeSlovinjeSlovinjeSlovinjeSlovinjeSlovinjeSlovinjeSlovinje
Vërbicë e ZhegofcitVërbicë e ZhegofcitVërbicë e ZhegofcitVërbicë e ZhegofcitVërbicë e ZhegofcitVërbicë e ZhegofcitVërbicë e ZhegofcitVërbicë e ZhegofcitVërbicë e Zhegofcit
Zegovacka VrbicaZegovacka VrbicaZegovacka VrbicaZegovacka VrbicaZegovacka VrbicaZegovacka VrbicaZegovacka VrbicaZegovacka VrbicaZegovacka Vrbica
TeçeTeçeTeçeTeçeTeçeTeçeTeçeTeçeTeçe
TecaTecaTecaTecaTecaTecaTecaTecaTeca
Babushi SerbBabushi SerbBabushi SerbBabushi SerbBabushi SerbBabushi SerbBabushi SerbBabushi SerbBabushi Serb
Srpski BabusSrpski BabusSrpski BabusSrpski BabusSrpski BabusSrpski BabusSrpski BabusSrpski BabusSrpski Babus
SurqinëSurqinëSurqinëSurqinëSurqinëSurqinëSurqinëSurqinëSurqinë
SvrcinaSvrcinaSvrcinaSvrcinaSvrcinaSvrcinaSvrcinaSvrcinaSvrcina
QylagëQylagëQylagëQylagëQylagëQylagëQylagëQylagëQylagë
CuculjagaCuculjagaCuculjagaCuculjagaCuculjagaCuculjagaCuculjagaCuculjagaCuculjaga
VërshecVërshecVërshecVërshecVërshecVërshecVërshecVërshecVërshec
VrsevceVrsevceVrsevceVrsevceVrsevceVrsevceVrsevceVrsevceVrsevce
PoturocPoturocPoturocPoturocPoturocPoturocPoturocPoturocPoturoc
PoturovcePoturovcePoturovcePoturovcePoturovcePoturovcePoturovcePoturovcePoturovce
Ribar i MadhRibar i MadhRibar i MadhRibar i MadhRibar i MadhRibar i MadhRibar i MadhRibar i MadhRibar i Madh
Veliko RibareVeliko RibareVeliko RibareVeliko RibareVeliko RibareVeliko RibareVeliko RibareVeliko RibareVeliko Ribare
LeletiqLeletiqLeletiqLeletiqLeletiqLeletiqLeletiqLeletiqLeletiq
LaleticLaleticLaleticLaleticLaleticLaleticLaleticLaleticLaletic
Godan i EpërmGodan i EpërmGodan i EpërmGodan i EpërmGodan i EpërmGodan i EpërmGodan i EpërmGodan i EpërmGodan i Epërm
Gornje GodanceGornje GodanceGornje GodanceGornje GodanceGornje GodanceGornje GodanceGornje GodanceGornje GodanceGornje Godance
KrojmirKrojmirKrojmirKrojmirKrojmirKrojmirKrojmirKrojmirKrojmir
KrajmirovceKrajmirovceKrajmirovceKrajmirovceKrajmirovceKrajmirovceKrajmirovceKrajmirovceKrajmirovce
VarigocVarigocVarigocVarigocVarigocVarigocVarigocVarigocVarigoc
VarigovceVarigovceVarigovceVarigovceVarigovceVarigovceVarigovceVarigovceVarigovce
ZllokuqanZllokuqanZllokuqanZllokuqanZllokuqanZllokuqanZllokuqanZllokuqanZllokuqan
ZlokucaneZlokucaneZlokucaneZlokucaneZlokucaneZlokucaneZlokucaneZlokucaneZlokucane
LipovicëLipovicëLipovicëLipovicëLipovicëLipovicëLipovicëLipovicëLipovicë
LipovicaLipovicaLipovicaLipovicaLipovicaLipovicaLipovicaLipovicaLipovica
BablakBablakBablakBablakBablakBablakBablakBablakBablak
BabljakBabljakBabljakBabljakBabljakBabljakBabljakBabljakBabljak
ShishareShishareShishareShishareShishareShishareShishareShishareShishare
SisarkaSisarkaSisarkaSisarkaSisarkaSisarkaSisarkaSisarkaSisarka
BaicëBaicëBaicëBaicëBaicëBaicëBaicëBaicëBaicë
BanjicaBanjicaBanjicaBanjicaBanjicaBanjicaBanjicaBanjicaBanjica
LladroviqLladroviqLladroviqLladroviqLladroviqLladroviqLladroviqLladroviqLladroviq
LadrovicLadrovicLadrovicLadrovicLadrovicLadrovicLadrovicLadrovicLadrovic
KaraçicëKaraçicëKaraçicëKaraçicëKaraçicëKaraçicëKaraçicëKaraçicëKaraçicë
KaracicaKaracicaKaracicaKaracicaKaracicaKaracicaKaracicaKaracicaKaracica
JavorJavorJavorJavorJavorJavorJavorJavorJavor
JavorJavorJavorJavorJavorJavorJavorJavorJavor
KleçkëKleçkëKleçkëKleçkëKleçkëKleçkëKleçkëKleçkëKleçkë
KleckaKleckaKleckaKleckaKleckaKleckaKleckaKleckaKlecka
JanjevëJanjevëJanjevëJanjevëJanjevëJanjevëJanjevëJanjevëJanjevë
JanjevoJanjevoJanjevoJanjevoJanjevoJanjevoJanjevoJanjevoJanjevo
Sllakofc i PoshtëmSllakofc i PoshtëmSllakofc i PoshtëmSllakofc i PoshtëmSllakofc i PoshtëmSllakofc i PoshtëmSllakofc i PoshtëmSllakofc i PoshtëmSllakofc i Poshtëm
Donje SlakovceDonje SlakovceDonje SlakovceDonje SlakovceDonje SlakovceDonje SlakovceDonje SlakovceDonje SlakovceDonje Slakovce
KishnapolëKishnapolëKishnapolëKishnapolëKishnapolëKishnapolëKishnapolëKishnapolëKishnapolë
Kisno PoljeKisno PoljeKisno PoljeKisno PoljeKisno PoljeKisno PoljeKisno PoljeKisno PoljeKisno Polje
Golesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko Vrelo
Golesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko VreloGolesko Vrelo
PlitkoviqPlitkoviqPlitkoviqPlitkoviqPlitkoviqPlitkoviqPlitkoviqPlitkoviqPlitkoviq
PlitkovicPlitkovicPlitkovicPlitkovicPlitkovicPlitkovicPlitkovicPlitkovicPlitkovic
SlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovë
SlivovoSlivovoSlivovoSlivovoSlivovoSlivovoSlivovoSlivovoSlivovo
OkosnicëOkosnicëOkosnicëOkosnicëOkosnicëOkosnicëOkosnicëOkosnicëOkosnicë
OkosnicaOkosnicaOkosnicaOkosnicaOkosnicaOkosnicaOkosnicaOkosnicaOkosnica
BelenicëBelenicëBelenicëBelenicëBelenicëBelenicëBelenicëBelenicëBelenicë
BelenicaBelenicaBelenicaBelenicaBelenicaBelenicaBelenicaBelenicaBelenica
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nPonPonPoPoPoPoPoPo
PonPonPonPoPoPoPoPoPo
ZhegocZhegocZhegocZhegocZhegocZhegocZhegocZhegocZhegoc
ZegovacZegovacZegovacZegovacZegovacZegovacZegovacZegovacZegovac
DragocDragocDragocDragocDragocDragocDragocDragocDragoc
DragovacDragovacDragovacDragovacDragovacDragovacDragovacDragovacDragovacKrajkovëKrajkovëKrajkovëKrajkovëKrajkovëKrajkovëKrajkovëKrajkovëKrajkovë
KrajkovoKrajkovoKrajkovoKrajkovoKrajkovoKrajkovoKrajkovoKrajkovoKrajkovo
amanekamanekamanekamanekamanekamanekamanekamanekamanek
omanekomanekomanekomanekomanekomanekomanekomanekomanek
NovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellëNovosellë
Novo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo Selo
ttt
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GreiçecGreiçecGreiçecGreiçecGreiçecGreiçecGreiçecGreiçecGreiçecGrejcevceGjGjGrejcevceGjGrejcevceGjGjGj
ReçakReçakReçakReçakReçakReçakReçakReçakReçak
RacakRacakRacakRacakRacakRacakRacakRacakRacak
Prelez i MuhaxherëvePrelez i MuhaxherëvePrelez i MuhaxherëvePrelez i MuhaxherëvePrelez i MuhaxherëvePrelez i MuhaxherëvePrelez i MuhaxherëvePrelez i MuhaxherëvePrelez i Muhaxherëve
Muhadzer PrelezMuhadzer PrelezMuhadzer PrelezMuhadzer PrelezMuhadzer PrelezMuhadzer PrelezMuhadzer PrelezMuhadzer PrelezMuhadzer Prelez
KoshareKoshareKoshareKoshareKoshareKoshareKoshareKoshareKoshare
BalBalBalBalBalBaBaBaBal
Graboc i PoshtëmGraboc i PoshtëmGraboc i PoshtëmGraboc i PoshtëmGraboc i PoshtëmGraboc i PoshtëmGraboc i PoshtëmGraboc i PoshtëmGraboc i Poshtëm
Donji GrabovacDonji GrabovacDonji GrabovacDonji GrabovacDonji GrabovacDonji GrabovacDonji GrabovacDonji GrabovacDonji Grabovac
LismirLismirLismirLismirLismirLismirLismirLismirLismir
Dobri DubDobri DubDobri DubDobri DubDobri DubDobri DubDobri DubDobri DubDobri Dub
Staro CikatovoStaro CikatovoStaro CikatovoStaro CikatovoStaro CikatovoStaro CikatovoStaro CikatovoStaro CikatovoStaro Cikatovo
GlabarGlabarGlabarGlabarGlabarGlabarGlabarGlabarGlabar
GlobareGlobareGlobareGlobareGlobareGlobareGlobareGlobareGlobare
NakaradëNakaradëNakaradëNakaradëNakaradëNakaradëNakaradëNakaradëNakaradë
NakaradaNakaradaNakaradaNakaradaNakaradaNakaradaNakaradaNakaradaNakarada
DobrosevacDobrosevacDobrosevacDobrosevacDobrosevacDobrosevacDobrosevacDobrosevacDobrosevac
BerishëBerishëBerishëBerishëBerishëBerishëBerishëBerishëBerishë
BerisaBerisaBerisaBerisaBerisaBerisaBerisaBerisaBerisa
Zabel i PoshtëmZabel i PoshtëmZabel i PoshtëmZabel i PoshtëmZabel i PoshtëmZabel i PoshtëmZabel i PoshtëmZabel i PoshtëmZabel i Poshtëm
Donji ZabeljDonji ZabeljDonji ZabeljDonji ZabeljDonji ZabeljDonji ZabeljDonji ZabeljDonji ZabeljDonji Zabelj
Zabel i EpërmZabel i EpërmZabel i EpërmZabel i EpërmZabel i EpërmZabel i EpërmZabel i EpërmZabel i EpërmZabel i Epërm
Gornji ZabeljGornji ZabeljGornji ZabeljGornji ZabeljGornji ZabeljGornji ZabeljGornji ZabeljGornji ZabeljGornji ZabeljLlapushnikLlapushnikLlapushnikLlapushnikLlapushnikLlapushnikLlapushnikLlapushnikLlapushnik
LapusnikLapusnikLapusnikLapusnikLapusnikLapusnikLapusnikLapusnikLapusnik
NekocNekocNekocNekocNekocNekocNekocNekocNekoc
NekovceNekovceNekovceNekovceNekovceNekovceNekovceNekovceNekovce
SankofcSankofcSankofcSankofcSankofcSankofcSankofcSankofcSankofc
StankovceStankovceStankovceStankovceStankovceStankovceStankovceStankovceStankovce
KuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzmin
KuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzminKuzmin
HanrofcHanrofcHanrofcHanrofcHanrofcHanrofcHanrofcHanrofcHanrofc
AndrovacAndrovacAndrovacAndrovacAndrovacAndrovacAndrovacAndrovacAndrovac
BanullëBanullëBanullëBanullëBanullëBanullëBanullëBanullëBanullë
BandulicBandulicBandulicBandulicBandulicBandulicBandulicBandulicBandulic
BrusBrusBrusBrusBrusBrusBrusBrusBrus
BrusBrusBrusBrusBrusBrusBrusBrusBrus
BukovicëBukovicëBukovicëBukovicëBukovicëBukovicëBukovicëBukovicëBukovicë
BukovicaBukovicaBukovicaBukovicaBukovicaBukovicaBukovicaBukovicaBukovica
DivjakëDivjakëDivjakëDivjakëDivjakëDivjakëDivjakëDivjakëDivjakë
DivljakaDivljakaDivljakaDivljakaDivljakaDivljakaDivljakaDivljakaDivljaka
DobratinDobratinDobratinDobratinDobratinDobratinDobratinDobratinDobratin
DobrotinDobrotinDobrotinDobrotinDobrotinDobrotinDobrotinDobrotinDobrotin
Gadime e PoshtmeGadime e PoshtmeGadime e PoshtmeGadime e PoshtmeGadime e PoshtmeGadime e PoshtmeGadime e PoshtmeGadime e PoshtmeGadime e Poshtme
Donje GadimljeDonje GadimljeDonje GadimljeDonje GadimljeDonje GadimljeDonje GadimljeDonje GadimljeDonje GadimljeDonje Gadimlje
Gadime e EpërmeGadime e EpërmeGadime e EpërmeGadime e EpërmeGadime e EpërmeGadime e EpërmeGadime e EpërmeGadime e EpërmeGadime e Epërme
Gornje GadimljeGornje GadimljeGornje GadimljeGornje GadimljeGornje GadimljeGornje GadimljeGornje GadimljeGornje GadimljeGornje Gadimlje
KojskëKojskëKojskëKojskëKojskëKojskëKojskëKojskëKojskë
KonjskoKonjskoKonjskoKonjskoKonjskoKonjskoKonjskoKonjskoKonjsko
KonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuh
KonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuhKonjuh
LepiLepiLepiLepiLepiLepiLepiLepiLepi
LepinaLepinaLepinaLepinaLepinaLepinaLepinaLepinaLepina LivaxhëLivaxhëLivaxhëLivaxhëLivaxhëLivaxhëLivaxhëLivaxhëLivaxhë
LivadjeLivadjeLivadjeLivadjeLivadjeLivadjeLivadjeLivadjeLivadje
Hallaç i VogëlHallaç i VogëlHallaç i VogëlHallaç i VogëlHallaç i VogëlHallaç i VogëlHallaç i VogëlHallaç i VogëlHallaç i Vogël
Mali AlasMali AlasMali AlasMali AlasMali AlasMali AlasMali AlasMali AlasMali Alas
MirenëMirenëMirenëMirenëMirenëMirenëMirenëMirenëMirenë
MirenaMirenaMirenaMirenaMirenaMirenaMirenaMirenaMirena
AkllapAkllapAkllapAkllapAkllapAkllapAkllapAkllapAkllap
OklapOklapOklapOklapOklapOklapOklapOklapOklap
RubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofcRubofc
RabovceRabovceRabovceRabovceRabovceRabovceRabovceRabovceRabovce
RusinocRusinocRusinocRusinocRusinocRusinocRusinocRusinocRusinoc
RusinovceRusinovceRusinovceRusinovceRusinovceRusinovceRusinovceRusinovceRusinovce
SedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllarSedllar
SedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlareSedlare
SmallushëSmallushëSmallushëSmallushëSmallushëSmallushëSmallushëSmallushëSmallushë
SmolusaSmolusaSmolusaSmolusaSmolusaSmolusaSmolusaSmolusaSmolusa
SuhodollSuhodollSuhodollSuhodollSuhodollSuhodollSuhodollSuhodollSuhodoll
Suvi DoSuvi DoSuvi DoSuvi DoSuvi DoSuvi DoSuvi DoSuvi DoSuvi Do
TorinëTorinëTorinëTorinëTorinëTorinëTorinëTorinëTorinë
TorinaTorinaTorinaTorinaTorinaTorinaTorinaTorinaTorina
VogoçicëVogoçicëVogoçicëVogoçicëVogoçicëVogoçicëVogoçicëVogoçicëVogoçicë
VogacicaVogacicaVogacicaVogacicaVogacicaVogacicaVogacicaVogacicaVogacica
VrellëVrellëVrellëVrellëVrellëVrellëVrellëVrellëVrellë
VreloVreloVreloVreloVreloVreloVreloVreloVrelo
LlabjanLlabjanLlabjanLlabjanLlabjanLlabjanLlabjanLlabjanLlabjan
LabljaneLabljaneLabljaneLabljaneLabljaneLabljaneLabljaneLabljaneLabljane
Dobro SeloDobro SeloDobro SeloDobro SeloDobro SeloDobro Selo
AjvaliAjvaliAjvaliAjvaliAjvaliAjvaliAjvaliAjvaliAjvali
AjvalijaAjvalijaAjvalijaAjvalijaAjvalijaAjvalijaAjvalijaAjvalijaAjvalija
BadofcBadofcBadofcBadofcBadofcBadofcBadofcBadofcBadofc
BadovacBadovacBadovacBadovacBadovacBadovacBadovacBadovacBadovac
BusiBusiBusiBusiBusiBusiBusiBusiBusi
BusinjeBusinjeBusinjeBusinjeBusinjeBusinjeBusinjeBusinjeBusinje
ÇagllavicëÇagllavicëÇagllavicëÇagllavicëÇagllavicëÇagllavicëÇagllavicëÇagllavicëÇagllavicë
CaglavicaCaglavicaCaglavicaCaglavicaCaglavicaCaglavicaCaglavicaCaglavicaCaglavica
GraçanicëGraçanicëGraçanicëGraçanicëGraçanicëGraçanicëGraçanicëGraçanicëGraçanicë
GracanicaGracanicaGracanicaGracanicaGracanicaGracanicaGracanicaGracanicaGracanica
KukavicëKukavicëKukavicëKukavicëKukavicëKukavic
ëKukavicëKukavicëKukavicë
KukavicaKukavicaKukavicaKukavicaKukavicaKukavicaKukavicaKukavicaKukavica
LlapllasellëLlapllasellëLlapllasellëLlapllasellëLlapllasellëLlapllasellëLlapllasellëLlapllasellëLlapllasellë
Laplje SeloLaplje SeloLaplje SeloLaplje SeloLaplje SeloLaplje SeloLaplje SeloLaplje SeloLaplje Selo
Novo SellëNovo SellëNovo SellëNovo SellëNovo SellëNovo SellëNovo SellëNovo SellëNovo Sellë
Novo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo SeloNovo Selo
ShashkofcShashkofcShashkofcShashkofcShashkofcShashkofcShashkofcShashkofcShashkofc
SaskovacSaskovacSaskovacSaskovacSaskovacSaskovacSaskovacSaskovacSaskovac
ZllatarZllatarZllatarZllatarZllatarZllatarZllatarZllatarZllatar
ZlatareZlatareZlatareZlatareZlatareZlatareZlatareZlatareZlatare
GjurkocGjurkocGjurkocGjurkocGjurkocGjurkocGjurkocGjurkocGjurkoc
DjurkovceDjurkovceDjurkovceDjurkovceDjurkovceDjurkovceDjurkovceDjurkovceDjurkovceDugëDugëDugëDugëDugëDugëDugëDugëDugë
DugaDugaDugaDugaDugaDugaDugaDugaDuga
PjetërshticëPjetërshticëPjetërshticëPjetërshticëPjetërshticëPjetërshticëPjetërshticëPjetërshticëPjetërshticë
PetrasticaPetrasticaPetrasticaPetrasticaPetrasticaPetrasticaPetrasticaPetrasticaPetrastica
RashincëRashincëRashincëRashincëRashincëRashincëRashincëRashincëRashincë
RasinceRasinceRasinceRasinceRasinceRasinceRasinceRasinceRasince
VojnofcVojnofcVojnofcVojnofcVojnofcVojnofcVojnofcVojnofcVojnofc
VojinovceVojinovceVojinovceVojinovceVojinovceVojinovceVojinovceVojinovceVojinovce
NgucatNgucatNgucatNgucatNgucatNgucatNgucatNgucatNgucat
GuncatGuncatGuncatGuncatGuncatGuncatGuncatGuncatGuncat
meqinëmeqinëmeqinë
emeqinëemeqinëemeqinëemeqinëemeqinëemeqinë
micinamicinamicinaumicinaumicinaumicinaumicinaumicinaumicina
CërnillëCërnillëCërnillëCërnillëCërnillëCërnillëCërnillëCërnillëCërnillë
CrniloCrniloCrniloCrniloCrniloCrniloCrniloCrniloCrnilo
KosinëKi ëKi ëKosinëKi ëKosinëKi ëKi ëKi ë
Mirash i RiMirash i RiMirash i RiMirash i RiMirash i RiMirash i RiMirash i RiMirash i RiMirash i Ri
Novi MirasNovi MirasNovi MirasNovi MirasNovi MirasNovi MirasNovi MirasNovi MirasNovi Miras
PapazPapazPapazPapazPapazPapazPapazPapazPapaz
Pa
pazPapazPapazPapazPapazPapazPapazPapazPapaz
RahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicëRahovicë
RahovicaRahovicaRahovicaRahovicaRahovicaRahovicaRahovicaRahovicaRahovicaSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovëSlivovë
Mirash i VjetërMirash i VjetërMirash i VjetërMirash i VjetërMirash i VjetërMirash i VjetërMirash i VjetërMirash i VjetërMirash i Vjetër
Stari MirasStari MirasStari MirasStari MirasStari MirasStari MirasStari MirasStari MirasStari Miras
GadishGadishGadishGadishGadishGadishGadishGadishGadish
GadisGadisGadisGadisGadisGadisGadisGadisGadis
Sllakofc i E
pSllakofc i EpSllakofc i EpSllakofc i EpSllakofc i EpSllakofc i ESllakofc i ESllakofc i ESllakofc i Ep
Gornje SlakGornje SlakGornje SlakGornje SlakGornje SlakGornje SlakGornje SlakGornje SlakGornje Slak
ParParParParParPaPaPaPar
ParParParParParPaPaPaPar
GllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicëGllavicë
GlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavicaGlavica
Lipjan /Lipljan
/g8
Scale
1:150,000
X:\Maps\Wo rkspaces\SimpleMaps\13Lipjan
Source:W EU,NIMA
Prishtina,Kosova,February20,2001
River
Stream
FirstC ategory
Second
Third
Wa ter bodie
Railway
5km Gr id
Village /Settlem ent
Municipalcapital
InternationalBorder
Municipalboundary
RepublicBorder
ProvincialBorder
Kilom eters
2.50 2.5 5
Table of Contents
1. Area and Population
2. Civil Administration
3. Political Parties
4. Local and International NGOs
5. Other Civilian International Presence
6. Religion, Places of Worship and Cultural Institutions
7. Media
8. Judicial System
9. Police, Civil Protection, and Military Presence
10. Economy
11. Infrastructure
12. Social Service, Health and Education
13. Returns Process
Lipjan/Lipljan
February 2005
2
1. Introduction: Area and Population
Lipjan/Lipljan municipality is located in the central part of Kosovo, covering an area of 422 square kilometres.
Lipjan/Lipljan town is located on the junction of the main rout es of Prishtinë/Priština to Prizren and Prishtinë/Priština to
Skopje, the capital of the Former Yugoslav Republic of Macedonia (FYR Macdonia). The Sitinice/Sitnica River runs north
to south through the plain with the high ground of Andr ovacke Planine in the East and the high grounds of
Blinaje/Lipovica, Carralevë/Crnoljevo and Drenicë/Drenica in the West.
The municipality includes 71 villages. There are various ethnic communities in Lipjan/Lipljan, i.e. Kosovo Albanians,
Kosovo Serbs, Ashkali, Roma and Kosovo Croats. The curr ent composition of the population is approximately 83.36%
Kosovo Albanian, 12.21% Kosovo Serb, 1.96% Ashkali and 2.45% of smaller communities (Roma, Croats, Turkish and
Bosniaks). A total of 52 villages are populated exclusively by Kosovo Albanians, 6 villages exclusively by Kosovo Serbs,
while additional 13 villages and Lipjan/Lipljan town have a mixed population.
The outflow of the Kosovo Serb population from Lipjan/Lipljan town has been constant since 1999. This urban population
gravitated towards those – usually mono-ethnic – villages where their numbers are highest. Although the population
figures following the March 17-19, 2004 riots may vary, around 9,800 Kosovo Serbs are estimated to reside within the
municipality. At that time, approximately 268 Kosovo Serbs were displaced from their homes in Lipjan/Lipljan town,
mostly to the Kosovo Serbian villages and the central area around the Orthodox church in Lipjan/Lipljan town.
Roma and Ashkali communities also live in the town and in some mixed villages, numbering 330 and 1,500 respectively.
The Ashkali community can be found in Gadime e Epërme/Gornje Gadimlje, Medvec/Medvece, Hallac i Vogël/Mali Alas,
Vrellë/Vrelo, Magurë/Magura and Konjuh (a few families). In Radevo/Radevë village, 60 Roma identify themselves as
Egyptians, apparently living in peaceful conditions. Janjevë/Janjevo is notable with a remaining Roma population of
about 215 persons. The Roma communities suffer from a marginal social status and limited freedom of movement.
The Croat community living in Janjevë/Janjevo village has become significantly smaller over the years, presently
numbering approximately 363 persons. They live together with the Roma and Kosovo Albanian communities, although
their houses tend to concentrate around the centre of the village and around the Catholic Church. Access to adequate
education is a factor of concern to this community and could prompt its members to leave.
Table 1.1: Ethnic Composition, Including IDPs
Population Kosovo Albanians Kosovo Serbs Croats Others Total
Number % Number % Num ber % Number % Number %
1991-census 53,334 77.7 9,679 14.1 2,973 4.3 2,653 3.9 68,693 100
January 1999 62,706 81.3 9,985 13.0 N/A N/A 5,834 7.6 77,087 100
2000 (est.) 63,478 83.3 9,300 12.2 363 0.5 1,890 2.6 76,143 100
Source: 1991 figure: FRY Institute of Statistics, 1991 – “others” include Roma, Slav Muslim, Montenegrins, etc.; It is noted that the 1991 census was highly politicised
and is thus unreliable. 1999 figure: UNHCR Kosovo Village List, 9 March 1999; Figure from 2000, source Municipality of Lipjan/Lipljan.
2. Civil Administration
Prior to the 28 October 2000 Municipal Elections, Lipjan/Lipljan municipality had an Administrative Board and a
Municipal Council, which operated in co-operation with the United Nations Interim Administration Mission in Kosovo
(UNMIK) civil administration. In 2000, the Municipal Assembly (MA) was established, with 16 seats allocated to LDK, 13
to PDK and 2 to AAK. AAK lost one seat when LKCK departed from the coalition. Three members of the Assembly were
appointed by the UN Special Representative of the Secretary-General (SRSG) to represent the Roma, Croat and Ashkali
communities. Kosovo Serbs were also appointed but started to participate in the MA only two months before the 2002
municipal elections. UNMIK also established a Community Office in Lipjan/Lipljan town, with a sub-office in Donja
Gusterica/Gushtericë e Ulët.
A fair election campaign and peaceful elections on 26 October 2002 brought different results compared to the 2000
elections in the municipality. PDK won 14 seats, LDK 13, AAK 1, DSS 1, PD AK 1 and KP 1 seat in the MA. The elected
members in the Assembly took the oath of office on 15 November. Two Kosovo Serbs and one Ashkali represent the
ethnic communities in the Municipal Assembly. The election of the president and deputy president took place on 27
November 2002. The MA did not hold any session between December 2002 and June 2003 due to a political gridlock
3
caused by the failure of political parties to reach an acceptable power sharing agreement. Since then, however, it has
been operational again.
The three mandatory committees: Policy and Finance Committee, Mediation Committee and Community Committee are
established, along with six non-mandatory committees. The Communities Committee does not function, while the
Mediation Committee holds pro-forma sessions.
Table 2.1: Composition of the Municipal Assembly
Name of Municipal Assembly Member Political Affiliation
Mr. Xhevat Ollluri Independent President
Mr. Fitim Selimi PDK
Ms. Magribe Neziri PDK
Mr. Heset Sahiti PDK
Ms. Hajrije Salihu PDK
Mr. Bahtir Bahtiri PDK
Mr. Bajram Shala PDK
Ms. Hanushe Berisha PDK
Mr. Selatin Retkoceri PDK
Mr. Shukri Ibrahimi PDK
Ms. Xhyla Korpuzi PDK
Mr. Lulzim Rrustemi PDK
Mr. Ismail Gashi PDK
Ms. Adifete Thaqi PDK
Mr. Shemsi Reçica AAK/ Deputy President
Mr. Hetem Arifi PDAK
Mr. Borivoje Vignjević DSS/ Additional Deputy President
Mr. Nehat Terpeza LDK
Mr. Bekim Zaskoku LDK
Ms. Mevlyde Shamolli LDK
Mr. Basri Demiri LDK
Mr. Muhamet Shabani LDK
Ms. Zethane Sefedini LDK
Mr. Ragip Mehmeti LDK
Mr. Naser Sopjani LDK
Ms. Hanëmshahe Osmani LDK
Mr. Fadil Sylejmani LDK
Mr. Hasan Nishori LDK
Ms. Mevlide Dulahi LDK
Mr. Feti Krasniqi LDK
Mr. Momir Čanković KP
Source: OSCE Office Lipjan/Lipljan
The Board of Directors went through personnel changes in Ap ril 2004. As a result of a political agreement between the
two major political parties dominating the MA, the composition today reflects a mixed, but continuously political nature
with six PDK, 4 LDK affiliated directors and 1 Kosovo Serb Director. Prior to the change, all directors were LDK affiliated.
Table 2.2: Chief Executive Officer, Board of Directors and Municipal Departments
Director / Professional Background / Affiliation (if any) Municipal Department (Incl. Community Office, if any)
Imri Ahmeti / CEO / Lawyer / LDK Chief Executive Officer
Xhavit Dakaj/ Director / PDK Administration
Shaban Syla/ Economist/ PDK Budget and Finance
Rexhep Rudari/ Economist/ LDK Department of Economic Development
Sefer Tasholli / Director / Engineer/ LDK Public Utilities
Florent Hoxha/ PDK Cadastre
Muhamet Rudari/ LDK Inspectorate
Muje Prekupi/ Director / Teacher/ PDK Education
Naser Bytyqi / Director / Doctor/ PDK Health & Social Welfare
Hasan Luma/ Director / PDK Culture, Youth & Sport
Radmila Simionovic /Director Agriculture & Forestry
Imri Semetishti/ Director / Lawyer / LDK Planing & Urbanism
Vacant Cic\vil Security and Emergency
Source: OSCE Office Lipjan/Lipljan
3. Political Parties
A high number and variety of political entities characterized the 2002 Municipal elections in Lipjan/Lipljan. Fifteen political
entities (seven Kosovo Albanian, six Kosovo Serb, one Ashkali and one Croat) ran in the elections. The Hrvatska
4
Zajednica Janjeva – HZJ was the only Croat political inistiative running for municipal elections in Kosovo. Five political
entities are represented in the Assembly: PDK, LDK, AAK, DSS, KP and PDAK.
Table 3.1: Political Parties
Political Party Municipal branch leader Kosovo-wide leader 2000
Vote
Seats
in MA
2002 Vote Seats
in MA
Democratic League of Kosovo (LDK) Mr. Naser Os mani Mr. Ibrahim Rugova 50,8 % 16 41.99% 13
Democratic Party of Kosovo (PDK) Mr. Heset Sahiti Mr. Hashim Thaci 39,4 % 13 43.51% 14
Alliance for the Future of Kosovo (AAK) Mr. Ibush Bytyqi Mr. Ramush Haradinaj 5,3 % 1 3.55% 1
Democratic Party of Serbia (DSS) Mr. Borivoje Vignjevic Mr. Vojislav Kostunica - - 2.21% 1
Movement for Kosovo and Metohija (PKM) Mr Vlada Dimic Mr Momcilo Trajkovic - - 0.68% 0
Democratic Ashkali Party of Kosovo (PDAK) Mr. Shaqir Ibrahimi Mr. Sabi t Rrahmani - - 2.06% 1
Coalition Return (KP) Mr Momir Cank ovic Mr Nebojsa Covic - - 1.65% 1
Kosovo Objective Party (KOS) Mr Dusko Talic Mr Milija Popovic - - 0.44% 0
Croatian Community – Janjevo (HZJ) Ms Olga Gucic N/A - - 0.3% 0
ORA Mr Zyfer Aliu Veton Surroi 0
Source: OSCE Office Lipjan/Lipljan
4. Local and International NGOs
There is a variety of local and international NGOs operating in Lipjan/Lipljan municipality, although very few remain
active. Sustainability is one of the main difficulties the civil society faces given th e scarcity of resources and internationa l
funding. Lately, international NGOs have started to phase out, while the large number of NGOs have now been reduced
to a handful of active ones operating on the ground.
Table 4.1: Local NGOs based in the Municipality
Name Main focus Contact Person
(phone / fax / e-mail)
Headquarters
(phone / fax/ e-mail)
Council for Defence of Human
Rights and Freedom (CDHRF)
Human rights monitoring and protection,
protection of minorities, election
monitoring
Ismajl Gashi Lipjan/Lipljan
HANDIKOS Humanitarian aid; advocacy for
handicapped & disabled persons
Ibrahim Zogaj 038 581 539 Lipjan/Lipljan
Flaka Woman’s issues & development Melihate Dedushi Lipjan/Lipljan
Youth Association for Human
Rights
Youth and community development Be kim Krasniqi, 063 828 4599 Magurë/Magura
Mother Theresa Society Hum anitarian aid distribution Ah met Jashari Lipjan/Lipljan
Bice bolje Youth Association Branko Subar ic D. Gusterica/Gushtericë e Ulet
Youth Vision Youth Organisation Art an Rrustemi, 044 136 832 Lipjan/Lipljan
IRC Youth Centre Youth Organisation Bashkim Meta, 044 152 434 Lipjan/Lipljan
Qëllimi Students’ Organisation Besn ik Duriqi Lipjan/Lipljan
Youth Vision
Era
Youth Organisation
Youth Organisation
Ramiz Gashi, 063157 79 36
Ylber Zejnullahu 044-345 156
Janjevë/Janjevo
Lipjan/Lipljan
Humanitarian Association
Ashkalija
Re-integration/education Lulzim Qerimi
063-8091987
Magure/Magura
Source: UN Municipal Administration
Table 4.2: International NGOs operating in the Municipality
Name Main focus Headquarters
(phone fax/ / e-mail)
World Vision Reconstruction 044/156 688
IRC Training; Reconstruction 044/127 626
CARE Inter-ethnic dialogue Refki Morina 038 549 49/95
Healing Hearts Youth/ch ildren 038/63003, 99358-40-5030576
Mercy Corps Lead agency of UNHCR
BPRM project – agriculture
MISI
Marian Cadogan missiondirector@mercycorps-
kosovo.org
European Perspective Development/reconstruction Vangelis Tsebelis europers@Eunet.yu 038-543 014
ICRC Reconstruction/Return Pristine.pri@icrc.org
ERIKSHJALPEN Reconstruction/Return Remzi Bunjaku remzibunjaku@hotmail.com
GOAL Reconstruction/Return Teuta Osaj Goalkosovo-cam@hotmail.com
Danish Refugee Council Reconstruction/Re turn/Go and See Visit Stephan Maurer 038 243793
Source: UN Municipal Administration
5
5. Other Civilian International Presence
Many of the international organizations and agencies present in the municipality have either decreased or ceased their
activities altogether. UNHCR, based in Prishtinë/Priština, primarily deals with creating the pre-conditions for the return of
smaller communities in the municipality. In the aftermath of the 17-19 March 2004 riots, it concentrated on humanitarian
assistance to the recently displaced Kosovo Serb population.
The OSCE Office in Lipjan/Lipljan covers the municipalities of Lipjan/Lipljan, Shtime/Štimlje and Gllogovc/Glogovac. All
activities of the office are coordinated by the Department of the Head of Mission through the Head of Office. The
Democratization Department is the largest in size; Human Rights Experts are also allocated to both Lipjan/Lipljan and
Gllogovc/Glogovac municipalities.
Table 5.1: The Pillars
Name Number of Staff (nat./int.) Contact Person Title Phone / Fax / E-mail
UN Civil Adm. 05 Local. 07 Int. Mr Xavier Blais UN Municipal Representative Loc. Phone 038 581 027
OSCE 18 Local.5 Int. Ms Edit Kovacs Head of 00 Lipjan/Lipljan Loc. Phone 038 581 844
Source of information: OO Lipjan/Lipljan
Table 5.2: Other International Organisations and Agencies
Name Contact Person (phone/fax/e-mail) Headquarters (phone/fax/e-mail)
UNHCR Anna-Marie Messiaen, Mohamed Tejan-Cole messiaen@unhcr.ch
tejan@unhcr.ch tel: 038/241 509
UNICEF Dren Hoxha mail:drexha@unicef.org
IFRC Kris Hurlburt 038/ 590 074,501 517, 044/124 196
IOM 038 549 042
USAID Cara Feys cfeys@usaid.gov
ARC Birame Sarr, Markus Huep 038 243154
ICMC
Source: UN Municipal Administration
6. Religion, Places of Worship, and Cultural Institutions
There are several Muslim and Serb Orthodox places of worship in the municipality and one Catholic Church in
Janjevë/Janjevo. The only religious building in Lipjan/Lipljan town is the Serb Orthodox Church, while a mosque is under
construction in the town. The president of the Islamic Union has a seat in Lipjan/Lipljan town. There is a Catholic Priest
who at the same time performs the duty of Croat community leader in the municipality.
Table 6.1: Main Religious Leaders
Name Title Religious Organisation
Xhavit Qerimi Imam Islamic Union
Randjel Denic Orthodox prie st Serbian Orthodox Church
Father Mate Palic Catholic priest Catholic Church
Source: Various religious leaders
Table 6.2: Major Mosques, Churches, etc.
Type of Building Towns/Places
Mosques Gllogovc/Glogovce, Bujan/Bujance, Gadime e ulet/Donje Gadimlje, Sllovi/Slovinje, Ribar I madh/Veliko Ribare,
Smallushe/Smalusa, Banulle/Bandulic, Gadime e eperme/Gornje Gadimlje, Dobraje e madhe/Veliko Dobranje,
Shale/Sedlare, Vrelle/Vrelo villages, Lipjan/Lipljan town, Qallapek/Callapek, Janjevë/Janjevo,Magure/Magura,
Mirenë/Mirena, Ribarë I Vogel/Malo Ribare, Llugaxhi/Logadjie, Babush i Muhaxherëve/Babush
Plus a Masjid in Teqe village
Catholic Church of St. Nicolas Janjevë/Janjevo
Orthodox Church of St. Flor and Lavr
Orthodox Church of St. Vevedenja
Other orthodox churches
Lipjan/Lipljan town, Lepina/Lepine, Skulanevo/Skullan, Dobrotin/Dobrotin, Donja Gusterica/Gushterice e ulet, Gornja
Gusterica/Gushterica e eperme, Livadje/Livadh, Rubovc/Rabovce, Sllovi/Slovinje (destroyed) villages
Source: Different religious leaders
There are five Cultural Houses in Lipjan/Lipljan, Magurë/Magura and Janjevë/Janjevo, the one in Lipjan/Lipljan town is
functional but not fully operational for political/inter-ethnic reasons. It has the capacity for different activities such as a
municipal archive, atelier, cinema, library, promotion of cultural activities etc. OSCE contributed to the opening of a multi-
ethnic library at the Cultural Centre, which opened in Sept ember 2003. Prior to 1989 the building was used mutually by
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Kosovo Albanian, Kosovo Serb and other communities. The renovation of the Cultural Houses in Donja
Gusterica/Gushtericë e Ulët and Dobrotin/Dobratin has been accomplished.
7. Media
There is no local radio station operating in Lipjan/Lipljan an d the licence of the previously existing radio station was
revoked in January 2002. The plan to have a new Serbian language radio station could not yet be implemented due to
lack of frequencies. TMC (Temporary Media Commissioner) has not issued any licenses since 2002. As for written
media, no local newspaper is published in the municipality , although local correspondents represent the Kosovo-wide
daily newspapers.
Table 7.1: List of Major Newspaper, TV/Radio Stations, etc.
Name of media Type of Media (newspaper, radio, etc.) Editor/Correspondent Language of Programming/News
Bota Sot Daily Newspaper Mr. Rexhep Isufi Albanian
Zeri Daily Newspaper Mr. Ismail Rexhepi Albanian
Koha Ditore Daily Newspaper Mr. Safet Krivaca Albanian
RTS / Tanjug News Agencies Mr. Zarko Joksimovic Serbian
Epoka e Re Daily Newspaper Ms. Arjeta Gashi Albanian
Source: OSCE Office Lipjan/Lipljan
8. Judicial System
Lipjan/Lipljan municipality has a Municipal Court and a Court for Minor Offences, located in the centre of Lipjan/Lipljan
town. All the working judges are Kosovo Albanian, while places are reserved for Kosovo Serb judges. The President of
the Municipal Court reports a general lack of evidence and authority to deal with cases like property issues, specifically
inter-ethnic sales.
Table 8.1: Main Judges
Name Title Ethnicity
Mr. Habib Arifi President of t he Municipal Court Kosovo Albanian
Mr. Jusuf Bytyqi Municipal Court Judge Kosovo Albanian
Mr. Besim Kolshi Municipal Court Judge Kosovo Albanian
Mr. Gani Zabeli Municipal Court Judge Kosovo Albanian
Mr.Nebi Reqica Municipal Court Judge Kosovo Albanian
Mrs. Mejreme Zeka President of the Co urt for Minor Offences Kosovo Albanian
Mr. Selman Salihaj Court for Minor Offences Judge Kosovo Albanian
Mr. Zenel Tasholli Court for Minor Offences Judge Kosovo Albanian
Source: Municipal Court in Lipjan/Lipljan
9. Police, Civil Protection, and Military Presence
In 2004, the Finnish Battalion merged with the Irish Transport Company to form the Finnish Irish Battle Group. Today,
this joint international military force is in charge of Lipjan/Lipljan municipality. Following the riots of 17-19 March 2004,
the German KFOR reinforced the Battle Group.
The security situation in Lipjan/Lipljan was generally im proving prior to the riots on 17-19 March 2004, although
numerous minor and a few serious crimes with possible inter-ethnic dimension were registered and the freedom of
movement for minority communities remained limited.
During the events of 17-19 March 2004, 268 Kosovo Serb residents were displaced from Lipjan/Lipljan town and 35
houses were burnt. In addition to Lipjan/Lipljan town, the Kosovo Serb population of Rrubovc/Rabovac village also had
to be evacuated during the second night of the riots. Three Kosovo Serb houses have been reported burnt on three
separate occasions post-17-19 March and the security situation in the municipality remains volatile. As a result of the
riots, most of the Kosovo Serbs are not yet back in town or are located in the central Orthodox Church area to date.
Freedom of movement remains limited to Kosovo Serbs. The reconstruction process is ongoing.
Table 9.1: Police, Civil Protection, and Military Presence
Name Phone/fax/e-mail Number of Police Officers, Soldiers, etc. Ethnic Composition, Nationality
KPS 581 010, 582 902 114 88 Kosovo Albanian, 23 Kosovo Serb, 2 Ashkali, 1
Bosniak
UN Civil Police 581 010, 582 902 2 N/A
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KPC N/A N/A
KFOR Appr. 800 Finnish/ Irish
Source: Finnish KFOR, UN Police.
10. Economics
The economic situation in the municipality is a clear reflection of a Kosovo-wide reality with a high unemployment rate
and general lack of economic development. Traditionally, the municipality is predominantly agriculture-oriented. The
mines in Magurë/Magura and Babush/Babuš do not function, mainly due to damaged and outdated technology. Similarly,
the paper factory, Metalac, Termovent and the Coca-Cola Company and other public enterprises never resumed
production after the conflict. Both private and public sectors were efficient before the conflict, but now only the public
sector has been able to resume work up to 20% of its former capacity. Many shops and restaurants have opened in
town, but approximately 80% of the population remains unemployed.
10.1 Major Employers in the Region
Employer Service/Products Production ongoing? Size of Workforce
PTK Branch In Lipjan/Lipljan town N/A
PTK Subbranch in Magure/Magura N/A
PTK Subbranch in Janjevë/Janjevo N/A
Mine Quarry in Gadime village N/A
Socially Owned Enterprise (SOE) KOSOVA N/A
Soc. Enterprise Kosova N/A
Prishtina Airport N/A
SOE Blinaja N/A
Soc. Enterprise Vlaznimi N/A
Private Enter. Ulpi Commerce N/A
Private Enterprise Bestin N/A
Water Factory BONUS Water Yes
Private Enter. Aragonit N/A
Chicken Farm Mona Poultry/eggs yes
Salcon International Spices yes
NTU Kosovatrans N/A
NN Ulpiana N/A
Metal Holding Janjeve/Janjevo Yes
Golesh Mine No
Paper Factory
Source: Business registration office, Dept. for Economy and Finance Department of Education Lipjan/Lipljan
11. Infrastructure
There are many paved roads in the municipality, although mostly in poor condition and in need of repair. The amount of
vehicles creates a strain on the infrastructure in the municipality. The main railway track between Fushë Kosovë/Kosovo
Polje and Skopje passes through the town.
Housing conditions have improved. Reconstruction in the year 2001 was concentrated in building new schools or
reconstructing primary schools throughout the municipality, mainly in the villages where pupils previously had to walk
long distances to their nearest school. Many Kosovo Albanian houses have been repaired or reconstructed, particularly
in the heavily damaged surrounding villages. Currently, the focus has shifted to the reconstruction of the Kosovo Serb
property, burnt during the 17-19 March 2004. To date all of these houses have been reconstructed. In addition, the
municipality has recently committed to build a Primary School for Kosovo Serb pupils in Lipjan/Lipljan town.
The electrical grid in Kosovo Albanian and Kosovo Serb inhab ited villages is also in poor condition. The supply of
electricity is not sufficient and is ofte n interrupted. Lately, KEK’s refusal to repa ir electricity network failures has led to
considerable tension within the communities. The water supply situation is better than in the surrounding municipalities.
The European Union has funded efforts to improve the water supply network during the year 2002.
12. Social Services, Health and Education
Social Services:
The Centre for Social Welfare (CSW) in Lipjan/Lipljan provid es social assistance to the most vulnerable people. The
director of the CSW is Mr. Fehmi Ibrahimi, who began employment in early 2004. No pension, but some small-scale
8
assistance is provided . Social assistance is given in two different categories, i.e. in the case of 80% intra-family
unemployment rate or with no-one employed in the family with at least one child younger than five years. 1,487 families
in Lipjan/Lipljan receive social assistance, constituting 6,494 people; of these families 1,243 are Kosovo-Albanian and
the remaining 244 are other than Albanian, mostly Kosovo Serbs.
Health:
Kosovo Albanians use the main Health House in Lipjan/Lipljan town, while Kosovo Serbs use a private house as a
separate health house (ambulanta). Several small health houses provide health assistance in villages, though care is
limited to very basic services (injections, doctor’s visit once per week, etc). For hospital services, Kosovo Albanians and
Ashkali travel to Prishtinë/Priština, while Kosovo Serbs and Roma go to Laplje Selo/Llapje Selle or Mitrovicë/Mitrovica.
Place Building/Facility Service Community served
Lipjan/Lipljan Main Health House Matern ity, Surgery Unit (small operations), Dentist, Pediatry, Internist, Blood
and Urine test, Injection services, X-rays, Vaccination.
Kosovo Albanian/Roma/
Ashkali/Croat and a few
Kosovo Serbs
Magurë/Magura Small Clinic Injection services , Medical checks, Vaccination Kosovo Albanian
Shalë/Sedlare Small Clinic Medical checks, Injection services, Vaccination Kosovo Albanian
Rubovc/Rabovce Small Clinic Medical checks, Injection services, Vaccination Kosovo Albanian
Janjevë/Janjevo Small Clinic Medical chec ks, Injection services, Vaccination Kosovo
Albanian/Roma/Croat
Banullë/Bandulic Small Clinic M edical checks, Injection services, Vaccination Kosovo Albanian
Gadime/Gadimlje Small Clinic Medical checks, In jection services, Vaccination Kosovo Albanian/Roma
Sllovi/Slovinje Small Clinic Medical checks, Injection services, Vaccination Kosovo Albanian
D.Gusterica/Gustericë e U. Main Health House Maternity, Dentist, Blood and Urine test (unc ompleted), Injection services,
Vaccination.
Kosovo Serb
Lipjan/Lipljan Small Clinic Medical checks, Injection services, Vaccination Kosovo Serb
Lepina/Lepinë Small Clinic Medical checks (not ev ery day), Injection services. Kosovo Serb
Babush/Babus Small Clinic Medical checks, Injection services, vaccination Kosovo Albanian
Dobraj e Madhe/Veliko
Dobranje
Small Clinic Medical checks, Injection services, vaccination Kosovo Albanian
Kraishte/Kraiste Small Clinic Medical checks, Injection services, vaccination Kosovo Albanian
Source: Department of Health in Lipjan/Lipljan. As of June 2004
Education:
Lipjan/Lipljan has 16 primary schools for Kosovo Albanians and 11 for Kosovo Serbs. There is one secondary school
with two units for Kosovo Albanians (the biggest secondary education unit in Kosovo, with 2,824 pupils for the 2001/2002
academic year) and one agricultural secondary school for Kosovo Serbs. In addition, there is a medical secondary
school in Donja Gusterica/Gushterice e Ulet for Kosovo Serbs. A private house in Lipjan/Lipljan town is used as a
primary school for Kosovo Serbs, as they do not have acce ss to the primary school building in the centre of town.
Following the March riots, safe travel for students to this school has become a concern for parents. In July 2003 the
Municipal Assembly allocated municipal land for the construction of an additional primary school in Lipjan/Lipljan town.
This school will initially be used for Kosovo Serb children, but at a latter stage is planned to become multi-ethnic. At the
stage of writing the funding is not secured. Also there is 1(one) Kindergarten located in the centre of Lipjan/Lipljan town.
13. Returns Process
Lipjan/Lipljan municipality has mostly seen spontaneous/individual return of Kosovo Serbs and more organized return of
Roma/Ashkali/Egyptiani (RAE) population over the course of the past five years. The return of the RAE population fled
from Lipjan/Lipljan municipality seems to show some more concrete results. With the help of the Austrian/ Swiss
governments, as well as NGOs GOAL, EAR and Erikshjalpen, the return of RAE families materialized in the villages of
Magure/Magura, Dobraje e Vogel/Malo Dobranje and Medvec/Medvece.
As regards to Kosovo Serb return, departures have also been observed, mostly from the urban area of Lipjan/Lipljan
town. The outflow of the urban Serbs gravitates towards Serbia proper or Serb majority surrounding villages. Regarding
the return of 17-19 March IDPs, a few urban Kosovo Serb families returned after the riots, while the majority of them
continue to live as IDPs in the Orthodox Church area of Lipjan/Lipljan town, in the surrounding villages or Serbia proper.
The Municipal Working Group is the main forum as regards to the endorsement of return projects. It was established in
March 2002, first co-chaired by UNMIK and UNHCR and taken over by PISG at a latter stage. The municipality hired a
Municipal Returns Officer in January 2005 and the finalization of the Municipal Returns Strategy is under way.
Berichtsvorlage
1107 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER
Dezernent Koordination für Flüchtlingsfragen
Betrifft
Sondierungsreise in den Kosovo / Bericht der Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven - Heimatgarten
Beratungsfolge
31.08.2005 Ausländerbeirat Bericht
08.09.2005 Kommission zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern u.
ausländischen Flüchtlingen Bericht
Bericht:
Das Innenministerium des Landes NRW ist an die Stadt Münster herangetreten, gemeinsam ein
freiwilliges Rückkehrprojekt für Flüchtlinge zu konzipieren.
Die Verwaltung hat hierzu eine Orientierungsreise durch die Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven or-
ganisieren lassen, an der MitarbeiterInnen der Verwaltung sowie BetroffenenvertreterInnen teil-
nehmen konnten.
Der beigefügte Bericht der Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven wird zur Kenntnis genommen.
In Vertretung
gez. Dr. Klein
Stadträtin
Vorlagen-Nr.:
V/0624/2005
Auskunft erteilt:
Frau Jostameling
Herr Mehmeti
Ruf:
492 70 55
E-Mail:
JostameS@stadt-muenster.de
Datum:
29.07.2005
Öffentliche Berichtsvorlage
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Wallstraße 9
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0624/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 09.08.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37