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3597/2020

Förderung rassismuskritischer Projekte/1.Schritt

Beschlussvorlage Ausschuss 23.12.2020

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Nächste Beratung: Integrationsrat, Sitzung am 12.01.2021, TOP 12.4

Anlage 1

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Beschlussvorlage Ausschuss

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Anlage 1

6946 Zeichen

Anlage 1  
 
1. „Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch 
 - zur Handreichung für Journalist_innen (2.Auflage)“ 
 
Bei Berichterstattungen über rechtsextreme oder rassistisch motivierte Straftaten ist in der 
deutschen Medienlandschaft eine gewisse Unsicherheit und Unreflektiertheit im 
Sprachgebrauch festzustellen. In dem Leitfaden sollen daher Begrifflichkeiten und 
Darstellungsweisen erläutert werden, die einer respektvollen Wortwahl in der 
Berichterstattung über rassistische oder politisch rechts motivierte Straftaten 
entgegenstehen. Respektvolle Ausdrucksweisen stellen kein Novum dar, bleiben jedoch zu 
oft unberücksichtigt. Unkenntnis oder eine mindestens unreflektierte Haltung führen oft 
zu einer Verwendung unangemessener oder gar beleidigender Begriffe sowie zur 
Manifestierung von Vorurteilen und Stereotypen. Um dies künftig zu verhindern und 
die Grundlage für eine rassismuskritische Berichterstattung zu schaffen, soll mit 
diesem Leitfaden Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit geleistet werden. Mit ihm 
werden Medienmacher*innen theoretische aber auch praxisnahe Informationen über 
rassistischen Sprachgebrauch, rassistische (Sprech-)Handlungen und stereotype 
Bildsprache an die Hand gegeben. Zudem gibt der Leitfaden Anregungen, wie die 
bewusste Verwendung von Begrifflichkeiten und damit eine differenzierte 
Berichterstattung erfolgen kann.  
 
2. COLOGNE-ACT FOR HUMANITY 
  
Anlässlich des Welttags der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung (UNESCO) am 
21.05.2021 soll eine Open-Air Veranstaltung mit dem Titel "Menschlichkeit Stimmen geben" 
stattfinden. Es sollen Vorträge von Menschenrechts-Aktivist*Innen gehalten aber auch 
Coachings zu Themen wie z.B. politisch korrekter Sprachgebrauch,  erfolgreiche 
interkulturelle Kommunikation und verdeckte Strukturen des institutionellen Rassismus 
durchgeführt werden. Speaker*Innen wie etwa Tupoka Ogette, Düzen Tekkal, Mo Asumang, 
Gäste wie Igor Levit, Angehörige der Opfer von Hanau oder dem NSU 2.0, Menschen, die 
Zeugen unmenschlichen Verhaltens in Köln geworden sind und generell auch   
Einwohner*innen ohne Prominenten-Status sollen zu Wort kommen. Ziel der Veranstaltung 
ist ein Appell für menschliches und bürgerschaftliches Engagement, Zivilcourage zu zeigen 
und ein „Wir-sind-viele-Gefühl" zu erzeugen. 
 
3. Aktionswoche zum 21.03.2021  
 
Innerhalb der Aktionswoche vom 15.-21.03.2021 zum Internationalen Tag gegen Rassismus 
plant das Forum gegen Rassismus und Diskriminierung mit seinen Mitgliedsorganisationen 
zu verschiedenen Themenschwerpunkten folgende Aktivitäten: 
 Vortrag zum Thema „Sprache M(m)acht Rassismus“ 
 Empowerment Workshop für Menschen mit Rassismuserfahrungen  
 Vortrag über die TANG Rassismus Studie

 Workshop zum Thema Awareness 
 Workshop mit Filmsequenzen zum Thema Widerstand von persons of color, die die 
Menschheitsgeschichte geprägt haben  
 Vortrag über afrikanische Frauen, die die Weltgeschichte geprägt haben 
 Abschlussveranstaltung am 21.03.2020 mit einem musikalischem Beitrag  
 Plakataktion im öffentlichen Raum  
 
4. „Respecful doors- Für diskriminierungssensible Kultur“ 
 
„Du kommst hier nicht rein!“ Diesen Satz hören Menschen, die von Rassismus betroffen 
sind, im Nachtleben häufig. Im Rahmen des Pilotprojektes „Für eine diskriminierungssensible 
Türpolitik“ plant der Club Bahnhof Ehrenfeld gemeinsam mit dem ADB Köln / Öffentlichkeit 
gegen Gewalt e.V. sowie dem Security-Unternehmen Steinberger GmbH die 
Implementierung eines Siegels für Kölner Clubs, welches jedes Jahr an die sich 
verpflichtenden Kölner Clubs öffentlichkeitswirksam vergeben werden kann. Um das Siegel 
zu erhalten, verpflichtet sich der Club u.a., eine jährliche Schulung der Mitarbeitenden, der 
Security sowie jeder Einsatzleitung zum Thema Antidiskriminierung durch externe 
qualifizierte Trainer*innen nachzuweisen. Diese Schulungen sollen über die Projektmittel 
finanziert werden. Das Siegel soll zeigen, dass diskriminierungssensible Türpolitik gelingen 
kann und andere Clubbetreiber*innen dazu motivieren, diese ebenfalls zu etablieren. 
 
5. Stelle zur Mitarbeit beim Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung 
  
Die modellhafte Förderung der Assistenzkraft zur Stärkung des ‚Kölner Forums gegen 
Rassismus und Diskriminierung‘ soll zeigen, welche Strukturen helfen können, die 
Möglichkeiten der beiden ehrenamtlichen Sprecherinnen zu verbessern, über Rassismus 
und Diskriminierung in Köln aufzuklären und diesen entgegenzutreten. Die Unterstützung 
des Fachgremiums gewährleistet die Entwicklung von Strategien, um Rassismus und 
Diskriminierung wirkungsvoller zu bekämpfen und bisher nicht berücksichtigte Themenfelder 
anzugehen. Die Verständigung über fachliche Standards wurde bereits letztes Jahr 
angestoßen und soll durch die Förderung der personellen Unterstützung in diesem Jahr 
fokussiert werden. Die Optimierung der Arbeitsabläufe sowie die intensive Ausgestaltung der 
Aktivitäten in den Arbeitsgruppen z.B. „Rassismus in der KiTa / KiTa Plätze für alle“ sollen 
transparenter werden.  
 
6. Stark gegen Rassismus  
 
An zwei verlängerten Wochenenden sollen geflüchtete Frauen* und Migrantinnen* wichtige 
Methoden und Werkzeuge kennenlernen und erproben, um mit Alltagsrassismus besser 
umzugehen und sich stärken zu können. Ziel des Wochenendes ist es, Frauen fernab von 
ihrer Unterbringung die Möglichkeit zu geben, sich intensiv in einem geschützten Raum 
auszutauschen, Informationen zu den Themen Rassismus/Antidiskriminierung/ Sexismus zu 
erhalten, Hilfesysteme kennenzulernen und Wissen über ihre Rechte zu erlangen. Durch 
eine intensive Biografie-Arbeit soll den Frauen zudem die Möglichkeit gegeben werden, 
Erlebtes aufzuarbeiten. Ferner wird den Frauen die Teilnahme an einem Wen-Do Workshop 
ermöglicht. Dieser beruht auf einem feministischen Konzept der Selbstbehauptung, 
Selbstverteidigung und Auseinandersetzung mit erlernten Opferhaltungen.

7.  Powerspaces - Empowerment  
Räume für Jugendliche und Multiplikator*innen mit Rassismuserfahrung  
 
Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Workshops, Supervisionen sowie eine 
Verstetigung von Empowerment-Räumen. Junge Erwachsene und interessierte Akteure aus 
der Zivilgesellschaft sollen  Workshops, Supervisionen, Fallberatungen und Netzwerktreffen 
Platz und Raum erhalten, wo sie Erfahrungen mit anderen reflektieren können, ihre Identität 
stärken und Erfahrungen und Kompetenzen „peer-to-peer“ weitergeben. Bei dem geplanten 
Projekt werden mit den Teilnehmenden konkrete, geschütztere Räume entwickelt, die sie 
langfristig bei der Resilienz-Entwicklung unterstützen können. Methodisch und konzeptionell 
werden diverse Erkenntnisse aus der politischen, non-formalen Bildungsarbeit genutzt. Dazu 
zählen Ansätze aus dem Anti-Bias-, Betzavta-, Racism-Awareness Training sowie auch 
klassische Supervisionen und Fallberatungen, Peer-Coaching und Open-space-Angebote.

Beschlussvorlage Ausschuss

6469 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
OB/16/162 
 
Vorlagen-Nummer 
 3597/2020 
Freigabedatum 23.12.2020 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Förderung rassismuskritischer Projekte/1.Schritt 
Beschlussorgan 
Integrationsrat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Integrationsrat Köln beschließt die Förderung von Projekten der rassismuskritischen und antiras-
sistischen Arbeit im Jahr 2021 wie folgt: 
 
1. „Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch - Zur Handreichung für Journa-
list_innen (2.Auflage)“ 
Antragsteller: Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. 
Fördersumme: 4.800,00 Euro 
 
2. Cologne-ACTS FOR HUMANITY 
Antragsteller: Act(s) for humanity e.V. 
Fördersumme: 4.746,00 Euro 
 
3. Aktionswoche zum 21.3.2021 / Tag gegen Rassismus vom Kölner Forum gegen Rassismus 
und Diskriminierung  
Antragsteller: Caritasverband für die Stadt Köln e.V. 
Fördersumme: 6.000,00 Euro 
 
4. „Respectful doors - Für diskriminierungssensible Kultur“ 
Antragsteller: Club Bahnhof Ehrenfeld 
Fördersumme: 9.000,00 Euro 
 
5. Mitarbeiterstelle beim Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung 
Antragsteller: Pamoja Afrika e.V. 
Fördersumme: 7.782,00 Euro  
 
6. Stark gegen Rassismus 
Antragsteller: agisra e.V.  
Fördersumme: 4.220,00 Euro 
 
7. Powerspaces - Empowerment Räume für Jugendliche und Multiplikator*innen mit 
Rassismuserfahrung  
Antragsteller: Coach e.V.  
Fördersumme: 10.000,00 Euro  
 
Die Gesamtsumme der Förderungen beträgt 46.548,00 €. 
 
Integrationsrat 12.01.2021

2 
Die Aufwendungen sind im Haushaltsplan 2020/2021, Teilergebnisplan 0504 – Freiwillige Sozialleis-
tungen und Diversity in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, veranschlagt.

3 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen         € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme  46.548,00 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
 Begründung 
Der in den letzten Jahren zunehmend offener gelebte Rassismus wird zu einer steigenden Belastung 
für das friedliche Miteinander und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Das zeigen auch die aktuel-
len Diskurse – auch in unserer Stadt – und die medialen Diskussionen und Berichterstattungen. Der 
Bedarf an Präventions-, Sensibilisierungs- und Empowerment-Angeboten ist hoch – das belegen 
auch die zahlreich eingegangenen Anträge, die schon im ersten Förderschritt die zur Verfügung ste-
hende Fördersumme fast zu 100% ausschöpfen. 
Die Stadt Köln fördert seit Jahren Maßnahmen gegen Rassismus aus den Mitteln für Antirassismus-
Training im Rahmen des „Aktionsprogramms für ein friedliches Miteinander und gegen Intoleranz und 
Rechtsradikalismus“. Im Fokus stehen dabei eine Förderung demokratischer Teilhabe und eines viel-
fältigen, gewaltfreien und demokratischen Miteinanders.  
Im Haushaltsjahr 2021 stehen insgesamt 50.000 € für Antirassismus-Projekte zur Verfügung. Die 
Aufwendungen sind im Haushaltsplan 2020/2021, Teilergebnisplan 0504 – Freiwillige Sozialleistun-
gen und Diversity in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, veranschlagt. In einem ersten 
Schritt soll eine Fördersumme von insgesamt 46.548,00 Euro für die in Anlage 1 beschriebenen Pro-
jekte vergeben werden. Die übrigen 3.452,00 Euro können in einem 2.Schritt vergeben werden. Die 
Vergabe erfolgt gemäß der Richtlinie zur „Förderung rassismuskritischer Projekte zur Stärkung von 
Demokratie und Akzeptanz“.

4 
Die beantragten Maßnahmen sollen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen sensibilisieren und 
befähigen gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung vorzugehen. Ein weiterer Schwerpunkt 
der Projekte ist die Stärkung diskriminierter Gruppen. Von den vorgeschlagenen Projekten wird eine 
präventive Wirkung gegen Rassismus und Diskriminierung in Köln erwartet. Die Maßnahmen werden 
als Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Kölner Konzeptes zur Stärkung der integrativen Stadtge-
sellschaft gewertet. Die Förderung erfolgt mit der Auflage, dass die Antragsteller und Antragstellerin-
nen in einem Erfahrungsbericht die erzielte und längerfristig erwartete Wirkung der Maßnahme dar-
stellen sowie ggfls. erarbeitete Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit für interessierte Kölner Akteu-
rinnen und Akteure zur Verfügung stellen. 
Die vorgesehene Entscheidung durch den Integrationsrat ergibt sich aus der 21. Satzung zur Ände-
rung der Hauptsatzung der Stadt Köln vom 10.02.2009. 
§ 22 Absatz 7 der Hauptsatzung der Stadt Köln erhält folgende Fassung: 
(7) Der Integrationsrat wirkt an den Beratungen über die Haushaltssatzung mit. Er berät über alle 
Haushaltsansätze, die seine Aufgaben betreffen und kann dazu Vorschläge und Anregungen ma-
chen. 
Darüber hinaus weist der Rat dem Integrationsrat Mittel zu, über deren Verteilung der Integrationsrat 
nach einer vom Rat beschlossenen Richtlinie  
 zur Anerkennung und Förderung der Interkulturellen Zentren und  
 zur Förderung rassismuskritischer Projekte zur Stärkung von Demokratie und Akzep-
tanz  
entscheidet. 
Die Fortführung der Finanzierung von Antirassimus-Projekten erhält bestehende Informations- und 
Hilfsstrukturen, die in den vergangenen Jahren aufgebaut werden konnten. Mit dieser Sicherung be-
stehender Strukturen sind die Voraussetzungen der Bewirtschaftungsverfügung von Dez.II vom 
25.03.2020 zur Haushaltsbewirtschaftung in der Corona-Krise erfüllt. 
 
Begründung der Dringlichkeit:  
Eine Entscheidung in der Sitzung des Integrationsrates am 12.01.2021 ist dringend erforderlich, um 
die sieben wichtigen Projekte der antirassistischen bzw. rassismuskritischen Arbeit noch zu Beginn 
des Jahres wie geplant umzusetzen. Aufgrund der notwendigen Prüfung und Bewertung der einge-
gangenen Projektanträge durch die Verwaltung war eine fristgemäße Vorlage nicht möglich. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anlage

Beratungsverlauf (1)

12.01.2021 Integrationsrat
TOP 12.4 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3597/2020
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
23.12.2020
Erstellt
10.12.2020 14:42