3597/2020
Förderung rassismuskritischer Projekte/1.Schritt
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Anlage 1
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Anlage 1 1. „Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch - zur Handreichung für Journalist_innen (2.Auflage)“ Bei Berichterstattungen über rechtsextreme oder rassistisch motivierte Straftaten ist in der deutschen Medienlandschaft eine gewisse Unsicherheit und Unreflektiertheit im Sprachgebrauch festzustellen. In dem Leitfaden sollen daher Begrifflichkeiten und Darstellungsweisen erläutert werden, die einer respektvollen Wortwahl in der Berichterstattung über rassistische oder politisch rechts motivierte Straftaten entgegenstehen. Respektvolle Ausdrucksweisen stellen kein Novum dar, bleiben jedoch zu oft unberücksichtigt. Unkenntnis oder eine mindestens unreflektierte Haltung führen oft zu einer Verwendung unangemessener oder gar beleidigender Begriffe sowie zur Manifestierung von Vorurteilen und Stereotypen. Um dies künftig zu verhindern und die Grundlage für eine rassismuskritische Berichterstattung zu schaffen, soll mit diesem Leitfaden Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit geleistet werden. Mit ihm werden Medienmacher*innen theoretische aber auch praxisnahe Informationen über rassistischen Sprachgebrauch, rassistische (Sprech-)Handlungen und stereotype Bildsprache an die Hand gegeben. Zudem gibt der Leitfaden Anregungen, wie die bewusste Verwendung von Begrifflichkeiten und damit eine differenzierte Berichterstattung erfolgen kann. 2. COLOGNE-ACT FOR HUMANITY Anlässlich des Welttags der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung (UNESCO) am 21.05.2021 soll eine Open-Air Veranstaltung mit dem Titel "Menschlichkeit Stimmen geben" stattfinden. Es sollen Vorträge von Menschenrechts-Aktivist*Innen gehalten aber auch Coachings zu Themen wie z.B. politisch korrekter Sprachgebrauch, erfolgreiche interkulturelle Kommunikation und verdeckte Strukturen des institutionellen Rassismus durchgeführt werden. Speaker*Innen wie etwa Tupoka Ogette, Düzen Tekkal, Mo Asumang, Gäste wie Igor Levit, Angehörige der Opfer von Hanau oder dem NSU 2.0, Menschen, die Zeugen unmenschlichen Verhaltens in Köln geworden sind und generell auch Einwohner*innen ohne Prominenten-Status sollen zu Wort kommen. Ziel der Veranstaltung ist ein Appell für menschliches und bürgerschaftliches Engagement, Zivilcourage zu zeigen und ein „Wir-sind-viele-Gefühl" zu erzeugen. 3. Aktionswoche zum 21.03.2021 Innerhalb der Aktionswoche vom 15.-21.03.2021 zum Internationalen Tag gegen Rassismus plant das Forum gegen Rassismus und Diskriminierung mit seinen Mitgliedsorganisationen zu verschiedenen Themenschwerpunkten folgende Aktivitäten: Vortrag zum Thema „Sprache M(m)acht Rassismus“ Empowerment Workshop für Menschen mit Rassismuserfahrungen Vortrag über die TANG Rassismus Studie Workshop zum Thema Awareness Workshop mit Filmsequenzen zum Thema Widerstand von persons of color, die die Menschheitsgeschichte geprägt haben Vortrag über afrikanische Frauen, die die Weltgeschichte geprägt haben Abschlussveranstaltung am 21.03.2020 mit einem musikalischem Beitrag Plakataktion im öffentlichen Raum 4. „Respecful doors- Für diskriminierungssensible Kultur“ „Du kommst hier nicht rein!“ Diesen Satz hören Menschen, die von Rassismus betroffen sind, im Nachtleben häufig. Im Rahmen des Pilotprojektes „Für eine diskriminierungssensible Türpolitik“ plant der Club Bahnhof Ehrenfeld gemeinsam mit dem ADB Köln / Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. sowie dem Security-Unternehmen Steinberger GmbH die Implementierung eines Siegels für Kölner Clubs, welches jedes Jahr an die sich verpflichtenden Kölner Clubs öffentlichkeitswirksam vergeben werden kann. Um das Siegel zu erhalten, verpflichtet sich der Club u.a., eine jährliche Schulung der Mitarbeitenden, der Security sowie jeder Einsatzleitung zum Thema Antidiskriminierung durch externe qualifizierte Trainer*innen nachzuweisen. Diese Schulungen sollen über die Projektmittel finanziert werden. Das Siegel soll zeigen, dass diskriminierungssensible Türpolitik gelingen kann und andere Clubbetreiber*innen dazu motivieren, diese ebenfalls zu etablieren. 5. Stelle zur Mitarbeit beim Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung Die modellhafte Förderung der Assistenzkraft zur Stärkung des ‚Kölner Forums gegen Rassismus und Diskriminierung‘ soll zeigen, welche Strukturen helfen können, die Möglichkeiten der beiden ehrenamtlichen Sprecherinnen zu verbessern, über Rassismus und Diskriminierung in Köln aufzuklären und diesen entgegenzutreten. Die Unterstützung des Fachgremiums gewährleistet die Entwicklung von Strategien, um Rassismus und Diskriminierung wirkungsvoller zu bekämpfen und bisher nicht berücksichtigte Themenfelder anzugehen. Die Verständigung über fachliche Standards wurde bereits letztes Jahr angestoßen und soll durch die Förderung der personellen Unterstützung in diesem Jahr fokussiert werden. Die Optimierung der Arbeitsabläufe sowie die intensive Ausgestaltung der Aktivitäten in den Arbeitsgruppen z.B. „Rassismus in der KiTa / KiTa Plätze für alle“ sollen transparenter werden. 6. Stark gegen Rassismus An zwei verlängerten Wochenenden sollen geflüchtete Frauen* und Migrantinnen* wichtige Methoden und Werkzeuge kennenlernen und erproben, um mit Alltagsrassismus besser umzugehen und sich stärken zu können. Ziel des Wochenendes ist es, Frauen fernab von ihrer Unterbringung die Möglichkeit zu geben, sich intensiv in einem geschützten Raum auszutauschen, Informationen zu den Themen Rassismus/Antidiskriminierung/ Sexismus zu erhalten, Hilfesysteme kennenzulernen und Wissen über ihre Rechte zu erlangen. Durch eine intensive Biografie-Arbeit soll den Frauen zudem die Möglichkeit gegeben werden, Erlebtes aufzuarbeiten. Ferner wird den Frauen die Teilnahme an einem Wen-Do Workshop ermöglicht. Dieser beruht auf einem feministischen Konzept der Selbstbehauptung, Selbstverteidigung und Auseinandersetzung mit erlernten Opferhaltungen. 7. Powerspaces - Empowerment Räume für Jugendliche und Multiplikator*innen mit Rassismuserfahrung Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Workshops, Supervisionen sowie eine Verstetigung von Empowerment-Räumen. Junge Erwachsene und interessierte Akteure aus der Zivilgesellschaft sollen Workshops, Supervisionen, Fallberatungen und Netzwerktreffen Platz und Raum erhalten, wo sie Erfahrungen mit anderen reflektieren können, ihre Identität stärken und Erfahrungen und Kompetenzen „peer-to-peer“ weitergeben. Bei dem geplanten Projekt werden mit den Teilnehmenden konkrete, geschütztere Räume entwickelt, die sie langfristig bei der Resilienz-Entwicklung unterstützen können. Methodisch und konzeptionell werden diverse Erkenntnisse aus der politischen, non-formalen Bildungsarbeit genutzt. Dazu zählen Ansätze aus dem Anti-Bias-, Betzavta-, Racism-Awareness Training sowie auch klassische Supervisionen und Fallberatungen, Peer-Coaching und Open-space-Angebote.
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/162 Vorlagen-Nummer 3597/2020 Freigabedatum 23.12.2020 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Förderung rassismuskritischer Projekte/1.Schritt Beschlussorgan Integrationsrat Gremium Datum Beschluss: Der Integrationsrat Köln beschließt die Förderung von Projekten der rassismuskritischen und antiras- sistischen Arbeit im Jahr 2021 wie folgt: 1. „Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch - Zur Handreichung für Journa- list_innen (2.Auflage)“ Antragsteller: Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. Fördersumme: 4.800,00 Euro 2. Cologne-ACTS FOR HUMANITY Antragsteller: Act(s) for humanity e.V. Fördersumme: 4.746,00 Euro 3. Aktionswoche zum 21.3.2021 / Tag gegen Rassismus vom Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung Antragsteller: Caritasverband für die Stadt Köln e.V. Fördersumme: 6.000,00 Euro 4. „Respectful doors - Für diskriminierungssensible Kultur“ Antragsteller: Club Bahnhof Ehrenfeld Fördersumme: 9.000,00 Euro 5. Mitarbeiterstelle beim Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung Antragsteller: Pamoja Afrika e.V. Fördersumme: 7.782,00 Euro 6. Stark gegen Rassismus Antragsteller: agisra e.V. Fördersumme: 4.220,00 Euro 7. Powerspaces - Empowerment Räume für Jugendliche und Multiplikator*innen mit Rassismuserfahrung Antragsteller: Coach e.V. Fördersumme: 10.000,00 Euro Die Gesamtsumme der Förderungen beträgt 46.548,00 €. Integrationsrat 12.01.2021 2 Die Aufwendungen sind im Haushaltsplan 2020/2021, Teilergebnisplan 0504 – Freiwillige Sozialleis- tungen und Diversity in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, veranschlagt. 3 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 46.548,00 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung Der in den letzten Jahren zunehmend offener gelebte Rassismus wird zu einer steigenden Belastung für das friedliche Miteinander und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Das zeigen auch die aktuel- len Diskurse – auch in unserer Stadt – und die medialen Diskussionen und Berichterstattungen. Der Bedarf an Präventions-, Sensibilisierungs- und Empowerment-Angeboten ist hoch – das belegen auch die zahlreich eingegangenen Anträge, die schon im ersten Förderschritt die zur Verfügung ste- hende Fördersumme fast zu 100% ausschöpfen. Die Stadt Köln fördert seit Jahren Maßnahmen gegen Rassismus aus den Mitteln für Antirassismus- Training im Rahmen des „Aktionsprogramms für ein friedliches Miteinander und gegen Intoleranz und Rechtsradikalismus“. Im Fokus stehen dabei eine Förderung demokratischer Teilhabe und eines viel- fältigen, gewaltfreien und demokratischen Miteinanders. Im Haushaltsjahr 2021 stehen insgesamt 50.000 € für Antirassismus-Projekte zur Verfügung. Die Aufwendungen sind im Haushaltsplan 2020/2021, Teilergebnisplan 0504 – Freiwillige Sozialleistun- gen und Diversity in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, veranschlagt. In einem ersten Schritt soll eine Fördersumme von insgesamt 46.548,00 Euro für die in Anlage 1 beschriebenen Pro- jekte vergeben werden. Die übrigen 3.452,00 Euro können in einem 2.Schritt vergeben werden. Die Vergabe erfolgt gemäß der Richtlinie zur „Förderung rassismuskritischer Projekte zur Stärkung von Demokratie und Akzeptanz“. 4 Die beantragten Maßnahmen sollen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen sensibilisieren und befähigen gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung vorzugehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Projekte ist die Stärkung diskriminierter Gruppen. Von den vorgeschlagenen Projekten wird eine präventive Wirkung gegen Rassismus und Diskriminierung in Köln erwartet. Die Maßnahmen werden als Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Kölner Konzeptes zur Stärkung der integrativen Stadtge- sellschaft gewertet. Die Förderung erfolgt mit der Auflage, dass die Antragsteller und Antragstellerin- nen in einem Erfahrungsbericht die erzielte und längerfristig erwartete Wirkung der Maßnahme dar- stellen sowie ggfls. erarbeitete Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit für interessierte Kölner Akteu- rinnen und Akteure zur Verfügung stellen. Die vorgesehene Entscheidung durch den Integrationsrat ergibt sich aus der 21. Satzung zur Ände- rung der Hauptsatzung der Stadt Köln vom 10.02.2009. § 22 Absatz 7 der Hauptsatzung der Stadt Köln erhält folgende Fassung: (7) Der Integrationsrat wirkt an den Beratungen über die Haushaltssatzung mit. Er berät über alle Haushaltsansätze, die seine Aufgaben betreffen und kann dazu Vorschläge und Anregungen ma- chen. Darüber hinaus weist der Rat dem Integrationsrat Mittel zu, über deren Verteilung der Integrationsrat nach einer vom Rat beschlossenen Richtlinie zur Anerkennung und Förderung der Interkulturellen Zentren und zur Förderung rassismuskritischer Projekte zur Stärkung von Demokratie und Akzep- tanz entscheidet. Die Fortführung der Finanzierung von Antirassimus-Projekten erhält bestehende Informations- und Hilfsstrukturen, die in den vergangenen Jahren aufgebaut werden konnten. Mit dieser Sicherung be- stehender Strukturen sind die Voraussetzungen der Bewirtschaftungsverfügung von Dez.II vom 25.03.2020 zur Haushaltsbewirtschaftung in der Corona-Krise erfüllt. Begründung der Dringlichkeit: Eine Entscheidung in der Sitzung des Integrationsrates am 12.01.2021 ist dringend erforderlich, um die sieben wichtigen Projekte der antirassistischen bzw. rassismuskritischen Arbeit noch zu Beginn des Jahres wie geplant umzusetzen. Aufgrund der notwendigen Prüfung und Bewertung der einge- gangenen Projektanträge durch die Verwaltung war eine fristgemäße Vorlage nicht möglich. Anlage
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3597/2020
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 23.12.2020
- Erstellt
- 10.12.2020 14:42