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2010/0453

Verleihung der Bronzenen Verdienstplakette an Frau Gabriele Deppert

Magistratsvorlage 13.10.2010

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2010/0453

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2010/0453

5789 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
18.10.2010 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat I  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Hauptamt 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2010/0453 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Verleihung der Bronzenen Verdienstplakette an Frau Gabriele Deppert 
 
Vorlage vom: 13.10.2010 
 
Beschlussvorschlag: 
Frau Gabriele Deppert wird in Anerkennung ihrer Verdienste um die Aussöhnung und den gemeinsamen 
Dialog von Christen und Juden die Bronzene Verdienstplakette der Stadt Darmstadt verliehen. 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom  
 
Gabriele Deppert, am 4.12.1935 in Rom geboren, studierte nach dem Abitur Anglistik und Romanistik 
und ging dann in den Schuldienst.  Nach der Geburt ihrer zwei Söhne schied Frau Deppert aus dem 
Schuldienst aus. 
 
Ehrenamtlich setzt sich Frau Deppert seit 1987 als geschäftsführende Vorsitzende der Darmstädter 
Sektion der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit ein, die es als ihre vornehmliche 
Aufgabe ansieht, sich „für ein geschwisterliches Zusammenleben aller Menschen ohne Unterschied 
der Nation, des Glaubens oder der Herkunft“ einzusetzen, „für ein besseres Verständnis und für die 
Aussöhnung von Juden und Christen“ einzutreten und gegen „ideologischen Fanatismus, religiöse 
Intoleranz, Rassendiskriminierung, soziale Unterdrückung, politische Unduldsamkeit und nationale 
Überheblichkeit“  zu kämpfen, weil sie „die moralische und physische Existenz der einzelnen wie 
ganzer Gruppen und Völker“ gefährden. Zur Verwirklichung dieser Ziele organisiert Frau Deppert 
Veranstaltungen, Konzerte und  Lesungen und konnte damit den Kontakt zwischen jüdischen und 
nicht jüdischen Bürgerinnen und Bürgern fördern und das Interesse wecken, die Jüdische Gemeinde 
Darmstadt näher kennen zu lernen. Weiterhin war und ist es ihr Anliegen, rechten und antisemitischen 
Verhaltensweisen und Fremdenhass entgegen zu wirken; zu diesem Thema hatte Frau Deppert u. a. 
mit der Organisation „Gesicht zeigen!“ Schulen aufgesucht und mit Lehrern und Schülern Gespräche 
geführt. 
 
Außerdem war Frau Deppert 1987/1988 maßgeblich an der Aktion zum Benefizkauf von 
„Symbolischen Bausteinen“ für das von Rüdiger Breuer initiierte Projekt des neuen jüdischen 
Gotteshauses in der Wilhelm-Glässing-Straße beteiligt. Als die neue Synagoge 1988 eingeweiht 
wurde, nahm Frau Deppert auch Kontakt zu den ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger 
aus Darmstadt auf und schlug dauerhafte und wichtige Brücken, aus denen im Laufe der Jahre auch 
etliche Freundschaften entstanden sind. 
 
Eine weitere wichtige Aufgabe Frau Depperts bei der Gesellschaft für christlich-jüdische 
Zusammenarbeit bestand darin, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehende Alexander-Haas-
Bibliothek, die ein breites Spektrum zu christlich-jüdischen und auch zu muslimischen Themen bereit 
hält, zu betreuen, die Werke zu katalogisieren und die Anbindung der Bibliothek an das städtische 
Bibliothekssystem voranzutreiben.  
 
Auch bei der Initiative „Denkzeichen Güterbahnhof“, der es zu verdanken ist, dass eine Gedenkstätte 
an dem Platz eingeweiht werden konnte, vom dem aus früher Juden aus Darmstadt und dem Umland 
1942 und 1943 deportiert wurden, hat sich Frau Deppert seit 2001 engagiert. 
 
Weiterhin hervorzuheben ist ihr Engagement für die Gedenkstätte Liberale Synagoge Darmstadt. Die 
Überreste dieser einst prachtvollen Liberalen Synagoge Darmstadt waren im Oktober 2003 bei 
Bauarbeiten auf dem heutigen Gelände des Klinikums Darmstadt gefunden worden. Mit Hilfe der 
Kampagne „Wir brauchen einen Erinnerungsort Liberale Synagoge Darmstadt“ und damit 
verbundenen Spendensammlungen sowie der Organisation eines Klezmer-Konzerts im Staatstheater 
Darmstadt zu Gunsten der Aktion konnte die Innenaus-stattung der Gedenkstätte wesentlich 
mitfinanziert werden. Der Erinnerungsort wurde am  9.11.2009  eingeweiht. 
 
Auch war Frau Deppert maßgeblich an der Realisierung des Modells der Liberalen Synagoge beteiligt, 
das der Grafiker und Designer Christian Häussler im Auftrag der Stadt fertigte und 2005 vollendete. 
 
 
 
 
 
 
Darüber hinaus setzte sich Frau Deppert auch beharrlich dafür ein, die 1906 von dem Darmstädter 
Architekten Georg Wickop geschaffene Orthodoxe Synagoge in der Bleichstraße virtuell durch 
Computersimulation rekonstruieren zu lassen. Auch für dieses ambitionierte Projekt, dass durch eine 
Projektgruppe der Technischen Universität Darmstadt realisiert wurde, sammelte Frau Deppert 
Spenden in Höhe von rund 55.000,- Euro. Das sehenswerte Video und die DVD-Version wurden im 
Herbst 2004 kostenlos an alle Schulen verteilt.

3 
... 
 
Bei der nächsten Wahl zur Geschäftsführerin der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit 
Darmstadt, die Ende des Jahres ansteht, wird Frau Deppert nicht mehr für dieses Amt kandidieren. In 
den mehr als zwanzig Jahren in diesem Ehrenamt hat sie sich, neben weiteren ehrenamtlichen 
Tätigkeitsfeldern, vor allem für die Ziele der Gesellschaft eingesetzt und bleibende Verdienste um das 
Gemeinwohl unserer Stadt erworben. Ihr vorbildlicher, mit Sachkenntnis und großer menschlicher 
Wärme verbundener Einsatz sollte durch die Verleihung der Bronzenen Verdienstplakette der Stadt 
Darmstadt gewürdigt werden. 
 
Darmstadt, 13.10.2010 
100 gö 
 
 
 
Walter Hoffmann 
Oberbürgermeister

Beratungsverlauf (1)

TOP 552

Orte (2)

  • Wilhelm-Glässing-Straße
  • Bleichstraße

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Details

Vorlagen-Nr.
2010/0453
Typ
Magistratsvorlage
Datum
13.10.2010
Erstellt
29.09.2026 00:00