0276/2018
Anfrage der Piratengruppe im Rat der Stadt Köln gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/VII/4 Vorlagen-Nummer 23.01.2018 0276/2018 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 23.01.2018 Anfrage der Piratengruppe im Rat der Stadt Köln gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates hier: Freier oder freiwilliger Kostenbeitrag für Eintritt - solche oder andere Bezahlkonzepte für die städtischen Museen Die Ratsgruppe Bunt (ehem. Piraten im Rat der Stadt Köln) bittet mit Anfrage vom 06.09.2016 (AN/1401/2016) um die Beantwortung der folgenden Fragen: 1. Welche Museen hatten in 2015 wie viele Besucher, wie hoch waren die Einnahmen, und wie hoch waren die Gesamtkosten? Bitte jeweils aufschlüsseln pro Museum und Monat. 2. Welche Tage oder Tageszeiten oder Monate sind besucherschwach, und kämen sie für ein „Zahl, was es dir wert ist“-Konzept in Frage? 3. Wie bewertet die Stadtverwaltung die Auswirkung ihrer bisherigen Konzepte zur Erhöhung der Besucherzahlen in den Kölner Museen? 4. Wie könnte ein „Zahl, was es dir wert ist“ -Konzept gestaltet werden, um mehr Besucher anz u- ziehen? Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: Zu Frage 1: Die Museen erreichten in den letzten Jahren folgende Besucherzahlen: 2015 974.967 2016 906.089 2017 1.007.650 Die Gesamtkosten aller städtischen Museen lagen 2016 bei insgesamt rd. 40.499.071 Mio. € (ohne die eigenbetriebsähnliche Einrichtung Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, deren Jahres- abschluss 2016 liegt noch nicht vor). Die Gesamteinnahmen aus Eintrittsentgelten lagen für dasselbe Jahr bei insgesamt 3.211.921 €. Die Aufschlüsselung pro Museum ergibt sich aus der anliegenden Tabelle. Eine monatliche Aufschlüsselung ist nicht darstellbar, da die Budgets nicht in diesem Turnus abgerechnet werden. Jeweilige Schwankungen im Besucherzuspruch haben keinen Einfluss auf die Kostenstruktur der Museen. 2 Zu Frage 2: Generell korrespondieren die Besucherzahlen der städtischen Museen stark mit den Sonderausstel- lungen. Dies ist im Wesentlichen dadurch begründet, dass die museumsinteressierte Einwohner- schaft des Großraumes Köln die ständigen Sammlungen der Museen kennt und die Häuser und überwiegend dann wieder aufsucht, wenn attraktive Sonderausstellungen ausgerichtet werden. Dass die Besucherzahlen in 2017 wesentlich höher liegen, ist auf die stark besuchten Sonderausstellungen zurückzuführen. Beispielsweise hatten im letzten Jahr das Museum Ludwig mit „Gerhard Richter. Neue Bilder“ und das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud mit „Von Dürer bis van Gogh“ einen hohen Besucherzuspruch erfahren. Unabhängig von den Sonderausstellungen werden das NS- Dokumentationszentrum, das Museum Ludwig und auch das Römisch Germanische Museum (dieses ganz besonders) stärker als die anderen Museen von Schulklassen besucht. Gleichermaßen werden diese Häuser insbesondere in den Sommermonaten auch stark von Touristen frequentiert. Der Publikumszuspruch im Verlauf der Öffnungszeiten stellt sich wie folgt dar: Insgesamt werden die Museen an Dienstagen weniger stark besucht. Dies gilt tageszeitlich auch für die erste und die letzte Öffnungsstunde. Hinsichtlich der monatsbezogenen Auslastung der Museen sind keine allgemeingültigen Tendenzen erkennbar. Die Besucherzahlen fallen jedoch in der Sommerferienzeit um etwa 30% ab und sind im Frühjahr und Herbst entsprechend höher. Daher werden die Sonderausstellungen vorzugsweise in die publikumsstärkeren Zeiten terminiert. Zu Frage 3: Wie oben bereits erwähnt, werden die Besucherzahlen im Wesentlichen über das Sonderausstel- lungsprogramm erreicht. Die Werte schwanken von Jahr zu Jahr leicht, weil es den Museen wegen der hohen Ausrichtungskosten für diese Sonderprojekte nicht möglich ist, durchweg sogenannte Blockbuster-Ausstellungen zu produzieren, zumal die Museen die gesamte Bandbreite der Geschich- te/Kunstgeschichte und der wissenschaftlichen kunstbezogenen Forschung in ihren Projektierungen berücksichtigen. Die im Jahre 2008 eingeführten KölnTage werden vom Kölnern Publikum angenommen und bilden einen wichtigen Baustein in der Besucherbindung. An diesen Tagen gilt freier Eintritt für Kölner/innen in die Dauerausstellungen der Museen bei verlängerten Öffnungszeiten. Das Rautenstrauch-Joest-Museum richtet regelmäßige Thementage aus, die einen guten Zuspruch finden. Die Museumsnacht ist eine hochattraktive Veranstaltung die ein kulturinteressiertes, generations- übergreifendes Publikum in die Museen bringt. Mit dem niederschwelligen Angebot des Museumsbusses werden Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I angesprochen: diese werden von der Schule abgeholt, erleben ein auf sie zuge- schnittenes Programm im Museum um anschließend mit dem Bus den Heimweg anzutreten. Es besteht ein gutes Angebot an Sondertickets, die zu einem attraktiven Preis Mehrfachbesuche ermöglichen. Dies sind die MuseumsCard, das Angebot an Jahreskarten und die von KölnTourismus herausgegebene WelcomeCard. Außerdem erhalten alle Kinder, Schülerinnen und Schüler, Inhaber/innen des Köln-Passes wie auch alle Kölner/innen unter 18 Jahren freien Eintritt in die Dauerausstellungen der Museen. 3 Alle Museen richten regelmäßig thematische Sonderprogrammpunkte aus, wie beispielsweise Vorträ- ge, Sonderführungen und Diskussionsveranstaltungen. Die Wirkung dieser Konzeptpunkte ist angesichts des hohen Besucherzuspruchs, vor allem aber auch wegen der ausgesprochen hohen Präsenz der Museen im Kölner Kulturleben, als sehr positiv zu be- werten. Zu Frage 4: Voranzuschicken ist, dass „Zahl, was es dir wert ist“ nicht für Sonderausstellungen anwendbar ist, da die Eintrittseinnahmen Bestandteil der Refinanzierung dieser Projekte sind. Das Risiko von Minder- einnahmen wäre zu hoch und könnte über die bestehenden Budgets nicht ausgeglichen werden. Bezogen auf die Dauerausstellungen ist sicherlich anzunehmen, dass mit „Zahl, was es dir wert ist“ zumindest vorübergehend mehr Besucher für die Museen gewonnen werden könnten. Die Steigerung dürfte sich jedoch in Grenzen halten und es wäre fraglich, ob dies ohne finanzielle Einbußen gelänge. Da die Dauerausstellungen der Museen dem interessierten Publikum bekannt sind, ist es zweifelhaft, dass eine hinreichende Steigerung der Besucherzahlen erzielt werden könnte, um die mit Sicherheit niedrigeren Eintrittszahlungen auszugleichen. Dies auch, weil über die KölnTage der Museen, die ja mit der Gewährung des freien Eintritts auch eine soziale Komponente beinhalten, eine Konkurrenz zu alternativen Bezahlkonzepten besteht. Die KölnTage erreichen im Jahr insgesamt rd. 30.000 Besu- cher/innen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass „Zahl, was es dir wert ist“ diese Zahl noch wesentlich steigern könnte. Die positiven Effekte, die beispielsweise Zoos oder Freizeitparks, die ein freizeitorientiertes Publikum ansprechen, mit diesem Konzept erzielt haben, lassen sich nicht eins zu eins auf kulturelle Einrich- tungen wie Museen oder Theater übertragen. Ein deutlicher Nachteil des „Zahl, was es dir wert ist“ - Konzeptes liegt in der Nichtplanbarkeit der zu erwartenden Erlöse aus Eintritten. Die Museen unterliegen der Verpflichtung, die im Haushaltsplan veranschlagten Erlöse aus Eintritten in voller Höhe zu erzielen. Ein auftretendes Defizit könnte nur zu Lasten des Gesamthaushalts ausgeglichen werden. Aus diesen Gründen sieht die Verwaltung keine erfolgversprechenden Ansatzpunkte mit „Zahl, was es dir wert ist“ wesentlich höhere Besucherzahlen bei zumindest gleichbleibenden Eintrittseinnahmen zu erzielen. gez. Laugwitz-Aulbach Anlage
Anlage
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Jahresergebnis 2016 hier: Museen der Stadt Köln Anlage Museen Erträge davon Eintritte Aufwand Zuschuss Besucher gesamt Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud* 4.148.415 € 131.601 Museum Ludwig 5.021.750 € 1.496.541 € 14.177.578 € 9.155.827 € 231.080 Römisch-Germanisches Museum 1.127.150 € 824.334 € 3.264.869 € 2.137.719 € 179.467 Rautenstrauch-Joest-Museum 1.650.863 € 199.805 € 9.958.309 € 8.307.445 € 58.173 Museum für Angewandte Kunst 364.299 € 170.802 € 3.100.473 € 2.736.174 € 59.484 Museum für Ostasiatische Kunst 567.775 € 137.771 € 2.239.951 € 1.672.176 € 25.045 Museum Schnütgen 125.866 € 38.255 € 1.545.731 € 1.419.865 € 23.747 Kölnisches Stadtmuseum 376.255 € 101.022 € 2.400.602 € 2.024.348 € 49.764 NS-Dokumentationszentrum 451.426 € 139.277 € 2.385.760 € 1.934.334 € 80.386 Archäologische Zone / Praetorium 109.788 € 104.115 € 1.425.798 € 1.316.010 € 67.342 Gesamt 9.795.174 € 3.211.921 € 40.499.071 € 34.852.312 € 906.089 * Erträge und Aufwändungen des WRM werden nicht ausgewiesen, da der Jahresabschluss 2016 noch nicht vorliegt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0276/2018
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 23.01.2018
- Erstellt
- 22.01.2018 08:48