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0505/2018

VHS-Kurse für Menschen mit Behinderung

Mitteilung Ausschuss 20.02.2018

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Nächste Beratung: Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik, Sitzung am 22.03.2018, TOP 3.4

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

11124 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
IV/42 
 
Vorlagen-Nummer 
 0505/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 22.03.2018 
 
VHS-Kurse für Menschen mit Behinderung 
Stellungnahme des Amts für Weiterbildung/Volkshochschule Köln im Nachgang zur Sitzung 
der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik vom 16. November 2017 
 
Volkshochschule Köln und Inklusion 
„Köln überwindet Barrieren – Eine Stadt für alle!“ Das ist nicht nur die zentrale Aussage des Hand-
lungskonzepts zur Kölner Behindertenpolitik – das ist zugleich wesentlicher Bestandteil des Selbst-
verständnisses der Volkshochschule Köln, und Herausforderung zugleich. Die VHS versteht sich nicht 
zuletzt wegen ihres vielfältigen Weiterbildungsangebots als ebenso kompetenter wie wichtiger Akteur 
im Prozess der gesellschaftlichen Integration. Ihr Handeln zielt stets auch auf die Förderung und Wei-
terentwicklung der Kölner Stadtgesellschaft. Es geht um eine interkulturelle und inklusive Gesell-
schaft, deren Mitglieder Vielfalt als Stärke und Chance begreifen - um eine Gesellschaft, in der es 
normal ist, verschieden zu sein, um eine Gesellschaft für alle! 
 
Ganz im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention ist es das erklärte Ziel der VHS, die Chancen-
gleichheit von Menschen mit Behinderung zu fördern und ihre gesellschaftliche Diskriminierung zu 
unterbinden. Es geht darum, allen Menschen den Zugang zu einer inklusiven Erwachsenenbildung zu 
ermöglichen. In der Konsequenz dieses Leitgedankens gibt es inzwischen nur noch wenige Kurse 
speziell für Menschen mit Behinderungen. Damit einhergehen muss eine verstärkte Entwicklung, die 
dazu führt, dass immer mehr Kurse angeboten werden, an denen auch Menschen mit Behinderung 
teilnehmen können.  
 
Grundsätzliches Ziel der VHS ist: Unterschiedliche Menschen mit und ohne Behinderung lernen ge-
meinsam - voneinander und miteinander. 
Konkret bedeutet das: Menschen ohne Höreinschränkung lernen beispielsweise von gehörlosen Do-
zentinnen und Dozenten die Gebärdensprache, besuchen Seminare über „Leichte Sprache“. Sehbe-
hinderte Menschen fertigen Schmuck oder nehmen teil an Yogakursen, Feldenkrais und Führungen. 
Und Menschen mit Lernschwierigkeiten erweitern in kleinen Gruppen ihre Lese – und Schreibfähig-
keiten. 
 
Reine Spezialkurse gibt es nur für Menschen, deren Belange ein besonderes Kursformat erfordern, 
z.B. im Absehkurs für Schwerhörige oder in der Alphabetisierung/Grundbildung. 
 
Die Kurse „Lesen und Schreiben von Anfang an“, Grundbildung Schreiben und Rechnen sowie 
Deutsch-Grundlagenkurse berücksichtigen sowohl das Bedürfnis nach „Leichter Sprache“, das Ler-
nen in kleinen Gruppen, als auch ein individuelles Eingehen der Kursleitenden auf das Lernpotenzial 
der Teilnehmenden. Um den passenden Kurs zu finden, wird mit der jeweiligen Fachbereichsleitung 
telefonisch oder per Mail ein Beratungstermin vereinbart. Dabei wird ein kleiner Sprachtest durchge-
führt und anschließend gemeinsam überlegt, welcher Kursort bzw. welche Kurszeiten stimmig sind. 
Für die Teilnehmenden ist der erste Kurs dieser Art an der Volkshochschule Köln kostenlos. Die ent-
sprechenden Kurse sind alle mit einem „B“ für beratungspflichtig gekennzeichnet. Ab dem zweiten

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Kurs gilt der Preis von 0,75 EUR pro Unterrichtsstunde mit der Möglichkeit, bei Vorlage des Köln-
Passes oder einer Bescheinigung über Leistungen nach SGB II, eine Ermäßigung von 45% zu erhal-
ten. Diese Ermäßigungsregel gilt auch für Inhaberinnen und Inhaber eines Schwerbehindertenaus-
weises. 
 
Weitere Wünsche für Spezialkurse, z.B. ein Englischkurs für Langsamlerner, werden gerne von der 
Fachbereichsleitung entgegen genommen und bei entsprechenden Voraussetzungen verwirklicht. Die 
bisherige Erfahrung zeigt, das Konzept der Inklusion wird von Teilnehmenden und Kursleitungen der 
VHS-Kurse akzeptiert und unterstützt. Über die Beratung der Fachbereichsleitungen hinaus steht das 
Kundenzentrum am Neumarkt für Menschen mit Handicap zur Verfügung. Anmeldeformulare werden 
ausgefüllt und bei Bedarf erklären Mitarbeitende in Leichter Sprache die „Entgelt – und Benutzerord-
nung“ der VHS Köln. 
 
Die von der VHS Köln angebotenen Fortbildungen zum Umgang mit heterogenen Lerngruppen wur-
den mangels Nachfrage zwischenzeitlich ausgesetzt, werden aber im Semester 2-2018 wieder neu 
aufgelegt. Zum Programm dieser Veranstaltungen für Dozentinnen und Dozenten gehört auch die 
Wissensvermittlung über verschiedene Behinderungen, einzusetzende technische Hilfsmittel und die 
Förderung inklusiver Haltungen im Kursalltag. Die Didaktik und Methodik der Fortbildung folgt dem 
Konzept des kooperativen Lernens in heterogenen Lerngruppen. 
 
Fakt ist: Inklusion kann nur im Austausch mit allen Beteiligten gelingen und muss stetig weiter entwi-
ckelt werden. Die Digitalisierung wird in Zukunft neue Möglichkeiten für die inklusive Erwachsenenbil-
dung eröffnen, aber unverzichtbar bleibt der Dialog mit Interessierten, mit Behindertenorganisationen- 
und Selbsthilfegruppen, sowie die Einbindung von Menschen ohne Behinderung in diesen Prozess. 
Gemeinsam lassen sich so Hindernisse erkennen und beseitigen. 
 
 
Die Vertreterinnen der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik möchten von der Verwal-
tung wissen, welche Kurse für Menschen mit welchen Behinderungen zugänglich sind. Es soll 
nicht nur gesagt werden, welche Unterrichtshäuser einen Rollstuhlzugang haben. Es soll auch 
gesagt werden, ob sie auch für Menschen mit anderen Behinderungen (zum Beispiel mit einer 
Sehbehinderung) nutzbar sind. 
 
 Veranstaltungen sind grundsätzlich für alle offen! 
 Ob Veranstaltungen für Menschen mit einer Behinderung nutzbar sind, lässt sich nicht allge-
mein sagen. Im Zweifelsfall gilt der Grundsatz, dass der Interessierte am ersten Kurstermin 
hospitiert und in Abstimmung mit der Kursleitung entscheidet, ob eine weitere Teilnahme in 
Frage kommt. Für Schwerbehinderte gibt es die Möglichkeit, sich bei einem Kursbesuch be-
gleiten zu lassen. Die Teilnahme am Kurs ist dann für die Assistentinnen bzw. Assistenten 
kostenlos. 
 Die VHS-eigenen Unterrichtsstätten und die dortigen Seminarräume sowie das FORUM 
Volkshochschule im Museum am Neumarkt ermöglichen einen barrierefreien Zugang. Die Or-
ganisationshelferinnen und -helfer vor Ort sind bei besonderen Handicaps zusätzliche An-
sprechpartner. Wichtig für den reibungslosen Ablauf ist die rechtzeitige Kontaktaufnahme über 
die Fachbereichsleitenden bzw. Organisatoren. 
 Die Beschaffung einer Rampe für einen barrierefreien Bühnenaufgang im FORUM Volkshoch-
schule ist eingeleitet. 
 Zuweilen brauchen Menschen mit körperlichen, psychischen und geistigen Einschränkungen 
besondere Unterstützung, um ihren Bildungswunsch umsetzen zu können. Technische Hilfen 
spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Volkshochschule Köln verfügt bereits über eine mobile 
Induktionsschleife für Schwerhörige. Neben technischen Hilfen gibt es für Schwerhöri-
ge/Ertaubte die Möglichkeit, bei größeren Veranstaltungen von einem Gebärdensprachdol-
metscher unterstützt zu werden. 
 Für Blinde, die die Brailleschrift beherrschen, ist das Studienhaus am Neumarkt ein idealer 
Lernort, da das Haus mit einem besonderen Leitsystem für Blinde ausgestattet ist. 
 Zur Verbesserung der Situation für Menschen mit Sehbehinderung als Teilnehmende der VHS 
Köln möchten wir in einen Austausch treten mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein so-

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wie dem Verein Pro Retina. Von deren Expertise versprechen wir uns Erkenntnisse darüber, 
was sinnvoll sein kann, die Situation von VHS-Teilnehmenden mit Sehbehinderung zu verbes-
sern. In einem zweiten Schritt wäre dann die Realisierbarkeit zu prüfen. 
 
 
Die Vertreterinnen der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik fordern die Verwaltung 
auf, Kurse zu kennzeichnen, damit Menschen mit Behinderung passende Kurse finden kön-
nen. Es soll nicht nur gesagt werden, bei welchen Veranstaltungen es Gebärdensprachüber-
setzungen gibt. Es soll auch gesagt werden, welche anderen Hilfsmittel zur Verfügung stehen. 
 
Ab dem nächsten Programmheft der VHS zum 2. Semester 2018 wird innerhalb des allgemeinen 
Vorspanns eine Seite „VHS und Inklusion“ (Arbeitstitel) eingerichtet. Auf dieser Seite soll es neben 
den Leitlinien der VHS zur Inklusion Hinweise zur Barrierefreiheit an den VHS-eigenen Standorten 
sowie weiteren Unterrichtsorten geben. Es wird ebenfalls darüber informiert, welche Unterrichtsorte 
leider noch nicht barrierefrei sind – z. B. Schulen und Turnhallen.  
 
Darüber hinaus wird auf dieser Seite über die verschiedenen Hilfestellungen seitens der VHS für 
Menschen mit Behinderung informiert und wie sie genutzt werden können. Beispiele:  
 fest verankerte Induktionsschleife im FORUM Volkshochschule, 
 mobile Induktionsschleife, 
 Gebärdensprachdolmetscher, 
 Kurse in Leichter Sprache, 
 individuelle Beratung durch Fachbereichsleitungen. 
 
 
Die Veranstaltungen sollen im Internet und gedruckten Programmheft gekennzeichnet werden. 
Die Suche Funktion im Internet muss so überarbeitet werden, dass alle barrierefreien Veran-
staltungen und alle Veranstaltungen zum Themenfeld Behinderung angezeigt werden. Men-
schen mit Behinderung müssen zu jeder einzelnen Veranstaltung alle Informationen erhalten, 
die für sie wichtig sind. 
Die Inhalte der neuen Seite „VHS und Inklusion“ in der Printausgabe des VHS-Programms sollen 
auch auf der VHS-Startseite im Internet unter www.vhs-koeln.de dargestellt werden. Darüber hinaus 
ist zu prüfen, inwieweit die Suche-Funktion ausgebaut werden kann. 
 
 
Die Vertreterinnen der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik fordern die Verwaltung 
auf, mehr Kurse ausdrücklich für Menschen mit Behinderung zu öffnen und damit mehr Men-
schen zu erreichen.  
Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention gibt es – wie eingangs bereits erwähnt - bei der VHS 
Köln in der Regel nur wenige Kurse speziell für Menschen mit Behinderung. 
 
Kursangebote in Leichter Sprache bis Juli 2018: 
 33 Integrationskurse Alphabetisierung 
 20 Integrationskurse für Zweitschriftlernende 
 4 Kurse Grundbildung/Grundlagenkurse Deutsch 
 14 Kurse DaF/DaZ - Lesen und Schreiben 
 9 Kurse Deutsch/Alphabetisierung - Lesen und Schreiben  
 1 Kurs Deutsch mit Förderbedarf – für Menschen mit einer geistigen Behinderung geeignet. 
 
Grundsätzlich sieht sich die VHS weiter in der Herausforderung, mehr Kurse anzubieten, die auch 
von Menschen mit Behinderung belegt werden können. Es wäre unredlich zu leugnen, dass dies auch 
mit Schwierigkeiten bei der konkreten Umsetzung verbunden ist. Auch wenn schon einiges getan 
wurde, ist klar: Es gibt immer noch Mängel. Der Aufgabe, diese zu beseitigen, stellen wir uns auch 
weiterhin. 
 
Dabei setzen wir auf das Gespräch und den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Behin-
dertenorganisationen und –selbsthilfegruppen. Deren Sachverstand wollen wir nutzen, um (noch)

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besser zu werden - ganz im Sinne des Handlungskonzepts zur Kölner Behindertenpolitik „Köln über-
windet Barrieren – Eine Stadt für alle!“ 
 
 
gez. Dr. Klein

Beratungsverlauf (1)

22.03.2018 Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik
TOP 3.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Neumarkt

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Details

Aktenzeichen
0505/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
20.02.2018
Erstellt
14.02.2018 16:33