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1231/2021

Mündliche Anfrage der SPD-Fraktion: Freier Eintritt in die Kölner Museen

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 06.04.2021

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 27.04.2021, TOP 10.6

Anlage_1_TOP_12-4_Mündliche_Anfrage_der_SPD-Fraktion

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Anlage_1_TOP_12-4_Mündliche_Anfrage_der_SPD-Fraktion

2645 Zeichen

Geschäftsführung  
Ausschuss Kunst und Kultur 
Frau Maida 
Telefon:  (0221) 221-23657  
Fax       :  (0221) 221-24141 
E-Mail:  Kerstin.Maida@stadt-koeln.de 
Datum: 11.02.2021 
Auszug 
aus dem Entwurf der Niederschrift der 1. Sitzung des Ausschusses 
Kunst und Kultur vom 26.01.2021 
öffentlich 
12.4 Mündliche Anfrage der SPD-Fraktion: Freier Eintritt in die Kölner Mu-
seen 
 
Freier Eintritt in die Kölner Museen 
 
Die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln hat – einen Vorschlag der SPD Fra ktion aus 
dem Jahre 2018 aufgreifend – angekündigt, dass sie als eine der ersten Amtshand-
lungen in der nun laufenden Ratsperiode den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt 
Köln den freien Zugang zu den städtischen Museen ermöglichen will. Mit einem sol-
chen Schritt, der insbesondere die  Regelausstellungen betrifft, greift die Stadt eine 
bereits in anderen Städten Deutschlands und Europas realisierten Praxis auf und 
trägt zur einer noch größeren Popularität und Annahme der Museen bei. Die SPD -
Fraktion verbindet damit nicht nur, dass damit eine immer noch wirkende Barriere für 
Menschen die sozial und kulturell entweder benachteiligt sind oder den Zugang zu 
den Museen immer noch als Barriere erfahren abgebaut werden können, sondern 
verbindet damit auch zugleich eine n Schritt in eine allgemeine Öffnung der Museen 
in einer modernen und bürgernahen Form. Zudem ist festzustellen, dass die Bürge-
rinnen und Bürger bereits ihren Beitrag zur Finanzierung der Museen geleistet ha-
ben. Die Museen gehören den Bürgerinnen und Bürge rn. Dabei ist es auch ein be-
sonderes Anliegen, verstärkt auf die neuzugewanderten und geflüchteten Menschen 
zuzugehen und Ihnen die kulturelle Vielfalt der Stadt näher zu bringen. 
 
Die SPD-Fraktion fragt angesichts der Zusage der Oberbürgermeisterin die Verwal-
tung daher: 
 
1. Wann beabsichtigt die Stadt dieses zu realisieren und wann wird sie dem Aus-
schuss für Kunst und Kultur en erstes Konzept vorlegen? 
 
2. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt den freien Eintritt zu verbinden mit einer 
neuen Öffnung der Museen als Ort der Begegnung und der kulturellen Events?

3. Welche Maßnahmen oder Projekte gedenkt die Stadt einzusetzen, damit die 
soziale Öffnung der Museen schneller vorangetrieben werden kann? 
 
4. Welche Möglichkeiten und Chancen sieht die Verwaltung, besonders auf neu-
zugewanderte und geflüchtete Menschen zuzugehen und ihnen die Tür zu den 
Museen zu öffnen? 
 
 
5. Wie sieht die Stadt die Chancen, die kulturpolitischen Ziele insbesondere be-
zogen auf die Stärkung der Museumslandschaft durch ein stärkeres Marketing 
zu erreichen und welche Schritte sieht sie dafür vor?

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

9605 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/VII 
 
Vorlagen-Nummer  06.04.2021 
 1231/2021 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 27.04.2021 
 
Mündliche Anfrage der SPD-Fraktion: Freier Eintritt in die Kölner Museen 
In der Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur hat die SPD-Fraktion die folgende Anfrage gestellt: 
1. Wann beabsichtigt die Stadt dieses zu realisieren und wann wird sie dem Ausschuss für Kunst 
und Kultur en erstes Konzept vorlegen? 
2. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt den freien Eintritt zu verbinden mit einer neuen Öffnung 
der Museen als Ort der Begegnung und der kulturellen Events? 
3. Welche Maßnahmen oder Projekte gedenkt die Stadt einzusetzen, damit die soziale Öffnung 
der Museen schneller vorangetrieben werden kann? 
4. Welche Möglichkeiten und Chancen sieht die Verwaltung, besonders auf neuzugewanderte 
und geflüchtete Menschen zuzugehen und ihnen die Tür zu den Museen zu öffnen? 
5. Wie sieht die Stadt die Chancen, die kulturpolitischen Ziele insbesondere bezogen auf die 
Stärkung der Museumslandschaft durch ein stärkeres Marketing zu erreichen und welche 
Schritte sieht sie dafür vor?“ 
 
Die Verwaltung beantwortet die Anfrage wie folgt: 
Sachstand 
Das Konzept befindet sich derzeit in verwaltungsinternen Abstimmungsprozessen, insbesondere da 
die Umsetzung an die Schaffung der notwendigen digitalen Infrastruktur und Basisanwendungen so-
wie die Bereitstellung erforderlicher Umsetzungsmittel gebunden ist. Derzeit sind diese Vorausset-
zungen für die Jahre 2022ff noch nicht gesichert. 
Ziel und struktureller Ansatz 
Ziel ist die Schaffung bzw. die Erweiterung von kostenfreien Eintrittsmöglichkeiten im Rahmen einer 
ganzheitlichen Gesamtstrategie für den städtischen Museumsverbund, mit dem Publikumsforschung, 
Marketing, Digitalisierung und freie Eintritte im Sinne eines umfassenden Open Access-Gedankens 
miteinander verbunden werden. Audience Development dient als strategischer Ansatz der Museen 
mit dem Ziel der Optimierung von kultureller Bildung und Vermittlung in den Museen / Sammlungen 
wie auch durch digitale Medien, Diversität und Teilhabe. 
Als genuiner Bestandteil der Verwaltungsreform wird der geplante Maßnahmen-Baukasten im Pro-
gramm „Museen, Menschen, Medien – neue Strategien für den Standort Köln“ gebündelt und in ins-
gesamt fünf Teilprojekten verankert: 
 TP 1: Bildung eines Shared Service Center 
 TP 2: Digitale Standortstrategie Museen 2022+ 
 TP 3: Dachmarke museenkoeln 
 TP 4: Bildung und Vermittlung 
 TP 5: Content-Strategie 
TP 1 schafft die verwaltungsseitigen Ressourcen und Grundlagen, TP 2 die digitale Infrastruktur, TP 3

2 
 
& TP 4 die relevanten Bestandteile des Audience Development und TP 5 die ganzheitliche Abstim-
mung innerhalb des Museumsverbunds. Gleichzeitig werden die zentralen Positionen des Kulturent-
wicklungsplans (>>Link KEP<<) wie Erweiterung und Flexibilisierung der Öffnungszeiten, Freier Ein-
tritt in die Sammlung an einem Tag des Wochenendes, Umsetzung von grundsätzlich freiem Eintritt 
aufgegriffen. 
Rahmenbedingungen 
Über die Einführung von freiem Eintritt in die Dauerausstellungen besteht in der Verwaltung Konsens, 
zugleich weisen aber die Museen darauf hin, dass verschiedene Eckpunkte erfüllt sein müssen, wenn 
die Einführung erfolgreich verlaufen soll: 
1. Kompensation evtl. Mindereinnahmen und Ermöglichung der Erprobung innovativer, auch digita-
ler, Bildungs- und Vermittlungsansätze 
2. Berücksichtigung der Erkenntnisse der Besucher*innenforschung zum nachhaltigen Einsatz des 
Instruments freier Eintritt 
3. Kausale Revision des gesamten Ticketsystems als Teil der Marketing-, Digital- und Contentstra-
tegie 
4. Erweiterung des Museumsbegriffs zur Verschmelzung von analogen und digitalen Besuchsszena-
rien im Sinne von Open Access (vgl.: Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissen-
schaftlichem Wissen, 2003) 
Kölner Ansatz 
Der Kölner Ansatz reflektiert und integriert wichtige Positionen des kulturpolitischen Diskurses. Er 
wird insbesondere dem Wandel des Museumsbegriffs, der zunehmenden Bedeutung von kultureller 
Bildung und dem Prinzip der Nachfrageorientierung gerecht: 
a) Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch. 
Die unumkehrbare Digitalisierung, PISA, Migrationsdiskussion, demographischer Wandel und 
neue Anforderungen an Bildung, ihre Methoden und Inhalte haben zu einer Änderung der gesell-
schaftlichen Anforderungen an die Museen geführt. Die Museen sind herausgefordert, Ihrem Auf-
trag unter den geänderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden und zugleich neue Anforde-
rungen wie Teilhabe und diversitätssensibles Handeln zu erfüllen. 
b) Kulturelle Teilhabe ist elementarer Bestandteil gelingender Sozialisations- und Bildungsprozesse. 
Ihre Potenziale kommen dort am besten zum Tragen, wo Häufigkeit und Intensität der Kontakte 
frühzeitig und vielfältig sind. Unter Grundvoraussetzungen wie u.a einem ganzheitliches und 
schlüssiges Konzept, angemessenen Rahmenbedingungen, Fachkräfteteams, inhaltlicher wie pä-
dagogischer Qualität, Partizipation, Stärkenorientierung und Fehlerfreundlichkeit, kann kulturelle 
Bildungspraxis ihren Teilhabeanspruch einlösen. 
c) Eine Abkehr von der vielerorts dominierenden Angebotsorientierung ist im Sinne eines Audience 
Developments notwendig. 
Im Deutschen gibt es keinen Begriff für dieses weite Aufgabenfeld. Audience Development ist die 
vornehmlich aus Großbritannien und in Anlehnung an die Definition des Arts‘ Council England 
entliehene Bezeichnung; ein Begriff, der unmittelbar in das deutschsprachige kulturbetriebliche 
Vokabular übernommen wurde. Audience Development soll u.a. den Zugang erweitern für alle zu 
einem erfüllten und vielfältigen kulturellen Leben, die Talententwicklung für jeden im Kulturbereich 
ermöglichen, Standards kultureller Bildung und kultureller Vermittlung setzen und erhöhen, die 
Rolle von Kunst und Kultur im Kampf gegen soziale Ungleichheit und Ausschluss stärken sowie 
zudem die Gewinnung und Bindung von neuem Publikum für kulturelle Veranstaltungen und Insti-
tutionen sicherstellen.  
Am Ende geht es um Partizipation möglichst vieler. 
Wissenschaftliche Grundlagen 
In der Tat zeigen die in jüngster Zeit publizierten Studien und Synopsen zur Wirkung von freiem Ein-
tritt deutlich auf, dass die Nur-Gewährung von freiem Eintritt wirkungslos bleibt, wenn das Instrument

3 
 
nicht Teil einer Gesamtstrategie ist (Kliment, 2020; Wegener, 2020) und ergänzende Maßnahmen wie 
Bildungsangebote an die Seite gestellt bekommt. Eine reine Fokussierung auf freien Eintritt dagegen 
bewirkt, 
 dass angestammte Zielgruppen weiterhin kommen, nun aber eben kostenfrei 
 dass ein Anstieg bei Jugendlichen mit höherem Bildungsgrad und bei Studierenden erfolgt 
 dass nicht-museumsaffine Zielgruppen nicht kommen, nur weil der Eintritt entfällt; sie brauchen 
konkrete Angebote, v.a. im Freizeitbereich, die mit der eigenen Lebenswelt zu tun haben 
 dass hauptsächlich größere Museen aus den Bereichen Technik und Naturkunde profitieren 
Wird der freie Eintritt hingegen kombiniert mit anderen Maßnahmen, so können sich langfristige Wir-
kungen einstellen. Diese sind permanent zu evaluieren, um die Gelingensfaktoren von begleitendem 
Marketing zu justieren.  
Konzept 
Das in Abstimmung befindliche Konzept trägt daher den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der 
Besucher*innenforschung Rechnung. Fasst man die bestehenden empirischen Studien zu den Barrie-
ren der Nutzung bestimmter (hoch-) kultureller Angebote zusammen (vgl.: Birgit Mandel und Thomas 
Renz, 2010: >>Link Dokument<<), so werden in Bevölkerungsbefragungen vor allem folgende Argu-
mente direkt oder implizit genannt: 
 kein Bezug zu bestimmten kulturellen Angeboten, keine Relevanz zum eigenem Leben erkennbar 
 Sorge, bestimmte kulturelle Angebote nicht zu verstehen/nicht entschlüsseln zu können, bestimm-
te Kunstrituale nicht zu kennen und sich inkompetent zu fühlen 
 mangelnde finanzielle Mittel 
 Sorge, sich deplatziert und fremd zu fühlen. 
 Sorge, dass Grundbedürfnisse nach sozialer Interaktion und nach schönem Ambiente ebenso wie 
nach leiblichen Bedürfnissen wie Essen und Trinken nicht ausreichend befriedigt werden 
 kein Wissen über bestimmte kulturelle Angebote 
 mangelnde Zeit 
Um diese Schwellen abzubauen, können erfolgreich evaluierte Maßnahmen nachhaltiges Interesse 
bei vormaligen Nicht-Besuchern kultureller Angebote zu generieren. Dazu gehören u.a. 
 Integration digitaler Räume für barrierearme und zugleich interaktive Kulturvermittlung 
 Kommunikative (Event-)Formate, die verschiedene Bedürfnisse befriedigen und Kunstrezeption 
mit sozialem Austausch, Geselligkeit etc. verbinden 
 Freikarten für Kulturangebote in Kombination mit expliziter persönlicher Einladung an Alltagsorten 
sonst nicht erreichter gesellschaftlicher Gruppen  
 Kostenfreier Eintritt in öffentliche Museen inkl. entsprechendem Marketing 
 Verbindung von musealem Erlebnis und Freizeit-Orientierung  
 Längerfristige Kooperationen mit Bildungs- oder sozialen Einrichtungen sowie „Key Worker“, „Arts 
Ambassadors“ oder Peer Groups als Kommunikatoren und Mittler 
 Populäres Aufmerksamkeitsmanagement (Re-Branding von Kulturinstitutionen, Veränderung be-
stehender Hochkultur-Images, kommunikative Maßnahmen an neue Zielgruppen, etc.)  
 „Outreach“-Arbeit  
Nächste Schritte 
Sobald die notwendigen Abstimmungen abgeschlossen sind, wird die Verwaltung dem Ausschuss 
eine entsprechende Beschlussvorlage vorlegen. 
 
Gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (1)

27.04.2021 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 10.6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1231/2021
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
06.04.2021
Erstellt
01.04.2021 10:10