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V/0575/2009

Gräftenanlage Haus Rüschhaus

Vorlagen 26.08.2009

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-West, Sitzung am 05.11.2009, TOP 4.1

Berichtsvorlage

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V-0575-2009_Anlage-Prinziepskizze

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Berichtsvorlage

10451 Zeichen

V/0575/2009 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Gräftenanlage Haus Rüschhaus 
Herstellung der Ufersicherung 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
09.09.2009 Kulturausschuss Bericht
24.09.2009 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht
29.09.2009 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht
05.11.2009 Bezirksvertretung Münster-West Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Bericht: 
 
 
Ausgangslage: 
Der Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun errichtete in den Jahren 1745-49 seinen neuen 
Sommersitz auf Haus Rüschhaus. Von einzigartiger Konzeption und Wirkung ist das Ensemble 
aus adligem Wohnsitz, münsterländischem Bauernhaus, barocker Gartenanlage und bäuerlichem 
Gräftenhof. Er schuf ein herausragendes Ensemble barocker Architektur und Gartenkunst, bei 
dem die Gräfte den gestaltenden Rahmen bildet. 
Im 19. Jahrhundert richtete die berühmte Dichterin Annette von Droste Hülshoff ihr Domizil auf 
Haus Rüschhaus ein. Ihre Lieblingsorte waren das Schneckenhäuschen, aber auch die Orange-
rie im Garten. 
Die Gesamtanlage Haus Rüschhaus ist ein bedeutendes Bau- und Gartendenkmal, bei dem an-
schaulich die Erinnerung an beide historische Persönlichkeiten wach gehalten wird. Die Vielzahl 
von Touristen aus aller Welt zeigt diese Bedeutung.  
Problemstellung:
 
Zu Beginn der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Gartenanlage nach Originalplänen 
von Johann Conrad Schlaun aufwändig rekonstruiert. Die Uferböschung wurde mit Holz erneuert 
und gesichert. Trotz kontinuierlicher Unterhaltungsarbeiten befinden sich weite Bereiche der 
Gräfteneinfassung nach 25 Jahren wieder in sehr schlechtem Zustand. Bei einer Bestandsauf-
nahme der Schäden an der Gräfte im Jahre 2003 wur de klar, dass die Arbeiten nicht mehr im 
Rahmen üblicher Unterhaltungsarbeiten durchgeführt werden können. Die Ufersicherung muss 
umfassend erneuert werden. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0575/2009 
Auskunft erteilt: 
Herr Determann 
Ruf: 
492 67 40 
E-Mail: 
Determann@stadt-muenster.de 
Datum: 
03.09.2009 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0575/2009 
 
 
 
 
Da der Rat der Stadt Münster eine Selbstverpflichtung zum Verzicht auf Tropenholz bei sämtli-
chen städtischen Baumaßnahmen beschlossen hat, kann auch in diesem Aufgabenfeld kein Tro-
penholz eingesetzt werden. Daher soll hier ein Verfahren erarbeitet und ausgeführt werden, das 
den Anforderungen einer langlebigen Ufersicherung gerecht wird. Gleichzeitig sind in besonde-
rem Maße die Belange des Denkmalschutzes und des Umweltschutzes zu gewährleisten. Vor 
dem Hintergrund des angespannten öffentlichen Haushaltes soll zudem besonderer Wert auf 
eine nachhaltige Lösung gelegt werden. 
 
Mit der Vorlage V/0458/2006 an den AUB wurde die Verwaltung im Frühling 2007 mit den folgen-
den Beschlusspunkten beauftragt, die Thematik weiter zu verfolgen: 
 
1. ein Symposium zur Entwicklung einer modellhaften Ufersicherungsbauweise für die histori-
sche Gräftenanlagen „Haus Rüschhaus“ durchzuführen; 
2. die Planung zur Erneuerung der Gräfte „Haus Rüschhaus“ mit dem Ziel, eine förderfähige 
Sanierungslösung herbeizuführen, weiter zu verfolgen; 
3. bei der Deutschen Stiftung Umweltschutz (DBU) einen Förderantrag zu stellen; 
4. eine Finanzierung unter Berücksichtigung der erwarteten Fördermittel aufzustellen. Die 
Durchführung der Sanierung steht unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung im jew. gül-
tigen HH.Plan gesichert ist; 
Der Sachstand zu den vier Beschlusspunkten ist wie folgt: 
1. Symposium / Workshop:
 
Nach ersten hausinternen Überlegungen wurde am 03.09.2007 ein Workshop unter Beteiligung 
verschiedener Fachleute zur Uferbefestigung im Haus Rüschhaus abgehalten. Nach umfangrei-
cher Diskussion wurde im Ergebnis eine Ufersicherung mit einer Faschine, die auf einem Flecht-
zaun aus Eichenholz aufliegt, favorisiert. Realis ierbar ist diese Lösung aber nur, wenn ein Was-
serstand mit einer Schwankungsbreite von ca. 25 cm gewährleistet werden kann. Bei größeren 
Schwankungen würde die Holzkonstruktion in die verrottungsintensive Wasser-Luft-Zone kom-
men. 
Derzeit werden in der Gräfte Schwankungsbreiten von bis zu 70 cm beobachtet. Daher wurde an 
diese Lösung ein Prüfauftrag angeknüpft. Es sollten Möglichkeiten zur Wasserstandsregulierung 
untersucht werden. 
 
2. Erarbeitung einer förderfähigen Sanierungslösung:
 
Prüfung Wasserstandsregulierung: 
In Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde wurden verschieden Möglichkeiten zur 
Wasserstandsregulierung in der Gräfte untersucht. 
- Ableitung von Wasser aus dem nahe gelegenen Gievenbach: Es ist zu vermuten, dass 
zur Bauzeit des Rüschhauses der Gievenbach durch die Gräfte floss und so für einen ge-
regelten Wasserstand sorgte. Durch Straßenbaumaßnahmen (B54n und A1) sowie Sied-
lungsentwicklungen im Einzugsgebiet des Giev enbaches fällt dieser in niederschlagsar-
men Zeiten selbst trocken. Wasser kann daher gerade in den Trockenzeiten nicht abge-
zweigt werden. Bei Starkregenereignissen ist mit Verschmutzungen zu rechnen, da auch 
die Straßenwässer so abgeleitet werden.

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V/0575/2009 
 
 
 
 
- Grundwasserbohrung: Die Mergelschichten im Untergrund sind sehr wenig Wasser füh-
rend. Das Grundwasserdargebot reicht kaum für den Betrieb des Gebäudes und der Sani-
täranlagen. Zusätzliche Entnahmen zur Speisung der Gräfte sind nicht möglich. 
- Wasserrückhaltung in getrenntem Gewässer:  Um eine nennenswerte Regulierung zu er-
zielen, müsste für 3.400 m² bestehende Wasserfläche ein enormes Rückhaltevolumen mit 
Pumpentechnik errichtet werden. Ein derartiges technisches Bauwerk ist im Umfeld nicht 
realisierbar. 
- Trinkwasserleitung: Das Haus Rüschhaus ist nicht an die öffentliche Trinkwasserversor-
gung angeschlossen. Sowohl die Verlegung einer Versorgungsleitung als auch die jährli-
che Einspeisung von mehreren 1000 m³ Trinkwasser für das Nachfüllen von Wasserver-
lusten sind weder finanzierbar noch vertretbar. 
Insgesamt ist davon auszugehen, dass man den witterungsbedingten Wasserschwankungen in 
der Gräfte ausgeliefert ist und die Uferbefestigungen entsprechend herzurichten sind. Da mit die-
ser Feststellung das Ergebnis aus dem Workshop nicht umzusetzen war, wurden weitere Lö-
sungsmöglichkeiten untersucht. Insgesamt wurden sechs verschiedene Vorgehensweisen disku-
tiert. Da in diesem Jahr auch ein Treffen der Landesgartendenkmalpfleger in Münster stattfand, 
wurde das Thema in diesem Kreise nochmals diskutiert. 
Treffen der Landesgartendenkmalpfleger:
 
Am 02.04.2009 trafen sich die Landesgartendenkmalpfleger in Münster. Neben anderen Anlauf-
stellen wurde auch das Haus Rüschhaus mit Umfeld besucht. In diesem Zusammenhang wurde 
ein offener Dialog über grundsätzliche Auffassungen der Denkmalpflege im Umgang mit derarti-
gen Denkmalen geführt. 
Es wurde deutlich, dass die Gräfte in der Art, wie sie in den 1980er Jahren hergerichtet wurde, in 
sich bereits wieder einen Denkmal würdigen Zustand darstellt. Dieses gelte auch vor dem Hinter-
grund, dass es keinen Nachweis dafür gibt, wie zur Zeit Schlauns tatsächlich mit der Uferbefesti-
gung umgegangen wurde. Das Material Holz sollte daher auch in Zukunft eine wesentliche Rolle 
im Erscheinungsbild der Ufersicherung darstellen. 
Seit dem Bau der Gräfte haben sich die Rahmenbedingungen zudem deutlich verschoben. Frü-
her waren Baumaterialien sehr kostbar, während Arbeitszeit vergleichsweise preiswert war. Heu-
te sind Baumaterialien hingegen vergleichsweise günstig, während Arbeitszeit für Pflege- und 
Reparaturarbeiten sehr kostspielig geworden ist. Die Aspekte der „Reparierbarkeit“ und „Nach-
haltigkeit“ einer Bauweise sind daher aus denkmalpflegerischer und wirtschaftlicher Sicht von 
hoher Bedeutung. 
 
Weitere Entwicklungs- und Abstimmungsschritte:
 
Aus den bis dahin vorliegenden Erkenntnissen wurde vom Amt für Grünflächen und Umwelt-
schutz eine weitere Sanierungsvariante mit einer kombinierten Bauweise aus Holz und Stahl 
entwickelt. Nach fachlichem Diskurs zwischen Stadtmuseum, städt. Denkmalpflege, Landes-
denkmalpflege und dem Amt für Grünflächen und Umweltschutz wurde aus den sieben erarbeite-
ten Varianten letztlich die Variante einer Stahlträger-Unterkonstruktion mit Holzbohlenverbau 
favorisiert. (Siehe Anlage). Diese Variante findet die Zustimmung aller an den Abstimmungen 
beteiligter Fachbereiche. 
Bei einer weiteren Ortsbegehung wurde dann auch festgestellt, dass der gesamte Uferverlauf 
hergerichtet werden soll. Die aus Kostengründen vorübergehend überlegte Vorgehensweise, nur 
die dem Garten zugewandten Seiten zu bearbeiten, hat sich als nicht sinnvoll herausgestellt, da 
sich auch auf der gegenüberliegenden Seite wichtige Gestaltungsmerkmale befinden.

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V/0575/2009 
 
 
 
 
Kosten:
 
Die Gräfte hat eine Wasserfläche von ca. 3.000 m² und eine zu sanierende Uferlinie von ca. 
850 m. Daran schließt sich ein ca. 2 m breiter Böschungsbereich von insgesamt ca. 1.700 m² 
Rasen bzw. Wiesenflächen an.  
Für die Komplettsanierung incl. Entschlammung dieser Bereiche sind Kosten in Höhe von 
500.000,-€ brutto zu erwarten.  
 
3. Förderanträge:
 
Für die Baumaßnahme bestehen Kontakte zu zwei möglichen Fördergebern. 
 
Da das Haus Rüschhaus in die Denkmalliste der Stadt Münster eingetragen ist, kann die Maß-
nahme grundsätzlich aus Landesmitteln - Denkmalförderung - gefördert werden. Hierbei besteht 
ein Förderansatz von 40 % der denkmalpflegerischen Kosten. Es wurde signalisiert, dass die 
Maßnahme voraussichtlich mit 200.000,- € bezuschusst wird. Der Antrag muss bis Ende Sep-
tember 2009 beim Fördergeber eingegangen sein.  
 
Gespräche mit der Deutschen Bundesstiftung Umweltschutz (DBU) waren sehr konstruktiv. Die 
DBU zeigte sich beeindruckt von der vorgestellten innovativen Bauweise und hat signalisiert, sich 
voraussichtlich mit ca. 120.000,- € Fördersumme an der Maßnahme beteiligen zu wollen. Der 
entsprechende Antrag muss bis November 2009 bei der DBU vorliegen. 
 
4. Finanzierung:
 
Somit kann davon ausgegangen werden, dass mindestens eine Förderung von 40 % erreicht 
werden kann. Entsprechend werden die Mittel für die Haushaltsplanung 2010 ff. beantragt. 
 
Weiterer Ablauf:
 
Nach Eingang der Förderzusagen wird die Verwaltung eine Vorlage über den Planungs- und 
Baubeschluss erarbeiten, die dann auch genauere Aussagen zum zeitlichen Ablauf der Umset-
zung der Baumaßnahme enthält. 
 
 
 
i.V. 
 
gez. 
 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
Anlagen: 
Prinziepskizze Ufersicherungsdetail

V-0575-2009_Anlage-Prinziepskizze

725 Zeichen

=
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DA

FL
2 Detail B

Detail A

STADT

Anlage zu Vorlage V/0575/2009

Verschraubungen M12, verzinkt

72.30 Hochwasserstand

FL 100 x10 -- 6.000

1150 x100 x8 -- 200

Geogitter mit hinterlegtem Filtervlies
zur Verhinderung von Ausspülungen

Erdanker

Verblendung der Konstruktion mit
Eichenholzbohlen 45/ 80-140 -- 800

U120 x6 -- 3.000

71.80 Normalwasserstand

U100 x7 -- 6.000 III

1150 x8 -- 200

um |. >
. | Abteilungsleiter: Gezeichnet: inflächen und
' Umweltschutz
s Stlt | are
© | Fachstellenlelter: N us Rüschhaus

Projektnummer: 1788 STADT

Plan Nr.:00.00.0000 Datum: 24.08.2009

‚Amtsleiter: Bearbeitet:

Ne

Freianlagen

. | Koolwaay

Innat

Ufersicherung Holz-Stahl
Prinziepskizze

Beratungsverlauf (4)

09.09.2009 Kulturausschuss
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
24.09.2009 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 5.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
29.09.2009 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 4.14 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
05.11.2009 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 4.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • An der Gräfte

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0575/2009
Typ
Vorlagen
Datum
26.08.2009
Erstellt
06.10.2020 14:37