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2007/0187

Kostenentwicklung im Bereich der Straßenbeleuchtung

Magistratsvorlage 19.12.2007

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2007/0187

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2007/0187

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
25.01.2008 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat VI Dezernat II 
 
Amt: Straßenverkehrs- und 
Tiefbauamt  
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein 
Öffentlich:     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2007/0187 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Kostenentwicklung im Be reich der Straßenbeleuchtung 
 
Vorlage vom: 19.12.2007 
 
Beschlussvorschlag: 
 
1. Der Abschaltung der Bodeneinbaustrahler im Blindenleitstreifen am Zentralen Omnibusbahnhof 
(Hauptbahnhof) wird zugestimmt. 
2. Der Abschaltung der Brunnenanlage Europa-Platz wird zugestimmt. 
3. Die Abschaltung der gesamten Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile in 
der Zeit von 02:00 Uhr bis 04:00 Uhr wird abgelehnt. 
 
 
Anlagen:   
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 19. Dezember 2007 
 
 
Begründung: 
 
 
Bericht zur Situation der Straßenbeleuchtung und der Kostenentwicklung 
 
 
Allgemeines 
 
In Darmstadt sind ca. 14.650 Straßenleuchten in Betrieb. Bestückt sind diese Leuchten mit eins bis 
drei Lampen, daraus ergibt sich ein Anschlusswert von 1.770 kW/h (Stand: 2006). In den letzten 
Jahren ist der Anschlusswert der Beleuchtung gestiegen. Dies ist hauptsächlich  auf das 
Hinzukommen neuer Baugebiete (z.B. A 24, A 10, A 33 u.a.) zurückzuführen. 
 
Bei einer Gesamtbrenndauer von 4175 Stunden für alle ganznächtig betriebenen Leuchten mit einer 
darin enthaltenen reduzierten Brenndauer von 2040 Stunden (dieser Wert gilt allerdings nur noch für 
das Jahr 2006, ab September 2007 ist der reduzierte Betrieb auf 2675 Stunden ausgedehnt worden 
durch Vorverlegung von 24:00 Uhr auf 22:30 Uhr) ergibt sich ein Gesamtverbrauch von 6.794.210 kW. 
Aus der Ausdehnung des reduzierten Betriebes folgt eine Energieeinsparung in der Größenordnung 
von ca. 100.000 kW/p.a. oder ca. 7.400,-- Euro/p.a (diese Einsparung wird allerdings erst ab 2008 voll 
wirksam). 
Bemerkenswert ist die geringe Steigerung des Energiebedarfs in den letzten 22 Jahren um lediglich 
6,9 %. Ursächlich für diese Steigerung des Verbrauchs sind im wesentlichen die eingangs bereits 
genannten neuen Baugebiete, als auch die ab dem Jahr 2001 erstmals berechneten 
Verbrauchskosten für die Beleuchtung der Bushaltestellen. Der Austausch veralteter Leuchten gegen 
wirtschaftlichere Leuchten auf dem jeweils aktuellsten Stand der Technik hat dazu beigetragen, dass 
die Kosten nicht weiter gestiegen sind. 
 
Zusammensetzung der Stromkosten 
Die Kosten für die Lieferung elektrischer Energie setzen sich wie folgt zusammen (Stand 2007): 
Monatsleistungspreis           14,00 Euro/kW und Monat 
Arbeitspreis    4,29 ct/kWh 
Aufschlag EEG-Gesetz   0,75 ct(kWh 
Aufschlag KWK-Gesetz 
für die ersten 100.000 kWh/Jahr 0,289 ct/kWh 
und für alle weiteren kWh  0,05 ct/kWh 
Stromsteuer    2,05 ct/kWh 
Damit errechnen sich reine Verbrauchskosten, bereinigt um den Leistungspreis, von 7,14 ct/kWh. 
 
Kostenentwicklung 
 
Im Verhältnis 1998 zu 2006 haben sich die Haushaltsansätze für die Straßenbeleuchtung wie folgt 
geändert: 
 
- Kapitaldienst   (1998)  870.000,00 Euro auf   (2006)           812.500,00 Euro 
- Strom + Wartung (1998)  1.380.000,00 Euro auf   (2006)        1.310.000,00 Euro 
 
Im gleichen Zeitraum sind die Lohnkosten als auch die Materialkosten gestiegen. Auch eine Erhöhung 
der Mehrwertsteuer (14 % - 16 %) musste ausgeglichen werden. Die Einführung der neuen Abgaben 
Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), Kraftwärmekopplung (KKW) und Ökosteuer führten weiterhin 
zur Erhöhungen der Ausgaben, die letztlich zu einer Unerdeckung in 2006 in Höhe von 175.000,-- 
Euro geführt haben.  
 
Durch zusätzliche Finanzierung von Strom- und Wartungskosten für den Brunnen Europaplatz und 
den Stromkosten für die Wartehäuschen wurde das Budget soweit belastet, dass Mastsanierungen

3 
... 
und Korrosions-Schutzmaßnahmen seit dem Jahr 2005 nicht mehr ausgeführt werden können. Sofern 
diese Arbeiten nicht wieder aufgenommen werden, ist mittelfristig mit drastisch steigenden Ausgaben 
für den Austausch schadhafter Masten zu rechnen. 
 
Bedingt durch steigende Kapitalmarktzinsen, eine nochmals erhöhte Mehrwertsteuer und dem Defizit 
aus dem Jahr 2006 wird es erforderlich, die Haushaltsmittel für die Straßenbeleuchtung aufzustocken. 
 
Aus dem laufenden Haushaltsjahr 2007 mussten bereits Restzahlungen aus dem Jahr 2006 beglichen 
werden. Im Einzelnen handelt es sich um  
 
- ca. 90.000,00 Euro Stromkosten 
- ca. 76.500,00 Euro Erhaltungskosten (Wartung, Reparatur, Störungsdienst usw.)  
 
Diese Gesamtkosten in Höhe von ca. 166.500,00 Euro fallen selbstverständlich auch im Haushaltsjahr 
2007 an. 
 
Der Fehlbetrag 2007 beträgt: 
 
- ca. 166.500,00 Euro aus Unterdeckung 2006  
- ca. 166.500,00 Euro aus Unterdeckung 2007 
- ca.   60.000,00 Euro für die erhöhte Mehrwertsteuer 
- ca.   37.500,00 Euro für erhöhten Kapitalmarktzins (seit 01. Januar 2007)  
- ca.   30.000,00 Euro für Wiederaufnahme der Mastsanierung. 
 
Es wurden deshalb in 2007 auch zum Ausgleich für 2006 Finanzmittel in Höhe von 460.500,00 Euro 
zusätzlich zur Verfügung gestellt. Weiterhin müssen die Finanzmittel ab 2008ff um mindestens 
275.000,00 Euro erhöht werden. Im Haushalt 2008 sind die Mittel berücksichtigt. 
 
Die Entwicklung der Zinsen an den Kapitalmärkten lässt weitere Erhöhungen, auch des 
Basiszinssatzes, erwarten. 
 
Eingesetzte Leuchtmittel 
Die Straßenbeleuchtungsanlagen der Stadt werden kontinuierlich erneuert, dabei kommen jeweils die 
wirtschaftlichsten Leuchtmittel zum Einsatz. Gegenwärtig sind dies bei allen neuen Leuchten 
Natriumdampf-Hochdrucklampen in den Stärken 70, 100, 150, 200 und 250 Watt. Es finden sich 
weiterhin Natriumdampf-Niederdrucklampen, Quecksilberdampf-Hochdruck-lampen und 
Leuchtstofflampen. Gemessen am Grad der Häufigkeit ihrer Verwendung liegen die Natriumdampf-
Hochdrucklampen und Natriumdampf-Niederdrucklampen mit einem Anteil von zusammen ca. 50 % 
klar vorne, wobei der Anteil der Natriumdampf-Niederdrucklampe bei weniger als 5% liegt. Diesen 
folgen die Quecksilberdampf-Hochdrucklampen mit einem Anteil von ca. 40 % und die 
Leuchtstofflampen mit einem Anteil von 10 % (nach einer Entscheidung der EU dürfen 
Quecksilberdampf-Hochdrucklampen ab 2010 nicht mehr verwendet werden). 
 
Energiesparmaßnahmen 
Im Rahmen des kontinuierlichen Austausches veralteter oder schadhafter Leuchten werden seit Anfang 
der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts nur noch Leuchten  mit einer eingebauten 
Abschaltautomatik und einer eingebauten Reduzierschaltung bestellt und verbaut. Soweit es 
wirtschaftlich vertretbar war, wurden auch ältere Leuchten auf Natriumdampf-Hochdrucklampen 
umgerüstet.

4 
... 
Was bedeutet Abschaltautomatik 
- eine Abschaltautomatik verhindert ein ständiges Wiederzünden eines defekten Leuchtmittels nach 
dem dritten Versuch und vermeidet so unnötigen Energieverbrauch, da dieser beim Einschalten 
einer Lampe am höchsten ist. 
Was bedeutet Reduzierschaltung 
- eine Reduzierschaltung vermindert den Verbrauch in einem definierten Zeitabschnitt (in Darmstadt 
von 22:30 Uhr bis 6:00 Uhr) um ca. ein Drittel, dabei sinkt die Lichtausbeute auf 50 % ab. 
 
Struktur des Kabelnetzes 
Seit dem Beginn des Aufbaues einer elektrischen Straßenbeleuchtung wurde sehr großen Wert auf 
die Versorgungssicherheit (Betriebssicherheit) des Beleuchtungsnetzes gelegt. Es erwuchs ein 
mehrfach miteinander und untereinander verbundenes Kabelnetz welches ein hohes Maß an 
Störungsfestigkeit hat. Leider bedingt dieser an sich sehr positive Zustand, dass es nicht mehr 
möglich ist, einzelne Leuchten-Gruppen nach Belieben ein- bzw. ausschalten zu können. Hierzu 
müssten die Leuchten eines Straßenzuges hintereinander geschaltet werden (quasi wie an einer 
Perlenschnur). Dieser Zustand kann aber nicht ohne erhebliche tiefbautechnische Maßnahmen und 
dem Verlegen neuer Kabel erreicht werden. Solange die Netzstruktur nicht geändert wird, ist ein 
Ausschalten einzelner Straßen oder Gebiete nicht möglich.
 
 
Ausblick in die Zukunft 
Mit dem sukzessiven Austausch veralteter Leuchten gegen Leuchten auf dem jeweils aktuellsten 
Stand der Technik soll eine weitere Reduzierung des Energieverbrauches und damit des Co² -
Ausstoßes bei gleicher Anzahl der Leuchten erzielt werden. Der Ersatz von quecksilberhaltigen 
Leuchtmitteln, wie der Quecksilberdampf-Hochdrucklampe und der Leuchtstofflampe kommt dabei 
eine besondere Bedeutung zu. Ab 2010 werden dann ausschließlich Natriumdampf-Hochdrucklampen 
verwendet. Hier sind auch die größten Einsparpotenziale vorhanden. Eine Ausweitung des Haushaltes 
für diese Maßnahmen ist nicht erforderlich. 
Beim Bau neuer Kabelnetze für die Straßenbeleuchtung wird künftig darauf geachtet, einzelne 
Straßen separat schalten zu können. Um hier keine zusätzlichen Kosten entstehen zu lassen, werden 
diese Maßnahmen nur umgesetzt, wenn Kabellegungen aus anderen Gründen (Erneuerung, etc.) 
erforderlich sind sowie bei der Erschließung von Neubaugebieten. 
Eine Prüfung auf Reduzierung der Wartungs- und Energiekosten hat zum Ergebnis, dass durch 
Abschaltung der Bodeneinbaustrahler im Bereich der Blindenleitstreifen am Zentralen 
Omnibusbahnhof (Hauptbahnhof) Einsparungen in Höhe von 7.000,00 Euro pro Jahr möglich sind. 
 
Die Behindertenverbände und die Behindertenbeauftragte der Stadt haben bestätigt, dass die 
Bodeneinbaustrahler keine Hilfe für Sehbehinderte leisten. Die Abschaltung ist daher gerechtfertigt. 
 
Weiterhin können Wartung und Energiekosten in Höhe von 15.000,00 Euro pro Jahr  bei Abschaltung 
der Brunnenanlage Europa-Platz eingespart werden. Der Abschaltung der Anlage soll daher 
zugestimmt werden. 
 
Das größte Einsparpotential bietet die Abschaltung der Straßenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet 
einschließlich Ortsteile in der Zeit von 02:00 Uhr bis 04:00 Uhr. Es könnten damit Einsparungen in 
Höhe von 68.000,00 Euro pro Jahr erzielt werden. Davon betroffen wäre allerdings auch ein Teil der 
Verkehrsbeleuchtung (Schilder, Leuchtsäulen, jedoch keine Lichtsignalanlagen), die am 
Beleuchtungsnetz angeschlossen ist. Ein selektives Ausschalten bestimmter Bereiche ist aufgrund der 
Netzstruktur, wie weiter oben dargestellt, nicht möglich. 
 
Die Pflicht der Stadt, die Sicherheit auch während der Nacht zu gewährleisten, lässt allerdings ein 
Abschalten der Beleuchtung nicht zu.

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... 
Darmstadt, 19.12.2007 
VI-66/2 S Tb 1059-Fu-Wg 
Nst. 2821  
 
 
 
 
Der Dezernent II    Der Dezernent VI 
 
 
 
Wolfgang Glenz    Dipl.-Ing. Dieter Wenzel 
Bürgermeister     Stadtrat

Beratungsverlauf (4)

TOP 2
TOP 8
TOP 60 beschließend
TOP 1

Orte (1)

  • Europaplatz

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Details

Vorlagen-Nr.
2007/0187
Typ
Magistratsvorlage
Datum
19.12.2007
Erstellt
29.09.2026 00:00