3874/2021
Wohnungs- und Obdachlosenhilfe in Köln (AN/2044/2021)
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/502 Vorlagen-Nummer 16.11.2021 3874/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 18.11.2021 Wohnungs- und Obdachlosenhilfe in Köln (AN/2044/2021) Die Fraktionen SPD und Die Linke bitten um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wird es im Rahmen der Winterhilfe ausreichend Übernachtungs- und Tagesaufenthaltsplät- ze für wohnungslose Menschen geben, bei denen diese auch mit warmer Nahrung und Ge- tränken versorgt werden? Bitte nennen Sie Zahlen. Antwort der Verwaltung: Auch in diesem Winter wird die Kommune ausreichend Übernachtungs- und Tagesaufenthaltsplät- ze für wohnungslose Menschen vorhalten. Neben den regelhaften Übernachtungs- und Tagesauf- enthaltsplätzen wird erneut in der Ostmerheimer Str. ein zusätzliches Winterhilfequartier angebo- ten. In dem Winterhilfequartier werden 72 zusätzliche Übernachtungsplätze geschaffen. Davon sind 12 Schlafplätze ausschließlich für Frauen in einem separaten und geschützten Trakt vorgese- hen. Dort wird es neben den Übernachtungsplätzen auch das Angebot eines Tagesaufenthaltes geben. Dieses Angebot wird Nutzer*innen der Übernachtungsplätze angeboten, so dass sich diese ganztägig in vor Witterungseinflüssen geschützten Räumen aufhalten können. Sollten darüber hinaus weitere Platzbedarfe entstehen, wird die Verwaltung auch diese Bedarfe decken können. In den Regeltagesaufenthaltsmöglichkeiten im Stadtgebiet werden ganzjährig warme Speisen und Getränke angeboten. 2. Welche Vorschläge gibt es seitens der Verwaltung zur konkreten Umsetzung einer ämter- übergreifenden Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Gesundheitsamt, Sozialamt, dem Ordnungsamt etc. und den freien Trägern analog zur gelebten Praxis während der Geflüch- tetenhilfe 2015/2016? Antwort der Verwaltung: Die Verwaltung verweist hierzu auf die Überlegungen zu einer strategischen Neuausrichtung der Wohnungslosenhilfe, die in der Sitzung der Stadtarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenpolitik am 04.10.2021 vorgestellt und zur Diskussion gestellt wurden. 2 Für den 18.11.2021 ist die Auftaktveranstaltung für die Aufnahme der Arbeit der Schwerpunktar- beitsgruppen geplant. Diese werden sich u. a. auch mit dieser Fragestellung beschäftigen. 3. Wann gehen die bereits geplanten und beschlossenen Kontakt- und Beratungsstellen z.B. in Mülheim, Kalk oder Porz an den Start bzw. können diese auch mobil eingerichtet werden, sofern es noch keine geeigneten Räumlichkeiten gibt? Antwort der Verwaltung: Aktuell wird hinsichtlich des Ausbaus der rechtsrheinischen Beratungsangebote die Bedarfsermitt- lung vorbereitet, um die richtige Lage der Standorte festlegen zu können. Der Träger der Freien Wohlfahrtspflege Diakonie Michaelshoven bemüht sich derzeit um die Be- schaffung eines Beratungsmobils. Dadurch soll übergangsweise das Beratungsangebot im rechts- rheinischen Teil der Stadt ausgeweitet werden und zugleich die Bedarfsfeststellung für zusätzliche feste Beratungsstandorte erfolgen. 4. Wie sollen die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Köln zukunftsfähig gestaltet und ausgebaut werden z.B. mit Angeboten für Menschen, die sich aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen nicht an Regeln halten können und daher verstärkt auf der Straße anzutreffen sind? Antwort der Verwaltung: Hinsichtlich der Beantwortung dieser Frage wird auf die Antwort zur Frage 2 verwiesen. 5. Was plant die Verwaltung hinsichtlich der Schaffung von zusätzlichen Plätzen z.B. für jün- gere Obdachlose, für Paare und Frauen sowie für Menschen, die mit ihren Tieren leben? Antwort der Verwaltung: Für jüngere Menschen ist im September 2021 das Projekt „Hotel Koje“ gestartet, welches ein be- sonderes Angebot für die Gruppe der 18 – 27-Jährigen vorhält. In Planung ist zudem ein weiteres Projekt für diese Personengruppe, welches als Wohn- und Beschäftigungsprojekt ausgerichtet sein soll. Eine Erweiterung des Platzangebotes für andere besondere Zielgruppen, wie Paare und Frauen, ist derzeit nicht geplant. Bislang werden von der Verwaltung ausreichend Unterkunftsplätze für diese Gruppen vorgehalten, um alle bekannten Bedarfe zu decken. Hier stellt sich vielmehr die Frage, warum einzelne Personen die bestehenden Angebote nicht annehmen können. Im Sommer hat die Gesellschaft für Innovative Sozialforschung e.V. (GISS) im Auftrag des Landes NRW eine Wohnungslosenbefragung in Köln durchgeführt. Die Ergebnisse sind zum Jahresende angekündigt. Es wird erwartet, dass sich aus den Befragungsergebnissen auch Antworten auf die- se Fragestellung ergeben. Auf Grundlage dieser erwarteten Erkenntnisse wird die Verwaltung dann prüfen, ob Handlungsbedarfe identifiziert und Lösungen dafür geschaffen werden können. 3 Hinsichtlich der Frage zur Ausweitung von Unterkunftsangeboten für Hundehalter*innen wird der- zeit die rechtliche Möglichkeit eines solchen ganzjährigen Angebots geprüft. Neben der Prüfung von Hygienevorschriften für Gemeinschaftsunterkünfte sind hier auch andere rechtliche Fragen, wie Haftungsfragen, zu klären. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3874/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 16.11.2021
- Erstellt
- 04.11.2021 10:26