A-S/0012/2006
Vorbereitung auf den absehbaren Abzug der Britischen Soldaten und ihrer Familien aus Münster-Südost
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Originalantrag
5124 Zeichen
CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Südost Stadt Münster Bezirksverwaltung Südost Am Steintor 50 48167 Münster Münster, den 14. Sept. 2006 Vorbereitung auf den absehbaren Abzug der Britischen Soldaten und ihrer Familien aus Münster-Südost Antrag Die Bezirksvertretung möge beschließen: 1) Die Verwaltung wird beauftragt, zur Vorbereitung anstehender Entscheidungen über die städteplanerischen und strukturellen Folgen eines Abzugs der britischen Truppen eine Bestandsaufnahme zu erstellen a) der bislang militärisch genutzten Flächen und Anlagen und b) des umfangreichen Wohnungsbestandes in Bundesvermögen, der von den Familien der britischen Soldaten genutzt wird. 2) Für die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes bezüglich der bislang militärisch genutzten Flächen sollten erste Grundzüge erarbeitet und Anfang 2007 zur Diskussion in der BV gestellt werden, die die besondere Lage im Ortsteil, die Möglichkeiten einer Abrundung des Ortskerns von Gremmendorf, die Nähe zu dem weit fortgeschrittenen Wandel im Gebiet Loddenheide und die Möglichkeiten für den zum Kasernenbereich gehörenden Grün- und Freizeitbereich berücksichtigen. 3) Die Verwaltung wird gebeten, mit der Bundesvermögensverwaltung Gespräche aufzunehmen, um einen schrittweisen und behutsamen Übergang des Wohnbestandes in private Nutzung vorzubereiten, sicherzustellen und möglichst zu begleiten.. Begründung : Inzwischen steht fest, dass die britischen Soldaten in absehbarer Zeit Münster und insbesondere die beiden Kasernen in Gremmendorf und Gievenbeck verlassen. In der letzten BV-Sitzung wurde bestätigt, was wir dort schon vor Monaten angesprochen hatten: Die Entscheidung der britischen Regierung und des Unterhauses sind gefallen. Einerseits geschieht der Abzug nicht von heute auf morgen, so dass Zeit für eine grundsätzliche Prüfung der Folgen in städteplanerischer und Stadtentwicklungshinsicht verbleibt. = Andererseits fallen seit längerer Zeit Leerstände in den vielfältigen Wohnbereichen auf, die im Ortsteil Gremmendorf und dem südlich anschließenden Angelmodde-West liegen. Das hat schon heute mit der Mobilität der Einheiten und mit der Tatsache zu tun, dass erhebliche Teile in den letzten Jahren in anderen Ländern und insbesondere im Nahen Osten im Einsatz sind und ihre Familien deshalb nicht im früheren Umfang in Münster wohnen. Sogar die erst in den letzten Jahren als Ersatzbauten für Bestände in Gievenbeck im Delstrup erichtete Häuser scheinen betroffen. Die Stadt Münster hat mit der Konversion militärischer Anlagen in den letzten zwanzig Jahren erfolgreiche Lösungen gefunden, die aus heutiger Sicht ein Gewinn der jeweiligen Ortsteile und der ganzen Stadt sind. Das gilt auch für den Bereich der Loddenheide, der gute Fortschritte gebracht hat. Aber der nun anstehende tiefgreifende Wandel im Ortsteil, der schon mit der Umnutzung der Loddenheide begonnen hat, macht angesichts der Größe der Anlagen und Flächen, vor allem aber auch des Wohnungsbestandes, sehr grundsätzliche Überlegungen zum planerischen Vorgehen notwendig, die die gewerbliche Struktur — auch die des örtlichen Einzelhandels — und die Wohnstruktur wie auch Zusammensetzung der Bevölkerung ebenso nachhaltig beeinflussen kann wie zum Beispiel die Ausstattung mit schulischen und sozialen Einrichtungen. Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass letztere praktisch von den britischen Familien nicht genutzt wurden, da sie ihre Kinder seit Jahren mit Bussen zu eigenen Schulen und Kindergärten nach Osnabrück brachten/bringen, die künftige Bevölkerung aber voll auf die Versorgung durch hiesige Einrichtungen angewiesen sein wird. Was die gewerbliche Nutzung und den Einzelhandel betrifft, sind planerisch sicher nicht ohne Belang einerseits die Trennung des Kasernenbereiches vom derzeitigen Ortskern durch den vierspurigen Albersloher Weg, andererseits die kürzlich angekündigte Entscheidung der in Gremmendorf ansässigen Fa. Ratio, in der Loddenheide ein auf 18.000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitertes SB-Warenhaus zu eröffnen im Bereich bzw. Gebäude des bisherigen Großmarktes (der südwestlich davon durch einen neuen Großmarkt mit 30.000 Quadratmetern am Bertha-von-Suttner-Weg ersetzt werden soll). Der Zusammenhang zeigt, dass eine Einzelhandelsplanung nur sehr behutsam wird erfolgen können. Das betrifft die Umnutzung und Ersetzung der militärischen Bauten am Albersloher Weg. Auch müssen rechtzeitig grundsätzliche Entscheidungen fallen hinsichtlich der künftigen Nutzung oder Umnutzung der großen Frei- und Sportflächen an der West- und Südwestseite der Kasernen. Die Verwaltung sollte dazu prüfen, ob die vorliegenden Einzelhandelsgutachten zu überarbeiten sind, um auf der Grundlage aktualisierter Daten ggf. auch einen städtebaulichen Wettbewerb auszuschreiben und so ggf. auch ungewöhnliche Ideen zu gewinnen. Allein diese Stichworte zeigen auf, dass der scheinbar zur Vorbereitung zur Verfügung stehende Zeitraum nicht gerade lang ist und erste Planungsentscheidungen Anfang des kommenden Jahres fallen sollten. Für die CDU-Fraktion: gez. Dr. H. Hoffschulte 2006-09-14 Originalantrag.doc
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungOrte (5)
- Albersloher Weg
- Am Steintor 50
- Bertha-von-Suttner-Weg
- Loddenheide
- Delstrup
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-S/0012/2006
- Typ
- Antrag an die BV Südost
- Datum
- 18.09.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37