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A-S/0012/2006

Vorbereitung auf den absehbaren Abzug der Britischen Soldaten und ihrer Familien aus Münster-Südost

Antrag an die BV Südost 18.09.2006

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Südost, Sitzung am 31.10.2006, TOP 5.2

Originalantrag

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Originalantrag

5124 Zeichen

CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Südost

Stadt Münster
Bezirksverwaltung Südost
Am Steintor 50

48167 Münster

Münster, den 14. Sept. 2006

Vorbereitung auf den absehbaren Abzug der
Britischen Soldaten und ihrer Familien aus Münster-Südost

Antrag

Die Bezirksvertretung möge beschließen:

1) Die Verwaltung wird beauftragt, zur Vorbereitung anstehender Entscheidungen über die
städteplanerischen und strukturellen Folgen eines Abzugs der britischen Truppen eine
Bestandsaufnahme zu erstellen

a) der bislang militärisch genutzten Flächen und Anlagen und

b) des umfangreichen Wohnungsbestandes in Bundesvermögen, der von den

Familien der britischen Soldaten genutzt wird.

2) Für die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes bezüglich der bislang militärisch genutzten
Flächen sollten erste Grundzüge erarbeitet und Anfang 2007 zur Diskussion in der BV gestellt werden,
die die besondere Lage im Ortsteil, die Möglichkeiten einer Abrundung des Ortskerns von
Gremmendorf, die Nähe zu dem weit fortgeschrittenen Wandel im Gebiet Loddenheide und die
Möglichkeiten für den zum Kasernenbereich gehörenden Grün- und Freizeitbereich berücksichtigen.

3) Die Verwaltung wird gebeten, mit der Bundesvermögensverwaltung Gespräche aufzunehmen, um
einen schrittweisen und behutsamen Übergang des Wohnbestandes in private Nutzung vorzubereiten,
sicherzustellen und möglichst zu begleiten..

Begründung :

Inzwischen steht fest, dass die britischen Soldaten in absehbarer Zeit Münster und insbesondere die
beiden Kasernen in Gremmendorf und Gievenbeck verlassen. In der letzten BV-Sitzung wurde
bestätigt, was wir dort schon vor Monaten angesprochen hatten: Die Entscheidung der britischen
Regierung und des Unterhauses sind gefallen. Einerseits geschieht der Abzug nicht von heute auf
morgen, so dass Zeit für eine grundsätzliche Prüfung der Folgen in städteplanerischer und
Stadtentwicklungshinsicht verbleibt.

=

Andererseits fallen seit längerer Zeit Leerstände in den vielfältigen Wohnbereichen auf, die im Ortsteil
Gremmendorf und dem südlich anschließenden Angelmodde-West liegen. Das hat schon heute mit
der Mobilität der Einheiten und mit der Tatsache zu tun, dass erhebliche Teile in den letzten Jahren in
anderen Ländern und insbesondere im Nahen Osten im Einsatz sind und ihre Familien deshalb nicht
im früheren Umfang in Münster wohnen. Sogar die erst in den letzten Jahren als Ersatzbauten für
Bestände in Gievenbeck im Delstrup erichtete Häuser scheinen betroffen.

Die Stadt Münster hat mit der Konversion militärischer Anlagen in den letzten zwanzig Jahren
erfolgreiche Lösungen gefunden, die aus heutiger Sicht ein Gewinn der jeweiligen Ortsteile und der
ganzen Stadt sind. Das gilt auch für den Bereich der Loddenheide, der gute Fortschritte gebracht hat.
Aber der nun anstehende tiefgreifende Wandel im Ortsteil, der schon mit der Umnutzung der
Loddenheide begonnen hat, macht angesichts der Größe der Anlagen und Flächen, vor allem aber
auch des Wohnungsbestandes, sehr grundsätzliche Überlegungen zum planerischen Vorgehen
notwendig, die die gewerbliche Struktur — auch die des örtlichen Einzelhandels — und die
Wohnstruktur wie auch Zusammensetzung der Bevölkerung ebenso nachhaltig beeinflussen kann wie
zum Beispiel die Ausstattung mit schulischen und sozialen Einrichtungen. Das wird deutlich, wenn
man sich vor Augen führt, dass letztere praktisch von den britischen Familien nicht genutzt wurden, da
sie ihre Kinder seit Jahren mit Bussen zu eigenen Schulen und Kindergärten nach Osnabrück
brachten/bringen, die künftige Bevölkerung aber voll auf die Versorgung durch hiesige Einrichtungen
angewiesen sein wird.

Was die gewerbliche Nutzung und den Einzelhandel betrifft, sind planerisch sicher nicht ohne Belang
einerseits die Trennung des Kasernenbereiches vom derzeitigen Ortskern durch den vierspurigen
Albersloher Weg, andererseits die kürzlich angekündigte Entscheidung der in Gremmendorf
ansässigen Fa. Ratio, in der Loddenheide ein auf 18.000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitertes
SB-Warenhaus zu eröffnen im Bereich bzw. Gebäude des bisherigen Großmarktes (der südwestlich
davon durch einen neuen Großmarkt mit 30.000 Quadratmetern am Bertha-von-Suttner-Weg ersetzt
werden soll). Der Zusammenhang zeigt, dass eine Einzelhandelsplanung nur sehr behutsam wird
erfolgen können. Das betrifft die Umnutzung und Ersetzung der militärischen Bauten am Albersloher
Weg.

Auch müssen rechtzeitig grundsätzliche Entscheidungen fallen hinsichtlich der künftigen Nutzung oder
Umnutzung der großen Frei- und Sportflächen an der West- und Südwestseite der Kasernen.

Die Verwaltung sollte dazu prüfen, ob die vorliegenden Einzelhandelsgutachten zu überarbeiten sind,
um auf der Grundlage aktualisierter Daten ggf. auch einen städtebaulichen Wettbewerb
auszuschreiben und so ggf. auch ungewöhnliche Ideen zu gewinnen. Allein diese Stichworte zeigen

auf, dass der scheinbar zur Vorbereitung zur Verfügung stehende Zeitraum nicht gerade lang ist und
erste Planungsentscheidungen Anfang des kommenden Jahres fallen sollten.

Für die CDU-Fraktion:

gez. Dr. H. Hoffschulte

2006-09-14 Originalantrag.doc

Beratungsverlauf (1)

31.10.2006 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 5.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: vertagt

Zur Sitzung

Orte (5)

  • Albersloher Weg
  • Am Steintor 50
  • Bertha-von-Suttner-Weg
  • Loddenheide
  • Delstrup

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
A-S/0012/2006
Typ
Antrag an die BV Südost
Datum
18.09.2006
Erstellt
06.10.2020 14:37