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V/0189/2019

"Den historischen Arzneipflanzengarten an der Hittorfstraße erhalten"

Vorlagen 05.03.2019

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen, Sitzung am 26.03.2019, TOP 6.9

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage 2 Konzeptentwurf WWU - Integration des ehemaligen Arzneipflanzengartens in den Botanischen Garten und in ein universitäres Gesamtkonzept

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Ansehen

Anlage 1 Einbindung ehemaliger Arzneipflanzengarten in das Grünsystem

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Ansehen

Anlage 3 politischer Antrag A-R_0019_2018

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Ansehen

Anlage A

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Ansehen

Beschlussvorlage

9217 Zeichen

V/0189/2019 
V/0189/2019 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
"Den historischen Arzneipflanzengarten an der Hittorfstraße erhalten"  
Gemeinsamer Antrag der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Grüne/GAL an den Rat vom 
06.03.2018 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   26.03.2019 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Dem seitens der WWU vorgestellten Konzept zur Entwicklung des ehemaligen Arznei-
pflanzengartens unter Bewahrung und Fortentwicklung der (stadt-) ökologischen Funkti-
onen und in Angliederung an den Botanischen Garten der WWU (ANLAGE 2) wird zuge-
stimmt. 
2. Die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit und eine verbesserte Anbindung an die umge-
benden öffentlichen Grünflächen und den Schlosspark werden gemeinsam weiterentwi-
ckelt.  
3. Der Zielsetzung als ökologischer Lernort für universitäre und außeruniversitäre Besucher 
und Gruppen wird zugestimmt. 
4. Das Pachtverhältnis mit der WWU wird fortgeführt. 
5. Die Verwaltung wird beauftragt, den Pachtvertrag im Zeichen einer langfristigen Pla-
nungssicherheit mit der WWU neu auszuhandeln.  
6. Die Pflege des Areals wird auch in der Übergangsphase bis zur Realisierung der geplan-
ten Angliederung durch die WWU als Pächter sichergestellt. 
7. Der gemeinsame Antrag der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL 
an den Rat vom 06.03.2018 (ANLAGE 3) ist somit erledigt. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Finanzierungsbedarfe und –zuständigkeiten können erst nach einer Verfeinerung der Plan-
konzeption geklärt werden. 
 
Amt für Grünflächen, Umwelt 
und Nachhaltigkeit 
 
05.03.2019 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Herr Kuttenkeuler 
Telefon: 492 67 44 
Kuttenkeuler@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0189/2019 
 
Begründung: 
 
Ausgangslage: 
Der ehemalige Arzneipflanzengarten der WWU an der Hittorfstraße steht in wesentlichen Teilen im 
Eigentum der Stadt und ist seit 1941 als „Apothekergarten“ verpachtet.  Der aktuelle Pachtvertrag mit 
der WWU über ca. 1,8 ha ist zurzeit jährlich mit drei Monaten Frist zum 31.10. kündbar. 
 
Im Jahr 2013 wurden die drei Einzelstandorte der Pharmazeutischen Institute der WWU zugunsten 
eines Neubaus aufgegeben. Nach dem Umzug in das neue Gebäude an der Corrensstraße 48 ist die 
Lehreinheit Pharmazie unter einem Dach, dem PharmaCampus, vereint. 
Etwas zeitverzögert in 2017 wurden die wichtigsten Pflanzen des etwa 2,5 ha großen alten Arzne i-
pflanzengartens an der Hittorfstraße auf das neue, deutlich kleinere Areal an der Corrensstraße 
„umgezogen“. 
 
Mit mehr als 300 verschiedene n Pflanzenarten und einer reichhaltigen Fauna, die dieses Areal als 
Rückzugsraum innerhalb des Stadtbereichs angenommen hat, galt der Garten nach Aussagen der 
Uni als eine r der größten seiner Art in Deutschland.  Nach Pressemitteilung des Nabu leben dort 60  
Vogel- und 12 Fledermausarten. 
  
Innerhalb des Areals befindet sich zurzeit der „Studentische Garten des ASTA Uni Münster“. Der AS-
TA bietet zu festgelegten Zeiten Führungen durch den Garten an. Ansonsten ist das Areal gegenwä r-
tig für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Zwischen ASTA und Nabu existiert hinsichtlich der Nutzung 
des Geländes eine Kooperation. Auch das Institut für Landschaftsökologie nutzt einen Teil des Ga r-
tens für Forschungs-/Lehrzwecke.  
 
Die verminderte Nutzungsintensität seit Umzug des Arzneipflanzengartens hat dazu geführt, dass das 
Gelände derzeit teilweise Verwilderungstendenzen aufweist. 
 
Räumliche Einbindung: 
Der ehemalige Arzneipflanzengarten befindet sich in westlicher Verlängerung der ausgedehnte n öf-
fentlichen Grünflächen entlang der Einsteinstraße/Wilhelmstraße. Von dort aus wird das Gelände 
gegenwärtig lediglich als Gehölzkulisse wahrgenommen. Die Hauptwegeverbindung verläuft südlich 
des Gartens entlang des Schlossgrabens in Richtung Am Schlossg arten/Hittorfstraße. Über eine vor-
handene Brücke in Höhe des ehemaligen Arzneigartens wird der Schlossgraben in Richtung 
Schlossgarten und Botanischem Garten gequert. Durch die vorhandenen Höhenunterschiede wird die 
Zugänglichkeit zum zentralen Schlossgart en/Botanischen Garten zurzeit erschwert. Westlich des a l-
ten Arzneimittelgartens schließen sich die größtenteils leer stehenden Gebäude des ehemaligen 
Pharmazeutischen Instituts an (ANLAGE 1). 
 
Planungsidee: 
In vorbereitenden Gesprächen der Verwaltung mit d er WWU wurde seitens der Universität, vertreten 
durch Herrn Prof. Hensel, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Herrn Prof. Müller, 
Gartendirektor des Botanischen Gartens, Herrn Dr. Bauer, Kustos und Technischer Leiter des Botani-
schen Gartens und Herrn Dr. Bilda, Persönlicher Referent des Kanzlers, ein Konzeptentwurf zur „I n-
tegration des ehe maligen Arzneipflanzengartens Hittorfstraße in den Botanischen Garten und in ein 
universitäres Gesamtkonzept“ vorgestellt (ANLAGE 2).  
 
Das vorgestellte Konzept stützt sich auf drei Säulen: 
 
1. Modernisierung und Ausbau der Lehre, Bildungsangebot und Wissenstransfer in Biowis-
senschaften und Nachbardisziplinen 
2. (Stadt-) Ökologische Funktionen 
3. Kultur- und Erholungsraum durch thematische und funktionelle Anbindung an einen mögli-
chen MusikCampus

- 3 - 
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Die 3. Säule wurde hinsichtlich des MusikCampus relativiert. Derzeit gäbe es für den Standort an der 
Hittorfstraße noch keinerlei Tendenz für eine zukünftige Entwicklung. Zukünftige Planungen sollten 
jedoch die Option eines solchen Campus offen halten.  
 
Dieses Konzept wird vom Kanzler  der WWU, Herrn Schwarte , befürwortet. Ein besonderes Anliegen 
des Kanzlers ist es , den Botanischen Garten mit dem Gelände des ehemaligen Arzneimittelgartens 
zu verknüpfen. 
 
Darüber hinaus wurde der Wunsch geäußert, das betreffende Areal besser an die östlich angrenze n-
den Parkflächen anzubinden und diese aufzuwerten. 
 
Vor dem Hintergrund der geplanten qualitativen Aufwertung des Gartens strebt die WWU im Zeichen 
einer deutlich planungssicheren Perspektive eine Verlängerung der Pachtzeit auf eine feste Laufzeit 
von mindestens 10 Jahren an. 
 
Bewertung der Planungsidee durch die Verwaltung: 
Die Verwaltung begrüßt das Konzept der WWU. Durch die Einbindung in den Botanischen Garten 
unter dem Dach der  WWU wird einerseits der Charakter des alten Arzneipflanzengartens bewahrt 
und behutsam fortentwickelt. Andererseits wird der Raum in stärkerem Maße für die Öffentlichkeit 
nutzbar gemacht. Damit wäre während der Öffnungszeiten, analog der Nutzung des Botan ischen 
Gartens im Schlossgarten, eine freie Zugänglichkeit für Besucher möglich. Die Zugangsmöglichkeiten 
in den „erweiterten Botanischen Garten“ wären zu diesem Zweck hinsichtlich der Lage zu ergänzen 
bzw. zu optimieren. Das halböffentliche Konzept unter der Trägerschaft der WWU sichert eine qual i-
tätsvolle Pflege der Anlage und bietet zugleich Schutz vor Schäden, z.B. durch Vandalismus. 
 
Die Neuorientierung des ehemaligen Arzneipflanzengartens bietet zudem die Chance, die Anbindu n-
gen an die angrenzenden Gr ünflächen und den Schlossgarten zu optimieren und ggf. neu zu gesta l-
ten. Auch die grünordnerisch und stadtstrukturell bedeutsame Achse zum Coesfelder Kreuz und we i-
ter in Richtung Gievenbeck über die Von-Esmarch-Straße lässt sich stärken. 
 
Weiteres Vorgehen: 
Mit dem dargelegten Konzept der WWU werden die Anforderungen des Antrages  
 
 Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens an der Hittorfstraße als ein einzigartiges öffent-
liches Biotop mit Bildungscharakter inmitten der Stadt, 
 Weiterentwicklung des Arzneipflanzengartens als öffentliche Grünanlage unter besonderer Be-
rücksichtigung ökologischer und umweltpädagogischer Aspekte sowie einer verbesserten Zu-
gänglichkeit für die Stadtgesellschaft, 
 Klärung der Pachtverhältnisse, 
 Sicherstellung der kontinuierlichen Pflege 
umfänglich aufgegriffen. 
 
Die bisher dort tätigen Institutionen (WWU/ASTA, Umweltforum) werden bei der weiteren Ausgesta l-
tung eingebunden und deren Belange berücksichtigt. Die Optimierung und Verknüpfung mit den ö f-
fentlichen Grünflächen werden gemeinsam zwischen WWU und Stadt weiter verfolgt. 
 
Anhand des noch zu vertiefenden Konzeptes kann dann der Rahmen für ein Finanzierungskonzept 
abgestimmt werden. Zurzeit wird seitens der Verwaltung davon ausgegangen, dass die WWU die 
Kosten der Umgestaltu ng auf der Pachtfläche trägt, während die Stadt Münster die erforderlichen 
Umbaumaßnahmen innerhalb der angrenzenden öffentlichen Grünflächen übernimmt. Mögliche Fö r-
derprogramme durch den Bund oder das Land NRW, z.B. im Rahmen des Städtebauförderungspr o-
gramms „Zukunft Stadtgrün“, die zur Umsetzung genutzt werden könnten, werden im weiteren Ve r-
fahren auf ihre Einschlägigkeit hin geprüft.

- 4 - 
V/0189/2019 
 
 
 
i. V. 
 
gez.  
 
 
Matthias Peck 
 
Stadtrat 
 
 
 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1  Einbindung ehemaliger Arzneipflanzengarten in das Grünsystem 
 
Anlage 2  Konzeptentwurf  WWU: Integration des ehemaligen Arzneipflanzengartens Hittorfstraße in den 
Botanischen Garten und in ein universitäres Gesamtsystem.  
 
Anlage 3  Gemeinsamer Antrag der CDU-Fraktion und Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen / GAL an den 
Rat vom 06.03.2018.

Anlage 2 Konzeptentwurf WWU - Integration des ehemaligen Arzneipflanzengartens in den Botanischen Garten und in ein universitäres Gesamtkonzept

19532 Zeichen

Integration des ehemaligen Arzneipflanzengartens
Hittorfstraße in den Botanischen Garten und in ein
universitäres Gesamtkonzept

Das vorliegende Konzept versucht eine Integration der Fläche des ehemaligen
Arzneipflanzengartens in ein mögliches Gesamtkonzept, das neben universitären
Kerninteressen wie Lehre und Wissenstransfer auch die Bedürfnisse der Bürgerschaft der
Stadt Münster in Bezug auf Lebensqualität, Kultur und Erholung berücksichtigt. Alle
Beteiligten gehen für die vorliegende Planung davon aus, dass auf dem BLB-eigenen Gelände
der ehemaligen Pharmazeutischen Institute das Projekt „Musikcampus“ realisiert werden
könnte.

Im Rahmen einer Angliederung der Fläche an den Botanischen Garten könnten mehrere
Entwicklungs- und Nutzungsstränge parallel verfolgt werden, die sich im wesentlichen auf drei
thematische Säulen stützen:

(1) Modernisierung und Ausbau von Lehre, Bildungsangebot und Wissenstransfer in
Biowissenschaften und Nachbardisziplinen

(2) (Stadt-) Ökologische Funktionen

(3) Kultur- und Erholungsraum durch thematische und funktionelle Anbindung an den
Musikcampus

(1) Modernisierung und Ausbau von Lehre, Bildungsangebot und
Wissenstransfer in Biowissenschaften und Nachbardisziplinen

Als neuer Teil des Botanischen Gartens könnte das Areal in erster Linie dazu dienen, einen
Großteil der Lehre mit Freiland- und organismischem Bezug aus Biowissenschaften und
angrenzenden Disziplinen, insbesondere auch die Lehrerausbildung, an strategisch äußerst
günstiger Lage zu bündeln und infrastrukturell zu stärken. Darüber hinaus könnte es als
außerschulischer Lernort für Schulklassen genutzt werden („Grünes Klassenzimmer‘),
Trainingsgelände für angehende und Fortbildungsort für erfahrenere Biologielehrerinnen und
-lehrer sein (etwa bzgl. Anlage von Schulgärten), sowie für verbesserte öffentliche
Bildungsangebote des Botanischen Gartens selbst (Führungen/Veranstaltungen für
Studierende, Schulklassen und Kindergärten) und von Institutionen dienen, die mit dem
Botanischen Garten bereits kooperieren (NABU [stellvertretend für den Dachverband

Münsterscher Umweltgruppen]), BUND, diverse Vereine/Gesellschaften/Biologische
Stationen) — und damit letztlich durch Bündelung all dieser Funktionen als eine Art
„Bildungsforum“ gedacht werden.

Hierfür wäre zusätzlich zu unverändert übernehmbaren Pflanzenbeständen und entsprechend
neu zu gestaltenden Schulgartenbereichen und naturnahen Biotopen (s.u.) ein Kursraum bzw.
Klassenraum für Unterricht mit Medienausstattung und kleinem Laborbereich zu planen, mit
direktem Zugang zum Garten, evtl. als Multifunktionsraum in Gebäuden des geplanten
Musikcampus, genau wie die ebenfalls benötigten sanitären Einrichtungen.

Die Lehrerausbildung auf allen Ebenen (Grundschule bis gymnasiale Oberstufe) würde durch
diese Struktur deutlich gestärkt, vor allem in den oft „unterversorgten“ Bereichen
Organismische Biologie, Ökologie und Bildung für nachhaltige Entwicklung (vgl. Nationaler
Aktionsplan BNE). Aber auch für Lehrangebote anderer Studiengänge würde ein entsprechend
gestaltetes neues Areal eine deutliche Modernisierung, Optimierung und Ergänzung erlauben,
v.a. für solche aus den Fachbereichen Biologie (v.a. Freilandbiologie, Ökologie, Evolution),
Chemie und Pharmazie (v.a. Pharmazeutische Biologie) und Geowissenschaften (v.a.
Landschaftsökologie) [-> zu weiteren möglichen Implikationen für die Ausbildung im Bereich
Musik s. Punkt (3)].

Durch die neu hinzugewonnene Fläche ergäben sich generell stark verbesserte Möglichkeiten
zur Bereitstellung von Pflanzenmaterial für den Lehrbetrieb (denkbar ist nun nahezu 100%
Bereitstellung innerhalb des dann erweiterten Gartens, wodurch bislang durch Aufsammiung
auf gezielten Exkursionen gebundene Ressourcen freigesetzt würden). Zudem ermöglicht es
die Vorstellung und Bearbeitung aller Pflanzenarten direkt am (ggf. nachgestellten) Wuchsort
mitsamt ökologischem Kontext, und die dortige direkte Interaktion durch Studierende/Schüler
oder eigene Aufsammlung für die anschließende weitere Untersuchung im Kursraum
(Motivation).

Pflanzenbestimmungskurse und botanische Exkursionen könnten vermehrt dieses neue Areal
einbeziehen, als attraktive Alternative zu logistisch komplizierteren Exkursionsorten
außerhalb Münsters oder von den biologischen Forschungsobjekten weit entfernten
Kursräumen. Ähnliches gilt für zoologische Lehrveranstaltungen. Dabei kämen gleichermaßen
die neu angelegten naturnahen Biotope zum Tragen wie auch die natürliche heimische Flora
und Fauna (unter Nutzung der im Gebiet nachgewiesenen hohen Diversität an Vögeln,
Fledermäusen, Insekten etc.).

Auf der bisherigen Fläche des Botanischen Gartens aus Platzgründen nicht realisierbare, aber
im Rahmen einer ökologischen Grundausbildung und üblicher Lehrpläne durchaus relevante
Ökosysteme könnten auf der neuen Flächen erstmals präsentiert werden (z.B.
Dünenvegetation; Querbezüge zur Meeresbiologische Wattstation der WWU in Carolinensiel).
Bisher nicht durchführbare Typen von Masterarbeiten in der Didaktik könnten nun angeboten
werden, und ein ideales Umfeld für Projektleitungsmodule und Schlüsselkompetenzmodule
aus den Biologischen Studiengängen wäre geschaffen.

Eine intensive Nutzung und Zuarbeit durch die Fachdidaktiken der Biologie und Chemie ist
geplant. Die Funktionen des jetzigen Freigeländes des Zentrums für Didaktik der Biologie am
Leonardo-Campus könnten gemäß Aussage der Verantwortlichen auf dieses Areal transferiert

werden und dabei massiv aufgewertet werden dank der weitaus günstigeren Lage (zu
sämtlichen Veranstaltungsorten und zum Zentrum für Didaktik selbst), der räumlichen und
personellen Anbindung an den Botanischen Garten, der größeren zur Verfügung stehenden
Fläche, der geplanten Infrastruktur und sonstiger Synergie-Effekte.

Das Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie wird sich aktiv an den Ausbau-
und Nutzungsstufen beteiligen. Eine enge Verzahnung mit dem neuen Arzneipflanzengarten
an der Corrensstraße wird angestrebt. Es wird davon ausgegangen, dass das Projekt zusätzlich
auch Unterstützung und Inhalte durch das Institut für Landschaftsökologie erfährt — hier
konnte bisher noch keine Feinabstimmung erfolgen.

Die Realisierung von Säule (1) ist unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur relativ schnell
möglich. Eine detailliertere Planung des Schullerngartens kann zeitnah nach Diskussion mit
allen beteiligten Akteuren (Universität Münster, beteiligte Fachbereiche, Stadt, Schulen,
NABU) innerhalb von ca. 3 Monaten generiert werden.

(2) (Stadt-) Ökologische Funktionen

Soweit möglich/sinnvoll sollen vorhandene Pflanzenbestände und Sammlungen (insbes. der
erhaltenswerte und seltene Baumbestand) bei der Neugestaltung erhalten bleiben, auch um
den vorhandenen Lebensraum für die zahlreichen nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten zu
erhalten.

Neu geplante wildnatürliche Pflanzenbereiche und naturnahe Biotope im Areal garantieren
mindestens den Erhalt des Status Quo, wahrscheinlich eher eine Steigerung der
innerstädtischen ökologischen Vielfalt und den nachhaltigen Schutz hier vorkommender
Arten.

Durch die stärkere Verschmelzung mit dem Areal des Botanischen Gartens wird eine
Biotopvernetzung und -vergrößerung erreicht; die „grüne Lunge“ für das städtische Zentrum
bliebe erhalten und eine Frischluftschneise für die Innenstadt bliebe bestehen (allgemein
positive Beeinflussung des Stadtklimas - vgl. Sommer 2018).

(3) Kultur- und Erholungsraum: Anbindung an den Musikcampus

Die vorhandene Fläche besticht in der bestehenden Form durch das Vorliegen einer relativ
großen Grünfläche inmitten eines urbanen Lebens- und Stadtbereiches. Die Erschließung und
Erreichbarkeit durch Einfallstraßen (Ring), vernetzte Bussysteme (Coesfelder Kreuz) und
Parkmöglichkeiten (WWU Parkhaus Coesfelder Kreuz) ist gegeben.

Erweiterte Rekreationsmöglichkeiten für die Bevölkerung wären durch den öffentlichen
Zugang zu dem Areal als Naherholungsgebiet und erweiterter Parklandschaft für die Stadt
Münster gegeben (Stichwort Entschleunigung). Die Beteiligten gehen für diese Konzeption

davon aus, dass auf dem BLB-eigenen Teil des Geländes der ehemaligen Pharmazeutischen
Institute an der Hittorfstraße ein Neubau Musikhochschule mit Musikhalle / Kongresszentrum
entstehen wird. Dieser würde in direktem Anschlusskontakt mit dem (im städtischen Besitz
befindlichen) Garten-/Parkareal stehen.

Auf das Projekt Musikcampus könnte die Neugestaltung des Arzneipflanzengartens in
mehrerlei Hinsicht Rücksicht und Bezug nehmen. Zum einen würde die Integration dieses
Grünareals auf der Ostseite an die Musikhalle aus Sicht der Beteiligten einen Freiraum
generieren, der zum Flanieren in den Konzertpausen oder vor bzw. nach dem Konzert einlädt.
Allgemein qualifiziert sich das so als neuer Teil des Botanischen Gartens geplante Areal als
Quell von “Inspiration” für Musikschaffende und Musizierende und als Begegnungsort für
Musikstudierende.

Zusätzlich könnte gartenarchitektonisch in rein formaler aber auch funktioneller Hinsicht
Bezug genommen werden auf das Thema Musik.

Rein formal könnte man soweit gehen, ein Wegenetz in Form z.B. eines Violinschlüssels
vorzusehen, der von erhöhter Warte der Musikhalle aus sowie aus der Luft klar zu erkennen
ist, und sich damit in Münsters „aus der Vogelperspektive interessante Strukturen“ einreiht
(der sternförmige Schlossgarten in direkter Nachbarschaft; das Picasso-Porträt des Picasso-
Museums). Einfacher umsetzbar (und platzsparender) könnten dezent Noten mit
Natursteinen in die Wege gepflastert werden oder anderweitig auf das Thema Musik Bezug
genommen werden.

Relevanter wäre jedoch die funktionelle Berücksichtigung z.B. in Form einer kleinen
Musikarena (Pavillon / Freiluftbühne; Stichwort: kleine Freiluftkonzerte, z.B. Kammermusik)
und/oder von „Musiklauben“ (z.B. halbgeöffnete kleine Pavillons), die für kleinste
Aufführungen oder auch für Musikstudierende für Übungszwecke oder zum Austausch
genutzt werden können.

In einer späteren Ausbaustufe könnte eventuell sogar berücksichtigt werden, dass an der
östlichen Grenze des Areals (also Richtung Einsteinstraße), momentan noch abgegrenzt durch
Einzäunung, ein relativ breiter städtischer Grünstreifen (incl. dem historischen jüdischen
Friedhof) liegt, der theoretisch ebenfalls innerhalb eines dann stark erweiterten Areals in ein
Gesamtkonzept integrierbar wäre und wiederum zur Steigerung der Biotopvernetzung
beitragen könnte. Selbst flächenmäßig anspruchsvollere Veranstaltungen wie z.B. eine
künftige Landesgartenschau ließen sich bei einem so deutlich erweiterten Areal dann
durchaus realisieren.

Anbindung an das derzeitige Gelände des Botanischen Gartens

Baulich müsste lediglich ein erweiterter Hinterausgang des Botanischen Gartens geschaffen
werden, der über die Gräftebrücke direkt zum ehemaligen Arzneipflanzengarten führt,

wobei direkt hinter der Brücke ein Zugang zum Gartenareal (z.B. Drehkreuz) realisiert
werden kann.

Um die Anbindung interessant zu gestalten, schwebt die Gestaltung des Verbindungsweges
als eine Art Zeitstrahl vor, bei dessen Beschreiten der Besucher die Evolution der Pflanzen
erlebt (Pflanzung von Repräsentanten aller Großgruppen, positioniert entlang einer
erdgeschichtlichen Zeitachse gemäß neuester Datierungsergebnisse (Berücksichtigung
Moose, Farnen, Gymnospermen, Angiospermen; solch eine Struktur wäre unseres Wissens
nach ein Alleinstellungsmerkmal das in noch keinem Garten realisiert wurde). Hierbei sollen
nach Möglichkeit auch Fossilien präsentiert werden.

Ansonsten würde ein intensive Vernetzung von altem und neuem Gartenteil erreicht durch
Querverweise zu Sammlungen und Biotopen mit thematischer Schnittstelle im übrigen
Bereich des Gartens, unter Verwendung von entsprechenden Hinweisen auf Tafeln und
Schildern (incl. QR-Codes die zur Online-Präsentation der jeweiligen Bereiche führen über
IrisBG).

26.08.2018 - Dennise Bauer, Andreas Hensel, Kai Müller

Anlagen

| - Geplante Themenkomplexe und Anlagen - Beispiele

Basisprogramm

Botanik:

1. Ernährung (von der Frucht zum Endprodukt)
e Obst und Nüsse
-  Streuobstwiese mit verschiedenen Obstgehölzen
—  Beerensträucher
- Verschiedene Nußgehölze
e Gemüse und Kräuter (kann von Schülern selbst gepflanzt werden)
« Kohlenhydrate
— Verschiedene Cerealien inklusive Exoten (Quinoa, Amaranth etc.)
-  Stärkelieferanten (Kartoffeln etc.)
—  Zuckerlieferanten (Zuckerrübe etc. inklusive Exoten)
«e Pflanzliche Eiweiße
— Verschiedene pflanzliche Eiweißlieferanten (Soja etc.)
e Pflanzliche Öle
- Verschiedene pflanzliche Öllieferanten (Sonnenblumen etc.)
2. Sonstige Nutzpflanzen
e  Faserpflanzen (Lein, Flachs etc.)
e  _Färberpflanzen (Färber-Wau etc.)
e  Arzneipflanzen (alter Bestand des Gartens und neue Pflanzen)

3. Biotope (klassische Biotope für den Schulgarten)
e Lebensraum Gewässer
- Teich
- Fließgewässer
© Lebensraum Trockenmauer (Trockenstandorte)
© Lebensraum Kompost (Destruenten, Nährstoffkreislauf))
e Lebensraum Wildblumenwiese (Diversität der Blütenpflanzen)
© Lebensraum Moor (Hoch- und Flachmoor)
4. Permakulturgarten der AStA zur Präsentation alternativer Gartenbauformen

Zoologie:

© Lebensraum Gewässer (Limnologie)
- Teich
— Fließgewässer

e Insekten
—  Wildbienen
—  Lehrbienenstand
—  Trocken- und Feuchtstandorte

—  Destruenten
®e Reptilien und Amphibien
eo Vögel

—  Nistkästen

— Habitatbäume
—  Eulenröhren
e Säugetiere
— Fledermauskästen
— Habitatbäume
—  Igelquatiere

Mögliche Ausbaustufen für fortgeschrittene Lehre und Weiterbildung

Dünenvegetation

Fehlt im Botanischen Garten bisher ganz. Primär-, Freie-, Gebundene Dünen mit der typischen
Vegetation. Zusätzlich Küstendünen (Vor-, Braun-, Weiß-, Grau-, Haldendünen), primäre und
sekundäre Dünentäler.

Moor- und Heidelandschaften
Bisher nur Hochmoor - das Gelände bietet ausreichend Fläche um sowohl ein Nieder-, als auch
Hochmoor darzustellen.

Erweitertes Alpinum
Repräsentation aller wichtigen Gebirge statt nur der europäischen Alpen (Europäische-, Asiatische-,
Nordamerikanische-, Südamerikanische Gebirge.

Steppen- und Savannenvegetation
Präsentation der verschiedenen globalen Steppen- und Savannenvegetationen (Eurasische /
Pannonische / kalttrockene bis warmtrockene Vegetation)

Flora Australiens und Neuseelands (Florenreich Australis)
Bisher nur Kübelpflanzungen - Repräsentation könnte deutlich verbessert und durch
Staudenpflanzungen ergänzt werden.

Geographische Sammlungen
«e Holarktische Sammlung von Gehölzen, Stauden und ein- und zweijährigen Pflanzen.
e  Antarktische Sammlung (z.B. Acaena, Nothofagus etc.)
e Patagonische Sammlung
e Neukaledonische Sammlung (Verbindung)

Moos- und Flechtensammlung
Ausgewählte Moose und Flechten der verschiedenen Klimazone (evtl. integriert in (ant)arktische /
alpine Anlagen)

x BIC; u

II - Anlage, Planung und Ausführung

Daten Gelände:

Größe: 25 000 m?

Betriebshof: ca. 2000m?

Gewächshausfläche (beheizt): 144m? (Doppelschiffbauweise)
Anzuchtflächen im Freiland: ca. 1000m?

Erhaltungswürdige Pflanzenbestände:

Gehölze: mehrere ältere und seltene große Bäume, z.B. Schnurbaum (Styphnolobium japonicum),
Mammutbäume (Sequoiadendron giganteum, Metasequoia glyptostroboides), Linden (Tilia
platyphylios), Gingko (Gingko biloba) etc. und diverse Obstgehölze.

Stauden: Altbestände der Pharmazie (Medizinalpflanzen)

Tierarten: 60 Vogelarten, 12 Fledermausarten

Planungs- und Ausführungskonzepte Außenanlage

Konzepte zur Verwendung der vorhandenen Gehölze und Stauden:

—  Obstgehölze zur Verwendung in Streuobstwiesen

- Präsentation der Tertiärvegetation mit Mammutbäumen, Ginkgos, ggf. ergänzende
Pflanzungen mit Sumpfzypressen (Taxodium distichum), diversen Farnen und
Schachtelhalmen, ggf. ergänzend im Anschluss Glazial- und Postglazialvegetation

— Berücksichtigung der Tradition des Areals als Arzneipflanzengarten durch Präsentation von
Arzneipflanzen, komplementär zur im neuen Arzneipflanzengarten und im Botanischen
Garten vorhandenen Sammlung; Fokus auf andere Kulturen (“interkulturell”), Verwendung
u.a. für Veranstaltungen wie z.B. „Heilpflanzen im Biologieunterricht: Von der Pflanze zum

1“

Arzneimitte
Konzepte zur Verwendung der Anzuchtflächen:

— Anzucht für Gemüse
- Anzucht einjähriger und mehrjähriger Nutzpflanzen

Konzept zur Verwendung der Gewächshausfläche

- Präsentation tropischer, subtropischer und Mediterraner Pflanzen des Schulgartens und der
Nutzpflanzen, ggf. auch Vertreter des Bereiches der Bionik (Lotus etc.)

Konzept zur Verwendung des Betriebshofes
- Nutzung als Betriebshof zur Bewirtschaftung der gärtnerisch genutzten Flächen
Neue Bereiche:

— Teich und Fließgewässer

- Mooranlagen
—  Beetflächen für Schulgarten, Nutzpflanzen mit Hochbeeten, Blumenwiesen, Arzneipflanzen

—  Kompostanlage

Zupflanzung der Streuobstwiesen durch diverse Obstgehölze
Anlage für Tertiär-, ggf. Glazial- und Interglazialvegetation
Trockenmauern für Hochbeete

Lehrbienenstand

Eulenquartiere (Kopfweiden)

Igelquartiere

Wege (Notenform)

Terrasse für Publikum des Musik Pavillons

Musik Pavillon

Verbindung zum Botanischen Garten:

Wegeführung aus dem Botanischen Garten durch den Schossgarten mit Verbindung (Brücke) zum
ehemaligen Arzneipflanzengarten. Gestaltung als Zeitreise durch die Evolution der Pflanzen
angedacht (s.o.).

Einfriedung durch einen Zaun (gekoppelt an den Schließdienst des Botanischen Gartens) oder
öffentlich frei zugänglich?

Ausführung der Errichtung der Anlage:

Landschaftsgärtnerische Arbeiten: Schlossgärtner

Kulturen: Gärtner Botanischer Garten.

Infrastruktur (Elektro, Wasser): Dezernat 4

Weitere bauliche Maßnahmen (Musik Pavillon, Klassenzimmer): Architekten und
ausführende Unternehmen

Biotope, Lehrbienenstand, Quartiere: NABU, BUND, Verbände, Biologie
Wissenschaftliche Informationen: Botanischer Garten

Didaktische Inhalte: Didaktik der Biologie

Dauerpflege der Anlage:

Zu berücksichtigen ist, dass dauerhaft mindestens ein gelernter Gärtner und ein
Gartenbauhelfer nötig sein werden für die Pflege der Anlage

III - Kartenmaterial

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Anlage 1 Einbindung ehemaliger Arzneipflanzengarten in das Grünsystem

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Biochemie
Schloss
WestfälischeWilhelms
Treibhaus
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LebensmittelchemieInstitut für Pharmazie und
Botanisches Institut
Universität
Orangerie
Mensa II
Mensa II
(geplant)
(geplant)
(geplant)
(geplant)
(geplant)
(geplant)
(geplant)
Schwimmbecken
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Am Schlossgarten
Am Schlossgarten
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Schlossgarten
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Orléans-Ring
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Grevener Straße
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Schlossgarten
Hüfferstraße
Domagkstraße
Domagkstraße
Domagkstraße
Domagkstraße
Hittorfstraße
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EhemaligerArzneipflanzen-garten
BotanischerGarten
Anlage 1VorlageEinbindung ehemaligerArzneipflanzengartenLQGDV*UQV\VWHP

Anlage 3 politischer Antrag A-R_0019_2018

4382 Zeichen

Antrag	an	den	Rat	Nr .	:	A-R/0019/2018  
	
 
 
 
 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL CDU 
Ratsfraktion Münster Ratsfraktion Münster 
 
 
6. März 2018 
Ratsantrag 
 
 
Den historischen Arzneipflanzengarten an der Hittorfstraße erhalten 
  
 
Der Rat möge beschließen: 
 
1. Der Rat bekennt sich zum Erhalt des historischen  Arzneipflanzengartens an der 
Hittorfstraße als ein einzigartiges öffentliches Bi otop mit Bildungscharakter inmitten der 
Stadt. 
 
2. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Weiterentwicklung des 
Arzneipflanzengartens als öffentliche Grünanlage un ter besonderer Berücksichtigung 
ökologischer und umweltpädagogischer Aspekte sowie einer verbesserten 
Zugänglichkeit für die Stadtgesellschaft zu entwick eln. Dies schließt auch eine 
Abstimmung über den gegenwärtig noch in Kraft befin dlichen Pachtvertrag über die 
städtische Fläche mit der Westfälischen Wilhelms-Un iversität (WWU) mit ein. Die 
Öffentlichkeit, insbesondere die bisherigen und geg enwärtigen Gartennutzer (WWU 
einschließlich Allgemeiner Studierendenausschuss AS tA) sowie die Verbände im 
Umweltforum Münster, sind bei der Ausgestaltung des  Gartenkonzepts von Beginn zu 
beteiligen. Eine für die spätere Konzeptrealisierun g schädliche Verwilderung der Fläche 
soll zudem durch frühzeitige Abstimmung mit der WWU  über die erforderlichen 
Pflegemaßnahmen verhindert werden. 
 
3. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit de r WWU ein Finanzkonzept 
aufzustellen, mit dem die Umwandlung des Arzneipfla nzengartens in eine öffentliche 
Grünanlage sowie deren Pflege dauerhaft gesichert w erden kann. Hierbei soll nach 
Möglichkeit auf vorhandene Förderprogramme (Land, Bund) zurückgegriffen werden. 
 
 
Begründung: 
 
Der historische Arzneipflanzengarten an der Hittorf straße spielte über viele Jahrzehnte bei 
der Ausbildung von Pharmazeut*innen und Mediziner*i nnen eine bedeutende Rolle und ist 
vielen Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen einer Ausb ildung oder durch die langjährig 
angebotenen öffentlichen Führungen in guter Erinnerung. 
 
Gleichzeitig stellt der historische Arzneipflanzeng arten durch seine Größe und Lage am 
Rand des Schlossgartens ein wertvolles Rückzugsgebi et für zahlreiche Tierarten dar. Im 
Garten kommen eine weit überdurchschnittliche Zahl an Vogel- und Fledermausarten vor. So 
wurden im Lauf der Jahre 60 Vogelarten und aktuell zwölf Fledermaus-Arten dokumentiert. 
 
Nach dem Umzug des Institutes für Pharmazie und der  Anlage eines neuen – deutlich 
kleineren – Arzneipflanzengartens an dem neuen Stan dort hat der alte Arzneipflanzengarten 
an der Hittorfstraße seine Bedeutung für die Lehre verloren. Sofern keine Bemühungen zur

2	
	
weiteren Pflege der Anlage unternommen werden, droh t diese zeitnah zu verwildern. 
Fortgesetzte Pflege und die Umwandlung in eine barr ierefrei zugängliche öffentliche 
Grünanlage bieten dagegen die Möglichkeit, den ökol ogischen Wert der Fläche zu erhalten, 
die langjährige Tradition als Arzneipflanzengarten zu wahren und gleichzeitig für die ganze 
Gesellschaft einen erfahrbaren Naturraum zu schaffen . 
 
Angesichts der Größe des Geländes und des naturnahe n Umfelds soll der hohe ökologische 
Wert des Arzneipflanzengartens bewahrt werden. Zude m bietet die zentrale Lage die 
Möglichkeit, das Gelände an der Hittorfstraße für d ie Umweltbildung (Stichwort: Grünes 
Klassenzimmer) und für die Integration von Menschen  mit Migrationshintergrund, 
beispielsweise durch die Präsentation von Heilpflan zen aus anderen Kulturkreisen, zu 
nutzen. In dem zu entwickelnden Vermittlungskonzept  soll nach Möglichkeit an die in der 
Vergangenheit mit großer Beteiligung seitens der Un iversität durchgeführten öffentlichen 
Führungen angeknüpft werden. Zudem ist bei der Gest altung der Wege, der sanitären 
Anlagen und der Informationselemente die Barrierefr eiheit zu berücksichtigen, um ein 
Naturerlebnis für alle zu bieten. 
 
Ein ansprechend als öffentlicher Park gestalteter A rzneipflanzengarten eignet sich 
ausgezeichnet als Erholungsraum für Studierende, Fa milien und andere Besucher*innen 
jeglichen Alters. Sofern eine gelungene Verbindung zum botanischen Garten der Universität 
hergestellt werden kann, bietet er zudem die Möglic hkeit, die Stadtteile Schloss und Sentrup 
über diese Grünanlage neu miteinander zu verbinden. 
 
gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners 
und Fraktion und Fraktion

Anlage A

1967 Zeichen

Anlage A zur V/0189/2019 
Kurzüberblick 
Der ehemalige Arzneipflanzengarten an der Hittorfstraße soll unter Bewahrung und Fortentwick-
lung der (stadt-) ökologischen Funktionen und in Angliederung an den Botanischen Garten der 
WWU gemäß einem vorliegenden Konzeptentwurf der WWU entwickelt werden. Die Vorlage re-
gelt das weitere Vorgehen gemäß gemeinsamen Antrag der CDU-Fraktion und der Fraktion 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat vom 06.03.2018. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
 
Die Vorlage verfolgt folgende Ziele des ISM-Prozesse: 
 
 
1. Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwick-
lungsstandorte in Europa 
2. Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi-
ckeln: 
- mit hoher Umwelt- und Naturqualität 
- mit breitem Freizeit- und Sportangebot 
- mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesell-
schaft 
 
Zielerreichung: Das Projekt steht am Beginn der Planung. Die Vorlage dient der Grundsatzent-
scheidung über das gemeinsame Projekt. Im weiteren Abstimmungsprozess zwischen WWU 
und der Stadt Münster sind die zeitlichen und finanziellen Eckpunkte noch abzuklären. 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 1301 Grün- und Freiflächen 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan    Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja     
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?    Nein   
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?    Nein   
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja     
Bereits veranschlagt?    Nein

Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
X überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
 vollständig frei-
willig 
Es handelt sich um eine öffentliche Grünfläche im Eigentum der Stadt Münster, deren zukünftige 
Entwicklung gesichert wird. 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)

Beratungsverlauf (1)

26.03.2019 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.9 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (14)

  • Hittorfstraße
  • Corrensstraße 48
  • Einsteinstraße
  • Von-Esmarch-Straße
  • Am Schlossgarten 1618
  • Grevener Straße 15
  • Wilhelm-Klemm-Straße
  • Wilhelmstraße
  • Schlossgarten 6
  • Domagkstraße
  • Rottendorffweg 52
  • Leonardo-Campus
  • Orléans-Ring 44
  • Hüfferstraße

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0189/2019
Typ
Vorlagen
Datum
05.03.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37