0333/2024
Tätigkeitsbericht 2023 des Büros für Europa und Internationales
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Dezernat, Dienststelle OB/01/3 Vorlagen-Nummer 24.01.2024 0333/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 29.01.2024 Tätigkeitsbericht 2023 des Büros für Europa und Internationales Die Verwaltung informiert mit beigefügtem Tätigkeitsbericht über die Arbeit des Büros für Eu- ropa und Internationales im Jahr 2023. Gez. Reker
Tätigkeitsbericht_2023_Büro-für-Europa-und-Internationales
29966 Zeichen
Tätigkeitsbericht 2023
Büro für Europa und Internationales
Inhalt
Einleitung ................................ ................................ ................................ .............................. 1
Demokratie- und Friedensförderung ................................ ................................ ...................... 2
Projektpartnerschaft mit Dnipro (Ukraine) – Stadt Köln unterstützt langfristig ................. 2
Europatag – Lesung im Kontext der deutsch-französischen Freundschaft...................... 5
In voller Solidarität für Israel und Kölns Partnerstadt Tel Aviv-Jaffa ................................ 5
Reise der Oberbürgermeisterin nach Peking und Shanghai ................................ ........... 6
Menschenrechte ................................ ................................ ................................ .................... 7
Kontrastreich und stimmgewaltig: African Futures – All Around ................................ ...... 7
LSBTI-Austausch mit Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten ................................ ....... 8
Empfang zum Internationalen Tag Gewalt gegen Frauen ................................ ............... 9
Klima und Nachhaltigkeit ................................ ................................ ................................ ....... 9
Straßenbahn fährt für den Fairen Handel ................................ ................................ ......10
Delegation aus Rio de Janeiro besucht Köln im Rahmen der Klimapartnerschaft ..........10
Neunte Kölner Fair Trade Night im Zeichen der Klimagerechtigkeit ............................... 11
Ausblick ................................ ................................ ................................ ................................ 12
1
Einleitung
2023 war für die Mitarbeitenden des Büros für Europa und Int ernationales der Stadt
Köln ein Jahr des Aufbruchs und der Erneuerung. In einem intensiven Strategiepro-
zess erarbeiteten sie eine neue Organisationsstruktur und Fokusthemen als Schwer-
punktsetzung für die Arbeit der Abteilung.
In Zeiten multipler Krisen sind die drei Schwerpunkte von gegenseitigen Abhängigkei-
ten geprägt: Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine kämpfen die Ukrainer*innen
weiterhin für ihre Freiheit und Souveränität. In Nahost herrscht seit dem menschenver-
achtenden Angriff der Hamas auf Israel Krieg. Zeitgleich wirken Wetterextreme, her-
vorgerufen durch die globale Erderwärmung. Sie verschärfen die weltweite Armut und
bewirken Migration. Das Erstarken von autoritären Machthabern, die sich auf das Na-
tionale rückbesinnen, nationale Grenzen schließen und Minderheiten diskriminieren,
ist eine kurzsichtige Antwort auf diese Zeiten. Als eine Konsequenz sind der gesell-
schaftliche Zusammenhalt sowie die Einheit der EU und der Weltgemeinschaft
bedroht.
Diese Dynamiken wirken auch auf Köln und w idersprechen den Werten, für die die
Stadt einsteht: Die Würde jedes einzelnen Menschen, Weltoffenheit, Versöhnung und
Verständigung, Demokratie und Frieden, eine nachhaltige und starke Wirtschaft sowie
der Einsatz für die Erde als ein lebenswerter Ort für die kommenden Generationen.
Das Büro für Europa und Internationales verfolgt diese Interessen und Werte im Auf-
trag des Rats der Stadt Köln. Sie zu verwirklichen bedeutet, in die Zukunftsfähigkeit
der Stadt Köln zu investieren. Denn das internationale Renommée als weltoffene und
liberale Metropole erhöht auch die Attraktivität Kölns als Wirtschaftsstandort im globa-
len Wettbewerb.
Dieser Bericht informiert über die Tätigkeiten des Büros für Europa und Internationales
im Jahr 2023. Er gliedert sich dabei in die neuen thematischen Schwerpunkte und stellt
die wesentlichen Aktivitäten eines jeden Fokusthemas vor. Da sich die Stadt Köln zu
den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Develop-
ments Goals/SDGs) bekennt und diese Richtschnur für die städtische Entwickl ung
sind, verweist dieser Bericht auf die relevanten Nachhaltigkeitsziele.
Wir begrüßen neu im Team Miriam Barzantny, Lucas Dedy, Jessica Mosbahi, Fabian
Stangier, Dr. Henri ke Viehrig und Dr. Michael Vogt. Wir verabschieden mit großem
Dank Gabriele Kaiser, Lydia Klütsch, Sabine Mießeler, Katharina Schneider, Eva Sta-
siowski sowie Emilia Glesmann (Elternzeit).
Ein ebenso großer Dank gilt unseren zahlreichen Auszubildenden für ihre tatkräftige
Unterstützung.
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Demokratie- und Friedensförderung
Unterstützung des europäischen Einigungsprozesses und des Multilateralismus
Stärkung von Wirtschaft, Kultur und Sport als Grundlage gesellschaftlichen Zu-
sammenhalts
Verringerung gesellschaftlicher Ungleichheiten
Köln ist bedeutsamer Wirtschaftsstandort im Herzen Europas. Die Europäische Union
bedeutet Frieden, Stabilität, Handel im vereinten Binnenmarkt und Begegnung der
Bürger*innen Europas. Vor diesem Hintergrund setzt sich das Büro für Europa und
Internationales der Stadt Köln dafür ein, dass der eur opäische Integrationsprozess
voranschreitet und internationale Austausche von Jugend, Kultur und Sport stattfinden.
Frieden und Demokratie stellen zudem Werte und Interessen der Stadt Köln außerhalb
der Europäischen Union dar. Das Büro für Europa und Internationales verfolgt sie in
seiner kommunalen Außen wirkung und im Austausch mit seinen 22 internationalen
Partnerstädten sowie seiner Projektpartnerstadt in der Ukraine.
Projektpartnerschaft mit Dnipro (Ukraine) – Stadt Köln unterstützt langfristig
Die Stadt Köln hat am 27. Oktober 2022 eine Pro-
jektpartnerschaft mit Dnipro in der Ukraine ge-
schlossen. Ziel ist, kurzfristig humanitäre Hilfe und
längerfristig strukturelle Aufbauhilfe zu leisten
sowie eine partnerschaftliche Beziehung aufzu-
bauen. Im zweiten Jahr des Bestehens dieser Pro-
jektpartnerschaft stand die Stadt Köln weiterhin
fest an der Seite der Bürger*innen von Dnipro und
sicherte ihnen ihre langfristige Unterstützung zu.
So verkündete es Oberbürgermeisterin Henriette
Reker bei der deutsch -ukrainischen Partner-
schaftskonferenz in Leipzig am 14. November
2023. Dort nahm die Oberbürgermeisterin an
Podiumsdiskussionen teil und traf ihren Amtskol-
legen aus Dnipro Borys Filatow.
Diesem Austausch war im Frühjahr ein Delegationsbesuch aus Dnipro voraus -
gegangen. Borys Filatow und hochrangige Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung
waren vom 21. bis 26. März 2023 zu Gast in Köln. Auf dem Programm standen Fach-
gespräche mit der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH, der Industrie - und
Handelskammer zu Köln, der RheinEnergie AG und der Feuerwehr. Oberbürgermeis-
terin Henriette Reker empfing die Gäste im Historischen Rathaus und informierte sich
über die Lage in Dnipro im Gespräch mit Bürgermeister Filatow, der sich anschließend
in das Gästebuch der Stadt Köln eintrug.
© Stadt Köln/Melanie Barzantny
3
Wie 2022 leistete die Stadt Köln auch
2023 humanitäre H ilfe für Dnipro. So
spendete sie Güter wie Medizinartikel,
Unterrichtsmittel und einen LKW. Die
Feuerwehr Köln steuerte zwei Fahr-
zeuge bei, die Kölner Verkehrsbetriebe
fünf Verkehrsbusse . Der Verein Blau -
Gelbes Kreuz e. V. unterstützt die Stadt
Köln bei den Hilfstransporten nach
Dnipro.
2023 rückte zudem der drittmittelgeför-
derte Wiederaufbau der Ukraine in den Fokus: So hat die Stadt Köln beim Land und
beim Bund Fördermittel für Projekte im Bereich Krankenhaushygiene sowie für Kinder,
deren Väter im Krieg gefallen sind, beantragt.
Das Büro für Europa und Internationales koordiniert die Projektpartnerschaft, den fach-
lichen Austausch, den Besuch von Delegationen, die Beantragung und Durchführung
von drittmittelgeförderten Projekten sowie die Hilfstransporte in die Ukraine.
Hilfslieferungen und Ereignisse im Kontext der Projektpartnerschaft 2023
15.
♦ 25. Januar OB Reker trifft Bundespräsident Steinmeier zu einem Ge-
spräch über die Projektpartnerschaft zwischen Köln und
Dnipro in Berlin. Das Bundespräsidialamt sagt dabei eine
Spende von 75 Laptops zu.
♦ 27. Januar Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) spenden fünf Busse,
die in den folgenden Tagen nach Dnipro gebracht werden.
♦ 21. bis 26. März Delegationsbesuch mit Bürgermeister Filatow aus Dnipro
mit Fachgesprächen und einem Empfang im Historischen
Rathaus.
♦ 20. April Die Städte Köln und Dnipro berichten über ihre bisherigen
Erfahrungen bei einer virtuellen Konferenz für Kommunen
aus NRW, organisiert von der Staatskanzlei NRW.
♦ 9. Juni In Dnipro wird ein Spielplatz angeliefert, den die Stadt
Köln mit Mitteln der GIZ beschafft hatte. Es folgen Schul-
möbel, Laptops und Smartboards (Lieferung am 20.07.)
und eine Kücheneinrichtung (19.10.).
♦ 23. Juni Das Blau-Gelbe Kreuz e. V. transportiert Gipsbinden mit ei-
nem Wert von 7.000 € nach Dnipro, finanziert von der Stadt
Köln.
♦ 22. Juli Die Feuerwehr Köln spendet zwei Fahrzeuge, die Kosten
für die Überführung übernimmt das Büro für Europa und In-
ternationales der Stadt Köln.
♦25. Juli Das Grünflächenamt spendet einen LKW an das Blau -
Gelbe Kreuz e. V., der für Hilfstransporte genutzt wird.
♦ 13. bis 27.
August
Eine Schülergruppe aus Dnipro ist zwei Wochen lang zu
Besuch am Kölner Schillergymnasium. Der Kontakt kam
Gespendetes Kölner Fahrzeug in Dnipro © Stadt Dnipro
4
durch einen Delegationsbesuch im Dezember 2022 zu-
stande.
♦ 20. August Die Stadt Köln nimmt mit einem Stand am Ukrainetag teil,
den das Blau-Gelbe Kreuz veranstaltet und informiert die
Besucher*innen über die Projektpartnerschaft mit Dnipro.
OB Reker hält ein Grußwort.
♦ 23. August OB Reker spricht auf einer Veranstaltung zum Nationalfei-
ertag der Ukraine, die das Blau-Gelbe Kreuz organisiert
hatte, im Kolumba-Museum.
♦ 1. Oktober Vier Bürger*innen aus Dnipro folgen der Einladung der
Stadt Köln und laufen (wie Bürger*innen*innen aus den
Partnerstädten Kattowitz, Kyoto und Lüttich) beim Kölner
Marathon mit.
♦ 13. bis 15.
November
OB Reker nimmt an der deutsch-ukrainischen Partner-
schaftskonferenz in Leipzig teil und spricht beim Runden
Tisch der Oberbürgermeister*innen sowie beim Ab-
schlusspanel zum Thema Wiederaufbau. Sie trifft ihren
Amtskollegen Borys Filatow zu einem Gespräch.
♦ Dezember Die Stadt Köln spendet je 35.000 € an zwei Krankenhäu-
ser in Dnipro. Die Mittel werden für den Erwerb von medi-
zinischen Anlagen genutzt. Ebenso fließen 9.000 € der
Stadt Köln in die Beschaffung von Archivierungsgeräten
für die Bibliothek von Dnipro.
Die Stadt Köln beantragt erfolgreich ein Projekt beim Land
NRW zur Unterstützung der Rehabilitation von Kindern ge-
fallener Soldaten. Das Projekt hat eine Gesamtsumme
von 27.000 €.
Das Büro für Europa und Internationales bereitet einen
Antrag auf Drittmitel des Bundesministeriums für witschaft-
liche Zusammenarbeit und Entwicklung in Höhe von
90.000 € vor. Ziel ist die Verbesserung der Krankenhaus-
hygiene mit entsprechenden Geräte.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) werden mit der Projektpartnerschaft gefördert:
SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
SDG 4 – Hochwertige Bildung
SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
SDG 17 – Globale Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
5
Europatag – Lesung im Kontext der deutsch-französischen Freundschaft
Anlässlich des Europatags 2023 kooperierte das Büro für Europa und Internationales
mit der Staatskanzlei Nordrhein -Westfalen und veranstaltete am 4. Mai die Lesung
„Europa erlesen“ im Historischen Rathaus zu Köln.
„Europa erlesen“ ist eine Literaturreihe des Landes Nordrhein -Westfalen. Anlass für
die Zusammenarbeit war der Europatag, der jedes Jahr rund um den 9. Mai gefeiert
wird, um an die Erklärung des französischen
Außenministers Robert Schuman für ein geeintes
Europa aus dem Jahr 1950 zu erinnern.
Vor dem geschichtlichen Hintergrund der
deutsch-französischen Beziehungen las die Köl-
ner Schriftstellerin Brigitte Glaser aus ihrem histo-
rischen Roman „Kaiserstuhl“, der die Unterzeich-
nung des Élysée -Vertrags durch Konrad Ade-
nauer und Charles de Gaulle thematisiert.
Im Anschluss entwickelte sich mit dem Publikum ein Gespräch über das deutsch -
französische Verhältnis, an dem sich zahlreiche Vertreter*innen der Kölner Europa -
und Städtepartnerschaftsvereine beteiligten. Der französische Generalkonsul Étienne
Sur war besonders geladen. Er betonte, dass es sehr wichtig sei, die deutsch-franzö-
sische Freundschaft vor allem unter Jugendlichen zu pflegen, weil sie heute von ihnen
für selbstverständlich gehalten wird.
Dieses Globale Nachhaltigkeitsziel (SDG) wurde mit der Veranstaltung gefördert:
SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
In voller Solidarität für Israel und Kölns Partnerstadt Tel Aviv-Jaffa
Die Städte Köln und Tel Aviv-Jaffa sind seit 1979 durch eine Städtepartnerschaft mit-
einander verbunden , wodurch die Solidarität mit Israel manifestiert wurde. Seitdem
steht Köln fest an der Seite seiner Partnerstadt.
Seit dem grausamen Terrorangriff der Hamas
am 7. Oktober 2023 auf Israel zeigt sich Kölns
Solidarität in zahlreichen Maßnahmen der Un-
terstützung:
Unmittelbar nach dem Angriff schrieb Oberbür-
germeisterin Henriette Reker ihrem Amtskolle-
gen in Tel Aviv -Jaffa Ron Huldai und sicherte
der israelischen Metropole am Mittel meer die
volle Solidarität zu.
Als ein weiteres Zeichen ist das Kölner Rathaus seit dem Wochenende des 7. Oktober
mit der israelischen Nationalfahne beflaggt. Am 26. Oktober gedachte der Rat während
© Staatskanzlei NRW/Robin Teller
6
seiner Sitzung der Opfer des Terrorangriffs , hielt eine Schweigeminute und verab-
schiedete eine Resolution für Israel. Am 7. Dezember richtete Bürgermeister Huldai
per Video eine Grußbotschaft an den Rat. Darin betonte er den unermesslichen Wert
der Solidaritätsbekundungen seitens der Stadt Köln für Tel Aviv.
Anfang November 2023 war das Büro für Europa und Internationales einem Hilfsge-
such der israelischen Partnerstadt mit ei ner Spende von 10.000 € nachgekommen.
Die Mittel fließen in die Versorgung und Unterbringung von israelischen Bürger*innen,
die in Folge des Terrorangriffs der Hamas nach Tel Aviv-Jaffa geflohen sind.
Zudem beteiligt sich die Stadt Köln am Aufbauprogramm der Landesregierung. Ziel ist,
den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete zu fördern und den Grundstein für neue,
nachhaltige Partnerschaften zu legen. So hat die Stadt Köln bereits die Hochschule
Sapir in Sderot („Sapir College“) mit 40.000 € unterstützt. Damit kann die Lehre wäh-
rend des Krieges und der Wiederaufbau gesichert werden.
Dieses Globale Nachhaltigkeitsziel (SDG) wurde damit gefördert:
SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Reise der Oberbürgermeisterin nach Peking und Shanghai
Mit dem Ziel, die städtediplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit China zu
pflegen, reiste Oberbürgermeisterin Henriette Reker vom 8. bis 14 . Oktober in Kölns
Partnerstadt Peking und besuchte die Wirtschaftsmetropole Shanghai. Die Oberbür-
germeisterin wurde begleitet von Andree Haack, Beigeordneter für Stadtentwicklung,
Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales de r Stadt Köln. Unterbrochen durch die
Corona-Pandemie fand damit nach September 201 9 wieder eine Reise der Kölner
Stadtspitze in die beiden bedeutendsten Metropolen Chinas statt.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) wurden damit gefördert:
SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur
SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
7
Menschenrechte
Frauenrechte, Rechte von LSBTI und Unterstützung von Menschenrechtsverteidi-
ger*innen
menschenwürdige Arbeitsbedingungen und soziale Rechte, wie z. B. das Recht
auf Nahrung, Trinkwasser, Wohnen
Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus
Im März 2023 hat der Rat der Stadt Köln das Städtepartnerschaftskonzept, das das
Büro für Europa und Internationales entworfen hatte, verabschiedet. Damit hat sich die
Stadt Köln zur internationalen menschenrechtlichen Arbeit verpflichtet. Ziel der Maß-
nahmen ist, die mensc henrechtliche Dimension in der weltweiten Städtekooperation
zu stärken , M enschenrechtsverteidiger*innen zu unterstützen und die Menschen-
rechte in Köln sichtbar zu machen. Mit diesem Auftrag wurde eine neue Stelle geschaf-
fen, die seit Februar 2023 besetzt ist.
Zur Menschenrechtsarbeit gehören auch die Sensibilisierung für koloniale Kontinuitä-
ten sowie der Kampf gegen Rassismus und gegen die Benachteiligung von sozialen
Gruppen.
Kontrastreich und stimmgewaltig: African Futures – All Around
Vom 30. Mai bis 11. Juni 2023 fand „African Fu-
tures – All Around“ mit mehr als 8 .000 Besu-
cher*innen und 100 Veranstaltungen in ganz
Köln statt. Das Programm gliederte sich in die
vier Bereiche Wissenschaft ( „European Con-
ference on African Studies “), Musik
(„Oluzayo“), Tanz und Theater („africologneFES-
TIVAL“) sowie Ausstellungen, Diskussionen und
Workshops zu wirtschaftlichen, gesellschaftspoli-
tischen und entwicklungspolitischen Themen
(„African Futures – gemeinsam auf dem Weg“).
African Futures – All Around wurde am 1. Juni im Schauspiel Köln auf dem Carlswerk-
Gelände in Köln-Mülheim feierlich eröffnet, darauf folgten zahlreiche Veranstaltungen.
Dazu gehörten zum Beispiel ein Wirtschaftsforum mit der Industrie - und Handels -
kammer Köln, bei dem die Aspekte erfolgreicher afrikanisch-deutscher Wirtschaftsko-
operationen thematisiert wurden.
Ebenso boten am 2. Juni junge Akrobatikkünstler*innen aus dem „Kigamboni Commu-
nity Centre“ (KCC) aus Tansania den Zuschauer*innen eine spektakuläre Schau im
Foyer des Rautenstrauch-Joest Muesums.
© Herby Sachs
8
Herr Mactar Ndoye vertrat am selben Tag bei einer Podiumsdiskussion das Menschen-
rechtskommissariat der Vereinten Nationen. Dabei sprach er mit den Gästen, von de-
nen viele das Gremium „(Post)koloniales Erbe Köln“ vertraten, über koloniale Kontinu-
itäten.
African Futures – All Around wurde vom Büro für Europa und Internationales federfüh-
rend für die Stadt Köln in Zusammenarbeit mit Akteur*innen der hiesigen afrodiaspori-
schen Communities und zahlreichen Kooperationspartner*innen organisiert. Es rich-
tete sich an alle Kölner*innen und fand im Rahmen der 9. Europea n Conference on
African Studies (ECAS) statt, die die Universität zu Köln für mehr als 2 .000 Teilneh-
mer*innen aus Europa, Afrika und der ganzen Welt vom 31. Mai bis 3. Juni ausrichtete.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) wurden damit gefördert:
SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
SDG 17 – Partnerschaften und Erreichung der Ziele
LSBTI-Austausch mit Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten
Unter dem Motto „Sister Cities Stand Toge ther“ lädt die Stadt Köln seit 2017 Bürger*
innen aus Kölns Partnerstädten ein, die sich für die Rechte von lesbischen, schwulen,
bisexuellen, transgeschlechtlichen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) ein-
setzen.
Im sogenannten „Sister Ci-
ties Exchange“ tauschen sie
sich über fachliche Themen
aus, und sie gehen regelmä-
ßig bei der „ Cologne Pride“
zum Christopher Street Day
(CSD) mit.
2023 nahmen vom 5. bis 10.
Juli Aktivist*innen aus den Partnerstädten Cluj, Cork und Katto witz sowie eine Mitar-
beitende aus Cork am „Sister Cities Exchange“ teil. Wie in den vergangenen Jahren
plante und führte das Büro für Europa und Internationales g emeinsam mit der Fach-
stelle LSBTI den Austausch durch.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) wurden damit gefördert:
SDG 5 – Geschlechtergleichheit
SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
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Empfang zum Internationalen Tag Gewalt gegen Frauen
Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen hatte Oberbürger -
meisterin Henriette Reker am 28. November 2023 zu einem Empfang und zu e iner
Podiumsdiskussion ins Historische Rathaus geladen. Ziel der Veranstaltung war da-
rauf aufmerksam zu machen , dass Gewalt gegen Frauen eine schwere Menschen-
rechtsverletzung ist.
Die Jou rnalistin Isabel Schayani, die Professorin für Islamwissenschaften Katajun
Amirpur sowie die Kölner Aktivistinnen Dr. Sarah Alipour und Elmira Rafizadeh spra-
chen als Expertinnen auf dem Podium. Als ein aktuelles Beispiel für das extreme Aus-
maß von Gewalt gegen Frauen thematisierten sie die rechtlic he Situation von Frauen
im Iran. Ebenso sprachen sie über die revolutionäre Bewegung im Land, die nach der
Ermordung der kurdischen Iranerin Jin Mahsa Amini durch das iranische Regime im
September 2022 entfacht war. Zudem wurde die Frage erörtert, wie regimekritische
Iraner*innen aus Deutschland unterstützt werden können. Der Empfang diente auch
dazu, den Aktivist*innen Dank und Wertschätzung für ihren menschenrechtlichen Ein-
satz auszudrücken. Das Büro für Europa und Internationales hatte die Veranstaltung
fachlich konzipiert und gemeinsam mit der protokollarischen Abteilung durchgeführt.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) wurden damit gefördert:
SDG 5 – Geschlechtergleichheit
SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Klima und Nachhaltigkeit
Klima- und Umweltschutz
Klimafolgenanpassung
wirtschaftliche, politische und kulturelle Transformationsprozesse hin zu einem
nachhaltigen Lebensstil
Klimagerechtigkeit ist ein globales Thema . Denn oft sind die Menschen und Länder
besonders von den Folgen der Erderwärmung betroffen, die sie am geringsten verur-
sachen. In diesem Kontext richtet das Büro für Europa und Internationales Kooperati-
onen und Projekte verstärkt auf Klima - und Umweltschutz sowie die Anpassung von
Klimafolgen aus. Dabei setzt es sich mit seinen Partnern für lebenswürdige Arbeits-
und Lebensbedingungen weltweit und für Nachhaltigkeit ein.
10
Straßenbahn fährt für den Fairen Handel
Seit dem 8. März 2023 fährt eine besondere Bahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)
durch Köln. An diesem Tag weihten Bürgermeister Andreas Wolter in Vertretung von
Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die Vorstandsvorsitzenden der KVB sowie
Fairtrade Deutschland die Bahn auf dem Neumarkt ein.
Die Wagen zeigen die Bereiche des fairen Handels, für den sich die Stadt Köln (unter
Federführung des Büros für Europa und Internationales) und zivilgesellschaftliche Ini-
tiativen seit Jahren engagieren, also fairer Genuss, faire Berufskleidung, faire Kamelle
sowie fair produzierte Bälle und Trikots im Sport.
Fairer Handel trägt dazu bei, dass Pro-
duzent*innen weltweit von ihrer Arbeit
angemessen leben können. Darüber
hinaus soll der faire Handel einen Pro-
zess des Umdenkens anstoßen, bei
dem die Arbeitsverhältnisse und der
Lohn der Produzent*innen den Kauf der
Konsument*innen beeinflussen . Die
Bahn, die bis 2025 auf Niederflurstre-
cken im Kölner Stadtgebiet unterwegs
sein wird, wird also Kölner*innen und
Besucher*innen für den fairen Handel sensibilisieren. Das Büro für Büro für Europa
und Internationales hatte die Gestaltung der Bahn durch die Künstlerin Nadine Magner
koordiniert und beauftragt.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) wurden damit gefördert:
SDG 1 – Keine Armut
SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
SDG 12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion
SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
Delegation aus Rio de Janeiro besucht Köln im Rahmen der Klimapartnerschaft
Die Städtepartnerschaft von Köln mit Rio de Janeiro besteht seit 2011 und ist damit
die jüngste der insgesamt 22 internationalen Städtepartnerschaften.
Seit 2012 sind beide Städte auch durch eine Klimapartnerschaft miteinander verbun-
den. Das bedeutet, dass Rio und Köln langfristig zusammenarbeiten, um den Ausstoß
von Treibhausgasen zu verringern und die Folgen der Klimakrise zu bewältigen.
2023 lief im dritten Jahr ein Projekt mit den Kernthemen getrennte Müllsammlung, die
Reduktion von Lebensmittelabfällen in städtischen Schulen, die Erweiterung der Kom-
postierungsanlage im „Eco Parque“ sowie der nachhaltige Umgang mit Lebensmittel-
abfällen durch den Aufbau eines Verteilzentrums für gerettete Lebensmittel.
Mit dem Ziel des gegenseitigen Austauschs besuchte vom 12. bis 16. Juni 2023 eine
Delegation der Abfallentsorgungsbetriebe von Rio Köln. Auf dem Programm standen
© Stadt Köln
© Stadt Köln
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beispielsweise ein Treffen mit der Kölner Tafel n in Rodenkirchen, der Besuch der
Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (AVG) sowie eines Wertstoffhofs der
Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB). Ebenso fanden Fachaustausch mit dem Ernäh-
rungsrat und dem Umweltamt statt.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) wurden damit gefördert:
SDG 2 – kein Hunger
SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz
Neunte Kölner Fair Trade Night im Zeichen der Klimagerechtigkeit
Am Abend des 14. September 2023 präsentierten sich bei der Fair Trade Night inno-
vative Unternehmer*innen und Initiativen der Kölner Stadtgesellschaft im Rauten-
strauch-Joest-Museum und im Forum VHS. Zwischen Musik und fair gehandelten Pro-
dukten stellten sie ihr Engagement für faire Marktstrukturen und eine nachhaltige Wirt-
schaft vor. Die Kölner Fair Trade Night fand zum neunten Mal statt. Diesjährig war der
Zusammenhang zwischen fairem Handel und Kli-
magerechtigkeit das zentrale Thema. So war ein
Höhepunkt des Programms die internationale Po-
diumsdiskussion z um Thema „ Kaffee, Klima,
Krise“.
Mitarbeitende des Büros für Europa und Internati-
onales waren mit einem Stand vor Ort und infor-
mierten die Besucher*innen über die faire Be-
schaffung der Stadtverwaltung. Da die Stadt Köln
jährlich Waren im Wert von mehreren Millionen Euro beschafft, hat sie sich zum Ziel
gesetzt, Produkte einzukaufen, die den Kriterien des Fairen Handels entsprechen.
So beschafft zum Beispiel das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen seine Ar-
beitskleidung nach Kriterien des fairen Handels. Das Büro für Europa und Internatio-
nales treiben die faire Beschaffung bei der Stadt Köln voran . Die Stadt Köln ist seit
2011 als „Fairtrade Town“ wegen ihres Engagements für den fairen Handel und faire
Beschaffung zertifiziert.
Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) wurden mit den beiden Aktivitäten gefördert:
SDG 1 – Keine Armut
SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
SDG 12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion
© Stadt Köln
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Ausblick
Das Büro für Europa und Internationales wird auch 2024 mit einer strategisch ausge-
richteten Städtediplomatie die Werte und Interessen der Stadt Köln vertreten und das
Ziel verfolgen, Köln als global vernetzte, weltoffene und wirtschaftlich starke Metropole
zukunftsfähig aufzustellen. Die neuen Schwerpunkte, Demokratie - und Friedens -
sicherung, Menschenrechte sowie Klima setzen dabei den Rahmen.
Im Bereich Demokratie- und Friedensförderung wird das Büro für Europa und Interna-
tionales weiterhin und mit langfristiger Perspektive Kölns Projektpartnerstadt Dnipro
unterstützen. Dabei wird zunehmend der Wiederaufbau der Stadt und der Wirtschaft
im Fokus stehen. Als global handelnde Kommune ist ebenso wichtig, die Kölner Stadt-
gesellschaft über die Projektpartnerschaft zu informieren und den Krieg in der Ukraine
im öffentlichen Bewusstsein zu halten. Mit dieser Absicht wird das Büro für Europa und
Internationales im Frühjahr gemeinsam mit der Staatskanzlei Nordrhein -Westfalen
eine Lesung des Historikers Andrii Portnov über Dnipro veranstalten.
In Israel plant das Büro für Europa und Internationales, sich weiter am Aufbau pro-
gramm „Shalom – Chaveruth“ des Landes NRW zu beteiligen. Damit möchte es in den
zerstörten Gebieten nahe des Gaza -Streifens beim Wiederaufbau helfen. Die Stadt
Köln hält an der Hoffnung fest, dass es zukünftig zu einem umfassenden Friedenspro-
zess im Einklang mit den international vereinbarten Kriterien kommt und wird in dieser
Hinsicht mit ihrer Partnerstadt Bethlehem kooperieren.
Mit den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni und dem möglicherweise star-
ken Zugewinn von rechten Parteien steht für die Europäische Union eine richtungswei-
sende Entscheidung an. Vor diesem Hintergrund wird das Büro für Europa und Inter-
nationales mit seinen Partnern die Kölner EU-Bürger*innen dazu aufrufen, sich an der
Wahl zu beteiligen. Ebenso wird es die Kölner Zivilgesellschaft dazu anregen, Projekte
durchzuführen, die zur Wahl animieren.
Im Bereich Förderung der Menschenrechte wird d as Büro für Europa und Inte rnatio-
nales dem Rat ein Konzept für ein Stipendien-Programm für Menschenrechtsverteidi-
ger*innen zur Entscheidung vorlegen. Vernetzung, Fortbildung und psychosoziale Un-
terstützung werden die Eckpfeiler des Programms bilden. Wie jedes Jahr ist auch 2024
ein LSBTI-Austausch mit Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten geplant.
Im Bereich Klima wird das Klimapartnerschaftsprojekt mit Rio de Janeiro bis Septem-
ber 2024 mit der Finanzierung von Engagement Global weiter fortgeführt. In der letzten
Phase soll unter anderem das Lebensmittelverteilzentrum in Betrieb gehen. Das Pro-
jekt wird in Rio mit einer Konferenz schließen, bei der die Ergebnisse einem breit en
Fachpublikum aus Verwaltung, Forschung, Bildung und Politik präsentiert werden.
Dies ist nur eine Auswahl der vielzähligen Aktivitäten, die da s Büros für Europa und
Internationales im Jahr 2024 plant. Der zuständige Ausschuss Allgemeine Verwaltung
und Rechtsfragen/Vergabe/Internationales wird durch Mitteilungen und Beschlussvor-
lagen regelmäßig informiert. Für die Öffentlichkeit finden sich weitere Informationen
auf der Website www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/internationales.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0333/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 24.01.2024
- Erstellt
- 22.01.2024 11:52