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AN/0198/2021

Klimanotstand: Tunnelplanungen auf der Ost-West-Achse einstellen!

Gem. Antrag nach § 3 (Linke) 25.01.2021

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 04.02.2021, TOP 3.1.7

Gem. Antrag nach § 3 (Linke)

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Gem. Antrag nach § 3 (Linke)

3557 Zeichen

Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Köln 
Ratsgruppe Klimafreunde 
 
 
An die Oberbürgermeisterin 
Frau Henriette Reker 
 
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 25.01.2021 
 
AN/0198/2021 
 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Rat 04.02.2021 
 
Klimanotstand: Tunnelplanungen auf der Ost-West-Achse einstellen! 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker, 
die Antragstellerinnen bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Rates am 
4.2.2021 zu nehmen: 
 
Beschluss: 
Um die Klimaziele zu erreichen, auf die sich Köln verpflichtet hat, wird die Ost-West-Achse 
der Kölner Stadtbahn oberirdisch ausgebaut. Die Planungen für einen Tunnel werden einge-
stellt. 
 
Begründung: 
Der Rat der Stadt Köln erklärte am 9.7.2019 den Klimanotstand und bestätigte damit unter 
anderem, „dass die Eindämmung des vom Menschen verursachten Klimawandels in der 
städtischen Politik eine hohe Priorität besitzt und zukünftig bei allen Entscheidungen grund-
sätzlich zu beachten ist.“ 
Um eine Eindämmung des Klimawandels zu erreichen, ist ein Ausbau des ÖPNV dringend 
erforderlich. Er ist Teil einer umfassenden Verkehrswende hin zu den Verkehrsträgern des 
Umweltverbundes (ÖPNV, Rad, Fußverkehr). 
Bei den Klimafolgen des Verkehrs ist aber nicht nur der laufende Betrieb, sondern auch die 
Erstellung der Infrastruktur zu berücksichtigen. Eine aktuelle Studie macht deutlich, dass der 
Bau von U-Bahnen nicht mit dem Ziel der Eindämmung des Klimawandels verträglich ist 
(Matthias Dittmer, Frank Geraets, Axel Schwipps 2020: Die Klimabilanz Berliner U-Bahn und 
Straßenbahnplanungen). 
Die Menge an CO2, die durch den Bau von Tunneln entsteht, überwiegt über einen langen 
Zeitraum die Menge an CO2, die durch den Umstieg auf den ÖPNV und eine damit verbun-

- 2 - 
 
dene Steigerung der Fahrgastzahlen erreicht wird. Pro Kilometer U-Bahn entstehen 99.000 t 
CO2. Die Autoren der Studie stellen in Bezug auf anstehende Berliner U-Bahn-Bauten fest, 
dass das beim Bau entstandene CO2 erst nach 109 Jahren (Projekt U9 Nord) bis hin zu 230 
Jahren (U6 TXL) durch Einsparungen kompensiert wird. 
Im Vergleich dazu entstehen beim oberirdischen Ausbau des ÖPNV deutlich weniger Treib-
hausgase. Je nach Bauart sind dies 7.145 t (Schotter- oder Rasenbett) bis 12.210 t CO2 
(Betonbett) pro Kilometer. 
Darüber hinaus war eines der wichtigsten Argumente der Tunnelbefürworter, mit dem Tun-
nelbau die 54 sogenannten Querungen im Innenstadtbereich zu beseitigen. 54 mal stoße 
insbesondere der Autoverkehr auf die Stadtbahn. Deshalb soll letztere unter die Erde. Mit 
dem Tunnelbau würde jedoch bestenfalls ein Zehntel der verkehrsbedingten Barrierewirkung 
vermieden (Quelle: https://tinyurl.com/OWAchseKoeln). 
Der Tunnel wäre darüber hinaus um ein Vielfaches teurer als die oberirdische Variante, näm-
lich 806 Mio. Euro gegenüber 112 Mio. Euro. Der Tunnel wäre frühestens Ende der 2030er 
Jahre fertig. Bis dahin wären die Personal- und Geldressourcen der Stadt Köln gebunden.  
Das gesamte Innenstadtgebiet liegt auf archäologischem Untergrund. Diese Prüfungen wür-
den allein mindestens drei Jahre beanspruchen. Es bestünden darüber hinaus Einsturzge-
fahren, z. B. durch die beabsichtigte Untertunnelung der Mauritiuskirche. 
Trotz dieser gravierenden Nachteile kann die unterirdische Stadtbahn auch nicht mehr Per-
sonen befördern als die oberirdische Variante. 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. gez. 
Michael Weisenstein 
Fraktionsgeschäftsführer DIE LINKE 
Nicolin Gabrysch und John Akude 
Ratsgruppe Klimafreunde

Beratungsverlauf (1)

04.02.2021 Rat
TOP 3.1.7 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: endgültig abgelehnt

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Details

Aktenzeichen
AN/0198/2021
Typ
Gem. Antrag nach § 3 (Linke)
Datum
25.01.2021
Erstellt
25.01.2021 10:54