V/0113/2007
Erstes Münsteraner Zukunftsgespräch (08.09.2006) "Münster - Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbe
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Anlage 2
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- 1 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster 1. Münsteraner Zukunftsgespräch Warum muss Münster sich als „regionale“ Wissenshauptstadt profilieren? Münster, 08.09.2006 Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Heribert Meffert - 2 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Agenda 2. Ziel und Vorgehensweise Beirat Münster Marketing 1. Bedeutung Stadtmarketing und Stadtentwicklung - 3 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Technologischer Fortschritt im Transport-, Informations- und Kommunikationssektor Wandel von „Ordnungs“- zur „Dienstleistungs- verwaltung“ Wertewandel und Demographischer Wandel Knappe finanzielle Mittel Standortunabhängigkeit vieler Unternehmen Wettbewerb der Städte Aktuelle Herausforderungen im Standortwettbewerb Internationale Vernetzung - 4 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Münster begegnet Wettbewerb in vielfältiger Hinsicht Kulturhauptstadt 2010 Kultur I Bildung I Wirtschaft BONN 10 Hochschulen im Exzellenzcluster Freiburg Tübingen TUM, LMU Heidelberg Aachen Würzburg Karlsruhe Bremen FU Berlin Stadt der Wissenschaft 2006 11 Metropolregionen - 5 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Strategische Ausrichtung der Stadtpolitik Stadtentwicklung und Stadtmarketing Märkte Märkte Ressourcen Ressourcen Wettbewerbsvorteile im Standortwettbewerb (KKV) Perspektive Position Plan Programm Prozess 5 Ps - 6 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster t 1987 1989 Symposium „Stadtvisionen“ Symposium „Stadtvisionen“ 1996 1998 2001-02 Meilensteine des Münsteraner Stadtmarketing 2005 2006 2004 2003 Gründung der Ideenschmiede Integrierter Stadtmarketing (ISM) Prozess LivCom Award Bewerbung Kulturhauptstadt Bewerbung Wissenschaftsstadt Workshop „Stadtmarketing“ Workshop „Stadtmarketing“ Start Lokale Agenda 21 Image Studie: Selbstbild- und Fremdbild 1. Münsteraner Zukunftsgespräch 1. Münsteraner Zukunftsgespräch Leitbild- und Markenentwicklung Begleitung durch Politik (Anträge von CDU, FDP, GAL und SPD-Fraktionen) und Verwaltung - 7 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Verständnis von Stadtentwicklung und Stadtmarketing als… Profilierung als attraktive Stadt im Wettbewerb …integrierter Prozess (ISM-Prozess) Ausrichtung und Koordination aller Aktivitäten auf die Bedürfnisse von Zielgruppen und damit Sicherung von Vorteilen im Städtewettbewerb. - 8 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Münster „Wissenschaft“ „Lebensart“ Unternehmen Wissenschaftler Bürger Touristen Humankapital Lebensqualität Profilierung der Stadt Münster als attraktiven Standort im Wettbewerb Humankapital als Standortfaktor für Unternehmen Lebensqualität als Standortfaktor für Humankapital Ergebnis des ISM-Prozesses: Leitbild für Münster - 9 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Agenda 2. Ziel und Vorgehensweise Beirat Münster Marketing 1. Bedeutung Stadtmarketing und Stadtentwicklung - 10 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Ausgangsfrage und Ziel der Münsteraner Zukunftsgespräche Was bedeutet die Wissensgesellschaft für die Zukunft der Europäischen Stadt? Welche Maßnahmen sind erforderlich, um im internationalen Städte- und Standortwettbewerb zu bestehen? Profilierung von Münster als regionale Wissenschaftshauptstadt Zentrale Fragestellung Ziel - 11 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Vorgehensweise der Arbeitskreise Strategieentwicklung und Handlungsempfehlungen Ableitung von Chancen und Risiken der Stadt Münster Ermittlung von Stärken und Schwächen der Stadt Münster Freiburg Maastricht Aachen Dresden … Identifikation von Erfolgsbeispielen wissensbasierter Städtepolitik - 12 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Best Practices im Stadtmarketing Markenwerte Stadt Freiburg Markenwerte Stadt Freiburg Marke und Profil Uni Freiburg Marke und Profil Uni Freiburg Forschungsschwerpunkte und Kompetenzzentren in Universität und Wirtschaft Forschungsschwerpunkte und Kompetenzzentren in Universität und Wirtschaft Elemente Wissenschaft Wirtschaft Stadt Kultur Bevölkerung Katalysatoren Erfolgreiche Verbindungen - 13 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Schwächen Stärken Risiken Chancen SWOT Stadt Münster - Gesamtüberblick Dichte und Qualität an Bildungs- einrichtungen (insbes. Hochschulen) Hohes Bildungsniveau der Bürger Hohe Lebensqualität Intakte Infrastruktur Demographie (Junge Stadt) Vernetzung und Dialog zwischen Stadt, Hochschulen und Wirtschaft zu wenig ausgeprägt Hochschulen: wenig profiliert Unternehmen: wenige Großkonzerne und Unternehmenszentralen Profilierung mit Alleinstellungs- merkmalen (Exzellenz) Potenziale der Demographie und Lebensart konsequent nutzen Bedeutungs- und Qualitätsverlust im Hochschulwesen (z. B. Exzellenzwettbewerb) Folge: weniger Studierende und Wissenschaftler sinkende Kaufkraft Abwanderung von Betrieben - 14 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Kriterien für Leuchttürme / Kompetenzfelder International Innovativ Interaktiv (kooperativ) Wirtschaftlich relevant Wissenschaftlich Wohlfühlen (Lebensart) - 15 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster 4 Arbeitskreise – 15 Sitzungen Wissenschaft und Lebensart Wissenschaft 3 Sitzungen Bildung / Kultur 5 Sitzungen Wirtschaft 4 Sitzungen Urbanität / Lebensart 3 Sitzungen Fr. Dr. Böhm Hr. Dr. Jubelius Hr. Bourichter Hr. Schulte- Uebbing Hr. Viehoff Hr. Dr. Arnhold Hr. Dr. Winkler Fr. Dr. Kahlert-Dunkel Hr. Hölker - 16 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Zu beantwortende Fragen der Arbeitskreise Stärken Schwächen Chancen Risiken 2 Wie schätzen Sie die Ausgangsposition Münsters ein? 3 Was schlagen Sie vor, um Münster weiter als „Wissensstadt mit europäischer Ausstrahlung“ zu profilieren? 1 Warum ist das Thema „Wissen“ und „Wissenschaft“ aus Sicht ihres Arbeitskreises relevant? - 17 -© Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert, Marketing Centrum Münster Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Anlage 4
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Dankesrede anlässlich der Überreichung der Paulus Plakette Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Heribert Meffert Stadtentwicklung und Stadtmarketing Münster im Spannungsfeld zwischen Tradi- tion und Fortschritt 08. September 2006, 18:00 Uhr Münster, Stadthaus I [Es gilt das gesprochene Wort] 1 I. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Tillmann, sehr geehrte Damen und Herren des Rates der Stadt Münster, liebe Mitgl ieder des Beirates Münster Marketing, liebe Freunde und Weggefährten, sehr geehrte Da- men und Herren, es ist heute für mich ein großer Tag, ein Tag, der die Zukunftsgespräche für unsere Stadt mit meiner persönlichen Ehrung ver bindet. Die Tatsache, dass mich die Stadt Münster aus Ihren Händen, Herr Oberbürgermeister Dr. Tillmann, mit der Paulus-Plakette auszeichnet, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit. Ich danke Ihnen und dem Rat der St adt für die hohe An- erkennung, die Sie mir mit dieser Ehrung zuteil wer den lassen. Ich bin mir bewusst, dass die Paulus-Medaille die höchste Ausze ichnung ist, welche die Stadt außer der Ehrenbürgerschaft verleiht. Ich bin mir ebenso be- wusst, dass ich als erster Wirtschaftswissenschaftl er diese Ehrung entge- gen nehmen darf. Ich möchte diese Ehrung aber auch stellvertretend für die Vielzahl von Münsteranern, die sich für unsere Stadt engagiert und ehrenamtlich verdient gemacht haben, entgegen nehmen. In Ihrer Laudatio, lieber Herr Dr. Tillmann, heben Sie hervor, dass ich mit meinen wissenschaftlichen Initiativen und Leistunge n auf dem Gebiet der marktorientierten Unternehmensführung zur Entwicklu ng und Profilierung der Stadt Münster beigetragen und mich als Botschaf ter und Berater für das Stadtmarketing engagiert habe. Es war dies mit der Gründung des ersten Instituts für Marketing an unserer Universit ät im Jahre 1969 in der Tat ein langer Weg, der mich im konsequenten Dialog mit der Wirtschafts- praxis auch und insbesondere den Anliegen der Stadt entwicklung von Münster näher brachte. Es waren für mich nicht nur die Herausforderun- gen, als Marketingwissenschaftler neue Wege zu gehen, sondern auch ein echtes persönliches Anliegen, das einem inneren Bed ürfnis auf Zuwen- dung und Zuneigung zu dieser Stadt entspricht. 2 Münster setzt als Wissenschaftsstadt auf Zukunft un d kann dies mit Ge- schichte und Tradition verbinden. Ich möchte deshal b mit dem Blick des Wissenschaftlers einige Anmerkungen zum Spannungsfe ld zwischen Tra- dition und Fortschritt aus der Perspektive und den Erfahrungen mit der Stadtentwicklung und dem Stadtmarketing machen. Doc h lassen Sie mich zuvor kurz einiges zu meiner persönlichen Geschicht e, zu meinen Begeg- nungen mit und Erfahrungen in Münster als Stadt des Wissens und der Lebensart sagen. II. Als Bayer lag Münster für mich weit hoch im Norden und war eine ge- schichtsträchtige Stadt, deren Silhouette ich erstm als auf großer Abitur- fahrt nur vom Zug aus kurz wahrnahm. Als ich 12 Jah re später in den un- ruhigen 68er Jahren von München auf einen Lehrstuhl für Betriebswirt- schaft an die Universität Münster berufen wurde, ve rabschiedete mich mein damaliger Chef mit den Worten: „München und Mü nster haben nur die ersten drei Buchstaben gemeinsam, Sie finden do rt eine andere Welt: Provinzhauptstadt mit preußischer Tradition und str engen akademischen Sitten, katholische Stadt mit konservativem Bürgert um, in der es häufig regnet.“ Und was habe ich damals vorgefunden? Eine attraktiv e, überschaubare und wohl geordnete Stadt, in der die Universität ei ne moderne, mitbe- stimmte Verfassung einführte, Professoren keine Tal are mehr trugen und eine aufgeschlossene Fakultät, die einem jungen Nac hwuchswissen- schaftler den Vertrauensvorschuss für die Gründung des ersten Marke- tinginstituts in Deutschland gab. Ich fühlte mich i n dieser Stadt mit den vielen jungen Menschen, den zahlreichen Kneipen, hi storischen Gebäu- den und niveauvollen Geschäften schnell wohl, vermi sste allerdings bei zahlreichen unerwarteten Sonnentagen die Straßencafés mit lebensfrohen Bürgern. 3 Es hieß also Vorurteile korrigieren, die Arbeitsatm osphäre und Freiräume an der Hochschule nutzen und sich mit der Lebensart der Stadt für einen überschaubaren Zeitraum zwischen 3 und 5 Jahren zu arrangieren. Was ich damals nicht vorhersehen konnte war, dass Münster – trotz zahlreicher Lockrufe anderer Hochschulen und Städte – zur unzer trennlichen Wahl- heimat werden würde. Ausschlaggebend hierfür war ei nmal die kooperati- ve Fakultätskultur mit dem zukunftsweisenden Lehr- und Forschungsbe- trieb (man spielt gern auf vorderen Plätzen in der 1. Liga) und die inzwi- schen lieb gewonnene Lebensart mit der in jeder Hin sicht gedeihlichen Atmosphäre Münsters. Aus dem gebürtigen Rheinländer und im Allgäu aufgewachsenen Bayer ist also ein überzeugter Münsteraner geworden. III. Vor diesem persönlichen Erfahrungshintergrund stell te sich mit dem Auf- und Ausbau des Instituts für Marketing auch die Frage, was diese Disziplin für die Entwicklung und Profilierung der Heimatstad t leisten kann. Dies umso mehr, als sich in den USA meine Fachdisziplin längst mit der Frage beschäftigte, wie man erfolgreiches Marketing aus d em Konsumgüterbe- reich (Waschmittel, Automobile) auch auf den öffent lichen und Non-Profit- Bereich übertragen und einsetzen kann. So entwickelte sich angesichts des wachsenden Stand ortwettbewerbs be- reits in den 70er Jahren das so genannte Regionen- und Städtemarketing, verstanden als Ausrichtung stadtpolitischer Aktivit äten und Maßnahmen auf die Bedürfnisse von Zielgruppen zur Sicherung v on Wettbewerbsvor- teilen bei der Gewinnung von Touristen, der Ansiedl ung von Wirtschafts- betrieben und Sicherung der Bürgerzufriedenheit. In diese Zeit fallen auch die ersten Projektarbeite n meines Instituts zur Einstellung der Studierenden und Münsteraner Bevölk erung zur Universi- tät, zum Stadttheater, dem Stadtmuseum und dem Zoo. Später folgte die Moderation der Ideenschmiede, eine Gruppe aktiver j unger Bürger, die sich für die Zukunft Münsters als Dienstleistungs-S tadt engagierte und gemeinsam mit der zuständigen Stadtpolitik 1989 das Symposium „Stadt- 4 visionen“ initiierte. Was folgte ist bekannt: Der S tart der lokalen Agenda 21, zahlreiche Workshops zum Stadtmarketing, die unter aktiver Bürgerbe- teiligung Anfang des Jahres 2002 im integrierten St adtentwicklung- und Stadtmarketingprozess mündete und in konsequenter W eiterentwicklung des Dialoges mit der Politik und den Bürgern dieser Stadt zum heutigen 1. Münsteraner Zukunftsgespräch führte. Es ist dies in der Tat eine lange, bisweilen auch b eschwerliche Wegstre- cke gewesen, in der ich – unabhängig von politische n und bürgerschaftli- chen Strömungen – diesen Prozess als moderierender Wissenschaftler begleiten durfte. Es stellen sich mir heute vor allem drei Fragen: 1. Wo steht Münster heute im Konzert des deutschen Städtemarketing? 2. Was hat der integrierte Marketing- und Stadtentw icklungsprozess gebracht? 3. Welche zentralen Herausforderungen und Aufgaben hat die Stadt für eine erfolgreiche Profilierung als europäische Wiss enschaftsstadt zu bewältigen? IV. Es besteht kein Zweifel, dass das Städtemarketing i m deutschsprachigen Bereich in der Wissenschaft zwar zögerlich, in der Praxis jedoch rasche Verbreitung gefunden hat. Eine aktuelle, vergleiche nde Studie des Deut- schen Instituts für Urbanistik bestätigt diese Entw icklung, zeigt jedoch ein viel schillerndes Bild vom Marketingverständnis und heterogenen Ausges- taltungsformen des Städtemarketing. Im Wesentlichen können folgende drei Versionen unterschieden werden: 1. Eine nicht unerhebliche Zahl der Städte will mit Marketing „die Stadt bekannt machen und verkaufen“. Dementsprechend steh en der Ein- satz ausgewählter Marketinginstrumente, insbesondere die Werbung, Promotions und das Sponsoring zur Steigerung des Be kanntheits- 5 grades und Verbesserung des Images im Mittelpunkt. Aktionsbezo- gene Maßnahmen und Events beherrschen die Szene. 2. Andere wiederum verstehen Stadtmarketing als meh r oder weniger gleichberechtigte Funktion. Man hat einen Marketingverantwortlichen, eine neue Planstelle für einen City-Manager oder ga r eine Marketing GmbH. Das Aufgabenspektrum umfasst auch Fragen der strategi- schen Positionierung und reicht über kommunikative Maßnahmen hinaus. Etwa ein Drittel deutscher Städte hat sich in diese Richtung entwickelt. 3. Dem eigentlichen Marketingverständnis als Leitid ee und umfassende marktorientierte Führungsphilosophie hat sich nur j ede fünfte Stadt verschrieben. Diese Städte verfügen nicht nur über eine Marketing- abteilung oder GmbH, sondern verstehen und praktizi eren Städte- marketing als Querschnittsfunktion, d. h. Bündelung der strategi- schen und operativen Maßnahmen auf die Bedürfnisse ausgewählter Zielgruppen. Durch eine bessere Gestaltung des Kund en- bzw. Bür- gernutzens sollen Wettbewerbsvorteile (KKV) geschaf fen werden. Besonders erfreulich ist, dass vom Institut für Urb anistik die Stadt Münster in dieser Kategorie mit ihrem integrierten Stadtmarketing Prozess (ISM) als hervorstechendes Best Practice-Be ispiel genannt wird. V. Damit komme ich zu meiner zweiten Frage: Was hat de r integrierte Stadt- entwicklungsprozess gebracht? Welche Erfolge wurden damit erzielt? Es ist nahe liegend, zunächst auf zahlreiche Aktionen und Maßnahmen zu verweisen, die seit Beginn des Jahrtausends die Sze ne der Stadt belebt haben. Als Highlight sind hier zum einen die Auszei chnung durch den Liv- Com Award im Jahr 2004 als lebenswerteste Stadt der Welt zu nennen sowie die durchaus erfolgreichen Bewerbungen der Stadt Münster als Kul- turhauptstadt und Wissenschaftsstadt mit dem beispi ellosen Bürgerenga- 6 gement auf dem Prinzipalmarkt. Als weiteres sind au ch die Gründung der Wirtschaftsförderung und der Start des Stadtteilmar keting als erfolgreiche Schritte zu werten. Doch eine solche Betrachtung bleibt an der Oberfläc he, denn der Beitrag des Marketing zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit d er Stadt muss sich an den erzielten psychographischen Größen – Bekannthei tsgrad, Image, Zu- friedenheit – und an den ökonomisch erzielten Effek ten – wie dem Return on Investment – messen lassen. Wie die Marketingeffekte insgesamt so ist auch der wirtschaftliche RoI für einen Standort als Ganzes nur schwer nachweisbar. Dies umso mehr, weil man Städtemarketing als längerfristige Investition, als Einsatz von Ressourcen zur Akquisi tion und Bindung von Zielgruppen versteht. Ein Blick in die vorliegenden aktuellen Befragungen lässt jedoch über die erfreuliche Medienresonanz und wachsendes Sponsoren engagement hin- aus folgende positive Tendenzen erkennen: Die Zufriedenheit der Bürger mit der Stadt Münster ist leicht gestie- gen; die Zufriedenheit bei der Wissenschaft und den Kaufleuten be- wegt sich auf hohem Niveau. Das Selbst-Image der Bürger ist im Bereich traditi oneller Werte rela- tiv stabil; Veränderungen im Bekanntheitsgrad und des Fremdimages werden derzeit analysiert. Im Bereich Touristik sind ein positiver Trend in d en Besucherzahlen (knapp 10 %) und eine leicht gestiegene Zahl der Üb ernachtungen feststellbar. Auch die Wirtschaftsförderung vermeldet Erfolge (2 005: 347 neu ge- schaffene Arbeitsplätze; 10 realisierte Neuansiedlu ngen), wenngleich Münster – trotz eines insgesamt guten Rankings (Pla tz 8) – bei den relevanten Struktur- und Wirtschaftsdaten Einbußen zu verzeichnen hat. Hervorzuheben ist hier insbesondere der hohe S chuldenberg je Einwohner. 7 Es liegt mir fern als Vorsitzender des Beirats Müns ter Marketing die Er- gebnisse des ISM-Prozesses zu beschönigen oder gar meine Rolle als wissenschaftlicher Moderator zu rechtfertigen. Der ISM-Prozess wird im Hinblick auf seine Qualität im nächsten Monat einer externen Evaluation unterworfen. An dieser Stelle möchte ich zur Qualit ätsbeurteilung des Pro- zesses auf 10 Kriterien eingehen, deren Erfüllung P rofessor Armin Töpfer als Voraussetzung für ein erfolgreiches Stadtmarket ing nennt. Im Einzel- nen sind dies: 1. Stadtmarketing ist mehr als nur Werbung 2. Professionelle Planung, Durchführung und Kontrol le 3. Analyse der Ist-Situation 4. Strategische Positionierung mit Alleinstellungsm erkmalen 5. Stadtmarketing als Ausdruck einer City Identity (innen und außen) 6. Stadtmarketing muss früh den Bürgern nahe gebrac ht werden 7. Stadtmarketing muss alle wichtigen (auch Ziel-)G ruppen berück- sichtigen 8. Bürgerorientiertes Verhalten der Verwaltung 9. City-Management als Bestandteil eines umfassende n Stadtmarke- ting Konzeptes 10. Stadtmarketing kann nicht allein vom Rathaus ge macht werden, sondern ist ein organischer Prozess der Stadtentwicklung Nicht nur die Insider der Stadtpolitik und Stadtver waltung werden mir zu- stimmen, dass diese Erfolgsvoraussetzungen für den ISM-Prozess wei- testgehend erfüllt, ja bisweilen auch übererfüllt w urden. Es bleiben aber auch einige wichtige, offene und dringlich zu lösende Zukunftsaufgaben. So wird niemand bezweifeln, dass der Prozess unter Einbeziehung aller wichtigen Gruppen, frühzeitiger und umfassender Bür gerbeteiligung pro- fessionell geplant und organisatorisch in geeignete r Form verankert wor- den ist. Zusätzlich wurde die Bürgerschaft auch übe r regelmäßig stattfin- dende Umfragen repräsentativ einbezogen. Auch ist d as Zusammenspiel mit der Stadtentwicklung beispielgebend, wenngleich der Marketingbegriff 8 bei Bürgern und in der Verwaltung immer noch auf Vo rbehalte stößt. Was die Herausarbeitung der Ist-Situation betrifft, so wurde mit zahlreichen Stärken- und Schwächen-, Chancen- und Risikoanalyse n fast zu viel des Guten getan. Dabei haben sich Prognosen und Szenari en in der Grup- pendiskussion mit Bürgern als schwierig erwiesen, w eil es sich dabei be- kanntlich um die Zukunft handelt und Zielfestlegung en ja letztlich auch Sache des Führungsverantwortlichen und der Stadtpol itiker sind. Die In- tegration der Bürger in diese Prozesse stärkt zweif ellos deren Identifikati- on mit den geplanten Vorhaben. Ein zu breiter basis demokratischer Bür- gerdialog birgt aber die Gefahr in sich, dass zwar viele gute Ideen einge- bracht, ebenso viele zerredet werden und dass am En de eines langen Prozesses relativ wenige davon umgesetzt werden. Nachdem Münster spät mit dem Stadtmarketing begonne n hat, hätte ich mir bei der oft beschworenen Devise „Der Weg ist da s Ziel“ etwas mehr Beschleunigung und etwas stärkere Konzentration auf die Weiterentwick- lung und Umsetzung von Kernkompetenzen gewünscht. D amit komme ich zu den Herausforderungen der Zukunftsaufgaben der S tadtentwicklung und des Stadtmarketing in Münster. VI. Wie zahlreiche europäische Wissenschaftsstädte steh t auch Münster mit dem Führungsanspruch im regionalen Raum vor zahlreichen Herausforde- rungen. Es sind dies einmal die bekannten, sich überlagernden Megatrends demographischer Wandel Übergang zur Dienstleistungs- und Wissensgesellsch aft Intensivierung des internationalen und globalen We ttbewerbs veränderte Rolle des staatlichen bzw. öffentlichen Sektors und zum anderen spezifische Standortbedingungen, insbesondere 9 regionaler Wettbewerb mit den Ruhrmetropolen. Ich kann mich hier mit diesen Herausforderungen für Münster nicht im Einzelnen auseinandersetzen. Für die Sicherung und den Ausbau von Wettbewerbsvorteilen erscheinen mir für die Strateg ieentwicklung dieser Stadt jedoch folgende Annahmen besonders wichtig: 1. Wenngleich Münster sich angesichts des sich im d emographischen Wandel abzeichnenden Alterungsprozesses der Bevölkerung in einer relativ günstigen Position befindet (Bertelsmann-St udie 2050: auf- strebendes Demographiecluster), so wäre Optimismus fehl am Plat- ze. Die Altersstruktur der Stadt wird wesentlich vo n den Studieren- den, dem – wie Oberbürgermeister Tillmann treffend bemerkt hat – „geliehenen Jungbrunnen“ und der Zuwanderung bestim mt. Hinzu kommt, dass wir mit Städten wie München, Freiburg, Aachen, Ham- burg, Stuttgart oder Düsseldorf im gleichen Cluster stehen, von deren wirtschaftlicher Dynamik wir im internationalen Wet tbewerb lernen können. 2. Münster hat zwar als Dienstleistungsstadt mit ho hem Wissenspoten- zial als Wissenschaftsstandort Wachstumschancen, di ese lassen sich aber nur mit einer gesunden Wirtschaftsentwick lung auch und insbesondere im verarbeitenden Gewerbe langfristig erfolgreich reali- sieren. 3. Der im Zuge der Globalisierung sich weiter abzei chnende Wettbe- werbsdruck um finanzielle, personelle und sachliche Ressourcen macht auch vor traditionsreichen Wissenschaftsstädt en wie Münster nicht halt. Die Sicherung von Vorteilen in diesem S tandortwettbewerb erfordert mehr Offenheit und Abbau von Zutrittsbarr ieren (ausländi- sche Studierende, Migranten). 10 4. Die sich abzeichnenden Engpässe im Finanzhaushal t Münsters müs- sen zur Sicherung der sozialen Balance durch ein st ärkeres bürger- schaftliches Engagement ausgeglichen werden. 5. Der Wettbewerb mit den wirtschaftlich potenten M etropolregionen des Ruhrgebiets bedingt eine stärkere Vernetzung Mü nsters mit sei- ner Region und die Entwicklung neuer regionenübergr eifender Ko- operationsformen. Was bedeutet dies für die strategische Positionieru ng der Stadt Münster? Zunächst einmal nicht – wie kürzlich gefordert wurd e –, dass man mit der „Breite an die Spitze“ kommt. Im Zuge des Haushalts konsolidierungspro- zesses zwingt dies zur Konzentration auf Kernkompet enzen in dem durch städtepolitischen Konsens im Leitbild Münsters fest gelegten Orientie- rungsrahmen: Wissenschaft und Lebensart. Es erforde rt unter Konzentra- tion auf angestammte Stärken die Festlegung von Pri oritäten und die Um- setzung solcher Kompetenzfelder in einem Stufenplan . Freilich lässt sich dies nur erreichen, wenn damit auch eine Stärkung d er vornehmlich mit- telständischen Wirtschaftskraft und im Zuge des Wan dels sozial ausge- wogene bzw. verträgliche Lösungen gefunden werden. In diesem Sinne sollte eine auf die Zukunftsfähigke it abzielende strategi- sche Stadtentwicklung im gemeinsamen Dialog mit der Verwaltung und den relevanten Anspruchsgruppen den Handlungsrahmen für ein leis- tungsfähiges Marketing der Stadt Münster abstecken. Dabei erachte ich die Lösung und Weiterführung folgender Aufgaben als besonders wichtig: 1. Sicherung und Weiterentwicklung der leitbildkonf ormen Positionie- rung von Münster 2. Profilierung von Münster als Marke 3. Kontinuierliche Umsetzungs- und Erfolgsnachweise Stadtent- wicklungs- und Stadtmarketingprozesses 4. Vernetzung und insbesondere Institutionalisierun g der Zusammenar- beit 11 Lassen Sie mich auf diese Zukunftsaufgaben kurz eingehen. Die Sicherung und Weiterentwicklung einer leitbildk onformen Positionie- rung ist im Spannungsfeld zwischen Tradition und Fo rtschritt eine perma- nente und zur Sicherung der Alleinstellung – im Ver gleich zum Produkt- oder Firmenmarketing – sehr viel schwierigere Aufga be. Mit den zentralen Merkmalen unseres Leitbildes „Wissenschaft und Lebe nsart“ ist Münster nicht nur eine klare Abgrenzung von vielen mit Allg emeinplätzen werben- den Städten gelungen, sondern auch zu zahlreichen W issenschaftsstäd- ten. Die heutigen Zukunftsgespräche machten aber de utlich, dass wir im Standortwettbewerb neben Wissen und Wohlfühlen im e ngen Zusammen- spiel zwischen Wissenschaft und Bürgern auf Wandel, Wachstum und erfolgreiches Wirtschaften setzen müssen (3 große „W’s“). Als Beispiele sei hier auf Freiburg, Dresden und Aachen verwiesen . Das bedeutet – wie in den Arbeitsgruppen des Beirats Münster Marketing herausgearbeitet wurde –, dass die Stadt bei der Gestaltung künftige r Handlungsfelder in- novativer, internationaler und interaktiver werden muss (3 große „I’s“). Dies ist bei Wahrung der Identität leichter gesagt als getan und nur in ei- nem längerfristigen Prozess der Schärfung des Profils zu erreichen. Damit ist die zweite Aufgabe, die Profilierung der Stadt als Marke ange- sprochen. Seit geraumer Zeit wird der aus dem komme rziellen Bereich (Produkte, Unternehmen) stammende Gedanke der Marke nführung auf den Non-Profit-Bereich und hierbei auf Städte, Regi onen und Nationen (Made in Germany) übertragen. Ziel ist es, in Verbi ndung mit einem Zei- chen oder Symbol in den Köpfen der Zielgruppen eine r Stadt ein klares Vorstellungsbild fest zu verankern. Es ist nachgewi esen, dass im Städte- bereich starke Marken auf Menschen Faszination ausü ben (New York, Paris), dass sie emotional aktivieren, damit Verhal tenswirkungen auslösen und Bindung bzw. Verbundenheit bewirken. So gesehen stehen Marken für gleich bleibende oder verbesserte Qualität und reduzieren so bei den Zielgruppen den Suchaufwand und das Risiko. Sie fun gieren bei den Nachfragern als Orientierungs- und Vertrauensanker und stärken damit die Identität und sichern die Loyalität. 12 In diesem Sinne sollte Münster über die nationalen Grenzen hinaus die Markenbekanntheit steigern und durch eine identität sorientierte Führung das Markenprofil schärfen und im Hinblick auf die e rwähnten drei großen I’s, d. h. innovativ, international und interaktiv weiter ausbauen. Identitäts- orientierte Markenführung ist dabei wesentlich mehr als werbliche Image- politur. Es gilt, nicht nur die anvisierten Verände rungen im Fremdbild und Korrekturen im Selbstbild, sondern auch eine weitge hende Übereinstim- mung dieser Vorstellungsbilder und Images zu erreichen. Studien, die wir in diesem Zusammenhang mit meinem Institut durchge- führt haben, zeigen, dass wir mit der in vielen Dim ensionen weitgehend übereinstimmenden Wahrnehmung von Wissenschaft und Lebensart über eine gute Ausgangsposition verfügen, aber in der Ge staltung des Leis- tungsprofils und dessen Bekanntmachung ebenso wie i n der Veränderung von Einstellungen und Verhaltensweisen der Bürger u nserer Stadt im Sin- ne einer zukunftsweisenden und weltoffenen Stadtkul tur noch einiges zu tun bleibt. Ein authentisches und glaubwürdiges Mar kenprofil unserer Stadt wird eben nicht nur und in erster Linie durch aufmerksamkeitsstarke Werbung, sondern vor allem auch durch Leistungen un d durch eine ent- sprechend gelebte Stadtkultur geprägt. Dies macht nochmals deutlich, dass die Umsetzung un d der Erfolgsnach- weis des Städtemarketing weit schwieriger als bei S eife, Zigaretten und Automobilen sind. Die Umsetzung der strategischen u nd operativen Maß- nahmen muss nicht nur entlang des im politischen Wi llensbildungsprozess festgelegten Handlungskorridors konsequent, koordin iert und wirksam er- folgen. Damit spreche ich die dritte Herausforderun g des Städtemarketing an. Auch Münster Marketing muss die Investitionen durch überzeugende Leis- tungsnachweise rechtfertigen. Dazu bedarf es eines systematischen Mar- keting-Controlling , das Aufschluss über die Effizienz der vielgestalt igen Maßnahmen in den Bereichen Touristik, Wirtschaft, W issenschaft und 13 Bürgerschaft gibt. Diese Notwendigkeit wurde erkann t und führte zur Ent- wicklung maßgeschneiderter Monitoring-Systeme. Weitaus schwieriger ist die letzte Aufgabe, die Vernetzung der internen und externen Akteure der Stadtentwicklung. Es kann dies – wie meine Ausführungen deutlich gemacht haben – nicht nur und alleinige Aufgabe von Münster Marketing sein. Münster Marketing kann für die notwendige Intensivierung der Zusammenarbeit der Akteure in Wi ssenschaft, Wirt- schaft und Politik in der Stadtentwicklung nur die Rolle als Katalysator und integerer Moderator übernehmen. Zur besseren Aussch öpfung der in un- serer Stadt reichlich vorhandenen Potenziale bedarf es – wie das unsere Wettbewerbsstädte erfolgreich praktizieren – einer stärkeren Institutionali- sierung der Zusammenarbeit und einer damit verbunde nen inneren Ver- pflichtung der Akteure. VII. Damit werden auch die Grenzen des Stadtmarketing si chtbar. Es muss sich in den größeren Zusammenhang der Stadtpolitik und Stadtentwick- lung einordnen und den sich verändernden Rahmenbedi ngungen im här- ter werdenden Standortwettbewerb anpassen. In den D iskussionen um New Public Management ist von neuen Paradigmen und Konzepten der Stadtentwicklung die Rede, die ein erfolgreiches St adtmarketing aufgrei- fen und praktizieren müssen. Dies ist in Münster de r Fall, und das heutige Zukunftsgespräch zeigt, dass die Stadt im Dialog mit den Bürgern auf dem richtigen Weg ist. Die Sicherung der Zukunftsfähigk eit unserer Stadt wird vor allem dann gelingen, wenn Konsens in Stadtpolitik und Stadtverwaltung über d ie anzustreben- den Ziele besteht, eine Konzentration auf die angestammten Kompetenze n und deren Weiterentwicklung erfolgt, ein innovatives Klima und Offenheit für Kooperatio nen besteht, 14 die auf die Zielmärkte gerichteten Maßnahmen koord iniert und in ih- ren Wirkungen kontrolliert werden sowie die notwendige Kontinuität beachtet und bei den ve rantwortlichen Entscheidungsträgern ein Commitment besteht. Es ist offenkundig, dass unter den veränderten fina nziellen und wettbe- werblichen Rahmenbedingungen zur Sicherung einer ausgewogenen Balance zwischen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, kul turellen und sozialen Belangen Eigenverantwortung und bürgerscha ftliches Engage- ment besonders gefragt sind. Auch hier ist Münster auf dem richtigen Weg. Ich selbst habe im ISM-Prozess und im Beirat M ünster Marketing erfahren, mit wie viel Herzblut, guten Ideen und in nerer Verpflichtung sich die Beteiligten für die Zukunft unserer Stadt engag iert haben. Hierfür und für die stets kooperative Zusammenarbeit möchte ich mich an dieser Stelle ebenso wie bei den für die Umsetzung dieses Prozess es Verantwortli- chen, Frau Spinnen und Herrn Dr. Hauff, herzlich bedanken. Meine sehr geehrten Damen und Herren, es war mir da s Glück beschie- den, in meinem Leben, besonders jetzt im Alter, ver schiedene Ehrungen und Auszeichnungen entgegennehmen zu dürfen. Bei me iner ersten Be- gegnung mit Münster hätte ich mir nicht träumen las sen, dass ich diese Stadt so sehr ins Herz schließen würde. Heute macht diese Tatsache je- doch die mir verliehene Paulus-Plakette zur wertvol lsten aller Auszeich- nungen. Lassen Sie mich mit einem Zitat des in diesen Tagen Deutschland besu- chenden Papstes Benedikt XVI. schließen. Er hat als in dieser Stadt le- bender und wirkender Theologie-Professor gesagt: „Eine schöne, ja gera- dezu vornehme Stadt. Hier korrespondiert große Verg angenheit mit dy- namischer Gegenwart. Beeindruckend.“ Ich wünsche, dass diese Dynamik erhalten bleibt und sich zum Wohle für die Zukunft der Stadt weiter ver- stärkt. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
Anlage 5.2
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22.06.2006 Hf, BS Münsteraner Zukunftsgespräch „Wissen schafft Zukunft“ Arbeitskreis „Wirtschaft“ – Ergebnisübersicht zur Präsentation im Beirat MM am 22.06.2006 Mitglieder aus dem Beirat Münster Marketing: Hr. Bourichter, Hr. Schabel, Hr. Schulte-Uebbing, Hr. Viehoff, Hr. Weitkamp Grundsatzvotum: • „Wissen schafft Wirtschaft“: Münster ist Standort wissensbasierter Wirtschaft • Münster steht für innovative Unternehmen und Mensc hen. Das kreative Umsetzen von Ideen und Forschungs- kenntnissen führt zu Wertschöpfung, Wohlstand und zu einer positiven Bevölkerungsentwicklung. Hochschulen und Unternehmen sind eng verknüpft. Davon profitieren beide Seiten und entwickeln sich kontinuierlich weiter. • Wirtschaft und Wissenschaft erschließen gemeinsam und systematisch die Wissenspotenziale Handlungsansätze: • Image- und Profilbildung „Wissen, Dynamik, Innovat ion, Internationalität“ • Systematische Erschließung der Wissenspotenziale u nd Professionalisierung des Wissensaustauschs • Gründungsoffensive – Systematischer Ausbau der Grü ndungsinitiative Münster • Stärkung der Weiterbildung und des lebenslangen Le rnens • Initiative „Pro Ausbildung“ – Exzellente Perspekti ven für Jugendliche in Münster • Förderung der Weltoffenheit und Internationalität • Aufbau von strategischen Partnerschaften und Netzw erken Was? Wie? Wer? Image- und Profilbildung „Wissen, Dynamik, Innovation, Internationa- lität“ • Imagekampagne mit folgenden Orientierungspunkten: • Wissen, Innovation, Dynamik • Weltoffenheit, Internationalität • Profil mit „Ecken und Kanten“ (Alleinstellung) • Stadt, Wirtschaftsförderung, Hal- le Münsterland, Hochschulen, Kammern, Partner (z.B. WIN) Systematische Erschließung der Wissenspotenziale und Professi- onalisierung des Wissensaus- tauschs • Aufbau geeigneter Organisati- onsstrukturen (z.B. „Clearingstel- le und Vermittlungsagentur“) • Schaffung von Offenheit und Verständnis für Anliegen der Wirtschaft in den Hochschulen (z.B. Vorlesungen durch Unter- nehmer, Veranstaltungen von Selbstständigen) • Identifizierung und Entwicklung der wirtschaftlichen Potenziale (Projekt „Kompetenzfeldanalyse“) • Hochschulen, Wirtschafts- institutionen, Kammern, Unter- nehmen, Partner, WFM • Hochschulen, Wirtschafts- institutionen, Kammern, Unter- nehmen, Partner, WFM • WFM, Partner (z.B. WIN) Gründungsoffensive – Systemati- scher Ausbau der Gründungsini- tiative Münster • Intensivierung der Kooperation aller relevanten Akteure • Hochschulen, Kammern, Wirt- schaft, Mitglieder Gründungsiniti- ative, Stadt/WFM • Verstärkte Nutzung des Potenzi- als der Hochschulen • Projektvorschläge: • Vorlesungsreihe „Existenz- gründer“, Vermittlung Grün- dungswissen • Gründungsbeauftragte an Fachbereichen • Identifikation von Innovationspo- tenzialen • Hochschulen, Kammern, Wirt- schaft, Mitglieder Gründungsiniti- ative, Stadt/WFM Stärkung der Weiterbildung und des lebenslangen Lernens • Schaffung von Transparenz auf dem Weiterbildungsmarkt und verstärkte Kooperation der Wei- terbildungseinrichtungen • Entwicklung von Weiterbildungs- angeboten in Orientierung an den Belangen der regionalen Wirtschaft • Generierung eines Projektes in Anlehnung an www.weiter-mit- bildung.de • Entwicklung geeigneter Organi- sationsstrukturen mit den Akteu- • Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Handwerks- kammer Münster, Stadt, Weiter- bildungseinrichtungen, regionale Akteure ren aus Münster und Region (z.B. Arbeitsgemeinschaft Wei- terbildung Münster und Region) Initiative „Pro Ausbildung“ – Ex- zellente Perspektiven für Jugend- liche • Profilierung von Münster als „ex- zellenten“ Ausbildungsstandort – Münster als Stadt mit „exzel- lenten“ Ausbildungsperspektiven für Jugendliche • Stärkung der lokalen Netzwerke für Ausbildung und Initiative für Beschäftigung • Verbesserung der Berufswahlfä- higkeit und Ausbildungsfähigkeit • Wirtschaft, Wirtschaftsinstitutio- nen, Kammern, Schulen, Partner und Initiativen Förderung der Weltoffenheit und Internationalität • Verstärkung der internationalen Ansätze im Schulwesen (u.a. In- ternationale Schule) • Internationale Ausrichtung des Standortmarketings (Orientierung auf spezifische Kompetenzfelder) • Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur für ausländische Gäste, Mitarbeiter, Dozenten • Internationale Beziehungen der Münsteraner Unternehmen ver- • Stadt und Partner • Stadt (MM, WFM, Halle Münster- land), Partner (z.B. WIN), Unter- nehmen • Stadt und Partner deutlichen („Made in Münster“) • Unternehmen Aufbau von strategischen Part- nerschaften und Netzwerken • Aufbau von strategischen Part- nerschaften und Formierung von Netzwerken (lokal, regional, in- ternational) • Förderung der regionalen Zu- sammenarbeit • Wirtschaft, Wissenschaft, Stadt, Kammern • Akteure aus dem Münsterland, Hochschulen, Wirtschaft, Kom- munen, Kammern, Unternehmen
Beschlussvorlage
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V/0113/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER Münster Marketing Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Erstes Münsteraner Zukunftsgespräch (08.09.2006) "Münster - Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb" - Ergebnisse und Konsequenzen Beratungsfolge 23.05.2007 Werksausschuss Münster-Marketing Vorberatung 31.05.2007 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 31.05.2007 Kulturausschuss Vorberatung 06.06.2007 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 13.06.2007 Hauptausschuss Vorberatung 13.06.2007 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung 1. Der Rat nimmt die Ergebnisse des „Ersten Münsteraner Zukunftsgespräches“ zur Kenntnis (Anlagen 2 und 3). 2. Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Fachhochschule Münster Gespräche zur Gründung einer „Konzertierten Aktion Wis- senschaftsstadt Münster“ zu führen, die perspektivisch alle Hochschulen und auch die au- ßeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie die Wirtschaft einbeziehen soll (Anlagen 3 und 4). 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Ergebnisse des Projektes „Kompetenzfeldentwick- lung Münster“ der Wirtschaftsförderung Münster GmbH die bei der Vorbereitung des Zu- kunftsgesprächs identifizierten Zukunftsfe lder „Gesundheit/Life Science“ und „Nanotechno- logie“ auch aus Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung bestätigen und weiterqualifizieren. 4. Der Rat beauftragt die Verwaltung, das Themenfeld „Gesundheit/Life Science“ in den von der Prognos AG vorgeschlagenen Spezifizierungen „Medizintechnik und Pharma“ und „Präventivmedizin“ gemeinsam mit den Hochschulen, der münsterschen Wirtschaft und der Vorlagen-Nr.: V/0113/2007 Auskunft erteilt: Frau Spinnen Herr Dr. Hauff Ruf: 492 27 00 492 61 35 E-Mail: spinnen@stadt-muenster.de haufftho@stadt-muenster.de Datum: 20.04.2007 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0113/2007 Wirtschaftsförderung Münster sowie den städt ischen Fachdienststellen (v.a. Gesundheits- planung) zu einem Marken- und Profilierungsthema für Münster zu entwickeln. 5. Die Verwaltung wird beauftragt, das Markenthema „Westfälischer Friede“ als Teil der Kon- zertierten Aktion Wissenschaftsstadt Münster und mit geeigneten Partnern aus der Stadt mit dem Ziel der überregionalen Positionierung und Profilierung weiterzuentwickeln (Anlage 6). 6. Die Verwaltung wird beauftragt, Projekte zu entwickeln und umzusetzen, die die Verbin- dung zwischen Wissenschaft und Kultur als Teil des Zukunftsprofils „Wissenschaft und Le- bensart“ für breite Bevölkerungsschichten sichtbar machen und die Stadt auch international positionieren. 7. Die Verwaltung wird beauftragt, die von den Beschlussvorschlägen 2 – 6 nicht erfassten Projektvorschläge des Zukunftsgesprächs unter Berücksichtigung ihrer Vernetzungs- und Profilbildungspotenziale in Rückkopplung zu den Mitgliedern des Beirats Münster Marketing zu prüfen und entsprechend den Prüfergebnissen Vorschläge zu ihrer Realisierbarkeit in öf- fentlich-privater Partnerschaft zu entwickeln (Anlage 5). Kosten/Folgekosten Durch die vorstehenden Beschlusspunkte entstehen unmittelbar keine Kosten und Folgekosten. Bei Bedarf werden den Ratsgremien entsprechende Beschlussvorschläge in gesonderten Vorla- gen vorgelegt. Begründung: Zu 1. Münsteraner Zukunftsgespräch „Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb“ Unmittelbar nach der Gründung des Eigenbetriebs Münster Marketing hat die Stadt Münster be- gleitet vom Beirat Münster Marketing unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert eine Zukunftsdebatte unter breitem Einbezug der Stadtgesellschaft geführt mit dem Ziel, die zent- ralen Stadtentwicklungs- und Profilierungsfelder Münsters zu identifizieren. Das einstimmige Vo- tum des Rates hob die Themenfelder „Wissenschaft“ und „Lebensart“ als diejenigen hervor, an denen sich die zukünftige Stadtentwicklung vorrangig orientieren und in denen eine überregionale bis internationale Reichweite und Wahrnehmbarkeit Münsters angestrebt werden sollte und auch erreichbar erscheint. Zusätzlich sind die zentralen Qualitäten der Stadtentwicklung definiert und für alle wichtigen The- menfelder wie die soziale Balance, Kultur, Sport, etc. Leitorientierungen formuliert worden, nach denen die einzelnen Verwaltungsressorts ihre Arbeit im Sinne eines Orientierungsrahmens und Prüfrasters ausrichten sollen (vgl. Vorlage Nr. 118/2004 + 118/2004 E1 und Anlage 1). Der konsequente Integrierte Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingprozess (ISM) und vor allem sein Ergebnis - eine klare Marken- und Positionierungsstrategie für Münster - hat bundesweit An- erkennung gefunden. Der ganzheitliche Ansatz, der strategisch orientiert ist, und der Profilierung vor Werbung setzt, gilt inzwischen als einzig erfolgversprechender Weg, wie die Bewertung des - 3 - V/0113/2007 ISM-Prozesses und des Münsteraner Stadtmarketi ngs durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Berlin) 2006 zeigt. Gleichwohl ist zu bemerken, dass Münster längst ni cht mehr die einzige Stadt ist, die diesen Profi- lierungsweg als „Stadt der Wissenschaft“ geht. Städte und Regionen wie etwa Bremen und Braun- schweig machen vor, wie mit Hilfe einer klaren Positionierungs- und Entwicklungsstrategie über Bildung und Wissenschaft der Struktur- und Imagewandel der Städte nachhaltig bewältigt und er- folgreich gestaltet werden können. Die 2005 gestartete Exzellenz-Initiative, bei welcher sich die Universität Münster bislang nicht in der Förderlinie „Zukunftskonzepte“ (in den Medien als „Eliteuniversitäten“ tituliert) durchsetzen konnte, aber in der zweiten Wettbewerbsrunde mit insgesamt drei Initiativen in den Förderlinien Exzellenzcluster und Graduiertenschulen in der Endauswahl vertreten ist, wirft zudem die drän- gende Frage nach der Intensivierung und der zukünftigen Ausrichtung der Zusammenarbeit von Stadt und Hochschulen auf. Der Beirat Münster Marketing hat aus diesen Gründen und als Fortsetzung des Integrierten Stadt- entwicklungs- und Stadtmarketingprozesses (ISM) beschlossen, ein erstes Münsteraner Zukunfts- gespräch zum Thema „Münster – Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb“ durchzuführen, um den bisherigen Umsetzungsprozess des Profils „Wissenschaft und Lebensart“ von Stadtgesell- schaft und Experten bewerten und Vorschläge zur Weiterentwicklung erarbeiten zu lassen. Dieses Gespräch hat der Beirat Münster Marketing in verschiedenen Arbeitsgruppen in der ersten Jahres- hälfte 2006 intensiv vorbereitet (siehe Anlage 5). Das Gespräch hat mit ca. 300 Teilnehmern am 08.09.2006 stattgefunden und eine Reihe von Handlungsempfehlungen formuliert (vgl. Bericht über die Veranstaltung - Anlage 3). Im Ergebnis wurde die Profilentscheidung aus dem Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmar- ketingprozess von allen Seiten nachdrücklich als zukunftsweisend und richtig unterstrichen. Müns- ter hat auf dem Weg in die Wissensgesellschaft beste Voraussetzungen; allerdings konstatierte das Zukunftsgespräch noch erkennbare Umsetzungsschwächen, die vor allem aus einer unzurei- chenden Vernetzung der zahlreichen Akteure resultieren. Viele machen vieles richtig; aber: stärker und klarer profilieren könnte sich Münster, wenn die zahlreichen Aktivitäten zu schlagkräftigen und erkennbaren Projekten verknüpft würden. Dies gilt insbesondere für die Kooperation von Stadt und Wirtschaft mit den Hochschulen. Sie hat sich seit dem Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingprozess, seit den gemeinsamen Bewerbungsprozessen „Stadt der Wissenschaft“ und der Einrichtung des Wissenschaftsbüros bei Münster Marketing deutlich verbessert, muss aber jetzt in eine organisierte Form der Zusammen- arbeit überführt werden. Im Anschluss an das Zukunftsgespräch wurde Herrn Prof. Meffert aufgrund seiner großen Ver- dienste die Paulus-Plakette durch den Oberbürgermeister verliehen. In seiner Dankesrede setzte sich Herr Prof. Meffert mit zentralen Herausforderungen und Aufgaben für die erfolgreiche Profilie- rung von Münster als europäischer Wissenschaftsstadt auseinander (vgl. Anlage 4). Als wichtige Aufgaben für die Umsetzung des Zukunftsprofils „Wissenschaft und Lebensart“ wer- den benannt: • Die Sicherung und Weiterentwicklung der leitbildkonformen Positionierung von Münster • Die Profilierung von Münster als Marke durch eine identitätsorientierte Markenführung - 4 - V/0113/2007 • Die Vernetzung und Institutionalisierung der Zusammenarbeit von Stadt, Wirtschaft und Hochschulen. Diese Anstöße unterstreichen die zentralen Ergebnisse des Zukunftsgespräches und zeigen dar- über hinaus Instrumente zu deren Umsetzung auf. Zu 2. Konzertierte Aktionen Wissenschaftsstadt Münster Der entscheidende und weitreichendste Vorschlag aus dem Zukunftsgespräch ist die Initiierung einer „Konzertierten Aktion Wissenschaftsstadt Münster“ - eine mit festen Strukturen versehene strategische „Allianz für Münster“, gemeinsam getragen von Stadt, Hochschulen, weiteren Wissen- schaftsakteuren und der Wirtschaft (vgl. Ausführungen von Prof. Gerhard W. Wittkämper Anlage 3, Seite 5). Damit soll das seit der Bewerbung zur Stadt der Wissenschaft entstandene Netzwerk der verschiedenen Akteure zu einer Plattform weiterentwickelt werden, um langfristig die strategische Entwicklung und Profilierung der Wissenschaftsstadt Münster zu verbessern. Dazu gehören • die Definition von Themenfeldern, in denen Münster wissenschaftlich exzellent ist, der Wirt- schaftsstandort über ein Zukunftspotenzial verfügt und die zum Zukunftsprofil der Stadt passen. Die Definition und Entwicklung dieser Themenfelder ist eng mit dem Projekt „Kom- petenzfeldentwicklung“ der Wirtschaftsförderung Münster GmbH verbunden (vgl. Be- schlusspunkt 3 und 4). • geisteswissenschaftliche Kompetenzfelder und Alleinstellungsmerkmale, die die Kompe- tenzen der Wissenschaftsstadt Münster nutzen und mit möglichst großer Reichweite wahr- nehmbar machen, wie z.B. die Aktivitäten zur Markenbildung „Westfälischer Friede“ (vgl. Beschlusspunkt 5). • Schlüsselprojekte, die geeignet sind, den Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu optimieren und zu forcieren. • die Entwicklung eines gemeinsamen Marketingkonzeptes. Die Hochschulen und die Wirtschaft haben bereits ihrerseits zu dieser Art der Kooperation ihre Bereitschaft erklärt, zu der sowohl eine strategische als auch eine operative Ebene gehört. Bei den Vorbereitungen zum Zukunftsgespräch und den Vorgesprächen zur Konzertierten Aktion Wissen- schaftsstadt haben sich zunächst „Gesundheit/Life sciences“, „Nanotechnologie“ und der „Westfä- lische Friede“ als tragfähige Profilierungsthemen herausgestellt. Wie bereits vorstehend beschrieben, ist es Ziel der Konzertierten Aktion Wissenschaftsstadt Müns- ter, die Austauschprozesse zwischen Wissenscha ft und Wirtschaft zu intensivieren. In engem Dia- log zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sollen moderiert und unterstützt durch die Wirtschafts- förderung Lösungen entwickelt werden, die eine Professionalisierung des Wissenstransfers errei- chen sollen. Grundsätzlich geht die „Konzertierte Aktion Wissensc haftsstadt Münster“ weit über die Intensivie- rung der rein ökonomischen Austauschbeziehungen hinaus. Ziel ist die breite Verankerung des Thema „Wissenschaft“ in allen Bereichen der Stadtgesellschaft. - 5 - V/0113/2007 Zu 3. und 4. Kompetenzfeldentwicklung und Konzertierte Aktion Wissenschaftsstadt Zeitgleich mit dem Prozess der „Konzertierten Aktion Wissenschaftsstadt Münster“ und inhaltlich mit diesem verknüpft hat die Wirtschaftsförderung Münster gemeinsam mit Vertretern der münster- schen Wirtschaft die Firma Prognos damit beauftragt, wachstumsstarke Zukunftsthemen für Müns- ter und das Münsterland zu identifizieren, mit denen eine strategische Perspektive für Münsters Wirtschaft entwickelt werden kann. Dabei geht es darum, neben der flexiblen und breit angelegten Wirtschaftsförderung neue The- menfelder aufzustellen, die in Münster • bereits jetzt stark vertreten sind • eine gewisse Alleinstellung versprechen • und Zukunftspotenzial besitzen. Die Vorschläge der Firma Prognos für eine Profilierung des Wirtschaftsstandortes Münster / Müns- terland beziehen sich durchweg auf Wirtschaftsfelder, die eine große Nähe zur Wissenschaft auf- weisen. Sie ergänzen und konkretisieren die Ergebnisse aus der „Konzertierte Aktion Wissen- schaftsstadt“ im Bereich Gesundheit/Life Sciences und Nanotechnologie, fokussieren auf die Po- tenziale der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung und bilden die Basis für eine zielgerichtete Diskussion mit der Landesregierung NRW im Zuge der Neuorientierung der Wirtschafts- und Inno- vationspolitik (Stärken stärken) und der Einwerbung von Mitteln aus dem Förderprogramm EFRE 2007-2013. Die Prognos AG schlägt vor, Projekte für die folgenden fünf Kompetenzfelder zu ent- wickeln: 1. NanoBioAnalytik in Medizintechnik und Pharma 2. Medizinische Prävention 3. Coatings & Prozessstoffe 4. Geoinformation 5. Betriebliche Outsourcing-Dienstleistungen Für die Profilierung Münsters als Wissenschaftsstadt und als Wirtschaftsstandort werden vor allem zwei Cluster aus dem Medizinbereich vorgeschl agen. Dies ist zum einen das Themenfeld „Nano- BioAnalytik in Medizintechnik und Pharma“, zum anderen das Kompetenzfeld „medizinische Prä- vention“. In den nächsten Monaten sollen in speziellen Arbeitsgruppen aus Wirtschaft und Wissen- schaft zu allen fünf Kompetenzfeldern besondere Umsetzungsprojekte entwickelt werden. Die Markenthemen „medizinische Prävention“ und „NanoBioAnalytik in Medizintechnik und Pharma„ werden gemeinsam von Münster Marketing und der Wirtschaftsförderung mit Vertretern aus Wis- senschaft und Wirtschaft weiterentwickelt und in eine Kommunikationsstrategie für verschiedene Zielgruppen - nicht nur wirtschaftlich relevante - übersetzt. Darüber hinaus soll das Thema „Gesundheit/Life Sciences“ mit dem Fokus auf der vorbeugenden Medizin über die rein wirtschaftlich orientierte Kompetenzfeldentwicklung hinaus auch die Qualitä- ten Münsters als Stadt mit funktionierenden Gesundheitsnetzwerken, mit einer gesundheitsbe- wussten, sportlich aktiven und durch die Gesundheitsbildung ansprechbaren Bevölkerung umfas- sen. In dieser Breite erfüllt das Themenfeld die Anforderungen an ein Markenthema, das Münsters Profil als Wissenschaftsstadt mit Lebensart stärkt, für verschiedene Zielgruppen übersetzt und für die Stadtentwicklung breit nutzbar macht. - 6 - V/0113/2007 Das Profilthema „Gesundheit/Live Sciences“ ist mit den Ratsbeschlüssen „Gesundheitsstadt Müns- ter - Gesundheitswirtschaft als Standortfaktor“ (Vorlage Nr. 139/2003) und „Integriertes Stadtent- wicklungs- und Stadtmarketingkonzept Münster (ISM). Münster-Profil, Leitorientierungen und Leit- projekte“ (Vorlage Nr. 118/2004 E 1), Anlage 5, bereits vorbereitet. Mit Beschluss 404/2003 hat die Stadt Münster ihre Bereitschaft zur Übernahme der Bundesge- schäftsstelle des Gesunde Städte-Netzwerkes der Bundesrepublik Deutschland erklärt. Das Ge- sunde Städte-Netzwerk, initiiert durch das WHO-Projekt Healthy Cities, ist ein Zusammenschluss von derzeit 63 Städten und Kreisen bundesweit. Zu den Zielen des Netzwerkes gehört u.a. Ge- sundheitsförderung und Prävention als gesellschafts politische Aufgabe im öffentlichen Bewusst- sein zu verankern. Seit 2003 wird vom Gesundheitsamt Münster aus erfolgreiche bundesweite Gesunde Städte-Arbeit geleistet. Sie bringt der Stadt nicht nur Anerkennung, sondern auch Wis- senspotenzial. Kontakte werden auf unterschiedlichen Ebenen gepflegt. Zu 5. Westfälischer Friede Spätestens seit den Feierlichkeiten 1998 (350 Jahr e Westfälischer Friede) ist deutlich geworden, dass Münster als Stadt des Westfälischen Friedens in Europa eine erkennbare Alleinstellung hat und in dieser auch wahrgenommen wird. Knapp 10 Jahre nach dem Jubiläum zeigt sich zudem, wie politisch aktuell die Thematik und wie drängend die Probleme in der Welt angesichts drohen- der Verteilungskämpfe um knapper werdende Ressourcen und neue ethnische und konfessionelle Konflikte geworden sind. Im Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingprozess und erneut im Rahmen des Ersten Münsteraner Zukunftsgespräches ist die Bedeutung des Westfälischen Friedens für die Stadtiden- tität und das Stadtprofil Münsters hervorgehoben geworden. Dem Rat wird daher hiermit vorge- schlagen, das Thema „Westfälischer Friede“ in einer offenen Programmatik zukunftsgerichtet und auf aktuelle politische Situationen bezogen mit den Hochschulen und weiteren wichtigen Partnern in der Stadt für eine Profilierung Münsters in Europa aufzubereiten und zu entwickeln. Der inhaltli- che Fokus soll sich dabei weniger auf den Westfälischen Frieden als staats- oder völkerrechtliches Vertragswerk richten, sondern vielmehr auf die Konfliktbewältigung und Friedenssicherung in den Verhandlungen am Ende des 30jährigen Krieges. Schließlich soll es darum gehen, einen Beitrag zur Entwicklung neuer Instrumentarien und Verfahren zur Konfliktvermeidung, Konfliktlösung und Friedenssicherung zu entwickeln (Konzept siehe Anlage 6). Wie richtig die Stadt mit diesem Konzept liegt, zeigt sich u.a. daran, dass der Deutsche Städtetag und das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Wissenschaftsjahr 2007 als einen Pro- jektpartner im Themenfeld „Freiheit der Religion - Freiheit der Entwicklung“ gemeinsam mit Kon- stanz (Konstanzer Konzil) und Wittenberg (Luther) Münster mit dem „Westfälischen Frieden“ nomi- niert hat. Die Kooperation mit den Partnerstädten im Rahmen der Initiative „Die Geisteswissen- schaften. ABC der Menschheit“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Deut- schen Städtetags und des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) in Karlsru- he ist unbedingt dazu geeignet, Münster auch überregional mit diesem Konzept zum „Westfäli- schen Frieden“ bekannt zu machen. Münster unterscheidet sich dabei auch von der Stadt Osna- brück, die sich als „Friedensstadt“ eher allgemein profiliert. Gleichwohl ist auch mit dieser Koopera- tion die Profilierung Münsters als „Stadt des Westfälischen Friedens“ noch nicht langfristig in der europäischen Wahrnehmung verankert wie das etwa 1998 mit der Europaratsausstellung und dem Besuch der europäischen Königshäuser in Münster gelungen ist oder wie es der Stadt Aachen mit - 7 - V/0113/2007 dem Karlspreis immer wieder gelingt. Die Anstrengungen der „Konzertierten Aktion“ müssen sich daher in erster Linie darauf richten, ein Konzept für Münster zu entwickeln, das die Stadt auch in- ternational zu einer der wichtigsten Adressen für die Fragen von Toleranz, Dialog und internationa- ler Verständigung macht. Neben der Durchführung einer jährlichen Veranstalt ungswoche um den 24. Oktober (zum Konzept siehe Anlage 6) und der im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Verleihung des Friedenspreises der Westfälischen Wirtschaft ist daher auch geplant, möglichst kurzfristig eine Internetplattform „Westfälischer Friede - gestern.heute.morgen“ zu erstellen und das Profilthema prominent auf der Startseite des städtischen Internetauftritts zu platzieren. Die Plattform wird das bestehende und auf ständige Weiterentwicklung ausgerichtete Netzwerk „W estfälischer Friede“ darstellen und Verlin- kungen zu allen anderen Partnern anbieten. Dadurch sollen diese ihrerseits auch von einer inten- siven und gebündelten Öffentlichkeitsarbeit profitieren. Im Fokus der Veranstaltungswoche zum „Westfälischen Friede“ 2006 stand das Netzwerk „Huma- nitäre Hilfe“, das auf das „Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe“ der Fachhochschule Münster zu- rückgeht. Das Netzwerk besteht aus Einrichtungen der Fachhochschule, der Universität, zahlrei- chen Hilfsorganisationen (Deutsches Rotes Kreuz, Feuerwehr, Katastrophenschutz), dem 1. Deutsch-Niederländischen Korps, dem Lufttransportkommando, münsterschen Schulen und Kul- tureinrichtungen sowie freien, nicht institutionalisierten Akteuren. Das in 2006 entwickelte Veranstaltungskonzept soll auf der beschriebenen Grundlage weiterentwi- ckelt werden und auch in den Jahren zwischen der Friedenspreisverleihung möglichst überregional wahrnehmbar sein. Die Arbeit des Netzwerkes „Wes tfälischer Friede“ wird als ein Projekt der „Konzertierten Aktion Wissenschaftsstadt“ verstetigt und in enger Kooperation mit den Hochschu- len und weiteren Partnern aus Münster weiterentwickelt. Die wissenschaftliche Projektleitung hat der ehemalige Leiter des Stadtarchivs Prof. Dr. Franz-Josef Jakobi übernommen. Das offene Veranstaltungsprogramm wird in diesem Jahr in enger Kooperation mit dem Team um Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger und Prof. Dr. Hubert Wolf von der Westfälischen Wilhelms- Universität durchgeführt, das sich gerade mit einem umfangreichen Forschungsprogramm zum Thema „Religion und Politik in den Kulturen de r Vormoderne und Moderne“ im Wettbewerb der deutschen Hochschulen um die Bewilligung von Exzellenz-Clustern befindet. Zu 6: Verbindung zwischen Wissenschaft und Lebensart / Wissenschaft und Kultur Eine Wissenschaftsstadt mit Lebensart muss zwingend ein entsprechendes und vielfältiges Kulturangebot vorhalten und dies auch in der Außenkommunikation darstellen, will sie in der Au- ßenwahrnehmung als solche glaubwürdig sein. Dies ist eine wichtige Grundlage für eine erfolgrei- che Konzertierte Aktion Wissenschaftsstadt mit überzeugender Strahlkraft. Die Leitorientierung für die Kultur im ISM-Prozess (Wir wollen als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Projekte mit internationaler Ausstrahlung entwickeln) gilt dah er noch immer ausdrücklich als Zielvorgabe für den Kulturstandort Münster. Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Kultur ist für Münster ausgesprochen prägend. - 8 - V/0113/2007 Die studentische Kultur macht große Teile des kulturellen Lebens der Stadt aus. Institutionen wie das Theater im Pumpenhaus oder die soziokulturellen Zentren Kreativhaus und cuba, aber auch viele andere freie Kulturgruppen sind ohne die Hochschulen in Münster nicht denkbar. Das kulturell interessierte Publikum Münsters setzt sich in großen Teilen aus dem Umfeld der Hochschulen zusammen. Ohne sie fehlten den nach wie vor hervorragenden und vielfältigen kulturellen Angeboten schlichtweg die Abnehmer. Die Hochschulen sind selbst Träger von zahlreichen Kultureinrichtungen, z.B. den wissen- schaftlichen Museen. Die Musikhochschule und die Kunstakademie sind gar wichtige Ausbil- dungsorte für junge Künstler und Künstlerinnen mit einer durchweg internationalen Klientel. Dennoch ist die Verbindung zwischen Wissenschaft und Kultur in Münster weiter ausbaufähig, was ihre Sichtbarkeit und vor allem was die (internationalen) Reichweiten bei Kulturprojekten anbe- langt. Der Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur in Münster durch die Investitionen von Land- schaftsverband Westfalen-Lippe, Land Nordrhein-Westfalen, Universität und Stadt in den nächsten Jahren kommt daher eine große Bedeutung für die Markenführung der Stadt mit Wissenschaft und Lebensart zu. Vom Schlossplatz aus wird mit der geplanten Musikhalle und den Kongressfaszilitä- ten für wissenschaftliche Kongresse eine städtebauliche Verbindung über die Pferdegasse herge- stellt, wo sich die bedeutenden universitären Museen wie zum Beispiel das Archäologiemuseum, das Bibelmuseum etc. konzentrieren werden. Die Museumszeile bindet das neue LWL- Landesmuseum ein und führt über das Picasso-Museum in die Innenstadt. Dass diese städtebauliche Verbindung keine zufällige und zudem hervorragend geeignet ist, die Verbindung von Wissenschaft und Kultur sichtbar zu machen, soll durch ein gemeinsames Marke- ting aller Einrichtungen und gegebenenfalls durch Kooperationsprojekte für Münsters Bürgerinnen und Bürger und für seine Gäste erkennbar werden. Auch das Konzept „Westfälischer Friede“ - entwickelt und bestätigt durch die Arbeitskreise Kultur beim ISM-Prozess und im Zukunftsgespräch scheint geeignet, Münster als Kulturstadt international zu positionieren und soll daher ein zentrales Profilierungsfeld der Wissenschaftsstadt Münster werden (vgl. Begründung zu 2. und 5., Anlage 6). Zu 7. Umsetzung der weitere Projektvorschläge aus dem Zukunftsgespräch Zur Vorbereitung des Zukunftsgespräches sind in vier verschiedenen Arbeitskreisen des Beirats Münster Marketing unter Hinzuziehung weiterer Fachleute unter einer klaren Fragestellung konkre- te Projektvorschläge entwickelt worden (siehe Anlage 5). Sie sind als Ideenpool zu verstehen und sollten daher auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. Die Projektvorschläge verfügen über eine sehr unterschiedliche Tiefenschärfe; einige befinden sich bereits in der Umsetzung. Ein großer Teil der Projektvorschläge wird durch die Beschlussvorschläge zur „Gründung der Kon- zertierten Aktion“, zur Entwicklung der Kompetenzfelder „Gesundheit/Life Science“ und „Westfäli- scher Friede“ sowie durch die Hervorhebung und Sichtbarmachung der „Verbindung Wissenschaft und Kultur“ aufgegriffen. Auch für hiermit noch nicht erfasste Projekte ist zu prüfen, ob sie geeignet - 9 - V/0113/2007 und umsetzbar sind, die Rolle Münsters als St adt des Wissens und im Standortwettbewerb zu stärken. In diesem Kontext sind beispielsweise Vo rschläge zu thematisieren, die mit der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen und der Handwerkskammer Münster an der Spitze auf eine Profilierung Münsters als exzellentem Ausbildungsstandort und auf die die Stärkung der Weiterbil- dung und des lebensbegleitenden Lernens abzielen. Industrie- und Handelskammer Nord- Westfalen und die Handwerkskammer Münster haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, sich in diesem Themenfeld zu engagieren. I.V. Schultheiß Stadtdirektor Anlagen • Anlage 1: Zukunft macht Geschichte – Ziele und Leitorientierungen für die Zukunft von Müns- ter (Beschluss des Rates 26.05.2004) • Anlage 2: Vortrag von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Meffert im Zukunftsgespräch • Anlage 3: Bericht über das Zukunftsgespräch am 08.09.2006 • Anlage 4: Dankesrede von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Meffert anlässlich der Verleihung der Paulus-Plakette • Anlage 5: Ergebnisse der Arbeitskreise des Beirats Münster Marketing zur Vorbereitung des Zukunftsgesprächs • Anlage 6: Jährliche Veranstaltungswoche zur Erinnerung an den Westfälischen Frieden
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Be; "Gesohicht? Fundament Profil Ziele & Leitorientierungen für Münster Unser Fundament Wir sind eine Stadt mit hohem Verantwortungsbewusstsein « für gute Erziehungs“, Bildungs- und Lebensper- spektiven unserer Kinder und Jugendlichen * tür eine familienfreundliche und generationsge- rechte Stadtentwicklung « für eine umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am städtischen Leben * für eine Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen der Stadtgesellschaft + für die Stärkung des Grundsatzes der Subsidiarität und Förderung bürgerschaftlicher Eigenverantwortung und der freien Träger * für soziale Solidarität zwischen allen Teilen der Bürgerschaft j « für eine qute Nachbarschaft von Menschen deutscher und ausländischer Herkunft + für die Pflege des interkulturelien Lebens « für die Notwendigkeit nachhaltiger Zukunfts- gestaltung * für iokale und globale Zusammenhänge * für friedenssicherndes und humanitäres Handeln Wir wissen um die besondere Bedeutung unserer Stadtteile und werden auch in Zukunft für deren Lebendigkeit und Funktionsfähigkeit Sorge tragen Wir wissen um die enge Verbindung von Stadt, Münsterland und Westfalen und werden daher besondere Verantwortung für eine gemeinsame Entwicklung übernehmen Wir setzen weiterhin auf bürgerschaftliches Engagement, auf ein vielfältiges städtisches Leben und auf das besondere Münster-Gefüh! all derer, die sich mit unserer Stadt verbunden fühlen Unser Profil Wissenschaft und Lebensart Unsere Leitorientierungen Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungs- standorte in Europa Wir werden als Wirtschaftsstandort die Stadt des dynamischen Mittelstandes in Nordrhein- Westfalen Wir werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Projekte mit internationaler Ausstrahlung entwickeln Wir wollen das Zentrum für Verwaltungen und Institutionen sowie für öffentliche und private Dienstleistungen in Westfalen bleiben und an ihrer Modernisierung aktiv mitwirken Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, as Marktplatz und als Motor der Stadtent- wicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: * mit hoher Umwelt- und Naturqualität « mit breitem Freizeit- und Sportangebot « mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Bafance in der Stadtgesellschaft Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz dureh Dialog” zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass Münster nachhaltig lebenswert bleibt - als Stadt im Gleichgewicht! Vom Rat der Stadt Münster am 26. Mal 2004 beschlossen, Dr. Thomas Hauff Amt für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik Stadt Münster Tel.: 02 51-4 92-12 10 Fax: 02 51-4 92-79 05 E-Mail: Haufftho@stadt-muenster.de Bernadette Spinnen Münster Marketing Stadt Münster Tel.: 02 51-4 92-27 00 Fax: 02 51-4 92-7954 E-Mail: Marketing®stadt-muenster.de
Anlage 5.1
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20.06.2006 Hf, BS Münsteraner Zukunftsgespräch „Wissen schafft Zukunft“ Arbeitskreis „Wissenschaft“ – Ergebnisübersicht zur Präsentation im Beirat MM am 22.06.2006 Mitglieder aus dem Beirat Münster Marketing: Fr. Dr. Böhm, Hr. Dr. Jubelius, Hr. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Meffert Grundsatzvotum: • Die positive Entwicklung von Münster hängt stark v on einer exzellenten Wissenschaft ab (Münster-Profil: „Wissenschaft und Lebensart“) • Das städtische Umfeld und die standortpolitischen Rahmenbedingungen sind entscheidende Erfolgsfaktoren (Slogan WWU Münster: „wissen.leben“) Handlungsansätze: • Formierung einer strategischen Allianz „Wissenscha ftsstadt Münster“ („Konzertierte Aktion Wissenschaftsstadt“) • Akquise von Finanzmitteln zur Realisierung von Pro jekten der „Konzertierten Aktion Wissenschaftsstadt MS“ • Profilbildung „Wissenschaftsstadt Münster mit euro päischer Bedeutung“ Was? Wie? Wer? Formierung einer strategischen Allianz „Wissenschaftsstadt Münster“ • Iniitiierung einer „Konzertierten Aktion Wissenschaftsstadt Müns- ter“ • Organisation: Entscheidungs- gremien (Spitzen d. Institutio- nen), Arbeitsebene, Beirat • Aufgaben: • Aufbau/Festigung Netzwerke • Definition Kooperationsraum • Erarbeitung medialer Botschaf- ten für Kommunikation nach außen • Erarbeitung Ziele und Visionen für Wissenschaftsstadt • Identifikation von Innovations- potenzialen • Hochschulen, außeruniversitäre Forschung, forschungsintensive Unternehmen, Stadt, Hr. Prof. Dr. Dr. h.c. Wittkämper Akquise von Finanzmitteln zur Realisierung von Projekten der „Konzertierten Aktion“ • Gründung einer Wissenschafts- stiftung • Aufbau eines professionellen Stiftungsmanagements • Stadt, Hochschulen, Partner, Stiftungen, Stifter/innen, • Finanzielle Unterstützung von Projekten der „Konzertierten Ak- tion“ • Finanzierung ausgewählter For- schungsprojekte Profilbildung „Wissenschaftsstadt Münster mit europäischer Bedeu- tung“ • Identifizierung und Festlegung von Kompetenzfeldern nach fol- genden Kriterien: • Führende Position • Hohe Dichte • Kommunizierbarkeit • Wirtschaftliche Relevanz • Konkretisierung „Wissenschaft und Lebensart“ • Beispiele für Kompetenzfelder aus dem Arbeitskreis: • Gesundheit • Politik/Religion/Geschichte • Wirtschaft • Hochschulen, Mitglieder des Ar- beitskreises, Stadt (Mitwirkung) • Hochschulen, Mitglieder des Ar- beitskreises, Stadt (Mitwirkung) (wird noch erarbeitet bis zum 08.09.2006)
Anlage 3
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Bericht über das Erste Münsteraner Zukunftsgespräch „Münster – Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb“ (08.09.006, 13.0 0 h – 17.20 h, Rathausfest- saal) Herr OB Dr. Tillmann eröffnete das Zukunftsgespräch und begrüßte die An wesen- den. In seinen Ausführungen „Quo vadis Münster – Strategien für Münster“ ver- deutlichte er, dass Münster sich mitten im Struktur wandel und in einem harten Städ- tewettbewerb befindet. Auf Basis des Integrierten S tadtentwicklungs- und Stadtmar- ketingprozesses (ISM-Prozess) ist in großem Konsens die Grundsatzentscheidung getroffen worden, sich bei der weiteren Entwicklung an dem Zukunftsprofil „Wissen- schaft und Lebensart“ zu orientieren. OB Dr. Tillmann betonte, dass Wissenschaft ein ents cheidender Motor für die Zu- kunftsfähigkeit von Münster ist und dass die wirtsc haftliche Entwicklung in allen Branchen eng an die Nutzung des wissenschaftlichen Potenzials gebunden ist. Auf dem Weg zur „Stadt des Wissens“ spielen Bildung, Ku ltur und Lebensqualität, aber auch eine stabile soziale Balance wichtige Rollen. Er machte deutlich, dass trotz der erreichten Forts chritte noch eine Reihe offener Fragen bestehen, die handlungsorientiert diskutiert werden müssen. Beispielhaft wies er auf die Chancen von Münster als Bildungs- u nd Wissenschaftsstadt im Wett- bewerb, die Chancen der großen Milieupluralität in Münster und die Verbindung von Tradition und Zukunft hin. OB Dr. Tillmann bedankte sich beim Beirat Münster Marke- ting und insbesondere bei Professor Meffert für sei ne Initiative zum Zukunftsge- spräch und bei der Bertelsmann Stiftung für ihre Unterstützung bei der Vorbereitung. Die Ausführungen von Dr. Johannes Meier , Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, standen unter dem Titel „Kommunen schaffen Zukunft“ . Angesichts der „Megatrends“ der Globalisierung und des demographis chen Wandels sowie einer zunehmenden Differenzierung von Bildungsbiographien hob er die zentrale Rolle von Bildung und Erziehung hervor. Er machte deutlich, d ass der globale Wettbewerb „keine lokalen Befindlichkeiten“ kennt und forderte für die lokale Ebene mehr Ange- botstransparenz, eine Vernetzung der Träger, ein re ssortübergreifendes Prozessma- nagement und eine Kultur der Prozessverantwortung. Professor Walter Siebel , Stadtsoziologe an der Carl von Ossietzky Universi tät Ol- denburg, setzte sich mit der Frage einer „Renaissance der Europäischen Stadt in der Wissensgesellschaft“ auseinander. Dabei konzentrierte er sich auf die Ke nn- zeichen der europäischen Stadt, stadtrelevante gese llschaftliche Veränderungen (z.B. Globalisierung, ökonomischer Strukturwandel, demographischer Wandel, ver- ringerte kommunale Handlungsspielräume) und Tendenzen für eine neue Attraktivität von Städten als Wohn- und Arbeitsorte. Professor Siebel machte deutlich, dass die Wissensö konomie urbane Standorte be- vorzugt, da Hintergrund- und Kontextwissen an urbane Milieus gebunden sind. Neue- ren Untersuchungen zufolge wird die urbane Lebensqu alität zunehmend zur Grund- lage für die städtische Wirtschaftspolitik, da sich die hochqualifizierten Beschäftigten in kreativen Berufen an urbanen Milieus orientieren , d.h. an Städten, deren Bildungs- und Kulturangebot, deren Toleranz und deren differe nzierte Szenen besonders aus- geprägt sind. Unter den Bedingungen einer Wissensök onomie ziehen demnach nicht mehr Arbeitskräfte zu den Betrieben, sondern die Be triebe ziehen dorthin, wo qualifi- zierte Arbeitskräfte gerne leben möchten. Dr. René Perillieux , Booz Allen Hamilton GmbH, konzentrierte sich in s einem Vor- trag „Kompetenzfelder im Wettbewerb – Was kann Münster v on erfolgreichen Wirtschaftsregionen lernen“ anhand von Fallstudien auf Erfolgsfaktoren für reg io- nale Kompetenzzentren. Er machte deutlich, dass ans telle lose koordinierter Einzel- maßnahmen ein integrierter Regionalentwicklungsansa tz notwendig ist, der vorhan- dene Fähigkeiten nützt, die einzelnen Aktivitäten e ng abstimmt und ein starkes Ge- wicht auf Innovationen und Zukunftstechnologien leg t. Die Entwicklung des Kompe- tenzprofils für Berlin und die Konzeptentwicklung f ür die Dubai Health Care City ver- anschaulichten die Tragfähigkeit dieses Ansatzes. Bezogen auf Münster stellte Dr. Perillieux die zahl reichen Aktivitäten zur Positionie- rung, die Ansätze zur Identifizierung potentieller „Leuchttürme“ sowie das hohe En- gagement der Akteure heraus. Er plädierte für die I dentifikation und Auswahl von „Leuchttürmen“ nach klaren Zielvorgaben mit einer professionellen Projektsteuerung und klarer Realisierungsorientierung. Der Prozess z ur Identifikation von „Leuchttür- men“ wurde exemplarisch am Beispiel der Prävention behandelt. Professor Dr. Dr. h.c. mult. Meffert , Vorsitzender des Beirats Münster Marketing, beschäftigte sich mit der Frage „Warum muss Münster sich als regionale Wis- senshauptstadt profilieren?“ (vgl. Anlage 2). Er stellte heraus, dass Münster de m Wettbewerb in vielfältiger Weise begegnet und forde rte daher als Antwort eine stra- tegische Ausrichtung der Stadtpolitik, die im Spann ungsfeld zwischen Ressourcen und Märkten entsprechende Wettbewerbsvorteile erzie len muss. Ziel ist die Profilie- rung von Münster als einem attraktiven Standort im Wettbewerb anhand des Leitpro- fils „Wissenschaft und Lebensart“. Im zweiten Teil des Vortrags skizzierte Professor M effert das Vorgehen des Beirats Münster Marketing bei der Vorbereitung des Zukunfts gesprächs. Ausgehend von dem Ziel, Münster als „regionale“ Wissenshauptstadt im Wettbewerb zu profilieren, hat der Beirat Münster Marketing vier Arbeitskreise gebildet, die Stärken-Schwächen- Analysen und Chancen-Risiko-Analysen für Münster du rchgeführt sowie Strategie- und Handlungsempfehlungen abgeleitet haben. Als Kriterien für Kompetenzfelder bzw. „Leuchttürme “ formulierte Professor Meffert einerseits „innovativ“, „interaktiv“ im Sinne von kooperativ und „international“, ande- rerseits stellte er deren Bezüge zur Wissenschaft u nd zum Wohlfühlen (Lebensart) sowie deren wirtschaftliche Relevanz heraus. Hinsichtlich der Vorschläge zur Profilie- rung von Münster als Wissenschaftsstadt mit regiona ler Ausstrahlung verwies er auf die folgenden Talkrunden. In der Talkrunde „Wissen schafft Zukunft – Wissenschaft und Wirtscha ft“ wur- den folgende Punkte diskutiert: • In Münster setzt sich zunehmend die Erkenntnis dur ch, dass Hochschulen und Stadt einander brauchen. Die Hochschulen sind veran twortlich für die wissen- schaftliche Profilbildung und benötigen hierfür ein hervorragendes Umfeld. Hier ist die Stadt gefordert, entsprechende Standortding ungen zu bieten bzw. zu schaffen. Die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen u nd Stadt hat sich in den letzten Jahren intensiviert und verstetigt. Im näch sten Schritt muss es darum ge- hen, strategische Kompetenzfelder zu definieren und sich auf gemeinsam getra- gene „Leuchttürme“ zu verständigen. Zudem muss noch stärker daran gearbeitet werden, den Studierenden Chancen zu bieten, auch na ch Abschluss des Studi- ums in Münster zu bleiben (Fr. Dr. Böhm, Kanzlerin der Westfälischen Wil- helms-Universität Münster). • Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der West fälischen Wilhelms-Universität Münster arbeitet an einer verstärkten Vernetzung mi t der Wirtschaft in Münster und im Münsterland. Hierzu werden gegenwärtig ein Netzwerk wissenschaftlicher Expertinnen und Experten sowie ein professionelles Projektmanagement aufge- baut. Die Herausforderung des Schnittstellenmanagem ents zwischen Wissen- schaft und Praxis ist erkannt und wird mit diesem P rojekt offensiv angegangen (Fr. Prof.in Dr. Theurl, Dekanin der Wirtschaftswis senschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster). • Im Rahmen der Exzellenzinitiative steht die Westfä lische Wilhelms-Universität in einem harten bundesweiten Wettbewerb mit den andere n Hochschulen. Der An- trag „Religion und Politik“ vereint wissenschaftliche Exzellenz mit der Kompetenz von Münster als historischem Erinnerungsort (z.B. S tadt des Westfälischen Frie- dens). Damit bestehen gute Chancen, diese Stärken von Münster zu einem iden- titäts- und profilbildenden Faktor weiterzuentwicke ln (Fr. Prof.in Dr. Stollberg- Rilinger, Koordinatorin des Antrags „Religion und P olitik“ der Westfäli- schen Wilhelms-Universität im Rahmen der „Exzellenzinitiative“). • Zwischen Handwerk und Wissenschaft bestehen bereit s vielfältige Verbindungen (z.B. Zentrum für Handwerk und Wissenschaft). Gleic hwohl muss die Kommuni- kation intensiviert und die Vernetzung verstärkt we rden. Ziel muss es sein, den gegenseitigen Austausch zwischen Wissenschaft und U nternehmen zu verbes- sern und hierfür geeignete Plattformen zum Beziehun gsmanagement zu entwi- ckeln (Hr. Eiling, Stellvertr. Hauptgeschäftsführer der H andwerkskammer Münster). • Die Wissenschaft muss sich mehr für die Unternehme n öffnen. Daher wird die Initiative der wirtschaftswissenschaftlichen Fakult ät, einen Expertinnen- und Ex- pertenpool einzurichten, sehr begrüßt. Konkret wird es Gespräche zu einer weite- ren Vernetzung geben, um die jeweiligen Bedarfe bes ser kennenzulernen und geeignete Projekte des Wissenstransfers und einer v erstärkten Gründungsförde- rung zu entwickeln (Hr. Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der Indu st- rie- und Handelskammer Nord Westfalen). In der Talkrunde „Wissen schafft Münster – Bildung/Kultur und Urbani - tät/Lebensart“ wurden folgende Punkte thematisiert: • Investitionen in Bildung sind wichtige Voraussetzu ngen für wirtschaftlichen Erfolg in der Wissensgesellschaft. Kultur ist weit mehr al s nur ein weicher Standortfak- tor. Der Freizeit- und Kulturbereich sind zudem wic htige Wirtschaftszweige mit sehr positiven Zukunftsprognosen. Münster soll weiterhin auf seine Kompetenzen im Vordenken setzen. Münster bietet sich aufgrund s einer Stärken für Modellpro- jekte an: für interkulturelles Lernen, für Lernen i m Generationenverbund und für Begabtenförderung. Insgesamt ist Vernetzung im Bild ungs- und Kulturbereich zu verstärken, in dem Netzwerkknoten ausgebildet und g efördert werden (Hr. Dr. Winkler, Vorstandsvorsitzender Westfälische Provinzial Versicherung). • Die Skulpturen-Ausstellungen, die in Münster alle 10 Jahre stattfinden, sind der beste Beweis für die hohe Relevanz von Kunst- und K ulturausstellungen mit in- ternationaler Orientierung. Sie verleihen Münster e norme überregionale Strahl- kraft, verstärken die Attraktivität und bilden die Grundlage für Wertschöpfung in der Hotellerie und im Gastgewerbe. Es wurde vorgesc hlagen, zur „temporären Entprovinzialisierung von Münster“ auch zwischen de n Skulptur.Projekten inter- nationale Kunst- und Kulturprojekte (z.B. in einem Abstand von drei Jahren) zur überregionalen Profilierung von Münster zu entwickeln und zu realisieren (Hr. Dr. Arnhold, Direktor des Westfälischen Landesmuseums f ür Kunst und Kul- turgeschichte). • Münster bietet bereits eine hohe Lebensqualität un d eine vielfältige Lebensart. Münster kann aber noch mehr Weltoffenheit und Inter nationalität vertragen. Bei- spielhaft hierfür stände eine internationale Schule . Die bisherigen Schritte auf dem Weg zur „Internationalisierung des Bildungswese ns“ in Münster stellen ei- nen Schritt in die richtige Richtung dar. Auf dem W eg zu einer europäischen Wissenschaftsstadt müssen die Bürgerinnen und Bürge r mitgenommen werden. Die Chancen für Münster aus dieser Entwicklung soll ten an praktischen Beispie- len verdeutlicht werden. Hier ist eine verbesserte Kommunikation und die Arbeit in Netzwerken anzustreben (Fr. Dr. Kahlert-Dunkel, Unternehmerin). • Münster steht im Wettbewerb und muss sich auf sein e Stärken besinnen. Es gilt, gemeinsam langfristige Ziele zu vereinbaren und die se gemeinsam anzustreben. Die Kräfte müssen auf das Wesentliche konzentriert werden. Münster muss den Willen haben, die „Nummer Eins“ zu werden. Die Mens chen in Münster identifi- zieren sich stark mit ihrer Stadt. Es muss den Mens chen Mut gemacht werden, sich zu engagieren. Gleichzeitig verdienen diejenig en, die sich bereits für Müns- ter engagieren, zusätzliche Unterstützung. Das Engagement sollte zudem stärker gewürdigt werden ( Hr. Hölker, Coppenrath Verlag ). Die abschließende Talkrunde „Ist Münster auf dem richtigen Weg?“ kam zu fol- genden Ergebnissen: • Der Standortwettbewerb wird zunehmend davon bestim mt, welche Qualität der Zugang zu Wissen und zur Wissenschaft hat. Hier ist die Wissenschaftsstadt Münster bereits auf gutem Wege. Beispielsweise hat sich im Rahmen des Wett- bewerbs „Stadt der Wissenschaft“ ein „Netzwerk für die Zukunft“ gebildet, dem Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und relevante Instituti- onen angehören. Mit dem Wissenschaftsbüro hat die Stadt Münster bereits einen Netzwerkknoten eingerichtet. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs bedarf es einer systematischen Wei- terentwicklung der Kooperationsstrukturen. Münster braucht dringend eine „Kon- zertierte Aktion Wissenschaftsstadt“, d.h. eine All ianz für Münster, die gemein- sam von Stadt, Hochschulen, Wissenschaftsakteuren u nd Wirtschaft getragen wird. In der Allianz muss nicht nur an einem gemein samen Marketing für die Wissenschaftsstadt gearbeitet werden, sondern es mü ssen ebenso gemeinsam Exzellenzfelder identifiziert und gemeinsam realisi ert werden. Um die Entwick- lung von Exzellenz in der Wissenschaftsstadt zu för dern, wird darüber hinaus die Gründung einer gemeinnützigen Wissenschaftsstiftung vorgeschlagen (Hr. Prof. Dr. Dr. h.c. Wittkämper, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats der Arbeitsstel- le Forschungstransfer der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster). • Die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Stadt hat sich in den letzten Jahren intensiviert und verstetigt. Im nächsten Sch ritt muss es darum gehen, strategische Kompetenzfelder zu definieren und sich auf gemeinsam getragene „Leuchttürme“ zu verständigen. Aus dieser Erkenntnis muss gemeinsames Han- deln aller Akteure erwachsen. Die Universität hat d ie Aufgabe, ihre Stärken aus- zubauen. Alle gesellschaftlichen Gruppen müssen sic h bemühen, „kreative“ Köp- fe in Münster zu halten und neue „Köpfe“ zu gewinnen (Fr. Dr. Böhm, Kanzlerin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster). • Münster bietet als Wissenschaftsstadt großes Poten zial für die Wirtschaft. Es gilt, dieses „schlummernde Potenzial zu wecken“ und es be sser für die Wirtschaft nutzbar zu machen. Notwendig sind eine weitere Prof essionalisierung des Wis- sensaustauschs sowie die Vernetzung und der Ausbau bestehender Initiativen (z.B. Gründungsinitiative, Technologieinitiative). In gemeinsamer Anstrengung muss die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirt schaft intensiviert werden (Hr. Viehoff, Vorsitzender der Wirtschafts-Initiative Münster). • Münster lebt vom Erfolg der Wissenschaft. Die Prof ilierung von Münster als Wis- senschaftsstadt - verbunden mit der Betonung von Le bensart und Wirtschaft - ist der Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg Münsters im Wettbewerb der Städte. Diese Strategie hat bereits Erfolge gebracht, die U msetzungsgeschwindigkeit muss aber erhöht werden, da die Wettbewerber im Inland und Ausland sehr aktiv sind. Von der Profilierung Münsters als Wissenschaftsstad t profitiert die gesamte Stadt. Nicht nur die Wissenschaft selber und die Wirtschaft, sondern allen Bürge- rinnen und Bürger kommt die Wissenschaftsstadt zu g ute (z.B. Arbeitsplätze, qualifizierte Arbeitskräfte, Nachfrage, ehrenamtlic hes Engagement). Wichtig ist es daher, die Münsteranerinnen und Münsteraner zu B otschaftern der Wissen- schaftsstadt zu machen und den Wandel von einer „Ve rwaltungsstadt“ zu einer „Wissenschaftsstadt“ zu leben (Hr. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Meffert, Vorsitzen- der des Beirats Münster Marketing). • Münster hat sich nach einem bürgerschaftlichen Pro zess für das Zukunftsprofil „Wissenschaft und Lebensart“ entschieden. Dieser We g hat sich in den letzten Jahren als richtig erweisen. Das Ziel muss gemeinsa m mit entsprechender Ar- beitsteilung zwischen den relevanten Akteuren weite r intensiv verfolgt werden. Der Wettbewerbsdruck erfordert verstärkte Kräfte in der Umsetzung (OB Dr. Till- mann) . Herr OB Dr. Tillmann beendete das Zukunftsgespräch mit einem herzlichen Dank an allen Mitwirkenden und hob die gelungene Moderation durch Herrn Dr. Bielstein (Pressesprecher der NRW.Bank) hervor. In seinem Schlusswort betonte Dr. Till- mann, dass die Profilierung als Wissenschaftsstadt keineswegs die Vernachlässi- gung sozialer oder kultureller Qualitäten bedeutet. Die soziale Balance ist das abso- lut notwendige „Standbein“ für die Entwicklung der Wissenschaftsstadt mit dem „Spielbein“. Er appellierte an die Anwesenden, ihre n Teil zur weiteren Entwicklung von Münster als Stadt der Wissenschaft und als Stadt des Wissens beizutragen. Stadt Münster Beirat Münster Marketing Bertelsmann Stiftung Erstes Münsteraner Zukunftsgespräch: Münster - Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb 08. September 2006, 13.00 Uhr Festsaal im Historischen Rathaus zu Münster Prinzipalmarkt 8/9, 48143 Münster Musikalische Eröffnung Quo vadis Münster - Strategien für Münster (Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann) Kommunen schaffen Zukunft (Dr. Johannes Meier, Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung) Renaissance der Europäischen Stadt in der Wissensgesellschaft? (Prof. Dr. Walter Siebel, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) Kompetenzfelder im Wettbewerb - Was kann Münster von erfolgreichen Wirtschaftsregionen lernen? (Dr. René Perillieux, Booz Allen Hamilton GmbH) Pause (14.40 - 15.10 Uhr) Warum muss Münster sich als "regionale" Wissenshauptstadt profilieren? (Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert, Vorsitzender des Beirates Münster Marketing) Talkrunde: Wissen schafft Zukunft - Wissenschaft und Wirtschaft Dr. Bettina Böhm (Kanzlerin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) Karl-Friedrich Schulte-Uebbing (Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen) Hermann Eiling (Stellv. Hauptgeschäftsführer der HWK Münster) Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (Koordinatorin des Antrages "Religion und Politik" im Rahmen der "Exzellenzinitiative") Prof. Dr. Theresia Theurl (Dekanin der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) Talkrunde: Wissen schafft Münster - Bildung/Kultur und Urbanität/Lebensart Dr. Hermann Arnhold (Direktor des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte) Dr. Heiko Winkler (Vorstandsvorsitzender der Westfälische Provinzial Versicherung) Dr. Gabriele Kahlert-Dunkel (Unternehmerin) Wolfgang Hölker (Coppenrath Verlag) Schlusstalk: Ist Münster auf dem richtigen Weg? Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert (Vorsitzender des Beirates Münster Marketing) Dr. Berthold Tillmann (Oberbürgermeister der Stadt Münster) Dr. Bettina Böhm (Kanzlerin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard W. Wittkämper (Vorsitzender des Beirates der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Westf. Wilhelms-Universität) Tobias Viehoff (Vorsitzender der Wirtschafts-Initiative Münster) Moderation: Dr. Klaus Bielstein (Pressesprecher der NRW.BANK)
Anlage 5.4
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03.07.2006 Hf, BS Münsteraner Zukunftsgespräch „Wissen schafft Zukunft“ Arbeitskreis „Urbanität und Lebensart“ – Ergebnisübersicht der Sitzungen 11.04.2006 und 06.06.2006 Mitglieder: Herr J. Adler (Westfälischer Zoologischer Garten Mü nster), Herr Gödeke (Coppenrath Verlag), Herr O. Ha ubner (Bertelsmann Stiftung), Herr Dr. T. Hauff (Stadt Mü nster – Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrspla- nung), Herr W. Hölker (Coppenrath Verlag), Frau Dr. G. Kahlert-Dunkel (Café Grotemeyer), Herr J. Köhnk e (Stadt Münster – Dezernent Koordination für Flüchtlingsfra gen), Herr S. Marinos (Vorsitzender Ausländerbeirat ), Frau N. Povel (Marketing Centrum Münster), Herr S. Rethfeld (Architekt), Frau B. Spinnen (Stadt Münster – Müns ter Mar- keting), Herr Dr. C. Sudfeldt (Naturschutz), Herr R . Termath (Verein Generationsgerechtigkeit), Herr D . Wiese (Stadtsportbund Münster), Herr M. Willamowski (Stadt Münster - Sozialamt Münster) Grundsatzvotum: • Münster muss sich zu einer weltoffenen und interna tionalen Stadt entwickeln • Die Entwicklung zur Wissensstadt muss Alle einbezi ehen und von Allen getragen werden Handlungsansätze: • Verstärkung der räumlichen Vernetzung Hochschulen – Stadt • Verstärkung der emotionalen Vernetzung Hochschulen – Stadt • Förderung der Weltoffenheit und Internationalität von Münster • Attraktivitätssteigerung der öffentlichen Räume • Verbesserung des hochschulnahen Wohnungsmarktes Was? Wie? Wer? Räumliche Vernetzung Hochschulen – Stadt • Systematische Erschließung der öffentlichen Räume im Hoch- schulumfeld (z.B. Wegeverbin- dung Jesuitengang) • Einbeziehung des Hochschulum- feldes in das städtische Leben (z.B. Das Innovationsviertel ent- decken, Sommeraktionen) • Hochschulinstitute sichtbar ma- chen (z.B. Postkartenserie, Be- schilderung, Architekturführer) • „Kooperationsvereinbarung“ „Stadt – Hochschulen zur Nut- zung interessanter Räume • Hochschulen/Stadt/Partner • Stadt/Hochschulen/Partner • Hochschulen/Stadt/Partner • Hochschulen/BLB/Stadt Emotionale Vernetzung Hoch- schulen – Stadt • Wertschätzung gegenüber Stu- dierenden (z.B. „Welcome set“ für Studienanfänger) • Kampagnen, um emotionale Bin- dung an Münster zu erhöhen (z.B. Alumniarbeit, Gründen in Münster) • Stadt, Hochschulen, Sponsoren • Stadt, Hochschulen, Sponsoren • Münster-Preis(e) für relevante Abschlussarbeiten und Promoti- onen (Honorierung und systema- tische Erschließung des Wissens für Münster) • Stadt, Sponsoren Förderung der Weltoffenheit und Internationalität von Münster • Stärkere Beachtung und Unter- stützung des Förderkreises aus- ländischer Studierender • Internationalisierung des Schul- wesens vorantreiben (z.B. Inter- nationale Schule) • Internationale Beziehungen von Münster verdeutlichen und inter- nationales Flair entwickeln (z.B. Orte mit internationaler Bedeu- tung markieren) • Projekt „Wissen teilen“ (Einbe- ziehung von Menschen mit Migrationsvorgeschichte) • Stadt, Sponsoren, Hochschulen • Stadt, Partner • Stadt, Hochschulen, Partner, Wirtschaft • Stadt, Stiftungen, Bürgerschaftl. Engagement Attraktivitätssteigerung der öf- fentlichen Räume („mehr Dynamik und Internationa- lität“) • Entwicklung von Spiel-, Bewe- gungs- und Begegnungsräumen (individuelle Gestaltung mit Nut- zern/innen, mehr Aktionsmög- lichkeiten) • Verbesserung der Aufenthalts- qualität für Kinder und Familien in der Alt-/Innenstadt (z.B. schö- nes Café mit Spielplatz, multi- funktionale Plätze) • Stadt, Anlieger, Eigentümer, po- tenzielle Nutzergruppen • Stadt, Anlieger, Eigentümer, po- tenzielle Nutzergruppen, poten- zielle Investoren/Betreiber Verbesserung des hochschulna- hen Wohnungsmarktes • Verbesserung des Wohnungs- angebotes für inländische und ausländische Studierende, Ab- solvente, junge Beschäftigte (z.B. Unterstützung AK „Studentisches Wohnen“, Offensive „Freie Woh- nungen für Wohngemeinschaf- ten“, Marketing „Wohnen für Hil- fe“) • Projekt „Preisgünstiger Wohn- raum für Studierende in inner- städtischen Quartieren“ • Stadt, Eigentümer, Wohnungs- baugesellschaften, potenzielle Investoren • Stadt, Eigentümer, Wohnungs- baugesellschaften, potenzielle Investoren
Anlage 6
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Franz-Josef Jakobi Jährliche Veranstaltungswoche zur Erinnerung an der Westfälischen Frieden Der Friedensschluss von 1648, durch den in Münster der 30jä hrige Krieg beendet wurde, und seine Umsetzung in Vertragsform sind als „Westf älischer Frieden“ bis heute im regionalen, überregionalen und internation alen Geschichtsbewusstsein tief verankert. Der Name der Stadt, in der in einer Kette von Staatsakten und Festveranstaltungen vom Sommer 1648 bis zum Frühjahr 16 49 die Beendigung der Kriegshandlungen, der Abschluss der Friedensverträge und i hre öffentliche Verkündigung feierlich begangen wurde, ist für immer d amit verbunden. In Münster ist dem durch Jubiläumsfeiern mit Ausstellungen, Vortragsve ranstaltungen und Publikationen seit Generationen immer wieder Rechnung getragen worden. Dabei standen vor allem das Vertragswerk selbst mit seinen neue n staats- und völkerrechtlichen Bestimmungen und seine bis in die Geg enwart reichenden Wirkungen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nicht weniger von Bedeutung für unsere Zeit erscheint – angesichts drohender Verteilungskämpfe um knapper werdende Ressourcen und ne uer ethnischer und konfessioneller Konflikte auf allen Kontinenten – der l ange und mühsame Prozess, der zu diesem Ergebnis geführt hat. Fünf Jahre lang ist in Münster – und parallel dazu auch in Osnabrück – unter schwierigsten Bedingungen ver handelt worden: es gab keinen Waffenstillstand und die Kriegshandlungen gi ngen ununterbrochen weiter; ebenso wenig gab es international anerkannte und erprobte Regeln für solche Verhandlungen, sie mussten vielmehr in aufwendigen Proze duren von den Gesandten der kriegführenden europäischen Mächte und der deutschen Fürstentümer und Städte zugleich mit der Auseinanderset zung über die Inhalte neu entwickelt werden. Die Stadt mit ihrer noch intakten I nfrastruktur bot dafür den organisatorischen und logistischen Rahmen, sie war Verhan dlungsforum mit zahlreichen über den gesamten Stadtraum verteilten Orten und Ebenen. Es bietet sich an, ein jährlich zu wiederholendes Veransta ltungsprogramm auf diese historische Situation zu beziehen, in der es möglich war, in einer ausweglos erscheinenden Konflikt- und Kriegssituation Problemlösung en zu erreichen, indem man den mühsamen Verhandlungsweg beschritten und allen verfügbaren kreativen und innovativen Sachverstand dafür mobilisiert hat. Mehr noch als der Westfälische Frieden als staats- und völkerrechtliches Vertragswerk, das si ch trotz seiner bis heute reichenden Wirkungen in seiner Bedeutung nicht vo n selbst erschließt, bietet so das historische Themenfeld „Münster 1643 – 1648. Konf liktbewältigung und Friedenssicherung am Ende des 30jährigen Krieges“ Anknü pfungs- und Orientierungspunkte, wenn es darum geht, für die Krisen herde unserer Zeit neue Instrumentarien und Verfahren zur Konfliktvermeidung, K onfliktlösung und Friedenssicherung zu entwickeln oder um einen Konsens du rch Verhandlungen zu ringen. Durch das bereits im Jahr 2006 entwickelte und in einer V eranstaltungssequenz vom 18. - 27. Oktober mit großem Zuspruch und positivem Ech o umgesetzte offene Programm-Konzept „Westfälischer Friede – gestern, heute, morgen“ wird deshalb – unter Beibehaltung der generellen Würdigung des histo rischen Ereignisses und seiner Wirkungsgeschichte – in erster Linie der Gegenwart s- und Zukunftsbezug thematisiert. Die Leitlinie „Münster – Kompetenz für F riedenssicherung, Krisenprävention und Konfliktlösung durch Dialog“ kennze ichnet so eine auf heute und morgen gerichtete offene Programmatik mit direktem Bezug auf 1648, die der Positionierung Stadt in der regionalen und nationale n wie der europäischen und globalen Städtelandschaft dienen kann. Dauerhaft einzurichten wäre also eine jährlich um den 24. Oktober stattfindende Veranstaltungswoche mit diesem Rahmenkonzept. Sie soll mit wechselnden Schwerpunkten in den vier Aufgabenfeldern „erinnern un d gedenken – forschen, lehren und lernen – helfen, Frieden sichern, Krisen b ewältigen - ausstellen, darstellen, dokumentieren“ die vielfältigen in der Sta dt dafür vorhandenen Kompetenzen einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und bewusst machen. Die wissenschaftlichen und organisatorischen Potenziale, über die Münster als Schul- und Hochschul-, als Wirtschafts- und Verwaltungsstandort so wie als Garnison verfügt, sollen in ihrer ganzen Vielfalt in jeweils wec hselnden Konstellationen darin einbezogen werden. Im Oktober 2006 stand im Mittelpunkt der Veranstaltung swoche die Präsentation des „Netzwerks Humanitäre Hilfe“ mit seinen Partnern an Uni versität und Fachhochschule, in Einrichtungen der Bundeswehr, des Kata strophenschutzes und des Deutschen und Internationalen Roten Kreuzes sowie za hlreichen privaten Initiativen. Das Netzwerk hat seine Organisationsbasis in d em 2001 an der Fachhochschule gegründeten „Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe“, das seither zahlreiche Projekte in Forschung und Lehre mit einem inh altlichen und dezidiert praktischen Bezug zur Soforthilfe und Daseinsvorsorge im In - und Ausland durchgeführt und koordiniert hat. In diesem Jahr soll die Veranstaltungswoche in enger Kooperation mit dem Team um Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger und Prof. Dr. Hubert Wolf von der WWU durchgeführt werden, das gerade im Wettbewerb der deutschen Hochschulen um die Bewilligung von Exzellenz-Clustern mit einem umfangreich en Forschungsprogramm zum Thema „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne“ in die entscheidende letzte Runde gegangen ist. Es ist vorge sehen, diesen Problembereich, der ja auch im Mittelpunkt der Auseinan dersetzungen im Dreißigjährigen Krieg und des Ringens um den Westfälisch en Frieden stand, unter den oben genannten Prämissen zum Leitthema zu machen. Münster, Februar 2007
Anlage 5.3
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20.06.2006 BS Münsteraner Zukunftsgespräch „Wissen schafft Zukunft“ Arbeitskreis „Bildung und Kultur“ – Ergebnisübersicht zur Präsentation im Beirat MM am 22.06.2006 Mitglieder aus dem Beirat Münster Marketing: Hr. Dr. Arnhold, Hr. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Meffert, Hr. Dr. Winkler Grundsatzvotum: • Unser Anspruch: Innovation, Internationalität, Int eraktion (Netzwerke) • Die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur werd en in einem Wirkungszusammenhang mit wirtschaftlichem Erfolg gesehen Handlungsansätze: • Münster entwickelt sich zu einem Referenzort für Lernen im Generationenverbund • Münster entwickelt sich zu einem Kompetenzraum für Friedenssicherung und Vermittlung mit internati- onaler Ausrichtung (Vernetzung von Bildung, Wissenschaft und Kultur, Westfälischer Friede im Focus) • Münster bietet seine Kompetenzen als Modell – Bau – Stadt an – als Experimentierfeld zur Entwicklung neuer, zukunftsfähiger und finanzierbarer Strukturen für Bildung und Kultur • Münster eignet sich als Standort für innovative Begabtenförderung • Internationale Kunstausstellungen zur überregionalen Profilierung des Standortes • Münster als Standort für interkulturelles Lernen Was? Wie? Wer? Münster entwickelt sich zu einem Referenzort für Lernen im Genera- tionenverbund • Projektskizze wird bis zum 08.09. erarbeitet • Hr. Dr. Gummersbach, Hr. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Meffert Münster entwickelt sich zu einem Kompetenzraum für Friedenssi- cherung und Vermittlung mit in- ternationaler Ausrichtung (Ver- netzung von Bildung, Wissen- schaft und Kultur, Westfälischer Friede im Focus) • Projektskizze wird bis zum 08.09. erarbeitet • Fr. Dr. Rommé, Fr. Spinnen Münster bietet seine Kompeten- zen als Modell – Bau – Stadt an – als Experimentierfeld zur Entwick- lung neuer, zukunftsfähiger und finanzierbarer Strukturen für Bil- dung und Kultur • Projektskizze wird bis zum 08.09. erarbeitet • Hr. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Meffert Hr. Schnieder • Münster eignet sich als Standort für innovative Begabtenförderung • Das Pre-College Musik als eine Ausbildungsstätte für besonders begabte Musiker ist ein Beispiel • Hr. Rademacher für die Herausbildung von Excel- lenz durch die Vernetzung am Standort (Musikhochschule, Mu- sikpädagogik, Westfälische Schule für Musik, Schulen) Internationale Kunstausstellungen zur überregionalen Profilierung des Standortes • Es wird ein Projektvorschlag er- arbeitet, der sich mit der Frage auseinandersetzt, wie mit inter- nationalen Kunstausstellungen in einer Regionalhauptstadt jenseits der großen Magnetprojekte (wie MoMa) eine internationale Aus- strahlung erreicht werden kann • Fr. Kirkpatrick, Hr. Dr. Arnhold Münster als Standort für interkul- turelles Lernen • Es wird ein Vorschlag entwickelt für Projekt mit Modellcharakter, die eine frühzeitige Integration und Akkulturation von Kindern mit Migrationsvorgeschichte er- möglichen • Fr. Herzog (Schulleiterin Grund- schule Kinderhaus), Fr. Dr. Han- ke, Hr. Dr. Gummersbach
Ergänzungsvorlage V/0113/2007/1
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V/0113/2007/1 DER OBERBÜRGERMEISTER Münster Marketing Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Erstes Münsteraner Zukunftsgespräch (08.09.2006) "Münster - Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb" - Ergebnisse und Konsequenzen Beratungsfolge 13.06.2007 Hauptausschuss Vorberatung 13.06.2007 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung 1. Der Rat nimmt die Ergebnisse des „Ersten Münsteraner Zukunftsgespräches“ zur Kenntnis (Anlagen 2 und 3). 2. Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Fachhochschule Münster Gespräche zur Gründung einer „Konzertierten Aktion Wis- senschaftsstadt Münster“ zu führen, die perspektivisch alle Hochschulen und auch die au- ßeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie die Wirtschaft einbeziehen soll (Anlagen 3 und 4). 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Ergebnisse des Projektes „Kompetenzfeldentwick- lung Münster. land“ der Wirtschaftsförderung Münster GmbH die bei der Vorbereitung des Zukunftsgesprächs identifizierten Zukunftsfelder „Gesundheit/Life Science“ und „Nanotech- nologie“ auch aus Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung bestätigen und weiterqualifizieren. Bei der Entwicklung der Kompetenzfelder soll in geeigneter Weise auch das Müns- terland eingebunden werden. 4. Der Rat beauftragt die Verwaltung, das Themenfeld „Gesundheit/Life Science“ in den von der Prognos AG vorgeschlagenen Spezifizierungen „Medizintechnik und Pharma“ und „Präventivmedizin“ gemeinsam mit den Hochschulen, der münsterschen Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung Münster sowie den städt ischen Fachdienststellen (v.a. Gesundheits- planung) zu einem Marken- und Profilierungsthema für Münster zu entwickeln. Vorlagen-Nr.: V/0113/2007/1. Erg. Auskunft erteilt: Frau Spinnen Herr Dr. Hauff Ruf: 492 27 00 492 61 35 E-Mail: spinnen@stadt-muenster.de Datum: 11.06.2007 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0113/2007/1 5. Die Verwaltung wird beauftragt, das Markenthema „Westfälischer Friede“ als Teil der Kon- zertierten Aktion Wissenschaftsstadt Münster und mit geeigneten Partnern aus der Stadt mit dem Ziel der überregionalen Positionierung und Profilierung weiterzuentwickeln (Anlage 6). 6. Die Verwaltung wird beauftragt, Projekte zu entwickeln und umzusetzen, die die Verbin- dung zwischen Wissenschaft und Kultur als Teil des Zukunftsprofils „Wissenschaft und Le- bensart“ für breite Bevölkerungsschichten sichtbar machen und die Stadt auch international positionieren. 7. Die Verwaltung wird beauftragt, die von den Beschlussvorschlägen 2 – 6 nicht erfassten Projektvorschläge des Zukunftsgesprächs unter Berücksichtigung ihrer Vernetzungs- und Profilbildungspotenziale in Rückkopplung zu den Mitgliedern des Beirats Münster Marketing zu prüfen und entsprechend den Prüfergebnissen Vorschläge zu ihrer Realisierbarkeit in öf- fentlich-privater Partnerschaft zu entwickeln (Anlage 5). Kosten/Folgekosten Durch die vorstehenden Beschlusspunkte entstehen unmittelbar keine Kosten und Folgekosten. Bei Bedarf werden den Ratsgremien entsprechende Beschlussvorschläge in gesonderten Vorla- gen vorgelegt. Begründung: Der Werksausschuss Münster Marketing hat in seiner Sitzung am 23.05.2007 die Ergänzung des Beschlusspunktes 3 beschlossen. Die Verwaltung schließt sich diesem Beschluss an und schlägt dem Rat vor, die Vorlage in der geänderten Fassung zu beschließen. Bei der weiteren Änderung im Punkt 3 (Zeile 2) der Vorlage handelt es sich lediglich um eine re- daktionelle Anpassung. I.V. Schultheiß Stadtdirektor
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (6)
- Pferdegasse
- Prinzipalmarkt 8
- Jesuitengang
- Schlossplatz
- In der Au
- Kinderhaus
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0113/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 01.02.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37