2241/2023
Verteilung rassismuskritischer Projektmittel 2023 - 2. Schritt
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle OB/16/162/3 Vorlagen-Nummer 2241/2023 Freigabedatum 11.08.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Verteilung rassismuskritischer Projektmittel 2023 - 2. Schritt Beschlussorgan Integrationsrat Gremium Datum Beschluss: Der Integrationsrat Köln beschließt – im zweiten Schritt für das Jahr 2023 – die Verteilung von 24.073 Euro zur Förderung von Projekten der rassismuskritischen und antirassistischen Arbeit wie folgt: Nr. Antragsteller*in Projekttitel Fördersumme in Euro 1 180 Grad-Wende e.V. „Demokratie im Miteinander: Eine Workshopreihe der 180 Grad Wende" 5.522 2 Mosaik e.V. „Wohin mit uns?“ 4.863 3 Comedia Theater gGmbH. Raise your voice! 4.800 4 Rom e.V. Unvergessliche Erinnerung: Eine Aktion im öffentlichen Raum zum Gedenken an den Genozid an Sinti:ze und Rom:nja 4.708 5 Interkultur e.V. . „RE-KIT-Räume schaffen gegen Diskriminierung“ 4.180 Gesamt 24.073 Der Projektzeitraum liegt zwischen Mitte August und Ende Dezember 2023. Die zur Finanzierung der Maßnahme benötigte Aufwandsermächtigung steht im Teilergebnis- plan des Amtes für Integration und Vielfalt in der Produktgruppe 0504 – Freiwillige Sozialleis- tungen und Diversity, in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen im Haushaltsjahr 2023 im Haushaltsplan 2023/2024 zur Verfügung. Integrationsrat 15.08.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 24.073 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Zusammenfassung in einfacher Sprache: Die Auseinandersetzung mit Rassismus ist weiterhin sehr wichtig. Das friedliche Miteinander und der Zusammenhalt der Menschen müssen gefördert werden. Der Bedarf an Angeboten zur Sensibilisierung, zur Vorbeugung von Rassismus und zur Stärkung von Betroffenen ist hoch. Die Stadt Köln fördert daher seit vielen Jahren Projekte gegen Rassismus zur Stärkung von Demokratie und Akzeptanz. Sie setzt sich so für das vielfältige, friedliche Miteinander der Men- schen in Köln ein. Es sind mehr Anträge eingereicht worden als Geld übrig ist. Daher wurden 5 Anträge ausgewählt. Sie sind gut und wenden unterschiedliche Methoden an. Informationen zu den Projekten sind im Anhang dargestellt. Begründung: In den letzten Jahren hat sich ein zunehmend offen gezeigter Rassismus zu einer massiven Belastung des friedlichen Miteinanders sowie des Zusammenhalts in der Gesellschaft entwi- ckelt, was sich in den aktuellen Diskursen sowie in den medialen Berichten und Diskussionen deutlich zeigt. Daher ist – auch in unserer Stadt – der Bedarf an Präventions-, Sensibilisierungs- und Empowermentangeboten sehr hoch. 3 Die Stadt Köln setzt sich bereits seit Jahren dafür ein, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und fördert neben der Arbeit der beiden nichtstädtischen Antidiskriminierungsbüros - Caritas e.V. für die Stadt Köln und Öffentlichkeit gegen Gewalt (Köln) e.V. - auch Maßnahmen aus Mitteln des „Antirassismus -Trainings“ im Rahmen des „Aktionsprogramms für ein friedliches Miteinander und gegen Intoleranz und Rechtsradikalismus“. Die klare Haltung der Stadt Köln stärkt damit das vielfältige, gewaltfreie und demokratische Miteinander. Gemäß § 22 Absatz 7 der Hauptsatzung der Stadt Köln weist der Rat dem Integrationsrat Mittel zu, über deren Verteilung der Integrationsrat nach einer vom Rat beschlossenen Richtlinie ent- scheidet. Im Haushaltsjahr 2023 stehen 50.000 Euro aus dem laufenden Budget für die Förderung anti- rassistischer und rassismuskritischer Projekte / Antirassismus-Training und zusätzlich 100.000 Euro aus dem politischen Veränderungsnachweis für die „Förderung von antirassistischen und rassismuskritischen Projekten“; somit also insgesamt 150.000 Euro zur Verfügung. Die Auszahlung erfolgt in 2 Vergabeschritten. Im ersten Schritt wurde eine Fördersumme von insgesamt 103.427 Euro gemäß der Richtlinie zur „Förderung rassismuskritischer Projekte zur Stärkung von Demokratie und Akzeptanz“ vergeben, sowie 22.500 Euro über eine Sonderent- scheidung des Rats an das NSU Zeitzeug*innenprojekt. 4282/2022 Verteilung rassismuskritischer Projektmittel 2023 -1. Schritt 0307/2023 Filmprodukion "Zeitzeug*innen der NSU Anschläge in Köln" Mittels dieser Vorlage wird die Verteilung der verbliebenen Fördermittel von 24.073 Euro in einem zweiten Schritt beschlossen. Der Bedarf und das Interesse den unterschiedlichsten Formen von Rassismus und Fremden- feindlichkeit vorzubeugen, sie zu thematisieren, Menschen zu sensibilisieren und zu empowern, zeigt sich sowohl in der Anzahl als auch in der Diversität der gestellten Anträge. Für die erste Förderperiode 2023 sind 34 Anträge eingegangen, für die aktuelle Förderp eriode wurden 21 Anträge eingereicht. Insgesamt lagen für das Jahr 2023 Projektanträge mit einem Volumen von circa 430.000 Euro vor. Leider konnten lediglich 23 Anträge eine Förderung über insgesamt 150.000 Euro erhalten (18 Projekte im ersten Halbjahr inkl. NSU Zeitzeug*innen Projekt und 5 Projekte im aktuellen Förderschritt für das zweite Halbjahr 2023. Diese Anzahl spiegelt die Be- deutung der Thematik und gleichzeitig auch das herausragende Engagement der Kölner*innen deutlich wider Die ausgewählten Anträge werden vorgeschlagen, da sie den dringenden Bedarf erkannt ha- ben, ihre Projekte an der Förderrichtlinie orientiert sind und mit einem gut nachvollziehbaren Finanzplan eingereicht wurden. Zudem wird die Zielgruppe durch unterschiedliche Methoden und Formate angesprochen. Sie umfassen Workshops, Multiplikator*innen-Schulungen, Thea- terworkshops, Exkursionen, die Erstellung eines Podcasts und eine Digital-Poster Kampagne an Bahnstationen. In dieser Förderperiode wird es durch die Projekte erneut Angebote für Ju- gendliche und Erwachsene mit und ohne eigene Rassismuserfahrung geben. Es stehen neben einem wirksamen Empowerment auch Sensibilisierung und eine rassismuskritische Auseinan- dersetzung mit den unterschiedlichen Themen im Vordergrund. Die Projekte verfolgen nachhal- tige Ansätze; zum Beispiel in Form von Produkterstellung und Wissensvermittlung. Die Kurzbeschreibungen und Zielsetzungen zu jedem vorgeschlagenen Projekt sind im Anhang anhand kurzer Steckbriefe dargestellt. 4 Finanzierung: Die entsprechende Aufwandsermächtigung steht im Teilergebnisplan des Amtes für Integration und Vielfalt in der Produktgruppe 0504 – Freiwillige Sozialleistungen und Diversity, in der Teil- planzeile 15 – Transferaufwendungen im Haushaltsjahr 2023 im Haushaltsplan 2023/2024 zur Verfügung. In Abstimmung mit den Antragsteller*innen wurde der Förderbetrag bei einigen Anträgen ge- kürzt sowie der Finanzplan und gegebenenfalls auch der Projektumfang entsprechend ange- passt. Dies war notwendig, um ein möglichst vielfältiges und breites Angebot für die Zielgruppe zu ermöglichen. Begründung der Dringlichkeit: Aufgrund der großen Anzahl der eingegangenen Förderanträge, der damit einhergehenden not- wendigen Absprachen und zur Berücksichtigung der zusätzlichen Projektmittel im Haushalts- jahr 2023 konnte die Beschlussvorlage nicht fristgemäß vorgelegt werden. Aufgrund des histo- rischen Zusammenhangs (Projekt Rom e.V.), sowie zur Planung der Projekte, inklusive Anfra- gen und Buchungen von Referent*innen sowie der eigentlichen Durchführung einiger Maßnah- men ab Mitte August, ist eine Entscheidung des Integrationsrates in seiner nächsten Sitzung am 15.08.2023 zwingend erforderlich. Anlage: Steckbriefe
Anhang Steckbriefe 2023
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1 Titel Demokratie im Miteinander : Eine Workshopreihe der 180 Grad Wende Antragsteller*in 180 Grad Wende e.V. Kurzbeschreibung Im Zeitraum von August-Dezember 2023 sollen insg. 45 Schüler:innen des Kölner Abendgymnasiums, der Abendrealschule Köln und des Köln-Kollegs im Rahmen einer Workshopreihe für das Thema Menschenfeindlichkeit sensibilisiert werden Themenfelder der jeweiligen Workshops: 1: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (Schwerpunkte: Auseinandersetzung mit versch. Diskriminierungsformen mit Schwerpunkt Rassismus, Erfahrungsaustausch, Sensibilisierung, Selbstreflexion) 2: Verschwörungstheorien (Schwerpunkte: Geschichte, Reichweite und Gefahren von Verschwörungstheorien für demokratische Gesellschaften, kritischer Umgang mit Social Media). Die TN werden aktiv eingebunden und tragen das erlernte Wissen an ihre Peers (innerhalb und außerhalb der Schule) weiter Zielgruppe Schüler:innen des Abendgymnasium Köln, der Abendrealschule Köln und des Köln-Kolleg mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von ca. 17 - 35 Jahren Format modulare Workshop-Reihe an drei Schulen. Jeweils 10 Einheiten pro Schule. Projektziele Abbau von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit mit Schwerpunkt Rassismus Vorbeugung von Verschwörungstheorien Demokratieförderung Empowerment und Sensibilisierung Ggf. Kooperationen Abendgymnasium Köln Abendrealschule Köln Köln-Kolleg Projektzeitraum 15.08.2023- 31.12.2023 Fördersumme 5.522 € Gesamtkosten 6.135 € 2 Titel Mosaik-Podcast „Wohin mit uns?“ Antragsteller*in Stephanie Linke für Mosaik Köln-Mülheim e.V. Kurzbeschreibung Podcast-Produktion von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte für die Kölner Stadtgesellschaft Inhalte: Rassismuskritische Moderation mit Gästen (Kölner*innen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, Kommunalpolitiker*innen, Kölner Unternehmer*innen als Arbeitgeber, etc.) zur Frage „Wohin mit uns?“ Die Frage greift zum einen die individuelle Perspektive von neuen Kölner*innen auf, zum anderen richtet sie sich an die Politik und Unternehmer*innen, die wiederum großen Einfluss auf die Zukunft Kölns haben. Zielgruppe Das Team: Der Podcast wird produziert von Menschen mit Flucht- und internationaler Familiengeschichte und spricht Interessierte jeden Alters an, die entweder einen technisch beruflichen Hintergrund haben oder interessiert sind an der technischen Mitarbeit eines Podcast oder inhaltlich arbeiten wollen als Redaktionsteam oder Moderator*in. Zuhörer*innen: Kölner Stadtgesellschaft, die sich rassismuskritisch mit der Zukunft Kölns beschäftigen möchte Format Aufnahme der Podcast-Folgen Workshops zur Qualifizierung der Ehrenamtlichen (Technik und Redaktion/ Moderation) Gruppenarbeit zur Entwicklung der Inhalte, Einladung der Gäste Projektziele Rassismuskritischen Diskurs über die Zukunft der Kölner Stadtgesellschaft anstoßen Empowerment von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte Sensibilisierung der Kölner*innen ohne Flucht- und Migrationsgeschichte für rassismuskritisches Denken und Handeln. Bewusstmachen rassistischer Strukturen durch eine gemeinsame Diskussion darüber aus Sicht der diskriminierten Personen Ggf. Kooperationen In-Haus Media des Integrationshaus e.V., Ansprechperson Elizaveta Khan (Ziel: Technische Einweisung/ Schulung bei Bedarf, Unterstützung durch Erfahrung eines eigenen Podcast) Projektzeitraum August 2023 – 31.12.2023 Förderung dient als Anschubfinanzierung (Podcast soll darüber hinaus weiter produziert werden) Fördersumme 4.863 € Gesamtkosten 5.403 € 3 Titel Raise your Voice! Rassismuskritisches Forumtheater Labor (AT) Antragsteller*in COMEDIA Theater Kurzbeschreibung Das Comedia Theater für junges Publikum hat mit 510Comedia (Von- Sparr-Str. 78, 51063 Köln-Mülheim) einen rechtsrheinischen Spiel- und Theaterraum für Kinder und Jugendliche eröffnet, der es ermöglicht, genauer auf die diversen Bedarfe in unterschiedlichen Sozialräumen einzugehen. Dieses Projekt verbindet die Bedarfe nach performativer und szenischer Entfaltung mit dem für die Zielgruppe allgegenwärtigen Thema der intersektionalen Rassismuskritik. Mithilfe der Methoden des Forumtheaters setzt sich eine gemischte Gruppe aus von Rassismus betroffenen und nichtbetroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen kreativ mit dem Thema auseinander. So werden Teilnehmende dazu befähigt, selbstständig rassismuskritische Kunst und Kultur zu produzieren, am Diskurs teilzunehmen und diese Haltung in anderen sozialen Kontexten mit sich zu tragen. Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30. Bei der Anmeldung und Teilnahme werden als BiPoC positionierte Jugendliche und junge Erwachsene priorisiert. So möchten wir Peer to Peer Empowerment ermöglichen und vor allem ihre Perspektive auf Rassismus und Rassismuskritik zum Vordergrund bringen. Weißpositionierte Jugendliche und junge Erwachsene werden ebenfalls angesprochen. Sie können im Rahmen der Workshops ebenfalls Perspektiven auf Rassismuskritik entwickeln und teilen, die auf der Perspektive von Betroffenen basieren und diese einbeziehen, Format Workshopreihe zum Forumtheater, Critical Whiteness, BiPoC Empowerment Projektziele Empowerment, Sensibilisierung für das Thema Rassismus, Entwicklung von rassismuskritischer Haltung, Erkundung des eigenem Handlungsraums, künstlerische und kreative Auseinandersetzung mit Rassismuskritik, Perspektivwechsel zwischen Nichtbetroffenen und Betroffenen, Begegnung und Stärkung von Zusammenhalt, Teilnehmende dazu befähigen Forumtheater als Methode für die Thematisierung von Gesellschaftlichen Spannungsverhältnissen autonom zu nutzen, Rassismuskritische Theaterpraxis etablieren. Ggf. Kooperationen Die Künstler*in und Forumtheater-Trainerin Ana Valeria Gonzáles steht als Workshopleitende sowie als Beratung in der Konzeption zur Seite Projektzeitraum Oktober -November 2023 Fördersumme 4.800 € Gesamtkosten 5.764 € 4 Titel Unvergessliche Erinnerung: Eine Aktion im öffentlichen Raum zur Erinnerung an den Genozid an Sinti:ze und Rom:nja Antragsteller*in Rom e.V. Kurzbeschreibung Wir möchten die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf die Verfolgungsgeschichte der Kölner Sinti:ze und Rom:nja lenken, darunter auch die Deportation von Köln-Deutz nach Auschwitz im Jahr 1940. Durch diese Aktion im öffentlichen Raum möchten wir die Erinnerung an diese dunkle Periode der Geschichte aufrechterhalten und das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Gedenkens stärken. Zielgruppe Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen in der allgemeinen Öffentlichkeit, eingegrenzt auf ÖPNV-Nutzer/innen. Personen, die möglicherweise zum ersten Mal von der Verfolgungsgeschichte der Sinti:ze und Rom:nja in Köln hören oder den Sachverhalt im Allgemeinen kennen, aber keine spezifischen Informationen haben Format Präsentation an den Stadtbahnstationen Hans-Böckler Platz und Köln Messe/Deutz. Diese Stationen befinden sich in den stark frequentierten Bereichen der U-Bahnhöfe und sind täglich von 06:00 bis 24:00 Uhr in Betrieb. Die Public Video Stationen haben einen Bildschirm im 16:9-Hochformat, die eine Höhe von 2,50 Metern aufweisen. Durch die Hintergrundbeleuchtung werden die Inhalte eindrucksvoll präsentiert. Ein QR-Code auf den Postern ermöglicht Zugriff auf weiterführende Informationen. Mehr Infos zu Public Video Stationen auf der Website von Ströer: https://www.stroeer.de/planen- buchen/aussenwerbung/public-video-station/ Projektziele Interessierte und sensibilisierbare Menschen erreichen Zielsetzung: Bewusstsein für die dunkle Periode der Geschichte schärfen und das Wissen über die Verfolgung von Sinti:ze und Rom:nja in Köln erhalten Vermittlung historischer Fakten über die Verfolgungsgeschichte Ermutigung zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema Aufzeigen von Möglichkeiten zum persönlichen Engagement, wie zum Beispiel Teilnahme an Schulungen, um Stadtführungen zu den Orten in Köln, an denen Sinti:ze und Rom:nja während der NS-Zeit verfolgt wurden durchführen zu können. Konkrete Schritte zum persönlichen Engagement werden durch RomBuk (Bildung und Kultur im Rom e.V.) begleitet. Ggf. Kooperationen In-Haus Media im Integrationshaus Köln e.V. https://ihaus.org/inhausmedia/ Projektzeitraum Mitte August bis Dezember 2023 Fördersumme 4.708 € Gesamtkosten 5.908 € 5 Titel RE-KIT- Räume schaffen gegen Diskriminierung Antragsteller*in Interkultur e.V. Kurzbeschreibung Im Rahmen des Projektes „RE-KIT – sollen durch verschiedene Formate, u.a. rassismuskritische partizipative Workshops (3 Workshops) und einer Studienfahrt, eine rassismuskritische Auseinandersetzung mit Erinnerungspolitik in der postmigrantischen Gesellschaft erfolgen. Die Teilnehmer*innen des Projektes nehmen dabei die Workshops und die Erinnerungsorte als Orte des Austausches und neue „Räume der Begegnung und Empowerments“ wahr. Workshop 1: Konzeptionelle und inhaltliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Ungleichwertigkeitstheorien und Menschenfeindlichkeit durch eine erfahrene politische Bildnerin (Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.). Ziel ist es, eine erste Sensibilisierung zum Thema zu erfahren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche menschenfeindlichen Reproduktionsbilder in der Gesellschaft vorherrschen. Workshop 2 und 3: Theaterpädagogische und künstlerische Aufarbeitung von eigenen Diskriminierungserfahrungen sowohl innerhalb der Mehrheitsgesellschaft, aber auch innerhalb der eigenen postmigrantischen Gesellschaft. Erstellung eines Poetry Slams Textes als Gesamtwerk der Teilnehmer*innen. Das entstandene Produkt soll durch die Projektleitung aufgenommen werden, um dieses nach Projektabschluss in der politischen Bildungsarbeit (z.B. den Lern- und Erinnerungsort begleitende Jugend- und Schulworkshops) einzusetzen und ggf. auf der eigenen Internetplattform und weiteren sozialen Medien zu veröffentlichen. Hierbei steht die künstlerische Form der Auseinandersetzung mit Rassismus im Mittelpunkt. (angeleitet durch eine Trainerin für Antidiskriminierungsarbeit und Künstlerin). Studienfahrt zu den Erinnerungsorten Solingen und Keupstraße: Gemeinsamer Besuch des Erinnerungsortes des Nagelbombenanschlags auf der Keupstraße und des Brandanschlags in Solingen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema der Erinnerungskultur mit folgenden Fragestellungen: Wie muss Vergangenheit neu erzählt werden, um die Vielfalt der gegenwärtigen Gesellschaft sichtbar zu machen? Wie könnte der Versuch einer kritischen Neufassung von Erinnerungskultur aussehen? Und was ist von Politik, Kulturinstitutionen, Bildung und Zivilgesellschaft zu fordern, damit eine Vorstellung entwickelt werden kann, die Erinnerungskultur im Sinne einer wehrhaften Demokratie neu fasst? (in Begleitung mit Bassam Ghazi, Regisseur des Stadtkollektivs im Düsseldorfer Schauspielhaus und Theaterpädagoge). Zielgruppe Die Zielgruppe bilden Jugendliche und junge Erwachsene mit Rassismuserfahrungen (PoC und BPoC) Format 3 Workshops und 1 Studienfahrt nach Solingen & zur Keupstraße 6 Projektziele - Erleben von Empowerment, d.h. die Stärkung und Vernetzung unter den Teilnehmer*innen durch die Aufarbeitung von gemeinsamen Rassismus-Erfahrungen - Befähigung der betroffenen jungen Menschen zur aktiven Mitgestaltung von Medienformaten (Poetry Slam) - Niedrigschwellige Partizipation für Betroffene von Rassismus an dem Erinnerungsort Solingen - Sensibilisierung für die Auswirkungen von rechtem Terror, alltäglicher Diskriminierung und institutionellem Rassismus - Schaffung neuer Begegnungs- und Empowermenträume zur Ausarbeitung von Handlungsoptionen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung Ggf. Kooperationen Projektzeitraum September - Dezember 2023 Fördersumme 4.180 € Gesamtkosten 4.642 €
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2241/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 11.08.2023
- Erstellt
- 11.07.2023 17:01