AN/1041/2018
Meschenich weiter voranbringen – bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum mit Infrastruktur schaffen!
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SPD Antrag nach § 3
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An die Vorsitzende des Rates Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 25.06.2018 AN/1041/2018 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 05.07.2018 Meschenich weiter voranbringen – bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum mit Infrastruktur schaffen! Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet Sie folgenden Antrag in die Tagesordnung der Ratssitzung am 05.07.2018 aufzunehmen: Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt, den Stadtteil Meschenich weiter zu entwickeln. Dabei sind neben den vorgesehenen Maßnahmen des Integrierten Stadtentwick- lungskonzeptes „Starke Veedel – starkes Köln“ folgende Maßnahmen zu prüfen: 1. Verlängerung des geplanten Ausbaus der Nord-Süd Stadtbahn bis Mesche- nich-Nord um die Haltestellen Meschenich-Mitte und Meschenich-Süd so- wie Darstellung einer perspektivischen Verlängerung der Stadtbahnlinie über Meschenich-Süd hinaus zu einem Bahnhof des Regionalverkehrs, z.B. dem Bahnhof Brühl; 2. Umsetzung von Siedlungserweiterungen insbesondere nördlich und west- lich von Meschenich. In diesem Rahmen ist zu ermitteln, welchen Einwoh- nerzuwachs Meschenich bedarf, um die Nord-Süd Stadtbahn bis zum Meschenicher Süden zu verlängern (Nutzen-Kosten-Indikator > 1) und über die bereits bekannten Potentialflächen ggf. weitere geeignete Flächen zu identifizieren. Bei der weiteren Siedlungsentwicklung sind mindestens 30 % der Geschossfläche Wohnen im öffentlich geförderten Wohnungsbau zu errichten; 3. Schaffung günstiger Ansiedlungsbedingungen für Einzelhandelsunterneh- mer, insb. einen Lebensmittelvollversorger (Supermarkt); - 2 - 4. Entwicklung einer Strategie zur Übernahme bzw. Konzentration der klein- teiligen Eigentumsverhältnisse der Siedlung „Am Kölnberg“ durch bzw. auf einen sog. Wohnungsbestandshalter. Ziel ist es, durch einen festen An- sprechpartner für die Siedlung über die im Integrierten Handlungskonzept “ Starke Veedel – starkes Köln“ beschriebenen Maßnahmen hinaus weitere Verbesserungen von Wohnanlagen und -umfeld zu erreichen. Der Woh- nungsbestandhalter muss dafür die Gewähr bieten und sich aktiv in eine soziale Quartierentwicklung einbringen. Über den Stand der Prüfungen sollen der Stadtentwicklungsausschuss, der Ver- kehrsausschuss und die Bezirksvertretung 2 Rodenkirchen regelmäßig informiert werden. Begründung: Der Stadtteil Meschenich zeichnet sich durch eine heterogene Struktur aus. Zu- nächst entwickelte sich der Ort entlang der römischen Heeresstraße dörflich mit Hofanlagen und Landarbeiterhäusern. Nach 1945 erfolgte das Wachstum durch diverse Siedlungen (Einfamilienhäuser). In den 1970er Jahren wurde die Groß- siedlung „Am Kölnberg“ durch die ehemalige Gemeinde Rodenkirchen im Bauher- renmodell errichtet (Hochhäuser mit bis zu 26 Etagen und circa 1.300 Wohnein- heiten), was zu einer Verdopplung der Einwohnerschaft führte. Der Stadtteil zeichnet sich durch diverse Handlungsbedarfe aus. Dies betrifft ins- besondere den Bereich der Großsiedlung „Am Kölnberg“. Zudem zeichnet sich insbesondere ein Abwärtstrend im Nahversorgungzentrum von Meschenich (zu- nehmende Leerstände von Ladenlokalen, fehlende Aufenthaltsqualitäten, hohe Verkehrsbelastungen) ab. A. BESCHLOSSENE VERBESSERUNGSMASSNAHMEN Integriertes Handlungskonzept „Starke Veedel – starkes Köln“ Meschenich ist Teil des Rahmen des Stadtentwicklungsprogramms „Starke Vee- del – starkes Köln“. Es gibt im Stadtteil verschiedene soziale Probleme, wie im Integrierten Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ auf S. 133 beschrieben. Das Integrierte Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ sieht verschiedene Maßnahmen, wie z.B. Streetwork, Sprachförderangebote, Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration und Jobsuche, Mieter- /Nachbarschaftsarbeit und Quartiershausmeister am Kölnberg sowie perspekti- visch die Schaffung einer Begegnungsstätte für den Sozialraum Meschenich und Rondorf, vor. Weitere Fördermaßnahmen und Ortsumgehung Zudem wird vor Ort nach Antragsinitiativen der SPD-Fraktion aus den Mitteln des Projektaufruf des Landes "Zuweisung für Investitionen an Gemeinden zur Förde- - 3 - rung von Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf" 2016 die Sanierung des Vereinsheims der Sportanlage Zaunhofstr. und aufgrund des „Investitions- pakts – soziale Integration im Quartier 2017“ die Generalsanierung der Sportan- lage Zaunhofstraße in Meschenich gefördert. Ebenso soll der beschlossene und planfestgestellte Bau der Umgehungsstraße B 51n zur verkehrlichen Entlastungen vor Ort führen. Der Verkehr, welcher von Süden aus kommend bisher durch Meschenich verläuft, wird künftig über die Ortsumgehung um Meschenich herum geführt und trifft erst außerhalb des Ortes auf die bestehende B 51 alt (Brühler Landstraße). B. VORGESCHLAGENE VERBESSERUNGSMASSNAHMEN Eigentümerstruktur „Am Kölnberg“ angehen! Bestandteil des Integrierten Handlungskonzepts „Starke Veedel – starkes Köln“ ist eine „Vertiefende Untersuchung Kölnberg“. Das Quartier „Am Kölnberg“ be- steht aus neun Gebäuden mit bis zu 26 Etagen und in der Summe 1.318 Wohneinheiten. In der Siedlung leben etwa 4.100 Menschen mit 60 verschiede- nen Nationalitäten. Das Gebiet ist durch eine besonders junge Bevölkerungs- struktur mit einem äußerst hohen Anteil an Personen mit Migrationshintergrund geprägt. Als Hauptproblem verschiedener Missstände in dieser Siedlung (u.a. Instandset- zungs-/Modernisierungsstau, Vermüllung, Prostitution, Drogenhandel) wird gese- hen, dass ein größerer Wohnungsbestandshalter, welcher auf der Grundlage be- stehender oder vorangegangener Zusammenarbeit als (Kooperations-) Partner zu mobilisieren wäre, hier nicht vorhanden ist. Vielmehr wird für die Behebung der Missstände die kleinteilige und überwiegend unübersichtliche Eigentü- merstruktur, zu denen unter anderem ausländische Immobilienfonds zählen, als besonders schwierig angesehen. Eine aktivierende Ansprache und eine Mobilisie- rung dieser Eigentümer für eine gemeinsame Adressaufwertung stellt daher eine besondere Herausforderung dar. Daher kann ein Ansatzpunkt zur Lösung dieser Problematik sein, das Eigentum auf einen Wohnungsbestandhalter zu konzentrie- ren. Dieser muss seinerseits die Gewähr dafür bieten, ein eigenes Interesse an der Beseitigung von Missständen an den Gebäuden und im Wohnumfeld zu haben und sich aktiv in die Quartiersentwicklung einbringen. Dessen unbeschadet muss die Verwaltung auf Grundlage der wohnungsrechtlichen Möglichkeiten des Woh- nungsaufsichtsgesetzes gegen Missstände und Verwahrlosungen in der Siedlung konsequent vorgehen, auch im Zusammenwirken mit der Bauaufsicht, der Polizei und den Abfallwirtschaftsbetrieben. Entwicklung von Wohnungsbauflächen Als weitere Maßnahme für eine Verbesserung der Lebenssituation in Meschenich ist zu prüfen, wie die Entwicklung weiterer Siedlungsbereiche/Wohnbereiche um- gesetzt werden kann. Dies kann als Motor für eine Aufwärtsentwicklung von Meschenich dienen, insbesondere um Defizite in der Infrastruktur zu beheben. So ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die Ansiedlung eines Lebensmittelvollversor- gers in Meschenich erst lohnt, wenn genügend Einwohnerinnen und Einwohner mit ausreichender Kaufkraft vorhanden sind. Eine in Meschenich forcierte Wohn- - 4 - entwicklung kann zudem einen Beitrag zur Lösung des gesamtstädtischen Woh- nungsproblems in der Stadt leisten. Hier ist besonders im Meschenicher Norden westlich der Brühler Landstraße gegenüber der Wohnanlage „Kölnberg“ sowie östlich der Brühler Landstraße gegenüber dem vorhandenen Discounter für eine rasche Bebauung zu sorgen. Supermarkt ansiedeln – Nahversorgungszentrum stärken Als Defizit für Meschenich wird das Fehlen eines Supermarkts (Lebensmittelvoll- versorgers) angesehen. Das Nahversorgungszentrum von Meschenich ist durch eine hohe Verkehrsbelastung, zunehmende Leerstände von Ladenlokalen und fehlende Aufenthaltsqualitäten geprägt; deutliche Abwärtstendenzen sind lt. Verwaltung erkennbar. Die fußläufige Erreichbarkeit des Nahversorgungszent- rums ist im Siedlungsbereich Meschenich-Süd nicht gegeben. Dem ist entgegenzusteuern, indem die Ansiedlungsvoraussetzungen insbesonde- re für einen Lebensmittelvollversorger geschaffen werden. Ziel sollte auch die Ansiedlung z.B. eines Drogeriemarktes und von Bekleidungsgeschäften sein. Verlängerung der Stadtbahn Die weitere Siedlungsentwicklung in Meschenich soll im Zusammenhang mit einer Verlängerung der Stadtbahn bis Meschenich-Süd betrachtet werden. Bereits im Rahmen der 1. Fortschreibung des Flächennutzungsplanes für den Bereich Ron- dorf/Meschenich/Immendorf ist eine Stadtbahntrasse bis Meschenich-Süd plane- risch vorgemerkt worden. Aktuell wird die Verlängerung der Nord-Süd Stadtbahn bis Meschenich-Nord diskutiert. Jetzt ist die Gelegenheit, die Verlängerung der Stadtbahn auch bis Meschenich-Süd voranzubringen (zusätzliche Haltestellen Meschenich-Mitte und Meschenich-Süd). Um den Ort perspektivisch besser an den Regionalverkehr anzuschließen, soll die Verwaltung darstellen, wie der An- schluss an einen Regionalbahnhof (z.B. Bahnhof Brühl) erfolgen kann. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke SPD-Fraktionsgeschäftsführerin
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/1041/2018
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 25.06.2018
- Erstellt
- 25.06.2018 10:25