2981/2022
Aktivierung von Bürgerengagement für mehr Sauberkeit und Lebensqualität – Ausweitung der Maßnahme „Hallo Nachbar, danke schön„ auf weitere Stadtquartiere
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Mitteilung BV
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/57/574 Vorlagen-Nummer 2981/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 19.09.2022 Aktivierung von Bürgerengagement für mehr Sauberkeit und Lebensqualität – Ausweitung der Maßnahme „Hallo Nachbar, danke schön" auf weitere Stadtquartiere Sachstandsbericht Mülheim Unter dem Slogan „Hallo Nachbar, danke schön“ tritt das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln seit nunmehr 15 Jahren erfolgreich für mehr Sauberkeit und Lebensqualität im „Veedel“ ein. Im Fokus steht dabei das überdurchschnittliche Aufkommen von wildem Müll in sozial benachtei- ligten Quartieren. Grundannahme ist, dass dies kein isoliertes Phänomen ist, sondern Teil einer sozi- o-kulturellen und ökonomischen Problemlage. Statt immer häufiger zu reinigen und so die Müllverur- sacher weiter von jeglicher Eigenverantwortung zu entlasten, wird die Bereitschaft der Bürger*innen aktiviert, sich stärker für die Pflege des eigenen Lebensumfelds zu engagieren. Leitgedanke ist: Nachhaltiger Erfolg lässt sich nur erreichen, wenn sich die Bewohnerschaft mit ihrem Veedel identifiziert und als dazugehörig empfindet. So ist der Slogan „Hallo Nachbar, danke schön“ denn auch Programm: Im Kern geht es um die Beförderung von nachbarschaftlichen Strukturen. Akzente setzt das Projekt mit einer maßgeschneiderten Informations- und Aufklärungskampagne, die sich an die Menschen in ihrem „Veedel“ richtet, ihre Sprache spricht und ihren Alltag berücksichtigt. Dabei konzentriert sich die Kampagne stärker auf persönliche Ansprache statt auf Informationsbro- schüren und Verbotsschilder. Denn Mitmachangebote und Aufsehen erregende (Kunst-)Aktionen transportieren Botschaften wirkungsvoller als Papier! Auch wird berücksichtigt, dass viele Menschen der deutschen Sprache bzw. des Lesens und Schreibens nicht mächtig sind. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Kindern. Für sie stehen eigens konzipierte umweltpädagogische Angebote in Zusammenarbeit mit den örtlichen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen bereit. Nicht zuletzt geht es darum, Spiel- und Aufenthaltsraum, der dem Müll zum Opfer gefallen ist, zurückzuge- winnen. Der Vernetzung mit örtlichen Institutionen, Vereinen, Kultureinrichtungen und Bürgerschafts-Initiativen kommt ebenfalls große Bedeutung zu. Nach einer erfolgreich verlaufenen Pilotphase (2009–14) in einem Quartier rund um die Berliner Stra- ße in Mülheim Nord wurde die Maßnahme 2018–19 zunächst auf der Keupstraße fortgesetzt. Auf der Grundlage eines Beschlusses des Ausschusses Umwelt, Klima, Grün vom 4.6.2020, ausgestattet mit Mitteln aus dem Politischen Veränderungsnachweis, wurde „Hallo Nachbar“ in 2021 auf folgende vier Stadtquartiere ausgedehnt: Bilderstöckchen-Süd Bickendorf „Vitalishöfe“, Rochusplatz Neubrück: Rund um den Ludwig-Quidde-Platz Mülheim „Genovevahof“ 2 Mit dem Projektmanagement für alle Quartiere wurde im September 2021 eine qualifizierte Agentur beauftragt. Ebenfalls haben in allen vier Quartieren persönliche Ansprechpartner*innen (AP) ihre Ar- beit aufgenommen und stehen den Bewohner*innen an festen Wochentagen im Außenbereich mit Rat und Tat zur Verfügung. Sachstand Mülheim „Genovevahof“ Die im Rahmen des Projekts so benannte städtische Liegenschaft „Genovevahof“ bildet ein ca. 7.000 qm großes Dreieck hinter Keup-,Genoveva- und Holweider Straße. In einem dichtbesiedelten Areal zwischen Clevischem Ring, Bergisch Gladbacher Straße und Wiener Platz ist sie die einzige nen- nenswerte Grünfläche. Bis zum Projektbeginn war sie jedoch ein vergessener Transitort, der zuneh- mend der Verwahrlosung durch illegale Müllentsorgung anheim fiel. Ziel der Maßnahme ist es, die Aufenthaltsqualität des „Genovevahofs“ generationenübergreifend und unter Mitwirkung der Anwoh- nerschaft so zu steigern, das er ein Ort der Begegnung mit hohem Resilienz-Potential wird. Vorher: Kaputte Bäume und Wild-Parker, August 2020 Heute Was bisher erreicht wurde: Najoua Benelouargua und Filiz Yildiz sind als persönliche Ansprechpartnerinnen vor Ort im Einsatz; einmal die Woche findet ein speziell an die Mütter des Quartiers gerichtetes „Frauen- café“ statt, bei dem die Themen Müll, -vermeidung, Sauberkeit und Umweltschutz im Mittel- punkt stehen. Analog dient ein regelmäßiger „Bouletreff“ der Kommunikation mit der männli- chen Zielgruppe. Anlaufstelle im Hof ist ein markanter Übersee-Container, gesponsert vom Investoren- Consortium ID/Cologne. Dieser wird als Co-Working Space gemeinsam durch die Bereichs- kontaktbeamtin der Polizei, Özlem Yagmur, dem Latscho Drom e.V. und Streetwork Mülheim genutzt. So kann für alle Angebote der Zugang zur schwer erreichbaren Zielgruppe verbessert werden. Eine enge Kooperation besteht mit der Städtischen Kita Genovevastraße 72a. Auf Initiative von „Hallo Nachbar“ und unter Verwendung bezirksdienlicher Mittel wird in enger Zusammen- arbeit mit dem Grünflächen- und dem Kinderamt aktuell der vorhandene Spielplatz optimiert. Aus einer von „Hallo Nachbar“ durchgeführten Nutzerbefragung unter den Kitakindern ging ein Klettergerüst als Favorit hervor. „Richtfest“ wird voraussichtlich noch im Herbst d.J. sein. Intensive umweltpädagogische Lerneinheiten fanden in zwei Mülheimer Bildungseinrichtungen statt, deren Ergebnisse aktuell in einer großformatigen multimedialen Ausstellung im Bürger- amt Mülheim präsentiert werden. Wie in allen ausgewählten Quartieren findet die „Hallo Nachbar“-Initiative auch in Mülheim gute Ak- zeptanz und Erfolge sind direkt spürbar. Dies zeigt erkennbar den hohen Bedarf an solchen Angebo- ten. Nach derzeitigem Sachstand läuft die städtische Finanzierung nach 15 Jahren in 2023 aus. Die Verwaltung prüft derzeit Möglichkeiten der Weiterführung. Wegen der Pandemie konnten die Erweite- rungen in den drei neuen Quartieren erst in 2021 konkret anlaufen. Im „Genovevahof“ konnte das Konzept mit aufsuchender Beratung und persönlicher Ansprache nur sehr eingeschränkt praktiziert werden, so dass eine weitere finanzielle Unterstützung essentiell wäre, um eine Verstetigung der An- gebote zu sichern. Gegebenenfalls müssen neue Quellen zur finanziellen Unterstützung gefunden werden. Weitere Informationen: https://www.hallonachbar.koeln/; hier findet sich ebenfalls ein Extra-Blog zu Mülheim
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2981/2022
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 08.09.2022
- Erstellt
- 08.09.2022 15:58