0439/2017
Jährliche Förderung aus kommunalen Mitteln für die Maßnahme/das Angebot "Amen Ushta" des Trägers "Rom e. V." ab dem 01.01.2018
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Jahresbericht 2016 Amen Ushta
16798 Zeichen
Jahresbericht des Projekts „Amen Ushta“ 2016 1 Jahresbericht des Projekts „Amen Ushta“ 2016 „Amen Ushta“ – ein Projekt des Rom e.V. für Roma- und Sinti- Kinder zur Realisierung ihres Menschenrechts auf Bildung. Dies ist die offizielle Bezeichnung unseres Projektes, und hier kann man schon die Gründe für die Entstehung unseres Projektes erkennen. Die Bildungs- und Lebenssituation der Sinti- und Roma-Kinder in unserer Gesellschaft ist leider immer noch von massiver Diskriminierung, Ausgrenzung und stark verankerten Vorurteilen ihnen gegenüber gekennzeichnet. Unabhängig davon, ob es sich um die geflüchteten, zugewanderten oder seit 600 Jahren sesshaften Sinti- oder Roma- Familien handelt, ist die Problematik, mit der sie zu kämpfen haben, fast dieselbe. Wie kann das sein? Wer ist dafür verantwortlich oder besser gesagt: Fühlt sich überhaupt jemand dafür verantwortlich? In irgendeinem Land der Welt? Aus diesen Gründen und aus der Not heraus entwickeln die Familien eigene Überlebensstrategien, die nicht mit den Lebensstrategien der Mehrheitsgesellschaft übereinstimmen. So bildete sich immer stärker der Teufelskreis von Vorurteilen, Diskriminierung und gesellschaftlicher Ablehnung einerseits und andererseits dem Übernehmen des Bildes der Mehrheitsgesellschaft als eigenes heraus. Dies führt zu einem Gefühl der Perspektivlosigkeit und damit zu mangelnder Motivation für die Verbesserung der eigenen Lebenssituation. Konkret auf die Kölner Bildungslandschaft übertragen heißt das: Fehlende oder kaum vorhandene Kommunikation zwischen Schulen und Eltern, Schulabsentismus, keine Motivation für die Bildung. Die fatalste Folge dieses Prozesses sind dann abgebrochene, unvollendete Bildungswege der Sinti- und Roma- Kinder und Jugendlichen, spätere Arbeitslosigkeit und Armut. In einer solchen Situation startete das vierköpfige Team von „Amen Ushta" im August 2014 in fünf, bzw. vier Grundschulen im rechtsrheinischen Köln mit der Arbeit. Unser Konzept beinhaltet Schulmediation, Deutschförderung, multilinguale Förderung, Hausaufgabenhilfe, Sozial- und Elternarbeit. Mit diesem „Gesamtpaket“ aus intensiver schulischer Förderung und Elternarbeit waren wir Pioniere in Köln. Da unser Team international, bzw. multilingual ist, können wir die neu zugewanderten Kinder und ihre Familien in ihrer Muttersprache ansprechen. So kommunizieren wir mit ihnen auf Romanes, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch, Kroatisch Türkisch, Englisch und Deutsch. Dies ist unser Merkmal. Gleichzeitig ist es auch der Türöffner für eine endlich begonnene, immer mehr gelingende Kommunikation. Aber nicht nur die Sprachen an sich sind wichtig für diese komplexe Arbeit. Wir versuchen die beiden Seiten – die Schulen und die Familien – einander näher zu bringen, ohne zu verurteilen. Wir übersetzen und vermitteln bei Gesprächen in den Jahresbericht des Projekts „Amen Ushta“ 2016 2 Schulen, organisieren und begleiten, wenn nötig, Arzt- und Behördentermine. In Zusammenarbeit mit den Schulen organisieren wir alle notwendigen Angelegenheiten für die Schüler, die wir in unserer Förderung haben. Diese sind: Grundschulanmeldungen, Anmeldungen für weiterführende Schulen, Organisation von Plätzen in der Nachmittagsbetreuung, Begleitung auf dem Weg in die Integration der Sinti- und Roma-Kinder in den Schulen. Den Eltern erklären wir das deutsche Schulsystem und was sie besonders beachten sollten, damit ihre Kinder möglichst gut in die Schulen integriert werden und gute Erfolge haben können. Außerdem helfen wir bei der Lösung möglichst vieler sozialer Probleme der Familien, damit sie sich leichter der Bildung ihrer Kinder widmen können. Denn die Kinder und Familien, die wir in unserer Förderung haben, leben meistens in einem sozial schwierigen Wohnumfeld, was ihnen die Integration in die deutsche Gesellschaft massiv erschwert. Viele von Ihnen haben keine festen Aufenthalte, bzw. nicht mal einen Flüchtlingsstatus, sondern eine „Duldung“, die zeitlich begrenzt ist, daher ist nicht absehbar, wie lange sie noch in der Bundesrepublik Deutschland bleiben dürfen. Dank unserem Engagement erleben viele von den betroffenen Familien zum ersten Mal in ihrem Leben Verständnis und ernsthafte Hilfe. Selbstverständlich zeigt sich dies in den schulischen Erfolgen der Kinder. Wir fördern die Kinder in Klein- oder Einzel- Gruppen innerhalb oder außerhalb der Klassen, je nach Bedarf. In Absprache mit den LehrerInnen entwickeln wir Förderpläne, die den Bedürfnissen der Kinder entsprechen. Wir unterstützen den Spracherwerb sowie den Lese- und Alphabetisierungsprozess der Kinder mit Hilfe von Fingerlesen, multilingualer Förderung und spielerischen Methoden. Unser Ziel ist, jedes Kind so zu fördern, dass es das Maximum seiner Kapazitäten entwickeln kann. Auch hier spielt ein respektvoller Umgang mit den Kindern die entscheidende Rolle. Nach intensiver zweieinhalbjähriger Arbeit und viel Engagement unseres Teams sind wir noch lange nicht an unserem Ziel angekommen. Trotzdem können wir stolz zurückblicken und feststellen, dass der Schulabsentismus wesentlich geringer geworden ist, die Motivation der Kinder und der Eltern für die Bildung gestiegen und Kommunikation zwischen Schulen und Eltern entstanden ist und langsam aber sicher so aufgebaut wird, dass beide Seiten im Sinne der Kinder handeln. Unser Team besteht aus Roma und Nichtroma und damit sind wir ein gutes Beispiel dafür, dass eine Zusammenarbeit in diesem Sinne nicht nur möglich ist, sondern sehr fruchtbar sein kann, wenn beide Seiten respektvoll und auf Augenhöhe mit einander umgehen. Damit wir möglichst professionell arbeiten können haben wir an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen. Wir sind zertifizierte „FuN Teamer“. „FuN“ ist ein Projekt des Praepaed Instituts, das gemeinsam mit den Schulen und dem Offenenen Ganztag durchgeführt wird und die Eltern in ihrer Elternrolle stärken. „FuN“ haben wir in der Grundschule Porz Mitte erfolgreich durchgeführt. Es ist von der Organisation „Save the Children“ finanziell unterstützt worden. Außerdem sind Jahresbericht des Projekts „Amen Ushta“ 2016 3 wir zertifizierte Eltern Coaches. Was uns besonders freut ist, dass wir auch zertifizierte ElternbegleiterInnen in diesem Jahr geworden sind. Eine Weiterqualifizierung für Fachkräfte der Familienbildung im Rahmen des ESF- Bundesprogramms „Elternchance II – Familien früh für die Bildung gewinnen“. Gefördert wird die Weiterqualifizierung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds. Inzwischen sehen uns die Schulen als festen und zuverlässigen Ansprechpartner. Eine begrenzte Projektarbeit reicht nicht aus, die Benachteiligungen in der Bildungssituation der Sinti- und Roma- Kinder in Köln zu lösen. Es ist ein Prozess, der eine nachhaltige Arbeit benötigt, nicht zuletzt deshalb, weil immer Flüchtlinge und Zuwanderer kommen werden, sondern auch weil die beschriebene Arbeit mehr als eine Generation in Anspruch nehmen kann und auch der Prozess der Inklusion in den Schulen eher langsam voranschreitet. Deswegen bin ich der Meinung, dass die Erfolge, die wir bisher trotz des oft steinigen Weges in unserer Arbeit erlebt haben, ein gutes Beispiel dafür sein können, dass Integration möglich ist, wenn der gesellschaftliche Wille vorhanden ist. Das war unser Rückblick. Wie unsere Perspektive aussieht, wissen wir noch nicht. Momentan ist unser Projekt nur bis zum Schuljahresende im Sommer 2017 genehmigt worden. Bisher förderten uns „Wir helfen e.V.“ und die „Waisenhausstiftung der Stadt Köln“. Es ist für uns noch nicht absehbar, ob der politische Wille in Köln vorhanden ist, das Projekt nach Sommer 2017 weiterhin zu finanzieren. Wir wünschen uns und hoffen sehr, dass wir noch viele weitere Schuljahre die Sinti- und Roma-Kinder in den Kölner Schulen begleiten dürfen, damit sie immer wieder sagen können: „Amen Ushta -Wir stehen auf!“ Das ist ein Bericht der im Dezember 2016 für Nevipe (online Zeitschrift des Rom e.V.) von Ismeta Stojkovic geschrieben wurde und im folgenden Text können Sie ausführlicher über die Arbeit im Projekt im Jahr 2016 erfahren. 2016 war das Team von „Amen Ushta“ mit vier Personen besetzt: Projektleiterin Ismeta Stojkovic, Alphabetisierungskraft Christina von Haugwitz, Schulmediator Enis Ibraimi und unserer Sozialarbeiterin Ruza Andlar. Das Team war an drei Grundschulen tätig und zwar: - An der GGS „Porz Hauptstraße“ (mit Deutschförderung zweimal die Woche, Hausaugabenhilfe dreimal die Woche, Schulmediation und Elternarbeit) - An der KGS „Langemaß“ (mit Deutschförderung dreimal die Woche, Schulmediation und Elternarbeit) - An der GGS „Konrad-Adenauer- Straße“ (nur mit Elternarbeit, auf Wunsch der Schule) Jahresbericht des Projekts „Amen Ushta“ 2016 4 Wir unterstützten 2016 ca. 70 - 80 Grundschulkinder und über 80 Familien in drei Grundschulen: Da an der GGS „Konrad-Adenauer-Straße“ keine Förderzeit mit den Kindern stattfand war, (auf Wunsch der Schule, denn die Schule hatte zusätzliche FörderlehrerInnen bekommen, ein neues Konzept probiert und wollte die Schulförderung selbstständig durchführen) ist die Anzahl der Familien größer als die der Kinder. In 26 Familien wurde intensive Sozialarbeit geleistet und in den restlichen Familien Elternarbeit nach Bedarf, was oft Hilfe zur Existenzsicherung mittels Begleitung bei Ämtergängen bedeutete. Wir haben bei allen Kooperationsschulen feste Strukturen für die Arbeit aufgebaut: an jeder Schule haben wir feste Ansprechpartner in Bezug auf die Elternarbeit, in der Regel sind es die Schulsozialarbeiterinnen oder die SchulleiterInnen und wegen der Deutschförderung sind wir im ständigen Austausch mit den LehrerInnen. Für jedes Kind erstellen die Mitarbeiter des Amen Ushta Teams in Zusammenarbeit mit den jeweiligen LehrerInnen und anderen Förderer der Kinder, entsprechende Förderpläne. Diese werden in besprochenen zeitlichen Abständen aktualisiert. So entwickelten wir eine gezielte und transparente Zusammenarbeit mit den Schulen die für alle zufriedenstellend ist und vor allem eng an der Entwicklung der Kinder bleibt. Im Jahr 2016 haben wir in der Deutschförderung mit jedem Kind an allen Schulen mindestens zweimal die Woche gearbeitet und in Porz noch zusätzlich Hausaufgabenhilfe dazu dreimal die Woche ausgeführt. In der KGS Langemaß werden keine Hausaufgaben mehr gegeben, sondern die Kinder arbeiten während einer allgemeinen Lernzeit an Wochenplänen. Auch dort begleiten wir eine feste Lerngruppe zweimal in der Woche. In der Deutschförderung arbeiten Christina von Haugwitz und Enis Ibraimi. Sie fördern die Kinder entweder in den Klassen, oder außerhalb der Klassen in Kleingruppen. Die Arbeit ist so aufgeteilt, dass Enis eher die Erst- und Zweitklässler fördert, wo mehr die Muttersprache als Mittel zum Erlernen der deutschen Sprache hilfreich ist. Christina fördert überwiegend die Kinder in der dritten und vierten Klasse wo das Wissen bestätigt und erweitert sein soll. Enis ist zusätzlich als Schulmediator tätig, er übersetzt und vermittelt bei Gesprächen in der Schule. Dazu bietet er eine Eltern-Lehrer Sprechstunde in der KGS "Langemaß" an wo alle Angelegenheiten der Eltern und der Lehrer bezüglich der Schüler besprochen werden. Die Sprechstunde findet einmal wöchentlich statt und dauert eineinhalb bis zwei Stunden, je nach Bedarf. Den Kontakt mit den Eltern in Köln Mühlheim hält zum größten Teil Enis und als Hilfe bei der Sozialarbeit waren unsere Sozialarbeiterin Ruza Andlar und Projektleiterin Ismeta Stojkovic tätig und als Elternbegleiterin für ausgewählte Familien Frau von Haugwitz. Die Frau Andlar hatte insgesamt 26 Familien in ihrer Sozialarbeit. Es waren überwiegend Familien aus Köln Finkenberg. Sie hat dort auch eine Eltern-Lehrer Sprechstunde installiert und war in regelmäßigen Austausch mit der Schule. Zahlreiche und sehr unterschiedliche Sozialfragen wurden gelöst oder behandelt. Jahresbericht des Projekts „Amen Ushta“ 2016 5 Zum Beispiel: Aufenthaltsfragen und Begleitung zur Behörden, Jobcenter-, Miet-, Schuldenfragen. Dazu kamen noch alle schulische Fragen wie Schulabsentismus, Ärztliche Termine der Kinder, Schulanmeldungen, Begleitung und Anmeldungen zur weiterführenden Schulen, sogar Pflege und Organisieren von Schultaschen und Schulmaterialien. An allen drei Grundschulen haben alle Mitarbeiter des Teams die Eltern bei diesen Fragen unterstützt und sie zum größten Teil gelöst. In der GGS "Porz Hauptstraße" waren in der Elternarbeit Ruza Andlar, Ismeta Stojkovic und Enis Ibraimi tätig. Ruza und Ismeta waren im regelmäßigen Austausch mit der Schulsozialarbeiterin bezüglich der Elternarbeit. Auch hier entstand eine fest strukturierte und transparente Elternarbeit. Im Frühling 2016 haben alle Mitarbeiter von „Amen Ushta“ die Weiterqualifizierung zur ElternbegleiterInnen absolviert. Sie umfasste 190 Unterrichtsstunden insgesamt, davon 120 im Kurs und eine 70 Unterrichtsstunden umfassende Selbstlernphase mit Abschlussarbeit und Netzwerkrecherche und einer Präsentation. Frau Andlar war im Projekt bis Juli 2016 tätig. Sie hat die Abgabe ihrer Sozialarbeit mit den Familien so vorbereitet, dass sie die Familien mit den Playern vor Ort vernetzt hat wo es nötig und möglich war. Mit dem Ausstieg der Frau Andlar sind wir auch komplett aus der GGS „Konrad-Adenauer-Straße“ ausgestiegen. Denn Elternarbeit ohne dass wir als Mediatoren und Deutschförderer an der Schule tätig sind widerspricht zum einen unserem Konzept und zum anderen hat die Erfahrung gezeigt, dass es den Projekterfolg erheblich schmälert, wenn Amen Ushta nur stückchenweise an den Schulen stattfindet. Die Schule hat eine neue Schulleitung bekommen und mit dieser haben bereits Gespräche stattgefunden, wie eine Wiederaufnahme einer zufriedenstellenden Kooperation möglich sein könnte. Denn gerade an diesem Standort ist der Bedarf riesig! Ab August 2016 machte das "Amen Ushta" Team mit drei Mitarbeitern weiter. Die Eltern- und Sozialarbeit haben wir intern geteilt und unterstützen einander wo es nötig ist. Wir haben ab August 2016 ca. 60 Kinder in unserer Förderung, da wir momentan an zwei Grundschulen arbeiten: - An der GGS „Porzer Hauptstraße“ (mit Deutschförderung zweimal die Woche, Hausaugabenhilfe dreimal die Woche, Schulmediation und Elternarbeit) - An der KGS „Langemaß“ (mit Deutschförderung dreimal die Woche, Lernzeitförderung, Schulmediation und Elternarbeit) Ein fester Bestandteil unserer Arbeit ist auch die Netzwerkarbeit, die Ismeta Stojkovic leistet. Ihre Arbeite beinhaltet den regelmäßigen besuch stadteilbezogener Netzwerktreffen, die Vorstellung des Projekts bei wichtigen Organisationen und Behörden wie z.B., Jugendamt Porz und Köln Mühlheim, bei den Trägern die Deutschkurse und Weiterqualifizierungsmaßnahmen für Erwachsene anbieten und anderen Playern vor Ort mit dem Ziel der Integration der Familien. Selbstverständlich Jahresbericht des Projekts „Amen Ushta“ 2016 6 ist das Projekt dem Kommunalem Integrationszentrum und dem Zentrum für Mehrsprachigkeit bekannt. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Kölner Stadtanzeiger finden in der Presse einmal jährlich Berichterstattungen über „Amen Ushta“ statt. Der Termin zur Vorbereitung des Berichts für das Jahr 2016 steht schon fest, sodass wir Anfang Februar einen neuen Bericht im Kölner Stadtanzeiger erwarten Auch über die Kölner Stadtgrenzen hinaus ist das Bildungsförderprojekt „Amen Ushta“ bekannt, denn Ismeta Stojkovic und Christina von Haugwitz haben im letzten Jahr als Referentinnen für die Kommunalen Integrationszentren und Roma- Aktivistinnen in zahlreichen Orten und Städten in NRW über die Projektarbeit berichtet. Die Rückmeldungen der Besucher dieser Workshops sind immer sehr positiv und interessiert. Da nicht nur weitere Schulen in NRW an unserem Projekt interessiert sind, sondern auch weitere Schulen in Köln, sind wir aktuell im Gespräch mit den beteiligten Schulen, dem Schulamt und der Stadt Köln ein neues Konzept zu entwickeln, damit möglichst viele Schulen von der Projektarbeit profitieren können. Angedacht ist, dass das Amen Ushta Team jeweils an drei Grundschulen arbeitet. Jede Grundschule wird drei Jahre lang gefördert und im vierten Jahr gegen eine neue ausgetauscht. Die genauen Abläufe werden wir gemeinsam mit den Schulen, dem Schulamt und unserem Verein, dem Rom e. V. entwickeln. Wir sind als Team sehr motiviert und hoffen, dass es für uns möglich wird vielen weiteren Roma Kindern und ihren Familien dabei zu helfen stolze Kölner und Kölnerinnen zu werden! Geschrieben von Ismeta Stojkovic, Projektleiterin Köln, den 19. Januar 2017
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
IV/510/32
Vorlagen-Nummer
0439/2017
Freigabedatum 20.02.2017
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung
Betreff
Jährliche Förderung aus kommunalen Mitteln für die Maßnahme/das Angebot "Amen Ushta"
des Trägers "Rom e. V." ab dem 01.01.2018
Beschlussorgan
Jugendhilfeausschuss
Gremium Datum
Beschluss:
Der Jugendhilfeausschuss befürwortet die Übernahme des bis zum 31.12.2017 ausschließlich aus
Drittmitteln geförderten Angebotes „Amen Ushta“ des Trägers „Rom e. V.“ zur Integration von schul-
pflichtigen Kindern aus Roma-Familien in Regelschulen in eine jährliche kommunale Förderung ab
dem 01.01.2018. Die dafür notwendigen Finanzierungsmittel in Höhe von 141.000,00 Euro sind im
Rahmen der Haushaltsplanaufstellung 2018 ff. sicher zu stellen.
Jugendhilfeausschuss 14.03.2017
2
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein
Ja, investiv Investitionsauszahlungen €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja %
Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 141.000,00 €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja %
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2018
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
c) bilanzielle Abschreibungen €
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Erträge €
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten €
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
Beginn, Dauer
Begründung:
Anfang 2014 wendete sich die untere Schulaufsichtsbehörde an das Jugenddezernat mit der Bitte um
Unterstützung bei der Sicherstellung des regelmäßigen Schulbesuchs von Kindern aus Roma-
Familien im rechtrheinischen Stadtgebiet.
Die Jugendverwaltung nahm sich der Bitte an und beauftragte den Träger Rom e.V. mit der konzepti-
onellen Umsetzung einer bedarfgerechten und sozialraumnahen Lösung.
Der Rom e.V. entwickelte ein bausteinartiges Unterstützungskonzept, welches – je nach spezifischem
Bedarf der jeweiligen Schule - in Anspruch genommen werden konnte. Zur Finanzierung des Projek-
tes konnten der Verein „Wir helfen“ und die städtische Waisenhausstiftung gewonnen werden.
Das entwickelte Projekt bekam den Namen „Amen Ushta“ und trägt mit zur Realisierung des Men-
schenrechts auf Bildung und damit einer nachhaltigen Integration von Kindern und Jugendlichen aus
Sinti- und Roma Familien bei.
Im August 2014 startete das vierköpfige Team von „Amen Ushta" in fünf, bzw. vier Grundschulen im
rechtsrheinischen Köln mit der Arbeit. Das Konzept beinhaltet die Bausteine Schulmediation,
Deutschförderung, multilinguale Förderung, Hausaufgabenhilfe, Sozial- und Elternarbeit. Der Träger
wird inzwischen von den Schulen als fester und zuverlässiger Ansprechpartner gesehen.
In 2016 wurde das Angebot durch die GGS „Porz Haupstraße
die KGS „Langemaß“ in Köln Mülheim
die GGS „Konrad-Adenauer-Straße“ in Köln Porz
abgerufen. Insgesamt konnten in 2016 80 Grundschulkinder gefördert und in über 80 Familien be-
gleitende Elternarbeit geleistet werden ( siehe auch Jahresbericht von Amen Ushta Anlage 1).
Die zweijährige Finanzierung je zur Hälfte über „Wir helfen e.V.“ und der „Waisenhausstiftung der
Stadt Köln“ läuft Mitte 2017 aus.
In einem Auswertungsgespräch Anfang 2017 unter Teilnahme des Trägers, der Schulaufsicht, des
Jugendamtes und der beiden Kostenträger im Jugenddezernat bestand der übereinstimmende
3
Wunsch nach einer dauerhaften Verstetigung des Angebotes. Die beiden Kostenträger konnten dazu
gewonnen werden, ihre Finanzierungszusage bis auf Ende 2017 auszudehnen. Über diesen Zeit-
punkt hinaus kann seitens „Wir helfen e.V.“ und der „Waisenhausstiftung der Stadt Köln“ keine weite-
re Finanzierung erfolgen.
Um die wichtige Integrationsarbeit weiterführen zu können, befürwortet die Jugend- und Schulverwal-
tung eine jährliche Förderung aus kommunalen Mitteln ab dem 01.01.2018.
Darüber hinaus wurde festgelegt, dass das Angebot bei dauerhafter Absicherung immer die Bedarfe
von drei Schulen abdecken soll. Damit immer wieder auch neue Schulen von der Unterstützung Ge-
brauch machen können, wurde beschlossen, dass jeweils zu Schuljahresbeginn eine der drei teil-
nehmenden Schule in einem Rotationsmodell gegen eine neue Schule mit Unterstützungsbedarf aus-
getauscht wird. Die Festlegung der jeweiligen Schule erfolgt über die untere Schulaufsichtsbehörde.
Nach den Erfahrungswerten der zweijähriger Erprobungszeit beziffert der ‚Rom e.V. den jährlichen
Förderbedarf mit 141.000 € .
Die Mittel sollen in dem Produktbereich 06 Kinder-, Jugend- und Familienhilfen, Produktgruppe 0606
Hilfe für jungen Menschen und ihren Familien, Teilpanzeile 15, Transferaufwendungen dauerhaft zur
Verfügung gestellt werden.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Konrad-Adenauer-Straße
- Hauptstraße
- Langemaß
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Details
- Aktenzeichen
- 0439/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 20.02.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27