AN/1578/2021
Kienitz-Affäre
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Linke Anfrage nach § 4
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Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln An Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 09.08.2021 AN/1578/2021 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 18.08.2021 Kienitz-Affäre Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Fraktion DIE LINKE. im Rat der Stadt Köln bittet Sie, nachstehende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates am 18.8. zu setzen: Der Rat der Stadt Köln hat am 24. Juni 2021 Herrn Kienitz zum Beigeordneten für das Dezernat IX - Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales gewählt. Die Wahl erfolgte mit einem bemerkenswert schwachen Ergebnis. Dieses schwache Ergebnis lag in Zweifeln an der fachlichen Eignung des Kandidaten und in seiner Verwicklung in den Stadtwerke-Deal begründet. Am 24. Juni 2021 hat Herr Kienitz die Oberbürgermeisterin darüber informiert, dass er aus persönlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung steht. Es wird vermutet, dass die von Herrn Kienitz angegebenen „massiven persönlichen Anfeindungen“ nicht der alleinige Grund für diesen Amtsverzicht gewesen sind, denn in Medien kursierten Berichte, dass die Bezirksregierung Köln Zweifel an der Eignung von Herrn Kienitz hatte: „dass jedenfalls keine ausreichende Erfahrung für das Amt des Beigeordneten der Stadt Köln gemäß § 71 Abs. 3 Satz 1 GO NRW vorliegt.“ Vor diesem Hintergrund stellt die Fraktion DIE LINKE folgende Fragen: 1. Welche „externen Experten“ haben neben dem Personalberatungsunternehmen zmf die Qualifikation von Herrn Kienitz „im Verfahren mehrfach geprüft“ (Presseerklärung Bernd Petelkau, 30. Juli 2021) und sind sie zum gleichen Ergebnis gekommen wie die Personalberatungsagentur? Machen Sie bitte Angaben, ob diese Experten auch die Qualifikation der anderen Bewerber*innen gleichermaßen intensiv geprüft haben. 2. Warum haben die Oberbürgermeisterin und das sie tragende Bündnis zum Auswahlgespräch nicht wenigstens ein*e zweite Bewerber*in eingeladen, um zumindest der anwesenden Auswahlkommission eine Alternative anzubieten? 3. Das ehemaligen Ratsmitglied der Grünen, Jörg Frank, behauptet in einem Kommentar auf der Internetplattform report-k:, dass die Oberbürgermeisterin bereits am 22. Juli 2021 von der Entscheidung der Bezirksregierung wusste: „Bereits am 22. Juli hat die Kölner Regierungspräsidentin Walsken in ihrer Funktion als Kommunalaufsicht Oberbürgermeisterin Henriette Reker informiert, dass eine Ernennung von Niklas Kienitz nicht erfolgen kann und die Oberbürgermeisterin dem Rat die Überprüfung des gesamten Verfahrens vorlegen muss. Dies hat die OB nicht öffentlich gemacht, w äre aber spätestens am 26.07. mit der Genehmigung für die Ernennung der beiden anderen gew ählten Beigeordneten öffentlich gew orden.“ Er schlussfolgert: „Fakt ist, dass die Überprüfung der Bezirksregierung Unklarheiten im Ausw ahlverfahren für die Beigeordnetenposition zutage förderte und zudem auch die fachliche Qualifikation des nur vom Ratsbündnis Grüne, CDU, Volt Gew ählten in Zw eifel steht.“ In der Anfrage der Landtagsfraktion der SPD wird gar behauptet, dass Frau Oberbürgermeisterin Reker Ministerin Scharrenbach gebeten hat, das Schreiben der Kommunalaufsicht „nicht vor dem 26.7.2021 zuzustellen?“ Treffen diese Aussagen, insbesondere die Zeitaussagen bezüglich einer Information am 22. Juli 2021 zu? Wenn nein, warum hat die Oberbürgermeisterin diesen Aussagen nicht widersprochen, ggf. mit rechtlichen Mitteln? 4. Welche schriftlichen, telefonischen und mündlichen Kontakte hat es zwischen Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, einschließlich der Beigeordneten, und der Oberbürgermeisterin mit der Bezirksregierung Köln und der NRW-Landesregierung, insbesondere der Ministerin Scharrenbach, in der Angelegenheit der kommunalaufsichtlichen Prüfung der Berufung der drei am 24. Juni 2021 durch den Rat gewählten Beigeordneten gegeben? Bitte führen sie diese einzeln, als Liste, mit Datum, Grund und mit einer Bewertung auf. 5. Frau Oberbürgermeisterin Reker hat gegenüber unserer Fraktionssprecherin Güldane Tokyürek erklärt, sie wolle eine erneute Beratung im Rat der Stadt Köln abwarten, bevor sie ggf. eine neue Ausschreibung auf den Weg bringt. Bleibt es bei diesem Prozedere, da der Fraktionsvorsitzende Petelkau eine sofortige Ausschreibung einfordert? Mit freundlichen Grüßen gez. Michael Weisenstein Geschäftsführer Fraktion DIE LINKE
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/1578/2021
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 09.08.2021
- Erstellt
- 09.08.2021 15:32