Mandari Insight

2918/2018

Präventive Hausbesuche Evaluation

Mitteilung Ausschuss 05.09.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 06.09.2018, TOP 12.17

Analge 2 Postkarte Bürgerin

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Ansehen

Analge 2 Brief Bürgerin

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Anlage 1 Muster-Anschreiben-Kopf

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Evaluationsbericht Präventive Hausbesuche

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Mitteilung Ausschuss

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Analge 2 Postkarte Bürgerin

738 Zeichen

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Analge 2 Brief Bürgerin

1528 Zeichen

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Evaluationsbericht Präventive Hausbesuche

23430 Zeichen

Amt für Soziales und Senioren 
Abteilung für Senioren und Behinderte 
Fachplanung für Senioren und behinderte Menschen 
1 
Präventive Hausbesuche 
 
 
Evaluation 
(Stand August 2018)

Evaluation Präventive Hausbesuche 
  
2 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 
1. Ausgangssituation 
2. Evaluation 
2.1  Stadtteile 
2.2  Auswahlkriterien 
2.3  Personal 
2.4  Rücklaufquote 
2.5  Dokumentation 
2.6  Ergebnisse 2017 
2.7  Qualitätssicherung 
3. Weiterentwicklung 
3.1  Optimierung von Verfahrensabläufen 
3.2  Externe Unterstützung 
3.3  Wirkungen  
4. Ausblick 
 
Anlage

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
3 
1. Ausgangssituation 
Präventive Hausbesuche richten sich an Menschen, die weder über soziale 
Dienstleistungen informiert sind, noch an der Kommunikation im öffentlichen 
Raum teilnehmen. Ziel ist es, die Bedürfnisse der älteren Menschen zu identifi-
zieren, Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen und den Zugang zu vorhandenen 
Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie sozialen Netzwerken im 
Stadtbezirk zu erleichtern. 
 
Die Verbände der freien Wohlfahrtspflege (Liga) und die Sozial-Betriebe-Köln 
gGmbH (SBK) führen gemäß Ratsbeschluss vom 16.12.2014 Vorlagen-
Nr.3009/2014 Präventive Hausbesuche durch. Die Maßnahme konnte im Feb-
ruar 2016 beginnen.  
 
Die präventiven Hausbesuche orientieren sich an der Zielgruppe der Personen 
ab 75 Jahre. Zum Zeitpunkt 2/2016 lebten in Köln insgesamt 92.079 Personen 
dieser Altersgruppe. Bis Juli 2018 wurden davon 50.062 Senior*innen in 35 von 
86 Stadtteilen angeschrieben.  
 
Die Anschreiben werden bedarfsgerecht auf Anforderung der Berater*innen der 
präventiven Hausbesuche versendet. Die Erfahrung der ersten Anschreiben hat 
gezeigt, dass der Rücklauf und der Bedarf an Hausbesuchen in den Stadtteilen 
sehr unterschiedlich sind. Wenn die Berater*innen absehen können, dass die 
Rückmeldungen und Terminvereinbarungen nachlassen, teilen sie der Fach-
planung für Senioren und behinderte Menschen im Amt für Soziales und Senio-
ren mit, dass weitere Personen angeschrieben werden können. Die Durchfüh-
rung der Präventiven Hausbesuche in den Stadtteilen sind somit sukzessive 
abgearbeitet. 
 
Die angeschriebenen Personen können mittels einer dem Schreiben beigefüg-
ten Rückantwortkarte telefonisch oder per E-Mail mit den im Schreiben genann-
ten und mit Bild vorgestellten Berater*in Kontakt aufnehmen und einen Termin 
vereinbaren. (Anlage 1) 
 
Bis zum 30.04.2018 meldeten sich insgesamt 4.683 Personen zurück, bei 
2.130 Personen wurden Hausbesuche durchgeführt.

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
4 
2. Evaluation 
2.1 Stadtteile 
Abbildung 1: Darstellung der Stadtteile

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
5 
In der Karte sind die Stadtteile farbig markiert, in denen präventive Hausbesu-
che bisher durchgeführt wurden. Durch unterschiedliche farbliche Zuordnung ist 
das Jahr zu erkennen, in dem die Maßnahme erfolgte und die Zahlen geben 
den zuständigen Träger im Stadtteil an. Caritasverband und ASB sind in jeweils 
2 Stadtteilen tätig. 
 
2.2 Auswahlkriterien 
Unter Berücksichtigung der trägerspezifischen Standorte und der Personalka-
pazitäten werden die Stadtteile in Abhängigkeit festgelegter Parameter ausge-
wählt: 
• Anzahl der Personen die 75 Jahre und älter sind und 
• Anzahl der Single-Haushalte. 
 
2.3 Personal 
2016 wurden 7 Berater*innen von der Liga/SBK im Umfang von einer halben 
Stelle für die präventiven Hausbesuche eingesetzt. 2018 konnten noch 2 Bera-
ter*innen gewonnen werden, sodass in Zukunft für jeden Stadtbezirk ein/e Mit-
arbeiter*in mit einer halben Stelle zur Verfügung steht. Die Personalzusetzung 
ermöglicht eine schnellere Umsetzung der Durchführung der Präventiven 
Hausbesuche in den restlichen 51 Stadtteilen (insgesamt 86 Stadtteilen minus 
35 Stadtteile). Für die Senior*innen ist es zudem sehr wichtig einen vertrauens-
vollen Ansprechpartner für ihre Belange zu haben. Wenn sie einmal Kontakt 
aufgenommen und gute Erfahrungen gemacht haben, werden sie es bei Bedarf 
auch wieder tun. 
 
Für die komplexe Aufgabe der präventiven Hausbesuche sind professionelle 
Kräfte erforderlich. Die Berater*innen sollen in einem Hausbesuch die psycho-
soziale-pflegerische Situation erfassen und über Unterstützungsangebote in-
formieren bzw. in das Kölner Hilfesystem weiterleiten. Die Berater*innen verfü-
gen über unterschiedliche berufliche Qualifikationen und mehrjährige Berufser-
fahrung in folgenden Ausbildungen bzw. Studiengängen: 
• Pflegefachkräfte mit Weiterbildung zum Pflegeberater*in oder zum 
Pflegemanager*in 
• Diplom-Pflegewirt*in 
• Diplom-Sozialpädagoge*in 
• Diplom-Sozialarbeiter*in.

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
6 
2.4 Rücklaufquote 
Die Rücklaufquote pro Jahr enthält alle Rückmeldungen der angeschriebenen 
Personen. Zu den „Rückmeldungen ohne Bedarf“ zählen die Meldungen in 
Form von sehr persönlichen Briefen, Postkarten, Anrufen und Mails mit dem 
Inhalt, sich für das Angebot des präventiven Hausbesuches zu bedanken, Lob 
auszusprechen o.ä. mit dem Hinweis, dass derzeit kein Beratungsbedarf be-
steht. Spätere Rückmeldungen werden bei Bedarf aber nicht ausgeschlossen. 
 
Unter „Sonstige Beratung“ sind telefonische (einmalig, aber auch mehrfache), 
elektronische (Mail) Beratung und herkömmlicher Schriftverkehr zu verstehen. 
Gezählt wurden die Personen. Die Summe der „Rückmeldungen ohne Bedarf“, 
der „Hausbesuche“ und der „sonstigen Beratung“ ergeben die Gesamtzahl der 
„Rückläufe“. Die Anzahl der Rückläufe im Verhältnis zu den Anschreiben ergibt 
die „Rücklaufquote“. Die Rücklaufquote Im Jahr 2017 beträgt 12,3 %. Sie konn-
te im Vergleich zu 2016 um 5,4 % erhöht werden. 
 
Ergebnisse 2016 (15.02.2016 bis 31.12.2016) 
 
Anschreiben Rückmeldung 
ohne Bedarf * 
Haus-
besuche 
Sonstige 
Beratung 
Rücklauf Rücklaufquote 
 
22.349 
 
200 
 
1.022 
 
328 
 
1.550 
 
6,9 % 
 
Ergebnisse 2017 (01.01.2017 bis 31.12.2017) 
 
Anschreiben Rückmeldung 
ohne Bedarf * 
Haus-
besuche 
Sonstige 
Beratung 
Rücklauf Rücklaufquote 
 
15.103 
 
200 
 
1.032 
 
623 
 
1.855 
 
12,3 % 
 
Ergebnisse 2018 (Stand 09.07.2018) 
 
Anschreiben Rückmeldung 
ohne Bedarf * 
Haus-
besuche 
Sonstige 
Beratung 
Rücklauf Rücklaufquote 
 
12.610 
 
200 
 
595 
 
383 
 
1.178 
 
9,3 % 
*geschätzte Zahl 
s.b. Anlage 2 Dankesschreiben 
 
 
2.5 Dokumentation 
Mit Beginn des Programms „Präventive Hausbesuch“  2016 wurden von den 7  
Mitarbeiter*innen der Liga/SBK folgende Daten erhoben:

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
7 
• Träger  
• Zeitpunkt der Beratung 
• Stadtteil 
• Art der Beratung 
• Zugangsweg 
• Alter 
• Migrationshintergrund  
• Wohnsituation 
• Pflegegrad 
• Weiterleitung ins Kölner Hilfesystem 
• Fehlende Angebote im Stadtteil (wird erst seit 2018 erfasst) 
Ziel der Datenerhebung ist die Erfassung der Rückmeldungen und die ge-
wünschte Form der Beratung. Sie dient der Konkretisierung der Zielgruppe, 
dessen Beratungsbedarf sowie die Klärung der Zugangswege. Die Identifizie-
rung fehlender Angebote durch die Berater*innen soll dazu führen strukturelle 
Lücken im Stadtteil zu schließen.  
 
2.6 Ergebnisse aus 2017 
Die Datenerhebung für das Jahr 2017 ist abgeschlossen, sodass eine differen-
zierte Datenanalyse möglich ist.  
 
Abbildung 2: Zugang zur Beratung 2017 
  
 
Von 1.655 beratenen Senior*innen gaben 83 % an, dass sie aufgrund des zu-
gesandten Schreibens „Hausbesuche für ältere Menschen“ (so der Betreff der 
Anschreiben zu den Präventiven Hausbesuchen s. Anlage1) tätig geworden 
67 
38 
170 
1380 
ohne Angabe
sonstiger Zugang
Öffentlichkeitsarbeit
Anschreiben
Zugang (n=1.655)

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
8 
seien und sich beraten ließen. Weitere 170 gaben an, durch Öffentlichkeitsar-
beit (Flyer im Bezirksamt) aktiv geworden zu seien und bei 38 erfolgte ein Zu-
gang über sonstige Wege (z.B. Mundpropaganda). 67 der beratenen Seni-
or*innen gaben dazu keine Auskunft.  
 
Abbildung 3: Altersstruktur der erreichten Zielgruppe 2017 
 
 
Von den 1.655 beratenen Senior*innen ist die Altersgruppe der 80 bis 84 Jähri-
gen am stärksten (37%) vertreten. An zweiter Stelle stehen die 75 bis 79 Jähri-
gen mit 29 % und an dritter die 85 bis 89 Jährigen mit 17 %. 83 % der Rück-
meldungen kommen aus der Gruppe der 75 bis 89 Jährigen. 
 
Abbildung 4: Abfrage nach dem Migrationshintergrund 2017 
  
102 
111 
283 
615 
485 
59 
ohne Angabe
90 und älter
85 - 89
80 - 84
75 - 79
jünger als 75
Altersstruktur (n=1.655) 
82 
144 
1429 
ohne Angabe
Migrationshintergrund
kein Migrationshintergrund
Migrationshintergrund (n=1.655)

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
9 
 
Von den 1.655 beratenen Senior*innen gaben 9% an, über einen Migrations-
hintergrund zu verfügen. 
 
Abbildung 5: Wohnsituation 2017 
  
 
63 % der beratenen Senior*innen leben alleine, 1/3 leben in Haushaltsgemein-
schaft.  
 
Abbildung 6: Pflegegrad  2017  
  
 
Von den beratenen Senior*innen hatten 70 % keinen Pflegegrad. 23 % gaben 
an, in einen Pflegegrad vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) 
eingestuft zu sein. Der konkrete Pflegegrad wurde nicht valide erfasst. 
  
80 
527 
1048 
ohne Angabe
Haushaltsgemeinschaft
alleinstehend
Wohnsituation (n=1.655) 
121 
1156 
378 
ohne Angabe
nein
ja
Pflegegrad (n=1.655)

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
10 
 
Abbildung 7: Weiterleitung in das Kölner Hilfesystem  
 
25 % der beratenen Senior*innen wurden an die Seniorenberatung weitergelei-
tet, um weitere Hilfen anzubieten,  z.B. in den Bereichen, Haushaltshilfen, 
Schwerbehinderung, Mahlzeitendienst, Patientenverfügung, altengerechtes 
Wohnen, etc. (s.Abb.8) 
 
Ein weiterer Schwerpunkt der Weiterleitung liegt mit 11 % im Bereich der 
Haushaltnahen Dienstleistungen. Die Versorgung des Haushalts mit Hilfen für 
den Einkaufen, für die Reinigung der Wohnung und der Wäsche u. ä. sind 
Probleme, mit denen sich die Senior*innen verstärkt an die Berater*innen wen-
den. 
 
Dem entgegen steht ein Anteil von 14 % der beratenen Menschen, die keinen 
weiteren Bedarf an Hilfe- oder Informationsangeboten benötigen.  
  
89 
224 
331 
1 
6 
7 
7 
12 
18 
22 
30 
36 
36 
51 
60 
58 
76 
187 
404 
keine Angabe
kein Bedarf
sonstiges
Sozialpsychatrisches Zentrum
Kurzzeitpflege
Selbsthilfegruppen
Tagespflege
Mahlzeitendienste
Pflegeberatung
Begleitdienste/ Fahrdienste
Betreutes Wohnen
WohnMobil
Taschengeldbörse
Hausnotrufsystem
Freizeitangebote
Ehrenamtliche Hilfen
Pflegedienst
Haushaltsnahe Dienstleistungen
Seniorenberatung
Weiterleitung in das Kölner 
Hilfesystem (n=1.655)

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
11 
Fazit 
 
Ausgangspunkt der präventiven Hausbesuche ist es, diejenigen Senior*innen 
zu erreichen, welche weder über die Dienstleistungen im öffentlichen Raum in-
formiert sind noch an der Kommunikation im öffentlichen Raum teilnehmen. Die 
Verwaltung und die Liga/SBK hatten sich 2015 entschieden, eine vorsichtige 
Herangehensweise im Rahmen der Kontaktaufnahme zu den Menschen zu 
wählen. Das bedeutet, dass die Senior*innen mit einem Schreiben über die 
Möglichkeit eines Hausbesuches zur Klärung von Fragen, Wünschen und Be-
dürfnissen informiert werden. Mit dem Anschreiben wird der jeweils für den 
Stadtbezirk zuständige Mitarbeiter für die Präventiven Hausbesuche mit Bild 
und Kontaktdaten vorgestellt. Die Senior*innen müssen nun selber tätig wer-
den, um eine Beratung in Anspruch zu nehmen, indem sie Kontakt mit dem ge-
nannten Mitarbeiter*innen aufnehmen. Die Kontaktaufnahme kann mit der bei-
gefügten Rückantwortkarte, telefonisch, persönlich oder per Mail erfolgen.  
 
Die Vorgehensweise wird durch die hohe Rücklaufquote von Senior*innen im 
vorpflegerischen Bereich (kein Pflegegrad) positiv bestätigt. Diese Personen 
hatten bisher wenig oder keinen Kontakt zu Dienstleistungen im Stadtteil. Die 
Altersgruppe der alleinlebenden 75 bis 89 Jährigen ist die Risikogruppe, die am 
ehesten pflegebedürftig werden kann. 
 
Um die Rücklaufquote aber weiter zu erhöhen, sollten Zugangswege bedacht 
werden, die in dem PräSenZ Bericht (vgl. Abschlussbericht des Modellvorha-
bens „PräSenZ“ in Baden-Württemberg 2014-2017, Deutsches Institut für an-
gewandte Pflegeforschung e.V.) von DIP vorgestellt wurden. In dieser Studie 
wurden die Senior*innen von der Stadtspitze zum Geburtstag angeschrieben 
und gleichzeitig ein Gratulationsbesuch durch eine/n Berater*in zu einem fest-
gelegten Zeitpunkt angekündigt. Im Gespräch mit Professor Weidner von DIP 
wurden von hier vorgetragene Bedenken (Senior*innen fühlen sich zu sehr un-
ter Druck gesetzt, da sie den Termin aktiv absagen müssen, wenn sie den 
Hausbesuch nicht wünschen) nicht geteilt. Die Akzeptenzrate der Präventiven 
Hausbesuche lag bei diesem Zugangsweg bei 51%. (PräSenZ, S 69 ff) Lt. Stu-
die führt die konsequente proaktive Ausrichtung der Zugangswege zu einer 
sehr guten Annahme des Angebotes Präventive Hausbesuche.  
 
2.7 Qualitätssicherung 
Zur Ermittlung der Nachhaltigkeit der „Präventiven Hausbesuche“ wurde im Juli 
2018 zusammen mit Liga/SBK ein Evaluationsbogen entworfen. Mithilfe dieses 
Evaluationsbogens wird perspektivisch mit allen im Jahr 2017 beratenen Seni-

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
12 
or*innen nochmals Kontakt aufgenommen. 175 telefonische Interviews konnten 
bisher durchgeführt werden. Bis Ende des Jahres sind weitere Interviews ge-
plant. 
 
Bei der telefonischen Kontaktaufnahme wird u.a. festgehalten, in wieweit die 
„Präventiven Hausbesuche“ bei dem einzelnen Menschen auch nach Ablauf ei-
nes Jahres zu einer Verbesserung der Situation geführt haben. Die zugrunde 
liegenden Evaluationsbögen erfassen auch die einzelnen Hilfebedarfe der Se-
nior*innen, die beim Hausbesuch 2017 genannt worden waren. 
 
Abbildung 8: Hilfebedarfe bei den 175 Personen, die interviewt wurden. 
 
 
An erster Stelle steht der Bedarf nach einer Haushaltshilfe, Leistungen der 
Pflegeversicherung sowie Häusliche Pflege und Versorgung. Im mittleren Be-
reich befinden sich Schwerbehinderung, Wohnraumanpassung, Hausnotruf und 
zusätzliche Betreuung-bzw. Entlastungsleistungen. Auch Themen wie Senio-
renreisen und Grundsicherung im Alter befinden sich als Bedarf im mittleren 
Bereich. 
 
Nach jedem Hausbesuch erfolgte eine Kategorisierung des Beratungs- und Un-
terstützungsgesprächs. Eine Auswertung von 206 Hausbesuchen 2017 zeigt, 
dass mehr als die Hälfte der Hausbesuche als Beratungsgespräch mit konkre-
ten Hinweisen auf Dienstleister von den Berater*innen klassifiziert wurden. Eine 
0 50 100 150
Haushaltshilfe
Leistungen der Pflegeversicherung
Häusliche Pflege und Versorgung
Schwerbehinderung
Wohnraumanpassung
Hausnotruf
zusätzliche Betreuungsleistung
Seniorenreise
Grundsicherung im Alter
Mahlzeitendienst
Befreiung von Zuzahlung
private Pflegeperson
Seniorenclubs
Seniorennetzwerke
niedrigschwellige Demenzangebote
Rundfunkgebührenbefreiung
Hilfebedarfe (n =175)

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
13 
Krisenintervention bzw. Soforthilfe war in 2 Fällen erforderlich. Wieviel Krisenin-
terventionen im Jahr 2017 insgesamt notwendig waren, ist noch zu ermitteln. 
 
Abbildung 9: Kategorisierung der Hausbesuch  
Kategorisierung der Beratungs- und Unterstützungsgespräche beim 
Hausbesuch (n=206) Anzahl 
A) Informationsgespräch (z.B. keine fremden Kontaktdaten) 33 
B) Beratungsgespräch mit Antragstellung (Pflegevers., Schwerbehind.) 26 
C) Beratungsgespräch mit konkreten Hinweisen auf Dienstleister 110 
D) Beratungsgespräch mit Vermittlung an Seniorenberatung 35 
E) Krisenintervention / Soforthilfe 2 
 
Die Berater*innen führten 175 Interviews mit folgendem Ergebnis durch. 
 
Abbildung 10: Ergebnisse der 175 Interviews  
Fragen ja nein  
trifft nicht 
zu 
Haben Ihnen die Informationen weiter-
geholfen? 162 13   
Sind Sie aktiv geworden und haben Sie 
die Angebote in Anspruch genommen? 142 32 1 
Hat sich dadurch Ihre Situation verbes-
sert? 96 27 52 
Sind in der Zwischenzeit neue Beratungs-
bedarfe hinzugekommen? 31 144   
Benötigen Sie weitere Unterstützung? 40 65 70 
Waren Sie insgesamt mit dem präven-
tiven Hausbesuch zufrieden? 169 6   
 
Mit 162 Ja-Stimmen bei der Frage 1 bestätigen 93 % Senior*innen, dass ihnen 
die Information der Berater*innen weitergeholfen hat. 81 % der interviewten 
Senior*innen sind selbst aktiv geworden, um sich Unterstützung zu holen und 
sind somit im Hilfesystem angekommen. Bei mehr als der Hälfte (55 %) der Be-
fragten hat sich die häusliche Situation durch den präventiven Hausbesuch 
verbessert. 
 
Nach ca. einen Jahr nach dem Hausbesuch 2017 hat sich der Beratungsbedarf 
in 82 % nicht erhöht. Lediglich bei 18 % sind Bedarfe hinzugekommen und 40

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
14 
Personen (23 %) benötigen weitere Unterstützung. 77 % benötigen keine wei-
tere Hilfen. Die Zufriedenheit mit den Präventiven Hausbesuchen liegt mit fast 
97 % sehr hoch. Lediglich 6 Personen teilten mit, dass sie sich mehr Unterstüt-
zung gewünscht hätten. 
 
3. Weiterentwicklung 
3.1  Optimierung von Verfahrensabläufen 
Ziel ist die Steigerung der Rücklaufquote, um mehr Personen aus dem vorpfle-
gerischen Bereich zu erreichen. Verwaltungsintern ist die Ablauforganisation zu 
optimieren. Während die Versendung der Anschreiben und der Antwortkarten 
in der Anlaufphase 2016 noch durch die Verwaltung per Serienbrief händisch 
erfolgten, sind inzwischen die Arbeitsabläufe strukturiert, die Zeitfolgen und 
Zeitdauer optimiert worden, sodass die Durchlaufzeiten (von Bedarfsmitteilung 
der Berater*innen bis zur Versendung der Briefe) um 2/3 verkürzt werden konn-
ten.  
 
Zum Beispiel wird der stadtinterne Dienst dSmartPost in Anspruch genommen, 
der die Post nach Erhalt der Daten durch das Einwohnermeldeamt druckt und 
versendet. Dies bedeutet, dass die Planung und Organisation zur Erstellung 
der Anschreiben bei einem neuen Stadtteil deutlich kürzere Vorlaufzeit erfor-
dert. Die vorhandenen Kapazitäten in Verwaltung und bei Liga/SBK werden op-
timal genutzt und Bearbeitungszeiten minimiert. 
 
Im Mai 2018 konnte die neue softwaregestützte Datenbank aktiviert werden, 
die unmittelbar nach dem Hausbesuch von den Berater*innen gefüllt wird. Die 
Datenbank bildet alle durchgeführten Beratungen im Rahmen der Präventiven 
Hausbesuche ab. Die Erfassung und zentrale Auswertung ermöglicht kurzfristi-
ge Steuerung und Anpassung an die aktuelle Situation. Beispielsweise wird 
mittels dieser systematischen Erfassung dokumentiert, ob die vermittelten oder 
empfohlenen Hilfen in Anspruch genommen werden bzw. ob es passende Un-
terstützungsmaßnahmen gibt.  
 
3.2  Externe Unterstützung 
Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegefor-
schung e.V. (DIP) wird von Seiten der Verwaltung intensiviert, um die Evaluati-
on und die Qualität des Programms zu optimieren: 
 Befragung der Senior*innen im Hinblick auf die Selbstbestimmung, Au-
tonomie und Befähigung sich selbst zu helfen und was fehlt im Stadtteil, 
damit dies möglich ist. Beispiel: Wissen Sie wohin Sie sich wenden 
müssen, wenn Sie Hilfe benötigen?

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
15 
 Frequenz der Hausbesuche  
 Beratungszeit der Berater*innen 
 Fahrzeiten zur Ermittlung des Personalbedarfs 
 Case-Care-Management (S. 118 PräSenz) 
 Unterstützung durch die Angehörigen 
 Unterstützung durch soziales Umfeld  
 Nutzen präventive Hausbesuche für Senior*innen, Kommune, Angehö-
rigen 
 Fehlende Angebote im Stadtbezirk: haben wir hier Erkenntnisse? 
 
Eine fortlaufende Dokumentation des Programms „Präventive Hausbesuche“ ist 
sinnvoll und wird zukünftig durch den Einsatz der softwarebasierten Datenbank 
für die Berater*innen erleichtert. Für die Fachplanung wird die Auswertung der 
Daten kurzfristiger möglich und die Nachsteuerung der Maßnahme wird 
dadurch erleichtert. Die Datenbasis ist valide und die zu messenden Größen 
sind repräsentativ. 
 
3.3  Wirkungen 
Für die Senior*innen 
 Informationsgewinn über das Kölner Hilfesystem 
 Ermutigung, selbst aktiv zu werden im Sinne von Empowerment und 
somit Erkennen von eigenen Ressourcen und Fähigkeiten 
 Verbesserung der Lebensqualität 
 Kennenlernen einer Kontaktperson im Stadtbezirk, die Ansprechpartne-
rin im Bedarfsfall ist, birgt ein Gefühl der Sicherheit 
 Durch die qualifizierten Berater*innen ist eine Krisenintervention unmit-
telbar möglich 
 Senior*innen, die auf Unterstützung in ihrem Haushalt angewiesen sind, 
die über geringe finanzielle Ressourcen verfügen und deren Bedarfe 
nicht über die Pflegeversicherung abgedeckt sind, sollen durch die Prä-
ventiven Hausbesuch erreicht werden, damit sie haushaltnahe Dienst-
leistungen in Anspruch nehmen können. 
Für die Stadt Köln 
 Imagegewinn (- die Stadt tut was für die Senior*innen, -sie lernt die 
Wünsche ihrer älteren Bürger besser kennen)  
 Niedrigschwelliger Zugang, um Menschen zu identifizieren, die bisher 
noch keinen Weg in das Kölner Hilfesystem gefunden haben 
 Identifizierung von Menschen aus dem vorpflegerischen Bereich ist be-
sonders wichtig, um frühzeitig Unterstützung und Hilfe einzusetzen

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
16 
 Vermeidung bzw. Herauszögern von stationärer Pflege und Verbesse-
rung der Versorgungsquote ambulant zu stationär 
 Reduzierung der Heimkosten durch Sicherstellung der häuslichen Ver-
sorgung. 
 
4. Ausblick 
Im Rahmen des strategischen Leitprojektes „Weiterentwicklung des Senioren-
pakets vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“ ist die Erweiterung 
der Personalkapazitäten auf 9 Berater*innen mit jeweils einer Vollzeitstelle je 
Stadtbezirk geplant. Ziel ist es, die präventiven Hausbesuche zeitnah durchzu-
führen, um die Senior*innen über das Kölner Hilfesystem zu informieren und 
um Zugänge zu den Angeboten zu erleichtern. Das niedrigschwellige Konzept 
Präventive Hausbesuche mit entsprechenden Standards und künftigen Zu-
gangswegen wird in Zusammenarbeit mit den Liga/SBK und der Fachplanung 
für Senioren und behinderte Menschen der Stadt Köln derzeit weiterentwickelt. 
Hierzu erfolgt eine gesonderte Beschlussvorlage im November/Dezember 
2018. 
 
Die Berater*innen, die mit den präventiven Hausbesuchen beauftragt wurden, 
haben durchgängig positive Erfahrungen mit den Hausbesuchen gemacht. Die 
Anliegen der Menschen sind vielfältig, die Hausbesuche konstruktiv. Die prä-
ventiven Hausbesuche stärken die Selbständigkeit und die Autonomie der Se-
nior*innen und erhöhen die Lebensqualität. 
 
Ein wissenschaftlicher Nachweis zur Verzögerung des Eintritts von Pflegebe-
dürftigkeit oder eine Verbesserung des Heimeintrittsrisikos durch präventive 
Hausbesuche wurde bisher nicht erbracht. Beratung vor Eintritt von Pflegebe-
dürftigkeit liege derzeit außerhalb des Erwartungshorizontes von älteren Men-
schen. Gleichzeitig befürworten die Mehrzahl der Befragten eine aktive Kon-
taktaufnahme und ein jährliches Informationsschreiben. (PräSenZ, S.22 ff) 
 
Von der Fachplanung für Senioren und behinderte Menschen ist eine künftige 
Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung 
e.V. (DIP) angestrebt, um die Evaluation sowie Datenerfassung und die Durch-
führung der präventiven Hausbesuche zu optimieren. 
 
Das Programm Präventive Hausbesuche ist personell zu erweitern und qualita-
tiv weiterzuentwickeln und sollte als konstante Maßnahme für ein senioren-
freundliches Köln implementiert werden. Machbarkeit und Praktikabilität sind in 
den letzten zwei Jahren nachgewiesen worden.

Evaluation Präventive Hausbesuche 
   
17 
Anlage 
1 Anschreiben 
2 Dankesschreiben

Mitteilung Ausschuss

542 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/50/503 
 
Vorlagen-Nummer 05.09.2018 
 2918/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Soziales und Senioren 06.09.2018 
 
Präventive Hausbesuche Evaluation 
In der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren vom 17.05.2018 wurde die Verwaltung 
beauftragt, eine Evaluierung des Programms „Präventive Hausbesuche“ vorzulegen. Der Evaluati-
onsbericht und 2 Anlagen (Anschreiben und Dankesschreiben) sind der Mitteilung beigefügt. 
 
 
Gez. Dr. Klein i.V. für Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

06.09.2018 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.17 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2918/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
05.09.2018
Erstellt
03.09.2018 10:00