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2255/2019

Verwendung von Papierhandtüchern bei der Stadt Köln - zu AN/1310/2018

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 01.07.2019

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 12.09.2019, TOP 1.1.2

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

7041 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/26 
 
Vorlagen-Nummer 01.07.2019 
 2255/2019 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft 01.07.2019 
Gesundheitsausschuss 02.07.2019 
Ausschuss für Umwelt und Grün 12.09.2019 
 
Verwendung von Papierhandtüchern bei der Stadt Köln - zu AN/1310/2018 
Die SPD-Fraktion fragte mit Schreiben vom 16.11.2018: 
 
„In seiner Ausgabe vom 16.08.2018 berichtet der Kölner Stadt Anzeiger über den Verbrauch von  
Papierhandtüchern in städtischen Gebäuden. Rund 105 Millionen Papierhandtücher wurden danach 
2017 in den städtischen Dienstgebäuden und in Schulen verbraucht. Die Kosten hierfür werden in 
dem Artikel mit rund 200.000 Euro angegeben. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes zu 
den unterschiedlichen Möglichkeiten des Händetrocknens schneiden Papierhandtücher aus  
ökologischer Sicht ungünstig ab. Nachteilig wirken sich dabei insbesondere auch die eingeschränkte 
Wiederverwertung benutzter Papierhandtücher und der mittlerweile geringe Anteil von Altpapier bei 
der Herstellung aus. Dennoch setzt die Verwaltung nach der Presseberichterstattung weiterhin auf 
Papierhandtücher und zieht offenbar - auch unter Verweis auf deren Kosten für Strom und Wartung - 
nicht den Einsatz von elektrisch betriebenen Geräten zur Händetrocknung in Erwägung.  
 
Vor diesem Hintergrund bittet die SPD-Fraktion um Beantwortung folgender Fragen:  
 
1. Hat sich die Verwaltung mit den ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten des Einsatzes von 
Papierhandtüchern in städtischen Gebäuden und möglichen Alternativen auseinandergesetzt? Sind 
der Verwaltung die Bewertung des Umweltbundesamtes und weitere Vergleiche unterschiedlicher 
Systeme zur Händetrocknung unter ökologischen, hygienischen und wirtschaftlichen Aspekten  
bekannt?  
 
2. Soweit die Verwaltung unter Berücksichtigung vorliegender Informationen zu dem Ergebnis ge-
kommen ist, in städtischen Gebäuden an Papierhandtüchern festzuhalten: liegt dieser Entscheidung 
eine substantiierte Betrachtung möglicher Alternativen zugrunde? Wenn dies der Fall ist: was sind die 
ausschlaggebenden Argumente für die Verwendung von Papierhandtüchern?  
 
3. Wurde zur Bewertung von Alternativen eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt? Wenn ja: 
welche Faktoren wurden hierbei berücksichtigt und zu welchen Ergebnissen kommt die Betrachtung?“ 
 
 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Mit Mitteilung 0115/2019 vom 31.01.2019 zur Sitzung des Ausschusses Umwelt und Grün wurde eine 
Zwischenbeantwortung der Verwaltung zur Anfrage vorgelegt. In dieser Stellungnahme wurde auf 
eine aktuelle Anfrage an die Mitgliedsstädte des Bauausschusses des Deutschen Städtetages zu

2 
 
dieser Thematik hingewiesen. 
 
Am 07.05.2019 wurde im Ausschuss Umwelt und Grün bereits mündlich über die bisherigen Rück-
meldungen der Mitgliedsstädte des Bauausschusses des Deutschen Städtetages und weiterer großer 
Städte berichtet. 
 
Die Prüfergebnisse lassen sich abschließend wie folgt zusammenfassen: 
 
Insgesamt wurden 30 Städte sowie die Universität zu Köln angefragt. Von 13 Städten sowie von der 
Universität zu Köln liegen Rückmeldungen vor. 
 
 
Papierhandtücher 
 
In den angefragten Städten werden überwiegend aus hygienischen Gründen und aufgrund der hohen 
Nutzerakzeptanz Papierhandtücher eingesetzt.  
 
Aus ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten wurde in mehreren Städten vom Einsatz der  
bisherigen Papierhandtuchspender auf Papierrollenspender mit Einzelblattentnahme umgestellt,  
da bei den Papierhandtuchspendern systembedingt regelmäßig eine erhebliche Menge ungenutzt 
entsorgt werden musste. 
In einer Stadt werden die Papierhandtücher mit dem sonstigen Papier recycelt. In einer anderen 
Kommune wird die Zuführung von Papierhandtüchern in das Recyclingsystem geprüft. 
 
 
Stoffhandtücher 
 
Einige Städte, die noch Stoffhandtuchspender zur Händetrocknung einsetzen, prüfen derzeit aus 
Wirtschaftlichkeits- und Hygienegründen Alternativen für eine andere Art der Händetrocknung.  
 
 
Elektrische Händetrocknung 
 
Von 13 Städten, die eine Rückmeldung zur Thematik gegeben haben, setzen 3 elektrische Hände-
trockner ein. Aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht kommen gemäß der Bewertung einer Stadt 
ausschließlich Kaltlufthändetrockner in Betracht. Warmlufthändetrockner benötigen mehr Energie 
durch den aufzuheizenden Luftstrom und sind nach hiesiger Auffassung nicht umweltfreundlich.  
Als hygienischste Art der Händetrocknung werden Kaltlufttrockner ohne Auffangschale favorisiert. 
 
Bezüglich der Nutzerfreundlichkeit ist der Einsatz elektrischer Händetrockner von den Geräuschemis-
sionen her je nach Lage der Sanitärbereiche nicht zweckmäßig beziehungsweise unzumutbar.  
Beispielhaft sind hier die unmittelbar an die Sanitäranlagen angrenzenden Büroarbeitsplätze, Unter-
richts- und Aufenthaltsräume beziehungsweise Verwaltungsgebäude mit einer offenen Gestaltung 
von Arbeitsplätzen zu nennen. 
Darüber hinaus wurde in einigen Städten der Einsatz von elektrischen Händetrocknern aufgrund der 
nicht umfänglich zu bewältigenden Stoßzeiten verworfen, zum Beispiel bei Pausenzeiten in Schulen 
und in Kindertagesstätten. 
 
In anderen Städten wurde vom Einsatz elektrischer Händetrockner sowohl aus wirtschaftlicher Sicht 
hinsichtlich der Anschaffungskosten beziehungsweise nach Prüfung der Lebenszykluskosten als auch 
aus hygienischer Sicht durch mögliche Luftverwirbelung von Bakterien beziehungsweise Keimen  
sowie der Reinigungsbedingungen der Geräte abgesehen. 
 
In den von den Städten und der Universität zu Köln zur Verfügung gestellten wirtschaftlichen  
Betrachtungen zwischen dem Einsatz von Papierhandtüchern und Kaltlufthändetrocknern schneiden 
letztere trotz hoher Anschaffungskosten positiv ab. Eine genauere Betrachtung der  
Lebenszykluskosten ist jedoch hierbei nicht erfolgt.

3 
 
Bei der Stadt Köln sind im Berufskolleg Eumeniusstraße elektrische Händetrockner eingesetzt.  
Die Anschaffung und der Einbau wurden seinerzeit durch den dortigen Förderverein finanziert.  
Als Erfahrungswert kann hier mitgeteilt werden, dass aus wirtschaftlicher Sicht keine nennenswerten 
Reparaturkosten oder Vandalismusschäden zu verzeichnen sind.  
 
 
Fazit 
 
Laut überwiegender Auffassung werden Papierhandtücher den Hygieneansprüchen am ehesten  
gerecht. Zudem hat die Händetrocknung mit Papierhandtüchern eine sehr hohe Nutzerakzeptanz.  
 
Aus ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht käme aus Sicht der Verwaltung die sukzessive  
Umstellung auf Papierrollenspender mit Einzelblattentnahme in Betracht.  
 
Kaltlufthändetrockner kämen ebenfalls aus hygienischen und ökologischen Gründen sowie  
hinsichtlich der Geräuschemissionen in nicht sensiblen Bereichen städtischer Objekte in Betracht.  
 
Die Entscheidung über den Einsatz von Kaltlufthändetrocknern liegt bei den jeweiligen städtischen 
Nutzerdienststellen. Die Beschaffung und der Einbau wären im Einzelfall abzustimmen. 
 
 
 
gez. Greitemann

Beratungsverlauf (3)

01.07.2019 Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft
TOP 7.11 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.07.2019 Gesundheitsausschuss
TOP 6.9 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
12.09.2019 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.1.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2255/2019
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
01.07.2019
Erstellt
21.06.2019 11:20