V/0113/2025
Verkehrssicherheit 2025
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Anlage 2.1_Sichere Kreuzung - Musterblatt 1
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Anlage 2.1 zur Vorlage V/0113/2025 Sichere Kreuzung Musterblatt 1 T-Einmündung ohne Radwege mit Parken | Leitplatte bei erkennbarem Bedarf Anlehnbügel und Baken vorsehen M1:25 Blatt 1/ 14.03.2025
Anlage 2.3_Sichere Kreuzung - Musterblatt 3
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Pr Tu Anlage 2.3 zur Vorlage V/0113/2025 Radweg Parken Fahrbahn Emm) 1 — VIILLANNG ML 1) < ® x ei © je Sichere Kreuzung Musterblatt 3 T-Einmündung mit Radwegen und beidseitigem Parken Nötige Absenkungen vorsehen Leitplatte Bei erkennbarem Bedarf Anlehnbügel und Baken vorsehen M 1: 250 Blatt 3/ 12.03.2025
Beschlussvorlage
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V/0113/2025 V/0113/2025 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Verkehrssicherheit 2025 Beratungsfolge 07.05.2025 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Broschüre zur Verkehrssicherheit „Eine verkehrssichere Stadt für Alle“ wird zur Kenntnis ge- nommen. 2. An Radwegen wird die historisch bestehende Kante zwischen Rad- und Gehweg aus Verkehrssi- cherheitsgründen sukzessive entfernt. 3. Die Musterblätter zur Verbesserung der Sichtbeziehungen zwischen querenden Fußgehenden und dem fließenden Kfz-Verkehr dienen als Grundlage für künftige Umplanungen. 4. An Radverkehrsflächen werden bestehende Poller entfernt, sofern diese ein erhöhtes Verkehrssi- cherheitsrisiko darstellen (Poller Erlass NRW). Begründung: Zu 1: Die Verkehrssicherheit ist ein zentrales Anliegen unserer Gesellschaft, das nicht nur die Lebensquali- tät der Bürgerinnen und Bürger beeinflusst, sondern auch maßgeblich zur Reduzierung von Unfällen und deren Folgen beiträgt. Um die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu verbessern, wurde im Jahr 2009 ein umfassendes Verkehrssicherheitsprogramm ins Leben gerufen. Dieses Programm ver- folgt das Ziel, die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden zu minimieren und die Schwere der Ver- letzungen zu reduzieren. Durch gezielte Maßnahmen wie Aufklärungsarbeit, die Verbesserung der Infrastruktur und die Förde- rung einer sicheren Verkehrsteilnahme konnten bereits positive Ergebnisse erzielt werden. Dennoch Amt für Mobilität und Tiefbau 05.05.2025 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Pott Telefon: 492-6585 Pott@stadt-muenster.de - 2 - V/0113/2025 bleibt die Herausforderung bestehen, insbesondere die gefährdeten Gruppen wie zu Fuß Gehende, Radfahrende, Kinder und Senioren zu schützen. Die Verwaltung erreichen immer wieder Anfragen zum Verkehrssicherheitsprogramm. Um einen bes- seren Überblick über die vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen zur Verkehrssicherheitsarbeit zu geben, wurde eine informative Broschüre erstellt. Diese Broschüre stellt verschiedene Initiativen und Projekte vor, die in unserer Stadt umgesetzt werden, und zeigt auf, wie gemeinsam an einer sicheren und lebenswerten Infrastruktur gearbeitet wird. Die Verkehrssicherheitsarbeit erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Po- lizei, Stakeholdern, Ordnungspartnern und Zivilgesellschaft. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir ein sicheres und verantwortungsvolles Miteinander im Straßenverkehr gewährleisten. Zu 2: Von der Fachhochschule Münster wurden die Radverkehrsunfälle im Jahr 2019 umfassend unter- sucht. Die Studie ist auch im Internet veröffentlicht. https://www.stadt-muenster.de/verkehrsplanung/verkehrssicherheit/verkehrssicherheitsprogramm Dabei ist u.a. aufgefallen, dass es eine größere Anzahl von Alleinunfällen mit verletzten Radfahren- den in Münster gibt, die durch eine in früheren Jahren realisierte Kante zwischen dem Radweg und dem Gehweg zurückzuführen sind. Die Kante zwischen straßenbegleitenden getrennten Geh - und Radwegen stellt teilweise ein erhebliches Un fallrisiko nicht nur für Radfahrende, sondern auch für Fußgehende und seheingeschränkte Personen dar und sollte dringend entfernt werden. Mit einer Höhe von 1,5 bis 5 cm kann diese Abgrenzung zu einer ernsthaften Sturzgefahr werden. Wenn die Kante im spitzen Winkel mit dem Fahrrad befahren wird, verwandelt sie sich in eine gefährliche Sturz- falle, die im Dunkeln oder bei Schnee nur schwer zu erkennen ist. Im Zuge von Umbaumaßnahmen inkl. richtlinienkonformen Ausbau der Radwege, wurden in der Ver- gangenheit bereits etliche Kilometer der Kante entfernt. Doch bestehen aktuell immer noch etwa 20 km im Stadtgebiet, die es sukzessive zu beseitigen gilt. Beispiele sind an der Andreas-Hofer-Straße, Dorbaumstraße, Dyckburgstraße oder am Hansaring zu finden. Diese Kante n bestehen häufig an nicht richtlinienkonform ausgebauten Radwegen. Es wird beschlossen, als fortzuführende Maßnahme diese Kanten zu entfernen, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden schnellstmöglich zu erhöhen. Die Verwaltung wird dabei anstreben, die Rad- wege zeitgleich ERA-konform von den Breiten auszubauen. Der Beschluss legitimiert die Verwaltung aber auch, sofern ein bestehender Radweg wegen seiner mangelnden Flächenverfügbarkeit nicht ausgebaut werden kann, lediglich die Kante zu beseitigen, ggf . dabei auch altes Klinkerpflaster zu ersetzen. Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisen, ist es unerlässlich, auf Bild 1: Kante zwischen Geh- und Radweg (Quelle: FH Münster) - 3 - V/0113/2025 eine höhenmäßige Abgrenzung zu verzichten. Eine durchgehende, ebene Fläche würde nicht nur das Unfallrisiko minimieren, sondern auch die Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit der Wege für alle erhöhen. Der Umbau soll im Rahmen der Radwegunterhaltung erfolgen. Die Verwaltung geht davon aus, dass im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und Finanzmittel ca. 2 km Kanten pro Jahr beseitigt wer- den können. Zu 3: Für die Gewährleistung der Sicherheit von Fußgehenden und Radfahrenden an Kreuzungen und Einmündungen sind die Sichtbeziehungen von entscheidender Bedeutung für die Verkehrssicherheit. Leider werden die Kreuzungsbereiche im Stadtgebiet teilweise bis in den Eckbereich zugeparkt. Das plötzliche Hervortreten hinter parkenden Fahrzeugen stellt ein erhebliches verkehrssicherheitstechni- sches Problem dar, das dringend angegangen werden sollte. Um die Sichtbeziehungen zwische n Fußgehenden sowie Radfahrenden und dem fließenden Kfz-Verkehr zu verbessern, ist es unerläss- lich die Sichtbeziehungen freizuhalten. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) verbietet Parken im Kreuzungsbereich ausdrücklich. Der §12 Absatz 3 der Straßenverkehrs ordnung legt fest, dass das Parken in bestimmten Bereichen (5 m - bzw. 8 m -Zone) vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen unzulässig ist, um die Sicht für alle Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisten. Die Beschlüsse zum integrierten Parkraumkonzept (Vorla- ge V/0193/2024) führen bereits zu einer gezielten Entwicklung der Parkzonen. Im Hinblick auf die Verkehrssicherheit wird bei bestehenden Problemen – auch außerhalb der Parkzonen – der Bedarf gesehen, die Sichtdreiecke zu überprüfen und ggf. zu optimieren. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die Stadt Berlin seit 2023 eine Vielzahl von Einmündun- gen und Kreuzungen außerhalb der Hauptverkehrsstraßen umgestaltet. Durch einfache und kosten- günstige Maßnahmen, insbesondere durch die Anbringung von Markierungen , werden die Knoten- punkte visuell eingeengt. Dies verbessert nicht nur die Sichtverhältnisse für Fußgehende, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmende. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das illegale Parken in den kritischen 5m- und 8m-Bereichen zu verhindern und somit die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die positiven Erfahrungen, die Berlin mit diesen Umgestaltungen gemacht hat, zeigen, dass solche Maß- nahmen effektiv sind. Die Stadt Münster plant, diesem erfolgreichen Beispiel zu folgen und ebenfalls mit vergleichsweise einfachen und kostengünstigen Maßnahmen die Sichtverhältnisse für Fußgehende zu verbessern. Hierzu wurden Musterblätter (Anlage 3 -6) erstellt, die die Anordnung von Sperrflächen im 5m - und 8m-Bereich sowie die Schaffung besserer Querungsmöglichkeiten für Fußgehende beinhalten. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Verkehrssicherheit signifikant zu erhöhen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zusätzliche Bereiche des Fahrradparkens zu integrieren, um die Verkehrsinf- rastruktur weiter zu optimieren. Mit Hilfe der entwickelten Musterblätter wird eine vereinfachte Umsetzung der Maßnahmen ermög- licht, die ohne großen Planungsaufwand realisiert werden kann. Dies fördert nicht nur die Sicherheit der Fußgehenden und Radfahrenden, sondern trä gt auch zur allgemeinen Verbesserung der Ver- kehrssituation in Münster bei. Die Stadt setzt damit ein klares Zeichen für die Förderung des Fußver- kehrs und die Schaffung sicherer Verkehrsbedingungen für alle Bürgerinnen und Bürger. Zu 4: Die Stadt Münster hat schon in der frühen Phase des Verkehrssicherheitsprogramms erkannt, dass viele Alleinunfälle von Radfahrenden im Zusammenhang mit Pollern stehen. Hierbei werden Poller teilweise durch vorausfahrende Radfahrende verdeckt und dadurch übersehen. Dies kann zu Stürzen und Verletzungen führen. Die Stadt Münster hat in den vergangenen Jahren im Rahmen der Radweg- revision deshalb schon zahlreiche Poller entfernt. Auch das Land NRW hat diese Gefährdung von Radfahrenden durch Poller erkannt. Der sogenannte „Pollererlass“ des Umwelt - und Verkehrsministeriums fordert deshalb eine kritische Überprüfung in Nordrhein-Westfalen. Ziel dieses Erlasses ist es, Gefahrenquellen wie Poller, Sperrpfosten und ande- - 4 - V/0113/2025 re Wegsperren zu identifizieren und ggf. zu entfernen. Angesicht s der steigenden Zahl von Men- schen, die das Fahrrad als umweltfreundliches und gesundes Fortbewegungsmittel nutzen, ist es entscheidend, die Radwege sicher und barrierefrei zu gestalten. Der Erlass fordert die Kommunen auf, aktiv an der Reduzierung von Gefahrenquellen zu arbeiten und die Radinfrastruktur kontinuierlich zu verbessern. Der Erlass definiert Poller und Sperrgitter an Radverkehrsanlagen als häufige Gefahrenquelle. Diese sollen nur in Ausnahmefällen und nach einer gründlichen Überprüfung eingese tzt werden. Tragi- scherweise haben solche Gefahren bereits zu schweren Unfällen geführt. Darüber hinaus behindern viele dieser Einrichtungen Menschen mit Lastenrädern, Anhängern oder Dreirädern, was die Nutzung der Radverkehrsanlagen für diese Gruppen ersc hwert oder sogar un- möglich macht. Auch Kinder und Menschen mit Behinderungen sind von diesen Wegsperren oft be- troffen, was die Notwendigkeit einer Überprüfung und ggf. Entfernung dieser Einrichtungen unter- streicht. Die Stadt Münster hat sich bereits dazu verpflichtet, die Poller auf Radverkehrsflächen systematisch zu überprüfen und ggf. zu beseitigen, um die Sicherheit und Zugänglichkeit für alle Radfahrenden zu erhöhen. Dabei stellt u.a. die Gefahr der Nutzung der R adwege durch Kraftfahrzeuge nach Entfer- nung der Poller ein wichtiges Prüfkriterium dar. Die Verwaltung beabsichtigt eine Revision im Rahmen der Straßenunterhaltung aller Poller und Sperrgitter an Radverkehrsanlagen durchzuführen. Unterstützung wird durch die Zustandserfassung mit der Vorlage „V/0118/2025 Zustandserfassung und -bewertung von Radwegen“ erwartet. Im Rah- men dieser Zustandserfassung soll das Radverkehrsnetz (ca. 425 km) mit einer Erfassungstechnik (Fahrzeug, Kamera, Laser, etc.) befahren werde n und möglichst auch Hindernisse wie Poller und Sperrgitter erhoben werden. Der Rückbau der als kritisch eingestuften Poller und Sperrgitter soll als laufendes Geschäft der Ver- waltung im Rahmen der Straßenunterhaltung voraussichtlich bis Ende 2027 erfolgen. In Vertretung gez. Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage 1 Broschüre Verkehrssicherheit – Eine verkehrssichere Stadt für Alle Anlage 2.1 – 2.4 Musterblätter Sichtbeziehungen Anlage A
Anlage A
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Anlage A zur V/0113/2025 Kurzüberblick Die Verkehrssicherheit ist ein zentrales Anliegen unserer Gesellschaft, das nicht nur die Lebens- qualität der Bürgerinnen und Bürger beeinflusst, sondern auch maßgeblich zur Reduzierung von Unfällen und deren Folgen beiträgt. Um die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu verbes- sern, wurde im Jahr 2009 ein umfassendes Verkehrssicherheitsprogramm ins Leben gerufen. Dieses Programm verfolgt das Ziel, die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden zu minimieren und die Schwere der Verletzungen zu reduzieren. Mit der Vorlage werden die Ziele und der Kon- text erläutert sowie die Schwerpunkte als Handlungsauftrag beschlossen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel „Verbesserung der Verkehrssicherheit – Eine verkehrssichere Stadt für Alle“ verfolgt. Die Teilziele lauten „Überblick zum Verkehrssicherheitsprogramm“, „Entfernung der Kante zwi- schen Geh- und Radwegen“, „Verbesserung der Sichtbeziehungen“ und „Entfernung von Pollern auf Radverkehrsflächen“ Finanzierung Produktgruppe: 1201 Bereitstellung von Verkehrsflächen und -anlagen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Anlage 1_Broschüre -Eine verkehrssichere Stadt für Alle - Stand 10.04.2025
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Münsters mobile Vielfalt entdecken EINE VERKEHRSSICHERE STADT FÜR ALLE 3 Bei der Verkehrssicherheit geht es um Leben und T od, aber auch um die Lebens- qualität einer Stadt. Denn nur, wer sich in seiner Mobilität sicher fühlt, fühlt sich auch wohl in seiner Stadt. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Anzahl der Unfälle zu reduzieren, hat Münster 2009 ein umfassendes Ver- kehrssicherheitsprogramm gestartet. Mit gezielten Maßnahmen wie Verbesserungen in der Infrastruktur und Aufklärungsarbeit konnten bereits erste Erfolge verzeichnet werden. So ist zum Beispiel in den ver - gangenen Jahren die Anzahl der Schwer- verletzten im Verkehr spürbar runter ge- gangen. Dennoch bleibt die Herausforderung, die Zahl weiter zu senken. Dabei stellt sich vor allem die Frage: Wie können wir besonders gefährdete Menschen wie Radfahrende, zu Fuß Gehende, Kinder und Ältere schützen? In dieser Broschüre zeigen wir, was in Münster in der Zusammenarbeit vieler Partner passiert, um die Verkehrssicher- heit für alle zu verbessern. Denn wir wollen, dass die Menschen in Münster sich wohl fühlen und sich sicher bewegen können, egal mit welchem Verkehrsmittel. Inhalt 4 ZAHLEN, DATEN, FAKTEN 6 VERKEHRSSICHERHEIT 8 UNFALLZAHLEN 10 ENTWICKLUNG 11 HANDLUNGSFELDER Überwachung und Ahndung Bau- und Verkehrstechnik Verkehrserziehung, Verkehrssicherheitsberatung Öffentlichkeitsarbeit 22 FAZIT UND AUSBLICK 4 Zahlen, Daten, Fakten Zahlen, Daten, Fakten 5 Münster wird immer größer. Seit 2009 sind etwa 15 Prozent an Einwohnern und Einwohnerinnen dazu gekommen. Mittler- weile leben hier 322.904 Menschen (Stand 2023). Mehr Menschen bedeutet auch mehr Verkehrsteilnehmende. Und das heißt in der Fahrradstadt Münster vor allem mehr Radfahrende. Unter den rund 60.000 Studierenden ist das Rad die erste Wahl, um hier unterwegs zu sein. Insgesamt steigt fast die Hälfte aller Ver- kehrsteilnehmenden aus Münster für die täglichen Wege durch das historisch geprägte Stadt- und Straßennetz auf das Fahrrad, die „Leeze“. Und es sollen gerne mehr werden, so der klimafreundliche Wunsch der Stadt. Im Schnitt sitzt jeder Münsteraner und jede Münsteranerin am Tag 20 Minuten im Sattel. Dabei legen die Menschen in Münster insgesamt 471.500 Fahrten pro Tag mit dem Fahrrad zurück. Dafür stehen ihnen 470 Kilometer Rad- wege zur Verfügung. MÜNSTER – ES WIRD MEHR Mit wachsenden Einwohnerzahlen steigt in der Stadt auch der V erkehr. V olle Straßen in der Stadt Die Radfahrenden müssen sich in Münster aber auch viele Kilometer Straßen mit dem wachsenden Autoverkehr teilen. Denn mehr Einwohner bedeutet auch mehr Verkehr. Hinzu kommen jeden Tag 93.652 Pendler (Stand 2023), die mit ihrem Auto in die Stadt kommen. Ins- gesamt gibt es derzeit 221.461 Pendler- bewegungen pro Tag in Münster, zählt man alle Autos, die auf ihrem Weg zur Arbeit und wieder zurück innerhalb der Stadt und über die Grenzen hinaus unterwegs sind. Das heißt volle Straßen mit verschiedenen Verkehrsmitteln – und unterschiedlichen Bedürfnissen in Sachen Verkehrssicherheit. 47 % Radverkehr 19 % Fußverkehr 26 % Autoverkehr 8 % ÖPNV Radverkehrszählstelle Neutor 20.489 Radfahrende am 26. Juni 2024 Jeden Tag viel los Modalsplit Verkehrsverhalten der Bevölkerung Umweltverbund aus ÖPNV , Fuß- und Radverkehr 65 % 35 % 20 % 80 % Pendlerwege innerhalb der Stadt Stadtgrenzen überschreitende Pendlerwege Umweltverbund Auto 221.461 Pendlerbewegungen pro Tag In die Stadt, aus der Stadt und innerhalb von Münster 93.652 Einpendler pro Tag 34.281 Auspendler pro Tag 93.528 Binnenpendler pro Tag T endenz steigend Entwicklung Einwohner 300 TSD 350 TSD 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 61.188 Studierende aus In- und Umland (WS 23/24) – hauptsächlich im Umweltverbund unterwegs 2024 Verkehrssicherheit 7 Wir alle bewegen uns fort – zu Fuß, mit Kinderwagen und Rollstuhl oder mit den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln wie Fahrrad, Roller, Auto, Bus oder Bahn. Dabei möchten wir entspannt und sicher von A nach B kommen können, ohne Un- fall und großes Risiko. Das soll in Münster für alle Menschen möglich sein, ob jung oder alt, einge- schränkt oder nicht. Deshalb setzt die Stadt auf Verkehrssicherheit – zum Beispiel mit eigenen Wegen für Rad- fahrende und Autos, Geschwindigkeits- begrenzungen und extra Ampelphasen für Abbiegende. Die Maßnahmen sind vielfältig. Denn es sollen unterschiedliche Aspekte und Bedürfnisse beachtet werden. Für die einen sind breite Wege und klare Abgrenzungen zu anderen Verkehrs- teilnehmenden besonders wichtig, für andere sind es klare Regeln und verständliche Verkehrszeichen. Bei allen Ideen und Maßnahmen gibt es aber immer eine Sache zu bedenken: Die Fläche, die in Münster dem Verkehr zu Verfügung steht, ist und bleibt begrenzt. ENTSPANNT UND SICHER UNTERWEGS Münster hat ein Ziel: keine Schwerverletzten und T ote im V erkehr VISION ZER0 Vision Zero: nur die Null ist akzeptabel Die Stadt Münster verfolgt mit ihrem Verkehrssicherheitsprogramm das Ziel „ Vision Zero“: null Schwerverletzte, null T ote im Verkehr. Das klingt ambitioniert, gibt aber die Richtung und Strategie vor, dass jeder Unfall vermeidbar ist. Wer das Bestmögliche erreichen will, muss das unmöglich Scheinende fordern. Nicht nur Münster bekennt sich zu diesem langfristigen Handlungsziel. „ Vision Zero“ wird auch landes- und bundesweit sowie in der Europäischen Union verfolgt. 6 Verkehrssicherheit Der Mensch ist die Grenze. Der V erkehr muss an den Menschen angepasst werden – nicht umgekehrt. Das Leben und die körperliche Unversehrtheit ist nicht verhandelbar. Alle V erkehrsteilnehmenden haben das Recht und den Anspruch auf ein sicheres V erkehrssystem. Menschen sind fehlbar. Unser V erkehrs- system ist viel zu selten daran angepasst. Wir müssen eine Infrastruktur und Kultur etablieren, die Fehler verzeiht. Die Stadt verfolgt folgende Leitmotive W ANN FÜHLT IHR EUCH SICHER AUF MÜNSTERS STRASSEN UND WEGEN? „Zur Verkehrssicher- heit gehören für mich Gehwege, die breit genug und getrennt vom Straßenverkehr sind.“ „Ich finde es gut, wenn die Polizei da ist und schaut, ob sich alle richtig verhalten.“ „In der Dunkel- heit fühle ich mich mit meiner Warnweste sicherer.“ „Ich fühle mich sicher, wenn parkende Autos und Fahrräder meinen Gehweg nicht behindern.“ „Wenn ich als Radfahrer ausreichend Platz habe, dann fühle ich mich sicher.“ „Als Autofahrer fühle ich mich sicher, wenn ich Kreuzungen und Straßen gut einsehen kann.“ 8 Unfallzahlen Unfallzahlen 9 In Münster passieren leider immer noch viele Verkehrsunfälle. Auch wenn die Anzahl der Schwerverletzten zurück ge- gangen ist. Wieso kracht es hier nach wie vor häufiger als in anderen Städten im Verkehr? Zum einen sind sehr viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs. 40 Prozent aller Wege werden mit dem Rad zurückgelegt. Zum anderen treffen sie auf Münsters Straßen auf viele Kraftfahrzeuge. Dabei lassen sich Konflikte nicht immer ver- meiden. Häufig trifft es dabei die Rad- fahrenden: Sie machen etwa 53 Prozent aller Verunglückten aus. Neue Herausforderungen im V erkehr Die Mobilität in Münster hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Immer mehr Menschen fahren Fahrrad, aber auch die Zahlen an Pkws sind gestiegen. Dazu bilden neue Verkehrsmittel eine weitere Herausforderung, wie Pedelecs und E-Roller. Sie alle sind gemeinsam in Münsters Verkehrsnetz unterwegs, nutzen zum T eil die gleichen Straßen und Wege. Mit seinem Sicherheitsprogramm möchte die Stadt alle Menschen im Straßenver- kehr schützen und Unfälle vermeiden. Bei der Anzahl der Schwerverletzten ist eine positive Entwicklung bereits erkennbar. Aber nach wie vor ist jeder Unfall zu viel. JEDER UNFALL IST ZU VIEL Fahrradfahrende sind besonders häufig betroffen Viele V erkehrsunfälle auf Münsters Wegen Die Anzahl der Verkehrsunfälle bleibt hoch. Gründe sind unter anderem steigende Einwohnerzahlen, mehr Radfahrende und Pedelec-Nutzer. Weniger Schwerverletzte* V erunglückte nach V erkehrsmittel Münster 2024 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 0 2.000 4.000 6.000 8.000 1.0000 12.000 Einwohner Verkehrsunfälle 2009 2024 Schwerverletzte 2009 256 Schwerverletzte 2024 163 V erunglückte Personen 2024 1.585 Personen im Stadtgebiet 610 Radfahrende 234 Pedelec-Fahrende 391 Pkw-Insassen 139 Fußgehende 88 E-Scooter-Fahrende 24,67 % Pkw-Insassen 5,55 % E-Scooter-Fahrende 53,25 % Radfahrende und Pedelec-Fahrende 11.306 V erkehrsunfälle im Jahr 2024 Davon 1.385 mit Personenschaden 8,77 % Fußgehende 7,76 % Sonstige: LKW-Insassen, Bus-Insassen, Motorradfahrende, etc. 103 Kinder (Personen unter 15 Jahre) 247 Junge Erwachsene (18-24 Jahre) 242 Senioren (Personen ab 65 Jahre) * Personen, die nach einem Verkehrsunfall länger als 24 Stunden im Krankenhaus verbracht haben 10 Entwicklung Handlungsfelder 11 Immer wieder war Münster in der Ver- gangenheit auf den hinteren Rängen der landesweiten Unfallstatistik. Ein unhalt- barer Zustand für eine Stadt, in der viele Menschen gerne Fahrradfahren und sich dabei wohl und sicher fühlen möchten. Weg von den hohen Unfallzahlen, vor allem mit Personenschaden, und hin zu einer möglichst gefahrlosen Mobilität für alle – mit diesem Ziel haben sich die Stadt Münster, die Polizei und weitere Partner 2007 als „Ordnungspartnerschaft Ver- kehrsunfallprävention“ zusammengetan. Ausgezeichnete Partnerschaft Mit Analysen, Gutachten und Empfeh- lungen hat diese – vom Land aus- gezeichnete – Ordnungspartnerschaft ein umfassendes Verkehrssicherheits- programm entworfen und umgesetzt. Die Inhalte wurden in den vergangenen Jahren immer wieder weiterentwickelt und als Projekt „Sicher durch Münster“ vorangetrieben. Vor allem die besonders risikoreichen Unfallstellen wie Kreuzungen und Einmün- dungen wurden dabei genau betrachtet. Damit hier gar nicht erst so viele Unfälle passieren, hat die Stadt zum Beispiel Ampelphasen angepasst und Wege für Radfahrende und Autos voneinander ge- trennt. GEMEINSAM UNTERWEGS FÜR WENIGER UNFÄLLE Mit vielen Partnern zu mehr V erkehrssicherheit Gezielte V erbesserungen Um die Verkehrssituationen genau an den richtigen Stellen und mit den passenden Ideen zu verbessern, wurden vier Hand- lungsfelder zu unterschiedlichen Themen- schwerpunkten gewählt. Sie wirken wie verzahnte Bausteine, die zusammen für mehr Verkehrssicherheit und weniger Un- fälle sorgen. Münster hat mit seiner Ordnungspartner- schaft ein starkes und vielfältiges Bünd- nis, das die Menschen in der Stadt er - reicht, egal, mit welchen Verkehrsmitteln sie unterwegs sind. Dabei geht der Blick auch in die Zukunft und auf mögliche Ver- änderungen: Wie viele Menschen fahren in einigen Jahren noch mit dem Auto, wie viele steigen auf das Fahrrad oder in den ÖPNV um, was bringen uns neue Entwicklungen in der Elektromobilität? Das alles sind neue Herausforderungen für unseren Verkehr. 2007 Gründung der Ordnungspartnerschaft „ Verkehrsunfallprävention“ mit dem Motto „Sicher durch Münster“ durch Stadt Münster, Polizei und 24 weitere Partner 2009 Ratsbeschluss zur Aufstellung eines V erkehrssicherheitsprogramms befristete Projektlaufzeit 2011 Auszeichnung der Ordnungspartnerschaft mit Verkehrsprojekt „Sicher durch Münster“ – Landespreis NRW für innere Sicherheit 2011 2017 Ratsbeschluss zur dauerhaften Fortführung des Verkehrssicherheitsprogramms 2024 Erneuerung der Gründungsurkunde Ordnungspartnerschaft (aktuell: 20 Ordnungspartner) 2025 Es geht weiter: Das Verkehrssicherheitsprogramm ist dauerhafter Bestandteil der Stadt Münster 4. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT 3. VERKEHRSERZIEHUNG UND VERKEHRSSICHERHEITSBERATUNG 2. BAU- UND VERKEHRSTECHNIK 1. ÜBERWACHUNG UND AHNDUNG Handlungsfelder des V erkehrssicherheitsprogramms 12 Überwachung und Ahndung Überwachung und Ahndung 13 Ist ein „Blitzer“ in Sicht, treten die meisten auf die Bremse und halten sich an die Richtgeschwindigkeit. Gibt es in einem Viertel häufig Strafzettel, parken die Autos hier weniger wild. Überall, wo der Verkehr regelmäßig kon- trolliert wird, gibt es weniger Regelver- stöße. Das belegen Zahlen und wissen- schaftliche Studien. Außerdem können durch eine intensive Verkehrsüberwa- chung mögliche Gefahrensituationen frühzeitig erkannt werden. Beides führt im Idealfall zu weniger Unfällen. Münster setzt in seinem Handlungsfeld „Überwachung und Ahndung“ nicht nur auf Kontrolle. Sondern auch auf eine Aufklärungsarbeit, die vor Ort Risiken durch Verkehrsverstöße aufzeigt und so für ein „richtiges“ Verhalten wirbt. Gemalte Dank- und Denkzettel Polizei und Ordnungsamt sind täglich auf den Wegen Münsters unterwegs, um den ruhenden und fließenden Verkehr zu überwachen. Vor Schulen und Kindergärten bekommen sie dabei Unterstützung von Kindern, mit denen sie gemeinsam sowohl Denk- als auch Dankzettel verteilen. Wer hier zu schnell fährt oder falsch parkt, be- kommt einen Denkzettel, auf dem Kinder mögliche Gefahren gemalt haben. Wer alles richtig macht, bekommt einen liebe- voll gestalteten Dankzettel. Große Kontrollaktionen für mehr Sicherheit In Münster gibt es zudem Aktionen, mit denen bestimmte Unfallursachen redu- ziert werden sollen. Dazu gehören groß angelegte Kontrollen im gesamten Stadtgebiet, bei denen zum Beispiel auf die Handynutzung, das Stoppen an roten Ampeln oder das Einhalten von Geschwindigkeits- und Vorfahrtsregeln geachtet wird. Auch Alkohol- und Drogen- tests werden sowohl bei Rad- als auch Autofahrenden regelmäßig durchgeführt. Alles, um für mehr Sicherheit im Verkehr zu sorgen. LOB UND TADEL AUF MÜNSTERS STRASSEN Wird der V erkehr überwacht, kommt es zu weniger Unfällen Hilfestellung im V erkehr Aufklärungsarbeit, Überwachung und Kontrollen sorgen für weniger Unfälle 14 Bau- und Verkehrstechnik Menschen machen Fehler – und ver- ursachen damit Unfälle. Die meisten Ver- kehrsunfälle passieren durch menschliche Fehleinschätzungen. So sind Fahrzeuge oftmals schneller oder langsamer unter - wegs als wir auf den ersten Blick denken. „Das passt schon“, vermuten wir bei mancher Parkplatzwahl, Straßenbreite oder im Gegenverkehr. Leider passt es dann doch nicht immer. Mehr als 90 Prozent der Unfälle mit Personenschaden lassen sich in Deutsch- land laut Statistik auf solche Fehlein- schätzungen zurückführen. Ausschließen lassen sie sich nicht. Aber reduzieren: durch eine einheitliche und schnell begreifbare Verkehrsinfrastruktur, wie deutliche Markierungen, erkennbare Wegführungen, passende Ampel- schaltungen und eindeutige Verkehrs- zeichen. Im Verkehrssicherheitsprogramm der Stadt Münster zielt das Handlungsfeld Bau- und Verkehrstechnik genau darauf ab: mit baulichen und technischen Ver- besserungen die Anzahl von Verkehrs- unfällen zu verringern. Dabei gibt es „reaktive Maßnahmen“ als Reaktion auf Unfallsituationen sowie „präventive Maßnahmen“, damit es gar nicht erst zu so vielen Unfällen kommt. SCHLUSS MIT UNFALLSCHÄDEN Kleine und große Baumaßnahmen sowie der Einsatz neuer T echnik sorgen für weniger Unfälle Die gefährlichen Spots im Fokus Die Polizei und die Stadt Münster haben den Verkehr im Blick. Sie registrieren Unfälle, Unfallorte, mögliche Ursachen – und werten diese Daten regelmäßig aus. Auf Karten vermerken sie die Stellen, an denen es besonders häufig kracht und Menschen zu Schaden kommen, die so genannten Unfallhäufungsstellen und -linien. Wie lassen sie sich entschärfen? Dazu macht sich die Unfallkommission Gedanken, eine Arbeitsgruppe aus Polizei, Straßenverkehrs- und Straßen- baubehörde. Gemeinsam finden sie Maßnahmen, die diese Gefahrenstellen sicherer machen. Jedoch kracht es in Münster nicht nur regelmäßig an den Unfallhäufungsstellen. Etwa zwei Drittel aller Verkehrsunfälle geschehen wo- anders. Damit es insgesamt zu weniger Zusammenstößen kommt, ergreift die Stadt zusätzlich präventive, vorbeugende Maßnahmen. Getrennte Abbiegung Radfahrende und Menschen, die zu Fuß gehen, geraten vor allem dann in Gefahr, wenn sie an Kreuzungen geradeaus unter- wegs sind, während die Autos und Lkws abbiegen möchten. Kurz nicht aufgepasst, nicht genau hingeschaut oder im toten Winkel – und schon kann es zu einem schweren Unfall kommen. Die Stadt Münster hat bereits an vielen Stellen die Grünphasen für Rechtsab- bieger getrennt signalisiert, so dass es hier zu weniger Rad- und Fußverkehrs- unfällen kommt. Unfallskizzen zeigen Problemstellen Von vielen Kreuzungen und Straßen gibt es Skizzen mit Verkehrsbewegungen und Unfallzahlen. So werden Problemstellen ersichtlich und Lösungen überprüft. 112 1 1 1 Albersloher Weg Hafen- platz V orher Auf dem Albersloher Weg hatten alle Verkehrsteilnehmenden auf Höhe des Hafenplatzes zeitgleich grün – sowohl die Rechtsabbiegenden als auch alle, die gera- deaus unterwegs waren. Das ist bundesweit an den meisten Ampeln üblich: Alle Abbie- genden müssen dem geradeaus fahrenden Verkehr Vorrang gewähren. In Münster führte das an dieser Stelle vor allem bei den Radfahrenden zu vielen Unfällen. Anzahl an Unfällen 11 Kfz-Rechtsabbiegende <-> Radfahrende 1 Kfz-Rechtsabbiegende <-> Bus Nachher 2024 wurden die beiden Ver- kehrsströme durch eine unterschiedliche Ampelschaltung voneinander getrennt. Jetzt haben die rechts abbiegenden Autos rot, während die Ampel für den Rad- und Fußverkehr auf grün steht. Seitdem gab es hier keine registrierten Rad-Unfälle mehr. Anzahl an Unfällen 0 Kfz-Rechtsabbiegende <-> Radfahrende 0 Kfz-Rechtsabbiegende <-> Bus Bau- und Verkehrstechnik 15 01 1 0 Hafen- platz 1 Albersloher Weg über 90 % aller V erkehrsunfälle mit Personenschaden lassen sich deutschlandweit auf Fehleinschätzungen der Verkehrsteilnehmenden zurückführen Reaktive Maßnahmen Unfallkommission Auswertung der Unfälle Unfallhäufungslinien Unfallhäufungsstellen … Unfallhäufungsstellen sicherer machen Präventive Maßnahmen Einheitliche Radwege Anpassung von Ampelschaltungen Geschwindigkeitsreduzierung Verbesserung der Sichtbeziehungen ... Unfälle im V erkehr vorbeugen 16 Bau- und Verkehrstechnik 17 Einheitliche Radwege Mehr als die Hälfte aller Verletzten in Münsters Verkehrsunfällen sind Rad- fahrende. Um ihre Mobilität im gesamten Stadtgebiet sicherer und einfacher zu machen, wurden ihre Wege so ein- heitlich wie möglich gestaltet. Gleiche Markierungen, Farben und Schilder sollen ganz offensichtlich sein und sofort Klarheit schaffen: Hier sind Radfahrende unterwegs, hier geht es für euch lang. Starke Ampeln dank LED Alle 290 Lichtsignalanlagen in Münster werden nach und nach auf LED-Signale umgestellt. Damit haben die Ampeln eine höhere Leuchtkraft und sind besser erkennbar. Zudem erhalten sie blindengerechte akustische Signale und Vibrationstaster. Rot, gelb, grün rund um die Uhr Auch in der Nacht sind in Münster die Ampeln aktiv. Die Stadt verzichtet auf eine Nachtabschaltung, um rund um die Uhr für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen. Raus aus dem T oten Winkel Vor allem für Radfahrende ist der „ T ote Winkel“ eine große Gefahr. Verkehrs- spiegel helfen in Münster dabei, dass sie besser von Auto- und Lkw-Fahrern gesehen werden können. Außerdem machen Aufkleber an Bussen und Lastern auf die mögliche Gefahr durch den „ T oten Winkel“ aufmerksam. Check up für Straßen und Wege Wo gibt es gefährliche Straßen- und Gehwegschäden? Wo fehlt eine Markierung oder ist ein Schild defekt? In Münster sind städtische Verkehrs- kontrolleure dafür da, solche Schäden zu erfassen, damit sie zeitnah beseitigt werden können. Kein Platz für „Dooring“ Wenn Autotüren ohne Blick auf den Verkehr aufgerissen werden, kann das vor allem für Radfahrende schmerzhaft werden. Als „Dooring“ bezeichnet man die Unfälle, bei denen Radfahrende gegen eine geöffnete Autotür knallen. T rennstreifen zwischen parkenden Autos und dem Radverkehr sollen das „Dooring“ verhindern. Roter T eppich nur für Radfahrende Radfahrende dominieren Münsters Straßenraum. Im gemeinsamen Verkehr mit motorisierten Fahrzeugen ziehen sie aber häufig den Kürzeren, geraten oft in Unfälle und werden dabei verletzt. Daher macht die Stadt Münster auf diese Ver- kehrsgruppe besonders aufmerksam und färbt alle Wege rot, die ausschließlich und überwiegend von Radfahrenden genutzt werden. Weg mit Hindernissen An einigen Stellen mit besonders vielen Radunfällen ist der Grund schnell erkenn- bar: Poller und Absperrgitter, die den Verkehr nicht sichern, sondern ihn ge- fährlich machen. Nach einem NRW-Erlass sollen diese Hindernisse weichen und Gefahrenstellen damit reduziert werden. Zwischen Rad- und Gehwegen gibt es immer wieder kleine Schwellen und Kanten. Sie sind häufig für „Allein-Unfälle“ von Radfahrenden verantwortlich. Diese Schwellen sollen verschwinden und so gestaltet werden, dass hier niemand ver- unglückt. Freie Sicht Um sicher in eine Straße einbiegen zu können, braucht es freie Sicht. Behindern zum Beispiel parkende Autos, Bäume oder Hecken den Blick, kann es hier schnell zu Unfällen kommen. Das kann vor allem für Fußgänger gefährlich werden. Deshalb bemüht sich die Stadt, diese so genannten „Sichtdreiecke“ und „Sicht- beziehungen“ an den Straßen frei zu halten. Außerdem schafft sie mit Sonder - flächen für Fußgänger auf den Straßen bessere Sicht. T oter-Winkel-Spiegel machen Menschen und Fahrzeuge sichtbar. Alles im Blick Sonderflächen bieten Fußgängern freie Sicht für das Überqueren einer Straße und machen sie zugleich für andere sichtbar. LED T op ausgestattete Ampeln: starkes LED-Licht, blindengerechte akustische Signale und keine Nachtabschaltung 24h Insgesamt 80 Dooring-Unfälle (in Jahren 2022–2024) 18 Verkehrserziehung, Verkehrssicherheitsberatung Verkehrserziehung, Verkehrssicherheitsberatung 19 Wer neu in Münster ist oder sich zum ersten Mal durch die Stadt fortbewegt, wird sich vielleicht wundern. „Fahrrad- straße“ steht da zum Beispiel. Aber was bedeutet das genau? Es ist nicht sofort klar, dass hier keine Autos, aber dafür Fahrräder nebeneinander fahren dürfen. Nur, wer die Verkehrsregeln kennt, kann sich an sie halten und Unfälle so ver- meiden. Deshalb setzt die Stadt Münster auf Verkehrserziehung und Verkehrs- sicherheitsberatung. Mit passenden Programmen für verschiedene Gruppen, zum Beispiel für Kinder und Jugendliche, für neu zugezogene Bürgerinnen und Bürger, für Menschen mit Behinderungen sowie für Seniorinnen und Senioren. Erste Schritte und Pedaltritte im Straßenverkehr Gerade Kinder benötigen besonderen Schutz auf ihren Wegen durch die Stadt. Deshalb gibt es für sie in Münster besondere Programme zur Verkehrserziehung. „An der Bordstein- kante HALT – oder es KNALLT!“ Das lernen zum Beispiel Vorschulkinder von der Polizei, die mit eigenen Puppen- theaterstücken in die Kindergärten kommen und spielerisch das richtige Überqueren von Straßen zeigen. Bei den Grundschulkindern dreht sich dann alles um das sichere Fahrradfahren. Dabei werden nicht nur Regeln erklärt, sondern es geht zum praktischen Üben mit den Rädern auf die Straße. Wer riskant unterwegs ist, lebt gefährlich Die Polizei kommt auch in die weiterfüh- renden Schulen. Denn wenn sich Schul- weg und Verkehrsmittel ändern, können neue Gefahrenstellen auftauchen. Um die Unfallzahlen zu verringern, an denen junge Menschen beteiligt sind, hat die nordrhein-westfälische Polizei „Crash Kurs NRW“ ins Leben gerufen. Das Prä- ventionsprogramm richtet sich an zehnte und elfte Klassen und wird auch in „AN DER BORDSTEINKANTE HALT – ODER ES KNALLT!“ V erkehrsschulungen helfen dabei, sicher in Münster unterwegs zu sein Münster genutzt. Emotionale Berichte und Bilder zeigen, wie riskantes Verhalten und das Missachten von Verkehrsregeln Unfälle verursachen können – und wie sie vermeidbar sind. Aber auch ältere Menschen brauchen Verkehrsschulungen, zum Beispiel wenn sie auf Pedelecs umsteigen. Die Verkehrs- wacht Münster gibt deshalb regelmäßig Kurse für Senioren und Seniorinnen. So läuft das bei uns Münster ist eine wachsende Stadt. Wer neu hierher zieht, kennt vielleicht nicht alle hier üblichen Verkehrsregeln und Besonderheiten. Wie zum Beispiel die rot gefärbten Fahrradstraßen, auf denen Autos sich dem Fahrradverkehr unter- ordnen müssen. Auch die vielen eigenen Spuren für Abbieger sind für manche neu. Polizei und extra ausgebildete Verkehrs- sicherheitsberaterinnen und -berater unterstützen mit vielen Infos beim An- kommen. Jedes Jahr begrüßen sie zum Beispiel die Studierenden an der Uni- versität, für die das Fahrrad die erste Wahl ist, um in der Stadt mobil zu sein. Mit neuen Vokabeln wie Leezen (Fahr- räder) und Velorouten erklären sie, wie das Radfahren in Münster für alle sicher und komfortabel sein kann. Aufeinander Acht geben ist ebenso wichtig wie Verkehrserziehung. Radfahrtraining für Schulkinder, Geflüchtete und Studierende Jeder soll Münsters beliebtestes Verkehrsmittel sicher nutzen können. Wie komme ich sicher über die Straße? Mit Puppen und Theaterstücken erklärt die Polizei Kindern richtiges Verhalten im Verkehr. 20 Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit 21 Für eine verkehrssichere Stadt reicht es nicht aus, passende Pläne und Maß- nahmen zu entwickeln. Die Mobilität in Münster wird nur dann gefahrloser, wenn die Menschen das Verkehrssicher- heitsprogramm kennen und bereitwillig mitmachen. Mit kreativen Kampagnen, Aktionen, und Plakaten wirbt das Hand- lungsfeld „Öffentlichkeitsarbeit“ für Auf- merksamkeit, klärt über Gefahren und Maßnahmen auf, schärft das Bewusstsein und animiert zu einem besseren Ver- halten im Verkehr. Aktionen für mehr Sichtbarkeit Unter dem Motto „sehen und ge- sehen werden“ verteilt die Ordnungs- partnerschaft Verkehrsunfallprävention jeden Herbst etwa 4000 gelbe Warn- westen an Radfahrende mit dem Logo „Sicher durch Münster“. Auch Erst- klässlerinnen und Erstklässler werden mit Kinderwarnwesten mit reflektierenden Elementen ausgestattet. Zu Beginn der Fahrrad-Saison im Früh- jahr organisiert die Ordnungspartner- schaft zudem den „Rollenden Verkehrs- tag“. Dann gibt es in der ganzen Stadt Aktionen, die zeigen, wie das Fahrrad zu einem sicheren Verkehrsmittel wird. Um Sichtbarkeit in der Dunkelheit geht es bei der jährlichen Fahrrad-Lichtaktion. Auszubildende zum Zweiradmecha- troniker kontrollieren jeden Herbst an Münsters Schulen Fahrräder auf ihre Verkehrssicherheit. Dabei schauen sie vor allem auf die funktionierende und richtig eingestellte Beleuchtung. Aber auch kleine Mängel werden direkt vor Ort behoben. Zusammen mit der Polizei sensibilisieren die angehenden Fach- kräfte die Schülerinnen und Schüler dafür, wie wichtig es ist, im Straßenver- kehr gut gesehen zu werden und mit ver- kehrssicheren Rädern unterwegs zu sein. ZEIG DICH VON DEINER SCHOKOLADENSEITE Mit kreativer Öffentlichkeitsarbeit wirbt Münster für richtiges V erhalten Hingucker regen zum Nachdenken an Um eine möglichst große Reichweite und Aufmerksamkeit geht es bei Plakaten, Aufstellern und Postkarten, die regel- mäßig in der Stadt verteilt werden. Überraschende Motive und emotionale Botschaften sollen die Menschen inne- halten, staunen und begreifen lassen. Für die aktuelle Plakat-Kampagne zum Thema „Rücksicht und Perspektiv- wechsel im Straßenverkehr“ haben Design-Studierende der Fachhoch- schule Münster mehrere Entwürfe er- arbeitet. Sieger wurde die Idee „Zeig dich von deiner Schokoladenseite!“ mit verschiedenen Motiven: Mal joggt die süße Schokolade mit Warnweste und Stirnleuchte über die Promenade, ein anderes mal wartet ein Schoko-Elternteil mit Schoko-Kind vor einer roten Ampel. Mit der Frage „Schon probiert?“ fordert die Kampagne dazu auf, sein eigenes Ver- halten im Verkehr zu überdenken und sich rücksichtsvoll zu verhalten. So sehen Sieger aus: Design-Studierende der Fachhochschule Münster präsentieren die vier Plakate ihrer Kampagne. (oben) Aber auch alle anderen Motive bekamen von der Jury großes Lob. (unten) Etwa 4.000 gelbe Warnwesten werden jeden Herbst von der Ordnungspartnerschaft an Radfahrende in Münster verteilt Am „Rollender V erkehrstag“ finden in Münster verschiedene Akti- onen zum Thema Verkehrssicherheit statt. Darunter auch eine Rallye mit Fahrrädern und Kettcars für Kinder. 22 Fazit und Ausblick Impressum Herausgeberin und Kontakt Stadt Münster Weitere Informationen: www.mobil-in-muenster.de www.sicher-durch-muenster.de www.stadt-muenster.de/verkehrsplanung/ verkehrssicherheit Umsetzung Alexandra Wolters (Text) Franziska Holtmann (Gestaltung) Derek Pommer (Illustration) April 2025 Die Bildrechte liegen vollumfänglich bei der Stadt Münster und dem Polizeipräsidium Münster Quellen Pendleratlas (2025), Pendlerstatistik Münster 2023, https:/ /pendleratlas.de/nordrhein-westfalen/muenster/, abgerufen am 09.02.2025 Polizeipräsidium Münster (2025). Verkehrsunfallstatistik 2024 Stadt Münster Statistikamt Stadt Münster Mobilitätsplanung (2023). Mobilitätsbefragung 2022 zum werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölkerung in Münster Statistisches Bundesamt (2022). Verkehrsunfälle Fachserie 8 Reihe 7 2021, Seite 50 Für eine verkehrssichere Stadt verfolgen wir das Ziel „ Vision Zero“. Wir wollen, dass keine Menschen im Verkehr zu Schaden kommen. Die Sicherheit hängt für uns höher als die Leistungsfähig- keit des Verkehrs. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem nicht- motorisierten Verkehr: auf den vielen Radfahrenden in unserer Stadt und allen, die zu Fuß unterwegs sind. Das haben wir bereits geschafft: Die Un- fallzahlen haben sich nicht verschlechtert. T rotz steigender Einwohnerzahlen und immer mehr Radfahrenden in der Stadt, über die wir uns sehr freuen. So geht es weiter: Verkehrssicherheit ist eine Daueraufgabe, der wir uns mit aller Kraft annehmen. Neue Herausforderung durch Mobiltätswandel und Innovationen haben wir dabei ebenso im Blick, wie den sicheren Ausbau unserer Straßen und Wege. Nur gemeinsam können wir es schaffen, den Verkehr in Münster sicherer zu machen. Dafür müssen alle bereit sein, Rücksicht zu nehmen und aufeinander zu achten. Das ist Gemeinschaft und unser Ziel. FAZIT UND AUSBLICK Gemeinsam machen wir Münster sicherer Regionalverband Münsterland Ordnungspartner 2025 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Taxi-Zentrale Münster e.G.
Anlage 2.4_Sichere Kreuzung - Musterblatt 4
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Sichere Kreuzung - Musterblatt 4 Anlage 2.4 zur Vorlage V/0113/2025 Kreuzung mit Radwegen und beids. Parken Fahrbahn Bei erkennbarem Bedarf Anlehnbügel nd Bak orsehen u en vorse Nötige Absenkungen vorsehen Leitplatte + Leitplatte Parken Bei erkennbarem Bedarf Anlehnbügel und Baken vorsehen M4:250 Blatt 4/ 14.03.2025
Anlage 2.2_Sichere Kreuzung - Musterblatt 2
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u u | Anlage 2.2 zur Vorlage V/0113/2025 Radweg Fahrbahn Sichere Kreuzung Musterblatt 2 T-Einmündung mit Radwegen und Parken Nötige Absenkungen vorsehen Leitplatte Fahrbahn Bei erkennbarem Bedarf Anlehnbügel und Baken vorsehen 1: 250 Blatt 2/ 12.03.2025
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (7)
- Andreas-Hofer-Straße
- Dorbaumstraße
- Dyckburgstraße
- Hansaring
- Albersloher Weg
- Promenade
- Neutor 20
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Details
- Aktenzeichen
- V/0113/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.04.2025
- Erstellt
- 05.03.2025 09:59