AN/0268/2024
Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende
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Antrag nach § 3 (Die Linke BV8)
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Kalker Hauptstraße 247 – 273 51103 Köln Linke-BV8@stadt-koeln.de Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: AN/0268/2024 Gremium Datum der Sitzung Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende - Abriss der Hallen Kalk durchführen Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, DIE LINKE. Fraktion in der Bezirksvertretung Kalk bittet Sie den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der 23. Sitzung der Bezirksvertretung Kalk in der Wahlperiode 2020/2025 am Donnerstag, dem 07.03.2024 zu setzen. Beschluss: 1. Die Bezirksvertretung Kalk fordert den Ausschuss für Kunst und Kultur auf, seinen Beschluss vom 28.04.2015 bezüglich des Abrisses der Hallen Kalk aufzuheben. 2. Die Verwaltung wird daraufhin umgehend die entsprechenden Vorarbeiten (dezidiertes Abbruchkonzept, Abbruchstatik, umfangreiches Schadstoffgutachten sowie entsprechende Architektenpläne) leisten und im Anschluss beim Bauaufsichtsamt den notwendigen Abbruchantrag stellen. 3. Die Bezirksvertretung Kalk fordert den Rat der Stadt Köln auf, den unter DS 2646/2019 Anlage 2 als TOP 10.13 der Ratssitzung am 07. November 2019 beschlossenen, so genannten Integrierten Plan als städtebauliches Konzept gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB, welcher die Rahmenbedingungen der künftigen Entwicklung im Bereich zwischen Neuerburgstraße und Christian -Sünner-Straße/ Frau Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker - 2 - Wiersbergstraße zusammenfasst, wieder aufzuheben und das Verfahren unter Hinzuziehung des Geländes mit den Hallen 75; 76 und 77 erneut aufzulegen. 4. Die Bezirksvertretung Kalk fordert den Stadtentwicklungsausschus der Stadt Köln auf, eine Entwicklung für dieses Gebiet zu forcieren, wie sie auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk ebenfalls stattfand. Hierbei ist zu berücksichtigen: 5. Auf dem Gelände der abzureißenden Hallen 75 bis 77 ist ein bis zu achtgeschossiger Gebäuderiegel als Büroleistungscentrum mit dem Namen „Büropark des Südens“ zu errichten, der einerseits die Nutzung der von der Stadt genutzten Gebäude am Ottmar-Pohl-Platz fortsetzt und andererseits in Konjunktion mit den zu erstellenden Gebäuden auf dem bisherigen Pflanzstellegelände steht und das geplante Gebäudeensemble zur Büronutzung auf der bisherigen Brache städtebaulich ergänzt. a. Hierfür ist ein Investor zu suchen, der Büroimmobilien als Kapitalanlage errichten möchte, ähnlich der DEVK oder der Flossbach von Storch AG. b. Für die bisher dort verortete Pflanzstelle ist ein Ersatzstandort zu finden, wie dies beim Dirttrack ebenfalls erfolgte. c. Durch ein sanftes Ausflaufen der Gebäudehöhen in den ursprünglich geplanten und zu verwerfenden Grünzug hinein, wäre die Erstellung des „Büropark des Südens“ auch in die andere Richtung umgebungsverträglich. d. Statt der Anlage des nun nicht mehr zu realisierenden Grünzuges, werden Bäume im Bürgerpark und auf dem Alten Kalker Friedhof gepflanzt oder alternativ Flächen in Brück und Rath/Heumar entsiegelt. 6. Es ist zu prüfen, ob in einem solchen Umfeld ein Drogenkonsumraum überhaupt Akzeptanz findet oder mit der unvermeidlichen Umsiedlung des Vision e.V. ebenfalls an völlig anderer Stelle zu errichten ist. 7. Den im so genannten Kulturhof Engagierten und möglichen Investoren, wie zum Beispiel Domid ist die Nutzung von städtischen Industriehallen im Mülheimer Süden in Aussicht zu stellen und für diesen Zweck eine Angebotslaternativ- Kommission zu bilden, welche aus führenden Mitarbeiter*innen aus den Ämtern für Liegenschaften, Stadtplanung und Stadtentwicklung, sowie dem Kulturamt besteht. 8. Der Abriss des gesamten Gebäudeensembles auf dem Gelände der Hallen Kalk ist vorzubereiten und die Vermarktung an Investoren zur Weiterentwicklung des „Büropark des Süden“ einzuleiten. 9. Die bisherigen Planungen und Beschlüsse für das Gesamtgelände sind als obsolet einzustufen neu aufzusetzen. Begründung: - 3 - Bereits in der Mitteilung der damaligen Kulturdezernentin Laugwitz-Aulbach vom 10.03.2015 wurde der Zustand der Hallen 76 und 77 mit drastischen Worten beschrieben und ein sofortiger Abriss begründet. „Die Hallen Kalk sind in einem schlechten baulichen Zustand. Das aktuell vorliegende Gutachten des beauftragten Ingenieurbüros für Statik spricht von einer akuten Gefahr hinsichtlich der 84 m langen Fassade am Ottmar-Pohl-Platz. […] Aufgrund des Befundes w urden im Jahre 2014 Absperrmaßnahm am Ottmar- Pohl-Platz durchgeführt und erste Sicherungsmaßnahmen eingeleitet. […] Letztlich ist festzustellen, dass die ehemaligen Industriehallen 76 und 77 der KHD in Köln Kalk das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. Die Hallen w urden 1901 und 1906 errichtet.“ Daher hatte die Kulturdezernentin nach Abstimmung mit der Gebäudewirtschaft bereits am 24.02.2015 entschieden, das Bauaufsichtsamt zu bitten, den Abriss der Hallen anzuordnen. Da die ersten Sicherungsmaßnahmen in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiern und seitdem den Betrieb des Ottmar-Pohl-Platzes stark einschränken und des Weiteren sich der Gebäudezustand überraschenderweise nicht durch Selbstheilungskräfte und das Aufstellen von Kerzen in der Kalker Kapelle verbessert hat, ist es nun Zeit, dem ein Ende zu bereiten. Auch die letzten Zustandsberichte zu den Hallen Kalk enthalten die gleichen Textbausteine, wie sämtliche Mitteilungen der letzten 10 Jahre. Die Verwaltung scheint somit am Ende ihrer Kreativität angekommen zu sein und selbst der Unterhaltungswert solcher Mitteilungen tendiert gegen Null. Einzig im Bereich der Ausreden, warum in all den Jahren keine Sanierung stattfand und warum diese in den nächsten 10 Jahren nicht stattfinden wird, bleibt diese Kreativität augenscheinlich erhalten. Da sich aber durch einen Abriss der alten KHD-Hallen an der Neuerburgstraße plötzlich ganz andere Möglichkeiten der Entwicklung und Vermarktung auch für das benachbarte Gelände der Hallen Kalk auftun, ist auch hier eine Überplanung im Sinne der Gewinnerwirtschaftung ein nicht wegzudiskutierender Sachzwang. Gerade in Zeiten leerer Kassen, kann und darf sich die Stadt Köln natürlich nicht mit dem Erhalt von Gebäuden, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben, weil sie aus den Jahren 1901 und 1906 stammen, noch weitere Ausgaben aufhalsen. Sie muss im Gegenteil ihre Einnahmen verbessern. Hierfür bietet sich das ehemalige KHD-Areal förmlich an und könnte für ein Vielfaches dessen, was die Stadt beziehungsweise ein Tochterunternehmen der Sparkasse dafür damals zahlte, an einen Investor veräußert werden. Gleichzeitig darf man natürlich die positiven Effekte für den Stadtteil Kalk und damit auch für den gesamten Bezirk, nicht ignorieren. Durch die Schaffung eines hochwertigen - 4 - Investitions- und Prestigeobjektes würde die Umgebung massiv aufgewertet und auch für die mehrheitlich im Eigentum der Stadt Köln befindliche GAG ergeben sich Chancen, die Mieten in ihren Objekten in Kalk entsprechend der neuen Entwicklung anzupassen und Mehreinnahmen zu generieren, die letztlich über Dividendenzahlungen ebenfalls der Kölner Stadtkasse wieder zufließen. Somit ist trotz aller Änderungen immerhin die Entwicklung des Gebietes im Sinne des Gemeinwohls weiterhin gegeben. Kurzum, ein Ende mit Schrecken ist gemeinwohlorientiert, positiv für alle und immerhin besser als der andauernde Schrecken ohne Ende. Es ginge endlich voran, die Kalker Initiativen für den Kulturhof hätten Klarheit, die Autos verschwänden wieder vom Ottmar- Pohl-Platz und Kinder könnten dort gefahrlos spielen. Es ist für alle vor Ort eine Win- Win-, wenn nicht gar eine Win-Win-Win-Situation. Mit freundlichen Grüßen HP Fischer gez. Denis Badorf Fraktionsv orsitzender Stellv ertretender Fraktionsv orsitzende r
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0268/2024
- Typ
- Antrag nach § 3 BV8 (Linke)
- Datum
- 22.02.2024
- Erstellt
- 22.02.2024 11:21