1461/2022
Ergebnisse Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des sog. Rewe Platzes an der Piccoloministraße in Holweide
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Anlage 2 Planungshinweise wasserwirtschaftliche Klimafolgenanpassung
14911 Zeichen
Planungshinweise für den Bereich „Rewe Platz Holweide“
im Sinne der wasserwirtschaftlichen Klimafolgenanpassung
1. Bewertung Ist-Zustand (Hitzebelastung, Überflutungsgefährdung)
Die nachfolgenden Kartenausschnitte zeigen den Ist-Zustand in Bezug auf die Hitzebelastung
und die Gefährdung durch Starkregen im Planungsbereich an der Piccoloministraße in
Holweide (bekannt unter „Rewe Platz Holweide“).
Der Versiegelungsgrad im Planungsbereich beträgt circa 80 Prozent. Aufgrund der hohen
Versiegelung und Baudichte liegt hier eine mäßige bis starke Hitzebelastung vor. Die
Einstufung entspricht der Hitzeklasse 1 (sehr hoch belastete Siedlungsflächen ) und
Hitzeklasse 2 (hoch belastete Siedlungsflächen) (siehe Karte).
Ausschnitt Starkregengefahrenkarte StEB Köln inklusive Fließpfeile
Ausschnitt Hitzeaktionskarte Stadt Köln
Anhand der Starkregengefahrenkarte (folgende Karte & Anhang 1) können
überflutungsgefährdete Bereiche auf dem Kölner Stadtgebiet identifiziert werden. Bei starken
Niederschlagsereignissen kann das anfallende Niederschlagswasser nicht gänzlich über die
Kanalisation abgeführt werden. Gemäß der vorherrschenden Topographie samme lt sich das
Niederschlagswasser oberflächig in tiefliegenden Bereichen.
Die Starkregengefahrenkarte zeigt, dass im Bereich der Piccoloministraße, angrenzend zum
Platz aufgrund einer Senke Überflutungen im Straßenraum sowie auf angrenzenden
Parkplatzflächen möglich sind. Bei einem 30-jährlichen Regenereignis (siehe www.steb-
koeln.de/starkregen) k önnen Überflutungen von bis zu 50 cm Höhe auftreten (Kategorie
Starkregengefährdung „hoch“).
Der Platz in Holweide befindet sich in einem Wasserschutzgebiet der Kategorie IIIb . Das
Versickern von Niederschlagswasser ist hier unter bestimmten Bedingungen gestattet. Ein
erster Kontakt mit der U nteren Wasserschutzbehörde hat ergeben, dass nur unbelastetes
Niederschlagswasser über Rigolen zur Versickerung gebracht werden darf. Dies wäre der Fall,
wenn die Fläche frei von KFZ - und Lieferverkehr bleibt und im Winter lediglich mit
abstumpfenden Materialien be streut wird. Ansonsten müsste die Versickerung über die
belebte Bodenzone erfolgen, etwa über Mulden mit standortangepasster Bepflanzung . Für
diese müssten ca. 15-20 % der zu entwässernden Fläche beansprucht werden.
Das Plangebiet befindet sich in einem Bereich einer erfassten Altablagerung. Für Maßnahmen
der Entsiegelung oder Versickerung müssen vorerst Bodenuntersuchungen erfolgen, um ggfs.
weitere notwendige Maßnahmen (wie Bodenaustausch etc.) festzustellen.
Ansonsten ist, bei einem Grundwasserflurabstand von über 13 m, eine Versickerung technisch
umsetzbar. Bei Versickerungsmaßnahmen abgesehen von einer Flächenversickerung wäre
dann eine Wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich.
Die Bewertung des Ist -Zustand zeigt basierend auf der Überflutungsgefährdung und
Hitzebelastung eindeutigen Handlungsbedarf.
2. Allgemeine Forderungen der StEB Köln zur wasserwirtschaftlichen
Klimafolgenanpassung
Im Zuge des Klimawandels muss zukünftig mit häufigeren Wetterextremen in Form von
Hitzewellen, Trockenperioden und Starkregenereignissen gerechnet werden. Zudem hat sich
der Wasserhaushalt durch großflächige Versiegelungen im Vergleich zum unbebauten Zustand
erheblich verändert , mit negativen Folgen für die Gewässerökologie, d ie
Grundwasserneubildung und das Stadtklima. Ein nachhaltiges Regenwassermanagement trägt
in diese m Zusammenhang dem fortschreitenden Klimawandel Rechnung und leistet einen
wichtigen Beitrag zur Klimafolgenanpassung.
Übergeordnete Anforderungen an die Freiraumplanung „Rewe-Platz“ Holweide
1. Erhalt/Verbesserung der Wasserbilanz: Anfallendes Niederschlagswasser soll ortsnah
versickern/verdunsten und nicht über den Kanal entwässert werden
2. Minderung der Überflutungsgefahr/Überflutungsvorsorge
3. Erhöhung der Kühlungseffekte zur Bewältigung von Hitzestress
4. Aufwertung des Aufenthaltsraums durch eine klimafolgenangepasste Freiraumplanung
Für das Plangebiet sind Überlegungen zum Umgang mit Niederschlagswasser anzustellen
und die damit verbundenen notwendigen Flächenanteile in der Freiraumplanung zu
berücksichtigen (Vorschläge finden sich unter Punkt 4) . Entsprechend den Vorschriften des
Wasserhaushaltsgesetzes, des Landeswassergesetzes und der Abwassersatzung der StEB
Köln soll das unbelastete Niederschlagswasser verdunstet, zur Versickerung gebracht oder in
ein ortsnahes Gewässer eingeleitet werden, sodass zuweilen eine unnötige Ableitung in das
Kanalnetz entfallen kann.
In diesem Zusammenhang ist es notwendig, die Wasserbilanz
(Direktabfluss/Rückhaltung/Versickerung/Verdunstung) zu berücksichtigen . Es soll eine
Gegenüberstellung der Wasserbilanz des derzeitigen (Entwässerung in Kanal) mit der
des zukünftig en Entwässerungssituation (Maßnahmen der dez entralen
Regenwasserbewirtschaftung) erfolgen (z. B. mit WABILA; nach Arbeits - und
Merkblattreihe DWA -A-M 102) . Die Software WABILA und andere Wasserbilanzm odelle
können die langjährigen Wasserbilanzen von (Bau-)Gebieten ermitteln und bilden die
Aufteilung des mittleren Jahresniederschlags im Plangebiet nach Direktabfluss, Versickerung
und Verdunstung ab. Wasserbilanzmodelle unterstützen die Planung standortgerechter
Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung. Ziel ist die Verbesserung der Wasserbilanz
für das Planungsgebiet (Vergleich Ist- und Plan-Zustand) durch die Auswahl geeigneter
Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung. Es ist ein Plan beizulegen,
der die Systemfunktion und Bewirtschaftungsmaßnahme n der Flächen ausweist und
eine Überprüfung der Wasserbilanzierung erlaubt. Weiterhin ist d ie Versickerung bzw.
Rückhaltung des Regenwassers im Planungs bereich und die Gewährleistun g der
Überflutungssicherheit mit den Anlagen zur Regenwassersammlung, -führung, -ableitung und
-behandlung mit den Hauptelementen darzustellen. Die Anbindung der abflusswirksamen
Flächen an die Rückhalte - oder Versickerungssysteme muss unter Berücksichtigung der
Höhenentwicklung grafisch ersichtlich sein (Fließrichtungen darstellen).
Wichtige Informationsquellen für Planungen zum Umgang mit Niederschlagswasser stellen die
Flächenkategorisierung, mögliche Altlasten, der Grundwasserstand, die Lage von
Wasserschutzgebieten und die Möglichkeit zur multifunktionalen Nutzung dar (siehe DWA
Checklist im Anhang).
Im Zusammenhang mit dem Regenwassermanagement erforderliche Geländeaufschüttungen
und -modellierungen sind im Entwurf darzustellen.
3. Maßnahmenbeispiele der Wasserwirtschaftlichen Klimafolgenanpassung
Die w asserwirtschaftliche Klimafolgenanpassung verfolgt das Ziel , urbanes „Grau“ zu
permanent grün er, blau -grüner oder temporär blaue r Infrastruktur zu entwickeln . Diese
Maßnahmen können den Kategorien Gebäudebegrünung, Regenwassernutzung,
Entsiegelung, Versick erung, Künstliche Wasserflächen, Reinigung und Stauraum im
Kanal zugeordnet werden. Die StEB Köln haben 29 Maßnahmen aufgelistet (Anhang 2). Zu
diesen Maßnahmen wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens KURAS Steckbriefe
erarbeitet (Anhang 3). Diese Maßnahm en können einzeln oder kombiniert angewendet
werden. Mögliche Maßnahmen für die Entwurfsgestaltung am „Rewe Platz“ wären:
Flächenversickerung/ Muldenversickerung
Wasserdurchlässige Pflaster
Dachbegrünung (Retentionsdächer)
Fassadenbegrünung
Multifunktionale Flächen
Weitere Maßnahmen der wasserwirtschaftlichen Klimafolgenanpassung finden sich in
folgenden Publikationen: „Leitfaden für eine wassersensible Stadt- und Freiraumgestaltung in
Köln“; „Wassersensibel planen und bauen in Köln“; „Mehr Grün für ein besseres Klima in Köln“
sowie „MURIEL – Multifunktionale Retentionsflächen“.
4. Konkrete Maßnahmenvorschläge
Im Folgenden werden konkrete Maßnahmenvorschläge vorgestellt. Die aufgeführten Ideen
sind nicht separat zu betrachten, sondern als Bausteine, die sich auch gegenseitig ergänzen
können.
a. Integration Forschungsprojekt „Wasser muss zum Baum“
Die StEB Köln sind am Projekt „Das Wasser muss zum Baum“ des Amts für Landschaftspflege
und Grünflächen unter der Leitung von Herr Dr. Bauer beteiligt. In diesem Projekt werden die
aktuellen Planungsstandards zur Baumpflanzung in der Stadt Köln an die Herausforderungen
des Klimawandels (Hitze, Dürre, Starkregen) angepasst und weiterentwickelt.
Das Projekt verfolgt übergeordnet das Ziel einer maximalen Wasserspeicherung bei
gleichzeitiger Berücksichtigung der anerkannten Regeln des Straßenbaus . Das
Wasserdargebot für Baume wird auf diese Weise optimiert und Setzungen und Sackungen
innerhalb der Pflanzgrube vermieden. . In einer Versuchsreihe an ca. 100 vorhandenen und
neuen Baumstandorten auf dem Kölner Stadtgebiet werden drei unterschiedliche Bauweisen
erprobt.
1) Ersatzpflanzung an einem vorhandenem Baumstandort
2) Neupflanzung im Bestand
3) 3. Neupflanzungen in Erschließungsgebieten.
Die StEB Köln schafft hier Synergien in den Bereichen dezentrale Niederschlagsversickerung,
Starkregenvorsorge und Klimawandelanpassung.
Der „Rewe-Platz“ in Holweide könnte als Pilotstandort für die Probung der Variante 1 und 2
dienen. Hierzu wäre es ratsam, die betreffenden Ansprechpartner auf Seiten des Amtes für
Landschaftspflege und Grünflächen frühzeitig zu kontaktieren und in die Neugestaltung des
„Rewe-Platz“ einzubinden.
b. Grün-blaue Bereiche: Muldenversickerung und Begrünung
Eine Muldenversickerung kann für die Entwässerung der Fläche dienen, sodass das
anfallende Wasser möglichst oberirdisch gesammelt und versickert wird. Die
Muldenversickerung könnte gemäß der derzeitigen Topographie nördlich entlang der
Piccoloministraße
etabliert werden. Die
Muldenfläche sollte
ca. 20% der zu
entwässernden
Fläche entsprechen.
Als Richtlinien dienen
die DWA A138
(2005), DWA M153
(2007) sowie die FLL-
Broschüre
„Versickerung und
Wasserrückhaltung“
(FLL 2005).
Mögliche, gezielte Fließrichtung mit Einleitung in eine Mulde
Zudem wären darüber hinaus Entsiegelungs - und Begrünungsmaßnahmen empfehlenswert.
Durch ihren Kühlungseffekt tragen sie zur Hitzereduktion bei und fördern die Biodiversität und
die Aufenthaltsqualität. Das folgende Bild dient als Beispielidee für die Integration begrünter
Bereiche.
c. Versickerungsfähige Oberflächenbefestigung
Um die Flächenversiegelung und den Niederschlagsabfluss zu verringern, sollte auf
vollversiegelte Flächen verzichtet werden und stattdessen teilversiegelte
Oberflächenbefestigungen verwendet werden. Durch alternative Beläge (z.B. Rasenfläche,
Schotterrasen, wasse rgebundene D ecke, Rasengittersteine, Pflaster mit offenen
Zwangsfugen1) kann die natürliche Bodenfunktion zumindest teilweise wiederhergestellt
werden. Je nach Anwendungsbereich eignen sich unterschiedliche Materialien. Zu geeigneten
Möglichkeiten liefern die FLL-Richtlinie „Begrünbare Flächenbefestigungen“ (2018) und FLL-
Richtlinie „Wassergebundene Wegedecken“ (2007) weitere Informationen.
d. Richtige Wahl des Baumaterials
Um Kühlungseffekte zu schaffen ist auch der Einsatz von Materialien mit geringer
Erwärmungswirkung ein zentraler Baustein. Die Gestaltung des Platzes sollte möglichst in
hellen Farben erfolgen, um die Albedo zu verringern und die Hitzebelastung durch
Wärmeabstrahlung von dunklen Flächen zu reduzieren. Hilfreiche Informationen zur
Klimawandelangepassten Bauweise finden Sie auch in den Broschüren des Bundesinstitut für
Bau-, Stadt- und Raumforschung sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
(siehe Anhang).
e. Potentiale im Umfeld ausschöpfen
Für die Neugestaltung des Platzes sollte d as nähere Umf eld integriert werden. Das große
Wohngebäude am „Rewe-Platz“ ist Eigentum der GAG. Das Unternehmen steht den Themen
Nachhaltigkeit und Klimafolgenanpassung aufgeschlossen gegenüber. Das Flachdach des
Gebäudes könnte mit einer extensiven Dachbegrünung ausgestattet werden. Diese Form der
Dachbegrünung ist vergleichsweise kostengünstig herzustellen und Bedarf nur einer geringen
1 Die Materialien sind nach ihrer Versickerungsfähigkeit aufgeführt. Beginnend mit der höchsten
Versickerungsrate.
Beispiel Tåsinge Pladsin Kopenhagen (GHB Landskabsarkitekter/ Steven Achiam)
Pflege und Wartung. Des Weiteren sollten Möglichkeiten einer Fassadenbegrünung in
Betracht gezogen werden. Die Bereitschaft der GAG zur Umsetzung von Begrünungslösungen
könnte durch das Förderprogramm Grünhoch3 unterstützt werden. Ein weiterer Anreiz zur
Partizipation der GAG wäre die Einsparung von Regenwassergebühren. Es wäre theoretisch
möglich, die Dachentwässerung komplett zu entk oppeln und das Regenwasser in Zisternen
zwischen zu speichern und anschließend zur Bewässerung von Grünflächen zu nutzen. Hier
könnte auch eine Brücke zum derzeit in der Entwicklung befindlichen Projekt COOLED
entstehen (siehe Empfehlung f).
Eine weitere Maßnahme, um den „Rewe-Platz“ klimaangepasst zu gestalten und gleichzeitig
das Miteinander im Veedel zu stärken ist die Integration der Bevölkerung durch Urban
Gardening Projekte oder das Angebot von Pflanzpatenschaften für Baumscheiben. Für diese
beiden V arianten gibt es bereits zahlreiche Beispiele in Köln. Das für die Bewässerung
notwendige Wasser könnte aus den Zisternen entnommen werden, die durch die
Dachentwässerung des Wohngebäudes der GAG gefüllt werden. Urban Gardening Projekte
können auch auf kleinen, begrenzten Flächen zum Einsatz kommen – wie zum Beispiel beim
Bunkergarten in Deutz.
f. Erhöhung der Verdunstungskühlung durch COOLED-Prototyp
Die StEB Köln und das Forschungsinstitut für Wasser der RWTH Aachen (FiW) haben einen
Antrag für ein Forschungsvorhaben „COOLED“ (COOLe veEDel) eingereicht. Dieser ist zum
jetzigen Zeitpunkt (Stand Mai 2021) noch nicht bewilligt . Im Rahmen des geplanten
Forschungsprojektes COOLED soll die Nutzung von Niederschlagswasser zur Bewässerung
und zur Kühlung von hitzebelasteten öffentlichen Plätzen und Straßen in Köln mit einem
Prototypen untersucht, umgesetzt und im Betrieb begleitet werden. Hierzu wird das dachseitig
anfallende Niederschlagswasser von Gebäuden durch Vaporisation zur Kühlung
hitzebelasteter Bereiche eingesetzt und zusätzlich zur Bewässerung von integrierten, grünen
Elementen genutzt. Ein weiteres Ziel ist die Sensibilisierung der Bevölkerung in Hinblick auf
den Klimawandel und mögliche r Klimawandelanpassungsmaßnahmen, sowie der
Wissenstransfer mit anderen Kommunen.
Die folgende Abbildung zeigt schemenhaft die Idee des Forschungsvorhabens.
Der „Rewe Platz“ in Holweide könnte als Beispielort für den Prototyp dienen. Gegebenenfalls
ist eine (Teil-)Finanzierung durch das Forschungsprojekt möglich.
Prinzip des Forschungsvorhabens COOLED
Mitteilung BV
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/61/1 613 Grau Sa Vorlagen-Nummer 1461/2022 Freigabedatum 27.05.2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 13.06.2022 Ergebnisse Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des sog. Rewe Platzes an der Piccoloministraße in Holweide Der sogenannte Rewe Platz an der Piccoloministraße in Holweide entsprach nicht mehr den Anforde- rungen an einen Quartiersplatz. Neben großen gestalterischen und funktionalen Defiziten, waren vor allem Sauberkeit, Sicherheit aber auch soziale Spannungen die zu lösenden Problemstellungen. 2017 wurde daher unter einer regen Beteiligung der Holweider Bürger*innen sowie Akteur*innen von einem externen Planungsbüro ein temporäres Gestaltungs- und Nutzungskonzept erarbeitet. Mit die- sem Konzept sollten zunächst für einen Zeitraum von etwa 5 Jahren Nutzungen und Ausstattungs- elemente für den Platz erprobt werden. Bewährtes sollte in eine langfristige Umgestaltung übernom- men werden. In den folgenden Jahren wurden halbjährlich eine Begutachtung des Zustands des Plat- zes sowie eine Befragung von Nutzern vor Ort durchgeführt. Diese Evaluation wurde im März 2021 abgeschlossen und zeigt auf, dass die Ausstattungselemente sehr gut angenommen werden und kaum beschädigt sind. Der Nutzungs- und Aufenthaltsgrad des Platzes hat sich erhöht und die Rückmeldungen der Anwohner*innen und Kinder/Jugendliche waren überwiegend positiv. Deutlich wurde jedoch auch, dass die Aspekte Sicherheit und soziale Spannungen nur unwesentlich durch die Umgestaltungsmaßnahmen beeinflusst werden konnten und sich zum Teil sogar noch ver- schärft haben. Daher führte das Stadtplanungsamt im Herbst 2021 eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit durch, um gemeinsam Grundlagen für ein langfristiges Gestaltungs- und Nutzungskonzept zu erarbeiten, aber auch um mit den Anwohner*innen die nicht baulich – physischen Probleme am Platz zu erörtern. Hierbei wurden verschiedene Formate gewählt, um einen möglichst breiten Querschnitt der Bevölke- rung anzusprechen. Neben einer digitalen Beteiligungsmöglichkeit, dem "Mitmachtportal" der Stadt Köln, wurden Frage- bögen in den umliegenden Haushalten verteilt und eine Platzkonferenz mit zahlreichen lokalen Schlüsselakteuren durchgeführt. Ebenso wurde ein dreitägiges "Platzcamp" mit vielen Mitmachaktionen durchgeführt, welches von den Stadtteilmüttern Mülheim unterstützt wurde, um auch Menschen mit wenig oder keinen Deutsch- kenntnissen einbinden zu können. Die Auswertung dieser breit angelegten Beteiligung ergibt viele hilfreiche Erkenntnisse (siehe Anla- ge), die nun in das langfristige Gestaltungskonzept einfließen werden. Eine Studie der Stadtentwässerungsbetriebe, mit Planungshinweisen im Sinne der wasserwirtschaftli- chen Klimafolgeanpassung für den Bereich Rewe Platz von 2021, stellt zusätzlichen größeren ökolo- gischen Handlungsbedarf für den Platz fest. Daher besteht seitens der Stadtentwässerungsbetriebe großes Interesse daran, den Platz, als eine 2 sogenannte "Multifunktionsfläche" umzugestalten und ein externes Planungsbüro damit zu beauftra- gen. So können innovative Lösungen des Wassermanagements mit den Gestaltungswünschen aus der Beteiligung kombiniert werden. Die Ergebnisse werden den zuständigen politischen Gremien sowie der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Platz in seiner seit 2017 bereits verbesserten Ausstattung lädt verstärkt zum Verweilen und Kommunizieren ein, macht seitdem somit aber auch vorhandene soziale Probleme sichtbarer. Das Ergebnis der Beteiligung macht diesen Effekt deutlich: Etwa die Hälfte der Anregungen beziehen sich auf Sicherheit, Sauberkeit und zwischenmenschliche Konflikte. Erfahrungsgemäß werden die ange- strebten baulichen Maßnahmen nur eine sehr begrenzte Wirkung auf die sozialen Probleme vor Ort haben. Zielführend wäre daher flankierend eine Verstärkung und Unterstützung ggf. aber auch ein ressort- übergreifendes Koordinieren der bereits vorhandenen Sozialraumstrukturen im politischen Auftrag. Anlagen Anlage 1 Dokumentation Ergebnisse Öffentlichkeitsbeteiligung Anlage 2 Planungshinweise wasserwirtschaftliche Klimafolgenanpassung
Anlage 1 Ergebnisse_Öffentlichkeitsbeteiligung
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Zukunft Rewe Platz Öffentlichkeitsbeteiligung 2021 Zukunft Rewe Platz – Öffentlichkeitsbeteiligung 2021 Piccoloministraße Piccoloministraße Zukunft Rewe Platz Öffentlichkeitsbeteiligung 2021 Seite 3 Inhalt 1. Vorgeschichte – Die vorübergehenden Maßnahmen seit 2017 ........................................4 Ziel des temporären Konzeptes ............................................................................................... 6 Planungsprozess und Umsetzung ............................................................................................ 6 Evaluation und Ausblick ........................................................................................................... 7 2. Öffentlichkeitsbeteiligung: Formate und Ergebnisse .......................................................8 Online Beteiligung 2021: Beteiligungsportal der Stadt Köln .................................................. 10 O-Töne Beteiligungsportal .................................................................................................... 12 Analoge Beteiligung: Fragebogen-Aktion .............................................................................. 14 Vor-Ort-Beteiligung: Platzcamp ............................................................................................. 16 Beteiligung von Schlüsselakteur*innen ................................................................................. 28 Seite 4 1. Vorgeschichte Die vorübergehenden Maßnahmen seit 2017 1. Vorgeschichte Die vorübergehenden Maßnahmen seit 2017 Seite 5 Der sogenannte Rewe Platz an der Piccoloministraße in Holweide entsprach nicht mehr den An- forderungen an einen Quartiersplatz. Er wies insbesondere einen Mangel an Aufenthalts q ualität auf und zeichnete sich durch vielfältige sozialräumliche Spannungen aus. Daher beschloss der Stadtentwicklungsausschuss im März 2017 ein temporäres Gestaltungs- und Nutzungskonzept erarbeiten zu lassen. Mit diesem Konzept sollten zunächst für einen Zeitraum von etwa 5 Jahren Nutzungen und Ausstattungselemente für den Platz erprobt werden. Bewährtes soll in eine langfristige Umgestaltung übernommen werden. Seite 6 Ziel des temporären Konzeptes Ziel des temporären Gestaltungs- und Nutzungskonzeptes war es, für die einzelnen Nutzer*- innengruppen Anreize zum Verweilen und Begegnen zu geben. Dabei sollten die Bevölkerung, insbesondere Kinder und Jugendliche, sowie weitere Beteiligte vor Ort wie soziale Einrichtungen, mitwirken und mitentscheiden, um die Identifizierung mit dem Platz und die Umgestaltungs- maßnahmen zu fördern. Planungsprozess und Umsetzung In der Auftaktveranstaltung im Juli 2017 wurden Ideen und Anregungen zum Platz von der Bevölkerung gesammelt. Diese flossen in verschiedene Entwurfsvarianten, die in einer zweiten Veranstaltung mit der Öffentlichkeit vor Ort diskutiert wurden, ein. Im Anschluss wurde das finale Gestaltungs- und Nutzungskonzept für die temporäre Platzgestaltung auf der Grundlage der Ergebnisse der Zwischenpräsentation erarbeitet. Der Platz wurde hierbei in vier Bereiche für verschiedene Nutzer*innengruppen unter - gliedert und Stadtmöbel und Spielmöglichkeiten konzipiert. Der Fokus lag dabei auf eine möglichst robuste, kostengünstige und damit einfache Herstellung der Möbel sowie der Einsatz von Betonfertigteilen. Dies ermöglichte auch die sehr zügige Umsetzung. Auch am Aktionstag im Juni 2018 wurde deutlich, dass die schlichte Machart der Möbel den Vorteil hatte, dass Bürger*innen und insbesondere Kinder und Jugendliche unter Anleitung von Fachleuten in der Lage waren, mit anzupacken. Sie halfen zum Beispiel bei der Endmontage der Möbel und der Bepflanzung von Pflanztrögen. REWE Platz Köln Holweide Temporäre Umgestaltung M 1:100 urbanegestalt, 17.01.2018 M Piccoloministraße Piccoloministraße Reverse Graffiti als optische Abtrennung der verschiedenen Bereiche M M M M M M SANITÄRLADEN FEEnhaus BEWO Sanitärladen Nebenraum BÄCKER FRISÖR Kiosk Nebenraum KIOSK Anlieferung SUPERMARKT Eingang SUPERMARKT ZUFAHRT Skulptur Sitzmodul PARKPLATZ PARKPLATZ PARKPLATZ PARKPLATZ JUGENDBEREICH ANLIEFERN/ WENDEN PARKPLATZ Haus Gerhart-Hauptmann-Straße 31 Terassenmöbel BEREICH NACHBARTREFF 1 1 2 2 2 2 2 2 2 3 3 4 5 5 5 5 5 4 Kiosk Nebenraum Kneipe KINDER UND FAMILIENBEREICH Hüpfspiel Fahrradständer Reverse Graffiti als optische Abtrennung der verschiedenen Bereiche Reverse Graffiti als optische Abtrennung der verschiedenen Bereiche 1.16 4.40 4.30 6.60 6.75 1.20 1.20 3.30 1.20 8.80 0.50 0.50 3.66 1.20 8.80 0.51 1.20 6.00 3.60 3.60 3.60 3.60 3.60 6.00 6.00 6.00 BUS B U SVIII F VD Sitzbankgarnitur, Beton Tröge mit Holzauflagen als Sitzpodeste U-Stein Sitzbank mit Holzauflagen U-Stein Sitzbank mit Holzauflagen Hochbeete und Sitzmodule Hochbeete und Sitzmodule Hochbeete und Sitzmodule Hochbeete 1 23 4 56 7 89 10 Hüpfspiel 1-10 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Hüpfspiel 1-15 Platzbelag: Betonplatten 40x40cm, betongrau 0.40 0.40 0.40 0.40 0.80 0.40 1.20 0.80 0.80 MODULARE ELEMENTE Hochbeete und Sitzmodule Hochbord Hochbord Hochbord Hochbord 10 10 m3 5 N Entwurfsplan REWE Platz Köln Holweide Temporäre Umgestaltung (ohne Maßstab) Seite 7 Evaluation und Ausblick In den folgenden Jahren wurden halbjährlich eine Begutachtung des Zustands des Platzes sowie eine Befragung von Nutzenden vor Ort durchgeführt. Die Möbel waren durch Witterung und Vandalismus kaum beschädigt. Der Aufwand für Instandhaltung bzw. Reparaturen war somit sehr gering. Die Rückmeldungen der Anwohner*innen und Kinder und Jugendlichen waren überwiegend positiv. Der Nutzungs- und Aufenthaltsgrad des Platzes hat sich erhöht. Deutlich wurde jedoch, dass die Aspekte Sicherheit und soziale Spannungen nur unwesentlich durch die Umgestaltungsmaßnahmen beeinflusst werden konnten und einen komplexeren ressortüber- greifenden Handlungsbedarf haben. REWE Platz Köln Holweide Temporäre Umgestaltung M 1:100 urbanegestalt, 17.01.2018 M Piccoloministraße Piccoloministraße Reverse Graffiti als optische Abtrennung der verschiedenen Bereiche M M M M M M SANITÄRLADEN FEEnhaus BEWO Sanitärladen Nebenraum BÄCKER FRISÖR Kiosk Nebenraum KIOSK Anlieferung SUPERMARKT Eingang SUPERMARKT ZUFAHRT Skulptur Sitzmodul PARKPLATZ PARKPLATZ PARKPLATZ PARKPLATZ JUGENDBEREICH ANLIEFERN/ WENDEN PARKPLATZ Haus Gerhart-Hauptmann-Straße 31 Terassenmöbel BEREICH NACHBARTREFF 1 1 2 2 2 2 2 2 2 3 3 4 5 5 5 5 5 4 Kiosk Nebenraum Kneipe KINDER UND FAMILIENBEREICH Hüpfspiel Fahrradständer Reverse Graffiti als optische Abtrennung der verschiedenen Bereiche Reverse Graffiti als optische Abtrennung der verschiedenen Bereiche 1.16 4.40 4.30 6.60 6.75 1.20 1.20 3.30 1.20 8.80 0.50 0.50 3.66 1.20 8.80 0.51 1.20 6.00 3.60 3.60 3.60 3.60 3.60 6.00 6.00 6.00 BUS B U SVIII F VD Sitzbankgarnitur, Beton Tröge mit Holzauflagen als Sitzpodeste U-Stein Sitzbank mit Holzauflagen U-Stein Sitzbank mit Holzauflagen Hochbeete und Sitzmodule Hochbeete und Sitzmodule Hochbeete und Sitzmodule Hochbeete 1 23 4 56 7 89 10 Hüpfspiel 1-10 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Hüpfspiel 1-15 Platzbelag: Betonplatten 40x40cm, betongrau 0.40 0.40 0.40 0.40 0.80 0.40 1.20 0.80 0.80 MODULARE ELEMENTE Hochbeete und Sitzmodule Hochbord Hochbord Hochbord Hochbord 10 10 m3 5 N Entwurfsplan REWE Platz Köln Holweide Temporäre Umgestaltung (ohne Maßstab) urbanegestalt, 17.01.2018 Seite 8 2. Öffentlichkeitsbeteiligung 2021 Formate und Ergebnis 2. Öffentlichkeitsbeteiligung 2021 Formate und Ergebnis Seite 9 Aufgrund der Komplexität des Handlungsbedarfs und der weiterhin bestehenden Problem- stellungen vor Ort wurde im Herbst 2021 erneut eine Befragung der Bevölkerung durchgeführt. Die durch die Pandemie verursachten Restriktionen und Kontaktbeschränkungen erforderten Alternativen zu den gängigen größeren Öffentlichkeitsveranstaltungen. Daher wurden mit ver- schiedenen kontaktlosen Formaten und einem vor-Ort-Format, unter Berücksichtigung der Ober- grenzen für Zusammenkünfte versucht, ein Stimmungsbild von weiten Teilen der Bevölkerung zu erhalten und Zukunftsbilder und Wünsche abzufangen. Die Wahl von verschiedenen Formaten sollte auch begünstigen, einen möglichst breiten Querschnitt der Bevölkerung abzufangen. Seite 10 Online Beteiligung Beteiligungsportal der Stadt Köln Teilnahmen: 25 Beiträge | 170 Bewertungen Teilnahmen: 25 Beiträge | 170 Bewertungen Das Beteiligungsportal der Stadt Köln (www.meinungfuer.koeln) stellte eine gute Möglichkeit dar, Menschen ihre Anregungen und Wünsche mit möglichst geringen Zeitaufwand digital zu übermitteln. Die wesentliche Zielgruppe, die hiermit erreicht werden sollte, waren jüngere Bevölkerungsgruppen. Hierzu wurde neben dem Internet und vor allem Soical Media, aber auch über Flyer und Plakate vor Ort auf die Möglichkeit sich zu beteiligen, hingewiesen und jeweils ein QR-Code publiziert, der direkt auf das Portal führte, abgebildet. Ebenso unterstütze ein kurzer Beitrag im Veedelsbrief, der durch die Diakonie erstellt wurde, die Information zu verbreiten. Im Beteiligungsportal wurde bewusst darauf verzichtet, konkrete Frage- stellungen zu for mulieren, um möglichst freie An- regungen anonymisiert zu erhalten. Des Weiteren konnten auf dem Portal nochmal alle Dokumente und eine Fotogalerie zu den temporären Maßnahmen eingesehen werden. Webseite des Beteiligungsportals Seite 11 Ergebnisse Insgesamt gingen 25 Beiträge und 170 Bewertungen ein. In über 80 Prozent der Beiträge kristallisierte sich hier der Alkohol- und Drogenkonsum auf dem Platz als wichtigstes Thema heraus. Zum anderen wurden die daraus resultierenden Spannungen sehr umfassend beschrieben (siehe hierzu exemplarische Zitate). Explizit wurde erwähnt, dass das Aufbauen der temporären Sitzmöglichkeiten zu einer Verschärfung des Problems führte. Zum anderen wurden sehr konkrete Lösungsvorschläge, wie mehr Präsenz durch Polizei und Ordnungsamt, Platzräumung ab 23 Uhr, ein generelles Alkoholverbot genannt. In ca. 30 Prozent der Beiträge wurde der Wunsch nach einem besseren Angebot für Kinder und Jugendlichen geäußert und kritisiert, dass das derzeitige Spiel- und Sportangebot unzureichend ist, aber auch die Nutzung des Platzes durch Kinder im Konflikt mit dem Alkoholkonsum steht. Konkrete Wünsche waren unter anderem Klettermöglichkeiten, eine Skaterbahn, ein Wasserspiel- platz oder ein Basketballkorb. Mehrfach genannt wurden folgende weitere Themen: – Mehr Begrünung auf dem Platz, essbares Grün, Gärtnern – Gefahrenstelle Bushaltestelle durch zu schnell fahrende PKWs (Geschwindigkeitsreduzierung 30 km/h, Zebrastreifen, Geschwindigkeitshügel) – Lärmbelästigung bei Nacht durch Gastronomie – Kritik an der ästhetischen Wirkung des Hochhauses schleche Ästhetik des Hochhauses Alkoholkonsum auf dem Platz Mehr Angebot für Kinder und Jugendliche Mehr Begrünung gemeinsam Gärtnern Gefahrenstelle Bushaltestelle Lärmbelästigung Seite 12 O-Töne Beteiligungsportal* Ich persönlich würde es begrüßen, wenn mal endlich ein Sicherheitsdienst des öfteren Streifen kaufen würde und den Platz sauber von den ganzen Tagelöhner hielten. Der Reweplatz ist leider zu einem Schandfleck geworden. Da ändern auch keine schönen Blumen oder Pflan zen was dran. Seit dem dort mehr Sitzgelegenheiten geschaffen wurden haben sich dort die Tagelöhner breit gemacht und wenn man über den Platz muss dann will man nur noch schnell darüber …. Alkoholverbot auf dem kompletten Platz. Ist kein schönes Bild vorallem wenn sie sich dann dort die Köpfe einhauen und Kinder das dann sehen. Kein schöner Ort zum verweilen. Morgens ab circa 10 Uhr wird dort schon das erste Bier verzehrt. Das ganze spitzt sich jedesmal bis zum späten Nachmittag zu. Es wird getrunken und gepöbelt und das alles vor den Augen unserer Kinder. Es ist sehr unangenehm dort hinzugehen und es ist alles alles andere als ein kinder- oder jugend- geeigneter Platz um sich dort aufzuhalten. Finde ich sehr sehr schade, ich verbiete meiner 13-jährigen Tochter sich dort aufzuhalten. Es ist traurig, denn ich bin eine von vieeelen Eltern hier. Seite 13 Auf dem Platz sitzen stets alkoholisierte Menschen und deshalb ist dieser ein Schandfleck, auf den man sich ab dem Nachmittag nicht mehr traut zu gehen … Der Platz dient nur dem Alkoholkonsum. Das wird sich nach der Neugestalung vermutlich auch nicht ändern…. Es wird schon ab 8 Uhr das erste Bier getrunken und das geht bis abends so weiter, je höher der Alkohol- pegel umso aggressiver kann es werden, es wird sich angebrüllt, mit Flaschen geschmissen (wenn es mal heftig ist), die Kronkorken fliegen durch die Gegend. Räumt den Platz, die wohnen hier alle in der Siedlung aber nee es wird auf dem Platz gesoffen und der sollte schöner sein dieser Platz schreckt jeden ab … Finde der Platz ist nur für die schön gemacht worden die da immer ihr Bier saufen. Also meine Kinder dürfen da nicht spielen, weil die Leute die immer da sitzen und trinken ihr Alkohol mit den Flaschen rum werfen und immer einen anlabern. *(redaktionell bearbeitet) Seite 14 Analoge Beteiligung Fragebogen Aktion Anzahl der Teilnehmenden: 59 Um auch ältere Bevölkerungsschichten, die nicht zu den Digital Natives zählen, zu erreichen, wurde ein kontaktloses und analoges Format der Beteiligung in Form eines Frage bogens ent wickelt. Dieser wurde an verschiedenen Orten in Holweide ausgelegt und dank der Unter stützung de s Diakonischen Werks in vielen Haushalten in der Nähe des Platzes als Briefkasteneinwurf verteilt. Die ausgefüllten Fragebögen konnten dann an einem extra auf dem Platz aufgestellten Brief- kasten eingeworfen werden. Der erste Teil des Fragebogens wurde als Multiple Choice entwickelt, um klare Richtungs- entscheidungen für eine Umge staltung tr effen zu können und eher statistische Informationen über die Nutzenden und die derzeitige Nutzung zu erhalten. Im zweiten Teil des Fragebogens wurden konkrete Fragen zu den derzeitigen Stärken und Schwächen, und Wünschen an eine künftige Umgestaltung des Platzes gestellt. Auf der Rückseite des Fragebogens wurde Kindern die Möglichkeit geboten, ihre Vorstellungen aufzumalen. Ebenso wurde auf dem Fragebogen, auf die Mög- lichkeit verwiesen bei komplexeren Anregungen per E-Mail oder telefonisch Kontakt aufzunehmen. Anzahl der Teilnehmenden: 59 Seite 15 Platz an der Piccoloministraße Es soll noch schöner und besser werden! Dazu brauchen wir Ihre / deine Meinung! In den letzten Jahren hat sich bereits einiges getan: 2018 haben wir, gemeinsam mit Kindern und Anwohner*innern etliche Sitzgelegenheiten mit Pflan - zen und Spielmöglichkeiten geplant und gebaut. Das Aufstellen von neuen Laternen sorgt dafür, dass es keine dunklen Ecken mehr gibt. In diesem Jahr wurden die Bordsteine abgesenkt, sodass Rollstuhlfahrer*innen und Kinderwagen leichter auf den Platz und zu den Geschäften gelangen. In naher Zukunft wird es dank aktiver Holweider Bürger*innen ein Veedelsbrett und einen Bücherschrank auf dem Platz geben. Der Platz soll noch schöner werden und mehr Angebot bringen. Mit Hilfe der ausgefüllten Fragebögen, werden wir verschiedene Entwürfe erstellen, die wir dann nochmal gemeinsam diskutieren wollen. Diese wollen wir bei einer Veranstaltung auf dem Platz vorstellen und gemeinsam darüber sprechen. Ein genauer Termin hierfür wird noch über Prospekte, Aushänge und die Presse bekannt gegeben. Los geht´s: Wir freuen uns auf viele Ideen und Anregungen! Allgemeine Fragen Wie alt sind Sie/bist du? Wie kommen Sie / kommst du? Wie weit wohnen Sie / wohnst du vom Platz entfernt? □ unter 12 □ 12 – 18 □ 19 – 29 □ 30 – 49 □ 50 – 69 □ 70 + □ direkt dort □ unter 5 Minuten □ über 5 Minuten □ zu Fuß □ Auto □ Bus □ Fahrrad □ Bahn □ Sonstiges Was machen Sie / machst du am Platz? Wie lange bleiben Sie / bleibst du auf dem Platz? Was gefällt Ihnen / dir auf dem Platz besonders gut? Was stört dort eher? Wie wichtig sind Ihnen / sind dir folgende Punkte für eine Umgestaltung des Platzes? Sehr wichtig Wichtig Weniger wichtig Un wichtig Grün auf dem Platz □ □ □ □ Spiel und Freizeit □ □ □ □ Sport- und Bewegungsangebote für Jung und Alt □ □ □ □ Möglichkeiten zum Verweilen und Genießen □ □ □ □ Erreichbarkeit der Geschäfte mit dem Auto / Parkplätze □ □ □ □ Orte und Möglichkeiten zum Zusammenkommen □ □ □ □ Was wünschen Sie sich / wünscht du dir für den Platz in der Zukunft? Wie nennen Sie / nennst du den Platz? Sollte er in Zukunft einen anderen Namen erhalten? Wenn ja, welchen? Fragebogen Bitte tragen Sie / trage in das Bild ein, was auf dem Platz fehlt oder in Zukunft ergänzt werden soll und markie- ren Sie / markiere folgende Orte: gefällt mir gefällt mir nicht Lieblingsort Piccoloministraße Briefkasten Supermarkt Kiosk Bäckerei Friseur FEE.ev Monkey`s Piccoloministraße Bushaltestelle Der Platz deiner Träume Male oder beschreibe deine Ideen für den Platz Ausgefüllte Bögen bitte bis zum 30.09.2021 in den Briefkasten neben dem Supermarkt am Platz einwerfen. Weitere Möglichkeiten sich zu beteiligen: www.meinungfuer.koeln Ansprechpartner bei weiteren Fragen und Anregungen: Stadt Köln Stadtplanungsamt Siegmund Graup Telefon 0221/221-35721 stadtplanungsamt@stadt-koeln.de Seite 16 Vor-Ort-Beteiligung Platzcamp Anzahl der Teilnehmenden: rund 300Anzahl der Teilnehmenden: rund 300 Um trotz der Restriktionen durch die Pandemie einen direkten Austausch der Bevölkerung mit der Verwaltung zu ermöglichen, wurde in einem dreitägigen Platzcamp mit vielen Mitmachaktionen den Bürger*innen die Möglichkeit gegeben in Kleinstgruppen ihre Vorstellungen und Wünsche an eine Umgestaltung des Platzes zu äußern. Besonderen Dank gilt an dieser Stelle den Stadtteilmüttern Mülheim, die nicht nur mit Fremdsprachenkenntnissen dabei unterstützt haben, Menschen mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen in den Prozess einzubinden. Seite 17 Aktion: Tischtennisbälle Analog zu den Multiple Choice Fragen im Fragebogen wurden kleine Plastik boxen mit verschiedenen Themen beschriftet. Jede*r Gesprächspartner*in wurden zwei Tischtennisbälle ausgehändigt, welche er / sie dann in die Themenbox, die ihr / ihm für die Zukunft des Platzes am wichtigsten ist, einwerfen. Aktion : Stellwände, Modell Plak ate mit verschiedenen Fragen und Plänen vom Platz konnten direkt oder von uns während einzelner Gespräche ausgefüllt werden. Ebenso konnte ein Modell des Platzes beschriftet werden. Hiermit sollte neben den Wünschen an die Umgestaltung auch der Ist-Zustand des Platzes erfasst werden. Seite 18 Aktion: Polaroid Um mit Kindern und Jugendlich unbe- fangen in ein Gespräch zu kommen und diese dazu zu motivieren sich bewusst mit dem Platz auseinanderzusetzen, wurden diesen Polaroid Kameras ausge- händigt, mit der Bitte Orte am Platz zu fotografieren die ihnen derzeit besonders gut oder eher weniger gefallen. Aktion: Seedball Als kleines Dankeschön wurden den Teilnehmer*innen Seedballs ausgehändigt, die eine kurzfristige Gestaltung des Platzes / der Bee te ermöglichen können. Seite 19 Ergebnisse Statistische Fragen Auch wenn die Fragebögen keine repräsentative Umfrage darstellen, lassen sich gewisse Rück- schlüsse für die weiteren Planungen davon ableiten. Wie beabsichtigt, wurde mit diesem analogen Format primär eine Bevölkerungsschicht ange- sprochen, die nicht zu den sogenannten Digital Natives zählen. Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten sind über 50 Jahre alt. Aus dem Mobilitätsverhalten kann rückgeschlossen werden, dass die fußläufige Erreichbarkeit des Platzes eine übergeordnete Rolle spielt und dies insbesondere bei künftigen Planungen im Umfeld des Platzes Beachtung finden sollte. Ebenso sollte der relativ hohe Anteil an Auto- und Fahrradfahrenden in den weiteren Planungen Beachtung finden und ein ausreichendes Ange- bot an Stellplätzen erhalten beziehungsweise geschaffen werden. Dreiviertel der Befragten wohnen in direkter Um- gebung oder in maximal 5-minütiger Entfernung, was darauf hindeutet, dass die Nutzer*innen des Platzes primär im unmittelbaren Umfeld des Platzes leben. Altersstruktur Teilnehmer*innen: Unter 12 Jahre: 0% 12 – 18 Jahre: 4,9 % 19 – 29 Jahre: 8,7 % 30 – 49 Jahre: 29,4 % 50 – 69 Jahre: 42,6 % Über 70 Jahre: 14,3 % Mobilitätsverhalten: Mit welchen Mobilitätsmittel erreichen die Nutzer den Platz: Zu Fuß: 50,0% Mit dem Auto: 21,7 % Mit dem Bus: 10,0 % Mit dem Fahrrad: 15,3 % Mit der Bahn: 3,0 % Sonstiges: 0,0 % Entfernung des Wohnorts der Nutzer*innen zum Platz: In direkter Umgebung: 27,0 % In maximal 5 Min. Entfernung: 44,0 % In mehr als 5 Min. Entfernung: 29,0 % Seite 20 Derzeitiger Zustand des Platzes und der Bevölkerung Aufenthaltsdauer der Nutzer*innen auf dem Platz Die Angaben zur Aufenthaltsdauer sind sehr heterogen und reichen von 1 – 2 Transitmin uten bis 5 – 6 Stunden täglich. Auffallend hierbei ist, dass eine lange Aufenthaltsdauer häufig im Zusammenhang mit Alkoholkonsum auf dem Platz genannt wurde. Seite 21 Positive Aspekte des Platzes Negative Aspekte des Platzes Seite 22 Anregungen für die Umgestaltung Wichtigkeiten von verschiedenen Aspekten für die künftige Umgestaltung Seite 23 Namensvorschläge De rzeit wird der Platz von 50% der Befragten Rewe Platz genannt, 23% nennen ihn Picco Platz und 27% nennen ihn anders. Namensvorschläge für eine offizielle Benennung des Platzes sind: – Rewe Platz – Piccoplatz – Platz am Hochaus – Gerhard Hauptmann Platz – Gerhard Platz – Elsas Plätzchen – Hauptmannplatz – Weg der Bronze – Lambert Schmithausen – Feen Platz – Treffplatz – Begegnungsplatz – Marktplatz – Amor Liebe – Das Plätzchen – Betonwüste – Pennerplatz – Platz der Wiedervereinigung Seite 24 Wünsche an die Umgestaltung des Platzes Städtebauliche Themen: Umsetzung durch räumliche Planung möglich – Angebot für Kinder / Jug endliche (*31) – Sportangebote – Torwand – Basketballkorb – Kletterwand – Tischtennisplatten – Wasserspielplatz – Jugendzentrum – Veranstaltungen für Kinder – Spielgeräte – Öffentliche Toilette (*19) – Mehr Pflanzen / Ess bares Grün (*17) – Überdachte Sitzmöglichkeiten (*17) – Mehr Bereiche für soziale Interaktion (*11) – Urban Gardening (*10) – Brunnen (*7) – Barrierefreier Zugang zu den Geschäften (*5) – Mehr und / oder überdachte Fahrradständer (*4) – Trinkwasserspender (*4) Weitere Themen: Umsetzung durch räumliche Planung nicht möglich – Lösung des Müll- und Hundekot- problem (*21) – Mehr Mülleimer – Hundeklo – Taktung AWB erhöhen – Umranken der Hochbeete mit Hecken, sodass keine Zweckent- fremdung mehr als Toilette möglich ist – Mehr Veranstaltungen (*21) – Feste – Flohmarkt – Wochenmarkt – Weihnachtsmarkt – Maßnahmen gegen Alkoholkonsum (*18) – Erweitertes Angebot des Gewerbes im GAG Hochhaus (*15) – Café – Reparatur Café – Schusterladen – Drogeriemarkt – Bank – Briefkasten – Sichere Querung Platz zur Bushaltestelle (*12) – Mehr Kinder und Jugendarbeit auf dem Platz (*11) – Höhere Präsenz von Polizei, Ordnungs- amt oder Sicherheitsdienst (*7) – Häufigere und intensivere Pflege der Grünflächen (*6) – PKW Verbot auf der Platzfläche (*4) – Imageaufwertung (*2) Seite 25 Hinweise und Vorschläge aus allen Beteiligungsformaten nach Themen-Cluster Störender Alkoholkonsum auf dem Platz Mehr Angebot für Kinder und Jugendliche Lärmbelästigung SpielplatzKonzerte Wochenmarkt Open Air Kino Aufblasbarer Pool Wasserspielplatz Lesungen Alkoholverbot auf dem PlatzTherapie für Alkoholiker*innen Drogen Koordinationsbüro für soziale Aktivitäten / Events Koordinationsbüro für soziale Aktivitäten / Ev ents Museum Pop up Schule Mobiler Foodtruck Klettergerüst Rutsche Schlägereien Angstraum Raum für kontrollierten Drogenkonsum Trampolin Sicherheitspersonal Kinder / Jugend Neue Nutzungen / Sonstiges Sozialräumlich Kultur Grünraum / Natur SportGestaltung Verkehr Seite 26 Pflanzpatenschaften Bäume zur Verschattung Mehr Begrünung gemeinsames Gärtnern Winterharte Bäume Pflanzkübel, wie bei Mülheimer Bahnhof Baumbestand verdichten Wasserspiel für Tiere Grüne Hochbeete weg Mehr Wiese Blumenwiese für Insekten BlumenHochbeete mit Hecken bepflanzen Raum für Hundewiese Rasengitter Nutzgärten Wasserbecken Bienenpflanzen Grünbeete bei Bäumen Schlechte Ästhetik des Hochhauses Graffiti / Street art Mehr Farbe Pavillion Mehr Holz, weniger Beton Beleuchtung Springbrunnen Weniger Bänke Überdachte Raucherzone Überdachung Mehr Bänke Bänke aus Metall selbstreinigend Bodenplatten erneuern Gestaltung mit Höhen, wie bei Philharmonie Huggel im Pflaster Kaffeetische Seite 27 WLAN Außengastronomie Hundekottüten nachfüllen AWB Taktung erhöhen Eiscafé Anonymer Briefkasten Müll Aschenbecher bei Bänken Gefahrenstelle Bushaltestelle Verkehrssicherheit für Kinder 30 km/h auf Piccoloministraße Zebrastreifen Bushaltestelle Anlieferung Geschäfte Zusätzliche Parkplätze Weniger Parkplätze Barrierefreiheit Boxfight Bolzplatz Kletterwand Klimmzugstange Boxverein Tischtennis Rollerrampen Basketball Mehr Hüpfspiele Holzkonstruktion für Skater Begegnungssport Bocciabahn Fußballplatz Seite 28 Beteiligung von Schlüsselakteur*innen Platzkonferenz Zukunftsdialog: 27. Oktober 2021Zukunftsdialog: 27. Oktober 2021 Die Erkenntnisse aus der Evaluation und dem Platzcamp und der Grundlagensammlung zum Platz wurden im Rahmen eines Zukunftsdialogs am 27.10.2021 mit lokalen Akteur*innen sowie Multiplikator*innen diskutiert. Ziel war es die bis dahin bereits gewonnenen Erkenntnisse zu diskutieren und gemeinsam über Problemlösungen nachzudenken. Besonderer Fokus wurde auf die sieben Themenfelder gelegt: 1. Klimafolgenanpassung 2. Sozialer Treffpunkt vs. Lärmbelästigung 3. Soziale Spannungen 4. Erreichbarkeit mit dem Auto 5. Große Eventfläche oder Kleinteiligkeit 6. Ein Platz zur Förderung von Kindern und Jugendlichen 7. Identifizierung mit dem Ort Seite 29 1. Klimafolgenanpassung Diskussionsgrundlage Die Starkregenereignisse im Sommer 2021 und dadurch entstandene Schäden zeigen: es besteht akuter Handlungsbedarf auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren. Wo dieses Jahr die Überflutungen wüteten, herrschte letzten Sommer eine extreme Hitze- und Trockenperiode, die Mensch und Natur zu schaffen machte. Wie wollen wir künftig mit diesen Wetterextremen (Hitze und Starkregen) umgehen? Der Platz ist bedingt durch eine geringe Verdunstungskühlung, wenig Schatten sowie wenig Grün von Hitzebelastung betroffen. Auch besteht bei Starkregenereignissen die Gefahr, dass das Wasser nicht mehr ordnungsgemäß abgeführt werden kann und sich im Bereich der Straßen anstaut. Wie sind Ihre Erfahrungen und Beobachtungen zu Hitze und Starkregen und was braucht der Platz ihrer Meinung nach um zukünftig diese Probleme zu bewältigen? Ergebnisse / Antworten: – Regenwasserabkopplung am Hochhaus und Sammlung des Wassers zum Gärtnern / urban gardening möglich machen – Pflegeleichtes nutzbares Grün bis zu intensiven Nutzpflanzen Seite 30 2. Sozialer Treffpunkt vs. Lärmbelästigung Diskussionsgrundlage Die Evaluation der vorübergehenden Maßnahmen zeigt auf, dass die Implementierung von Verweilmöglichkeiten und Treffpunkten zu einer stärkeren Belebung des Platzes geführt haben. Jedoch hat dies auch weitere sozialen Spannungen zur Folge: Zum Beispiel treffen sich Jugendliche bis in die späten Abendstunden und direkte Anwohner*innen fühlen sich durch den Geräuschpegel und den zurückgelassenen Müll belästigt. Ergebnisse / Antworten: – Bewohner*innen fühlen sich gestört von Müll und Lärm – Gespräch mit „monkeys“ (Bar, Spielautomaten) suchen – Rückfrage bei Streetworker*innen explizit zur Lärmproblematik – Rücksprache mit Polizei und Ordnungsamt 3. Soziale Spannungen Diskussionsgrundlage Die Öffentlichkeitsbeteiligung zu den temporären Maßnahmen zeigte etliche Spannungen zwischen verschiedenen Nutzer*innengruppen auf. Bei den Vor-Ort-Gesprächen, gaben viele Bürger*innen an, sich von tagsüber alkoholisierten Menschen belästigt zu fühlen. Des Weiteren führte der Supermarktbesitzer, als Einen von mehreren Gründen für den Wusch zum Versetzten eines Sitzmoduls an, dass einige seiner Kund*innen wegen des Alkoholkonsums direkt vor dem Ladeneingang das Geschäft zunehmend meiden würden. Ergebnisse / Antworten: – Der Soziale Konflikt wird bestätigt – Veedelsbüro und Bücherschrank als wichtige Orte auf dem Platz – Einbezug der alkoholisierten Menschen, Aufklärung und Schaffung von Angeboten – Nebeneinander mit den verschiedenen Menschen mit Pflege der sozialen Kontakte – Selbstorganisierte „Büdchen-Kultur“ Seite 31 4. Erreichbarkeit mit dem Auto Diskussionsgrundlage Der Platz ist für Autos gesperrt! Jedoch werden die leicht zu lösenden Absperrungen für die Feu- erwehrzufahrt wiederkehrend illegal entfernt um mit den Autos direkt an die Ladenzeilen fahren zu können. Dies bringt, nicht nur für Kinder, ein gewisses Gefahrenpotenzial mit sich und mindert die Aufenthaltsqualität massiv. Auffällig ist, dass zeitgleich die Parkplätze an den Rändern nicht voll belegt sind. Ergebnisse / Antworten: – Anlieferung von Kiosk, Supermarkt, etc. – Rettungswege und Aufstellflächen der Feuerwehr beachten – Aufteilung und Strukturierung des Platzes – Keine direkte Zufahrt mit dem PKW 5. Große Eventfläche oder Kleinteiligkeit Diskussionsgrundlage Das derzeitige räumliche Konzept sieht verschiedene Bereiche für unterschiedliche Nutzer*innen- gruppen vor. Die Evaluation ergab, dass diese Unterteilung bzw. räumliche Kleinteiligkeit dazu führt, dass das Verweilen auf dem Platz behaglicher ist und sich die Nutzer*innen nicht mehr so auf „dem Präsentierteller fühlen“. Die etlichen größeren Veranstaltungen vor Ort benötigen jedoch eine größere Fläche und werden so von einer weiteren räumlichen Zonierung beengt. Ergebnisse / Antworten: – Platz hat ausreichend Fläche für bisherige Veranstaltungen – Vorteilhaft viel Platz für Veranstaltungen – Kino als Idee – Lese-Fest hatte ausreichend Fläche auf dem Platz – Sitzflächen mit teilweiser Überdachung Seite 32 6. Ein Platz zur Förderung von Kindern Diskussionsgrundlage Für Teile der Kinder und Jugendlichen in unmittelbarer Umgebung des Platzes werden die Sozialisationsbedingungen durch negative Faktoren bestimmt. Bedarfsgerechte Nutzungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum können einen Beitrag leisten, diese zumindest etwas zu verbessern und den Heranwachsenden Möglichkeiten für Freizeit- beschäftigungen bieten, die sich positiv auf ihre Persönlichkeitsentwicklung auswirken. Ergebnisse / Antworten: – Thema in Arbeitskreis Jugend einbringen 7. Identifizierung mit dem Ort Diskussionsgrundlage Der Platz wird von vielen Menschen nach einer Supermarktkette benannt, deren Filiale nicht mal mehr vor Ort ist.Dies wirft den Verdacht auf, dass es auf dem Platz keinerlei Elemente oder Funktionen gibt die prägnant und Identitätsstiftend sind oder mit denen sich die Bürger*innen verbunden fühlen. Zudem deutet die starke Vermüllung des Platzes, als auch der viele Hundekot auf eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Ort hin. Nach dem Motto „Es ist ja nicht mein Zuhause!“. Bürgerschaftliches Engagement und Teilen von Verantwortung, wie der teilweise gescheiterte Versuch der Pflanzpatenschaften oder auch eine Aneignung des Ortes könnten dem Problem entgegenwirken. Ergebnisse / Antworten: – Fehlender Bezug zur Nachbarschaft und zum Ort – Kurzer und prägnanter Name – Auswertung der Namensvorschläge – Identitätsstiftendes Element / Bild Seite 33 Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung an die Mülheimer Stadtteilmütter, das Veedelsbüro Holweide, die Streetworker AWO Mülheim und allen spontanen Helfern und Unterstützern beim Platzcamp. Piccoloministraße Piccoloministraße Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung an die Mülheimer Stadtteilmütter, das Veedelsbüro Holweide, die Streetworker AWO Mülheim und allen spontanen Helfern und Unterstützern beim Platzcamp. Seite 34 Kontakt Stadtplanungsamt Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Ansprechpartner Siegmund Graup Telefon: 02 21 / 221 - 35721 stadtplanungsamt@stadt-koeln.de Die Oberbürgermeisterin Stadtplanungsamt Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung und Druck Zentrale Dienste der Stadt Köln Bildnachweis Seite 12,13: macrovector/www.freepik.com 13-US/178-22/61/50/06.2022
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1461/2022
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 09.06.2022
- Erstellt
- 02.05.2022 09:16