V/0584/2023
Starkregenrisikomanagement - Zwischenbericht Informationskampagne
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Berichtsvorlage
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V/0584/2023 V/0584/2023 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Starkregenrisikomanagement - Zwischenbericht Informationskampagne Beratungsfolge 31.10.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht Bericht: Bericht zur Informationskampagne Starkregenrisikomanagement Mit Erstellung und Veröffentlichung der kommunalen Starkregengefahrenkarten wurde ab April dieses Jahres eine umfangreiche Informationskampagne zur Thematik Starkregenvorsorge, Risikominimie- rung und Objektschutz durchgeführt. Neben der Entwicklung und Freischaltung einer neuen Website www.stadt-muenster.de/wasser wurden als zusätzliche analoge Serviceleistung der Stadt alle priva- ten GrundstückseigentümerInnen durch persönliche Anschreiben über ihr Risiko und Vorsorgemög- lichkeiten informiert. Aus dem beigefügten, neu entwickelten Info-Flyer konnten erste Hinweise für Handlungsempfehlungen und mögliche Objektschutzmaßnahmen entnommen werden. Darüber hinaus wurde ein zweistufiges Beratungsangebot geschaffen. Über ein Online - Terminbuchungsportal auf der Startseite der neuen Internetpräsenz kann eine kostenlose, telefoni- sche Erstberatung zur Starkregenvorsorge gebucht werden. Diese Dienstleistung wird durch das ex- tern beauftragte Beratungsbüro ICM aus Bottrop durchgeführt. Sollte sich als Ergebnis dieser Erstbe- ratung ein tiefergehender Beratungsbedarf herausstellen, so kann als letzter Schritt der kommunalen Starkregenberatung ein Folgetermin bei der städtischen Fachstelle Haus- und Grundstücksentwässe- rung gebucht werden. Je nach Beratungsbedarf ist hier auch die persönliche Beratung direkt vor Ort möglich. Über das kommunale Starkregen - und Hochwasserrisikomanagement hat die Verwaltung über die Beschlussvorlage V/0121/2023 und die Berichtsvorlage V/0006/2023 informiert. Amt für Mobilität und Tiefbau 02.10.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Kopietz Telefon: 492-6672 Kopietz@stadt-muenster.de - 2 - V/0584/2023 Abbildung 1: Beratungsschritte der Starkregenberatung der Stadt Münster Bilanz der Informationskampagne (Stand 10/2023) Insgesamt wurden in vier Versandwellen von April bis Juni 2023 circa 48.000 Grundstückseigentüme- rInnen angeschrieben. Die Rückläuferquote der Anschreiben, die nicht zugestellt werden konnten, liegt bei circa. 2,3 % und ist damit im Vergleich mit anderen stadtweiten Anschreiben -Aktionen als gering einzuordnen. Die Rückläuferquote aus der ersten Welle, in der d iejenigen EigentümerInnen, deren Grundstück ein erhöhtes Risiko durch urbane Sturzfluten aufweist , angeschrieben wurden, konnte durch händische Auswertung und erneutes Anschreiben über einen Werkstudenten von Amt für Mobilität und Tiefbau nochmals gesenkt werden. Über das neu eingerichtete Online -Terminbuchungsportal wurden bisher knapp 265 telefonische Erstberatungstermine gebucht und durchgeführt. Die zur Verfügung gestellten Beratungsangebote lagen jedoch bei über 1.250265/44 Terminen. Mit einer Buchungsquote von unter 1 % in Bezug auf die versandten Anschreiben wurde dieses Angebot damit bisher deutlich weniger angenommen als erwartet. Fachleute beobachten im Kontext von Starkregenereignissen allerdings eine sogenannte „Starkregen-Demenz“, bei der die Menschen das Thema nach einem Ereignis schnell wieder ver- drängen. Insofern ist es wichtig, Beratungsangebote für längere Zeit aufrechtzuerhalten. Das Zusatzberatungsangebot der städtischen Fachstelle Haus- und Grundstücksentwässerung wurde bisher 160 Mal in Anspruch genommen. Dabei wurden bisher 85 Vor-Ort-Termine durchgeführt, in denen die Bestandssituation analysiert und den EigentümerInnen konkrete Objektschutzmaßnahmen benannt wurden. Über die extra eingerichtete E -Mail-Adresse starkregen@stadt-muenster.de sind bisher 75 E -Mails eingegangen und beantwortet worden. Personen, die mangels Internetzugang keinen Zugriff auf die online verfügbaren Karten haben, wurde ein jeweils individueller Kartenausschnitt auf dem Postweg zugesandt. Hier haben sich 14 Personen gemeldet. Die Resonanz auf die Anschreiben-Aktion aus der Bevölkerung ist insgesamt als positiv zu beurteilen. Insbesondere der Service der Vor-Ort-Beratung durch die Fachstelle Haus- und Grundstücksentwäs- - 3 - V/0584/2023 serung wird als sehr positi v wahrgenommen, da auch gerade ältere Personen die Sicherheit einer neutralen und persönlichen Beratung von kommunaler Seite sehr wertschätzen. Auch durch die Fachwelt erreichten die Verwaltung auf unterschiedlichsten Wegen positive Rückmel- dungen. So wurde die Stadt Münster in diesem Zusammenhang sowohl durch die Versicherungs- branche als auch durch den deutschen Städtetag als positives Beispiel für aufgestellte und durchge- führte Klimaanpassungskonzepte benannt. Abbildung 2: Post von Herrn Dr. Henning Sachse auf META bezgl. Starkregenvorsorge - 4 - V/0584/2023 Abbildung 3: Auszug aus WN-Artikel vom 12.08.2023 Neue Website Seit der Freischaltung der neuen Internetpräsenz am 02.03.2023 konnten bisher knapp 27.500 Besu- che und 49.000 Seitenansichten verzeichnet werden. Erwartungsgemäß wurden dabei die meisten Zugriffe auf die kommunalen Starkregengefahrenkarten mit circa 30.700 Seitenansichten festgestellt. Deutliche Zugriffssteigerungen konnten mit Veröffentlichung eines Presseartikels sowie jeweils unmit- telbar nach Versand der Anschreiben-Wellen festgestellt werden. Mit 6.000 Besuchen wurde hier ein wöchentlicher Zugriffshöchstwert erreicht. Die Besuchs - und Zugriffswerte bestätigen insofern den Erfolg der Anschreiben-Aktion und die Akzeptanz der neuen Website. Auch am Wochenende und in der Woche nach dem Ereignis am 06.08.2023 sind die Zugriffszahlen vorübergehend wieder deutlich angestiegen. - 5 - V/0584/2023 Abbildung 4: Zugriffe nach Presseartikel KW 10 (Anzahl: 6.051) Abbildung 5: Zugriffe nach Versand 1. Welle KW 17 (Anzahl: 2.427) Abbildung 6: Zugriffe nach Versand 2. Welle KW 19 (Anzahl: 1.818) Abbildung 7: Zugriffe nach Versand 3. Welle KW 22 (Anzahl: 1.535) - 6 - V/0584/2023 Abbildung 8: Zugriffe nach Versand 4. Welle KW 26 (Anzahl: 3.292) Fazit und Ausblick Mit Erstellung und Veröffentlichung der kommunalen Starkregengefahrenkarten wurde ab April dieses Jahres eine umfangreiche Informationskampagne zur Thematik Starkregenvorsorge, Risikominimie- rung und Objektschutz durchgeführt. Neben der Entwicklung und Freischaltung einer neuen Website www.stadt-muenster.de/wasser wurden als zusätzliche analoge Serviceleistung der Stadt alle circa 48.000 privaten GrundstückseigentümerInnen durch persönliche Anschreiben über ihr Risiko und Vorsorgemöglichkeiten informiert. Darüber hinaus wurde auf die unterschiedlichen persönlichen Bera- tungsmöglichkeiten hingewiesen, die jede/r EigentümerIn kostenlos telefonisch oder direkt vor Ort in Anspruch nehmen kann. Damit hat die Stadtverwaltung weit über das erforderliche und standardmä- ßige Maß hinaus Informationen und Angebote zu dieser Thematik aufbereitet und zur Verfügung ge- stellt. Die Verwaltung wird das Kommunikationskonzept als festen Bestandteil des Starkregenrisikomana- gements verstetigen und fortsetzen und die für die BürgerInnen zur Verfügung gestellten Beratungs- angebote weiter intensiv bewerben. Die bisherige Inanspruchnahme der zur Verfügung gestellten Beratungsangebote liegt mit unter 1 % in Bezug auf die versandten Anschr eiben aktuell weit unter den Erwartungen. Wie wichtig es ist, über die Thematik Starkregen, die damit einhergehenden Situationen und Risiken sowie Vorsorgemöglichkeiten und angepasstes Verhalten gut informiert zu sein und dementspre- chend zu handeln, hat d as Starkregenereignis vom 06.08.2023 erneut gezeigt. Sowohl die vor Ort tätigen Einsatzkräfte als auch die betroffenen BürgerInnen müssen in die Lage versetzt werden, Situ- ationen an Anlagen und Gewässern sowie auf den Privatgrundstücken richtig einzuschätzen. Nur so können Gefährdungslagen und Ängste minimiert und die wirksamsten Maßnahmen durchgeführt wer- den. Da auch nach dem Regenereignis vom 06.08.2023 wenig Resonanz in Form von Terminbuchungen für ein Beratungsgespräch zu verzeichnen war, hat die Verwa ltung proaktiv alle von einem Feuer- wehreinsatz betroffenen GrundstückseigentümerInnen in den entsprechenden Ortsteilen Geist, Berg Fidel, Mecklenbeck und Nienberge am 07.09.2023 mit einem erneuten Angebot für eine persönliche Beratung vor Ort angeschrieben. Die aus dieser nochmaligen Anschreiben -Aktion festgestellte Inan- spruchnahme des Beratungsangebotes liegt bei circa 30 %. Daher ist es umso entscheidender, insbesondere unmittelbar nach einem solchen Ereignis sowohl durch die Verwaltung als auch durch die Politik intensiv auf die umfangreichen Möglichkeiten der kommunalen Beratung in Münster zu verweisen. Im Vergleich zu den in diesen Situationen oftmals geforderten Informationsveranstaltungen bietet das oben beschriebene kommunale Informations- und - 7 - V/0584/2023 Beratungsprogramm sehr individualisierte und damit sehr zielgerichtete Angebote. Die oftmals sehr kurzfristig zu organisierenden Informationsveranstaltungen ziehen zudem einen erheblichen zeitlichen und personellen Aufwand mit sich, der dazu führt, das andere Au fgaben wie z.B. konkrete Maßnah- menplanungen in diesem Zeitraum durch das Fachpersonal nicht weiterbearbeitet werden können und in einen späteren Zeitraum verschoben werden müssen. Ein Mehrwert für die BürgerInnen im Vergleich zu den personalisierten Angeboten stellt sich aus diesem Aufwand nicht ein. Zielführend im Rahmen der kommunalen Gemeinschaftsaufgabe ist es daher, die BürgerInnen auch weiterhin mit Hilfe der eingerichteten individuellen Angebote bestmöglich in der Eigenvorsorge zu unterstützen. Darüber hinaus kommt die Stadtverwaltung ihrem Teil dieser Gemeinschaftsaufgabe damit nach, die Leistungsfähigkeit der Entwässerungsanlagen und der Gewässer in ihrem Zuständig- keitsbereich zu überprüfen, Risiken und Schadenspotentiale ebenso wie Optimierungspot entiale zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu konzeptionieren und umzusetzen. Die Stadtverwal- tung führt bauliche und betriebliche Maßnahmen dabei grundsätzlich mindestens gemäß den rechtli- chen Anforderungen und vor dem Hintergrund ihrer Wirksamk eit durch. Sollten Nachverdichtungen oder veränderte Nutzungen im betrachteten Gebiet denkbar sein, wie z.B. geplante Baugebiete, flie- ßen diese in die Berechnungen ein, um die langfristige Situation eines Gebiets abzubilden. Bei aller Vorsorge ist es denn och wichtig zu verstehen, dass es niemals möglich sein wird, alle Fol- gen von Extremereignissen über technische Infrastrukturen vollständig schadensfrei abzuleiten und damit einen 100%igen Schutz herzustellen. Umso entscheidender ist es, die kommunale Gemei n- schaftsaufgabe als einzigen Weg, die Risiken bestmöglich zu minimieren und sich größtmöglich zu schützen anzunehmen und gemeinsam umzusetzen. Neben öffentlichen und privaten Schutzmaß- nahmen gehört ebenso dazu, gut informiert zu sein, um Ereignisse, Situationen und Risiken einschät- zen zu können, um entsprechend vorzusorgen und sich im Katastrophenfall sicher und angemessen zu verhalten. i. V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0584/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 27.09.2023
- Erstellt
- 27.09.2023 12:47