3242/2024
Kurzbericht der Bildungsdelegationsreise nach China am 9.-14.09.24
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IV/40 Vorlagen-Nummer 23.10.2024 3242/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 28.10.2024 Kurzbericht der Bildungsdelegationsreise nach China am 9.-14.09.24 In Begleitung für die Oberbürgermeisterin und unter Leitung von Robert Voigtsberger, Beige- ordneten für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln, reiste eine Bildungsdelegation vom 8.- 14. September 2024 nach China und nahm unterschiedliche Termine in Shanghai sowie der Partnerstadt Peking wahr. Ziel der Delegationsreise war insbesondere die Verstetigung der bestehenden Bildungsverein- barung mit der Bildungskommission von Peking sowie die Entwicklung neuer Kooperationen. Demnach sollten bestehende Kooperationen zwischen Schulen aus Köln und Shanghai bzw. Peking weiter gefestigt sowie neue Kooperationsbeziehungen zwischen Partnerschulen ange- bahnt werden. Ferner erhoffte sich die Bildungsdelegation durch den Besuch ausgewählter Schulen sowie den Austausch mit Vertretungen der Bildungsverwaltung vor Ort neue Impulse zur Schulentwick- lung, insbesondere den Schulbau und die digitale Ausstattung, zu erhalten. Neben dem Beigeordneten für Bildung, Jugend und Sport nahmen Anne Lena Ritter, Leiterin des Amtes für Schulentwicklung, Georg Scheferhoff, Schulleiter des Schiller -Gymnasiums in Köln-Sülz, Kai Gruner, Schulleiter der Europaschule in Köln-Zollstock sowie Shan Lu vom Aus- tauschzentrum für chinesisch-deutsche Bildung und Kultur e.V. an der Delegationsreise teil. Um Austausche von Schüler*innen und Begegnungen vor Ort realisieren zu können, entschied sich die Bildungsdelegation im Vorhinein, ausschließlich weiterführende Schulen in Shanghai und Peking zu besuchen. Das Schulsystem in China besteht aus sechs Jahren Grundschule, drei Jahren Unterer Mittel- schule und drei Jahren Oberer Mittelschule, wobei letztere derzeit zu 40 Prozent durch Berufs- schulen abgedeckt wird. Während des Aufenthaltes der Gesamtdelegation in Shanghai nahm die Bildungsdelegation am 10.09.24 gemeinsame Termine an der „No 1 High School affiliated to Tongji University“, der Kongjang High School sowie an der Shidong Experimental School wahr. Alle drei Schulen be- fanden sich im Bezirk Yangpu. An letzterer Schule fand neben einer Schulführung sowie einem Gespräch mit den Verantwort- lichen der Schule ein gesonderter Termin mit der Bildungskommission des Bezirks Yangpu statt. Während des Aufenthaltes in Peking unterzeichnete die Bildungsdelegation am 11.09.24 bei einem Termin mit der Bildungskommission der Stadtregierung Peking unter Leitung des stell- vertretenden Leiters Xubin Wei eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung zur Fortführung der Zusammenarbeit. Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung möchten die Partnerstädte 2 ihre Austauschmaßnahmen fortsetzen und vertiefen. Hierzu gehören u.a. die Besuche und Be- gegnungen zwischen Schüler*innen, Auszubildenden sowie Jugendlichen beider Städte sowie die Förderung von Partnerschaften zwischen Schulen beider Städte. Mit dieser Vereinbarung konnte die bereits bestehende Vereinbarung vom 08.05.18 bekräftigt und um weitere Schwer- punkte wie u.a. den Austausch zur digitalen Ausstattung im Bildungsbereich ergänzt werden. Einen Auftakt bildete ein Einblick des Zentrums der Bildungsdigitalisierung der Stadt Peking in die Digitalisierung des Lernens an den Pekinger Schulen. Auf der Grundlage der neu bekräftigten Kooperationsvereinbarung der Bildungsverwaltungen Köln und Peking besuchte die Bildungsdelegation unterschiedliche weiterführende Schulen in Peking. Dazu gehörten die Beijing National Day School (BNDS), die Beijing No 35 High School sowie „The Affiliated High School to UIBE“. Insgesamt lässt sich resumieren, dass die Bildungsdelegation gut entwickelte und ausgestattete Schulen besuchte, in denen auf die Gestaltung anregender Lernräume großen Wert gelegt wurde. An vielen Stellen konnte die Bildungsdelegation sehr spezifische Ausstattungen wahr- nehmen, die die Ausbildung von besonderen Neigungen von Schüler*innen unterstützen und sie zum Experimentieren ermutigen sollten. Dazu gehörten beispielsweise das Fernsehstudio in der Kongjang High School, das Modeatelier in der Beijing National School sowie der Wind- kanal und die Sternenwarte an der No 35 High School in Peking. Auch Konzepte wie das Lernen in unterschiedlichen „Innovation Labs“ (Laboren) an der Kongjang High School deuteten darauf hin, dass der Schulung des kreativen Denkens und der Innovationsfähigkeit eine hohe Bedeu- tung beigemessen wurde. Die Beijing National Day School (BNDS) zeichnete darüber hinaus ein hohes Maß an Schüler- orientierung aus. In von Schüler*innen selbstorganisierten Clubs erhalten diese die Gelegen- heit, sich für sie relevanten Lerninhalten zu widm en und ihre Neigungen weiterauszubilden. Auch in den übrigen Bereichen des Schullebens wie u.a. dem Mittagessen oder der Gestaltung der Gebäude werden die Schüler*innen bewusst miteinbezogen und um Feedback zur Weiter- entwicklung der Schule gebeten. In Anlehnung an die Förderung der Neigung von Schüler*innen kam der Kooperation mit Uni- verstäten vor Ort eine hohe Bedeutung bei. Während zwei der besuchten High Schools eine feste Kooperation mit einer Universität eingegangen sind, berichteten alle übrigen ebenso von einer Zusammenarbeit mit Hochschulen. Die Zusammenarbeit bezog sich in erster Linie auf die inneren Schulangelegenheiten. Neben der Unterstützung bei der Förderung der Neigung von Schüler*innen wurde insbesondere die Gestaltung des Übergangs von High School zu Univer- sität in Gesprächen als positives Element einer solchen Kooperation hervorgehoben. Die besuchten Schulen verfügten in der Regel über drei unterschiedliche Abteilungen: Middle School Department, High School Department und International Department. Während das zent- rale chinesische Abitur (Gao Kao) nach 12 Jahren erreicht wird, können die chinesischen Schü- ler*innen auch internationale Abschlüsse erwerben. Beispielhaft sind A-Level Programme, AP- Programme und IBDP-Programme zu nennen. Der Unterricht in diesen Programmen erfolgt auf Englisch. Die internationalen Bildungsgänge sind als Unterabteilungen an den entsprechenden Schulen angegliedert. Die Zusammenarbeit mit den Kölner Partnerschulen erfolgt i.d.R. über den internationalen Zweig. Hier werden die Schüler*innen im Weiteren auch dabei unterstützt, ein Studium an einer internationalen Hochschule aufzunehmen. Sowohl an der Shidong Schule in Shanghai, als auch an der High School No 35 in Peking kann man das Deutsche Sprachdiplom I/II erwer ben. Dort arbeiten u.a. deutsche Ortskräfte bzw. Auslandschullehrer. Trotz des Mangels an Freiflächen in den beiden Metropolen verfügen die besuchten Schulen in Peking und Shanghai über große Sportaußenflächen wie z.B. ein Fußballfeld und Leichtathle- tikflächen, die eine Priorisierung von Bildung in der städtischen Raumplanung unterstreichen. Insgesamt zeichnen sich die Schulgelände durch eine Großzügigkeit aus, in der ein besonderer Lern- und Lebensraum geschaffen wurde. Der hohe Anteil an Grünflächen und offene Lernland- schaften spiegeln diese hohen Standards wider. Alle Schulgebäude, die von der Delegation 3 besucht wurden, sind wie ein Campus aufgebaut und suggerieren den Eindruck einer Universi- tätslandschaft. Aus den Schilderungen der Akteure vor Ort wurde allerdings auch ersichtlich, dass die Ausstat- tung der Schulgebäude qualitativ sehr unterschiedlich ist (teils auch zwischen dem nationalen und dem internationalen Zweig sehr variiert) sowie an vielen Stellen sehr stark von der Unter- stützung des Elternhauses geprägt ist, so zum Beispiel auch die digitale Ausstattung der Schü- ler*innen. Ferner hat die Delegation Kenntnis davon erhalten, dass die kommunalen Schulver- waltungen auf steigende Schülerzahlen an den Schulen mit großen Klassenstärken von bis zu 50 Schüler*innen reagieren. Im Rahmen der Schulbesuche gelang es erfolgreich, die bestehenden Kooperationsbeziehun- gen zwischen den Partnerschulen aus Köln und Shanghai bzw. Peking zu festigen und neue Kooperationen anzubahnen. In der Beijing National Day Scho ol (BNDS) unterschrieb Kai Gruner, Schulleiter der Europa- schule, einen Kooperationsvertrag mit der Partnerschule. Beide Schulen vereinbarten sich darin zu regelmäßigen Schüler- und Lehreraustauschen. Bereits im Oktober wird eine Schülergruppe nach Peking reisen. Auch in der weiteren Partnerschule der Europaschule, der Shidong Experimental School in Shanghai, kam es erstmalig zu einer persönlichen Begegnung der beiden Schulleitungen der Partnerschulen. Die Schulführung und die Vorstellung der jeweiligen Partnerschule führte zu einem vertieften Kennenlernen als Grundlage für die weitere Zusammenarbeit in unterschiedli- chen Austauschformaten. Georg Scheferhoff, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums, führte Gespräche mit ausgewählten Partnerschulen, deren Ergebnisse er in Köln seiner Schulgemeinde vorstellen wird. Darüber hinaus konnten weitere chinesische Partnerschulen für interessierte Kölner weiterfüh- rende Schulen gefunden werden. Hierzu wird die Bildungsverwaltung der Stadt Köln im Nach- gang auf mögliche Partnerschulen zugehen und eine Kooperation von ihrer Seite unterstützen. Im Austausch zwischen der Bildungsverwaltung der Stadt Köln und der Bildungskommission von Shanghai-Yangpu bzw. der Bildungskommission von Peking gelang es Einblick in die chi- nesische Bildungssituation zu nehmen und sich zu den Erfahrungen hinsichtlich Schulbau und digitaler Ausstattung auszutauschen. Da sich beide Städte offenbar ebenso mit einem Wachstum der Anzahl der Schüler*innen kon- frontiert sehen, erhielt die Bildungsdelegation einen Einblick in den Umgang der chinesischen Bildungsverwaltungen mit dieser herausfordernden Situation. Neben dem Anheben der Klas- sengrößen werden auch hier unterschiedliche Maßnahmen eingeleitet, um die Raumkapazitä- ten der chinesischen Schulen zu erweitern. Auch der Austausch zur digitalen Ausstattung zeigte viele Parallelen zu der Arbeit der Kölner Bildungsverwaltung auf. So wurde u.a. über den Einsatz von KI Methoden im Unterricht und die Förderung von Medienkompetenz bei Schüler*innen und Lehrkräften berichtet. Eine Fortset- zung des Austauschs zwischen dem Leiter für Bildungsdigitalisierung sowie der Leiterin des kommunalen Medienzentrums (KOMEZ) der Stadt Köln in Form von digitalen Konferenzen wird angestrebt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bildungsdelegation mit ihrer Reise ihr Ziel errei- chen konnte. Durch die persönlichen Begegnungen der in Schule sowie in Bildungsverwaltung tätigen Ak- teure konnte ein echter Austausch ermöglicht und menschliche Beziehungen gefördert werden. Damit konnten die bestehenden Kooperationsbeziehungen gefestigt, neue Kontakte geknüpft und eine wertvolle Grundlage für die weitere Zusammenarbeit gelegt werden. Die Akquise weiterer chinesischer Schulen als mögliche Partnerschulen führt im Ergebnis zu einer Ausweitung der Kooperation im Bildungsbereich zwischen der Stadt Köln und der Stadt Peking bzw. Shanghai. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3242/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 23.10.2024
- Erstellt
- 18.10.2024 19:44