V/0865/2009
Bau eines Organismenaufstieges / Fischaufstieges an der Münsterschen Aa, am Wehr Badestraße
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Art der Änderung
bearbeitet | 26.06.2009 Sö
haft gezeichnet | 26.06.2009 Wi
X Sönnichsen Partner
Ingenieure für Wasserbau-Wasserwirtsc
Schwarzer Weg8 32423 Minden
Tel (0571)4 5226 Fax 4 1532
post@soe-ing.de www.soe-ing.de
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Projekt Nr.:
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Plan Nr.: WL 10 (P) 2009 I M U N ST E R
Blatt Nr.:
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Übersichtslageplan
Entwurf und Antrag
gem. 8 7 WHG zum Bau eines
Organismenaufstiegs am
Wehr Badestraße
Fancıı [I | Münstersche Aa
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BETT BE
genehmigt:
Münster, den
Stadtteil Schloss
, : i.A. Bezirk Mitte
N 2 EM UN WE Tiefbauamt
Beschlussvorlage
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V/0865/2009 DER OBERBÜRGERMEISTER Tiefbauamt Betrifft Bau eines Organismenaufstieges / Fischaufstieges an der Münsterschen Aa, am Wehr Badestraße Beratungsfolge 19.01.2010 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 02.02.2010 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen stimmt dem vom Tiefbauamt der Stadt Münster aufgestelltem Entwurf (Lageplan Nr. WL 10 (P) 2009 Blatt 1, 2 vom 07.12.2009) und dem Bau des Organismenaufstieges zu. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass der Stadt Münster Baukosten in Höhe von ca. 300.000 € entstehen. III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die erforderlichen Mittel sind im Entwurf des Teilfinanzplans nachstehender Produktgruppe wie folgt veranschlagt. Auszahlungen Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1304 Fließende Gewässer Teilfinanzplan (Zeile) 08 Auszahlung für Baumaßnah- men Investitionsmaßnahme 0010 Gewässer, Umbau / Ökolo- gische Verbesserung 2010 300.000 Insgesamt: 300.000 Vorlagen-Nr.: V/0865/2009 Auskunft erteilt: Herr Grimm Ruf: 492 66 00 E-Mail: Grimm@stadt-muenster.de Datum: 21.12.2009 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0865/2009 Einzahlungen Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1304 Fließende Gewässer Teilfinanzplan (Zeile) 01 Einzahlungen aus Zuwendun- gen für Investitionen Investitionsmaßnahme 0010 Gewässer, Umbau / ökologi- sche Verbesserung 2010 240.000 Insgesamt: 240.000 Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Maßnahme unter dem Vorbehalt der Mittelbereitstellung durch den Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2010 bzw. der mittelfristigen Ergebnis- und Fi- nanzplanung 2010 – 2013 stehen. Begründung: 1. Beschreibung der Baumaßnahme: Die Stadt Münster beabsichtigt zur Herstellung der gewässerökologischen Durchgängigkeit der Münsterschen Aa am Wehr Badestraße einen Organismenaufstieg / Fischaufstieg zu bauen. Diese Maßnahme ist Teil des Sanierungskonzeptes Aasee (AUB 287/2005 Sanierungskonzept Aasee) und ein zentrales Ziel in der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Das Wehr Badestraße liegt am nördlichen Rand des Aasees, an der Badestraße. Es dient der Si- cherstellung des Stauziels im Aasee (54,00 m ü. NN) und zur Steuerung der Abflussmenge aus dem Aasee. Die für die Gewässerlebewesen wichtige Durchgängigkeit der Aa sowohl stromauf- als auch stromabwärts ist durch das Wehr vollständig unterbrochen. Die Badestraße, der Parkplatz des Stadtbades Mitte und die angrenzende Bebauung engen den Bereich sehr ein. Der schlauchartige Seeauslauf hat durch das Wehr einen Stillgewässercharakter, eine Fließbewegung ist in regenarmen Zeiten nicht erkennbar. Die Aa ist hier komplett ohne natür- lich Sohle und mit einem Betonprofil ausgebaut. Am linken Ufer im Bereich der Wehranlage best eht die Möglichkeit, einen Organismenauf-/abstieg als Schlitzpass (Vertical Slot) zu bauen. Auf Grund der beengten Verhältnisse ist nur ein Kompakt- bauwerk möglich. Die Anlage eines naturnahen Umgehungsgerinnes (wie an der Werse) scheidet deshalb aus. Der Baukörper wird aus Stahlbeton hinter der vorhandenen linken Ufer- wand/Uferbefestigung hergestellt und zur Straßenseite / Böschungsbereich durch eine Spund- bzw. Bohrpfahlwand gesichert. Zehn hintereinander geschaltete Becken, die durch Öffnungsschlit- ze miteinander verbunden sind, bilden den Organismenaufstieg und ermöglichen den Organismen auch in niederschlagsarmen Zeiten die Aa sowohl rauf als auch runter zu wandern. Ein Mindestabfluss von 100 l/s wird als Wanderabfluss für die Aufstiegsanlage zu Grunde gelegt. Durch die Wahl der Schlitzform wird auch bei geringeren Abflüssen eine Nutzbarkeit gewährleistet. Bei größeren Abflüssen setzt die Wehrsteuerung und damit das Absenken der Wehrklappe ein. Die Wehrsteuerung muss nach Erstellung des Bauwerkes an die Funktionsweise des Organisme- naufstieges angepasst werden. Wegen der besonderen Randbedingungen wird für die Becken eine größere Wassertiefe gewählt. Das Sohlsubstrat in den Becken wird aus Bruchstein, Kies und Totholz erstellt und von der Be- ckenmitte hin zu den Schlitzen steigend angeordnet. - 3 - V/0865/2009 Der Schlitzpass ist gut geeignet die Aufstiegsmöglichkeit auch für leistungsschwächere Arten und Kleinfische sowohl stromauf- als auch stromabwärts zu gewährleisten. Seine Durchlassöffnun- gen/Schlitze werden sowohl den bodenorientierten als auch von typischen Freiwasserschwimmern gerecht. Durch den Einbau eines Steges, eines Treibzeugfanges im Zulaufbereich, einer Reusenstelle für ein Monitoring und Verschlussmöglichkeiten am Ein- und Auslauf ist eine leichte Unterhaltung der Anlage gewährleistet. Der Zugang zur Anlage erfolgt von der Badestraße über eine Treppenanlage im Böschungsbe- reich. Diese führt zu einem Gitterroststeg, der oberhalb der Becken liegt und von dem aus alle Be- cken erreichbar sind. Von hier aus können Unterhaltungs- und Kontrollarbeiten durchgeführt wer- den. Zur Straße hin wird die Anlage durch einen Zaun mit einem Tor im Treppenbereich gegen unbefugtes Betreten gesichert. Alle beteiligten Fachdienststellen (BR, UWB, ULB, Fischereiverband) haben diese Konzeption un- terstützt und für notwendig gehalten. Auf dieser Basis und zur Umsetzung der Anforderungen aus der EG-Wasserrahmenrichtlinie hat die Bezirksregierung Landeszuwendungen in Höhe von 80 % der Baukosten in Aussicht gestellt. Nach der Fertigstellung der Anlage wird ein ca. einjähriges Monitoring (Kontrollbefischung mit Reusen) zur Überprüfung der Funktionstüchtigkeit der Anlage durchgeführt Wie eingangs beschrieben, ist der Bau des Or ganismenaufstieges am Wehr Badestraße Teil des Sanierungskonzeptes Aasee und darüber hinaus eingebettet in das Gesamtprogramm zur ökologi- schen Verbesserung der Münsterschen Aa. Ziel dieser Maßnahme ist es u. a. einen zusammenhängenden, fließgewässertypischen Lebens- raum wieder herzustellen und nach dem sogenannten “Strahl- und Trittsteinmodell“ die Barriere- wirkung des Aasees zu minimieren und den aquatischen Lebensraum des Aasees zu stabilisieren. Ein Überblick über die bereits durchgeführten, geplanten und möglichen Maßnahmen zeigt die nachfolgende Auflistung. Die hier nachrichtlich aufgeführten geplanten Maßnahmen sind nicht Bestandteil dieses Beschlus- ses und werden den zuständigen politischen Gremien nach Fertigstellung der jeweiligen Planung als Einzelvorlage vorgelegt. Bereits durchgeführte Maßnahmen: D1 1994 Uferrandstreifen/Brachfläche nördlich Nevinghoff D2 1995 Renaturierung der Aa zwischen Haus Kump und Aasee D3 1995 Bau des Regenklärbeckens an der Bergstraße zur Verbesserung der Gewässergüte D4 1995 Entrohrung des Mündungsbereiches Canisiusgraben / Aa D5 1996 Bau des Regenklärbeckens bei der Westerholtschen Wiese zur Verbesserung der Gewässergüte D6 1996 Flachwasserzonen am Zookanal D7 1998 Renaturierung Aa, zwischen Cheruskerring und Nevinghoff D8 2003 Ökologische Verbesserung der Aa zwischen Rjasanstraße und Lublinring D9 2006 Ökologische Verbesserung “Maybusch“, ein Nebengewässer der Aa nördlich des Landwirtschaftlichen Zentrums Haus Nevinghoff, von Coerde bis zur Aa D10 2007 Flachwasserzonen am Aasee, Ausgleich für Aasee-Terrassen D11 2008 Polder Nevinghoff und ökologische Verbesserung der Aa und Entrohrung eines Ne- bengewässers D12 2009 Polder Coerde und ökologische Verbesserung der Aa und des Kinderbaches - 4 - V/0865/2009 Geplante Maßnahmen: - Kurzfristig: K1 Organismenauf- / abstieg Wehr Badestraße (Gegenstand dieser Vorlage, 2010) K2 Ökologische Verbesserung der Aa von der Sentruper Straße bis zur Modersohnbrücke (2011) K3 Ökologische Verbesserung des Meckelbaches von der Mecklenbecker Straße bis zur Aa (2011) K4 Ökologische Verbesserung der Aa, Bereich Hohenholter Straße / Hülshoffstraße - Mittelfristig: M1 Ökologische Verbesserung / Herausnahme des Aa-Betonprofils an der Westerholtschen Wiese (2013) M2 Ökologische Verbesserung der Aa / Herausnahme der Aa-Betonsohle am Stadtgraben M3 Ökologische Verbesserung der Aa / Herausnahme der Aa-Betonsohle bei der Neu- bebauung Aegidiistraße M4 Ökologische Verbesserung der Aa / Herausnahme der Aa-Betonsohle an der Petrikirche M5 Organismenaufstieg, Herausnahme / Umbau des kleinen Wehres and der Petrikirche M6 Organismenaufstieg, Herausnahme / Um bau des kleinen Wehres Hildegardisschule M7 Ökologische Verbesserung der Aa / Herausnahme der Aa-Betonsohle am Zwinger M8 Organismenaufstieg, Herausnahme / Umbau des kleinen Wehres an der Rjasanstraße M9 Ökologische Verbesserung der Aa zwischen A1 und Roxeler Straße - Langfristig: L1 Ökologische Verbesserung der Aa / Herausnahme der Aa-Betonsohle in allen Bereichen in denen es möglich ist L2 Umsetzung des Pflege- und Entwicklungskonzeptes zwischen Hohenholter Straße und Aa- see L3 Ökologische Verbesserung, Uferrandstreifen zwischen Innenstadt und Kreis Steinfurt, Um- setzung nach liegenschaftlichen Möglichkeiten Zur Übersichtlichkeit und Einordnung sind diese Maßnahmen in dem beiliegenden Übersichtsplan dargestellt. Bei den geplanten Maßnahmen ist die zurzeit durchgeführte Planung des Bereiches zwischen der Sentruper Straße und der Modersohnbrücke für die Durchgängigkeit und der ökolo- gischen Verbesserung der Aa von besonderer Bedeutung. Diese Maßnahmen sollen ab 2011 um- gesetzt werden. Es sind weitere Maßnahmen in der Innenstadt in Vorbereitung. Partielle Entfernung der massiven Sohl- und Uferbefestigung und Beseitigung der Innenstadtwehre mit der Zielvorgabe, Herstellung der biologischen Durchgängigkeit der Aa im gesamten Stadtgebiet von der Hohenholter Straße bis zur nördlichen Stadtgrenze in Sprakel. Die Bezirksregierung Münster hat in Vorgesprächen die grundsätzliche Zuwendungsfähigkeit die- ser Maßnahmen (80 % Landesförderung) anerkannt. 2. Ausschreibung und Bau: Die Bauzeit für den Organismenaufstieg am Wehr Badestraße wird auf 4 Monate geschätzt. Mit der Ausschreibung wird nach Vorlage der wasserrechtlichen Genehmigung und der Zustimmung des AUB begonnen. Der Baubeginn ist für den Sommer 2010 geplant. 3. Beiträge Dritter / Zuschüsse: Landeszuwendungen in Höhe von 80 % der Baukosten wurden von der Bezirksregierung in Aus- sicht gestellt. Die Baukosten werden auf 300.000 € geschätzt. - 5 - V/0865/2009 4. Genehmigungen / Vereinbarungen: 4.1 Für die Umgestaltung ist eine wasserrechtliche Genehmigung nach § 7 WHG erforderlich. Der Antrag wurde am 07.09.2009 bei der Unteren Wasserbehörde gestellt. Die Genehmi- gung wird in Kürze erwartet. 5. Liegenschaftliche Regelungen : - Es sind keine liegenschaftlichen Regelungen erforderlich. - Der an das städtische Grundstück grenzende Eigentümer ist im Laufe der Planungsvor- bereitungen über die Planung informiert worden. Die Anwohner und Eigentümer werden entsprechend dem Serviceversprechen des Tiefbauamtes frühzeitig über die Maßnahme informiert. In Vertretung Schultheiß Stadtdirektor Anlagen
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: vertagt
Zur SitzungOrte (15)
- Badestraße
- Rjasanstraße
- Sentruper Straße
- Mecklenbecker Straße
- Hülshoffstraße
- Aegidiistraße
- Roxeler Straße
- Hohenholter Straße
- Cheruskerring
- Am Stadtgraben
- Bergstraße
- Nevinghoff
- Lublinring
- Werse
- Maybusch
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0865/2009
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.12.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37