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3413/2021

Modellprojekt „Digitalisierung hilft bei der Öffnung des gesellschaftlichen Lebens“

Mitteilung Ausschuss 17.11.2021

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Nächste Beratung: Gesundheitsausschuss, Sitzung am 23.11.2021, TOP 7.4

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

6477 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
IX/12 
 
Vorlagen-Nummer 17.11.2021 
 3413/2021 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Digitalisierungsausschuss 22.11.2021 
Gesundheitsausschuss 23.11.2021 
 
Modellprojekt „Digitalisierung hilft bei der Öffnung des gesellschaftlichen Lebens“ 
Im Rahmen der zweiten Welle der Pandemie galt es, neue Lösungsideen zu entwickeln und zugleich 
zu bewerten, die der Stadt in der Folge helfen sollten, den Inzidenzwert zu senken und möglichst 
dauerhaft auf niedrigem Niveau zu halten.  
 
In einer mit Experten aus Stadtgesellschaft („Start-ups“, aber auch Firmen wie SAP, T-Systems, 
Fraunhofer-Gesellschaft) und der Stadtverwaltung besetzten Runde wurden gemeinsam Lösungen 
skizziert, bewertet und im Anschluss weiterverfolgt oder auch verworfen.  
 
Im Verlauf der Diskussionen und der Nachfolgeaktivitäten fokussierte man sich auf das Vorhaben, die 
digitale Unterstützung in der Pandemiebewältigung als notwendigen digitalen Gesamtprozess zu se-
hen, in dem Corona-Tests, Impfungen, Digitale Gesundheitszertifikate, Kontaktdatenerfassung und 
Kontaktnachverfolgung ideal zusammenwirken und nicht isoliert voneinander stehen. Das Potential 
lag dabei in der Schaffung einer erhöhten Transparenz im Infektionsgeschehen, Verprobung der Ak-
zeptanz („MVP / User-Journey“) in der Stadtgesellschaft, Schaffung schnellerer Wiedereröffnungs-
perspektiven, sowie auch der Datengewinnung / Datenanalyse zur Ableitung von Entscheidungen und 
Maßnahmen. Mit der Feinkonzeption und der Umsetzung von Einzelmaßnahmen im Sinne von Bau-
steinen des angestrebten digitalen Gesamtprozesses wurde unmittelbar begonnen. 
Aus diesem Vorgehen heraus entwickelten sich auch Gespräche mit dem Land NRW, in denen das 
Kölner Vorgehen skizziert wurde. In der Ministerpräsidentenkonferenz vom 22.03.2021 wurden dann 
erste Möglichkeiten geschaffen, zeitlich befristete Modellprojekte durchzuführen, mit dem Ziel Locke-
rungen und Öffnungen räumlich abgrenzbar zu ermöglichen und unter Einbeziehung technischer, 
organisatorischer und medizinischer Rahmenbedingungen zu erproben.  
 
Die Stadt Köln bewarb sich anschließend im April 2021 als Modellkommune und fand im Auswahlver-
fahren entsprechende Berücksichtigung. Die Zuschlagserteilung des Ministeriums für Wirtschaft, In-
novation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) an die Stadt Köln, 
als eine von 14 Kommunen (bei 46 Bewerbungen) wurde mit Schreiben vom 12.04.2021 mitgeteilt.  
 
Als Erprobungsräume für das Modellprojekt konnten insgesamt 13 Akteure und Organisationen aus 
der Stadtgesellschaft gewonnen werden. Die ersten Modellprojekte starteten am 19.04.2021, weitere 
Modellprojekte am 26.04.2021. Als die dauerhafte Unterschreitung des Inzidenzwertes von 100 in 
Köln erreicht war, entfielen jedoch die Mitwirkungsbereitschaft in den Erprobungsräumen und damit 
der faktische Bedarf für die Umsetzung des NRW-Modellprojektes in seiner ursprünglichen vorgese-
henen Ausprägung.  
 
Folgende Bausteine wurden konsequent weiterentwickelt, integriert und erfolgreich in Betrieb ge-
nommen und zum Teil von anderen Kommunen adaptiert:

2 
 
1. Konzeption und Mitentwicklung einer sog. „Datendrehscheibe“ zur Anbindung der heterogenen 
Landschaft von Kontaktdatenerfassungslösungen (100+) an das städtische Gesundheitsamt  
2. Pilotierung von „IRIS Connect“ (Datendrehscheibe) für NRW bei der Stadt Köln  
3. Anbindung von „IRIS Connect“ an das städtische Pandemiemanagementsystem  
4. Entwicklung einer sogenannten „Master App“ als einheitliches Benutzenden-Frontend zur An-
steuerung unterschiedlicher nachgelagerten Kontaktdatenerfassungslösungen und Anbindung 
an „IRIS Connect“  
5. Weiterentwicklung von „Meine Checkins“ um „Wallet-Funktionen“  
6. Digitales Monitoring, Analyse und GIS-basierende Visualisierung lokaler Pandemieentwicklung 
und Hotspots und zur Vorbereitung infektiologischer und ordnungsbehördlicher (Präventiv-) 
Maßnahmen  
7. Bereitstellung von User-Self-Services über ein Pandemiemanagementportal (Online-
Symptomtagebuch, Digitale Zustellung von Quarantäneverfügungen, Online-Anlage von Kon-
taktpersonen durch Indexpersonen, Digitales Output Management)  
8. Entwicklung und Integration eines digitalen Gesundheitszertfikats  
9. Entwicklung eines Genesenennachweisportals mit Zertifikatserstellungsprozess (DCC-
konform als User-Self-Service)  
10. Digitales Termin- und Impfmanagement für Sonderimpfstraßen im städtischen Impfzentrum  
11. Digitales Termin- und Testmanagement für die städtischen Corona-Testzentren  
12. Entwicklung unterschiedlicher GIS-Lösungen zur Visualisierung der Pandemieentwicklung 
 
Die Stadt Köln beteiligt sich auch aktuell weiterhin an den Roundtable-Gesprächen der verbliebenen 
Modellkommunen mit dem Land NRW und zuletzt auch an einem gemeinsamen „Hackathon“ am 
28.09.2021. Bei der Entwicklung von Lösungen wurde in Köln konsequent ein Open-Source-
basierender Ansatz gewählt. Eine Nutzung bzw. Weiterentwicklung außerhalb der Stadt wird eben-
falls aktiv unterstützt. 
 
Es ist erklärtes Ziel der Stadt Köln, die in der Pandemie geschaffenen Lösungen und Infrastrukturen 
zu erhalten und in einen „Suspend-Modus“ zu bringen, damit eine dauerhafte Einsatzbereitschaft und 
spätere Reaktivierung der Lösungen zu jedem Zeitpunkt und ohne größere Rüstzeiten gewährleistet 
werden kann. Hierbei sind natürlich immer auch die Standardisierungsbemühungen auf Bundes- und 
Landesebene zu beachten. 
 
Die konsequent verfolgten Ansätze, Digitalisierung in einem im Ergebnis komplexen Ende-zu-Ende-
Konzept zu denken und umzusetzen, zugleich aber die Handhabungskomplexität auf der jeweiligen 
Anwendungsseite zu verringern, können als Erfolg bezeichnet werden und waren impulsgebend für 
das Modellprojektvorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit 
externen Dritten und das gemeinsame agile Projektverständnis haben auf diesen Erfolg eingezahlt. 
Der durch Disruption und neue Formen der Zusammenarbeit entstandene Spirit soll erhalten bleiben. 
In gemeinsamen „Think-Tanks“, sollen auch in anderen Themenfeldern digitale Use-Cases entwickelt 
und in Erprobungsräumen Anforderungsentsprechung, Akzeptanz und Stabilität hin geprüft werden. 
Hierfür ist ein entsprechender Handlungsrahmen zu entwickeln, der die agile und organisationsüber-
greifende Zusammenarbeit über entsprechenden Budgets stützt und zugleich compliance-konform 
ermöglicht. 
 
Gez. Blome

Beratungsverlauf (2)

22.11.2021 Digitalisierungsausschuss
TOP 2.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
23.11.2021 Gesundheitsausschuss
TOP 7.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3413/2021
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
17.11.2021
Erstellt
26.09.2021 13:57