3413/2021
Modellprojekt „Digitalisierung hilft bei der Öffnung des gesellschaftlichen Lebens“
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IX/12 Vorlagen-Nummer 17.11.2021 3413/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Digitalisierungsausschuss 22.11.2021 Gesundheitsausschuss 23.11.2021 Modellprojekt „Digitalisierung hilft bei der Öffnung des gesellschaftlichen Lebens“ Im Rahmen der zweiten Welle der Pandemie galt es, neue Lösungsideen zu entwickeln und zugleich zu bewerten, die der Stadt in der Folge helfen sollten, den Inzidenzwert zu senken und möglichst dauerhaft auf niedrigem Niveau zu halten. In einer mit Experten aus Stadtgesellschaft („Start-ups“, aber auch Firmen wie SAP, T-Systems, Fraunhofer-Gesellschaft) und der Stadtverwaltung besetzten Runde wurden gemeinsam Lösungen skizziert, bewertet und im Anschluss weiterverfolgt oder auch verworfen. Im Verlauf der Diskussionen und der Nachfolgeaktivitäten fokussierte man sich auf das Vorhaben, die digitale Unterstützung in der Pandemiebewältigung als notwendigen digitalen Gesamtprozess zu se- hen, in dem Corona-Tests, Impfungen, Digitale Gesundheitszertifikate, Kontaktdatenerfassung und Kontaktnachverfolgung ideal zusammenwirken und nicht isoliert voneinander stehen. Das Potential lag dabei in der Schaffung einer erhöhten Transparenz im Infektionsgeschehen, Verprobung der Ak- zeptanz („MVP / User-Journey“) in der Stadtgesellschaft, Schaffung schnellerer Wiedereröffnungs- perspektiven, sowie auch der Datengewinnung / Datenanalyse zur Ableitung von Entscheidungen und Maßnahmen. Mit der Feinkonzeption und der Umsetzung von Einzelmaßnahmen im Sinne von Bau- steinen des angestrebten digitalen Gesamtprozesses wurde unmittelbar begonnen. Aus diesem Vorgehen heraus entwickelten sich auch Gespräche mit dem Land NRW, in denen das Kölner Vorgehen skizziert wurde. In der Ministerpräsidentenkonferenz vom 22.03.2021 wurden dann erste Möglichkeiten geschaffen, zeitlich befristete Modellprojekte durchzuführen, mit dem Ziel Locke- rungen und Öffnungen räumlich abgrenzbar zu ermöglichen und unter Einbeziehung technischer, organisatorischer und medizinischer Rahmenbedingungen zu erproben. Die Stadt Köln bewarb sich anschließend im April 2021 als Modellkommune und fand im Auswahlver- fahren entsprechende Berücksichtigung. Die Zuschlagserteilung des Ministeriums für Wirtschaft, In- novation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) an die Stadt Köln, als eine von 14 Kommunen (bei 46 Bewerbungen) wurde mit Schreiben vom 12.04.2021 mitgeteilt. Als Erprobungsräume für das Modellprojekt konnten insgesamt 13 Akteure und Organisationen aus der Stadtgesellschaft gewonnen werden. Die ersten Modellprojekte starteten am 19.04.2021, weitere Modellprojekte am 26.04.2021. Als die dauerhafte Unterschreitung des Inzidenzwertes von 100 in Köln erreicht war, entfielen jedoch die Mitwirkungsbereitschaft in den Erprobungsräumen und damit der faktische Bedarf für die Umsetzung des NRW-Modellprojektes in seiner ursprünglichen vorgese- henen Ausprägung. Folgende Bausteine wurden konsequent weiterentwickelt, integriert und erfolgreich in Betrieb ge- nommen und zum Teil von anderen Kommunen adaptiert: 2 1. Konzeption und Mitentwicklung einer sog. „Datendrehscheibe“ zur Anbindung der heterogenen Landschaft von Kontaktdatenerfassungslösungen (100+) an das städtische Gesundheitsamt 2. Pilotierung von „IRIS Connect“ (Datendrehscheibe) für NRW bei der Stadt Köln 3. Anbindung von „IRIS Connect“ an das städtische Pandemiemanagementsystem 4. Entwicklung einer sogenannten „Master App“ als einheitliches Benutzenden-Frontend zur An- steuerung unterschiedlicher nachgelagerten Kontaktdatenerfassungslösungen und Anbindung an „IRIS Connect“ 5. Weiterentwicklung von „Meine Checkins“ um „Wallet-Funktionen“ 6. Digitales Monitoring, Analyse und GIS-basierende Visualisierung lokaler Pandemieentwicklung und Hotspots und zur Vorbereitung infektiologischer und ordnungsbehördlicher (Präventiv-) Maßnahmen 7. Bereitstellung von User-Self-Services über ein Pandemiemanagementportal (Online- Symptomtagebuch, Digitale Zustellung von Quarantäneverfügungen, Online-Anlage von Kon- taktpersonen durch Indexpersonen, Digitales Output Management) 8. Entwicklung und Integration eines digitalen Gesundheitszertfikats 9. Entwicklung eines Genesenennachweisportals mit Zertifikatserstellungsprozess (DCC- konform als User-Self-Service) 10. Digitales Termin- und Impfmanagement für Sonderimpfstraßen im städtischen Impfzentrum 11. Digitales Termin- und Testmanagement für die städtischen Corona-Testzentren 12. Entwicklung unterschiedlicher GIS-Lösungen zur Visualisierung der Pandemieentwicklung Die Stadt Köln beteiligt sich auch aktuell weiterhin an den Roundtable-Gesprächen der verbliebenen Modellkommunen mit dem Land NRW und zuletzt auch an einem gemeinsamen „Hackathon“ am 28.09.2021. Bei der Entwicklung von Lösungen wurde in Köln konsequent ein Open-Source- basierender Ansatz gewählt. Eine Nutzung bzw. Weiterentwicklung außerhalb der Stadt wird eben- falls aktiv unterstützt. Es ist erklärtes Ziel der Stadt Köln, die in der Pandemie geschaffenen Lösungen und Infrastrukturen zu erhalten und in einen „Suspend-Modus“ zu bringen, damit eine dauerhafte Einsatzbereitschaft und spätere Reaktivierung der Lösungen zu jedem Zeitpunkt und ohne größere Rüstzeiten gewährleistet werden kann. Hierbei sind natürlich immer auch die Standardisierungsbemühungen auf Bundes- und Landesebene zu beachten. Die konsequent verfolgten Ansätze, Digitalisierung in einem im Ergebnis komplexen Ende-zu-Ende- Konzept zu denken und umzusetzen, zugleich aber die Handhabungskomplexität auf der jeweiligen Anwendungsseite zu verringern, können als Erfolg bezeichnet werden und waren impulsgebend für das Modellprojektvorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit externen Dritten und das gemeinsame agile Projektverständnis haben auf diesen Erfolg eingezahlt. Der durch Disruption und neue Formen der Zusammenarbeit entstandene Spirit soll erhalten bleiben. In gemeinsamen „Think-Tanks“, sollen auch in anderen Themenfeldern digitale Use-Cases entwickelt und in Erprobungsräumen Anforderungsentsprechung, Akzeptanz und Stabilität hin geprüft werden. Hierfür ist ein entsprechender Handlungsrahmen zu entwickeln, der die agile und organisationsüber- greifende Zusammenarbeit über entsprechenden Budgets stützt und zugleich compliance-konform ermöglicht. Gez. Blome
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3413/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 17.11.2021
- Erstellt
- 26.09.2021 13:57