AN/0954/2021
Jugendkriminalität 2020 - Auswertebericht für das Polizeipräsidium Köln
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FDP Anfrage nach § 4
3758 Zeichen
www.FDP-Koeln.de An die Oberbürgermeisterin Frau Henriette Reker An den Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses Dr. Ralf Heinen Rathaus · 50667 Köln Fon 0221. 221-23830 Fax 0221. 221-23833 fdp-fraktion@stadt-koeln.de www.fdp-koeln.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 27.04.2021 AN/0954/2021 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Jugendhilfeausschuss 15.06.2021 Jugendkriminalität 2020 - Auswertebericht für das Polizeipräsidium Köln Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender, die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses zu setzen. Aus der Mitteilung an den Jugendhilfeausschuss zum Jugendkriminalitätsbericht 2020 des Polizeipräsidiums Köln geht hervor, dass die Jugendkriminalität insgesamt – insbesondere im Jahr 2020 – zurückgegangen ist. Wie in dem Fazit des Berichts zutref fend dargestellt, wird dies gerade auch auf die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen sein. Jedoch ist dabei auffällig, dass die Anzahl der Tat- verdächtigen in Hinblick auf Straftaten gegen die sexuelle Selbstbe stimmung und Nachstel- lung (Stalking) kaum rückläufig ist. Im Zeitraum von 2016 bis zum Jahr 2019 ist es bei Straf- taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sogar zu einem kontinuierlichen Anstieg von Tatverdächtigten unter 21 Jahren gekommen. Im Jahr 2020 g ing die Anzahl der Tatverdäch- tigen nur geringfügig zurück ( -6,28%) – insbesondere im Vergleich zu anderen Delikten -. Mehr als jeder 5. Tatverdächtigte eines Delikts gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist un- ter 21 Jahre alt. Dabei sind die meisten Tatverd ächtigen bei Begehung der Tat zwischen 14 – 18 Jahre alt. Anlässlich dieser Auffälligkeit bitten wir die Verwaltung ggfls. in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Köln um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie ist der Anstieg der Tatverdächtigenanzahl i n den letzten Jahren in Hinblick auf Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung gerade im Bereich von Jugendlichen und Heranwachsenden zu erklären? Inwieweit spielen dabei insbesondere die Re- formen des Sexualstrafrechts sowie die größere Sensibilisierung der Bevölkerung im Hinblick auf das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung eine Rolle? 2. Wieso könnte ein Rückgang dieser Delikte auch während der Corona -Pandemie so gering ausgefallen sein? Gibt es insbesondere mehr Tatorte an nicht öffentlichen Or- ten, sodass eine „Verlagerung“ in den privaten Bereich stattgefunden hat? Wie viele FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln - 2 - www.FDP-Koeln.de Straften gegen die sexuelle Selbstbestimmung finden in Schulen, in Ausbildungsbe- trieben und Weiterbildungsstätten statt und wie viele in der Freizeit? 3. Inwieweit gibt es auf kommunaler Ebene bereits Präventionskonzepte oder auch Prä- ventionsarbeit? Und inwieweit sind in diesem Feld tätige Träger sowie städtische und nichtstädtische Fachberatungsstellen unmittelbar in Schulen, die sich als Lernorte anbieten, um sexualpädagogische (Präventi ons-)Angebote zu unterbreiten, zu die- sem Thema aktiv? 4. Inwiefern wird diese Thematik bereits im Zusammenhang mit dem Sexualkundeunter- richt aufgegriffen? Welche Anlaufstellen haben Schulen und Jugendhilfe bei Ver- dachtsfällen? 5. Sollte es eine solche Beratungs stelle auch für Opfer geben: Inwieweit können Ein- schätzungen gemacht werden, wie viele Anschuldigungen nicht zur Anzeige gebracht werden? Aus welchen Gründen werden diese nicht zur Anzeige gebracht? Mit freundlichen Grüßen Gez. Ulrich Breite Chantal Schalla Fraktionsgeschäftsführer Jugendpolitische Sprecherin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0954/2021
- Typ
- FDP/KSG Anfrage nach § 4
- Datum
- 27.04.2021
- Erstellt
- 27.04.2021 11:20