V/0157/2020
Straßenbenennungen in Gievenbeck - Oxford-Quartier
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35361 Zeichen
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 1 von 16
Edith-Miltenberg-Weg
1936: Edith Miltenberg
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Edith Miltenberg (*24.92.1922 Münster) wohnte mit ihren Eltern und ihrer Schwester
Hannelore u.a. Südstr. 30, wo ihr Vater eine Viehhandlung betrieb. Sie besuchte
1932 bis 1936 das Annette-Gymnasium. 1934 war sie Mitglied im „Bund Deutsch-
Jüdischer Jugend“ und engagierte sich im Sportverein des „Reichsbundes jüdischer
Frontsoldaten“, wo sie 1934 bei den westfälischen Bezirksmeisterschaften den 1.
Platz im Leichtathletik-Dreikampf belegte. Sie war von Mitte 1937 bis Oktober 1938
als Haustochter, Erzieherin und Sprechstundenhilfe bei einem jüdischen Arzt in So-
lingen tätig. Sie sprach fließend Englisch und hatte sich außerdem Spanischkennt-
nisse angeeignet. Da sich die Emigration der gesamten Familie aufgrund der unzu-
reichenden Bürgschaft und der Quotenregelung bis April 1939 nicht verwirklichen
ließ, plante sie, als Haushaltshilfe nach England auszuwandern. Im Mai 1939 war
das Umzugsgut bereits zollamtlich verpackt, doch verhinderte der Ausbruch des
Zweiten Weltkriegs die Emigration. Die Bewerbung für eine Stelle als Kranken-
schwester im „Israelitischen Asyl“ in Köln verlief im Sande. Im Mai 1941 appellierte
Edith Miltenberg an einen entfernten amerikanischen Verwandten, wenigstens ihr
durch ein „Affidavit“ die Einwanderung in die USA zu ermöglichen, um dann die Fa-
milie anfordern zu können. Um in der Emigration Geld zu verdienen, erlernte sie die
Herstellung von Ansteckblumen aus Filz. Edith MIltenberg wurde mit Eltern und
Schwester am 13.12.1941 von Münster ins Ghetto Riga deportiert, wo sie als Kran-
kenschwester im Ghetto-Krankenhaus tätig war. Nach der Auflösung des Ghettos im
November 1943 wurde die gesamte Familie ins KZ Riga-Strasdenhof verschleppt
und dort ermordet.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Zusatz zum Straßenschild:
Die Jüdin Edith Miltenberg (1922-1943) wurde nach vergeblichem Versuch auszu-
wandern, 1943 im KZ Riga-Strasdenhof ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 2 von 16
Elfriede-Meyer-Weg
1.09.1941: Elfriede Meyer (Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Elfriede Meyer geb. Feibes (*3.02.1896 MS) entstammte der alteingesessenen jüdi-
schen münsterischen Kaufmannsfamilie Feibes (Salzstr. 3-4). Nach dem Besuch der
Evangelischen Höheren Töchter-Schule in Münster studierte sie ab 1918/19 drei
Semester Medizin an der Universität Münster. Während des Ersten Weltkriegs be-
treute sie Kleinkinder. Mit ihrem Ehemann, dem 1885 in Münster geborenen Rechts-
anwalt Dr. Max Meyer, und ihren 1921 und 1925 geborenen Kindern wohnte sie im
Eigentum Rudolfstr. 20. Da sie nach dem Novemberpogrom 1938 mit Unterstützung
eines Vetters in England die Emigration der beiden Kinder dorthin betrieb, wurde am
13.12.1938 ihr Vermögen wegen angeblicher eigener Emigrationsabsichten und zur
Sicherstellung der Zwangsabgaben gesperrt. Einige nichtjüdische Personen hielten
Kontakt zum Ehepaar Meyer. 1940 musste es weitere jüdische Personen in seinem
Haus aufnehmen. Nach der Zerstörung des Hauses am 8.07.1941 durch Brandbom-
ben wurden Elfriede Meyer und ihr Mann für kurze Zeit im „Judenhaus“ Salzstr. 3 (ihr
ehemaliges Elternhaus) untergebracht, bevor sie am 29.08.1941 nach Minden zo-
gen. Elfriede Meyer wurde, schwerkrank und fast erblindet, zusammen mit ihrem
Ehemann am 31.07.1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und am 16.10.1944 –
ihr Mann war zehn Monate zuvor den Lagerbedingungen erlegen – ins KZ Auschwitz
verbracht und dort ermordet.
Drei Monate nach ihrer Deportation
wurde das ihr gehörige Grundstück
Rudolfstr. 20 in Münster zugunsten
des Deutschen Reiches konfisziert.
Sohn und Tochter konnten nach
England entkommen.
1938: Elfriede und Dr. Max Meyer
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Zusatz zum Straßenschild:
Elfriede Meyer geb. Feibes (1896-1944), Ehefrau eines Münsteraner Rechtsanwalts,
wurde 1944 als Jüdin im KZ Auschwitz ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 3 von 16
Else-Scheuer-Weg
1940: Else Scheuer
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Die Lehrerin Else Scheuer geb. Reingenheim (*23.12.1900 Rheine) stammte aus
einer vermögenden Kaufmannsfamilie in Rheine und besuchte dort 1911-1918 das
Lyzeum. Nach dem Ersten Weltkrieg zog sie mit der Familie nach Münster, legte
1921 am Evangelischen Oberlyzeum das Abitur ab und erlangte die Lehrbefähigung
für Volks- und Mittelschulen.
1927 arbeitete sie an der jüdischen Schule in Essen, später im elterlichen Geschäft
in Münster. 1937 heiratete sie den Lehrer Hermann Scheuer und wohnte mit ihm in
ihrem Elternhaus Raesfeldstr. 28 . Nach einer Befragung zur Emigrationsabsicht im
September 1938 sperrte das Deutsche Reich ihr Vermögen, um die eventuell anfal-
lende Reichsfluchtsteuer zu sichern. Nach dem Novemberpogrom 1938 dezimierte
es sich rapide, u.a. durch Zahlung der „Judenvermögensabgabe“. Else Scheuer fi-
nanzierte den Unterhalt ihrer Schwiegereltern in Laasphe. Ihr Bruder, der seit 1937 in
Brasilien lebte (Briefkontakt bis Ende 1941), konnte lediglich für die Eltern ein Visum
erlangen, nicht jedoch für sie. Nach dem Verkauf des elterlichen Hauses Raesfeldstr.
28 Anfang 1939 erhielt sie dort Wohnrecht bis zu ihrer beabsichtigten Auswanderung
nach Brasilien. Ab 1939 war das Ehepaar Scheuer in den „Judenhäusern“ Salzstr. 31
und Prinz-Eugen-Str. 39 (1941) untergebracht. Seit 1940 unterrichtete Else Scheuer
Englisch an der jüdischen Schule in der Marks-Haindorf-Stiftung.
Später musste sie Zwangsarbeit in der Trockenkar-
toffelfabrik in Westbevern-Brock leisten.
Mit ihrem Ehemann wurde sie am 13.12.1941 ins
Ghetto Riga deportiert, am 1.10.1944 in das KZ
Stutthof. Sie kam dort am 8.01.1945 um, einige Tage
nachdem ihr Ehemann in einem Außenlager von
Stutthof zugrunde gegangen war.
1940: Else Scheuer (oben 2. v. re.) als Englischlehrerin an
der jüdischen Schule in Münster (Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Zusatz zum Straßenschild:
Die letzte Lehrerin an der jüdischen Schule Münsters, Else Scheuer geb. Reingen-
heim (1900-1945), wurde mit ihrem Ehemann 1945 im KZ Stutthof ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 4 von 16
Gumprichstrasse
1921: Albert und Irma Gumprich (Slg. Möllenhoff/Schlautmann-
Overmeyer)
Rudi (Foto von 1937), Ruth-Marianne (1939) und Sonja-Emma (1940) Gumprich
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Albert Gumprich (*19.04.1892 Borghorst) kam um 1920 nach Münster und übernahm die
Pferde- und Viehhandlung seines späteren Schwiegervaters Levy Nathan, Wolbecker Str. A
3. Mit seiner Ehefrau, die er 1922 geheiratet hatte, wohnte er bis nach dem Novemberpog-
rom 1938 Kanalstr. 20. Diskriminierungen seit Beginn der Naziherrschaft führten zu einem
starken Umsatzrückgang. Die Einziehung des Wandergewerbescheins zum 30.09.1938 be-
deutete den Verlust der Existenz. Ein Antrag auf Verlängerung des Gewerbes und die Son-
dierung von Auswanderungsmöglichkeiten zogen die Sperrung des Vermögens nach sich.
Wahrscheinlich erfolgte nach der Pogromnacht eine Inhaftierung im Polizeigefängnis, wie sie
von ca. 60 männlichen Juden Münsters bezeugt ist. Auf Drängen gab Albert Gumprich am
24.11.1938 Brasilien als Auswanderungsziel an. Am 2.1.1939 erfolgte der Umzug zur Südstr.
44. Nach der Auswanderung des jüdischen Hausbesitzers fand die Familie Unterkunft im
„Judenhaus“ Hermannstr. 44. An Reinvermögen waren nach dem Verkauf von vier mit Hypo-
theken belasteten Grundstücken und Abzug der „Judenvermögensabgabe“ am 3.11.1939
noch rund 5.000 RM zum Lebensunterhalt übrig, bei monatlichen Ausgaben von mindestens
395 RM für einen fünfköpfigen Haushalt (Miete und Lebensunterhalt). Albert Gumprich war
als Tiefbauarbeiter beschäftigt und wegen seines jüngsten Kindes, eines Säuglings, vom
ersten Transport nach Riga (13.12.1941) zurückgestellt.
Irma Gumprich geb. Nathan (*1.5.1898 MS) erklärte am 24.9.1938 auf behördliche Befra-
gung bzgl. ihrer Auswanderungsabsicht, dass sie mit ihrer Familie auswandern wolle, wenn
es eine Möglichkeit gebe. Daraufhin wurde eine „Sicherungsanordnung“ erlassen und der
Verkauf ihres Erbteils, Ackerland in Gievenbeck, von der Erlaubnis der Devisenstelle abhän-
gig gemacht. Dieses musste auf Anordnung der Oberfinanzdirektion nach dem November-
pogrom am 24.11.1938 zum „Siedlungswert“ verkauft werden.
Rudolf (Rudi) Gumprich (*26.12.1923 Münster) war bis 1938 Schüler der jüdischen Volks-
schule und 1934 Mitglied im „Bund Deutsch-Jüdischer Jugend“. 1939 erzielte er mit seiner
Zusatz zum Straßenschild:
Das jüdische Ehepaar Albert und Irma Gumprich wurde mit seinen vier Kindern
1943-45 im KZ Auschwitz bzw. Buchenwald ermordet.
von Dan
Gumprich exis-
tiert kein Foto
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 5 von 16
Arbeit einen höheren Verdienst als sein Vater. Sein zu versteuerndes Jahreseinkommen lag
bei 900 RM. Er verzog 1940 nach Köln, um in einem Handwerk ausgebildet zu werden und
erlernte das Schweißen. Am 25.2.1941 erlitt er beim Sturz von einer Brücke schwere Verlet-
zungen und kam in ein Krankenhaus in Köln. Mitte 1941 hielt er sich einen Monat lang in
Münster bei den Eltern, Hermannstr. 44, auf, ging aber zurück nach Köln, bevor er am
5.10.1941 endgültig nach Münster zurückkehrte. Er war ursprünglich für die erste Deportati-
on am 13.12.1941 vorgesehen, wurde dann jedoch zurückgestellt.
Ruth-Marianne Gumprich (*12.8.1925 MS) war Schülerin der jüdischen Schule in MS und
wie ihr Bruder Mitglied im „Bund Deutsch-Jüdischer Jugend“. Sie schrieb einer emigrieren-
den Freundin am 29.3.1939 ins Poesiealbum: „Der Mensch ist frei, und würde er in Ketten
geboren“ (Schiller).
Sonja-Emma Gumprich (*9.11.1928 MS) war ebenfalls Schülerin der jüdischen Schule in
Münster.
Die Zwillinge Uri und Dan Gumprich wurden am 4.3.1940 im münsterischen Franziskus-
Hospital geboren. Dan Gumprich starb dort mit rund sieben Wochen.
Am 27.1.1942 wurden Albert und Irma Gumprich mit ihren vier Kindern Rudi, Ruth-
Marianne, Sonja-Emma und Uri ins Ghetto Riga deportiert. Albert Gumprich kam am
10.6.1942 dort um. Irma Gumprich gelang es trotz Schreibverbots diese Nachricht an ihre
Schwester zu übermitteln. Bei Auflösung des Ghettos Riga (2.11.1943) wurde Irma
Gumprich mit ihren Kindern Ruth-Marianne, Sonja-Emma und Uri (3 ½ Jahre alt) ins Vernich-
tungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Rudi Gumprich wurde bei Heranrücken der russischen Front am 10.8.1944 von Riga per
Frachtschiff in das KZ Stutthof bei Danzig verlegt. Sechs Tage später wurde er zusammen
mit anderen Münsteranern in das KZ Buchenwald überstellt und von dort in ein Außenlager
nach Bochum geschickt, wo er in der Rüstungsindustrie (Eisen- u. Hüttenwerke oder Verein
Gußstahl) arbeiten musste. Am 3.3.1945 gelangte er zurück ins KZ Buchenwald in den
„Krankenbau“-Todesblock. Er starb dort am 8.3.1945, vier Wochen vor der Befreiung am
11.4.1945.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 6 von 16
Henny-Uhlmann-Weg
Ende 1935: Emil und Henny Uhlmann mit ihren Kindern Heinz und Lieselotte
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Henny (Henriette) Uhlmann geb. Scheiberg (*2.09.1888 Münster) wuchs im elterli-
chen Haus in Münster, Salzstr. 31 auf, heiratete mit 18 Jahren den neun Jahre älte-
ren Kaufmann Emil Uhlmann und bekam 1908 und 1909 zwei Kinder. Seit 1933 las-
tete auf dem Haus Salzstr. 31 (Eigentümer war ihr Bruder Gustav, niederländischer
Staatsangehöriger) eine Grundschuld von 20 000 RM. 1936 überschrieb ihr Bruder
das Haus auf Henny Uhlmann. Seit 1937 stieg die Sorge um die finanzielle Existenz,
jedoch wollte Henny Uhlmann nicht vorzeitig auf ihr „deutsches Zuhause“ verzichten.
Auch fürchtete sie das Klima in Südafrika (dorthin war der Sohn emigriert) und hielt,
den erhaltenen Briefen zufolge, die Situation in anderen Emigrationsländern für
ebenso wenig gesichert. Ferienaufenthalte zwischen 1936 bis Februar 1938 in den
Niederlanden ließen sie die Einengung in Deutschland spürbar fühlen. Nach dem
Novemberpogrom 1938 vermietete sie ab 1939 zwecks Existenzsicherung Zimmer
an jüdische Ehepaare. 1940 gelang die Emigration nach Luxemburg. Mit ihrem Ehe-
mann wurde sie im September 1941 von Luxemburg-Stadt über das ehemalige Klos-
ter „Fünfbrunnen“ (Cinqfontaines) in das Ghetto Litzmannstadt/Lodz verbracht, ihr
Mann kam dort um. Mitte September 1942 wurde Henry Uhlmann im Vernichtungsla-
ger Chelmno-Kulmhof vergast. Das in den Niederlanden lagernde Umzugsgut wurde
1943 von den deutschen Besatzern nach Deutschland zurücktransportiert und dort
u.a. an ausgebombte Familien verteilt. Das Haus Salzstr. 31 beschlagnahmte 1942
der Reichsfiskus. Die Tochter konnte mit ihrem Ehemann nach Chile entkommen.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Zusatz unter dem Straßennamen:
Die jüdische Münsteranerin Henny Uhlmann geb. Scheiberg (1888-1942) wurde 1942 im KZ
Chelmno/Kulmhof ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 7 von 16
Henriette-Hertz-Weg
Henriette Hertz, *14.08.1913 †11.01.2001, jüdische Münsteranerin, vom NS-Regime verfolgt
und beraubt. Sie überlebte die NS-Zeit untergetaucht im Rheinland, kehrte nach Münster
zurück.
Von ihrem früheren Besitz wurde nur ein Bruchteil erstattet.
Henny Hertz besuchte von 1920 bis zur Mittleren Reife 1930 die Annette -Schule,
wo sie am kath. Religionsunterricht teilnahm. Sie sollte aufgrund ihrer jüdischen
Herkunft in den 1920er Jahren nur ausnahmsw eise in einen Tennisclub aufg e-
nommen werden, was ihren Vater dazu veranlasste, sie in einem anderem Club
anzumelden, in dem sie auch nach dem Ausschluss von Juden aus Sportverbä n-
den noch verblieb. Danach wurde sie Mitglied in einem jüdischen Tennisclub.
Als Jüdin fand sie 1933 keine Lehrstelle und
musste ihren Plan, Modezeichnerin zu werden,
aufgeben. Sie besuchte daraufhin die Fraue n-
oberschule St. Hildegard und machte eine
Ausbildung im Büro, um ihrem Vater in der
Kanzlei helfen zu können.
1934/35 hielt sie sich sechs Monate in Span i-
en bei einem Onkel auf, der Korrespondent der
Frankfurter Zeitung in Madrid war. Zurück in
Münster erteilte sie Juden zur Auswand e-
rungsvorbereitung Spanischunterricht. Sie
wollte mit Hilfe von Verwandten, die ihr ein V i-
sum v erschafft hatten, in die USA auswa n-
dern. Dieses Vorhaben kam aber nicht zusta n-
de. Sie musste sowohl Radio als auch Fotoa p-
parat laut NS -Gesetzgebung bei der Gestapo
abliefern.
Um 1935: Henriette Hertz
Der ersten Deportation aus Münster am 13.12.1941 entging sie, weil sie ihren
schwerkranken Vater – die Mutter war inzwischen verstorben – pflegen musste.
Nach seinem Tod wurde sie von einem SS -Mann vor ihrer bevorstehenden Depor-
tation nach Riga gewarnt. Außerdem intervenierte ein Frontoffizier auf Heima tur-
laub, der ehemalige Nachbar Günther Schmidt -Hern, für sie bei der Gestapo.
Henny Hertz fasste den Entschluss, Deutschland illegal zu verlassen bzw. unte r-
zutauchen. Nachdem ersteres nicht gelang, legte sie sich einen anderen Namen
zu und konnte mit Unter stützung von Bekannten Unterkunft und schließlich
auch Arbeit im Rheinland finden. Verwandte, die mit nichtjüdischen Partnern
verheiratet waren, halfen ihr mit Lebensmittelkarten, so dass sie bis Kriegsende
in der Illegalität überleben konnte.
Am 21.2.1942 wurde ihr restliches Vermögen, u.a. das Haus Prinz -Eugen-Straße
39, vom Deutschen Reich beschlagnahmt. Nach langen Bemühungen erhielt sie
drei Jahre nach der Befreiung eine Einwanderungsgenehmigung in die USA, en t-
schloss sich jedoch nach einjähri gem Aufenthalt, nach Deutschland zurückz u-
kehren.
Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann -Overmeyer, Jüdische Familien in Münster
1918 bis 1945, Teil 1 Biographisches Lexikon, Münster 2001
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 8 von 16
Luise-Rappoport-Weg
Luise Rappoport geb. Schulmann (*12.09.1876
Oldenburg) wohnte seit ihrer Heirat 1898 in Münster
und war seitdem Mitglied im „Israelitischen Frauen-
verein“. Ihr Ehemann, der Getreidekaufmann Her-
mann Rappoport (*1871 Gilgenburg/Ostpreußen),
war 1919-1924 als Vertreter der Deutschen Demo-
kratischen Partei (DDP) Stadtverordneter in Münster;
er starb 1932. Die von ihm 1892 gegründete Getrei-
deimportfirma übernahm der jüngste Sohn Werner.
Luise Rappoport wurde Eigentümerin des Hauses
Herwarthstr. 7, das sie seit ca. 1935 vermietet hatte.
Sie selbst zog 1935 zur Windthorststr. 17 und 1938
zur Wermelingstr. 1.
Um 1939: Luise Rappoport
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Nach dem Novemberpogrom 1938 beendete der damalige Mieter des Hauses Her-
warthstr. 7 auf Druck der NSDAP das Mietverhältnis. Gleichzeitig wurde durch die
den Juden auferlegte „Judenbuße“ erst 20, dann 25% des Vermögens eingefordert.
So war Luise Rappoport, da ihr auch behördlicherseits eine weitere Vermietung des
Hauses untersagt war, am 10.02.1939 zum Verkauf unter Verkehrswert gezwungen.
Der Verkaufspreis musste auf ein Sperrkonto eingezahlt werden und wurde z.T. für
„Judenvermögensabgabe“ und Reichsfluchtsteuer (7.900 RM) „sichergestellt“. Sie
bezahlte auch die fünften Raten der „Vermögensabgabe“ für ihre Mutter in Oldenburg
sowie für ihren Schwager in Berlin. Ihre beabsichtigte Auswanderung, für die der
Sohn Ernst in Palästina seine Ersparnisse eingezahlt hatte, scheiterte mit Kriegsbe-
ginn. Seit dem 21.09.1939 wohnte sie im „Judenhaus“ Hermannstr. 44, ab 3.02.1942
mit weiteren drei Frauen in einem Raum in der letzten münsterischen Sammelunter-
kunft Am Kanonengraben 4 (Marks-Haindorf-Stiftung). Im Rahmen der „Sammelakti-
on für die Ostfront“ musste sie am 10.01.1942 alle in ihrem Besitz befindlichen Woll-
und Pelzsachen entschädigungslos abliefern. Waren ihr Ende 1939 zum Lebensun-
terhalt noch monatlich 300 RM bewilligt worden, wurde der Betrag 1942 auf 150 RM
reduziert. Eine Woche vor ihrer bevorstehenden Deportation musste sie – in der Illu-
sion, sich in ein Altenheim einzukaufen – einen „Heimeinkaufsvertrag“ über 5.400
RM abschließen. Am 31.07.1942 wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert, von
dort am 23.09.1942 in das Vernichtungslager Treblinka, dort kam sie um. Der deut-
sche Staat zog ihren Vermögensrest ein.
Ihre drei zwischen 1899 und 1904 in Münster geborenen Kinder konnten emigrieren,
Ernst R., Amtsgerichtsrat, 1935 nach Palästina (1954 kehrte er nach Münster zu-
rück), Minni R., Konzertsängerin, 1939 nach England und nach dem 2. Weltkrieg
nach Kanada sowie Werner 1939 ebenfalls nach England. Nach dem Kriegseintritt
Großbritanniens wurde er als „feindlicher Ausländer“ nach Kanada transportiert.
Vorschlag für Zusatz unter dem Straßennamen:
Luise Rappoport geb. Schulmann (1876-1942) wurde als Jüdin 1942
im KZ Treblinka ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 9 von 16
Um 1939: Hermann und Luise Rappoport mit den Söhnen Ernst (Mitte) und Werner
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 10 von 16
Meta-Seelig-Weg
Um 1933: Reinhold und Meta Seelig
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Meta Seelig geb. Steinweg (*2.04.1899 MS) war das fünfte der acht Kinder des Alt-
warenhändlers Salomon Steinweg, der sich 1880 in Münster niedergelassen hatte.
Ihr Elternhaus befand sich An den Bleichen 5. Nach dem Besuch der jüdischen
Volksschule absolvierte Meta Seelig eine kaufmännische Lehre u.a. in Datteln. Nach
ihrer Heirat 1922 verzog sie nach Wismar und kehrte mit ihrem Ehemann Reinhold
Seelig und der zwei Jahre alten Tochter Anita 1925 nach Münster zurück. 1927 und
1933 gebar sie zwei Söhne. Als Verkäuferin in der jüdischen Firma „Lapp & Co.“ trug
sie zum Lebensunterhalt bei; mit deren „Arisierung“ verlor sie Ende März 1933 ihre
Stellung. Sie wohnte auch nach dem Verkauf des Elternhauses (1935) weiterhin mit
ihrer Familie An den Bleichen 5. Ihre Tochter Anita wuchs bei ihrer kinderlosen
Schwester in Rostock auf und emigrierte mit den „Ersatzeltern“ 1934 nach Italien.
Beim Besuch 1937 in Mailand sahen sich Mutter und Tochter zum letzten Mal. 1939
scheiterte die Ausreise der Söhne Paul und Kurt mit einem Kindertransport nach
England ebenso wie der Versuch, den älteren nach Palästina zu schicken. Da die
Familie nur über geringe Mittel verfügte, versorgte Meta Seelig bis zur eigenen De-
portation eine altersverwirrte Jüdin, deren nichtjüdischer Schwiegersohn deren Un-
terhalt zahlte. Im Juni 1939 musste sie innerhalb weniger Tage in das „Judenhaus“
Jüdefelderstr. 14 ziehen. Mit Kriegsbeginn brach der direkte Kontakt zu ihrer inzwi-
schen nach Palästina gelangten Tochter ab. Im Juni 1939 fand sie für ihren kriegs-
versehrten Mann eine Anstellung bei einem „arisierten“ Betrieb in Wuppertal-Barmen.
Da die Trennung von der Familie ihm gesundheitliche Probleme verursachte, erwog
sie 1940 einen Umzug nach dort. Reinhold Seelig kehrte jedoch im Mai 1941 nach
Münster zurück. Meta Seelig wurde mit Ehemann und den zwei Söhnen am
13.12.1941 ins Ghetto Riga deportiert, wo vermutlich bei dessen Liquidierung alle im
November 1943 ums Leben kamen.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Vorschlag für Zusatz unter dem Straßennamen:
Die jüdische Münsteranerin Meta Seelig geb. Steinweg (1899-1943) kam mit Ehemann und
zwei Söhnen in Riga um.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 11 von 16
Nanny-Katz-Weg
Nanny Katz geb. Löwenstein (2.5.1870 Ibbenbüren) war
die dritte Ehefrau des 18 Jahre älteren Metzgers Eli Katz
(1852-1935), den sie 1906 geheiratet hatte und der drei
(z.T. schon erwachsene Kinder mit in die Ehe brachte.
Seither wohnte Nanny Katz in Münster. Bis 1925 betrieb
ihr Mann eine koschere Metzgerei („Ochsen-, Kalb- und
Hammelmetzgerei“), deren Hauptkundschaft sich aus der
christlichen Bevölkerung rekrutierte.
Aus der Ehe gingen 1907 und 1910 zwei Kinder hervor.
Ihr Ehemann, Eli Katz, starb 1935, nachdem er lange Jah-
re gelähmt und bettlägerig gewesen war. Nanny Katz
wohnte mehr als 30 Jahre lang im Eigentum Bernhardstr.
12.
um 1930: Nanny Katz
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Nach dessen Zwangsverkauf am 27.4.1939 (der Erlös kam auf ein Sperrkonto) wurde sie am
15.8.1939 in das „Judenhaus“ Hermannstr. 44 eingewiesen. Dort bewohnte sie für 10 RM
Miete einen Dachgeschossraum. Per „Sicherungsanordnung“ wurde ihr Konto im November
1939 zur Sicherstellung der Reichsfluchtsteuer gepfändet, und ihr stand monatlich lediglich
ein festgesetzter Betrag zur Verfügung, der im Laufe der Zeit immer weiter heruntergesetzt
wurde. 1939 wurden ihr im Rahmen der „Edelmetallabgabe“ Besteck und Schmuck entzo-
gen. Am 3.2.1942 musste sie in das letzte münsterische „Judenhaus“ Am Kanonengraben 4
ziehen und teilte sich dort einen Raum mit drei weiteren Frauen. Sie hatte ihre Auswande-
rung bereits vorbereitet, aber der Versuch ihrer beiden Kinder in Palästina, für sie eine Ein-
reisegenehmigung nach dort zu bekommen, blieb angesichts der restriktiven Zuwande-
rungspolitik der britischen Mandatsmacht vergeblich. In wöchentlichen Briefen berichtete sie
ihrem Sohn Walter in Palästina über die Ereignisse in Münster, über ihre Auswanderungs-
vorbereitungen und schilderte den Verkauf ihrer Möbel, die sie bei ihrem Umzug in die „Ju-
denhäuser“ nicht hatte mitnehmen können. Eine Woche vor ihrer Deportation musste sie für
1.000 RM einen „Heimeinkaufsvertrag“ abschließen, der sie in dem Glauben ließ, sich in ein
Altersheim eingekauft zu haben. Sie wurde am 31.7.1942 ins Ghetto Theresienstadt depor-
tiert und von dort zwei Monate später am 29.9.1942 ins KZ Treblinka verbracht, wo sie er-
mordet wurde.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Vorschlag für Zusatz unter dem Straßennamen:
Nanny Katz geb. Löwenstein (1870-1942), Ehefrau eines jüdischen Metzgers, wurde
1942 im KZ Treblinka ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 12 von 16
Simonsplatz
1925: Dr. Erich und Elfriede Simons
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
1936: Ernst Simons mit seiner Schwester Lore
(Slg. Gertrud Althoff, Münster)
Der Rechtsanwalt und Notar Dr. jur. Erich Simons
(*16.04.1896 Olfen) studierte nach der Reifeprüfung
1915 in Warendorf bis zu seiner Einberufung zum
Militär Mitte 1916 Jura in Heidelberg. Im Ersten Welt-
krieg erlitt er schwere Verwundungen an beiden Bei-
nen. 1919 setzte er sein Jurastudium an der Univer-
sität Münster fort. Er war im Vorstand der jüdischen
Studentenverbindung „Rheno-Bavaria“. 1923 promo-
vierte er in Erlangen. Seine Niederlassung als
Rechtsanwalt in Münster erfolgte 1925 (im Jahr sei-
ner Heirat). Die Kanzlei befand sich zunächst am
Prinzipalmarkt 5, ca. 1928-1936 Salzstr. 35, dann
Bahnhofstr. 42. 1932 wurde er zum Notar ernannt.
Mit dem „Gesetz über die Zulassung zur Rechtsan-
waltschaft“ (7.04.1933) bekam er Vertretungsverbot
vor Gericht, das aufgrund seines „Fronteinsatzes“
vorläufig zurückgenommen wurde, doch entzog man
ihm das Notariat.
Um 1910: Therese-Helene Simons
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Seit Ende 1938 war er – als einziger jüdischer Jurist in Münster – als „Konsulent“ nur
für jüdische Klienten zugelassen und als „Mittelsmann“ zwischen der jüdischen Ge-
meinde und den NS-Stellen eingesetzt. Am 31.05.1938 beantragte er
1.000 Palästina-Pfund zur Emigration nach Palästina. Da er keine Aussichten hatte,
dort in seinem Beruf tätig zu sein, wollte er sich an einem Unternehmen beteiligen.
Nach dem Antrag erfolgte die Zwangsüberweisung seines Sparguthabens auf ein
Sperrkonto mit Pfändung von 25 % für die bei einer Auswanderung fällig werdende
Reichsfluchtsteuer. Er hatte nach dem Novemberpogrom 1938 eine „Judenvermö-
gensabgabe“ von 23.000 RM zu leisten. Noch 1941 hoffte er, in die USA (1939 hatte
er sich beim Konsulat registrieren lassen) entkommen zu können. Nach Bomben-
Vorschlag für Zusatz unter dem Straßennamen:
Der jüdische Rechtsanwalt Dr. Erich Simons, seine Frau Elfriede, seine Kinder Ernst und
Lore sowie seine Mutter wurden 1943-45 in Konzentrationslagern ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 13 von 16
schäden am Haus Bahnhofstr. 42 wurde er am 2.02.1942 mit seiner Familie in das
letzte münsterische „Judenhaus“ Am Kanonengraben 4 (Marks-Haindorf-Stiftung)
eingewiesen. Nach der Deportation der letzten Juden aus Münster am 31.07.1942
verblieb die Familie noch fünf Monate in diesem leeren Gebäude, bevor ihr im De-
zember 1942 eine Wohnung in der Ludgeristr. 110 zugewiesen wurde. Sie erhielt
heimlich Lebensmittelunterstützung durch zwei nichtjüdische Frauen. Am 10.05.1943
war Dr. Simons gezwungen, einen „Heimeinkaufsvertrag“ über 7.677 RM abzu-
schließen, der ihm vorgaukelte, sich in ein Altersheim einzukaufen.
Elfriede Simons geb. Abt (*18.11.1900 Lippstadt) heiratete 1925 den Juristen Dr.
Erich Simons und hatte mit ihm zwischen 1926 und 1933 drei Kinder, das älteste
starb im Kleinkindalter. Sie nahm nach dem Tod des Schwiegervaters (1933) ihre
Schwiegermutter in den Haushalt auf. Zur Vorbereitung einer Emigration unterhielt
Elfriede Simons in ihrer Wohnung einen englischen Sprachzirkel. Dort erfolgte auch
die Anfertigung von Filzblumen zum geplanten Verkauf im Emigrationsland. Ca. 1941
wurde bei einer Wohnungsdurchsuchung Wäsche konfisziert.
Ernst Simons (*20.11.1926 Münster) besuchte bis zum Herbst 1938 die jüdische
Volksschule in Münster. Seit Oktober 1938 war er 3 Jahre lang in Berlin Schüler ei-
ner jüdischen Oberschule. Dafür musste sein Vater ein monatliches Schulgeld von
175 RM und weitere 175 RM für Verpflegung und Fahrgeld aufbringen. Ernst Simons
kehrte zu unregelmäßigen Besuchen nach Münster (Bahnhofstr. 42) zurück, z.B. in
den Sommerferien. Mit Beginn der Deportationen aus Berlin holten ihn seine Eltern
am 21.10.1941 nach Münster zurück. Im Dezember 1941 wurde er als „ungelernter
Arbeiter im Arbeitseinsatz“ in einem Gartenbaubetrieb gegen einen Stundenlohn von
0,28 RM bei 60 Stunden Arbeitszeit wöchentlich zwangsverpflichtet.
Lore Simons (*5.05.1933 Münster) war seit 1939 Schülerin der jüdischen Volks-
schule in Münster. Im Sommer 1940 verbrachte sie 14-tägige Ferien in Ostwestfalen
bei einer jüdischen Familie mit gleichaltriger Tochter. Nach zwei Riga-Deportationen
aus Münster (Dezember 1941 und Januar 1942) verblieb sie als einziges jüdisches
schulpflichtiges Kind in der Stadt.
Therese-Helene Simons geb. Eltzbacher (*19.01.1867 Neuenkirchen/Rietberg) leb-
te seit 1928 in Münster. Nach dem Tod ihres Mannes Aron (1933, Grab auf dem jüdi-
schen Friedhof Münster: http://www.juedischer-friedhof-
muenster.de/datenbankseite/?id=38) wohnte sie bei der Familie ihres Sohnes,
Rechtsanwalt Dr. Erich Simons, Salzstr. 35, seit etwa 1936 Bahnhofstr. 42. Nach der
Teilzerstörung dieses Hauses durch Bomben gelangte sie am 2.02.1942 in das letzte
münsterische „Judenhaus“ Am Kanonengraben 4. Sie lebte dort mit Sohn und
Schwiegertochter sowie den beiden Enkelkindern in einem behelfsmäßig abgetrenn-
ten Raum. Nach der Deportation der letzten in der Marks-Haindorf-Stiftung unterge-
brachten alten Menschen am 31.07.1942 blieb sie mit der Familie ihres Sohnes zu-
nächst allein in dem Gebäude zurück bis sie mit dieser von der Stadt Münster am
11.12.1942 in das Haus Ludgeristr. 110 zwangseingewiesen wurde.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 14 von 16
Am 12. Mai 1943 wurden Dr. Simons, seine Frau, die beiden Kinder sowie seine
Mutter ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dr. Erich Simons wurde am 9.10.1944
mit Frau und Tochter (der Sohn bereits wenige Tage früher) ins Vernichtungslager
Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das zurückbleibende Vermögen wurde vom
Deutschen Reich konfisziert und die Wohnungseinrichtung versteigert.
Therese-Helene Simons, die vor ihrer Deportation einen „Heimeinkaufsvertrag“ über
13.000 RM hatte unterzeichnen müssen, starb acht Wochen nach ihrer Ankunft in
Theresienstadt.
Ernst Simons gelangte, getrennt von den anderen, vom Ghetto Theresienstadt am
28.09.1944 ins Vernichtungslager Auschwitz, wo er zur Arbeit zwangsverpflichtet
wurde. Vor dem Anmarsch sowjetischer Truppen wurde er in Richtung Westen auf
den „Todesmarsch“ geschickt. Am 7.01.1945 wurde er in das Außenlager (Kaufering
VII- Erpfting) des KZ Dachau überstellt und kam dort zwei Tage später um.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 15 von 16
Sonja-Kutner-Weg
Sonja Kutner (*13.05.1922 Münster) kam 1925 mit
ihren Eltern von Burgsteinfurt nach Münster. 1933-
1936 war sie Schülerin des Annette-Gymnasiums;
dann wurde sie „beurlaubt“, obwohl sie noch schul-
pflichtig war. Seit September 1937 besuchte sie die
Victoria-Schule in Prag; der Transfer des monatli-
chen Schulgeldes (175 RM) in die Tschechoslowakei
musste vom Finanzamt bewilligt werden.
1934: Sonja Kutner
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Sonja Kutner wohnte 1938 nach ihrer Rückkehr nach Münster wieder bei ihren El-
tern, Margaretenstr. 23. 1939/1940 absolvierte sie im jüdischen Säuglings- und
Kleinkinderheim in Berlin-Niederschönhausen eine Ausbildung als Säuglingspflege-
rin. Nach dem Tod ihrer Mutter (20.11.1939) und einem gescheiterten Emigrations-
versuch in die USA im Frühjahr 1940 kehrte sie am 23.09.1940 nach Münster zurück
und wohnte mit ihrer Großmutter Hedwig Probstein im „Judenhaus“ Prinz-Eugen-Str.
39. Laut einer den jüdischen Familien abverlangten Vermögenserklärung besaß sie
zum Zeitpunkt der Deportation ein Guthaben von 3,50 Reichsmark. Zusammen mit
ihrem Vater Max Kutner und der 71-jährigen Großmutter wurde sie am 13.12.1941
ins Ghetto Riga deportiert, nach dessen Auflösung Ende 1943 ins KZ Riga-
Strasdenhof, wo alle drei ermordet wurden.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Vorschlag für Zusatz unter dem Straßennamen:
Sonja Kutner (1922-1943) wurde als Jüdin 1943 im KZ Riga-Strasdenhof ermordet.
Anlage 1
Vorlage V/1049/2019 - Anlage 1 - Seite 16 von 16
Sophie-Heimbach-Weg
um 1929: Sophie Heimbach
(Slg. Möllenhoff/Schlautmann-Overmeyer)
Sophie Heimbach (*1.7.1895 Laer) war eine von drei Töchtern des Viehhändlers Sigmund-
Samuel Heimbach (*1856 Laer/Steinfurt). Sie kam mit sechs Jahren nach Münster und be-
suchte vermutlich die jüdische Volksschule in der Marks-Haindorf-Stiftung. Im Anschluss
daran machte sie eine Lehre zur Modistin im Hutgeschäft „August Schmedes“, Salzstr. 36,
dort war sie mehr als 20 Jahre tätig. Sie blieb unverheiratet und wohnte bei den Eltern Han-
saring 5 (1919 - 1939). Die „Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) erzwang durch Druck auf den Fir-
meninhaber ihre Entlassung. So betrieb sie seit Dezember 1935 einen selbständigen Putz-
machereibetrieb in der Privatwohnung. Die Firma Schmedes versorgte sie nach Geschäfts-
schluss mit Material und Aufträgen, heimlich, da Mitglieder der DAF in den Betrieb einge-
schleust worden waren. Couragierte Kunden fanden sich zu Anproben in ihrer Privatwoh-
nung ein. Nach dem Novemberpogrom wurde Sophie Heimbach zur Aufgabe ihrer Heimar-
beit und zum Wohnungswechsel zur Südstr. 5 gezwungen. Von dort gelangte sie über das
„Judenhaus“ Hermannstr. 44 (16.8.1939) zur letzten münsterischen Sammelunterkunft Am
Kanonengraben 4 (seit 3.2.1942), wo sie mit ihrem gelähmten Vater und dem Ehepaar Wal-
deck ein Zimmer teilte. Sophie Heimbach wurde am 31.7.1942 mit ihrem Vater, der auf einer
Bahre zum Deportationszug gebracht wurde, ins Ghetto Theresienstadt deportiert, nachdem
sie sich brieflich von ihrem ehemaligen Chef mit den Worten: „Vielen Dank für alles alles Gu-
te. Donnerstag treten wir unsere Erholungsreise an“ verabschiedet hatte. Um Herrn Schme-
des zu schützen, war der Brief anonym abgefasst und wurde heimlich unter der Tür durch-
geschoben. Ihr Vater starb kurz nach der Ankunft im Ghetto. Sophie Heimbach wurde am
28.10.1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und nach der „Selektion“ am
30.10.1944 in der Gaskammer ermordet.
Die zwei älteren Schwestern von Sophie Heimbach wanderten vor dem Ersten Weltkrieg in
die USA aus, die jüngere Schwester starb im Alter von wenigen Monaten, ihre Mutter 1930.
Gisela Möllenhoff/Rita Schlautmann-Overmeyer
Februar 2018
Vorschlag für Zusatz unter dem Straßennamen:
Die jüdische Modistin Sophie Heimbach (1895-1944) wurde 1944
im KZ Auschwitz ermordet.
Anlage_2_Übersichtsplan
3271 Zeichen
° Er L4 Flur 045 x ® % } 5 N ed [ij A Li [ \ r \ 4 . z ie Na en) \ - 1 \ Flur 041\\ Flur 042 STADT ||| Anlage 3 MÜNSTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Bebauungsplan Nr. 579 Zeichenerklärung Festsetzungen des Bebauungsplanes. Sun omenurienen Guns nenn Ar der baulichen Nutzung Menge Karten (abs asicheFessnugen) Maß der baulichen Nutzung # Onmätkchenznt ID ocnuincnenaun N Zantem Vorgeschonse a hashemaß PNÜ Zander Vogechesse al Mandant und Höchstmaß 11 ® Zur Volgsschosse une er Tau ae Höcheıma? (meh jerfene Fosanungen 123) Erogeaonaes Leni Höhe mens 00 m Basta Hacheima Bauweise, © ofen Bauen >00 Aogrannapummrchediene Nuzung Überbaubare Grundstückstlächen Dr2 en —— Möganzung urerechechcner Gascnoanghat rd urter Shader Dnchormen Bauvorschäten 9 Funame San Gemeindedart Fischen der Gemiene Son Sporlenen Zuscken Banane Gase und Einenungen Soyasen Zucker denanen Gettn un Emmamungen [| o BZ iginzeesn anne anna gegen Zeonen arena Gen Verkehr Ver. und Entsorgung isn rw sen a © min OÖ Fenime © Grünflächen EEE + 6 > I or PR Wassor. Wassenditschaft en Urmng von Fan 0 hanerırcnen Va EEE Anpllanzung von Bäumen. Sträucher und sonsgen Bepftanzungen. on ls zu Anptaraung von, BE end reine Bepre Erhaltung von Bäumen, Sıräuchern und sonstigen Bepftanzungen some von Gewässern CO) um Sonstige Festsetzungen 7] N Gehsenen G Fahnenan R LetungursctenL. | Zubgrsnde Fücen zugunmn der an age A Sr Enitenungariger e Besondere schallschutziechische Vorkehrungen Armpegeberich I ad DIN 4108 AR Lurmpogeisersen I nacn DIN 10 WIR. Larmoogeienten V nach Dinaıon Kennzeichnungen Ufsrenung vor Fan, dern Ben at Er RETTET bi Nachrichtliche Übernahme Bestandsangaben Pure Fumsamee Tooonafncn Unna Anm | Wonngetuc | rerione Gruss Wenscratsgebäe| gewerikchen Gabäuce 6151 Kanalsccishahen Ieca’ Über Normasanennal Recntegrungiagen: b (BGB) Inder Fassung 0er Bekarrumaetung vor 73092004 (BOBı 15 2u1a) zı- | Nachauch und Yerratäiigung (Per Geändert duch Arne! 2 ces Gedkzes vüm 30.082017 (BGBL 15 ZI) jmoer An auch anzaver Te, Se Westin (BauO NAW) In der Fassung der Bekanntmachung | Under td verbaon und wer as Land Noramen vor 01.032000 (Gy NRW S 250, Auen geändert Auen Ar 2 KOV Nanw 5 200 ‚m (a Gesutze vom 2005 2014 | 30" Sulrund 003 Liteoo. acurgenaizes doing (br cs Lan Nara ei Weiten (GO) er Fassung or Bakanımachung vom | "OS « Cne, 1407 1994 (GV NW SAG8) zit geändert Arch Are 1 des Gesetze von 1511 2016 [0V Nm 3 000 en Die Pig er Plngeunige wc beschgt Für de mäctobaukche Pünung ner zuar0nz Ammr, 07.092017 Tame us Densiom 168 Scnme Di Ang Togkmar Dou.ing Dansorn Di ig Sch DE eng Eh BE Anne Bun ner um wenn | one at gem 4 312) BauGB vom 21.07.2017 a una; 17 orengelagen u. ang u mm a ur a rn We ERRE Erz Ben — ana Minen. 102007 Oberbängeme s Dar Obetängermasier mann Pe in as Bun us tar Bebaungaplan gem 82 und 10 Bas und 357 und | Os» Bebauunganan ger 5 10 Bau mi der Bekanma- 147 SON Orc den Fi der Sind am "d Sarg | Gungm Amsbider Sure Ne vom r een Kran geveien Warsın Mnsr De Oeringermaner mag Oooriernäier Sorurüne Gemarkung: _Münster Flur: Maßstab: Bebauungsplan Nr. 579 Gievenbeck - —| Oxford-Quartier (Roxeler Straße - | / Dieckmannstraße / Gievenbecker Reihe / Niedenstiege) Blatt 1
Anlage A
1148 Zeichen
Anlage A zur V/0157/2020 Kurzüberblick Die zwölf Straßen in Gievenbeck – Oxford-Quartier erhalten die Namen von jüdischen Frauen, die in Münster Opfer des Nationalsozialismus geworden sind. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Benennung von Straßen mit Bezug zur Geschichte der Juden in Münster, speziell zu den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus in Münster, ist ein Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Zeit und zur öffentlichen Erinnerungskultur in der Stadt Münster und dient damit dem Ziel, »Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ zu ei- ner weltoffenen Stadt weiterzuentwickeln«. Finanzierung Durch den Beschluss entstehen der Stadt Münster keine Kosten. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Aufgabe der Straßenbenennung beruht auf dem § 4 Straßen und Wegegesetz NRW in Ver- bindung mit § 126 Abs. 3 Baugesetzbuch. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) keine.
Beschlussvorlage
2716 Zeichen
V/0157/2020
V/0157/2020
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Straßenbenennungen in Gievenbeck - Oxford-Quartier
Beratungsfolge
07.05.2020 Bezirksvertretung Münster-West Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Die Straßen in Gievenbeck im Oxford-Quartier erhalten die Straßennamen Edith-Miltenberg-Weg,
Elfriede-Meyer-Weg, Else-Scheuer-Weg, Gumprichstraße, Henny-Uhlmann-Weg, Henriette-Hertz-
Weg, Luise-Rappoport-Weg, Meta-Seelig-Weg, Nanny-Katz-Weg, Simonsplatz, Sonja-Kutner-Weg,
Sophie-Heimbach-Weg entsprechend dem Übersichtsplan in Anlage 3.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten.
Begründung:
Der Bebauungsplan Nr. 579: Gievenbeck – Oxford-Quartier ist mit der Bekanntmachung im Amts-
blatt vom 21.12.2018 in Kraft getreten. Mit den ersten Bauanträgen ist im Laufe dieses Jahres zu
rechnen. Deshalb stehen die Straßen zur Benennung an.
Die Bezirksvertretung Münster-West hat am 04.05.2017 entschieden, dass die Straßen im neu zu
entwickelnden Oxford-Quartier nach weiblichen Opfern von Krieg und Gewalt benannt werden. Dar-
über hinaus hat die BV-West am 12.10.2017 entschieden, dass sie die nächste zu benennende
Straße nach Henriette Hertz benennen wird.
Um diese Vorgaben umzusetzen, schlägt die Verwaltung den Namen Henriette-Hertz-Weg und elf
Namen von jüdischen Frauen aus Münster, die im KZ ermordet wurden, zur Benennung vor.
Vermessungs- und
Katasteramt
.2020
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Zimmermann
Telefon: 492-6242
ZimmermannBernhard@stadt-
muenster.de
- 2 -
V/0157/2020
Die Kaserne wurde in den Jahren 1934 bis 1936 errichtet. Die aus dieser Zeit erhaltenen Gebäude
gehören zur "NS-Architektur" (so wie die Manfred-von-Richthofen-Kaserne und einige andere Ge-
bäude in Münster).
Die zwölf Straßennamen in diesem Gebiet erinnern an Menschen, die Opfer des NS-Regimes ge-
worden sind. Die Vorschläge für die Namen haben auf Anfrage der Verwaltung Gisela Möllenhoff
und Rita Schlautmann-Overmeyer, die Autorinnen des Buches »Jüdische Familien in Münster 1918
– 1945«, gemacht.
Zwei Straßen - die in Anlage 3 rot gezeichnete Haupterschließungsstraße und der grüne Platz -
werden nach den Familien Gumprich und Simons benannt, weil ganze Familien, Eltern mit ihren
Kindern, im KZ ermordet wurden.
Diese Vorschläge zur Straßenbenennung wurden der Bezirksvertretung West in der Sitzung am
21.02.2019 bereits vorgestellt. Es bestand Einvernehmen, dass die Straßen so benannt werden
sollen.
In Vertretung
Denstorff
Stadtbaurat
Anlagen:
Anlage 1 Erläuterungen zu den Straßennamen
Anlage 2 Übersichtsplan
Anlage A Kurzfassung
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (35)
- Roxeler Straße
- Dieckmannstraße
- Gumprichstraße 1921
- Südstraße 30
- Salzstraße 3
- Rudolfstraße 20
- Prinz-Eugen-Straße 39
- Wolbecker Straße
- Kanalstraße 20
- Hermannstraße 44
- Herwarthstraße 7
- Windthorststraße 17
- Wermelingstraße 1
- Jüdefelderstraße 14
- Bahnhofstraße 42
- Ludgeristraße 110
- Margaretenstraße 23
- Elfriede-Meyer-Weg 1
- Else-Scheuer-Weg 1940
- Luise-Rappoport-Weg
- Meta-Seelig-Weg
- Nanny-Katz-Weg
- Simonsplatz 1925
- Sonja-Kutner-Weg
- Sophie-Heimbach-Weg
- Henriette-Hertz-Weg
- Am Kanonengraben 4
- Gievenbecker Reihe
- Edith-Miltenberg-Weg 1936
- Raesfeldstraße 28
- An den Bleichen 5
- Bernhardstraße 12
- Prinzipalmarkt 5
- Niedenstiege
- Brock
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0157/2020
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.02.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37