APS/124/2025
Raumwerk D Umsetzung „Schlüsselraum Düsselring" hier: Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie
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Beschlussvorlage
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APS/124/2025 X öffentlich nicht öffentlich Beschlussvorlage Betrifft: Raumwerk D Umsetzung „Schlüsselraum Düsselring" hier: Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie Fachbereich: 61 - Stadtplanungsamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Cornelia Zuschke Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung 26.11.2025 Entscheidung Seite 2 Sitzung des APS am 26.11.2025 Vorlage Nr. APS/124/2025 ___________________________________________________________________ Raumwerk D Umsetzung „Schlüsselraum Düsselring“ hier: Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie - Beschluss __________________________________________________________________ Beschlussentwurf: APS Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beschließt die vorliegende Vorlage und beauftragt die Verwaltung mit den Schritten zum weiteren Vorgehen und der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie als ersten Baustein zur Umsetzung des Schlüsselraums Düsselring. Seite 3 Sachdarstellung: Der Rat der Stadt Düsseldorf hat das Raumwerk D mit seinen sechs Elementen als städtebauliches gesamtstädtisches Entwicklungskonzept gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB im Dezember 2022, mit Ergänzung im Juni 2023, beschlossen (siehe Vorlage APS/091/2022). Damit sind die im Raumwerk D formulierten Werte und Prinzipien bei städtebaulichen Planungen und Projekten als Entscheidungs - und Abwägungsgrundlage zu berücksichtigen. Zu den zentralen Elementen des Ra umwerk D zählen die Grundwerte, welche die Haltung und das Selbstverständnis der Düsseldorfer Stadtentwicklung auf gesamtstädtischer Ebene darstellen. Einer dieser Grundwerte lautet „4. Düsseldorf kultiviert seine grünen Qualitäten und schützt mit aller Kr aft Umwelt und Klima“. Unter anderem wird in Unterpunkt 4.2 dieser Anspruch konkretisiert: „Düsseldorf schützt seine Landschafts- und Grünraum-Qualitäten und schafft Begegnungsräume für Mensch und Natur.“ Damit rückt auch das städtische Gewässer-Ökosystem in den Vordergrund, das Schutz, Pflege und gezielte Weiterentwicklung erfordert. Düsseldorf verfügt über zahlreiche Gewässer, wobei die Gestaltung der Düsselarme zu einem Düsselring besonders bedeutsam ist. Dieser Entwicklungsansatz findet sich insbesondere im Schlüsselraum „Düsselring“ des Raumwerk D wieder (siehe Kapitel 2 und Anlage 1). Zudem beabsichtigt die Landeshauptstadt Düsseldorf 50 Stadtoasen im gesamten Stadtgebiet zu schaffen. Sie eignen sich als Klimaanpassungsmaßnahme, zur Verbesserung der B iodiversität und Aufenthaltsqualität, sowie zur Einbindung von ehrenamtlichen Engagement. Dieser Grünflächentyp ist dementsprechend mit den Zielen des Düsselrings vereinbar, da er die Entwicklung eines vernetzten Freiraumsystems unterstützt. Ebenso zählt d er Düsselring auf das Regen - und Hochwassermanagement des Stadtentwässerungsbetriebs (SEBD) ein. Daher bietet sich der Düsselring als nächster Anschlussprozess aus dem Raumwerk D an. 1. Einleitung und Anlass Angesichts zunehmender Starkregen - und Hochwa sserereignisse sowie Dürre - und Hitzebelastungen ist eine nachhaltige und klimaangepasste Stadtentwicklung von zentraler Bedeutung. Städtische Gewässer leisten hierzu einen wichtigen Beitrag: Sie verbessern das Mikroklima, schaffen Räume für Erholung, vern etzen Freiräume und erfüllen zugleich zentrale ökologische Funktionen. Fließgewässer mit ausreichend dimensionierter und naturnaher Sekundäraue können dazu beitragen Hochwasserschäden infolge von Stark - oder Dauerregen wirksam zu mindern und stellen somit einen wichtigen Baustein im Rahmen des vorsorgenden Hochwasserschutzes dar. Darüber hinaus tragen sie dazu bei, die Aufenthaltsqualität im Stadtraum zu erhöhen und eine lebenswerte Umwelt für kommende Generationen zu sichern. Vor diesem Hintergrund kommt der Düssel eine besondere Rolle zu. Als Namensgeberin Düsseldorfs ist sie identitätsstiftend und prägt den Stadtraum historisch wie gegenwärtig. Als wesentliches stadtstrukturelles Element bietet sie die Chance, Stadtgeschichte erlebbar zu machen und zugle ich Antworten auf aktuelle Herausforderungen des Klimawandels zu entwickeln. Obwohl ihr Verlauf heute abschnittsweise überbaut ist, bietet ihre gezielte Aufwertung und Offenlegung die Gelegenheit, ökologische, klimatische und soziale Aspekte zu stärken. En tlang der Düssel ergeben sich verschiedene Potenzialräume, welche sich zu Stadtoasen entwickeln lassen. Seite 4 Verschiedene Fachämter haben bereits Maßnahmen in diese Richtung erfolgreich umgesetzt. Besonders hervorzuheben ist die Renaturierung der Südlichen Düss el durch den SEBD zwischen Höherhofstraße und Kamper Weg, die in zwei Bauabschnitten in den Jahren 2019 bis 2025 durchgeführt wurde. Dabei fand eine Entfernung der Betonsohlen und eine Laufaufweitung statt, um die natürliche Bachstruktur wiederherzustelle n und dem Gewässer mehr Raum zu geben. Die dadurch entstandene ökologische Vielfalt und die natürliche Wiederbesiedlung mit Ufergehölzen zeigen die hohe Regenerationskraft der Maßnahme. Ziel der SEBD ist es, weitere Gewässerabschnitte entlang der Südlichen Düssel zu renaturieren, um die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) umzusetzen. Die Umsetzung des dritten Bauabschnitts dieser Gesamtmaßnahme auf etwa 1,8 km Länge wird derzeit vorbereitet. Die WRRL bezieht sich nicht nur auf das Gewässer, sondern auch auf d ie angrenzenden Habitate wie Ufer und Auen, welche ebenso reaktiviert werden sollen. Zeitnah soll auch das Spaltwerk an der Heinrichstraße, welches die Innere Nördliche Düssel und den Kittelbach aufspaltet, saniert werden. Dabei handelt es sich nicht um einen naturnahen Ausbau, sondern eine reine Beseitigung des Querbauwerkes um Fischen und anderen Lebewesen den Zugang zum Düsselring zu ermöglichen. Für die Düssel bestehen jedoch weitere Anforderungen und Bedürfnisse, damit ein Freiraumsystem entsteht das Natur, Stadt und Gesellschaft gleichermaßen zugutekommt. Seite 5 2. Die Düssel im Raumwerk D Der Düsselring zieht sich durch alle Elemente des Raumwerk D. Das Raumgerüst verortet den Düsselring als Teil des blau -grünen Freiraumnetzes und zeigt seine Bedeutung als verbindender Tangentialraum für die gesamtstädtische Struktur. In den Strukturplänen, insbesondere im Plan „Grünes, gesundes und klimafreundliches Düsseldorf“, wird der Düsselring weiter präzisiert. Der Schlüsselraum „Düsselring“ konkretisiert die Entwicklung der Düssel anhand von Handlungsempfehlungen. (Siehe Anlage 1) Abbildung 1. Visualisierung des Düsselrings aus dem Raumwerk D. [Illustration: RHA/LAND/MIC/STADTBOX/IAT] Schlüsselraum Düsselring Mit dem Düsselring wird die Idee verfolgt, mit dem Fluss und seinen Ufern einen neuen verbindenden Raum für Sta dterleben zu schaffen. Durch die Aufwertung der angrenzenden öffentlichen Räume und – wo es sich anbietet – gezielte Offenlegungen können wohnstandortnahe Erholungsflächen geschaffen und die Düssel als „Erlebnisraum Wasser“ sichtbar gemacht werden. Begleit ende Fuß- und Radwege entlang des Düsselrings können die Vernetzung der Stadtteile untereinander stärken und Anknüpfungspunkte zu bestehenden Freiräumen schaffen. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten ist eine durchgehende verkehrliche Verbindung entlang d es Flussverlaufs und eine durchgehende Öffnung der Düssel nicht in allen Bereichen umsetzbar. Dennoch wird der Düsselring als Ganzes betrachtet, um die vorhandenen Möglichkeiten zu erkennen und frühzeitig in der Planung zu berücksichtigen. Er dient als Aus gangspunkt, um die Gewässerlandschaft mit den angrenzenden Stadtvierteln und der gebauten Stadt zu verbinden und trägt so zu einer umfassenden Aufwertung des Stadtraums bei. Im Sinne der aus dem Raumwerk D entnommenen Handlungsempfehlungen soll der Düsselring als möglichst zusammenhängendes, barrierefreies Freiraumsystem Seite 6 entwickelt werden. Parks und Grünflächen entlang der Düssel können vernetzt, bestehende offene Abschnitte aufgewertet und Zugänge für Zufußgehende und Radfahrende geschaffen werden. Eine ergänzende Vernetzung der Stadtviertel durch bachbegleitende Wege und neue Querungsmöglichkeiten erhöht die Erreichbarkeit und stärkt den Umweltverbund. Gleichzeitig kann die Düssel durch Renaturierung, wassersensible Stadtgestaltung und die Reduzierung von Bodenversiegelung als Element der Hochwasser - und Starkregenwasservorsorge genutzt werden. Stadtoasen, wie Piko Parks oder Pocket Parks, an den Schnittstellen zu städtischen Zentren können die Aufenthaltsqualität erhöhen und die urbane Freiraumgerechtigkeit unterstützen. Stadtanker entlang des Düsselrings, wie der Hofgarten, die Toulouser Allee, der S - Bahnhof Gerresheim oder auf dem Werstener Deckel, können freiraumplanerisch inszeniert werden, um identitätsstiftende und historische Orte entweder neu zu schaffen oder bestehende stärker hervorzuheben. In Bereichen mit Nachverdichtungspotenzial lassen sich städtebauliche Ergänzungen mit Grünräumen und Sportangeboten verknüpfen, während Lückenschlüsse oder Ergänzungsbauten die städtische Kontinuität sichern. Insgesamt verfolgt der Düsselring das Ziel die Düssel als identitätsstiftendes Gewässer für die Stadtgesellschaft erlebbar zu machen, die Freiraumqualitäten der Stadt zu vernetzen und durch begleitende städtebauliche und grünplanerische Maßnahmen eine re siliente, klimaangepasste, ökologische und stadträumlich aufgewertete Entwicklung zu ermöglichen. Bürgerbeteiligung zum Düsselring Anfang 2021 fand eine Online -Beteiligung im Rahmen des Erarbeitungsprozesses zum Raumwerk D statt. Aufbauend auf der ersten Beteiligung 2020 wurden sechs konkrete Ansätze zur Diskussion gestellt, darunter „Die Düssel erlebbar machen“. Die Teilnehmenden konnten Beiträge einreichen, Ideen kommentieren und so aktiv in den Planungsprozess einfließen lassen. Die Beteiligung zeigte , dass die Düssel als identitätsstiftendes Gewässer großes Interesse weckt. Insbesondere die Freilegung und Erlebbarmachung der Düssel wurde von den Bürgerinnen und Bürgern sehr positiv bewertet. Die Kommentare betonten vor allem die Qualifizierung bereits offengelegter Abschnitte und die Einbeziehung von weiteren Bächen wie dem Kittelbach. Naturnahe Strukturen mit Mäandern, Retentionsflächen und abwechslungsreicher Vegetation sollen das Gewässer ökologisch aufwerten und erlebbar machen. Die Teilnehmenden hoben zahlreiche Chancen hervor: Schaffung neuer Naherholungsräume, Verbesserung von Wasserqualität und Mikroklima, Stärkung der städtischen Identität, Förderung der Biodiversität sowie barrierefreie Zugänge für alle Altersgruppen und Nut zende. Die Düssel soll sowohl für Freizeitaktivitäten als auch als Teil des Fuß - und Radwegenetzes genutzt werden, wobei sichere Querungsmöglichkeiten und eine Einbindung in das bestehende Rad - und Mobilitätsnetz gewünscht wurden. Gewünscht wurden zudem vi elfältige Nutzungen entlang des Flusses wie Aufenthaltsbereiche, Spiel - und Naturerlebnisflächen, gastronomische Angebote, Wasseraktivitäten und Bildungsangebote wie „blaue Klassenzimmer“. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Bürgerschaft die Umgestaltung der Düssel und die Entwicklung des Düsselrings überwiegend befürwortet. Seite 7 3. Der Weg zum Ring Der Düsselring eröffnet eine neue Perspektive auf die Düssel und ihre Umgebung Die Düssel wird in verschiedene Segmente unterteilt, die jeweils durch Fokusräume mit unterschiedlichen Qualitäten gekennzeichnet sind. Diese Segmente verbinden unterschiedliche Funktionen wie Erholung, Nahversorgung, Mobilität und ökologische Aufwertung, wobei auch Aspekte der Umweltbildung und der historischen Verortung einbezogen werden. Scharniere zwischen den Segmenten dienen als flexible Schnitt stellen, sie ermöglichen Beweglichkeit im Stadtraum, setzen Impulse ins Quartier und wirken als Orte mit besonderer Strahlkraft. Gleichzeitig sichern sie die Vernetzung der angrenzenden Stadtteile und bieten Raum für Begegnung, Veranstaltungen und integrative Nutzungen. Der Düsselring greift viele unterschiedliche Themen auf und eröffnet dadurch neue Handlungsräume. Gleichzeitig bietet sich die Gelegenheit, verschiedene Ansätze auszuprobieren und innovative Lösungen zu erproben. Abbildung 2. „Der Schlüssel zur Düssel“ – Visualisierung der Vision. [Eigene Darstellung] Seite 8 4. Machbarkeitsstudie In einem ersten Schritt soll eine Machbarkeitsstudie durch ein externes Planungsbüro, welches nach Durchführung eines Vergabeverfahrens beauftragt wird, die Potenziale und Herausforderungen untersuchen und darstellen, sowie die Realisierbarkeit des Düsselrin gs und die oben beschriebenen Zielsetzungen beurteilen. Dabei ist die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachämter von besonderer Bedeutung, um die unterschiedlichen Interessen zu bündeln und gemeinsame Ziele zu entwickeln. Der interdisziplinäre Austau sch ist bei diesem vielschichtigen Thema entscheidend, um einen ganzheitlichen und integrierten Ansatz für den Düsselring zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang haben bereits erste ämterübergreifende Termine stattgefunden, die die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit bilden und verdeutlicht haben, dass seitens der beteiligten Fachämter Unterstützung sowie ein großes Interesse an dem Projekt bestehen. So gab es unter anderem Abstimmungen mit dem SEBD, der bereits wie oben aufgeführt, verschiedene Renaturierungsmaßnahmen entlang der Düssel umgesetzt hat. Zudem soll auch der Austausch zu anderen Städten, wie Wuppertal, Brüssel und Toulouse, die bereits umfangreiche Projekte an der blau-grünen Infrastruktur geplant bzw. durchgeführt haben, intensiviert werde n, um von den Erfahrungen und Erkenntnissen zu profitieren. Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie können die Voraussetzungen für die Umsetzung des Düsselrings realistisch eingeschätzt werden. Einige Abschnitte der Düssel sind verrohrt oder durch Bebauung schwer zugänglich, während andere bereits freigelegt und in das Stadtbild integriert sind. Eine fundierte Untersuchung kann klären, wo eine Öffnung oder Aufwertung des Gewässers technisch möglich und städtebaulich sinnvoll ist. Eine Machbarkeitsstudie zeig t außerdem auf, welche Abschnitte sich als durchgehende Freiraumverbindungen ausbauen lassen und betrachtet, wie sich die Integration in bestehende Quartiere gestalten lässt. Auf diese Weise entsteht ein klares Bild darüber, welche Fokusräume an welchen St andorten besondere Funktionen übernehmen. Darüber hinaus lassen sich mögliche Konflikte frühzeitig identifizieren. Inhalte der Machbarkeitsstudie Das Ziel der Machbarkeitsstudie ist die Prüfung der technischen, städtebaulichen, ökologischen und rechtlich en Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Düsselrings, sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen für eine stufenweise Realisierung. Die Vision ist im Hinblick auf Handlungsfelder, Themen, Ziele und Maßnahmen weiterzuentwickeln, zu präzisieren und bei Bedarf anzupassen. Mögliche Inhalte der Machbarkeitsstudie umfassen: - Beteiligung der Öffentlichkeit : Einbindung relevanter Akteur*innen und der Öffentlichkeit in Workshops, Befragungen oder weitere Dialogformate - Bestandsaufnahme: Erfassung des Düsselverlaufs, angrenzender Freiräume, Nutzungen und Wegeverbindungen, historisch und stadtbildprägende Gebäude und Strukturen Seite 9 - Fachliche Analysen zu Städtebau, Verkehr, Hydrologie und Klimaanpassung - Szenarienentwicklung: Entwicklung und Bewertung von Varianten zur Aufwertung bzw. Öffnung der Düssel sowie zur Ausgestaltung der Fokusräume mit ihren unterschiedlichen Qualitäten und der Scharniere als verbindende Schnittstellen zwischen den Segmenten. - Handlungsempfehlungen: Priorisierung von Maßnahmen sowie Ableit ung von kurz-, mittel- und langfristigen Umsetzungsschritten - Dokumentation: Schriftlicher Bericht mit Karten, Plänen und Visualisierungen sowie Präsentation - Zeit- und Kostenrahmen : Vorschlag für einen Zeitplan mit Projektorganisation, Kostenschätzung für empfohlene Maßnahmen 5. Finanzierungsmöglichkeiten Zur Finanzierung der Machbarkeitsstudie, sowie einzelner konkreter Maßnahmen, stehen folgende Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. - EFRE-Fördermaßnahme „Grüne Infrastruktur“ : Im Rahmen der Fördermaßnahme "Grüne Infrastruktur" des EFRE/ JTF Programms NRW 2021- 2027 sollen investive Maßnahmen für Erhalt, Wiederherstellung, Aufwertung und Vernetzung grüner Infrastrukturen sowie auch die Entwicklung und Aktualisierung von kommunalen Plänen, Strategien und Konzepten der grünen Infrastruktur gefördert werden. Im Zentrum stehen naturnahe und naturbasierte Vorhaben. Insbesondere gefördert werden Maßnahmen, die gleichzeitig auch Freizeit - und Erholungsmöglichkeiten bieten, einen Beitrag zur Klimaanpass ung leisten und gesundheitsfördernd wirken können. Als Fördergegenstand werden unter anderem naturnahe Gewässer genannt. Der Düsselring erfüllt dementsprechend die Förderkriterien der Fördermaßnahme. - Förderprogramm Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (KfW 444): Dieses Förderprogramm der KfW adressiert den natürlichen Klimaschutz in Kommunen. Im Mittelpunkt stehen die Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen, die Schaffung von Grünflächen und die Förderung der Artenvielfalt. Der Zuschuss beträgt 80 % bis 90 % der Kosten. Die Förderung besteht aus verschiedenen Modulen, unter anderem „C.5 innerörtliche Kleingewässer renaturieren“, welches für den Düsselring passend scheint. - Präventionsgesetz (PrävG) : aus dem Präventionsgesetz (PrävG) können Mittel für konkrete städtebauliche gesundheitsfördernde Maßnahmen eingeworben werden. - Städtische Mittel für Klimaanpassung : Eine mögliche anteilige Finanzierung aus diesen Mitteln wird geprüft. Angesichts der regelmäßig wiederkehrenden Förder-, Sonder- und Impulsprogramme durch Land und Bund ist davon auszugehen, dass sich passende Fördermöglichkeiten für den Düsselring ergeben werden. Seite 10 6. Weiteres Vorgehen Nach Beschlussfassung ist folgende Vorgehensweise vorgesehen: 1. Einwerben von Fördermitteln inklusive Prüfung auf anteilige Förderung durch städtische Mittel für Klimaanpassung, um die Finanzierung der Machbarkeitsstudie sicherzustellen 2. Beauftragung eines externen Dienstleisters zur Erstellung der Machbarkeitsstudie 3. Erarbeitung der Machbarkeitsstudie unter Beteiligung der Fachämter und der betroffenen Bezirksvertretungen sowie der Öffentlichkeit und weiterer relevanter Akteure 4. Ratsvorlage zur Machbarkeitsstudie und zur Erstellung eines detaillierten Konzeptes zur Umsetzung Ziel ist es fundierte Entscheidungen für eine schrittweise Realisierung zu ermöglichen und die städtebauliche, ökologische sowie verkehrliche Entwicklung des Düsselrings zu gewährleisten. Anlagen: Schlüsselraum Düsselring
Schlüsselraum Düsselring
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Düsselring Legende: siehe Karte S.5 Düsselring Die Düssel als Namensgeber der Stadt ist im Stadtraum stellenweise kaum sichtbar. Mit dem Düsselring ist eine ambitionierte Vision formuliert, die ein hohes gestalterisches Potenzial birgt, das Rad- und Fußwegenetz ergänzen kann und einen bioklimatischen Mehrwert mit sich bringt. Durch die Offenlage der Düssel kann eine Aufwertung der anliegenden öffentlichen Räume erfolgen. Dies birgt die Chance einer wohnstandortnahen Erholung in einer hochverdichteten Stadt und verschafft der Düssel als „Erlebnisraum Wasser“ und als namensgebendes Gewässer die gebüh - rende Präsenz im Stadtraum. Durch begleitende Fuß- und Radwege entlang des Düsselring kann zudem die Vernetzung der anliegenden Stadtteile untereinander gestärkt werden. Gleichzeitig ent - stehen neue Anknüpfungspunkte in angrenzende Freiräume. Es ist den räumlichen Gegebenheiten geschuldet, dass eine durchgehende Öffnung der Düssel so - wie eine durchgehende verkehrliche Vernetzung entlang des Flussverlaufes nicht zu erreichen ist. Dennoch ist der Düsselring als Ganzes abgebildet, um dort, wo die Möglichkeiten bestehen, diese zielführend auszuloten und frühzeitig in der Pla- nung zu berücksichtigen. Der Düsselring ist an all seinen Orten Ausgangs - punkt für eine möglichst umfangreiche Verbin- dung der Gewässerlandschaft und ihrer Stadtvier - tel, mit der gebauten Stadt und kann ein wichtiger Beitrag für eine umfassende Aufwertung des Stadtraum bewirken. Düsselring 21 Anlage zur Vorlage Nr. APS/124/2025 Auszug aus Raumwerk D (2022) Düsselring: der Schlüsselraum im Überblick 12 3 Illustration: RHA | LAND | M IC | STADTBOX | IAT Illustration: MUST | dtp | STELLW ERK | ARUP Raumwerk D Glasmacherviertel Entwicklungskonzept Innenstadt-Südost Metro Campus Renaturierung und lebendige Gestaltung der Düssel bei Gerresheim Offenlegung der Düssel im Straßenraum in der inneren Stadt 3 2 1 22 Düsselring Legende Radwege Zentren Siedlungsbereiche Gewerbe Grünflächen Oberirdisch verlaufende Düssel Suchraum zur weiteren Freilegung der Düssel Rhein Suchraum Ausbau der Verbindung der Zentren Suchraum Ausbau der Verbindung der Fahrradwege 1 Bestehende Planungen Handlungsempfehlungen Grünes Netz : Den Düsselring zu einem möglichst zusammenhängenden barrierefreien Freiraumsystem entwickeln – Parks entlang des Düsselrings durch Grünstrukturen vernetzen; in verrohrten Abschnitten die Möglichkeiten prüfen, die Düssel freizulegen - in oberirdischen Abschnitten die begleitenden Grün - strukturen aufwerten; Barrierefreie Zugangsmög - lichkeiten für alle in Form von begehbaren Uferzonen schaffen Einen möglichst durchgehenden Fahrrad- und Fuß - weg begleitend zum Düsselring entwickeln – ins - besondere in den Bereichen Gerresheim, Pempelfort und Unterbilk Die bestehenden Zentren entlang des gesamten Düsselrings durch neue Wegeverbindungen und stadträumliche Aufwertungen vernetzen; Mobilität und Erreichbarkeit für alle durch die Stärkung des Umweltverbunds (vor allem Fuß, Fahrrad und ÖPNV) sicherstellen; Querungsmöglichkeiten der Düssel ausbauen oder ergänzen Hoch- und Regenwasserschutz : Die Düssel durch Renaturierung, wassersensible Stadtgestaltung und eine Reduzierung der Bodenversiegelung gegen Starkregenereignisse wappnen; Wasserretentions - flächen suchen Die Schnittstelle zwischen dem Tangentialraum Werstener Feld und dem Düsselring aufwerten Freiraumgerechtigkeit erhöhen : Mikrogrünflächen instandsetzen und barrierefreie Pocket-Parks auch in Blockinnenbereichen entlang der offenen Abschnitte der Düssel Ventilations- und Kaltluftleitbahnen an der Kreu- zung des Düsselrings mit den Bahntrassen in Flingern, Eller und Derendorf sichern Stadtanker an der Düssel freiraumplanerisch in - szenieren : Stadtanker Hofgarten, Toulouser Allee, S-Bahnhof Gerresheim, Wersten, S-Bahn Bilk Die Stadt zwischen Düssel und Torfbruchstraße intensivieren : Ausschöpfen der Nachverdichtungs - potenziale im Einklang mit den Grünräumen und Sportangeboten Kleine Akupunkturen : Behutsames Weiterbauen der Stadt in Form von Lückenschlüssen, Aufstockungen oder Ergänzungsbauten entlang der Düssel Urbanes Netz : In Grafenberg, am Flinger Broich und im Werstener Zentrum an den Schnittstellen zum Düs - selring grüne Stadtplätze mit Mikro-Mobilitätshubs entwickeln und in den benachbarten Stadträumen öffentliche Nutzungen intensivieren 23
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- APS/124/2025
- Typ
- Beschlussvorlage
- Datum
- 29.10.2025
- Erstellt
- 09.10.2025 08:17