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V/0416/2011

Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher in Münster

Vorlagen 06.06.2011

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Nächste Beratung: Ausschuss für Schule und Weiterbildung, Sitzung am 28.06.2011, TOP 4

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

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V/0416/2011 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Schule und Weiterbildung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher in Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
28.06.2011 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Entscheidung
 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der ASW stimmt dem vorgelegten Konzept zur Förderung besonders begabter Kinder und 
Jugendlicher in Münster zu. 
 
2. Der ASW nimmt zur Kenntnis, dass dem neu installierten Netzwerk „Münsteraner Netzwerk 
Begabungsförderung“ im Gebäude Klosterstrasse 34 Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt 
werden. 
 
3. Die zur Förderung von besonders begabten Ki ndern und Jugendlichen im Haushalt veran-
schlagte Summe von € 25.570;- € (für die Folgejahre unterliegt dieser Betrag dem Haus-
haltsvorbehalt -vom Rat beschlossene pauschale Zuschussreduzierung um 1,75 %-) wird auf 
die vier Bereiche (1) Diagnostik, und Beratung , (2) Förderung  (3) Qualifizierung  sowie (4) 
Münsteraner Netzwerk Begabungsförderung aufgeteilt und den in diesen Feldern tätigen Ein-
richtungen für 2011 zur Verfügung gestellt: 
 
4. Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung beauftragt die Verwaltung, in 2013 über die 
Erfahrungen mit dem neuen Konzept dem ASW zu berichten und Entscheidungsvorschläge 
vorzustellen. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Für die Zuschussgewährung entstehen keine zusätzlichen Kosten oder Folgekosten. Die Mittelver-
teilung basiert auf den für 2011 bereitgestellten Haushaltsmitteln der Produktgruppe 0301 „Leis-
tungen für Schulen“, Produkt 03.01.08 „Nichtstädtische schulische Einrichtungen“,  Zeile 15 
„Transferaufwendungen“. 
Vorlagen-Nr.: 
V/0416/2011 
Auskunft erteilt: 
Herr Dunkel 
Ruf: 
492 40 80 
E-Mail: 
Dunkel@stadt-muenster.de  
Datum: 
06.06.2011 
Öffentliche Beschlussvorlage

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V/0416/2011 
 
 
 
Begründung: 
 
1. Ausgangslage 
 
1.1 Das Thema besondere Begabungen in Münster 
 
 Eine erste sichtbare Dokumentation dieses Themas in letzter Zeit in Münster ist die 1994 von 
der Stadt Münster herausgegebene Broschüre "Und was wird aus Larissa?". In ihr wurden 
die zu dem Zeitpunkt mit dem Thema befassten Institutionen und ihre Angebote vorgestellt. 
Seit der Zeit haben Besondere Begabungen und Begabungsförderung gesamtgesellschaft-
lich zunehmend Beachtung erhalten. In der Folge haben sich Veränderungen und Weiter-
entwicklungen in Kitas, Schulen und bei den sich mit dem Thema befassenden Institutionen 
ergeben. 
 
1.2 Problembeschreibung 
 
 Bereits in der o. g. Broschüre wurde von einem breit angelegten Begabungsbegriff ausge-
gangen und folgende Bereiche genannt: kognitiv, musisch, sozial, sportlich, künstlerisch, 
sprachlich. Betrachtet man vorrangig den kognitiven Bereich, so sind zwei bis drei Prozent 
der Kinder und Jugendlichen als weit überdurchschnittlich (Intelligenzquotient größer als 
130) intellektuell entwickelt zu beurteilen und gelten damit als hochbegabt.  
 
 Es gibt in den Bereichen Sport und Musik gut etablierte Förderkonzepte. Diese Bereiche 
werden mit dieser Vorlage nur am Rande tangiert. Es bestehen dort gut funktionierende Sys-
teme der Unterstützung und Förderung. 
 
 Unterschiedliche Studien deuten darauf hin, das s man nicht von einer typischen Entwicklung 
besonders begabter Kinder und Jugendlichen sprechen kann. Stattdessen gestalten sich die 
Entwicklungspfade heterogen – wie bei anderen Gruppen von Kindern und Jugendlichen 
auch. Dementsprechend durchläuft ein Großteil der besonders begabten Kinder und Jugend-
liche eine Schulkarriere ohne dass es zu Auffälligkeiten oder Problemen kommt. Sie werden 
z. B. durch die im vorangegangenen Abschnitt benannten Förderkonzepte oder durch weite-
re schulische Angebote angemessen gefördert. In der Regel ist bei dieser Gruppe von Kin-
dern und Jugendlichen keine gezielte psychologische Diagnostik notwendig. 
 
 Ein Teil der Kinder und Jugendlichen mit besonderen Begabungen entwickelt dagegen Auf-
fälligkeiten, bei denen es einer besonderen Förderung bedarf. Dies sind beispielsweise Kin-
der und Jugendliche, die in einzelnen Bereic hen problematische Entwicklungen aufweisen, 
da z. B.  
 
• sie unterfordert sind, 
• sie falsche Erwartungen haben oder falsche Erwartungen an sie herangetragen wer-
den, 
• sie sich durch einen ausgeprägten Perfektionismus auszeichnen, 
• sie aufgrund ihrer kognitiven Begabung in den frühen Schuljahren und einer damit ein-
hergehenden Unterforderung kein angemessenes Arbeitsverhalten gelernt haben, 
• die Diskrepanz zwischen kognitiver Entwicklung und sonstiger Entwicklung von ihnen 
nicht angemessen bewältigt wird, 
• sie Schwierigkeiten im sozialen Kontakt haben,

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 Solche Risikofaktoren können dazu führen, dass bei einem Teil der besonders begabten 
Kinder und Jugendlichen die Leistungen weit hinter ihren eigentlichen Potentialen zurück-
bleiben (Underachiever). Weitere mögliche Folgen sind emotionale Auffälligkeiten, Verhal-
tensprobleme und Schulunlust, die in einer negativen Schulkarriere münden kann.  
 
 Dementsprechend gilt es, Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen einen 
Rahmen zu geben, der ihnen eine angemessene Entwicklung ermöglicht und damit präventiv 
wirkt. Wichtig ist dabei das Verständnis, dass es notwendig ist, Gelingensbedingungen und 
(Lern-) Voraussetzungen für die Entfaltung entsprechender Talente und Potenziale zu schaf-
fen. Treten dagegen bereits Auffälligkeiten auf, ist eine angemessene Diagnostik, Beratung 
sowie weitere Förderung notwendig. 
 
 Im Fokus dieser Vorlage stehen damit Kinder und Jugendliche, 
 
• bei denen Hinweise auf eine besondere Begabung vorliegen und die angemessen ge-
fördert werden sollen, um ihre Entwicklung positiv zu beeinflussen bzw. Auffälligkeiten 
zu vermeiden, 
 
• die aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten schwierig einzuschätzen sind und bei de-
nen es schwierig ist, eine besondere Begabung festzustellen, obwohl viele Hinweise in 
dieser Richtung bestehen, 
 
• die trotz einer festgestellten besonderen Begabung bisher keine für sie angemessenen 
Fördermöglichkeiten in dieser Stadt gefunden haben, 
 
• die trotz einer festgestellten besonderen Begabung keine dementsprechenden Schul-
leistungen zeigen und teilweise massive Schulschwierigkeiten haben und im Schulsys-
tem zu scheitern drohen, 
 
• die bei einer festgestellten besonderen Begabung keine für sie positive Perspektive 
entwickeln können, krank werden und/oder emotionale und / oder verhaltensbezogene 
Auffälligkeiten zeigen. 
 
• bei denen fälschlicherweise von einer besonderen Begabung ausgegangen wird und 
somit falsche Erwartungen an das Kind bzw. den Jugendlichen gestellt werden. Auch 
hier ist eine psychologisch-diagnostische Abklärung der Begabung wichtig. 
 
1.3  Ansprechpartner und Akteure 
 
 In der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen können sich 
Situationen ergeben, in denen Familien, Kitas und Schulen Information und Beratung benöti-
gen, um die jungen Menschen angemessen in ihrer Entwicklung begleiten zu können. Es 
können sich auch konfliktträchtige Situationen ergeben, in denen unterschiedliche Sichtwei-
sen durch eine Konfliktmoderation bewältigt werden können. Die nachfolgenden Aufführun-
gen verdeutlichen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Hilfestellung. 
 
 Zuständig für die pädagogische Grundversorgung und erste Ansprechpartner der Familien: 
 
• Fachkräfte in den Kitas 
• Fachkräfte in den Schulen 
 
 Institutionen, die sich u. a. auch mit der Fragestellung „Besondere Begabungen“ beschäfti-
gen:

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• Erziehungsberatungsstellen, 
• Beratungsstelle für Entwicklungsfragen (Gesundheitsamt), 
• Schulpsychologische Beratungsstelle (Amt für Schule und Weiterbildung), 
• Niedergelassene Psychologen und Psychotherapeuten,  
• Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, 
• Kompetenzteam Münster. 
 
 Institutionen, die sich ausschließlich mit der Fragestellung „Besondere Begabungen“ be-
schäftigen: 
 
• Esca Mentis e.V., 
• Mehr Chancen für hochbegabte Kinder und Jugendliche in Münster e.V.,  
• Freunde hochbegabter Kinder e.V., 
• Internationales Centrum für Begabungsförderung (ICBF), 
• Mensa e.V.. 
 
 Für Konfliktmoderationen zwischen Eltern und Kitas bzw. Eltern und Schulen stehen Fach-
kräfte der Erziehungsberatungsstellen und der Schulpsychologie zur Verfügung. 
 
1.4  Anlass der Vorlage 
 
 Über viele Jahre wurden zur Unterstützung der Förderung besonders begabter Kinder und 
Jugendlicher in Münster ausschließlich dem Vere in ESCA Mentis e.V. Räumlichkeiten und 
Finanzmittel zur Verfügung gestellt, um interessierten Eltern und Lehrkräften diagnostische 
Hilfen zum Erkennen besonderer Begabungen bei Kindern und Jugendlichen anzubieten.  
  
 Im Rahmen der Etatberatungen zum Haushalt 2010 hat der Rat auf Empfehlung des Aus-
schusses für Schule und Weiterbildung diese Gelder mit einem Sperrvermerk versehen und 
die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zur Förderung besonderer Begabungen vorzulegen, 
auf dessen Basis die Mittel wieder entsperrt werden können.  
 
 In seiner Sitzung am 07.12.2010 wurden Ausschuss für Schule und Weiterbildung Eckpunkte 
des zukünftigen Konzeptes vorgestellt auf deren Basis die Haushaltsmittel für das Jahr 2010 
vom Ausschuss entsperrt wurden. In dem Eckpunktekonzept wurde bereits eine breitere Ver-
teilung der Mittel auf mehrere Institutionen deutlich.  
 
Mit dem Beschluss über das Rahmenkonzept zur Schulentwicklungsplanung hat der Rat am 
16.02.11 die Verwaltung u. a. beauftragt, dem Rat ein Konzept zur Begabungsförderung vor-
zulegen. Dieses soll ein Instrument zur systematischen Diagnostik sowie Möglichkeiten einer 
vernetzten Förderung von Kindern mit besonderen Begabungen durch kommunale, universi-
täre und freie Träger beinhalten. 
 
 Das hier vorliegende Konzept  dient als Grundlage für die künftige Arbeit. 
 
 
2. Das Konzept „Münsteraner Netzwerk Begabungsförderung“ 
 
2.1 Der Prozess der Konzeptentwicklung 
 
 Dem Auftrag der Konzeptentwicklung kam die Verwaltung folgendermaßen nach:

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• Gemeinsame Gespräche mit den Institutionen, die sich ausschließlich mit der Frage-
stellung Besondere Begabung befassen (s. Abschnitt 1.3) und in der „Larissa AG“ zu-
sammenarbeitenden Institutionen, 
 
• Einzelgespräche mit all diesen Institutionen, 
 
• Umfrage bei allen Institutionen nach einem vorher gemeinschaftlich entwickelten 
Schema, in dem die aktuell durchgeführten Tätigkeiten und die wünschenswerten Tä-
tigkeiten abgefragt wurden. Dies geschah für die Bereiche Diagnostik, Beratung, För-
derung und Qualifizierung, 
 
• Umfrage an allen Münsteraner Grundschulen zu verschiedenen Aspekten der Förde-
rung besonderer Begabungen, 
 
• Kooperationsgespräche Stadt, Bezirksregierung und Universität (ICBF) als gemeinsa-
me strategische Partner im Bereich Besondere Begabungen. 
 
 Die gemeinsamen Gespräche mit allen in Münster in diesem Bereich tätigen Einrichtungen 
und das Ergebnis der Umfrage bei diesen Institutionen sowie die Einzelgespräche hatten ei-
ne Aufteilung der Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten für die Bereiche Diagnostik, Beratung, 
Förderung und Qualifizierung zur Folge. 
 
2.2 Befragung der Grundschulen 
 
 Gleichzeitig mit der hier vorgestellten Konzeptentwicklung übernahm die Verwaltung einen 
Auftrag, eine Befragung der Grundschulen zum Thema „Besondere Begabungen“ durchzu-
führen. Die Elterninitiative „Mehr Chancen für hochbegabte Kinder und Jugendliche in Müns-
ter“ hatte 2007 eine Umfrage an den Gymnasien der Stadt erstellt, um einen Überblick her-
zustellen, welche Fördermöglichkeiten an den einzelnen Schulen bestehen.  
 
 In die Vorlage sind Ergebnisse der Umfrage der Grundschulen eingegangen. 
   
 Einige grundsätzliche Aussagen der Befragung sind: 
 
• Bei dem überwiegenden Anteil von jenen SchülerInnen, die von ihren LehrerInnen als 
besonders begabt eingestuft wurden, wurde keine ausführliche Intelligenzdiagnostik 
durchgeführt. Dies stimmt mit der Beobachtung überein, dass eine Intelligenzdiagnostik 
für besonders begabte Kinder und Jugendliche nicht der Regelfall sein sollte, sondern 
nur in den Fällen sinnvoll ist, in denen es Unklarheiten gibt, oder wo schwierige Ent-
scheidungsprozesse anstehen. 
 
• Explizite Diagnostiken werden in der Befragung in nahezu gleicher Verteilung von Esca 
Mentis e.V., ICBF, niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern und der Schul-
psychologie genannt. 
 
• Das Hauptinstrument zur Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher ist 
die individuelle Förderung. Als weitere, wesentliche Maßnahmen werden genannt: 
Wettbewerbe, Überspringen und Förderung über Projekte. 
 
• Fortbildungswünsche der Schulen liegen im Wesentlichen im Bereich der Inneren Dif-
ferenzierung, der Diagnostik und dem Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten. 
 
• An positiven Erfahrungen berichten unterschiedliche Schulen: die hohe Motivation der 
Kinder, ihre Dankbarkeit bei besonderer Unterstützung, ihre hohe Selbständigkeit im

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Arbeiten, ihre Hilfsbereitschaft , ihre soziale Kompetenz, die Unterstützung der Eltern, 
der intensive Kontakt Schule/Elternhaus, das Engagement der Eltern, sowie ihre Be-
reitwilligkeit Anregungen der Schule aufzunehmen. 
 
• Als schwierig wurde von unterschiedlichen Schulen berichtet: Interesse an lediglich 
schnell zu lösenden Aufgaben, ablehnendes Verhalten, geringe Motivation, besserwis-
serisches und überhebliches Verhalten, Rückzugsverhalten, geringe Integration in 
Klassengemeinschaft, sehr hohe Erwartungen der Eltern an Lehrer und Schule, man-
gelhafte Unterstützung der Eltern und zu hohe Anforderungen an das Kind/den Ju-
gendlichen. 
 
 Gerade die sich widersprechenden Angaben in den letzten beiden Punkten machen deutlich, 
dass besonders begabte Kinder und Jugendliche keine homogene Gruppe sind, bzw. dass 
die durch sie ausgelösten Sichtweisen sehr heterogen sein können.  
 
2.3 Zusammenschluss der Akteure 
 
 Wie bereits unter 1.3 ausgeführt, ist in Münster eine ganze Reihe an unterschiedlichen Insti-
tutionen im Themenfeld besondere Begabung aktiv, um diese Kinder und Jugendliche an-
gemessen zu unterstützen. Dabei haben und so llen sich zwei entscheidende Stränge entwi-
ckeln, die im Zusammenschluss der Akteure das Thema besondere Begabung in Münster 
weiter nach vorne bringen sollen. Dies betrifft zum Einen eine strategische Partnerschaft 
zwischen der Stadt, der Bezirksregierung und der Universität und zum Anderen die Neu-
gründung des Münsteraner Netzwerks für Begabtenförderung.  
 
2.3.1 Strategische Partnerschaft: Stadt – Land - Wissenschaft 
 
 Das Schulamt für die Stadt Münster/Bezirksregierung ist in seiner Zuständigkeit für den Un-
terricht an Schulen in besonderer Weise der individuellen Förderung (darunter auch der För-
derung von besonderen Begabungen) in der Schule verpflichtet und in der Weiterentwicklung 
engagiert.  
 
 Die Universität ist mit ihren Forschungsmöglichkeiten und internationalen Kontakten ein 
wichtiger Motor für die Weiterentwicklung des theoretischen und praktischen Themenfeldes 
„besonderer Begabungen“, auch für Münster. Gerade mit der Präsenz des ICBF in Münster 
wird dies dokumentiert.  
 
 Die Stadt Münster hat in ihrer Für- und Vorsorge für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt 
ein hohes Interesse, besondere Begabungen zu fördern. Dies wurde aktuell mit dem o. a. 
Beschluss im Rahmen der Schulentwicklungsplanung bekräftigt.  
 
 Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft werden Stadt, Schulamt für die Stadt Münster / 
Bezirksregierung und Universität zunehmend stärker zusammenarbeiten. 
 
Schulträger, Schulaufsicht und Westfälische Wilhelms-Universität verstehen sich im Sinne 
einer Anwaltschaft für die Anliegen der Begabungsförderung als Drehscheibe und Entwickler 
von Ideen und Konzepten im Themenfeld „Begabungsförderung“. Der Fokus liegt dabei auf 
ausgewiesene Expertise, Aus- und Fortbildung, konkrete Pilotprojekte, Evaluierung laufender 
Initiativen sowie einschlägige wissenschaftliche Studien.  
 
Im Zuge der „Kommunikation nach außen“ gilt es das von Schulträger, Schulaufsicht und 
Westfälischer Wilhelms-Universität vorgehaltene Verantwortungs- und Leistungsspektrum im 
Bereich der Begabungsförderung beispielhaft zusammenzutragen und für die Öffentlichkeit 
sichtbar zu machen (Stichwort „Imageprodukt“) um es gemeinsam und abgestimmt (z.B. 
Kongressformate) zu profilieren und weiterzuentwickeln.

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2.3.2 Münsteraner Netzwerk Begabungsförderung  
 
 Bereits seit Mitte der 90er Jahre arbeiten unterschiedliche in Münster tätige Einrichtungen in 
der „Larissa AG“ freiwillig zusammen. Im Laufe der Jahre hat es immer wieder Veränderun-
gen in der Zusammensetzung gegeben. Mit dem Ziel einer stärkeren Verbindlichkeit zu ge-
genseitiger Information und Kooperation schließen sich folgende Einrichtungen zum „Müns-
teraner Netzwerk Begabungsförderung“ zusammen: 
 
• ICBF, Universität Münster 
• ESCA Mentis e.V. 
• Mehr Chancen für hochbegabte Kinder und Jugendliche in Münster e.V. 
• Freunde hochbegabter Kinder e.V. 
• Mensa e.V. 
• Kompetenzteam Münster, Bezirksregierung Münster 
• Schulpsychologische Beratungsstelle, Stadt Münster 
 
 Die Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher soll in Münster stärker räumlich 
verankert werden. Zu diesem Zweck nutzt das Netzwerk städtische Räume in der Kloster-
strasse 34. Bisher wurde ein Teil dieser Räum lichkeiten exklusiv vom Verein ESCA Mentis 
e.V. genutzt. Durch die im selben Gebäude ansässige Schulpsychologische Beratungsstelle 
kann der städtische Anteil an Koordinierung, Organisation und Mitgestaltung übernommen 
werden.  
 
 In koordinierender Funktion wird das Netzwerk durch einen Seniorexperten unterstützt. Die 
Universität hat mit Seniorexperten in diesem Bereich gute Erfahrungen gemacht. Von den 
beteiligten Einrichtungen des Netzwerks konnte man sich gemeinschaftlich auf einen Senior-
experten einigen. 
 
2.4 Kommunikation 
 
 Das Thema besondere Begabung wurde durch unterschiedliche Initiativen (z.B. „Tag der 
Intelligenz“, Ringvorlesungen an der Westfälischen Wilhelms Universität zu diesem Thema) 
in Münster immer wieder in die Öffentlichkeit gebracht (s. weiter unten). Es ist beabsichtigt 
das Thema „Besondere Begabungen“ und die zukünftige Entwicklung in diesem Bereich in 
dieser Stadt noch aktiver zu kommunizieren. Dies soll dazu führen: 
 
• in Münster eine noch positivere Wahrnehmung von Begabungen, Potenzialen und Ta-
lenten zu erreichen, 
 
• die Akzeptanz von Begabungsförderung in der (Fach-) Öffentlichkeit weiter zu erhöhen, 
 
• das breite Spektrum erprobter und bewährter Instrumente der Begabungsförderung im 
Bereich Diagnostik, Beratung, Fortbildung, Forschung sichtbarer zu machen und 
 
• Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, öffentlichen Trägern und Gesellschaft als 
engagierte Förderer und Unterstützer von neuen Ideen und konkreten Maßnahmepla-
nungen inhaltlicher, organisatorischer und finanzieller Art zu gewinnen (ideell, perso-
nell, finanziell).  
 
 Innerhalb des Netzwerks soll die „Kommunikation nach innen“ nicht nur ein gemeinsames 
Verständnis von „Begabung“ und die Entwickl ung gemeinsam getragener Perspektiven si-

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cher stellen („Zusammenraufen der Akteure“), sondern darüber hinaus - im Sinne eines att-
raktiven und einheitlichen Erscheinungsbildes - die vielfältigen Aktivitäten, die sich bereits 
jetzt im Netzwerk bündeln, bewusst machen (Imagekampagne, Marketing, Promotion für das 
Netzwerk).  
 
 Das Netzwerk soll perspektivisch in der Klosterstraße die zentrale Anlaufstelle für Eltern, 
Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen für besonders begab-
te Vorschulkinder, Schülerinnen und Schüler werden.  
 
 In Münster gibt es eine Reihe von Aktivitäten und Ereignissen rund um das Thema Bega-
bungsförderung, die noch intensiver als bisher einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden 
können. Zu nennen sind hier u. a.: Infotage der Elterninitiative, Tage der Intelligenz, Vorstel-
lungen der Forder-/Förderprojekte, Verleihung der ECHA Zertifikate und Diplome, Nationale 
und Internationale Kongresse. Auf dieser Grundlage sind weitere Projekte und Aktivitäten 
möglich. Es kann erwartet werden, dass in der Zusammenarbeit der Einrichtungen im Müns-
teraner Netzwerk Begabungsförderung weitere Ansätze hierzu entwickelt werden, die dann 
entsprechend kommuniziert werden können. 
 
 
3. Das Konzept: Inhalte und Mittelverteilung 
 
 Nach allen Gesprächen schätzt die Verwaltung die Bedürfnisse so ein, dass eine Mittelvertei-
lung in die Bereiche (1) Diagnostik und Beratung, (2) Förderung, (3) Qualifizierung und (4) 
das Münsteraner Netzwerk Begabungsförderung erfolgen soll. Im Bereich Diagnos-
tik/Beratung soll durch größere Transparenz für bisher nicht vollständig ausgeschöpfte Mög-
lichkeiten bei bestimmten Institutionen eine andere Verteilung angestrebt werden. Ein we-
sentlicher Fortschritt sind die Erweiterungen in Qualität und Quantität in den Bereichen För-
derung und Qualifizierung.  
 
 Die Tätigkeiten der in Münster agierenden Einrichtungen können den Tätigkeitsfeldern Dia-
gnostik, Beratung, Förderung und Qualifizierung zugeordnet werden. Im Laufe des Prozes-
ses der Konzeptentwicklung wurde deutlich, dass die bisher ausschließlich dem Verein ES-
CA Mentis e.V. zur Verfügung gestellten Gelder und Räumlichkeiten auch für weitere Aufga-
benfelder und Institutionen nutzbar und zugänglich gemacht werden können, um eine um-
fassendere Versorgung und Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher in 
Münster zu gewährleisten. Zu den Tätigkeitsfeldern der Institutionen in den unterschiedlichen 
Bereichen hat es eine Abfrage über Art, Ausmaß und die finanziellen Rahmenbedingungen 
gegeben.  
 
 Der Verein Mensa e.V. erhält keine finanziellen Mittel. Sein Interesse an städtischer Förde-
rung liegt im Bereich der Nutzung von Räumlichkeiten. Bisher nutzt der Verein für seine Be-
lange schulische Räumlichkeiten. Eine mögliche Veränderung und konkrete Umsetzung der 
gewünschten Möglichkeiten muss noch erarbeitet werden.  
 
Für die übrigen Bereiche schlägt die Verwaltung die folgende Aufteilung vor, wobei Ver-
schiebungen zwischen den Bereichen noch möglich sind: 
 
3.1 Diagnostik/Beratung 
 
• Eine spezielle Diagnostik zur Abklärung einer besonderen Begabung ist nur in Aus-
nahmefällen vor dem Schuleintrittsalter sinnvoll.  
 
• Eltern sollten ohne große finanziellen Aufwendungen eine diagnostische Abklärung er-
halten können.

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• Unter den jeweiligen institutionellen Rahmenbedingungen sind kostenfreie, diagnosti-
sche Abklärungen möglich bei – Erziehungsberatungsstellen, Beratungsstelle frühe Hil-
fen (Gesundheitsamt), Schulpsychologische Beratungsstelle (Amt für Schule und Wei-
terbildung), Psychologisch-Psychotherapeutische Praxen, Ärzte für Kinder- und Ju-
gendpsychiatrie  
 
• Alle Netzwerkpartner informieren auch über diese für die Ratsuchenden, kostenfreien 
Möglichkeiten. 
 
• Beratung kann zwar ohne Diagnostik, Diagnostik aber nicht sinnvoll ohne eine an-
schließende Beratung erfolgen. Um mehr Handlungsspielraum für ein angemessenes 
Vorgehen zu ermöglichen, werden bei der Mittelverteilung Diagnostik und Beratung als 
Einheit gesehen. 
 
• Es ist notwendig, ein Kontingent von „Vor“-Beratungen zur Verfügung zu stellen, um 
„unnötige“ Diagnostiken zu verhindern. 
 
• Zur Qualitätssicherung sollen nur Diagnostiken finanziell unterstützt werden, die den 
Kriterien des BDP (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen) bzw. 
der Bundesärztekammer entsprechen. 
 
 ESCA Mentis e.V. und Internationales Centrum für Begabungsförderung (ICBF) erhalten 
Mittel für Diagnostik. Die Verwaltung wird mit beiden Einrichtungen konkretere Vereinbarun-
gen dazu treffen.  
 
 Zuschuss: rd. 13.000,-- Euro 
 
3.2 Förderung 
 
 Auch besonders begabte Kinder und Jugendliche bedürfen einer ihren individuellen Stärken 
und Schwächen angemessenen Förderung. Für einen Teil dieser Kinder gilt, dass sie auch 
von allgemeinen Förderungen (die nicht speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten sind) 
profitieren können. Deswegen an dieser Stelle nur der Hinweis auf derartige Möglichkeiten, 
zu denen auch besonders begabte Kinder Zugangsmöglichkeit haben: 
 
• IFörderung in der Kindertagesbetreuung 
• Angebote der Schulen 
• Erziehungsberatungsstellen 
• Schulpsychologische Beratungsstelle 
• … weitere Institutionen 
 
 Darüber hinaus bieten ICBF, Elterninitiative und Freunde hochbegabter Kinder e.V. spezielle 
Förderangebote für besonders begabte Kinder und Jugendliche an. In diesen spezifischen 
Angeboten können besonders Begabte auch erfahren, dass sie mit ihren besonderen Inter-
essenslagen und kognitiven Fähigkeiten auf ähnlich gesinnte Gleichaltrige stoßen können. In 
den von der Verwaltung geführten Gesprächen und der Umfrage an den Grundschulen wur-
de deutlich, dass der Bereich der speziellen Förderungen besonders begabter Kinder noch 
lange nicht die Qualität und Quantität einnimmt, die ausreichend wäre, um jedem Kind ge-
recht zu werden. Deswegen soll dieser Bereich, der bisher nicht mit städtischen Mitteln un-
terstützt wurde, wie in obiger Tabelle dargestellt, gefördert werden.

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 Die Verwaltung wird mit „Mehr Chancen fü r hochbegabte Kinder und Jugendliche in Münster 
e.V.“ und „Freunde hochbegabter Kinder e. V.“ konkrete Vereinbarungen dazu treffen. 
 
 Zuschuss: rd. 8.000,-- Euro 
 
3.3 Qualifizierung von Erzieherinnen und Lehrkräften - Unterstützung von Kitas und Schu-
len  
 
 Die unter 2.2 angeführte Befragung an den Grundschulen zum Themenfeld „Besondere Be-
gabung“ erbrachte bereits Fortbildungsbedarfe- und wünsche aus Sicht der Schulen. Ange-
sprochen werden dabei z. B. Angebote vom Kompetenzteam Münster, des ICBFs und der 
Schulpsychologie.  
 
 Die ECHA-Ausbildungen (ECHA = European Council for High Ability) des ICBF sind eine 
weithin anerkannte Möglichkeit für Erzieherinnen und Lehrkräfte sich speziell mit den Bedin-
gungen der Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher zu beschäftigen. Gera-
de, da diese Möglichkeit vor Ort hier in Münster besteht, sollen Erzieherinnen und Lehrkräfte 
in Zukunft stärker die Möglichkeit erhalten, sich hier weiterzubilden und zu qualifizieren. Je 
mehr qualifizierte Erzieherinnen in den Kitas und Lehrkräfte in den Schulen sind, desto höher 
ist die Wahrscheinlichkeit, dass besonders begabte Kinder angemessen gefördert werden 
und auch noch nicht entdeckte, besonders begabte Kinder wahrgenommen und einer ange-
messenen Begleitung und Förderung zugeführt werden können.   
 Die umfangreiche Qualifizierung ist mit einer Teilnahmegebühr verbunden. 
 
 Zur systematischen Qualifizierung von Er zieherinnen und Lehrkräften soll zukünftig die 
ECHA Ausbildung von Fachkräften unterstützt werden. Dies geschieht unter der Bedingung, 
dass Teile der Aufwendungen über Fortbildungsgelder des Arbeitgebers abgedeckt werden 
und auch weiterhin von den TeilnehmerInnen ein Anteil selbst zu tragen ist. 
 
 Zunächst sollen vorrangig Fachkräfte für den Elementar- und Primarbereich gefördert wer-
den. Die Verwaltung wird hierzu mit dem ICBF und, ggf. für weitere Maßnahmen, mit ande-
ren Trägern Vereinbarungen treffen. 
 
Zuschuss: rd. 3.500,-- Euro 
  
3.4  Münsteraner Netzwerk Begabungsförderung 
 
 Die verbleibenden Mittel von rd. 1.070 Euro stehen dem Netzwerk für gemeinsame Projekte 
zur Verfügung.  
 
4. Weiterentwicklung 
 
 Im Frühjahr 2013 werden die Erfahrungen mit dem neuen Konzept dem ASW vorgestellt 
und, falls notwendig, neu zu treffende Entscheidungen vorbereitet. 
 
 
I. V. 
gez. 
 
 
Dr. Hanke 
Stadträtin

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Beratungsverlauf (1)

28.06.2011 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 4 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Klosterstraße 34r

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0416/2011
Typ
Vorlagen
Datum
06.06.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37