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V/0700/2006

Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0029/2006 vom 14.08.2006

Vorlage 12.09.2006

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 08.11.2006, TOP 2.7

Gesundheitserziehung bündeln

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Gesundheitserziehung bündeln

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-mark-

Beschlussvorlage

8398 Zeichen

V/0700/2006 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Gesundheitsamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0029/2006 vom 14.08.2006 
"Gesundheitserziehung bündeln" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
08.11.2006 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
Sachentscheidung: 
 
1. Zur Steuerung der Aktivitäten im Bereich der Gesundheitsförderung/Prävention wird eine de-   
    zernatsübergreifende Steuerungsgruppe eingerichtet. Die Federführung übernimmt die Abtei- 
    lung „Gesundheitsförderung“ des Gesundheitsamtes.  
 
2. Der Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0029/2006 vom       
   14.08.2006 „Gesundheitserziehung bündeln“ ist damit erledigt. 
 
 
Kosten/Folgekosten 
 
Durch die Sachentscheidung entstehen keine Kosten.  
 
 
 
Begründung: 
 
Angesichts der vielfältig festgestellten gesundheitlichen Defizite insbesondere bei Kindern und 
Jugendlichen und den daraus resultierenden Kostenexplosionen im Gesundheitswesen gibt es den 
dringenden Bedarf, Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung bei Kindern, 
Jugendlichen und Erwachsenen zu stärken. Die Ursachen für die sich verschlechternde Gesund-
heit sind vielfältig. Zentraler Faktor ist das soziale Umfeld von Kindern und Jugendlichen, die zu-
nehmende Reizüberflutung durch Medien und Computerspiele und die daraus resultierende gerin-
ge körperliche Bewegung, die Gefahr der Verminderung der sozialen Kompetenzen und der all-
mähliche Verlust von Kreativität. Zum passgenauen Ansatz der Gesundheitsförderung und Präven-
tion hat der Kinder- und Jugenddienst des Gesundheitsamtes einen beispielhaften Indikatorensatz 
zur Kindergesundheit entwickelt, der relevante stadtteilbezogene Gesundheitsdaten liefert. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0700/2006 
Auskunft erteilt: 
Herr Dr. Weth 
Ruf: 
492 53 02 
E-Mail: 
WethC@stadt-muenster.de  
Datum: 
05.09.2006 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0700/2006 
Nach dem Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst  haben die Gesundheitsämter Ge-
sundheitsförderung zum Wohle der gesamten Bevölkerung zu initiieren und zu koordinieren. Unter 
Gesundheitsförderung und Prävention verstehen wir zwei sich ergänzende Konzepte.  
 
Gesundheitsförderung zielt  auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbe-
stimmung über Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähi-
gen. Grundlegende Bedingungen hierzu sind z.B. angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Er-
nährung, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Um eine Stadt nachhaltig und bewusst zu 
einem Ort der Gesundheit zu machen, kommt der Kommune selbst eine entscheidende Bedeutung 
zu, denn lokale Lebensräume der Bürgerinnen und Bürger sind die wesentlichen Umsetzungsebe-
nen für Gesundheitsförderung und Prävention. Somit kommt der Überlegung „Gesundheit ent-
scheidet sich auch in Rathäusern“ eine zentrale Rolle zu. Dies gilt insbesondere für die Unterstüt-
zung von Menschen in sozial benachteiligten Lebenssituationen. 
 
Bei Prävention ist der Zeitpunkt der Eingriffshandlung entscheidend. Die Primärprävention geht 
von der Leitidee aus, soweit wie möglich vorbeugend, rechtzeitig zu wirken: Förderung des sozia-
len, psychischen und körperlichen Wohlbefindens (z.B. in der Familie, in der Kindertageseinrich-
tung, in Schule und Freizeit), um Störungen der Persönlichkeitsentwicklung und Beeinträchtigung 
der Gesundheit schon in einem frühen Stadium zu unterbinden. 
 
Allgemeine Aktivitäten 
  
Die Aktivitäten in den Bereichen Gesundheitsför
derung und Prävention sind auch in Münster sehr 
vielseitig und werden von unterschiedlichsten Akteuren angeboten. Der Grund hierfür liegt im Plu-
ralismus unseres Versorgungssystems. Verschiedenste Akteure wie die Ärzteschaft, Krankenkas-
sen, Weiterbildungseinrichtungen, Ministerien, Berufsgenossenschaften, Verbände und Stiftungen 
entwickeln Konzepte und Projekte und bieten diese auch zur Umsetzung auf kommunaler Ebene 
an. Das Land NRW beschäftigt sich derzeit mit Präventionskonzepten für das Land, die in Zukunft 
mit Hilfe der Gesundheitsämter und den kommunalen Gesundheitskonferenzen umgesetzt werden 
sollen. In der Kommune steuern wiederum unterschiedliche Akteure (Dezernate, Ämter, freie Trä-
ger). Die Angebote für Kindertageseinrichtungen, Schulen und junge Erwachsene sind vielfältig 
und daher derzeit wenig überschaubar.   
 
Projekte in Münster     
 
Vor 
diesem genannten Hintergrund sind die im Ratsantrag benannten Projekte und Maßnahmen in 
enger Kooperation und durch gemeinsam getragene Entscheidungen entwickelt worden. Bereits 
seit Jahren gibt es, initiiert und moderiert durch die Abteilung 53.6 in Zusammenarbeit mit der Ab-
teilung Kinder- und Jugendgesundheit den Arbeitskreis „Gesunde Schule“, der vor zwei Jahren in 
den Arbeitskreis „Gesund Aufwachsen in Münster“ umbenannt worden ist, um alle Settings (Fami-
lie, Kindertageseinrichtung, Schule) zu berücksichtigen.  
 
Die drei
 folgenden Projekte haben einen besonderen Bezug zu den genannten Lebensräumen. Sie 
konkurrieren nicht, sondern ergänzen einander. 
 
Das OPUS Netzwerk hat das Thema Bildung und Gesundheit im Blick. Gesundheitsförderung hat 
in OPUS Schulen einen ganz besonderen Stellenwert. Eine gute Kooperation zwischen der Schul-
verwaltung, dem Gesundheitsamt und dem OPUS Netz werkkoordinator für Münster gibt es seit 
vielen Jahren. 
 
Das Projekt „Kitas und Schulen bewegen“, ist ein durch Anschub.de  der Bertelsmannstiftung 
initiiertes Projekt. Auch die hier geplanten Aktivitäten sind zwischen den beteiligten Ämtern abge-
stimmt. Der Schwerpunkt liegt darin, mit allen Akteuren der Einrichtungen Standards  zur Gesund-
heitsförderung zu entwickeln, nach Möglichkeiten zu suchen, diese in den Einrichtungen zu imple-
mentieren und nach Ablauf der dreijährigen Projektphase  eigenständig weiterzuführen. Darüber

- 3 - 
V/0700/2006 
hinaus sollen die beteiligten Kindertageseinrichtungen und Schulen im Stadtteil stärker miteinander 
vernetzt werden.  
 
Das Projekt „Gesund Aufwachsen in Münster“ hat den Ansatz in erster Linie im Setting Familie 
und Freizeit und ergänzt damit die Aktivitäten der anderen beiden Projekte. Insbesondere sollen 
Maßnahmen zur Bewegung,  Ernährung, Entspannung und Stressbewältigung durchgeführt wer-
den. Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren unterstützt durch das Bundesprojekt „Besser 
essen. Mehr bewegen“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher-
schutz. Die Stadt Münster ist einer der 24 Modellstandorte bundesweit. Das Gesundheitsamt hat 
sich gegenüber 500 Bewerbern mit seinem eingereichten Präventionskonzept  neben weiteren 23 
Bewerbern erfolgreich durchgesetzt. Mit der Beteiligung der Gesundheitskonferenz Münster am 
Projekt „Gesund Aufwachsen in Münster“ bietet sich auch die Chance, dieses Thema  stärker in 
die Gesamtverantwortung und Beteiligung aller Akteure aus dem kommunalen Gesundheitswesen 
zu bringen. Damit wird eine partnerschaftliche Mitwirkung sichergestellt. 
 
Projektsteuerung 
 
Die Durchführung der einzelnen Pro
jekte muss aufgrund der spezifischen Fachlichkeiten und Zu-
gänge zu den Familien und Einrichtungen bei den zuständigen Fachämtern bleiben. Nach außen 
muss allerdings noch deutlicher werden, dass alle Projektaktivitäten über ein gemeinsames Dach 
verfügen. Für die Gesamtsteuerung wird daher eine dezernatsübergreifende Steuerungsgruppe 
eingerichtet, in der Ziele, Verfahren, Maßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit abgestimmt und festge-
legt werden. Die Abteilung 53.6 übernimmt dabei als Fachabteilung für Gesundheitsförderung  die 
Federführung. Zu beteiligen sind das Dezernat IV mit dem  Amt 40, das Dezernat V mit den Äm-
tern 51 und 53 und bei Bedarf auch die Gesundheitskonferenz, die zu diesen Themen arbeitet.  
 
Da der Beginn des Projektes „Kitas und Schulen bewegen“ unter Federführung von IV unmittelbar 
bevorsteht, verbleibt die Federführung für diese Aktivität weiter bei IV im Amt für Schule und Wei-
terbildung, Abteilung Volkshochschule, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, dies ins-
besondere vor dem Hintergrund der Kooperation mit Dritten wie der Bertelsmann Stiftung, dem 
Gemeindeunfallversicherungsverband und auch dem Schulministerium NRW. 
 
I.V. 
 
gez. 
Dr. Klein 
Stadträtin 
 
 
 
Anlagen: 
 
Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0029/2006 vom 14.08.2006

Beratungsverlauf (1)

08.11.2006 Hauptausschuss
TOP 2.7 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0700/2006
Typ
Vorlage
Datum
12.09.2006
Erstellt
06.10.2020 14:37