V/0896/2021
Angebot "Arbeitsdiagnostik und -erprobung" gem. § 16 SGB II i. V. m. § 32 SGB III und § 45 Abs. 1 SGB III
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Beschlussvorlage
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V/0896/2021 V/0896/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Angebot "Arbeitsdiagnostik und -erprobung" gem. § 16 SGB II i. V. m. § 32 SGB III und § 45 Abs. 1 SGB III Beratungsfolge 26.01.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Verwaltung wird beauftragt, das Angebot „Arbeitsdiagnostik und -erprobung“ gemäß § 16 SGB II i. V. m. § 32 SGB III und § 45 Abs. 1 SGB III für den Zeitraum vom 01.07.2022 bis 30.06.2023 (jeweils optional vom 01.07.2023 bis 30.06.2024 und vom 01.07.2024 bis 30.06.2025) im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung zu beschaffen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, - dass der Schätzwert der geplanten Beschaffung des Angebotes „Arbeitsdiagnostik und -erprobung“ unter der Wertgrenze in Höhe von 750.000,00 € liegt. - dass die Beschaffung über eine öffentliche Ausschreibung in einem nationalen Vergabeverfahren (UVgO) erfolgen wird. - dass das Angebot “Arbeitsdiagnostik und -erprobung“ zu ca. 96% aus dem Eingliederungstitel und zu ca. 4% (Erstattungen von Kosten für Gutachten) aus dem Verwaltungshaushalt finanziert wird. Der Verwaltungshaushalt wird zu 84,8% aus Bundesmitteln und zu 15,2% aus kommunalen Mitteln finanziert. Somit wird der kommunale Haushalt zu 0,6% belastet. - dass für die Haushaltsjahre 2022 und 2023 die Mittel im Eingliederungstitel und im Verwaltungshaushalt vorhanden sind. Für die folgenden Haushaltsjahre werden die Mittel für die o.g. Maßnahme reserviert. Jobcenter 21.12.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Robert T elefon:492-9182 Robert@stadt-muenster.de - 2 - V/0896/2021 Begründung: I. Zielgruppe und Bedarf Das Angebot richtet sich an erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit multiplen Vermittlungshemmnissen, insbesondere psychischen Erkrankungen. Im Rahmen des Angebotes soll die Leistungsfähigkeit und die berufliche Eignung der T eilnehmenden praktisch und psychologisch erfasst und festgestellt werden. Die Zahl der Kunden und Kundinnen mit multiplen Vermittlungshemmnissen, insbesondere mit psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen nimmt stetig zu. Oftmals ist in diesen Fällen unklar, inwieweit eine Beschäftigungsfähigkeit besteht und was der nächste Schritt in Arbeit sein kann. Um langfristig einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen, ist es daher zunächst notwendig, psychologisch zu diagnostizieren und praktisch in verschiedenen Arbeitsbereichen zu erproben, welches Leistungsvermögen vorhanden ist und welche (beruflichen) Anschlussperspektiven sich daraus ergeben. II. Angebotsziel Das Ziel des Angebotes „Arbeitsdiagnostik und -erprobung“ ist es, die Beschäftigungsfähigkeit von erwerbsfähigen Kunden und Kundinnen mit multiplen Vermittlungshemmnissen (insb. psychischen Erkrankungen) praktisch und psychologisch festzustellen und auf dieser Grundlage eine realistische Anschlussperspektive zu entwickeln. Nach dem erfolgreichen Absolvieren des geplanten Angebotes kennen die T eilnehmenden den Umfang ihrer Erwerbsfähigkeit und schätzen ihre Leistungsfähigkeit realistisch ein. Sie haben eine realistische Anschlussperspektive erarbeitet und entwickeln Aktivitäten zu deren Umsetzung. Sie haben das Empfinden, dass sich ihre Lebenszufriedenheit verbessert hat. III. Inhalt Die Angebotsdauer beträgt 12 Monate. Sie beginnt am 01.07.2022 und endet am 30.06.2023. Es besteht die Möglichkeit, das Angebot zweimal optional jeweils um 12 Monate zu verlängern. Der Zeitraum der 1. Optionsziehung beginnt am 01.07.2023 und endet am 30.06.2024 und der Zeitraum der 2. Optionsziehung beginnt am 01.07.2024 und endet am 30.06.2025. Das Angebot besteht aus 2 Modulen. Das Modul 1 „Erstberatung“ findet an zwei T erminen(à 90 Min.) statt und dient als Anbahnungs- und Orientierungsphase. Hier soll die aktuelle Lebenssituation der T eilnehmendenmöglichst exakt erfasst, mögliche Hemmnisse für einen erfolgreichen Angebotsverlauf erkannt und eine gemeinsame Zielformulierung festgelegt werden. Auch haben die T eilnehmenden bei der Erstberatung die Möglichkeit, das Angebot vor Ort näher kennen zu lernen. Es ist ein laufender Einstieg für max. 60 Erstberatungen vorgesehen. Im Rahmen von Modul 2 „Arbeitsdiagnostik und -erprobung“ geht es um eine praktische Erprobung in verschiedenen Arbeitsbereichen (z.B. Büro, Handwerk) und um eine eintägige, psychologische Eignungsdiagnostik, um Ausbildungsfähigkeit, Berufseignung oder Vermittlungsfähigkeit der T eilnehmendenfestzustellen. Um die T eilnahmeflexibel zu gestalten, kann die T eilnahmedauervon 2 bis 4 Monaten und der T eilnahmeumfangvon 2 bis 6 Stunden (à 60 Min.) täglich variieren. Während - 2 - V/0896/2021 des Angebotsverlaufes stehen 10 Plätze für T eilnehmende zur Verfügung, die einen laufenden Einstieg ermöglichen. Während der gesamten Angebotsteilnahme ist eine sozialpädagogische Begleitung vorgesehen. Fehlen T eilnehmendeunentschuldigt, sollen diese zu Hause aufgesucht und zur T eilnahmean dem Angebot motiviert werden. Bei Bedarf erhalten die T eilnehmenden auch Unterstützung bei der Stabilisierung ihrer Rahmenbedingungen. Zum Ende der individuellen T eilnahmesoll auf der Grundlage eines Stärken- und Schwächenprofils eine Aussage zur aktuellen Arbeitsfähigkeit vorgenommen und eine Empfehlung für mögliche Anschlussperspektiven abgegeben werden. Die T eilnehmenden sind bei Bedarf beim Übergang in Beschäftigung oder in weiterführende Anschlussangebote zu unterstützen. IV. Erfolgserwartung Die Bewertung des Erfolgs des geplanten Angebotes erfolgt anhand von folgenden Indikatoren: a) Anzahl der T eilnehmenden, die den Umfang ihrer Erwerbsfähigkeit kennen und ihr Leistungsspektrum realistisch einschätzen / Anzahl der Maßnahmeteilnehmenden b) Anzahl der T eilnehmenden,die eine realistische Anschlussperspektive erarbeitet und Aktivitäten zur Umsetzung entwickelt haben / Anzahl der Maßnahmeteilnehmenden c) Anzahl der T eilnehmenden, die eine Verbesserung ihrer Lebenslage empfinden / Anzahl der Maßnahmeteilnehmenden Das Jobcenter der Stadt Münster bewertet das geplante Angebot als erfolgreich, wenn die Quote zu a) bei 75 Prozent und die Quote zu b) bei 50 Prozent und die Quote zu c) bei 25 Prozent liegt. In Vertretung Gez. Cornelia Wilkens Stadträtin
Anlage A
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Anlage A zur V/0896/2021 Kurzüberblick Das Angebot „Arbeitsdiagnostik und -erprobung“ richtet sich an erwerbsfähige Leistungs- berechtigte mit multiplen Vermittlungshemmnissen, insbesondere psychischen Erkrankungen. Im Rahmen des Angebotes wird die Beschäftigungsfähigkeit der T eilnehmendenpraktisch in Arbeitsbereichen erprobt und psychologisch festgestellt, sodass auf dieser Grundlage eine realistische Anschlussperspektive entwickelt wird. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel verfolgt, den Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucher- schutz und Arbeitsförderung über das geplante arbeitsmarktpolitische Angebot „Arbeitsdiagnostik und -erprobung vor Ort“ gemäß § 16 SGB II i.V.m. § 32 SGB III und § 45 Abs.1 SGB III zu informieren. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung soll über den Bedarf der Beschaffung des geplanten arbeitsmarktpolitischen Angebotes entscheiden. Finanzierung Produktgruppe: 0501 Leistungen der Grundsicherung Das geplante arbeitsmarktpolitische Angebot wird zu ca. 90% aus dem Eingliederungstitel und zu ca. 10% aus dem Verwaltungshaushalt finanziert wird. Der Eingliederungstitel wird zu 100 % aus Bundesmitteln und der Verwaltungshaushalt zu 84,8 % aus Bundesmitteln und 15,2% aus kommunalen Mitteln finanziert. Somit wird der kommunale Haushalt zu 0,6% belastet. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Aufgabe beruht auf dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) in Verbindung mit dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Das geplante arbeitsmarktpolitische Angebot vom Jobcenter der Stadt Münster richtet sich an erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit multiplen Vermittlungshemmnissen, insbesondere psychischen Erkrankungen. Hiervon profitieren erwerbsfähige Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, einer Migrationsvorgeschichte oder einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0896/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.12.2021
- Erstellt
- 29.11.2021 14:50