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2929/2023

Mehrsprachiges Vermittlungsangebot des Museumsdienstes (Umsetzung Kulturentwicklungsplanung)

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 16.11.2023

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Beschlussvorlage Rat

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Beschlussvorlage Rat

10713 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VII/4522 
 
Vorlagen-Nummer 
 2929/2023 
Freigabedatum 
16.11.2023  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Mehrsprachiges Vermittlungsangebot des Museumsdienstes (Umsetzung 
Kulturentwicklungsplanung)  
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat der Stadt Köln beauftragt die Verwaltung mit dem Ausbau der mehrsprachigen Ver-
mittlungsangebote des Museumsdienstes in den Museen und im Outreach im Rahmen eines 
Projektes bis 2024. 
 
Der Rat beschließt gleichzeitig die für die Umsetzung der Maßnahme notwendigen überplan-
mäßigen Aufwendungen in Höhe von insgesamt 100.000 € (50.000 € p.a.) im Teilergebnisplan 
des Museumsdienstes in der Produktgruppe 0411 – Museumsdienst in der Teilplanzeile 13 – 
Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen in den Haushaltsjahren 2023 und 2024 im 
Haushaltsplan 2023/2024. Die Deckung erfolgt durch Wenigeraufwendungen in gleicher Höhe 
im Teilergebnisplan des Kulturamtes in der Produktgruppe 0416 – Kulturförderung in der Teil-
planzeile 13 – Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen jeweils in den Haushaltsjahren 
2023 und 2024. 
 
 
Ausschuss Kunst und Kultur 28.11.2023 
Finanzausschuss 04.12.2023 
Rat 07.12.2023

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen         € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            
% 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme  2023: 50.000 € 
     2024: 50.000 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            
% 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
Der Rat hat in seiner Sitzung am 4. April 2019 unter der Session-Nr. 0240/2019 die Kulturent-
wicklungsplanung (KEP) beschlossen. Weiterhin hat er die Verwaltung beauftragt, die dort be-
schriebenen Entwicklungsideen/Maßnahmen zu prüfen und unter dem Vorbehalt der haushalt-
rechtlichen Möglichkeiten umzusetzen. Für die Umsetzung ist ein Ratsbeschluss einzuholen. 
KEP-Grundsätze zu Diversity 
Entsprechend der beschlossenen Kulturentwicklungsplanung verfolgt der Museumsdienst in-
nerhalb des Leitprojekts „Museen, Menschen, Medien“ im Dialog mit den Einrichtungen in den 
nächsten fünf Jahren zwei Kernziele: nach innen das Ziel einer Entlastung der Museen durch 
die Übernahme von Serviceaufgaben an zentraler Stelle und nach außen die strategische Ge-
winnung und Bindung von neuen Publikumsschichten, vgl. Seite 15 des KEP. 
Zielorientierung KEP-Ziele 
Die zum Beschluss vorgelegte Maßnahme dient der Erreichung folgender in der Kulturent-
wicklungsplanung beschriebener Zielsetzungen

3 
1. Inklusion ist ein Menschenrecht. Sichtbare und unsichtbare Schwellen und Hindernisse 
abzubauen, besser noch ganz zu vermeiden. Eine Hoheitsaufgabe der Kultur. Anderen, 
nein allen Kulturen gegenüber und Menschen mit einschränkenden Lebensverhältnissen 
eine Brücke anzubieten zwischen Gleichheit und Verschiedenheit, vgl. Seite 25 des 
KEP. 
2. Ein Ausbau von kultureller Bildung bedingt die Schaffung einer tragfähigen Kommunika-
tionsstruktur für die Kunst- und Kulturakteure, die Definition von Standards, Qualifizie-
rung und Evaluation ebenso wie die Verankerung der kulturellen Bildung gleichermaßen 
in Kultur-, Bildungs-, Jugend-, Stadtentwicklungs- und Sozialpolitik und den Ansatz, kul-
turelle Bildung interkulturell und mit internationaler Vernetzung zu begreifen und umzu-
setzen, vgl. Seite 27 des KEP. 
3. Stärkung des Museumsdienstes Köln, der als führende Einrichtung der Museumspäda-
gogik in Deutschland mit jährlich tausenden von Veranstaltungsangeboten die Verant-
wortung übernimmt, dass über 80.000 Schüler*innen sowie die Stadtgesellschaft und 
darüber hinaus auch weitere Besucher*innen an der vielfältigen Programmpalette 
grundlegend partizipieren können, vgl. Seite 35 des KEP. 
4. Diversität: Inzwischen hat die Stadt Köln mit ihrem Diversity-Konzept die Teilhabe aller 
Bevölkerungsgruppen zum Ziel städtischen Handelns erklärt. Diese Kulturentwicklungs-
planung macht die Vielfalt der Gesellschaft zu einem Leitthema, vgl. Seite 44 des KEP. 
5. Die Öffnung der Kulturräume für alle Bürger*innen ist ein zentrales Ziel dieser Planung, 
vgl. Seite 45 des KEP. 
6. Kulturelle Bildung ist zu verstehen als lebenslanges Lernen, als „Werkstatt für Entwick-
lung und für Wissen“ sowie als „Ort von Diversity und Vielfalt“. Sie weckt Neugier auf 
das Andere, fördert den Respekt voreinander und vor anderen kulturellen Traditionen 
und stärkt so auch die eigene Identität, vgl. Seite 49 des KEP. 
7. Das Konzept soll den Anspruch haben, alle Teile der Bevölkerung zu erreichen und sie 
in die Lage zu versetzen, selbstbestimmt am kulturellen Leben teilzuhaben, vgl. Seite 50 
des KEP. 
8. Ausbau der Maßnahmen zur Erleichterung des Zugangs zu Kultur für alle Bevölke-
rungsteile, vgl. Seite 142 des KEP. 
9. Ausbau von niederschwelligen Angeboten für migrantische Communities, vgl. Seite 142 
des KEP. 
10. Verbesserung der finanziellen und personellen Ausstattung der kulturellen Bildung, vgl. 
Seite 142 des KEP. 
11. Intensivierung von Vermittlungsmaßnahmen in den Museen, vgl. Seite 143 des KEP. 
Nachfragesituation im Bereich herkunftssprachlicher Angebote 
Bereits seit mehreren Jahren baut der Museumsdienst sein mehrsprachiges Vermittlungsan-
gebot aus, um so einem möglichst großen Teil der Kölner Bevölkerung einen niedrigschwelli-
gen Zugang zur kulturellen Teilhabe zu ermöglichen.  
Die Entwicklung und die damit verbundene Nachfrage sind sehr dynamisch: 
Während der Coronapandemie umfasste das Angebot vier Sprachen, 2022 acht. Aufgrund der 
starken Nachfrage hat der Museumsdienst sein fremdsprachiges Vermittlungsangebot binnen 
Jahresfrist verdoppelt: von vier Museen in 2021 auf acht Museen in 2022.  
Das Angebot wird ergänzt um Veranstaltungen in Sprachen, die in einem inhaltlichen Bezug 
zu den Ausstellungen stehen, wie beispielsweise chinesischsprachige Führungen im Museum 
für Ostasiatische Kunst.

4 
Im Ergebnis ist die Zahl öffentlicher Veranstaltungen auf knapp 80 angewachsen, die der ge-
buchten Veranstaltungen auf 110.  
Nunmehr umfasst das Programm Veranstaltungen in arabischer, chinesischer, englischer, 
französischer, italienischer, kurdischer, polnischer, spanischer, türkischer und ukrainischer 
Sprache. 
Die Nachfrage übersteigt das Angebot. 
Projekt 
Ziel ist es, dieses Angebot in verschiedener Hinsicht sowohl fortzusetzen als auch auszu-
bauen, um den Bedarfen des Publikums nachkommen zu können. Um die Angebote passge-
nau planen und betreiben zu können, werden die Ausbaustufen über einen Zweijahreszeit-
raum projektiert. 
1. Fortsetzung und teilweise Verstärkung des bereits etablierten Angebots  
Die öffentlichen ukrainisch-deutschen Tandemführungen sind so stark nachgefragt, 
dass zusätzliche Termine angeboten werden sollen. 
2. Ausweitung auf weitere Museen  
Die polnischsprachigen Führungen im Museum Schnütgen beispielsweise werden über-
durchschnittlich gut angenommen und ziehen auch überregionale Besucher*innen an. 
Daher wird eine Ausweitung des Angebots auf weitere Häuser angestrebt. 
3. Etablierung weiterer Sprachen  
Veranstaltungen in italienischer und französischer Sprache sollen innerhalb des Muse-
umsverbundes ausgebaut werden, um den entsprechenden Communities ein diversifi-
ziertes Angebot zu machen. 
4. Ausbau des Angebots an deutsch-herkunftssprachlichen Tandemführungen 
Tandemführungen, die eine Führung auf Deutsch mit einer Verdolmetschung in eine 
weitere Sprache kombinieren, werden von den Teilnehmer*innen als besonders hilfreich 
für den Erwerb der deutschen Sprache erlebt wie Evaluationen ergeben haben. Auch 
eine Verzahnung mit dem sonstigen Angebot für Deutschlernende ist denkbar, um die 
diesbezügliche Expertise des Museumsdienstes für weitere Besucher*innen nutzbar zu 
machen. 
5. Binnendifferenzierung der Angebote 
Eine Differenzierung bspw. nach Altersgruppen - sowohl in der personalen Vermittlung 
als auch unter Einbeziehung digitaler Medien – ist notwendig, um adressatengerecht 
agieren zu können. 
6. Vernetzung mit den Zielgruppen 
Das bestehende Angebot soll gezielter in Richtung der Sprachcommunities adressiert 
werden.  
7. Entwicklung neuer und Ausbau bestehender digitaler Angebote 
Digitale Angebote sollen die personale Vermittlung ergänzen. Sie ermöglichen die Teil-
habe am Angebot der Museen unabhängig von festen Terminen. Zudem sind sie flexibel 
mit neuen Inhalten zu hinterlegen und zeichnen sich durch Nachhaltigkeit aus, da sie - 
einmal etabliert - langfristig nutzbar sind. 
8. Etablierung und Verstetigung 
Das direkt nach Ende der Pandemie einsetzende herkunftssprachliche Programm und

5 
die digital ergänzenden Maßnahmen sind in kürzester Zeit erstellt und angeboten wor-
den, in Teilen konnte eine Finanzierung aus ausgefallenen Maßnahmen realisiert wer-
den. Das nun gestartete Projekt soll eine Bewertung ermöglichen, welche Maßnahmen 
in welchem Umfang dauerhaft in das Portfolio des Museumsdienstes aufgenommen 
werden sollten. Gleichzeitig müssen die hierzu notwendigen Ressourcen beziffert und 
sichergestellt werden. 
9. Mittelverwendung 
Die Mittel werden benötigt für eine extern zu beauftragende Projektleitung auf Honorar-
basis, für Honorare der freiberuflich Mitarbeitenden in der Umsetzung, für Materialkos-
ten und die technische Umsetzung sowie für eine spezifische, die zusätzlichen / neuen 
Zielgruppen adressierende Öffentlichkeitsarbeit.  
Ein schnellstmöglicher Projektbeginn ermöglicht einen interpersonellen Wissenstransfer 
und die nahtlose Anbindung an bestehende Prozesse. 
Finanzierung: 
Die zur Finanzierung der Maßnahme benötigten Mittel in Höhe von insgesamt 100.000 € 
(50.000 € p.a.) stehen im Teilergebnisplan des Kulturamtes in der Produktgruppe 0416 - Kul-
turförderung in der Teilplanzeile 13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen in den 
Haushaltsjahren 2023 und 2024 im Haushaltsplan 2023/2024 zur Verfügung und werden im 
jeweils aktuellen Haushalsjahr zur Bewirtschaftung durch die Fachdienststelle in den Teiler-
gebnisplan des Museumsdienstes in die Produktgruppe 0411 - Museumsdienst in die Teilplan-
zeile 13 – Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen umgeschichtet.

Beratungsverlauf (3)

28.11.2023 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 4.18 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
04.12.2023 Finanzausschuss
TOP 10.36 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
07.12.2023 Rat
TOP 10.9 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2929/2023
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
16.11.2023
Erstellt
08.09.2023 14:35