1080/2019
Stadtstrategie "Kölner Perspektiven" Zielgerüst
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/15/1 15/1 Vorlagen-Nummer 21.03.2019 1080/2019 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 28.03.2019 Stadtstrategie "Kölner Perspektiven" Zielgerüst Zielgerüst für die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ – Entwurf liegt vor. Mit dem Zielgerüst für die „Kölner Perspektiven 2030“ liegt das Ergebnis einer intensiven verwal- tungsinternen Arbeitsphase vor. Es bildet einen wichtigen Meilenstein für die Erarbeitung der Stadt- strategie, mit der die Verwaltung durch den Ratsbeschluss vom 11.07.2017 beauftragt wurde. Das Zielgerüst dient als zentrale Grundlage für die weitere Diskussion in der Politik und Öffentlichkeit. Ei- ne detaillierte Darstellung ist der Anlage zu entnehmen. Das Zielgerüst besteht aus fünf thematischen Leitsätzen. Jeder Leitsatz wird durch mehrere Ziele konkretisiert. Die Leitsätze und Ziele sind eine Synthese aus den Arbeitsergebnissen von vier dezer- natsübergreifenden Teams und dem Input aus den Stadtgesprächen. Bei der Synthese wurden die sustainable development goals (SDGs) der Vereinten Nationen, die Inhalte der Leipzig Charta zur nachhaltigen Stadtentwicklung und Trends der Stadtentwicklung integriert. Das Zielgerüst ist Teil der ersten themenorientierten Betrachtungsebene, der sogenannten „360-Grad-Perspektive“. Der Fokus der zweiten Betrachtungsebene wird verstärkt auf der räumlichen Perspektive liegen (vgl. Anlage). Hintergrund Die Stadt Köln steht in den kommenden Jahren vor vielfältigen Veränderungen: Bevölkerungswachs- tum, Veränderungen in der Altersstruktur, Klimawandel und Klimaschutz, veränderte Mobilitätsbe- dürfnisse, Digitalisierung sowie wirtschaftlicher Wandel sind nur einige Herausforderungen, die sich für die Stadtentwicklung ergeben. Um die damit verbundenen Chancen frühzeitig einzuschätzen, für Köln zu nutzen und die Wechselwirkungen mit anderen Entwicklungstrends in ihren Konsequenzen für das städtische Handeln aufzuzeigen, wird eine integrierte Stadtstrategie unter dem Titel „Kölner Perspektiven 2030“ mit einem konsistenten Zielgerüst und einem räumlichen Leitbild erarbeitet. Seit Juni 2017 erarbeiteten unter Federführung der Stabstelle Strategische Stadtentwicklung 39 Fach- ämter und –dienststellen dezernatsübergreifend in vier interdisziplinären Teams zu den Handlungs- feldern Urbanes Köln, Produktives Köln, Vernetztes Köln und Offenes Köln eine Standortbestimmung sowie SWOT-Analysen und identifizierten Kernthemen. In einem gemeinsamen Statusbericht haben die vier Teams eine umfangreiche Gesamtschau der vorhandenen sektoralen Planungen und Kon- zepte der verschiedenen Dezernate zusammengestellt, die als verwaltungsinternes Arbeitsinstrument und Orientierungshilfe zur strategischen Arbeit der Stadtverwaltung Köln dient. Parallel wurden von Oktober 2017 bis Dezember 2018 die Bürgerinnen und Bürger, auf Einladung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, durch Stadtgespräche in den neun Kölner Stadtbezirken bereits aktiv in den Prozess „Kölner Perspektiven 2030“ eingebunden (vgl. https://www.stadt- koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/koelner-perspektiven-2030/koelner-perspektiven- 2030-stadtgespraeche). Die Themenbereiche Gesundheit, Mobilität, Wohnen und Zusammenleben wurden von der Bevölkerung als die wichtigsten Zukunftsthemen für Köln benannt. Mit dem Ratsbeschluss vom 11.07.2017 war auch der Auftrag an die Verwaltung verbunden, über ein europaweites Vergabeverfahren eine externe Unterstützung für den Prozess (v.a. für Beteiligung, Prozessbegleitung, Erarbeitung räumliches Leitbild) zu finden. Seit Juli 2018 ist eine Arbeitsgemein- schaft (Arge) aus Urbanista aus Hamburg, ASTOC aus Köln und dem Bureau für Raumentwicklung 2 aus Zürich beauftragt. Die Arge hat als Synthese der erarbeiteten Ergebnisse fünf Leitsätze mit dazugehörigen Zielen formu- liert. Das Zielgerüst wurde am 12.03.2019 durch den Verwaltungsvorstand bestätigt. Ausblick / weiteres Vorgehen Zur Einbindung der Öffentlichkeit sind zwei so genannte Zukunftsforen geplant. Beim ersten Zukunfts- forum am 25.05.2019 soll das Zielgerüst vorgestellt werden und als Grundlage zur weiteren Diskus- sion dienen. Im Vorfeld werden Fachgespräche für die Politik angeboten. Ein weiteres Zukunftsforum ist für Oktober 2019 geplant. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der räum- lichen Betrachtungsebene und der Diskussion des räumlichen Leitbildes. Ziel für das Jahr 2019 ist es, einen abgestimmten Entwurf der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ einschließlich Raumstra- tegien, Handlungsempfehlungen und Empfehlungen für Schlüsselprojekte abzuschließen. Sobald die finanziellen Auswirkungen der Stadtstrategie feststehen, müssen sie in die Hpl.-Planungen aufgenommen werden. Gez. Greitemann
20190318_Anlage Zielgerüst_end
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1 Anlage Zielgerüst Stadtentwicklungsausschuss 28.03.2019 Stand: 18.03.2019 2 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ Die Stadt Köln steht in den kommenden Jahren vor vielfältigen Veränderungen: Bevölkerungswachstum, Veränderungen in der Altersstruktur, Klimawandel und Klimaschutz, veränderte Mobilitätsbedürfnisse, Digitalisierung sowie wirtschaftlicher Wandel sind nur einige Herausforderungen, die sich für die Stadtentwicklung ergeben. Die zentrale Fragestellung, die sich aus diesen Herausforderungen ergibt, lautet „Wie wollen wir in Köln in 2030 leben?“ Insbesondere das Thema der wachsenden Stadt ist umfassend präsent. Es bedarf daher einer integrierten und dezernatsübergreifenden Betrachtung, um Köln dauerhaft zukunftsorientiert und attraktiv zu gestalten. Durch die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ wird es möglich, Chancen zu erkennen und zu nutzen und Vision und konkrete Zukunftsstrategien für Köln zu entwickeln. Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030" – Zielgerüst Das nun vorliegende Zielgerüst für die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ bildet einen wichtigen Meilenstein und soll als Grundlage für die weitere Diskussion in Politik und Stadtgesellschaft dienen. Im Folgenden werden Aufbau und Herleitung erläutert, eine detaillierte Beschreibung des Zielgerüstes erfolgt auf den Seiten 5 bis 7. Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ setzt sich aus zwei wesentlichen Bausteinen zusammen: der 360-Grad-Perspektive und der räumlichen Betrachtungsebene. Zur 360-Grad- Perspektive zählen das hier vorgestellte Zielgerüst sowie die in einem späteren Schritt daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen (siehe Abbildung Seite 5). Das Zielgerüst umfasst alle Themenfelder der Stadtpolitik, die für die Entwicklung Kölns von Relevanz sind. Als Grundlage für diese Gesamtschau dienten vier umfassende Quellen: Eine verwaltungsinterne Standortbestimmung, die einerseits die strategischen Konzepte der Stadtverwaltung bündelt und andererseits Kernthemen identifiziert und über Chancen- Risiken-Analysen (SWOT-Analysen) bewertet. Dafür hat die Verwaltung seit Juni 2017 in vier thematischen Teams („Urbanes Köln", „Offenes Köln", „Vernetztes Köln" und „Produktives Köln") mit insgesamt 39 Fachämtern und -dienststellen dezernatsübergreifend zusammengearbeitet. Übergeordnete Regelwerke und Vereinbarungen, zu denen sich die Stadt Köln bekennt, wie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) oder die „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt". Erste Eingaben und Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger, die auf Einladung von Frau Oberbürgermeisterin Reker im Rahmen der Stadtgespräche in den neun Kölner Stadtbezirken zwischen Oktober 2017 und Dezember 2018 aktiv eingebunden wurden (vgl. https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/koelner-perspektiven- 2030/koelner-perspektiven-2030-stadtgespraeche). Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Nachdenken über die Stadt von übermorgen“, das unter Federführung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) untersucht, wie aktuelle Trends der Stadtentwicklung auf das „System Stadt" langfristig wirken können. 3 Aufbau und Herleitung des Zielgerüstes Grundlage des Zielgerüstes der „Kölner Perspektiven 2030" sind fünf Leitsätze zu zentralen Handlungsfeldern der Stadtentwicklung, die sich als Ergebnis der bisherigen Analysen und fachlichen Dialoge formulieren lassen. Die Leitsätze sind nicht sektoral orientiert, sondern beschreiben fachbereichsübergreifende Zielrichtungen und bilden die qualitativen Leitplanken für die Kölner Stadtentwicklung der kommenden Jahre. Im vorliegenden Zielgerüst wurde aus jedem der vier thematischen Handlungsfelder („Urbanes Köln", „Offenes Köln", „Vernetztes Köln" und „Produktives Köln") ein Leitsatz abgeleitet. Aufgrund der großen Bedeutung des Bereiches Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz wurde ein fünfter Leitsatz mit entsprechenden Zielen ergänzt. Jedem der fünf Leitsätze sind wiederum mehrere Ziele zugeordnet, die die übergeordneten Leitsätze konkretisieren (siehe Seiten 6 und 7). Mit dem Beschluss vom 11.07.2017 hat der Rat die Verwaltung beauftragt die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ zu erarbeiten. In diesem Zuge wurden entsprechend der vier Handlungsfelder vier thematische Teams eingerichtet („Urbanes Köln", „Produktives Köln", „Vernetztes Köln" und „Offenes Köln"), die als ersten Meilenstein einen Statusbericht erarbeitet haben, der die strategischen Programme, Konzepte und Projekte zusammenfasst. Darüber hinaus wurden Kernthemen der Stadt identifiziert und zu den Inhalten jedes Statusberichts die jeweiligen Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) herausgearbeitet. Seit Juli 2018 wird das federführende Amt für Stadtentwicklung und Statistik durch eine externe Arbeitsgemeinschaft (Arge) aus den Büros urbanista (Hamburg), ASTOC (Köln) und Bureau für Raumentwicklung (Zürich) unterstützt. Aufbauend auf den vorliegenden Ergebnissen und Rahmenbedingungen aus den zugrundeliegenden Quellen (vgl. Seite 2) wurde das Zielgerüst – bestehend aus Leitsätzen und Zielen – für die zukünftige Stadtentwicklung Kölns erarbeitet. Dieses Zielgerüst wurde vom Verwaltungsvorstand in der Klausurtagung am 25.01.19 diskutiert und ergänzt und in überarbeiteter Version am 12.03.2019 bestätigt. Räumliche Betrachtungsebene Neben der 360-Grad-Perspektive ist die räumliche Betrachtungsebene der zweite wesentliche Baustein der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“. Parallel zur Entwicklung des Zielgerüstes wird eine räumliche Analyse erarbeitet und auf das Zielgerüst angewandt. Im Zusammenspiel der räumlichen Analyse mit den definierten Leitsätzen und Zielen werden Raumstrategien, Handlungsempfehlungen und Empfehlungen für Schlüsselprojekte erarbeitet, die stadträumlich wirksam sind und verortet werden können. Zudem werden thematische Raumbilder zu den übergeordneten Themen entwickelt, in denen u.a. die Siedlungsentwicklung, die Gewerbe- und Wirtschaftsentwicklung, Grün- und Freiraumentwicklung, die Mobilität sowie Zukunftsräume dargestellt werden. Die Raumfokussierung ist wichtig, da sich in einer wachsenden Stadt wie Köln die meisten Reibungen zwischen unterschiedlichen Feldern der Stadtpolitik auf der Ebene des Raumes abbilden und folglich hier auch Zielkonflikte gelöst werden können. 4 Bis Ende 2019 werden für die erarbeiteten Zukunftsräume erste Schlüsselprojekte konzipiert, die in einem ab 2020 beginnenden Qualifizierungsprozess weiter geschärft werden sollen. Die stadträumlich wirksamen Schlüsselprojekte werden inhaltlich definiert und die Operationalisierung vorgedacht (Welche Akteure und Ressourcen werden benötigt? Wie kann der Zeitplan aussehen? Wer sollte das Projekt verantworten und steuern?). 5 6 Leitsatz 1: Köln sorgt für kompakte und lebenswerte Quartiere. 1.1 Köln steuert seine Entwicklung aktiv im Einklang mit leistungsfähigen Mobilitätsangeboten und starken Zentren. 1.2 Köln geht mit der knappen Ressource „Fläche“ sorgfältig um. 1.3 Köln sichert und entwickelt seine Veedel zu Zentren des gemeinschaftlichen Lebens. 1.4 Köln sorgt für attraktive Parks, Plätze, Straßen und sichere öffentliche Räume. 1.5 Köln entwickelt seine Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen bedarfsgerecht. Leitsatz 2: Köln schafft Raum für eine dynamische Wirtschaft und für vielfältige Arbeitswelten. 2.1 Köln stärkt seinen breiten Wirtschafts-Mix. 2.2 Köln baut seine Position als führende Wissenschaftsstadt aus. 2.3 Köln entwickelt gewerbliche und industrielle Standorte mit klarem, inhaltlichem Profil. 2.4 Köln entwickelt Räume und Strukturen für die Kultur- und Kreativwirtschaft. 2.5 Köln optimiert die Flächennutzung der Industrie- und Gewerbegebiete und verbessert ihre Erreichbarkeit. 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt. Leitsatz 3: Köln sorgt für Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe. 3.1 Köln fördert die Vielfalt in den Stadtteilen. 3.2 Köln sorgt für bezahlbaren Wohnraum und vielfältige Wohnformen. 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine Inklusive Gesellschaft ein. 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt. 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung. 7 Leitsatz 4: Köln stärkt seine Rolle als vielfältig vernetzte Metropole. 4.1 Köln entwickelt seine Mobilitätsangebote gemeinsam mit der Region innovativ und umweltverträglich weiter und stärkt den öffentlichen Nahverkehr. 4.2 Köln schafft mehr Raum für Rad- und Fußverkehr. 4.3 Köln stärkt sein grünes Freiraumnetz und entwickelt es in die Region weiter. 4.4 Köln stärkt seine Rolle als Vorreiter in der Digitalisierung. 4.5 Köln stärkt die regionale Kooperation und die internationale Zusammenarbeit. Leitsatz 5: Köln wächst klimagerecht und umweltfreundlich und sorgt für gesunde Lebensverhältnisse. 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport. 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen. 5.3 Köln betreibt aktiv Klimaschutz und Klimaanpassung in der Stadtentwicklung. 5.4 Köln reduziert seine CO2 – Emissionen und sorgt für bessere Luftqualität. 5.5 Köln stärkt regionale Wertschöpfungsketten und nachhaltige Stoffkreisläufe.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1080/2019
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 21.03.2019
- Erstellt
- 19.03.2019 13:51