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1923/2020

Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030+"

Mitteilung Ausschuss 19.08.2020

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Nächste Beratung: Stadtentwicklungsausschuss, Sitzung am 03.09.2020, TOP 17.12

Mitteilung Ausschuss

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Ansehen

Anlage1_Stadtstrategie_KoelnerPerspektiven2030+

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Ansehen

Mitteilung Ausschuss

7034 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/15/15/1 
 
Vorlagen-Nummer 11.08.2020 
 1923/2020 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Stadtentwicklungsausschuss 03.09.2020 
 
Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030+" 
Konzept der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030+" liegt vor 
Nach intensiver verwaltungsinterner Arbeit wie auch umfassender Beteiligung von Bürgerschaft und 
Fachöffentlichkeit ist das Konzept der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ fertiggestellt und 
wird dem Stadtentwicklungsausschuss mit dieser Mitteilung vorgestellt (s. Anlage).  
Die Stadtstrategie stellt zwei Betrachtungsebenen in den Fokus, die die Zukunftsthemen Kölns mit 
der Raumentwicklung verbinden. Dieser sogenannte „Kölner Weg“ bildet somit eine ganzheitliche 
Grundlage für die Kölner Stadtentwicklung der kommenden Jahre und beinhaltet folgende Bausteine:  
 Die „360-Grad-Perspektive“ adressiert alle relevanten Handlungsfelder der Kölner Stadtent-
wicklung und formuliert 5 zentrale Leitzsätze, denen insgesamt 27 Ziele zugeordnet sind. 
 Die „Stadträumliche Perspektive“ übersetzt dieses Zielgerüst in 5 Zielkarten zu den Themen 
Wohnen, Wirtschaft, Soziales, Mobilität, Grün & Klima.  
 10 Vorschläge zu Handlungsempfehlungen verbinden die beiden Perspektiven miteinander 
und operationalisieren sie.  
Die „Kölner Perspektiven 2030+“ berücksichtigen bestehende (Fach-) Konzepte und Planungsansät-
ze und formulieren die zentralen strategischen Stoßrichtungen. Als Kompass bilden sie den Rahmen 
für die künftige Stadtentwicklung Kölns, der durch konkrete Konzepte und Planungen ausgefüllt und 
operationalisiert wird. Es ist geplant, die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ dem Rat 2021 
zur Beschlussfassung vorzulegen.  
Anlass und Ratsauftrag 
Die Stadt Köln steht in den kommenden Jahren vor vielfältigen Veränderungen: Bevölkerungswachs-
tum, Veränderungen in der Altersstruktur, Klimawandel und Klimaschutz, veränderte Mobilitätsbe-
dürfnisse, Digitalisierung sowie wirtschaftlicher Wandel sind nur einige Herausforderungen, die sich 
für die Stadtentwicklung ergeben.  
Daher hat der Rat am 11.07.2017 (Vorlagen-Nr. 1331/2017) die Verwaltung beauftragt, die Stadtstra-
tegie als zentrale Grundlage für eine zukunftsgerichtete, strategische und nachhaltige Stadtentwick-
lung zu erarbeiten. Dazu wurde eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus drei Büros (Urbanista aus 
Hamburg, ASTOC aus Köln und dem Bureau für Raumentwicklung aus Zürich) beauftragt, die in ei-
nem integrierten Prozess gemeinsam mit über 40 Fachämtern und Dienststellen der Kölner Stadtver-
waltung die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ erarbeitet haben. 
Durch die Corona-Pandemie sind neue Herausforderungen entstanden. Eine nachhaltige und damit 
zugleich resiliente Stadtentwicklung als Antwort auf diese Herausforderungen ist dringender denn je 
gefragt. Mit den „Kölner Perspektiven 2030+“, die u. a. auf der Leipzig Charta zur nachhaltigen euro-
päischen Stadt und den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDG) basieren, bekommt 
Köln das notwendige strategische Instrument.

2 
 
Vorbereitungs-, Bearbeitungs- und Erörterungsphase 
Seit Mitte 2017 erarbeiteten unter Federführung der Stabstelle Strategische Stadtentwicklung über 40 
Fachämter und Dienststellen dezernatsübergreifend in vier interdisziplinären Teams in den Hand-
lungsfeldern Urbanes Köln, Produktives Köln, Vernetztes Köln und Offenes Köln. Meilensteine dieser 
Zusammenarbeit bildeten die Bündelung bestehender strategischer Konzepte und Programme in 
Form eines verwaltungsinternen Statusberichtes, die Identifizierung von Kernthemen der Kölner 
Stadtentwicklung und die Analyse von Stärken und Schwächen.  
Mitte 2018 begann die Zusammenarbeit der thematischen Teams mit der externen Arbeitsgemein-
schaft (ARGE). Ein Schwerpunkt lag hier vor allem in der 360-Grad-Perspektive und der Entwicklung 
des Zielgerüstes. Darüber hinaus wurden planerische Grundlagen in Form von Grundlagenkarten 
erarbeitet und strategische Aussagen für  die Stadträumlichen Perspektive in Form von Zielkarten 
entwickelt. Als verbindendes Element zwischen den beiden Perspektiven diskutierten und erarbeite-
ten die vier thematischen Teams Vorschläge für Handlungsempfehlungen. Die Bearbeitungsphase 
schloss mit dem ersten verwaltungsinternen Entwurf der Stadtstrategie im Dezember 2019. 
Das erste Halbjahr 2020 widmete sich der Erörterung der Stadträumlichen Perspektiven, insbesonde-
re der Konkretisierung der Zielkarten. Die Erörterung fand mit den strategisch und räumlich arbeiten-
den Fachämtern und Dienststellen statt.  
Der Verwaltungsvorstand der Stadt Köln hat in zwei Klausurtagungen 2017 und 2019 über die 
Zielausrichtung der Kölner Stadtentwicklung diskutiert. Zudem fanden mehrere Diskussions- und In-
formationsrunden zu den wichtigsten Meilensteinen der Stadtstrategie im Verwaltungsvorstand statt. 
Beteiligung und Information 
Die verwaltungsinternen Arbeitsergebnisse bildeten die Grundlage für intensive öffentliche Diskussio-
nen mit der Kölner Stadtgesellschaft, der Fachöffentlichkeit und der Politik.  
Bereits 2017/2018 hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit den Stadtgesprächen Bürgerinnen 
und Bürger zur Diskussion der Frage „Wir wollen wir in 2030 in Köln leben?“ in allen neun Stadtbezir-
ken eingeladen. Dabei wurden die wichtigsten Themen für die Gesamtstadt und den jeweiligen Bezirk 
gesammelt.  
Ergänzend dazu fanden in 2019, ebenfalls auf Einladung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, 
zwei Zukunftsforen (25.05. und 09.11.2019) im Historischen Rathaus statt. Das 1. Zukunftsforum 
stellte das Zielgerüst der 360-Grad-Perpspektive zur Diskussion und wurde dort von den Bürgerinnen 
und Bürgern und der Fachöffentlichkeit im Kern bestätigt. Beim 2. Zukunftsforum wurden die räumli-
chen Ansätze der Stadträumliche Perspektive diskutiert, konkretisiert und erweitert. Die Zukunftsforen 
wurden jeweils durch Online-Dialoge ergänzt. Das 3. Zukunftsforum, das aufgrund der Corona-
Pandemie digital stattfand, widmete sich im Juni 2020 den strategischen Empfehlungen der Zielkarten 
und deren Gewichtung.  
Der Stadtentwicklungsausschuss wurde durch mehrere Mitteilungen am 28.03.2019 (1080/2019), 
30.01.2020 (0122/2020) und 28.05.2020 (1511/2020) sowie über das Politische Begleitgremium über 
den Prozess informiert.  
Weiteres Vorgehen 
Für die Umsetzung der Stadtstrategie auf Verwaltungsebene wird ein Stadtentwicklungsteam einge-
richtet (siehe Mitteilung Stadtentwicklungsausschuss 28.05.2020 (1511/2020)). Dieses arbeitet vor 
allem an der Konkretisierung der Vorschläge für Handlungsempfehlungen und leitet daraus Schlüs-
selprojekte ab.  
Die vorliegende Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ wird 2021 in den Rat eingebracht und soll 
dort als Kompass der zukünftigen Stadtentwicklung Kölns beschlossen werden. Das politische Be-
gleitgremium (Vgl. Vorlage 1429/2019) soll den Beschlusslauf und die Umsetzung der Stadtstrategie 
ab 2021 weiter begleiten. 
 
gez. Greitemann 
 
 
Anlage

Anlage1_Stadtstrategie_KoelnerPerspektiven2030+

360323 Zeichen

e OberbürgeDi rmeisterin 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Stadtstrategie 
„Kölner Perspektiven 2030+“

Stadtstrategie 
„Kölner Perspektiven 2030+“

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
 Vorwort 
Vorwort 
Wie wollen wir in Köln 2030 leben? Die Stadtstrategie  
„Kölner Perspektiven 2030+“ macht Köln zukunftsfähig. 
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, 
das Jahr 2020 brachte schlagartige Verän­
derungen mit sich, die wir Kölnerinnen und 
Kölner tagtäglich spüren. Fast jeder Lebens­
bereich ist davon betroffen. Voraussagen für 
die Zukunft scheinen schwieriger als zuvor. 
Mit der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 
2030+“ sind wir in den letzten Jahren intensiv 
der Frage nachgegangen, wie wir im Jahr 2030 
in Köln leben wollen. Und trotz der veränder­
ten Rahmenbedingungen gibt die Stadtstrate­
gie nach wie vor die richtigen Antworten auf 
diese Frage. 
Die „Kölner Perspektiven 2030+“ verfolgen 
eine nachhaltige Stadtentwicklung, die wir 
dringender denn je brauchen. Eine nachhaltige 
Stadt ist krisenresistent, gesund und lebens­
wert. Köln soll und wird auch weiterhin eine 
attraktive wachsende Metropole sein. Nun gilt 
es, die kreativen Entwicklungen, die aus der 
Corona­Krise entstanden sind, aufzunehmen. 
Denn den großen Ideenreichtum der letzten 
Monate und die Bereitschaft für Veränderung 
können wir positiv nutzen und unsere dringen­
den Themen angehen. 
Wir müssen uns um die Mobilität kümmern, 
Wohnraum schaffen und die Bedürfnisse einer 
älter werdenden Stadtgesellschaft berücksich­
tigen. Mit aller Kraft müssen wir dem Klima­
wandel gegensteuern und die Stadt auf Kurs 
in Richtung Klimaneutralität bringen. Dafür 
brauchen wir starke Partnerinnen und Partner 
aus Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung, 
die ihre Kräfte bündeln, Verantwortung über­
nehmen und Entwicklungen vorantreiben. 
4

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorwort 
 Die integrierte Betrachtungsweise, die in der 
Stadtstrategie hinterlegt ist, gibt uns hierf
ür 
die Richtung vor. Dabei berücksichtigt sie be­
sonders wichtige internationale und nationale 
Rahmenbedingungen wie die „Sustainable 
Development Goals“ (SDG) der Vereinten Na­
tionen und die Leipzig Charta zur nachhaltigen 
Stadtentwicklung. 
Für die Kölner Stadtentwicklung heißt das, 
dass viele Themen parallel und zeitgleich 
zusammen bearbeitet werden müssen. Und 
genau das haben wir bei der Erstellung der 
Stadtstrategie getan. 
Wichtig ist mir vor allem eine Erkenntnis:  
Eine einseitige Fachsicht ist langfristig zu kurz 
gedacht. Viel zielführender sind thematische 
Vernetzungen und der Austausch unter allen 
Beteiligten, also eine integrierte Arbeitsweise. 
Und genau diese praktizieren wir auf allen 
Ebenen: in der Stadtstrategie, mit der Verwal­
tungsreform und im Verwaltungsvorstand. 
Ich bedanke mich herzlich bei allen, die an der 
Erstellung der Stadtstrategie „Kölner Perspek­
tiven 2030+“ mitgewirkt haben. 
Ihre 
Henriette Reker 
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln 
Köln, August 2020 
5

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
 
 
 
Einleitung 
Darum braucht Köln eine Stadtstrategie! 
Mit der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 
2030+“ ist es meinem Dezernat für Stadt­
entwicklung, Planen, Bauen und Wirtschaft 
gemeinsam mit den Dezernaten, Fachämtern 
und Dienststellen der Stadtverwaltung gelun­
gen, einen Kompass für die Zukunft Kölns zu 
entwickeln. Hier steht im Fokus, dass wir die 
Chancen für Köln erkennen und nutzen und 
somit eine gemeinsame Vision und konkrete 
Zukunftsstrategien für unsere Stadt entwi­
ckeln. 
Dieses besondere Jahr 2020 hat durch die 
Corona­Pandemie gezeigt, wie wichtig in der 
Krise eine agile Verwaltung und eine strate­
gische Ausrichtung für die Stadtentwicklung 
sind. Gemeinsam ist es gelungen, die Folgen 
der Pandemie für die Gesundheit der Kölne­
rinnen und Kölner einzugrenzen. Noch nicht 
absehbar sind die Auswirkungen auf die wirt­
schaftliche Entwicklung, doch es haben sich 
schon Eckpfeiler gezeigt, die für eine nach­
haltige und resiliente, also robuste Stadt, von 
besonderer Bedeutung sind: 
– unsere gemischten Quartiere mit ihrem de­
zentralen Angebot der Nahversorgung und
einer lebendigen Nachbarschaft,
– unsere Plätze, Gärten und Parks als Orte für
Freizeit und Erholung sowie
– eine gemischte Wirtschaftsstruktur mit
einem ausgeprägten Branchenmix, um un­
seren vielfältigen Arbeitsmarkt langfristig
zu sichern.
Für die fruchtbare Zusammenarbeit innerhalb 
der Verwaltung möchte ich mich herzlich 
bei allen Mitwirkenden bedanken. Nicht nur 
die fachliche Kooperation und die Diskussi­
onen der Kolleginnen und Kollegen in den 
thematischen Teams, sondern auch der rege 
Austausch im Verwaltungsvorstand haben 
dazu geführt, dass wir die wichtigen Themen 
herausgearbeitet haben. Diese können wir nun 
zielgerichtet angehen. Auch die Diskussionen 
mit der Bürgerschaft, Fachöffentlichkeit und 
Politik, die wir in zwei Zukunftsforen im Mai 
6 
Einleitung

und November 2019 und einem digitalen Zu­
kunftsforum im Juni 2020 führten, h
aben die 
Ziele bestätigt. 
Die kommenden Herausforderungen ver­
pfichten uns, dass wir gemeinsame Ziele und 
Prioritäten vereinbaren. Dieser Anspruch ist 
nicht konfiktfrei. Insbesondere, wenn es um 
die Nutzung von Flächen geht, gibt es Konkur­
renzen. Die Stadtstrategie „Kölner Perspekti­
ven 2030+“ stellt diese Konfikte offen dar und 
zeigt Handlungsperspektiven auf. Wir haben 
sogenannte Zukunftsräume identifziert, die 
eine wichtige Bedeutung für Köln haben und 
die Möglichkeiten bieten, modellhaft zu arbei­
ten und neue Entwicklungsmöglichkeiten zu 
entwerfen. 
Bei all dem ist klar: Wir können und wollen 
kein statisches Zielbild zeichnen, sondern die 
Grundlage für einen weiteren Prozess legen. 
Ein Prozess, der immer wieder auf das Zielbild 
referenziert, konkrete Umsetzungsschritte 
aufzeigt und überprüft wird. Innerhalb der 
Verwaltung dient dafür das neu eingerichte­
te Stadtentwicklungsteam, das neben dem 
räumlichen Zielbild intensiv die Vorschläge 
für Handlungsempfehlungen weiter konkreti­
sieren wird. Und natürlich haben wir auch die 
Aufgabe, weitere Akteurinnen und Akteure in 
diese Entwicklungen einzubinden. Ich freue 
mich auf eine zukunftsorientierte Stadtent­
wicklung! 
Ihr 
Markus Greitemann 
Beigeordneter für Stadtentwicklung,  
Planen, Bauen und Wirtschaft 
Köln, August 2020 
7 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Einleitung

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
   
  
  
  
 
  
  
  
  
  
  
  
  
 
  
  
 
 
 
  
Inhalt 
10 Kurzfassung
 18 Die „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Eine Stadtstrategie 
20 Darum braucht Köln eine Stadt­
strategie 
24 Aufbau und Entwicklung der 
Stadtstrategie 
38 Ein Glossar für die Stadtstrategie 
44 Die 360­Grad­Perspektive 
46 Rahmenbedingungen, Entwicklungs­
trends, Aufgaben und Herausforderun­
gen für Kölns Zukunft 
48 Die Sustainable Development Goals 
Die Nachhaltigkeitsziele der UN im 
Bezug zur Stadt Köln 
52 Die Ziele der Leipzig Charta 
Darstellung der Werte der nach­
haltigen Stadtentwicklung 
56 Die Trends von übermorgen 
Ein Überblick über künftige Trends 
62 Aufgaben und Herausforderungen 
für Kölns Zukunft 
76 Zielgerüst: Leitsätze und Ziele für die 
künftige Kölner Stadtentwicklung 
78 Übersicht der Leitsätze und Ziele 
80 1. Köln sorgt für kompakte und 
lebenswerte Quartiere 
88 2. Köln schafft Raum für eine dyna­
mische und nachhaltige Wirtschaft 
und für vielfältige Arbeitswelten 
96 3. Köln sorgt für Bildung, Chancen­
gerechtigkeit und Teilhabe 
104 4. Köln stärkt seine Rolle als viel­
fältig vernetzte Metropole 
1 12 5. Köln wächst klimagerecht und 
umweltfreundlich und sorgt für 
gesunde Lebensverhältnisse 
8 
Inhalt

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Inhalt 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
120 Vorschläge für Handlungs­
empfehlungen 
122 Handlungsempfehlung 1:  
Klimagerecht leben 
124 Handlungsempfehlung 2:  
Innere Werte 
125 Handlungsempfehlung 3:  
Kölner Mischung 
126 Handlungsempfehlung 4:  
Frei­Raum 
127 Handlungsempfehlung 5:  
Verkehrswende 
128 Handlungsempfehlung 6:  
Wirtschaft hoch 3 
130 Handlungsempfehlung 7:  
Vorfahrt Bildung 
132 Handlungsempfehlung 8:  
Stadt­Leben 
134 Handlungsempfehlung 9:  
Smarte Stadt 
135 Handlungsempfehlung 10:  
Regio­Coop 
136 Die Stadträumliche Perspektive 
138 Die Grundlagenkarten 
160 Erkenntnisse der räumlichen Analyse 
174 Ansätze der räumlichen Entwicklung 
190 Die Zielkarten 
236 Das räumliche Leitbild 
238 Das räumliche Leitbild 
242 Die Zukunftsräume 
250 Die weiteren Schritte 
252 Danke! 
254 Impressum 
9

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
 
 
Kurzfa ssung 
Kurzfassung 
Die „Kölner Perspektiven 2030+“  
– eine Stadtstrategie für Köln
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ ist ein Kompass für eine zukunftsge­
richtete, strategische und nachhaltige Stadt­
entwicklung. Sie adressiert die zukünftigen
Herausforderungen Kölns als wachsende
Metropole und identifziert zentrale Hand­
lungserfordernisse der Stadtentwicklung.
Gleichzeitig zeigt sie Möglichkeiten auf, wo
und wie Akteurinnen und Akteure aus Politik,
Verwaltung und Stadtgesellschaft in den kom­
menden Jahren ihre Kräfte bündeln können
und sollen, um die Stadt Köln als lebenswerte
Metropole weiterzuentwickeln.
Köln stellt sich seiner Verantwortung als 
Metropole, als Dreh­ und Angelpunkt einer 
dynamischen Region sowie als viertgrößte 
Stadt Deutschlands und gibt mit den „Kölner 
Perspektiven 2030+“ Antworten auf die drän­
genden Fragen der zukünftigen Stadtentwick­
lung. Um ihre Qualitäten als wettbewerbsfä­
hige, klimarobuste und lebenswerte Stadt zu 
sichern und zu steigern, geht die Stadt den 
„Kölner Weg“ und betrachtet die Stadtent­
wicklung aus zwei Perspektiven: Während die 
„360­Grad­Perspektive“ alle Handlungsfelder 
der Kölner Stadtentwicklung adressiert, be­
fasst sich die „Stadträumliche Perspektive“ mit 
der räumlichen Zukunft Kölns. Die Kombinati­
on beider Perspektiven ermöglicht es, wichti­
ge Handlungsfelder und Zusammenhänge der 
Stadtentwicklung zu identifzieren, und macht 
die Stadtstrategie damit zu einem wertvollen 
inhaltlichen Kompass für das Handeln von Ver­
waltung, Politik, Akteurinnen und Akteuren 
der Wirtschaft und der Stadtgesellschaft. 
Herausforderungen für die Kölner 
Stadtentwicklung 
Wie viele andere Städte muss sich Köln den 
Herausforderungen globaler Entwicklungen 
wie dem Stadtwachstum, dem Klimawandel, 
der Mobilitätswende, dem demografschen 
Wandel und den Folgen der Globalisierung 
und Digitalisierung stellen. Auch Covid­19, als 
Pandemie in nicht vorhersehbarem Ausmaß, 
zeigt die globalen Verfechtungen und Heraus­
forderungen auf und fokussiert die Bedeutung 
von Wohnen, Nachbarschaft und Digitalisie­
rung. Anspruch und Aufgabe der Stadtstrate­
gie mit ihren beiden Perspektiven ist es, die 
spezifschen Gegebenheiten und Aufgaben 
Kölns zu identifzieren und dabei die Stärken 
der Stadt bei ihrer zukünftigen Entwicklung 
gezielt einzusetzen. Dabei spielt Resilienz, also 
die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber 
Herausforderungen und Krisen unterschied­
lichster Art, eine besondere Rolle. 
10

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Kurzfassung 
Den zentralen Herausforderungen für Köln 
– wie beispielsweise dem angespannten
Wohnungsmarkt, den Kapazitätsengpässen
im Verkehr, dem bevorstehenden industriel­
len und technologischen Wandel sowie den
umfangreichen sozialen Aufgaben – stehen
die Qualitäten der Stadt gegenüber, die es
auch zukünftig zu nutzen gilt. Insbesondere
die lebendigen Veedel, die vielfältige Stadtge­
sellschaft, die Wirtschaftskraft der Stadt, die
Bedeutung von Bildung, Kultur und Medien,
die bestehende Freiraumstruktur sowie die
Vernetzung Kölns mit der Region sind nur
einige dieser Qualitäten, auf denen die „Kölner
Perspektiven 2030+“ aufbauen.
Das Ergebnis eines breit abgestützten  
Erarbeitungsprozesses 
Die „Kölner Perspektiven 2030+“ stützen sich 
auf eine Vielzahl von Grundlagen und Vorar­
beiten. Sie bauen auf den Ratsbeschlüssen 
zur „Strategischen Stadtentwicklung“, zum 
„Leitbild 2020“, zur „nachhaltigen Stadtent­
wicklung“ sowie zur „wachsenden Stadt“ auf 
und entwickeln diese weiter. Die Herausforde­
rungen und Ambitionen für eine nachhaltige 
und zukunftsgerichtete Stadtentwicklung 
werden durch die Verknüpfung der „Sustai­
nable Development Goals“ (SDG) der Verein­
ten Nationen (UN), der „Leipzig Charta zur 
nachhaltigen europäischen Stadt“ sowie den 
Trends der zukünftigen Stadtentwicklung des 
BBSR­Projekts „Nachdenken über die Stadt von 
übermorgen“ vorgegeben und auf die Kölner 
Situation heruntergebrochen. 
Die Stadtstrategie ist aber vor allem das Pro­
dukt eines intensiven Arbeitsprozesses der 
Stadtverwaltung unter der Leitung des Amtes 
für Stadtentwicklung und Statistik und der 
Beteiligung der Zivilgesellschaft und externer 
Fachleute. 
Vier amtsübergreifende thematische Teams 
identifzierten Kernthemen zu den Handlungs­
feldern „Urbanes Köln“, „Produktives Köln“, 
„Offenes Köln“ und „Vernetztes Köln“ und 
arbeiteten aktiv an der Entwicklung der Stadt­
strategie „Kölner Perspektiven 2030+“ mit. 
Sie stellten den integrierten und themenüber­
greifenden Blickwinkel auf die Stadt sicher. 
Darüber hinaus begleitete der Verwaltungs­
vorstand der Stadt Köln intensiv den gesamten 
Entwicklungsprozess und bleibt dauerhaft in 
die Entscheidungsprozesse eingebunden. 
Im Rahmen der „Stadtgespräche“ auf Bezirks­
ebene sowie zweier gesamtstädtischer  
Zukunftsforen im Jahr 2019 und eines digi­
talen Zukunftsforums im Jahr 2020 konnte 
sich die Stadtgesellschaft auf Einladung von 
Oberbürgermeisterin Henriette Reker an der 
11

12 
 
 
 
 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Kurzfassung 
Entwicklung der „Kölner Perspektiven 2030+“ 
beteiligen. 
Die Inhalte der Stadtstrategie 
Die Kernaussagen der Stadtstrategie gliedern 
sich in ein gesamtstädtisch wirksames Ziel­
gerüst („360­Grad­Perspektive“) sowie ein 
räumliches Leitbild mit strategischen Ansätzen 
und Zielkarten zur räumlichen Entwicklung 
Kölns („Stadträumliche Perspektive“), deren 
Zusammenspiel die Besonderheit der „Kölner 
Perspektiven 2030+“ ausmacht. In zehn Vor­
schlägen für Handlungsempfehlungen wer­
den die beiden Perspektiven verbunden und 
strategische Aufgaben für die nächsten Jahre 
formuliert. 
Die „360­Grad­Perspektive“ – ein Zielgerüst 
für die Kölner Stadtentwicklung 
Mit dem Zielgerüst setzt die Stadt den strate­
gischen Rahmen, der das zukünftige Handeln 
leiten soll. Kern dieses Zielgerüsts sind die fünf 
Leitsätze der „Kölner Perspektiven 2030+“.  
Die 27 den Leitsätzen zugeordneten Ziele zei­
gen auf, welche konkreten Vorgaben sich die 
Stadt Köln für ihre Entwicklung setzt: 
– Leitsatz 1: Köln sorgt für kompakte und
lebenswerte Quartiere.
Köln verpfichtet sich, seine Stadtentwick­
lung aktiv und im Einklang mit leistungs­
fähigen Mobilitätsangeboten und starken 
Zentren zu steuern, schonend mit seiner 
Ressource Fläche umzugehen und seine 
Veedel als Zentren des gemeinschaftlichen 
Lebens zu sichern und weiterzuentwickeln. 
Attraktive und sichere öffentliche Räume 
sowie der bedarfsgerechte Ausbau der 
öffentlichen Infrastrukturen und Dienstleis­
tungen spielen dabei eine besondere Rolle. 
– Leitsatz 2: Köln schafft Raum für eine
dynamische und nachhaltige Wirtschaft
und für vielfältige Arbeitswelten.
Die Stärke des Standortes Köln mit seinem
spezifschen Kölner Wirtschaftsmix wird
gesichert und durch den Ausbau seiner
Position als führender Wissenschaftsstand­
ort, die Förderung von Räumen und Struk­
turen für die Kultur­ und Kreativwirtschaft
sowie durch eine dauerhafte Festigung der
Erwerbsstruktur unterstützt. Die bestehen­
den gewerblichen und industriellen Stand­
orte werden mit klaren Proflen weiterent­
wickelt und in ihrer Flächennutzung und
Erreichbarkeit optimiert, um Standortquali­
täten zukunftsorientiert auszubauen.
– Leitsatz 3: Köln sorgt für Bildung,
Chancengerechtigkeit und Teilhabe.
Als Schlüssel für die gesellschaftliche Teil­
habe wird die Vielfalt in den Stadtteilen

gefördert, der bezahlbare Wohnraum 
geschützt und ausgebaut. Ebenso wird der 
Zugang zu Bildung und beruficher Qualif­
kation verbessert. Das Ziel einer inklusiven 
Gesellschaft wird auch durch die Weiterent­
wicklung der Kinder­, Jugend­ und Famili­
enfreundlichkeit der Stadt sowie durch die 
Förderung des bürgerschaftlichen Engage­
ments und der Beteiligung unterstützt. 
– Leitsatz 4: Köln stärkt seine Rolle als viel­
fältig vernetzte Metropole.
Köln setzt auf den öffentlichen Nahverkehr,
mehr Raum für den Rad­ und Fußverkehr
sowie die innovative und umweltfreundli­
che Weiterentwicklung seiner Mobilitätsan­
gebote. Die Vernetzung Kölns wird auch
durch die Stärkung seines Freiraumnetzes,
den Ausbau digitaler Infrastrukturen und
­angebote und insbesondere durch eine
intensive Zusammenarbeit mit der Region
vorangetrieben.
– Leitsatz 5: Köln wächst klimagerecht und
umweltfreundlich und sorgt für gesunde
Lebensverhältnisse.
Für ein gesundes Stadtleben fördert die
Stadt Bewegung und Sport und sorgt für
den Zugang zur gesundheitlichen Versor­
gung, Prävention und Gesundheitsförde­
rung in allen Lebenslagen. Im Zentrum einer
gesunden und nachhaltigen Stadtentwick­
lung steht auch der konsequente Umgang 
mit dem Klimawandel, zum Beispiel durch 
eine aktive CO
2­Reduktion, und aktives 
Handeln bei der Klimawandelanpassung. 
Dazu werden auch regionale Wertschöp­
fungsketten und nachhaltige Stoffkreisläufe 
gestärkt. 
Handlungsempfehlungen 
Vorschläge zu zehn Handlungsempfehlungen 
beschreiben die wichtigsten Aufgabenfelder 
für die zukünftige Stadtentwicklung und zei­
gen auf, wie Köln die formulierten Ziele errei­
chen will. Sie wurden aus dem Zielgerüst und 
der „Stadträumlichen Perspektive“ gleicher­
maßen entwickelt und beziehen sich explizit 
auf übergreifende Aufgaben, denen sich Köln 
neu oder verstärkt widmen muss. Ihr integrier­
ter Ansatz soll zudem helfen, die Zusammen­
arbeit zwischen den verschiedenen Ämtern 
der Stadtverwaltung sowie zwischen der Stadt 
und externen Akteurinnen und Akteuren zu 
intensivieren. 
Diese Handlungsempfehlungen sollen im An­
schluss an die Stadtstrategie weiterentwickelt, 
mit Verantwortlichkeiten versehen und durch 
erste konkrete Schlüsselprojekte operationali­
siert werden. 
13 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Kurzfassung

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
    
   
   
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Kurzfassung 
Die „Stadträumliche Perspektive“ –  
ein räumliches Instrumentarium für die  
Weiterentwicklung der Stadt 
Die „Stadträumliche Perspektive“ zeigt auf, 
wie die Kölner Stadtstruktur in ihrer räum­
lichen Dimension weiterentwickelt werden 
muss, um die in der 360­Grad­Perspektive 
beschriebenen Ziele zu erreichen. Gleichzeitig 
gibt sie Antworten auf die Frage, wie sich die 
Stadt Köln zukünftig entwickeln kann und soll, 
um die knappe Ressource Fläche bestmög­
lich zu nutzen, bestehende und zukünftige 
Nutzungsansprüche an den Raum nachhaltig 
zu befriedigen und seinen räumlichen Zusam­
menhalt zu stärken. 
Mit 13 Ansätzen der räumlichen Entwicklung, 
fünf differenzierten Zielkarten und einem zu­
sammenfassenden räumlichen Leitbild bieten 
die „Kölner Perspektiven 2030+“ ein umfassen­
des Instrumentarium für die zukünftige Wei­
terentwicklung Kölns. Sieben identifzierte Zu­
kunftsräume fokussieren städtische Teilräume, 
die eine besondere Betrachtung benötigen. 
Ansätze der räumlichen Entwicklung Kölns 
Die 13 Ansätze der räumlichen Entwicklung 
sind das Ergebnis einer intensiven Analyse der 
räumlichen Struktur Kölns. Sie skizzieren 13 
übergeordnete und integrierte Entwicklungs­
leitlinien für Köln, welche die wesentlichen 
räumlichen Strategien zur Bewältigung der 
Herausforderungen und zur Umsetzung der 
gesamtstädtischen Ziele aufzeigen: 
1 Realisierung von angemessenen Dichten, 
Nutzungs­ und Typologiemischungen  
Vorgaben für angemessene bauliche Dich­
ten, Nutzungs­ und Typologiemischungen 
sind eine wichtige Voraussetzung, um dem 
Bevölkerungswachstum fächensparend 
zu begegnen und gleichzeitig lebendige 
und nachhaltige Quartiere entwickeln zu 
können. 
2 Stärkung der sozialen, kulturellen und 
Bildungsinfrastrukturen in bestehenden 
und zukünftigen Quartieren 
Die dezentral verorteten Kölner Versor­
gungszentren sind Anker für soziale, kultu­
relle und Bildungsangebote in den Stadt­
teilen und müssen bedarfsgerecht gestärkt 
und qualifziert werden. Insbesondere in 
der äußeren Stadt kann die Tragfähigkeit 
von Infrastruktureinrichtungen durch 
Nachverdichtungen erreicht werden. 
3 Umgestaltung der Stadtachsen und  
Anbindung aller Stadtteile 
Die großen Straßen Kölns sind nicht nur als 
Verkehrsräume von Bedeutung. Ihre Funk­
tion als Versorgungszentren und wichti­
14

ger Lebensraum muss zukünftig gestärkt 
werden. Dies soll vor allem über erweiterte 
Nutzungen und die Aufwertung des öf­
fentlichen Raums erfolgen. In der äußeren 
Stadt ist diese Strategie als Impuls für die 
verkehrliche und stadtstrukturelle Anbin­
dung und Aufwertung einzelner Stadtteile 
zu nutzen. 
4 Stärkung des schienengebundenen Nah­
verkehrsnetzes als Voraussetzung für die 
Stadtentwicklung 
Der Ausbau des Netzes des schienenge­
bundenen Nahverkehrs, insbesondere 
durch den Ringschluss der S­Bahn, entlas­
tet nicht nur den Verkehrsknoten Köln. Er 
erschließt auch wichtige Entwicklungsge­
biete der Stadt und kann dort neue Poten­
ziale für eine vernetzte Siedlungsentwick­
lung und Verdichtung mobilisieren. 
5 Ausbau des Umweltverbunds und 
Reduzierung des MIV 
Um das tägliche Verkehrsaufkommen zu 
reduzieren, die Verkehrswende zu gestal­
ten und die Lebensqualität signifkant zu 
verbessern, muss der Umweltverbund 
(zu Fuß, mit dem Rad, per Bahn oder Bus) 
konsequent ausgebaut werden. Gleich­
zeitig sind Maßnahmen zu ergreifen, um 
das MIV­Aufkommen und den ruhenden 
Verkehr in der inneren Stadt mittel­ und 
langfristig zu reduzieren. 
6 Stärkung des Rheinraums 
Die Funktion des Rheins als verbindendes 
Element in der Stadt ist durch die Aufwer­
tung bestehender sowie den Bau neuer 
Rad­ und Fußgängerbrücken, insbesonde­
re an den Grünringen, aufzuwerten. Darü­
ber hinaus muss das Potenzial des Rheins 
als lokale Pendlerroute an Land, wie auf 
dem Wasser, besser genutzt werden. 
7 Langfristige Aktivierung neuer Stadt­
räume 
Die mittel­ und langfristige Reduzierung 
des MIV, besonders in der inneren Stadt, 
bietet die Perspektive, die tief in die Stadt 
hineinragenden Autobahnzubringer be­
ziehungsweise Schnellstraßen in urbane 
und architektonisch gefasste Stadtstraßen 
umzuwandeln. Dies eröffnet neue Weiter­
entwicklungsmöglichkeiten für die angren­
zenden Stadträume und zusätzliche Poten­
ziale für die Siedlungsentwicklung. 
8 Ausformulierung des rechtsrheinischen  
Entwicklungskorridors 
Eine Neuordnung des rechtsrheinischen 
Raums in Nord­Süd­Richtung ermöglicht 
neue Entwicklungen der bestehenden, 
15 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Kurzfassung

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
   
  
  
  
  
 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Kurzfassung 
kleinteiligen Strukturen. Durch die Ausfor­
mulierung eines regionalen Entwicklungs­
korridors zwischen Düsseldorf, Leverku­
sen, Flughafen Köln­Bonn, Troisdorf und 
Siegburg­Bonn können Siedlungs­ und 
Freiräume besser verknüpft, Logistik­ und 
Gewerbegebiete profliert, die anliegenden 
Zentren gestärkt und kann das innerstädti­
sche Verkehrsnetz entlastet werden. 
9 Qualifzierung und Nachverdichtung der  
Industriestandorte 
Die großen und gut angebundenen Stand­
orte für die industrielle Produktion spielen 
für Kölns weitere wirtschaftliche Entwick­
lung eine strategische Rolle. Ihre langfristi­
ge Sicherung, aber auch ihre bauliche und 
funktionale Nachverdichtung sind zentrale 
Aufgaben einer nachhaltigen Kölner Wirt­
schaftsentwicklung. 
10 Stärkung der produktiven Stadt 
Die vielfältigen und stark im Stadtbild ver­
wurzelten Gewerbegebiete zwischen Inne­
rem und Äußerem Grüngürtel müssen für 
die Produktion gesichert werden. Neben 
einer individuellen Proflierung der Gebiete 
geht es unter anderem auch darum, neue 
Formen der Nutzungsmischung und Ver­
dichtung zu erreichen, um sie als Standor­
te der urbanen Produktion zu stärken. 
1 1 Komplettierung der grünen Strukturen 
Die Lücken in den markanten und wertvol­
len grünen Strukturen Kölns müssen ins­
besondere auf der rechtsrheinischen Seite 
geschlossen und die Verknüpfung des 
Kölner Grünsystems mit den regionalen 
Grünkorridoren muss verbessert werden. 
Dieser Ansatz dient auch der Aufwertung 
der angrenzenden Siedlungsgebiete. 
12 Zusammendenken von Freiraum und  
Siedlungsrändern 
Bestehende und zukünftige Siedlungsrän­
der müssen zu den Grüngürteln hin stadt­
räumlich und funktional defniert werden, 
um die wechselseitigen Chancen zu ergrei­
fen, die sich durch eine integrierte Planung 
für Grün­ und Siedlungsstrukturen bieten. 
Dafür ist eine Differenzierung zwischen 
Schutzgebieten und Freizeitnutzungen 
notwendig. 
13 Verbesserung des Mikroklimas 
Um das städtische Mikroklima jetzt und 
zukünftig zu verbessern, muss die Stadt 
Köln die bestehenden Siedlungen durch 
neue Freiräume, Verdunstungs­ und Ver­
schattungsmöglichkeiten aufwerten. 
Gleichzeitig sind bauliche Aspekte, Frei­
und Grünräume sowie nachhaltige Mobi­
litätskonzepte bei neuen Entwicklungen 
zusammenzudenken. 
16

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Kurzfassung 
Fünf Zielkarten und ein räumliches Leitbild 
Die Ansätze der räumlichen Entwicklung 
übertragen die Inhalte der Ziele und Hand­
lungsempfehlungen der 360­Grad­Perspektive 
in thematische Zielkarten, die konkrete Vor­
schläge für die stadträumliche Entwicklung 
beinhalten. 
Die fünf Zielkarten sind: 
– Wohnen: Realisierung von gemischten,
lebendigen und gut angebundenen Quar­
tieren
– Wirtschaft: Proflierung und Entwicklung
zukunftsfähiger Standorte
– Soziales, Kultur und Bildung: Stärkung der
Infrastruktur für Chancengerechtigkeit und
Teilhabe
– Mobilität: Ausbau des ÖPNV, des Radver­
kehrs und der Verknüpfungspunkte aller
Verkehrsträger
– Grün und Klima: Sicherung und Qualifzie­
rung der Grünsysteme und Vorsorge für
den Klimawandel
Die Zielkarten zeigen einerseits auf, durch 
welche Maßnahmen die Zielsetzungen aus 
dem Zielgerüst, die Vorschläge der Hand­
lungsempfehlungen sowie die formulierten 
Ansätze auf der räumlichen Ebene umgesetzt 
werden können. Andererseits dienen sie als 
Diskussionsgrundlage und Prüfnstrument, da 
sie zu einem bestimmten Raum jeweils mehre­
re Handlungserfordernisse, aber auch poten­
zielle Nutzungskonkurrenzen aufzeigen, die es 
bei zukünftigen Planungen zu berücksichtigen 
und zu klären gilt. 
Das räumliche Leitbild bündelt die wesent­
lichen planerischen Empfehlungen für die 
Weiterentwicklung der Siedlungs­, Industrie­
und Gewerbefächen, die Freiraumstruktur 
und die übergeordnete Verkehrsinfrastruktur 
und positioniert Köln in seinem regionalen 
Zusammenhang. Mit den sieben Zukunftsräu­
men Innenstadt, S­Bahn­Ring, Ost­West­Ach­
se, rechtsrheinischer Entwicklungskorridor, 
Rheinraum, Kölner Norden, Porzer Süden zeigt 
das Leitbild zudem, welchen Teilräumen sich 
die Stadt Köln vor dem Hintergrund der ge­
samtstädtischen Zielsetzung prioritär widmen 
wird. 
17

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie 
18 
 
Die „Kölner  
Perspektiven 2030+“ 
Eine Stadtstrategie

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie 
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 
2030+“ ist ein Kompass für eine zukunfts­
gerichtete, strategische und nachhaltige 
Stadtentwicklung und versetzt Köln in die 
Lage, den vielfältigen Herausforderungen der 
Stadt zu begegnen und sie aktiv zu gestalten. 
Die integrierte und strategisch ausgerichtete 
Stadtstrategie besteht aus einer 360­Grad­
Perspektive mit konsistentem Zielsystem 
und einer Stadträumlichen Perspektive. Sie 
bildet ein gemeinsames Verständnis für die 
anstehenden Veränderungen und notwen­
digen Planungen ab und weist Prioritäten für 
die künftige Umsetzung aus. Eine Frage steht 
dabei im Mittelpunkt: „Wie wollen wir in Köln 
2030 leben?“ 
19

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
20 
Darum braucht  
Köln eine  
Stadtstrategie 
Wie alle großen Städte steht Köln in den 
kommenden Jahren vor vielfältigen Verände­
rungen und Herausforderungen, die es ge­
meinsam zu gestalten gilt. Die Stadtstrategie 
„Kölner Perspektiven 2030+“ bildet hierfür 
die zentrale Grundlage – als Wegweiser der 
Kölner Stadtentwicklung der nächsten Jahre. 
Eine neue Stadtstrategie für Köln 
Bevölkerungswachstum, demografscher 
Wandel, Klimawandel, Klimaschutz, ökono­
mischer Strukturwandel, Digitalisierung und 
Globalisierung sind Veränderungen auf glo­
baler und lokaler Ebene, mit denen sich die 
Stadt Köln auseinandersetzen muss, um deren 
Chancen zu nutzen, Wechselwirkungen zu 
erkennen und Herausforderungen zu gestal­
ten. Insbesondere das Stadtwachstum, das 
neben zahlreichen positiven Aspekten – wie 
einem größeren und vielfältigeren Arbeits­
markt oder einer höheren kulturellen Dichte 
– auch neue Anforderungen an Dichte, Zusam­
menleben und Flächennutzungen stellt. Dies
ist eine zentrale Herausforderung, die in alle
Lebensbereiche hineinwirkt und entsprechend
verhandelt werden muss. Bis 2030 rechnet die
Stadt derzeit mit etwa 40.000, bis 2040 mit
insgesamt 70.000, neuen Einwohnerinnen und 
Einwohnern. 
Die Prognose des Landes NRW (IT.NRW) geht 
sogar von einem zusätzlichen Plus von fast 
1 10.000 Menschen aus. Welche Richtung diese 
Entwicklung für die Stadt Köln nimmt, hängt 
besonders davon ab, wie das Wachstum ge­
steuert und gestaltet wird. 
Aufgrund der Vielfältigkeit und weitreichen­
den Komplexität dieser Fragestellungen 
bedarf es in den kommenden Jahren einer 
zielgerichteten, strategischen Ausrichtung 
und integrierten Zusammenarbeit aller Akteu­
rinnen und Akteure aus Politik, Verwaltung, 
Wirtschaft und Bürgerschaft. Die neue Stadt­
strategie „Kölner Perspektiven 2030+“ bietet 
hierfür eine gute Orientierung. 
Vorhandenes weiterdenken 
Die „Kölner Perspektiven 2030+“ entstanden 
nicht auf einem leeren Blatt Papier. Die neue 
Stadtstrategie baut auf den Ratsbeschlüssen 
zur „Strategischen Stadtentwicklung“, zum 
„Leitbild 2020“, zur „nachhaltigen Stadtent­
wicklung“ sowie zur „wachsenden Stadt“ auf

Eindrücke aus den Stadtgesprächen 
Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Brigitte Scholz,  
Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik, halten  
ihre Beiträge zu „Mein Köln und seine Besonderheiten“ hoch.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
22 
und entwickelt diese im Hinblick auf konkrete 
Handlungsempfehlungen weiter. Insbesonde­
re das Zielgerüst für die „Kölner Perspektiven 
2030+“ basiert auf bestehenden Vorarbeiten, 
wie dem Leitbild 2020 und anderen Konzep­
ten, deren Handlungsfelder und Ziele betrach­
tet, ausgewertet und integriert wurden. 
Sektorale Sichtweisen zusammenbringen 
Die zentrale Aufgabe der Stadtstrategie ist 
es, die einzelnen sektoralen Sichtweisen der 
Entwicklung Kölns zusammenzubringen. Nur 
eine integrierte Stadtentwicklung, die alle 
beteiligten Fachbereiche berücksichtigt und 
deren Wissen und Planungen bündelt, kann 
den vielfältigen Herausforderungen der Zu­
kunft zielorientiert und aktiv begegnen und 
sie gestalten. 
Mit der Stadtstrategie werden bislang weit­
gehend in einzelnen Fachbereichen angelegte 
Zielsetzungen, Konzepte und Leitlinien stär­
ker aufeinander abgestimmt und durch ge­
samtstädtische Strategien in eine integrierte 
Sichtweise eingeordnet. Dazu haben sich ver­
waltungsintern thematische Teams formiert 
und in regelmäßigen Terminen amtsübergrei­
fende Grundlagen erarbeitet, die im weiteren 
Prozessverlauf mit der Öffentlichkeit diskutiert 
wurden. 
Für eine bessere Zukunft:  
Nachhaltigkeit als Credo 
Eine nachhaltige zukünftige Entwicklung ist 
oberstes Credo der Stadt Köln. Nur so kann 
und wird Köln der globalen Verantwortung der 
Stadt gerecht und sichert ihre Zukunftsfähig­
keit. Zielt das Handeln der Kölner Akteurinnen 
und Akteure auf eine nachhaltige Entwicklung, 
müssen die Ziele, Strategien, Projekte und 
Maßnahmen entsprechend soziale Gerechtig­
keit, ökonomische Vernunft und ökologische 
Verantwortung miteinander verbinden. 
Auf diesem Vorsatz bauen auch die „Kölner 
Perspektiven 2030+“ auf. Ökologische, öko­
nomische und soziale Nachhaltigkeit ist die 
Richtschnur der Erarbeitung der Stadtstrategie 
und wird in den Handlungsfeldern als Quer­
schnittsthema immer mitgedacht. So fnden 
sich sowohl die Grundzüge der „Sustainable 
Development Goals“ (SDG) im Zielgerüst der 
Kölner Perspektiven wieder als auch die Werte 
der „Leipzig Charta“. 
Eine nachhaltige Finanzperspektive  
für Kölns Zukunft 
Die strategische Ausrichtung der Stadt Köln 
ermöglicht ein zielgerichtetes, abgestimmtes 
Handeln. Grundlage des Handelns ist eine 
nachhaltige Finanzperspektive. Die strategi­

23 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
Was ist eine Stadtstrategie? 
In der Stadtentwicklung formulieren Stadt­ Akteurinnen und Akteure – Verwaltung, 
strategien (auch Leitbilder oder Stadtent­ externe Fachleute, Politik sowie die Öf­
wicklungskonzepte) Zielvorstellungen und fentlichkeit – zusammen, die themenüber­
Handlungsprinzipien, die der Orientierung greifend Leitziele und Handlungsansätze 
und Steuerung der künftigen Entwicklung und räumliche Entwicklungen diskutieren. 
und der Vorbereitung von Entscheidungen Insbesondere städtische Fachplanungen 
dienen. Stadtstrategien bündeln, verdich­ werden innerhalb der Entstehungsprozesse 
ten und konkretisieren komplexe Ziele stärker auf die gemeinsamen Ziele ausge­
zu einem Grundkonsens. Alle relevanten richtet und besser untereinander und mit 
Bereiche der Stadt werden dabei in den anderen Akteurinnen und Akteuren in der 
Blick genommen, Querbezüge und Wech­ Stadt vernetzt. Diese neuen Arbeitsstruktu­
selwirkungen berücksichtigt und gemein­ ren führen zu neuen Synergien und erleich­
sam getragene Lösungen entwickelt. Der tern somit die Umsetzung der vorgeschla­
Erarbeitungsprozess bringt verschiedene genen Handlungsempfehlungen. 
schen Ziele und Vorschläge für Handlungs­
empfehlungen der Stadtstrategie müssen 
in ihren fnanziellen Auswirkungen auf die 
Kernverwaltung und den „Konzern Stadt Köln“ 
betrachtet, bewertet und entsprechend der 
zur Verfügung stehenden Finanzmittel priori­
siert werden. Darüber hinaus sind geeignete 
Strategien zu entwickeln, um Drittmittel zu 
aktivieren. 
Im Sinne einer nachhaltigen Haushaltsführung 
können die Ziele und Vorschläge für Hand­
lungsempfehlungen nur umgesetzt werden, 
wenn die fnanziellen Rahmenbedingungen 
dies ermöglichen. Wesentliche Faktoren 
hierbei sind unter anderem die Entwicklung 
der Einwohnerinnen und Einwohner, die wirt­
schaftliche Entwicklung und Einfussfaktoren 
der Finanzmärkte. Die kommunalen Pfichtauf­
gaben der Daseinsvorsorge sind dabei immer 
zu gewährleisten. 
Die Stadtstrategie ermöglicht es, in diesem 
Spannungsfeld den Weg für ein abgestimmtes 
und zielgerichtetes Handeln gemeinsam zu 
defnieren. Im Mittelpunkt steht eine Schär­
fung der vorhandenen Projekte auf die gesetz­
ten Ziele und die Konzentration auf diejenigen 
Projekte, die mehrere Zielsetzungen gleichzei­
tig erfüllen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
24 
 
Aufbau und 
Entwicklung der 
Stadtstrategie 
Der „Kölner Weg“ 
Mit den „Kölner Perspektiven 2030+“ stellt 
sich die Stadt Köln ihrer Verantwortung, 
Antworten auf die drängenden Fragen der 
zukünftigen Stadtentwicklung zu geben und 
ihre Qualitäten als wettbewerbsfähige, klima­
robuste, vielfältige und lebenswerte Stadt zu 
sichern und zu steigern. Um dieser umfangrei­
chen Aufgabe ganzheitlich gerecht zu werden, 
hat die Stadt sowohl im Aufbau als auch in der 
Erarbeitung der Stadtstrategie eine maßge­
schneiderte Herangehensweise gewählt – den 
„Kölner Weg“. Dieser zeichnet sich vor allem 
durch die Verschneidung zweier Perspektiven 
sowie die integrierte Zusammenarbeit von 47 
Fachämtern und Dienststellen aus. 
Die Stadt aus zwei Perspektiven betrachtet 
Die Stadtstrategie betrachtet und bearbeitet 
die Stadtentwicklung Kölns aus zwei Perspekti­
ven, deren Kombination einen „Rundumblick“ 
als ganzheitliche Grundlage für die Kölner 
Stadtentwicklung der nächsten Jahre bietet: 
Die „360­Grad­Perspektive“ beschäftigt sich 
mit allen Handlungsfeldern der Stadtentwick­
lung, die für Köln relevant sind. Auf der Basis 
bestehender Konzepte sowie einer Übersicht 
über heutige und zukünftige Herausforderun­
gen der Stadtentwicklung formuliert sie ein 
Zielgerüst, an dem sich die Entwicklung Kölns 
in den nächsten Jahren orientieren soll. 
Die „Stadträumliche Perspektive“ basiert auf 
einer parallel zum Zielgerüst erstellten räum­
lichen Analyse der Stadt. Sie lieferte wichtige 
Hinweise für die Themen/Inhalte des Zielge­
rüsts, zeigt aber vor allem auf, wie die Kölner 
Stadtstruktur in ihrer räumlichen Dimension 
weiterentwickelt werden muss, um die in der 
360­Grad­Perspektive beschriebenen Ziele zu 
erreichen.

25 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
26 
Im Schnittpunkt beider Perspektiven stehen 
Vorschläge für zehn Handlungsempfehlungen, 
welche die wichtigsten Aufgabenfelder für die 
zukünftige Stadtentwicklung beschreiben und 
aufzeigen, wie Köln die formulierten Ziele  
erreichen will. 
Verwaltungsübergreifende Handlungs­
felder und thematische Teams 
Eine Besonderheit des „Kölner Wegs“ ist die 
Defnition von vier übergreifenden Handlungs­
feldern (siehe Infokasten) und die Bildung 
amtsübergreifender thematischer Teams, die 
einen „Statusbericht“ als wichtige Grundlage 
für die Erarbeitung der Stadtstrategie lieferten. 
Die Diskussionen und der fachliche Austausch 
der thematischen Teams während des ge­
samten Erarbeitungsprozesses ermöglichte 
eine stetige Refexion des Arbeitsstands der 
Stadtstrategie und zeigte deutlich auf, wo 
Synergien, aber auch Konfikte zwischen unter­
schiedlichen Aufgaben und Zielen der Stadt­
entwicklung zu erwarten sind. 
Der vorliegende Stand der „Kölner Perspekti­
ven 2030+“ markiert den Endpunkt der Erar­
beitungsphase und ist gleichzeitig der Start­
punkt für die schrittweise Konkretisierung und 
Umsetzung. 
Die 360­Grad­Perspektive 
Das Zielgerüst – die Richtschnur für  
Kölns Zukunft 
Zentrales Element der 360­Grad­Perspektive 
ist das sogenannte Zielgerüst. Es besteht 
aus fünf Leitsätzen, welche die zukünftigen 
Schwerpunkte städtischen Handelns defnie­
ren, und bildet damit den Rahmen, in dem die 
unterschiedlichsten Aktivitäten, Planungen 
und Maßnahmen der Stadtverwaltung und 
weiterer Akteursgruppen zukünftig stattfn­
den sollen. 
Da die „Kölner Perspektiven 2030+“ alle wich­
tigen städtischen Funktionen, wie zum Beispiel 
Wohnen, Wirtschaft, Versorgung, Bildung, 
Kultur, Integration und Teilhabe, Klima, Um­
welt und Mobilität, berücksichtigen, sind die 
Leitsätze fachbereichsübergreifend formuliert. 
Jeder der fünf Leitsätze enthält jeweils fünf bis 
sechs konkrete Ziele, die das Themenspekt­
rum des jeweiligen Leitsatzes aufzeigen und 
konkretisieren. Jedem der insgesamt 27 Ziele 
sind zahlreiche Einzelaspekte, gekennzeichnet 
als # (Hashtags), zugeordnet, die die Ziele 
näher erläutern und erste Ansätze zur Zieler­
reichung benennen.

27 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
 
 
KÖLNER PERSPEKTIVEN 2030+ 
HANDLUNGSFELDER 
URBAN CATALYST | JULI 201 7 
Vier thematische Teams für Köln 
Für die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 
2030+“ wurden 2017 die vier Handlungsfel­
der „Urbanes Köln“, „Produktives Köln“,  
„Offenes Köln“ und „Vernetztes Köln“ de­
fniert, welche die relevanten Themen der 
Kölner Stadtentwicklung in sich vereinen. 
Sie bilden die Grundlage und den Aus­
gangspunkt der thematischen Diskussion 
für die 360­Grad­Perspektive. 
Für jedes der genannten Handlungsfelder 
wurde ein amts­ und dezernatsübergreifen­
des interdisziplinäres thematisches Team 
gebildet. Beteiligt waren 47 Fachämter und 
­dienststellen unter der Federführung der 
Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung. 
Räumliche Zusammenhänge standen im Fo­
kus des Handlungsfeldes „Urbanes Köln“. 
Hier ging es um die Themen Wohnen, Sied­
lungsentwicklung, Städtebau, Baukultur, 
öffentlicher Raum und Sicherheit. 
Das Handlungsfeld „Produktives Köln“ 
stellte die Frage, was neue Arbeits­ und 
Schaffenswelten ausmacht, und thema­
tisierte etwa das Zusammenwirken von 
Gewerbe­ und Industrieentwicklung, Kul­
tur­ und Kreativwirtschaft, Logistik sowie 
Wissenschaft und Hochschulbildung. Das 
Handlungsfeld „Offenes Köln“ sprach die 
sozialen Erfordernisse von Teilhabe­ und 
Zugangsmöglichkeiten an, etwa bei der 
Wohnraumversorgung, dem Zugang zu 
Bildung und Kultur sowie bei Integration, 
Arbeit und Gesundheit. 
Um die Gestaltung einer zukunftssiche­
ren, umfassenden Infrastruktur ging es 
im Handlungsfeld „Vernetztes Köln“. Das 
Themenspektrum reichte von Klima und 
Umwelt, Grünvernetzung, Mobilität, Sport, 
Gesundheit bis hin zu Digitalisierung sowie 
internationaler und regionaler Kooperation 
und Zusammenarbeit.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
28 
Konzepte bündeln und Themen 
identifzieren 
Grundlage für die Formulierung des Zielge­
rüsts waren die Erkenntnisse aus vorgelager­
ten Diskussionen zu Kölner Zukunftsthemen 
mit den Bürgerinnen und Bürgern – die soge­
nannten „Stadtgespräche“ zur Stadtstrategie. 
Diese fanden von Oktober 2017 bis Dezember 
2018 auf Einladung von Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker in jedem Kölner Bezirk statt. 
Bei den neun Stadtgesprächen wurden die 
gesamtstädtischen und bezirklichen Zukunfts­
themen abgefragt und mit den Bürgerinnen 
und Bürgern diskutiert. Die Ergebnisse sind 
als wichtiger Beitrag in die Entwicklung des 
Zielgerüsts eingefossen. 
Eine weitere Grundlage bildeten die vorhan­
denen Konzepte, Programme und Planungen 
der Stadtverwaltung, die von den vier thema­
tischen Teams in Form eines „Statusberichts“ 
zusammengetragen wurden. Darüber hinaus 
haben die Teams Kernthemen der Kölner Stadt­
entwicklung identifziert und diskutiert und 
deren Stärken und Schwächen sowie Chancen 
und Risiken (SWOT­Analyse) herausgearbeitet. 
Die Ergebnisse wurden anschließend über­
prüft, in Fragestellungen übersetzt und um die 
Aspekte übergeordneter Regelwerke wie den 
„Sustainable Development Goals“ (SDG) der 
Vereinten Nationen oder der „Leipzig Charta 
zur nachhaltigen europäischen Stadt“ sowie 
mit Erkenntnissen aus dem Forschungsprojekt 
„Nachdenken über die Stadt von übermorgen“ 
ergänzt. 
Das Zielgerüst formulieren und diskutieren 
Die Fragestellungen wurden anschließend im 
Zielgerüst weiterentwickelt und in mehreren 
Workshops mit den thematischen Teams 
diskutiert, ergänzt und geschärft. Gleichzeitig 
startete ein Austausch über die Ergebnisse 
mit der Stadtspitze, insbesondere mit dem 
Verwaltungsvorstand (VV) der Stadt Köln in 
einer Klausurtagung im Januar 2019. Mithilfe 
der beim 1. Zukunftsforum (siehe Kasten) 
gesammelten Rückmeldungen und Kommen­
tare wurde das Zielgerüst anschließend weiter 
geschärft und schlussendlich zur vorliegenden 
Form fnalisiert.

29 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das 1. Zukunftsforum 
Überprüfung des Zielgerüsts mit der Öffentlichkeit 
Beim 1. Zukunftsforum am 25. Mai 2019 auch der erste Online­Dialog. Drei Wochen 
fand die erste Rückkopplung der fachlichen lang konnten Interessierte das Zielgerüst 
Arbeit mit einer breiten Öffentlichkeit statt. kommentieren. So wurden weitere 150 
Ziel war es, den Kölnerinnen und Kölnern Kommentare und Anregungen abgegeben. 
die Hintergründe der Stadtstrategie zu Die insgesamt 520 Kommentare aus dem 
erläutern und sie erstmals über das Zielge­ 1. Zukunftsforum und dem Online­Dialog 
rüst zu informieren und mit ihnen über die wurden gesammelt, dokumentiert und 
Leitsätze zu diskutieren. Insgesamt konn­ ausgewertet und fossen in die Fertigstel­
ten rund 370 Kommentare festgehalten lung des Zielgerüsts ein. 
werden. Mit dem 1. Zukunftsforum begann 
Die Stadträumliche Perspektive 
Eine Perspektive mit mehreren Aufgaben 
Die „Stadträumliche Perspektive“ hat meh­
rere Aufgaben. Sie zeigt zum einen auf, wie 
die Kölner Stadtstruktur in ihrer räumlichen 
Dimension weitergeschrieben werden muss, 
um die Ziele der 360­Grad­Perspektive zu 
erreichen. Gleichzeitig gibt sie Antworten auf 
die Frage, wie sich die Stadt Köln zukünftig 
entwickeln kann und soll, um die knappe Res ­
source Fläche bestmöglich zu nutzen, beste­
hende und zukünftige Nutzungsansprüche an 
den Raum nachhaltig zu befriedigen und ihre 
räumliche Kohärenz zu wahren und weiterzu­
entwickeln. 
Die Stadträumliche Perspektive wurde paral­
lel zum Zielgerüst erarbeitet und besteht aus 
den Grundlagenkarten, den Erkenntnissen der 
räumlichen Analyse, den Ansätzen der räumli­
chen Entwicklung, fünf detaillierten Zielkarten 
und dem räumlichen Leitbild mit sieben Zu­
kunftsräumen. 
Grundlagen schaffen und planerische  
Erkenntnisse zusammenfassen 
Mit Beginn der Arbeiten an der 360­Grad­
Perspektive wurden fünf Grundlagenkarten  
erarbeitet, die den räumlichen Status quo der 
Kölner Stadtentwicklung aufzeigen. Dieser 
Status quo besteht aus der heutigen Stadt­
struktur sowie bereits beschlossenen Planun­
gen und Projekten, die in den nächsten Jahren 
realisiert werden. Die Grundlagenkarten 
basieren im Wesentlichen auf den defnierten 
Handlungsfeldern und stellen den Startpunkt 
der Stadträumlichen Perspektive dar. Auf Basis 
der Grundlagenkarten wurde eine umfassende 
Analyse der räumlichen Struktur durchgeführt 
und in elf Erkenntnissen der räumlichen Ana­
lyse zusammengefasst. Diese identifzieren

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
30 
 
wesentliche räumliche Handlungsfelder und 
Herausforderungen und stützen so das Zielge­
rüst der 360­Grad­Perspektive. 
Ansätze der räumlichen Entwicklung 
formulieren und in Zielkarten 
konkretisieren 
Die auf den Erkenntnissen der räumlichen 
Analyse aufbauenden Ansätze der räumlichen 
Entwicklung skizzieren 13 übergeordnete und 
integrierte Entwicklungsleitlinien für Köln, 
welche die wesentlichen räumlichen Strate­
gien zur Bewältigung der Herausforderungen 
und zur Umsetzung der gesamtstädtischen 
Ziele aufzeigen. Diese Ansätze wurden in fünf 
detaillierte Zielkarten überführt, die als the­
matische Raumbilder zu den übergeordneten 
Themen wie unter anderem Wohnen oder 
Mobilität gelesen werden können. Die thema­
tischen Zielkarten defnieren die räumlichen 
Zielaussagen für die Weiterentwicklung der 
Stadt bis 2030 und darüber hinaus. Sie veror­
ten, wo immer möglich, die formulierten Aus­
sagen der Leitsätze und Ziele und weisen auch 
auf mögliche Konfikte bei der Umsetzung des 
Zielgerüsts im Raum hin. 
Die Entwicklungsziele zu einem räumlichen 
Leitbild zusammenfassen 
Die Ansätze der räumlichen Entwicklung 
sowie die Zielkarten wurden in einem ab­
schließenden Schritt zu einem räumlichen 
Leitbild zusammengefasst. Dieses zeigt die 
wesentlichen Elemente der zukünftigen Köl­
ner Stadtentwicklung und defniert räumliche 
Entwicklungsschwerpunkte – sogenannte 
„Zukunftsräume“. Diese markieren Bereiche 
der Stadt Köln, in denen bestimmte Aufgaben 
prioritär behandelt werden müssen oder in de­
nen besondere Potenziale zur Umsetzung des 
Zielgerüsts und der vorgeschlagenen Hand­
lungsempfehlungen vorhanden sind. 
Ein iterativer Erarbeitungsprozess 
Die Arbeit zur Stadträumlichen Perspektive 
startete parallel zur Erarbeitung des Zielge­
rüsts und wurde nach dem 1. Zukunftsforum 
intensiver fortgesetzt. Neben der Weiterent­
wicklung der räumlichen Analyse wurden erste 
Entwürfe der Ansätze der räumlichen Ent­
wicklung und der Zielkarten erarbeitet sowie 
in mehreren verwaltungsinternen Workshops 
mit den thematischen Teams diskutiert und 
weiterentwickelt. Ebenso wurden die Karten 
den Vorschlägen der Handlungsempfehlungen 
gegenübergestellt und mit diesen in Einklang 
gebracht. 
Die ersten Entwürfe der Stadträumlichen 
Perspektive wurden im 2. Zukunftsforum der 
Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion 
gestellt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse 
(siehe Kasten auf Seite 32) wurden in den vor­
liegenden Stand eingearbeitet.

Eindrücke aus den Zukunftsforen 
Teilnehmende des 2. Zukunftsforums halten die  
ausgestellten Zielkarten auf ihren Smartphones fest.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
32 
 
Das 2. Zukunftsforum 
Das räumliche Leitbild erklären und diskutieren 
Ziel des 2. Zukunftsforums am 9. Novem­
ber 2019 war es, den ersten Entwurf der 
Stadträumlichen Perspektive vorzustellen 
und mit der Öffentlichkeit zu diskutieren. 
An verschiedenen Stationen konnten sich 
die Besucherinnen und Besucher ausführ­
lich über die einzelnen Bestandteile der 
Stadträumlichen Perspektive informieren, 
diese diskutieren und Rückfragen stellen. 
Der Entwurf des räumlichen Leitbilds wurde 
als große Bodenkarte präsentiert. Für die 
Besucherinnen und Besucher gab es die 
Möglichkeit, Kommentare zu den Ansätzen 
der räumlichen Entwicklung zu formulieren 
und diese auf dem Leitbild zu verorten. 
Darüber hinaus fand vom 9. bis zum 23. No­
vember 2019 ein zweiter Online­Dialog 
statt. Insgesamt wurden online und offine 
rund 340 Anmerkungen zur Stadträumli­
chen Perspektive beigetragen. Als zentrale 
Themen wurden das Potenzial im Rechts­
rheinischen, die gemischte und grüne 
Stadt, Alternativen zum motorisierten In­
dividualverkehr (MIV) sowie mehr Teilhabe 
durch starke soziokulturelle Einrichtungen 
hervorgehoben. Diese Aspekte wurden auf­
gegriffen und sind in die Überarbeitung der 
Ansätze der räumlichen Entwicklung, des 
Leitbilds und der Zielkarten eingefossen. 
Das 3. Zukunftsforum [online] als Abschluss 
Das 3. Zukunftsforum fand aufgrund der 
Corona­Pandemie in digitaler Form zwi­
schen dem 19. Juni und 5. Juli 2020 statt. 
Auf der Plattform konnten sich die Bürge­
rinnen und Bürger insbesondere über die 
Stadträumliche Perspektive informieren. 
So wurden beispielsweise in Videos die 
einzelnen Zielkarten und ihre Inhalte Stück 
für Stück dargestellt und erklärt. Zusätz­
lich konnten Fragen gestellt und ein Stim­
mungsbild zu den strategischen Empfeh­
lungen der Zielkarten abgegeben werden. 
Die Ergebnisse sind online einsehbar.

Eindrücke aus den Zukunftsforen 
Auf einer großen Bodenplane verorten und kommentieren die 
Teilnehmenden des 2. Zukunftsforums die Ansätze der räumlichen 
Entwicklung. Umgeben ist die Bodenplane des räumlichen 
Leitbildes von Stellwänden, welche die Zielkarten und die Ansätze 
der räumlichen Entwicklung darstellen und erläutern.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
34 
 
Vorschläge für zehn  
Handlungsempfehlungen 
Konkret werden im Schnittpunkt der  
zwei Perspektiven 
Aus dem fnalen Zielgerüst der 360­Grad­
Perspektive und den Erkenntnissen der Stadt­
räumlichen Perspektive wurden Vorschläge für 
zehn Handlungsempfehlungen entwickelt. Sie 
beschreiben die wichtigsten Aufgabenfelder 
für die zukünftige Kölner Stadtentwicklung 
und zeigen auf, wie die formulierten Ziele 
erreicht werden sollen. Damit bilden sie das 
Bindeglied zwischen beiden Perspektiven und 
stellen den Übergang von der Stadtstrategie 
zu ihrer Umsetzung dar. 
Der vorliegende Stand der vorgeschlagenen 
Handlungsempfehlungen ist das Ergebnis 
eines intensiven Arbeits­ und Diskussionspro­
zesses mit den thematischen Teams. Ziel war 
es, die Anzahl der Handlungsempfehlungen 
bewusst niedrig zu halten, um deren Bedeu­
tung als strategische, übergreifende Aufgaben 
der Stadtentwicklung zu stärken. Die vorlie­
genden Vorschläge sind daher als Aufgaben­
beschreibung und Diskussionsgrundlage zu 
verstehen, die im kommenden Konsultations­
und Weiterentwicklungsprozess mit einem 
neu gebildeten Stadtentwicklungsteam weiter 
diskutiert, operationalisiert und mit konkreten 
Schlüsselprojekten versehen werden sollen.

35 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
Die „Kölner Perspektiven 2030+“  
– wie geht es weiter?
Für die Umsetzung der Stadtstrategie sind  
folgende Schritte geplant: 
Prüfung, Diskussion und Weiter­
entwicklung der Umsetzungsebene 
Die formulierten Vorschläge für Handlungs­
empfehlungen und die vorgeschlagenen 
Zukunftsräume sind zu schärfen. Zu diesem 
Zweck wurde verwaltungsintern ein Steue­
rungsgremium, das Stadtentwicklungsteam, 
gebildet, welches die handlungsbezogenen 
Elemente der Stadtstrategie Schritt für Schritt 
in Richtung umsetzbarer Projekte entwickelt. 
Dabei sollen neben der Benennung konkreter 
Verantwortlichkeiten, die Synergien mit be­
stehenden Programmen und Projekten identi­
fziert und die Zusammenarbeit zwischen den 
verschiedenen Ämtern gestärkt werden. 
Darauf aufbauend ist die Zusammenarbeit mit 
weiteren Partnerinnen und Partnern zu prüfen, 
die für die Umsetzung der Stadtstrategie erfor­
derlich sind. Hierzu gehört auch der Austausch 
mit den Nachbarkommunen und der Region. 
Das vorliegende Agglomerationskonzept und 
der laufende Prozess der Regionalplanüberar­
beitung bieten hier wichtige Ansatzpunkte. 
Formulierung konkreter Schlüsselprojekte 
Im Anschluss an die „Kölner Perspektiven 
2030+“ sollten Schlüsselprojekte formuliert 
und entwickelt werden. Dabei handelt es 
sich um Projekte, die für die Umsetzung der 
vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen 
besonders geeignet sind oder modellhaften 
Charakter haben. Diese Schlüsselprojekte sind 
konkrete Projekte, die mit den Erkenntnissen 
und Vorgaben der Stadträumlichen Perspek­
tive abgestimmt sind. Aufgabe des Stadtent­
wicklungsteams wird es sein, diese Projekte zu 
identifzieren und sie als realisierbare Baustei­
ne in die Stadtstrategie zu integrieren.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
36

37 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
38 
 
 
Ein Glossar für die 
Stadtstrategie 
Die „Kölner Perspektiven 2030+“ 
2030+ Stadträumliche Perspektive 
Die Ausrichtung auf das Jahr 2030 bezieht Die Stadträumliche Perspektive beschäftigt 
sich auf die Planungsebene. Schlüsselprojek­ sich mit allen räumlichen Fragen der Kölner 
te und Maßnahmen, insbesondere im Bau­ Stadtentwicklung. Sie hat zum Ziel, stadt­
und Verkehrsbereich, sind bis zu diesem räumlich wirksame Maßnahmen und Pro­
Zeitpunkt geplant und können umgesetzt jekte zu defnieren. 
werden. Dennoch blickt die Stadtstrategie 
in vielen Bereichen auch schon auf die Jahr­ Zukunftsforen 
zehnte danach. Die Zukunftsforen dienen dem Austausch 
mit der (Fach­)Öffentlichkeit. Hier wird der 
360­Grad­Perspektive Stand der Arbeiten zur Stadtstrategie öf­
Die 360­Grad­Perspektive beschreibt den fentlich diskutiert und die Erkenntnisse bei 
Teil der Stadtstrategie, der sich mit allen der weiteren Bearbeitung berücksichtigt. 
relevanten Themen der Kölner Stadtent­ Zwei Zukunftsforen fanden als Präsenz­
wicklung befasst. veranstaltung 2019 statt. Das 3. Zukunfts­
forum wurde im Sommer 2020 digital 
durchgeführt.

39 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
 
360­Grad­Perspektive 
Zielgerüst 
Das Zielgerüst bezeichnet die Summe aller 
Leitsätze, Ziele und Aspekte (#), die für 
die zukünftige Entwicklung der Stadt Köln 
formuliert wurden. „Gerüst“ deshalb, weil 
es einen Rahmen bildet, in dem die unter­
schiedlichsten Aktivitäten, Planungen und 
Maßnahmen der Stadtverwaltung und an­
derer Akteursgruppen zukünftig stattfnden 
sollen. Das Zielgerüst wurde am 15. Oktober 
2019 vom Verwaltungsvorstand der Stadt 
Köln verabschiedet. 
Leitsätze 
Die Leitsätze bilden die oberste Ebene des 
Zielgerüsts. In fünf Leitsätzen defniert die 
Stadtstrategie, in welche Richtung sie ihre 
Entwicklung in den nächsten Jahren lenken 
will. 
Ziele 
Die Ziele konkretisieren die Leitsätze und 
formulieren Vorgaben für einzelne Bereiche 
der Stadtentwicklung. Sie zeigen auf, wel­
che konkreten Vorgaben sich die Stadt Köln 
für eine nachhaltige zukünftige Entwicklung 
setzt. Die Ziele sind nicht zwingend konfikt­
frei. Bei der Umsetzung dieser Ziele kann 
es sein, dass die Stadt und die beteiligten 
Akteurinnen und Akteure abwägen müssen, 
welche der Ziele sie höher priorisieren. 
Aspekte (#) 
Die einzelnen Ziele werden durch unter­
schiedliche Aspekte ergänzt, die als 
„Hashtags“ formuliert sind. Diese Aspekte 
unterfüttern und detaillieren einerseits 
die Ziele mit wichtigen Inhalten der Stadt­
entwicklung, andererseits formulieren sie 
auch erste Ansätze zur Zielerreichung.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
40 
 
Handlungsempfehlungen 
Vorschläge für Handlungsempfehlungen 
Die vorgeschlagenen Handlungsemp­
fehlungen beschreiben zehn wichtige 
Aufgabenfelder für die zukünftige Kölner 
Stadtentwicklung und zeigen auf, wie die 
formulierten Ziele erreicht werden können. 
Sie beziehen sich explizit auf Aufgaben, die 
in dieser Art und Weise noch nicht durch 
bestehende Planungen, Strategien und Ak­
tivitäten der Stadt abgedeckt sind oder die 
substanziell gestärkt werden müssen. 
Schlüsselprojekte 
Die Handlungsempfehlungen sollen im 
Anschluss an die Stadtstrategie weiterent­
wickelt, mit Verantwortlichkeiten versehen 
und durch erste konkrete Schlüsselprojekte 
operationalisiert werden. Mit der Formulie­
rung von Schlüsselprojekten defniert die 
Stadt strategisch bedeutsame Projekte, 
die für die Umsetzung der Handlungs­
empfehlungen besonders wichtig sind 
oder modellhaften Charakter haben. Diese 
Schlüsselprojekte sind in der Regel räumlich 
konkrete Projekte, die auch mit den Er­
kenntnissen und Vorgaben der Stadträumli­
chen Perspektive abgestimmt sind. Sie sind 
nicht Teil der vorliegenden Stadtstrategie. 
Stadträumliche Perspektive 
Grundlagenkarten 
In fünf Grundlagenkarten wird der Status 
quo der Kölner Stadtentwicklung mit 
Stand von Mai 2019 beschrieben. Die 
Grundlagenkarten sind den fünf Leit­
sätzen des Zielgerüsts zugeordnet und 
beinhalten sowohl den heutigen Zustand 
der Stadt sowie bereits bekannte und 
beschlossene Entwicklungen. Sie bilden 
die Grundlage für alle weiteren Schritte 
der Stadträumlichen Perspektive. 
Erkenntnisse der räumlichen Analyse 
Im Rahmen der Erarbeitung der Stadt­
räumlichen Perspektive wurde die ak­
tuelle räumliche Situation inklusive der 
bekannten und bestehenden Planungen 
der Stadt analysiert. Die wesentlichen 
Erkenntnisse dieser Analyse wurden in 
Form von Prinzipskizzen und begleiten­
den Erklärungen festgehalten. Sie bilden 
die Grundlage für die Ansätze der räumli­
chen Entwicklung sowie die Zielkarten.

41 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
Ansätze der räumlichen Entwicklung 
Die Ansätze der räumlichen Entwicklung 
beschreiben die wesentlichen Entwicklungs­
richtungen der Stadt zur Bewältigung ihrer 
Herausforderungen und zur Umsetzung ihrer 
Ziele. Wie die Erkenntnisse der räumlichen 
Analyse bestehen sie aus Prinzipskizzen mit 
begleitenden Erklärungen. Sie dienen als 
Grundlage für die Zielkarten und das räumli­
che Leitbild. 
Zielkarten 
Die Zielkarten machen räumlich strategi­
sche Aussagen zu Entwicklungen der Stadt. 
Sie sind als Zielbild zu verstehen, auf das die 
Stadt Köln in den kommenden Jahren hin­
arbeitet. Die fünf Zielkarten gliedern sich in 
Wohnen, Wirtschaft, Soziales, Kultur und 
Bildung, Mobilität sowie Grün und Klima. 
Räumliches Leitbild 
Das räumliche Leitbild fasst die angestrebte 
stadträumliche Entwicklung Kölns in einer 
Karte zusammen. Ähnlich der Leitsätze for­
muliert das räumliche Leitbild, in welche Rich­
tung die Stadt ihre räumliche Entwicklung 
lenken will, und abstrahiert die Aussagen der 
Zielkarten. 
Zukunftsräume 
Die Zukunftsräume beschreiben diejenigen 
Räume, die entweder für die zukünftige 
Entwicklung von besonderer Bedeutung sind 
oder in denen eine gewünschte Entwicklung 
modellhaft stattfnden soll. Auf diese Räume 
wird die Stadt Köln zukünftig ein besonderes 
Augenmerk legen und die räumliche Entwick­
lung vorantreiben. Die Wahl der Zukunfts­
räume basiert auf den Erkenntnissen beider 
Perspektiven.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
42 
 
Mobilität 
MIV – Motorisierter Individualverkehr 
Kraftfahrzeuge zur individuellen Nutzung 
wie Pkw und Krafträder. 
ÖPNV – Öffentlicher Personennahverkehr 
Der Personennahverkehr als Teil des öffent­
lichen Verkehrs im Rahmen der Grundver­
sorgung auf Straße, Schiene, Wasser und 
mittels Luftseilbahn. Der schienengebun­
dene ÖPNV umfasst die Stadtbahn (KVB). 
SPNV – Schienenpersonennahverkehr 
Verkehrsleistungen der Eisenbahnverkehrs­
unternehmen im Regionalverkehr (Regio­
nal­Express (RE, im Text auch „schneller 
Regionalverkehr“ genannt), Regionalbahn 
(RB) und S­Bahn). 
Schienengebundener Nahverkehr 
Umfasst den schienengebundenen Verkehr 
in der Stadt, heißt den SPNV (Schienen­
personennahverkehr) sowie den schienen­
gebundenen ÖPNV. 
Umweltverbund 
Der Umweltverbund bezeichnet die Gruppe 
der umweltverträglichen Verkehrsmittel, 
also den ÖPNV und SPNV, Rad­ und Fuß­
verkehr sowie das stationsgebundene Car­
sharing. 
ÖPNV­Roadmap 
Der Bedarfsplan des Landes Nordrhein­
Westfalen für den öffentlichen Personen­
nahverkehr wird neu aufgestellt. Im Rahmen 
dessen hat die Stadt Köln gemeinsam mit 
den Kölner Verkehrsbetrieben eine Reihe 
von wichtigen Maßnahmen für den Stadt­
bahnausbau und ­neubau erarbeitet und 
angemeldet.

43 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Eine Stadtstrategie  
Räumliche Ebene 
Agglomerationskonzept 
Das „Agglomerationskonzept“ ist ein räum­
liches Zielbild für eine balancierte Entwick­
lung der Region Köln/Bonn im Zeithorizont 
bis 2040. Handlungsleitend war die Frage, 
wie ein guter Raumzustand der sich dyna­
misch verändernden Agglomeration Region 
Köln/Bonn im Jahr 2040 aussehen und ein 
konkreter, umsetzungsorientierter Weg 
dorthin gestaltet werden könnte. Da das 
Agglomerationskonzept auch wichtige 
Impulse für die Entwicklung der Stadt Köln 
und ihres Umlands formuliert, wird in der 
Stadträumlichen Perspektive mehrmals 
darauf Bezug genommen. 
Innenstadt 
Die Innenstadt bezeichnet den linksrhei­
nischen Kern der Stadt Köln innerhalb des 
Inneren Grüngürtels und den rechtsrheini­
schen Stadtteil Deutz. 
Innere Stadt 
Die „innere Stadt“ bezeichnet den Bereich 
Kölns zwischen Innerem und Äußerem 
Grüngürtel. 
Äußere Stadt 
Die „äußere Stadt“ bezeichnet den Bereich 
Kölns außerhalb des Äußeren Grüngürtels. 
Innerer Grüngürtel 
Bezeichnet den Bereich des Grünsystems 
um die Innenstadt. 
Äußerer Grüngürtel 
Bezeichnet den Bereich des Grünsystems 
zwischen innerer und äußerer Stadt.

Die 360­Grad­
Perspektive 
– Rahmenbedingungen, Entwicklungstrends, Aufgaben und
Herausforderungen für Kölns Zukunft
– Zielgerüst: Leitsätze und Ziele für die künftige Kölner Stadtentwicklung

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Bevölkerungswachstum, demografscher Wan­
del, Klimawandel, Klimaschutz, ökonomischer 
Strukturwandel, Digitalisierung, Globalisie­
rung: Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 
2030+“ soll den Kompass für eine zukunftsge­
richtete, strategische und nachhaltige Stadt­
entwicklung bilden. Dabei gilt es, die Chancen 
künftiger Herausforderungen zu nutzen und 
ihre Wechselwirkungen zu erkennen, um sie 
aktiv gestalten zu können. 
Um diesen umfassenden Anforderungen 
gerecht zu werden, wurde ein zweistufges 
Verfahren mit mehreren Bearbeitungsschritten 
entwickelt. Der erste Teil der „Kölner Pers­
pektiven 2030+“ – die sogenannte 360­Grad­
Perspektive – beschäftigt sich dabei mit den 
vielfältigen Stadtentwicklungsthemen, die für 
Köln relevant sind, und baut darauf basierend 
ein Zielgerüst auf, an dem sich die Entwick­
lung Kölns in den nächsten Jahren orientieren 
soll. 
45

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
46 
  
Die 360­Grad­Perspektive 
Rahmenbedingungen, 
Entwicklungstrends, 
Aufgaben und 
Herausforderungen 
für Kölns Zukunft

47 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Der Blick in die Zukunft zeigt, dass Köln vor 
vielfältigen Herausforderungen steht. Die 
Stadt hat sich insbesondere der Nachhaltigkeit 
verpfichtet und in dem Zuge die „Internatio­
nalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung 
der Vereinten Nationen“ (SDG) zum Rahmen 
des eigenen Handelns erklärt. Vor diesem 
Hintergrund sind die SDG auch für die „Kölner 
Perspektiven 2030+“ ein zentraler Ausgangs­
punkt. 
Eine weitere wesentliche Leitlinie für die 
zukünftige Stadtentwicklung ist die „Leipzig 
Charta“ – sie defniert zentrale Werte für die 
nachhaltige Entwicklung europäischer Städte. 
Auch sie enthält wichtige Impulse, die von der 
Stadtstrategie aufgegriffen werden. 
Häufg beziehen sich Stadtstrategien vor allem 
auf sich bereits deutlich abzeichnende Ent­
wicklungen – Köln dagegen blickt nicht nur ins 
„Morgen“, sondern wagt den Blick ins „Über­
morgen“. Ziel ist es, die großen Trends der 
Zukunft bereits heute bei der Entwicklung der 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
zu berücksichtigen. Als Basis hierfür dient das 
Forschungsprojekt des Bundesinstituts für 
Bau­, Stadt­ und Raumforschung mit dem Titel 
„Nachdenken über die Stadt von übermorgen“. 
Aus den übergeordneten Herausforderungen, 
die sich aus den SDG, der Leipzig Charta und 
den Trends von übermorgen defnieren lassen, 
und dem Status quo Kölns kann anschließend 
ein tragfähiges Gerüst an Zielen für die zukünf­
tige Entwicklung der Stadt festgelegt werden.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
48 
Die Sustainable  
Development Goals 
Die Sustainable Development Goals (SDG) 
oder „17 Ziele für eine nachhaltige Entwick­
lung“ wurden 2015 im Zuge der Agenda 
2030 der Vereinten Nationen erarbeitet und 
sind zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten. 
Sie umfassen 17 Ziele und 169 Unterziele für 
eine nachhaltige Entwicklung in sozialer, 
ökonomischer und ökologischer Hinsicht. 
Die Stadt Köln hat sich mit Ratsbeschluss 
vom 28. September 2017 der Resolution für 
eine nachhaltige Entwicklung in Kommunen 
angeschlossen. Die Grundzüge der SDG fn­
den sich in dem Zielgerüst der Stadtstrategie 
„Kölner Perspektiven 2030+“ wieder. 
Die Umsetzung der SDG ist ein zentrales Ziel 
der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und 
geht damit auch auf die Länder und Kom­
munen über. Durch das Ziel 1 1 „Städte und 
Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig 
und nachhaltig gestalten“ sind die Städte 
und Kommunen gefragt, Verantwortung zu 
übernehmen, und somit wichtiger Bestandteil 
der nachhaltigen Entwicklung. Mit der Stadt­
strategie „Kölner Perspektiven 2030+“ werden 
die globalen Ziele auf lokaler Ebene in Köln 
umgesetzt und damit in das Bewusstsein und 
Handeln aller städtischen Akteurinnen und 
Akteure verankert.

49 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
 
Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwi­
schen lokaler Verwaltung, Privatwirtschaft und 
Zivilgesellschaft notwendig sowie effektive 
Partnerschaften und Instrumente für inklusive 
Planungs­ und Beteiligungsprozesse. 
Die globale „Agenda 2030“ enthält eine 
starke Fokussierung auf die gemeinsame 
Verantwortung aller Staaten, stellt aber auch 
die besondere Verantwortung des „globalen 
Nordens“ gegenüber dem „globalen Süden“ 
heraus. Durch zum Beispiel eine Reduzierung 
der Umweltbelastungen oder eine Steigerung 
der Luftqualität kann lokal zu globalen Effek­
ten beigetragen werden. Außerdem fordert 
die Agenda leistungsfähige, demokratische 
und fnanziell handlungsfähige Strukturen auf 
lokaler Ebene ein. 
Köln nimmt am Programm „global nach­
haltige Kommunen NRW“ teil, welches die 
Erstellung von Nachhaltigkeitskonzepten für 
Kommunen begleitet. Es wurde sich bewusst 
entschieden, kein eigenständiges Nachhaltig­
keitskonzept für Köln zu erarbeiten, sondern 
die Nachhaltigkeitsziele der SDG als Richt­
schnur für die Erarbeitung der Stadtstrategie 
„Kölner Perspektiven 2030+“ zu verwenden. 
Richtschnur deshalb, weil die umfangrei­
chen Zielsetzungen der SDG mit den „Kölner 
Perspektiven 2030+“ nicht erreicht werden 
können. Die Stadtstrategie hat sich aber zum 
Ziel gesetzt, den Weg für eine nachhaltigere 
Entwicklung zu bereiten.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
50 
 
 
Übersicht der SDG 
Armut in jeder Form und überall beenden 
Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine 
bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige 
Landwirtschaft fördern 
Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters 
gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern 
Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten 
und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle 
fördern 
Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle 
Frauen und Mädchen erreichen 
Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser 
und Sanitärversorgung für alle gewährleisten 
Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und 
zeitgemäßer Energie für alle sichern 
Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges 
Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und 
menschenwürdige Arbeit für alle fördern 
Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und 
nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen 
unterstützen

51 
 
 
Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten 
verringern 
Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig 
und nachhaltig gestalten 
Für nachhaltige Konsum­ und Produktionsmuster sorgen 
Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des 
Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen 
Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer 
nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen 
Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige 
Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung 
bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den 
Biodiversitätsverlust stoppen 
Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer 
nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur 
Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und 
inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen 
Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft 
für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben 
Quelle: „Sustainable Development Goals“, Beschluss der Vollversammlung der Vereinten Nationen, 2015

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
52 
  
  
Die Ziele der 
Leipzig Charta 
2007 wurde die „Leipzig Charta zur nachhal­
tigen europäischen Stadt“ unter breiter und 
transparenter Beteiligung der europäischen 
Interessensvertretungen erarbeitet, um eine 
Grundlage für die zukünftige Stadtpolitik 
in Europa zu schaffen. Die Werte der Leip­
zig Charta fnden sich in dem Zielgerüst der 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
wieder. 
Dabei sollen zwei Hauptpunkte zukünftig be­
sondere politische Beachtung fnden: 
1. Die „integrierte Stadtentwicklung“ orien­
tiert sich an den Zielen der Nachhaltigkeit
und wird bürgerorientiert und fachüber­
greifend konzipiert.
2. Benachteiligte Stadtgebiete werden im
gesamtstädtischen Zusammenhang durch
eine soziale Integrations­ und Wohnraum­
politik gefördert.
Alle 27 der damals in der Europäischen Union 
für Stadtentwicklung zuständigen Ministerin­
nen und Minister haben sich zur Umsetzung 
dieser Hauptpunkte verpfichtet. Grundlage 
dafür ist ein gemeinsames Stadtbild – das Mo­
dell „Europäische Stadt“. 
Dieses zeichnet sich durch eine kompakte und 
nutzungsgemischte Stadtstruktur, kulturelle 
und bauliche Qualitäten, lebendige öffentliche 
Räume, qualitätsvolle Parks, eine stadtverträg­
liche Mobilität sowie eine hohe soziale Mi­
schung und Integration aus. Als Metropole im 
Zentrum Europas mit im Mittelalter gewach­
senem Stadtkern ist auch Köln eine typische 
europäische Stadt. Im Zuge der Leipzig Charta 
soll dieses Modell geschützt, gestärkt und 
weiterentwickelt werden. 
Dazu gehören im Sinne des Grundsatzes der 
integrierten Stadtentwicklungsplanung die 
Modernisierung der Infrastrukturnetze und

53 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Steigerung der Energieeffzienz, eine aktive 
Innovations­ und Bildungspolitik sowie die 
Herstellung und Sicherung qualitätsvoller 
öffentlicher Räume. 
Eine Förderung benachteiligter Stadtquartiere 
impliziert die Verstetigung städtebaulicher 
Aufwertungsstrategien, die Stärkung der loka­
len Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, eine 
aktive Bildungs­ und Ausbildungspolitik sowie 
die Förderung eines leistungsstarken und 
preisgünstigen Stadtverkehrs. 
Ziel der Charta von Leipzig ist es, den europäi­
schen Städten zu ermöglichen, gut auf die sich 
wandelnden sozialen, wirtschaftlichen und 
ökologischen Rahmenbedingungen auf Ebene 
der Stadtentwicklung reagieren zu können. Da 
sich die Rahmenbedingungen und Herausfor­
derungen der Städte in den letzten 13 Jahren 
verändert haben, wird die Leipzig Charta der­
zeit überarbeitet und um Aspekte wie Digita­
lisierung, gerechtere Wohn­ und Bodenpolitik 
oder Aufgaben wie die stärkere Verzahnung 
von Quartier, Gesamtstadt und Umland er­
gänzt. Auch neue Rahmenbedingungen wie 
das Pariser Klimaschutzabkommen oder der 
Pakt von Amsterdam spielen eine Rolle. Im 
Rahmen eines Dialogprozesses auf deutscher 
und europäischer Ebene soll sie bis Ende 2020 
neu geschrieben sein.

Die Merkmale der europäischen Stadt 
Hohe Mitbestimmung der Bürger und Bürgerinnen 
– Verantwortungsgefühl & Engagement für die Gegenwart & Zukunft
der S
tadt aufbauen
– Interessen gleichzeitig und fair abwägen, damit zukünftige Stadt­
planung ein Ergebnis öffentlicher Prozesse ist
– Verschiedene Akteure durch integrierte Stadtentwicklungspolitik
beteiligen, deren Vernetzung stärken und überregionale Partner­
schaften fördern
– Öffentliche und private Projekte abstimmen und fördern
Kompakte und nutzungsgemischte Stadtstruktur 
– Vermischung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit stärken
– Soziale und wirtschaftliche Stärke, Sicherheit und Attraktivität
fördern
– Öffentlichen Nahverkehr und alternative Verkehrsmittel stärken
– Motorisierten Individualverkehr und Oberfächenversiegelung
verringern
Kulturelle und bauliche Qualität 
– Bauliche Qualität von Bestand und Neubau verbessern
– Qualitative Baukultur als strukturpolitisches Instrument des
Standortwettbewerbs integrieren
– Gestalterische und bauliche Verbesserung des Gebäudebestands
in benachteiligten Quartieren vornehmen und damit auch soziale
und kulturelle Lebensqualität vor Ort aufwerten
54

Nachhaltige öffentliche Räume und Mobilität 
– Energieeffzienz in baulicher Qualität von Bestand und Neubau als
Beitrag zum Klimaschutz anheben
– Lebensqualität vor Ort durch städtebauliche Verbesserung stärken
– Motorisierten Individualverkehr durch preisgünstigen und leistungs­
starken, öffentlichen Nahverkehr sowie alternative Verkehrsmittel als
Beitrag zum Klimaschutz verringern
Hohe soziale Mischung und Integration 
– Benachteiligte Stadtteile fördern
– Bildungs­ und Förderungsangebote schaffen
– Soziale Ausgeglichenheit und wirtschaftliches Wachstum durch
soziale und kulturelle Integration schaffen
– Integration als Hauptaufgabe internationaler Angleichung begreifen
– EU als Sozialraum und Wertegemeinschaft konkretisieren
55

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
56 
Die Trends von 
übermorgen 
Die Zukunft der Städte ist zentraler Bestand­
teil vieler öffentlicher Debatten. Dennoch 
berücksichtigen nur wenige Stadtstrategien 
explizit die schon heute auszumachenden 
Zukunftstrends. Welche Wirkung werden 
diese Trends auf verschiedene Raumtypen 
wie beispielsweise eine Metropole, eine 
Landgemeinde, ein innerstädtisches Wohn­
gebiet oder ein peripheres Industrieareal 
entfalten? Köln denkt einen Schritt weiter. 
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 
2030+“ soll nicht nur heute bereits gut vor­
hersehbare Entwicklungen in naher Zukunft, 
sondern auch zukünftige Trends in die Über­
legungen einbeziehen. 
Einen Orientierungsrahmen hierfür bietet das 
Forschungsprojekt „Nachdenken über die 
Stadt von übermorgen“. In interdisziplinären 
Teams wurden im Auftrag des Bundesinstituts 
für Bau­, Stadt­ und Raumforschung (BBSR) 
unter Beteiligung von Expertinnen und Exper­
ten des Bundes von einer Forschungsgemein­
schaft (urbanista, Futur A, burgdorffstadt, 
Universität Kassel) Trends mit Relevanz für 
die Stadtpolitik von übermorgen identifziert. 
150 Einzeltrends, die eine gewisse Robustheit 
aufweisen, somit auch in Zukunft von Relevanz 
sein werden und Einfuss auf die Entwicklung 
der Städte nehmen, wurden identifziert und 
anhand ihrer Wirkkontexte zu „Trendmolekü­
len“ zusammengefasst. 
Die unterschiedlichen „Trendmoleküle“ rei­
chen von Algorithmisierung über die Verände­
rung politischer Entscheidungsprozesse, ein 
neues Gesundheitsbewusstsein und Migration 
bis hin zur Verdichtung der Städte und haben 
dementsprechend individuelle Auswirkungen 
auf verschiedene Bereiche der Stadt. Die Aus­
wirkungen der Trends lassen sich, siehe Grafk 
auf den folgenden Seiten, aufschlüsseln nach 
räumlichen Auswirkungen, Auswirkungen auf 
die soziale und technische Infrastruktur sowie 
gesellschaftlichen Auswirkungen. 
Der Blick auf die Trends und damit die Stadt 
von übermorgen bietet einen Ausblick – durch 
Zukunftserzählungen mit Blick auf städtische 
Einfussfaktoren werden verschiedene Ent­
wicklungspfade sichtbar, anhand derer Städte 
Weichenstellungen für die Zukunft treffen 
können. 
Die Betrachtung der Trends der Stadt von 
übermorgen bietet somit die Chance, eine 
Perspektive über den gewöhnlichen Zeitraum 
von 20 bis 30 Jahren hinaus zu entwickeln. 
Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung 
müssen über die nahe Zukunft hinausgedacht 
werden. In diesem Sinne sind die Trends von 
übermorgen eine weitere wichtige Grundlage 
für die Stadtstrategie.

57 
 
© Samuel Zeller on unsplash 
Ein Blick ins Übermorgen 
Die virtuelle Realität und Digitalisierung sind Trends in der 
Stadtentwicklung. Sogenannte VR-Brillen (Brillen für virtuelle 
Realität), wie sie die Person auf dem Foto trägt, sind Teil dieser 
Trends.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
58 
Die 16 Trendmoleküle und ihre Auswirkungen 
auf die verschiedenen Bereiche der Stadt 
#1 Mensch­Maschine­Leben 
Das Zusammenleben von Mensch und Maschi­
ne verschränkt sich auf zwei Ebenen. Einer­
seits übernehmen Maschinen immer mehr 
und wichtigere Rollen in der Gesellschaft und 
werden zunehmend lernfähig (KI). Andererseits 
kommt es zu einer Verschränkung des mensch­
lichen Organismus mit Maschinen durch Er­
satzteile, aber auch Erweiterungen und Vernet­
zung mit dem menschlichen Körper. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#2 Länger leben, länger aktiv sein 
Durch hohen Lebensstandard und ein stei­
gendes Gesundheitsbewusstsein steigt die 
Lebenserwartung weiter an – bei zugleich 
geringerer Geburtenrate altert die deutsche 
Gesellschaft fortlaufend und ältere Men­
schen bleiben länger aktiv. Versorgungs­ und 
Gesundheitssysteme, aber auch Stadträume 
und persönliche Lebensweisen müssen ange­
passt werden. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#3 Hypervielfalt 
Die Vielfalt an Lebensstilen, kulturellen Prä­
gungen und Rollen/Rollenverständnissen 
nimmt immer mehr zu und die Gesellschaft 
differenziert sich entsprechend weiter aus. 
Gleichzeitig sind Individuen zunehmend on­
line sichtbar und vernetzt. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#4 Ausdifferenzierung der Produk­
tions­und Distributionsprozesse 
Wie die Lebensstile der Menschen werden 
auch ihre Anforderungen an Produkte und 
Dienstleistungen individueller. Bedarfsge­
rechte Stückzahl­1­Fertigung wird möglich. 
Saubere, leise und hochtechnisierte Produk­
tion, zum Beispiel 3D­Druck, kehrt, auch ge­
stapelt und im Nutzungsmix, in die urbanen 
Räume zurück. Auch die Logistik wird immer 
ausdifferenzierter, Waren und Güter sind 
jederzeit verfügbar. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft

59 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
 
 
#5 Virtuelle Durchdringung der 
Realität und Digitalleben 
Virtuelle Welten halten durch mobile und 
alltagstaugliche Mixed­Reality­Technologien 
zunehmend Einzug in die uns umgebende 
Realität. Dies hat Einfluss auf die Gestaltung 
der Alltagswelten, Einkaufsverhalten, virtuelle 
Kunst­ und Kulturangebote und vieles ande­
res mehr. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#6 Verschiebung von Entscheidungs­
und Gestaltungsmacht 
Verwaltungshandeln basiert immer mehr auf 
Regulierungen auf höheren Ebenen. Auch 
viele wichtige ökonomische Entscheidun­
gen werden nicht mehr auf lokaler Ebene 
getroffen. Finanzielle Engpässe können den 
Gestaltungsspielraum der Kommunen weiter 
einschränken. Um diesen Verlust an Gestal­
tungsmacht auszugleichen, sucht die Verwal­
tung offensiv die Zusammenarbeit mit Bürge­
rinnen und Bürgern sowie privaten Akteuren. 
Raum 
Infrastruktur 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#7 Superbauen 
„Supermaterialien“ eröffnen neue Möglich­
keiten für effizientes, kreatives, ökologisches 
und kostengünstiges Bauen. Von Gebäuden, 
die sich anpassen können und Daten auswer­
ten, über Baustoffe, die Energie erzeugen, bis 
hin zu vollständig im Kreislauf recycelbaren 
Materialien wird vieles möglich. 
#8 Aktiver Umweltschutz / 
Klimaanpassung 
Städte werden sich im Bereich Städtebau, 
Stadttechnik, aber auch bei den bisherigen 
Nutzungsmustern an die klimatischen Ver­
änderungen und neue Extrembedingungen 
anpassen müssen. Zugleich wächst auch das 
Verständnis für die eigene Verantwortung 
im Kontext der globalen klimatischen Verän­
derungen – der eigene Ressourcenverbrauch 
wird kritisch angepasst werden müssen. 
Gesellschaft

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
60 
 
#9 Algorithmisierung 
städtischer Systeme 
Echtzeitdaten, Algorithmen und Digitali­
sierung ermöglichen eine neuartige intelli­
gente und selbstlernende Organisation von 
Stadtver­ und Entsorgungssystemen sowie 
des Verkehrssystems. Vernetzungen von 
alltäglichen Tätigkeiten, möglich auch durch 
das „Internet der Dinge“, sowie multimodal 
vernetzte Verkehrsformen verändern die 
Alltagswelt in den Städten. 
#10 Gesundheit und Selbst­
optimierung als individuelle Aufgabe 
Das Gesundheitsbewusstsein steigt und kör­
perliche und geistige Fitness werden zum 
Statussymbol. Ob freiwillig oder nicht: Das Mo­
nitoring menschlichen Verhaltens, der Fitness 
und Gesundheit gehören zum Alltag. Persönli­
che Verantwortung spielt eine große Rolle, die 
Gefahr der Ausgrenzung oder Sanktionierung 
bei ungesundem Verhalten steigt. Gesunde Le­
bensverhältnisse werden zum wichtigen Faktor 
im globalen Standortwettbewerb. 
Gesellschaft 
#1 1 Ausdifferenzierung der Arbeits­
verhältnisse und steigendes Armuts­
risiko 
Klassische Normalarbeitsverhältnisse geraten 
unter Druck. Arbeit ist immer öfter befristet 
oder auf Projektbasis organisiert und Arbeits­
kraft wird individuell vermarktet. Was für 
Hochqualifizierte eine Chance darstellen  
kann, wird für viele zum erhöhten Armuts­
risiko. Feste Berufsstrukturen lösen sich auf. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#12 Entgrenzung von Arbeit  
und Freizeit 
Arbeits­, Wohn­ und Freizeitorte durchmischen 
sich immer mehr. Die permanente Erreichbar­
keit („always­on“) führt zu einer Erhöhung von 
Stressfaktoren. Gleichzeitig kann – wenn die Ar­
beit Spaß macht – Verwirklichung ein positiver 
Effekt sein. Auf dem Weg in die Wissensgesell­
schaft ergeben sich neue Chancen für flexibles 
Arbeiten, klassische Hierarchien und Strukturen 
werden aufgebrochen, Kreativität und Persön­
lichkeit werden zu zentralen Faktoren. 
Raum 
Infrastruktur 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft

61 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
 
 
 
#13 Autoritätsverlust der Eliten  
und steigende Einflussnahme von  
Individuen 
Das Misstrauen gegenüber politischen und 
wirtschaftlichen Eliten wächst. Bürgerinnen 
und Bürger fordern ihr Recht auf Mitbestim­
mung ein und gewinnen an Macht und Ver­
antwortung. Engagement ist häufig anlass­
bezogen und verwehrt sich fester Strukturen. 
Kompetenzen, Fähigkeiten und (finanzielle) 
Möglichkeiten entscheiden darüber, wer wie 
viel Einfluss nimmt. Neue technologische Mit­
tel sind dabei wichtige Werkzeuge. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#14 Internationale Migration 
Flucht vor Gewalt, Krieg, Perspektivlosigkeit 
und der Klimakatastrophe bleiben zentrale 
Treiber der Migration. Die Disparität von 
Lebensverhältnissen nimmt zu und prekäre 
Lebensverhältnisse sind ein Massenphänomen. 
Mega­Cities und urbane Agglomerationen 
wachsen weiter stark und Stadtbevölkerungen 
werden immer diverser. 
Gesellschaft 
#15 Polarisierung zwischen und 
innerhalb von Städten/Regionen 
Während viele Städte von der Urbanisierung 
profitieren, gibt es gleichzeitig Verlierer dieser 
Entwicklung, was die Gleichwertigkeit der 
Lebensverhältnisse bedroht: „Gewinnende“ 
Städte qualifizieren sich als erfolgreiche Met­
ropolen mit hohem Erlebniswert – „verlieren­
de“ hingegen sind, sowohl wirtschaftlich wie 
kulturell, vom Bedeutungsverlust bedroht. 
Raum 
Infrastruktur 
Gesellschaft 
#16 Reurbanisierung – 
Verdichtung der Stadt 
Anhaltender Zuzug von Menschen in attrak­
tive Städte und erschöpfte Baulandreserven 
forcieren weiteren Wohnungsmangel. Dabei 
gibt es ein Nebeneinander von Überhang und 
Knappheit (zum Beispiel Büro zu Wohnen, 
Luxus zu Sozial), und in der Stadt steigen die 
Immobilienwerte, während in der Peripherie 
Wertverluste zu verzeichnen sind. 
Gesellschaft 
Raum 
Infrastruktur 
Raum 
Infrastruktur

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
62 
 
Aufgaben und 
Herausforderungen 
für Kölns Zukunft 
Sustainable Development Goals, Leipzig 
Charta, die Trends von übermorgen:  
Was bedeuten die genannten Rahmenbe­
dingungen für Köln? Vor welchen Herausfor­
derungen steht die Stadt? Welche globalen 
Veränderungen adressiert sie auf lokaler 
Ebene schon heute? 
Das Wachstum nachhaltig gestalten  
– mit kompakten, durchmischten
Quartieren
Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Zahl der
Einwohnerinnen und Einwohner Kölns in den
kommenden Jahren beständig wachsen wird.
Bis 2040 rechnet die Stadt derzeit mit etwa
70.000 zusätzlichen Personen. Die Prognose
des Landes NRW (IT.NRW) geht sogar von
einem Plus von fast 170.000 Menschen aus.
Neben zahlreichen positiven Aspekten wie ei­
nem größeren und vielfältigeren Arbeitsmarkt,
einer höheren kulturellen Dichte und effzien­
teren Möglichkeiten der Mobilitätsinfrastruktur
bringt das Stadtwachstum auch Reibungs­
punkte: Der steigende Bedarf an Wohnungen
führt zu einem wachsenden Flächenverbrauch
und zunehmenden Nutzungskonkurrenzen.
Diese können beispielsweise zwischen Woh­
nen, Arbeiten, Gewerbe, Kultur, Bildung und
Soziales, Grün­ und Freifächen sowie Verkehr 
auftreten. Ein ungesteuertes Wachstum ist in 
der Regel nicht mit den Zielen einer nachhalti­
gen Entwicklung vereinbar. Welche Richtung 
diese Entwicklung für die Stadt Köln nimmt, 
hängt also besonders davon ab, wie das Wachs­
tum gesteuert und gestaltet wird. 
Kölns historische Stadtstruktur ist vor allem 
in seinen zentralen Bereichen bereits ein Para­
debeispiel für eine europäische Stadt im Sinne 
der Leipzig Charta: Kompakte und gemischte 
Stadtquartiere, hohe bauliche und kulturelle 
Qualitäten sowie eine hohe soziale Mischung 
sind in vielen Teilen der Stadt zu fnden. Diese 
gilt es, zu erhalten und zu stärken und in weite­
ren Veedeln herzustellen, die noch nicht über 
diese Eigenschaften verfügen. Köln verfolgt 
dieses Ziel bereits mit einer Vielzahl an Konzep­
ten, Planungen und Programmen. 
Für Köln bedeutet das Stadtwachstum eine 
große Herausforderung, die unter nachhalti­
gen Aspekten gesteuert und gestaltet werden 
muss. Dies gilt besonders auch für den Woh­
nungsbau. Die Stadt verfolgt dabei den durch 
das Baugesetzbuch (BauGB) festgelegten 
Vorrang der Innen­ vor der Außenentwicklung

63 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
 
und somit das städtebauliche Leitbild der kom­
pakten, nutzungsgemischten Stadt der kur­
zen Wege. Die zentrale Aufgabe ist es daher, 
durch eine dem lokalen Kontext angemessene 
Verdichtung das Angebot und die Mischung 
von Wohnen, Arbeiten, Freiraum und sozialer 
Infrastrukturen weiter zu stärken und dabei 
die Lebensqualität der Stadt zu wahren. Viele 
Stadträume durchlaufen aktuell tiefgreifende 
Transformationsprozesse, die es in Zukunft 
weiter – den Anforderungen entsprechend –  
zu gestalten gilt. Aufgrund von begrenzten 
Flächenpotenzialen können diese zum Beispiel 
in den Siedlungen der 1950er­ und 1960er­
Jahre, unter maßvollen und ökologisch vertret­
baren Aspekten, fortgeführt werden. Auch die 
Konversion aus der Nutzung gefallener Areale 
und das Bauen am Innenstadtrand werden 
weiter im Fokus stehen. 
Voraussetzungen für eine nachhaltige 
Mobilität schaffen – durch Stärkung des 
Umweltverbundes 
Mit dem Wachstum von Bevölkerung und Ar­
beitsplätzen sowie der zunehmenden Individu­
alisierung und Komplexität der Lebensbedin­
gungen steigt auch die Vielzahl und Vielfalt der 
alltäglichen Wege, die an sie gestellten Flexibi­
litätsanforderungen und damit der Bedarf nach 
Mobilität. Diese wird in Köln – wie in vielen 
anderen Städten auch – nach wie vor zu einem 
Großteil über den motorisierten Individual­
verkehr (MIV) abgewickelt. Dieser ist nicht nur 
für rund ein Viertel der gesamten städtischen 
Emissionen von Treibhausgasen verantwort­
lich, sondern belegt mit dem fießenden und 
ruhenden Verkehr einen großen Teil des öffent­
lichen Raums in der Stadt. Alle Verkehrsfächen 
Kölns belegen zusammen rund 16 Prozent 
des gesamten Kölner Stadtgebiets. Nur die 
bebaute Fläche und der Wald nehmen mehr 
Raum in Anspruch. Die Auswirkungen dieses 
Flächenverbrauchs sind in der inneren Stadt 
sowie entlang der großen Stadtachsen deutlich 
sicht­ und spürbar. 
Der Notwendigkeit einer drastischen Redukti­
on der Emissionen im Verkehrssektor stehen 
in Köln die noch immer steigenden jährlichen 
Pkw­Zulassungen gegenüber. Mit einem stei­
genden Anteil an Fahrzeugen mit alternativen 
Antrieben lässt sich die Schadstoffbelastung in 
der Luft zwar lokal senken, die mit den aktu­
ellen Mobilitätsbedürfnissen einhergehenden 
Kapazitätsengpässe der bestehenden Infra­
strukturen werden damit aber nicht behoben.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
64 
 
Denn auch Fahrzeuge, die alternativ, beispiels­
weise elektrisch, angetrieben werden, verbrau­
chen den gleichen Raum und Parkraum wie 
herkömmliche Pkw. 
E­Autos spielen im künftigen Mobilitätsmix vor 
allem dann eine Rolle, wenn sie komplett mit 
erneuerbarem Strom fahren, kompakt gestal­
tet sind und intelligent genutzt werden – also 
einen hohen Besetzungsgrad aufweisen und 
mit weiteren Verkehrsmitteln vernetzt sind. 
Mit der Mobilitätsstrategie Köln Mobil 2025 
hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, den moto­
risierten Individualverkehr auf ein Drittel des 
Aufkommens zu reduzieren und den Umwelt­
verbund aus nichtmotorisiertem Individual­
verkehr (zum Beispiel Fuß­ und Radverkehr) 
und öffentlichem Nahverkehr auf zwei Drittel 
zu erhöhen. Sie setzt dabei auf intermodale 
Angebote und den Ausbau des schienenge­
bundenen Personennahverkehrs. Die bereits 
getroffenen Maßnahmen haben dazu geführt, 
dass der MIV­Anteil zwischen 2006 und 2017 
von 43 auf 35 Prozent vor allem zugunsten des 
Radverkehrs gesunken ist. Betrachtet wurden 
dabei zurückgelegte Wege an Werktagen. 
Eine große Herausforderung für eine weitere 
Reduktion des MIV sind aber auch die zahlrei­
chen Einpendlerinnen und Einpendler, die in 
dieser Statistik nicht einberechnet werden. Im 
Jahr 2018 pendelten allein im Berufsverkehr 
täglich rund 345.000 Personen nach Köln, 
viele davon mit dem MIV. Um diese besser auf 
den bereits ausgelasteten ÖPNV umlenken zu 
können, ist der Ausbau des Bahnknotens Köln 
sowie zahlreicher S­Bahn­ und Stadtbahnlinien 
(u. a. im Rahmen der Kölner ÖPNV­Roadmap) 
in Planung. 
Um eine nachhaltige Mobilität zu erreichen, 
wird es für Köln weiterhin eine der zentralen 
Aufgaben sein, den Umweltverbund konse­
quent zu stärken. Dafür müssen einerseits die 
Kapazitäten des ÖPNV und insbesondere des 
schienengebundenen ÖPNV weiter erhöht 
werden. Andererseits ist die Infrastruktur für 
ÖPNV sowie Rad­ und Fußverkehr in der Stadt 
auszubauen, was eine Reduktion von Flächen 
für den MIV aufgrund begrenzter Flächen un­
vermeidbar machen wird. 
Diese Herausforderung muss Köln sowohl 
politisch als auch in Zusammenarbeit mit 
der Region angehen und dabei auch neue 
Möglichkeiten in der Verkehrssteuerung oder 
­bepreisung nutzen. Ebenso sind neue Ange­
bote der kollektiven und geteilten Mobilität zu 
fördern, die eine Entwicklung weg vom priva­
ten Pkw ermöglichen und damit zusätzlich Flä­
chen in der Stadt freigeben. Eine wesentliche

65 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Voraussetzung für eine nachhaltige Mobilität 
ist die Entwicklung kompakter und gemischter 
Stadtquartiere im Sinne der Leipzig Charta, die 
es ermöglichen, viele Wege zu Fuß oder mit 
dem Rad zurückzulegen. 
Mehr, älter, bunter – Inklusion und 
gleichwertige Teilhabe für alle ermöglichen 
Neben dem Bevölkerungswachstum verändert 
sich auch die demografsche Struktur der Köl­
ner Gesellschaft stetig: Die Kölnerinnen und 
Kölner werden älter und bunter. Die Lebens­
erwartung beträgt aktuell (2017) für Kölnerin­
nen 83,5 und für Kölner 79 Jahre. Gleichzeitig 
wird es, trotz einer im Schnitt alternden Gesell­
schaft, zukünftig wieder mehr Kinder und Ju­
gendliche geben. Einige Trends deuten zudem 
auf eine sich immer weiter ausdifferenzierende 
Gesellschaftsstruktur hin. 
Auch Migration spielt für Köln eine wichtige 
Rolle. Als globales Thema lässt sich schwer 
prognostizieren, welche Herausforderungen 
die Stadt hier in Zukunft erwarten. Entspre­
chend der SDG und der Leipzig Charta ist die 
Inklusion dieser vielfältigen Bevölkerungs­
gruppen ein wichtiges Ziel. Die Vielfalt der 
Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen 
Bedürfnissen und Besonderheiten muss in 
allen Bereichen abgebildet und deren Teilhabe 
ermöglicht werden. 
Trotz eines hohen Bruttoinlandsprodukts pro 
Kopf bezieht ein hoher Anteil der Kölner Ge­
sellschaft Leistungen aus der Grundsicherung. 
Die hohe Anzahl an Kindern, die leistungsbe­
rechtigt nach SGB II sind, macht dieses Thema 
auch zu einer Frage der Kinder­ und Jugendför­
derung. Ebenfalls der Anteil der Seniorinnen 
und Senioren, die Grundsicherung erhalten, 
liegt in Köln überdurchschnittlich hoch. Die 
Kinder­ und Altersarmut sind daher große 
lokale Herausforderungen. 
Die sozialen Ungleichheiten variieren stark 
in den verschiedenen Quartieren. Die Leipzig 
Charta fordert die Städte auf, diese besonders 
benachteiligten Stadtquartiere im Blick zu 
behalten. Bildung, Teilhabe, Mitwirkung und 
Integration bilden die wichtigsten Grundpfei­
ler, um dieser Entwicklung weiter entgegenzu­
steuern. 
Um lebenswerte Veedel für alle Bürgerinnen 
und Bürger zu schaffen, setzt Köln schon heu­
te, gezielt darauf, die Lebensbedingungen in 
den benachteiligten Quartieren zu verbessern. 
Hierzu nutzt die Stadt interdisziplinäre Ansät­
ze, die Angebote aus verschiedenen Bereichen, 
Ämtern und Fachressorts koordinieren und 
zusammenführen. Ein wichtiges räumliches 
Werkzeug sind hierbei die Sozialraumgebiete, 
in denen der interdisziplinäre und querver­

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360-Grad-Perspektive  
66 
netzte Ansatz der Sozialraumorientierung seit 
2006 angewendet wird. Sozialräume weisen 
besondere Handlungserfordernisse und Un-
terstützungsbedarfe auf und sind im Vergleich 
zur Gesamtstadt überdurchschnittlich stark 
von sozialer Benachteiligung und Armut be-
troffen. Der Rat hat im Dezember 2019 die Er-
weiterung des Programms auf nun insgesamt 
15 Sozialraumgebiete beschlossen. 
Darüber hinaus existiert eine Vielzahl an An-
geboten und Treffpunkten, beispielsweise die 
Bürgerhäuser und -zentren, die von verschie-
denen Bevölkerungsgruppen angenommen 
werden. Bildung und Teilhabe in den Veedeln 
fördert Köln durch den verstärkten Schulbau 
sowie zahlreiche Angebote für Weiterbildung, 
Bewegung und Sport. 
Einkommensschwächere Familien sollen mehr 
unterstützt werden, um allen Kindern früh-
zeitig eine gleichberechtigte Teilhabe an der 
Gesellschaft zu ermöglichen. Eine wichtige Ba-
sis hierfür muss durch die stärkere Förderung 
inklusiver und bedarfsgerechter Bildungsange-
bote geschaffen werden. 
Seit vielen Jahren setzt sich Köln für Gleich-
stellung, Diversität und eine vielfältige Ge-
sellschaft ein. Wichtige Aspekte sind hierbei 
unter anderem die Integration von Menschen 
mit Migrationshintergrund, die Sichtbarkeit 
und Akzeptanz von LSBTIQ, die Teilhabe von 
Menschen mit Behinderung und die möglichst 
lange Teilhabe von älteren Menschen. In all 
diesen Bereichen hat Köln Vertretungen, Räte 
und Arbeitsgemeinschaften eingerichtet und 
betreibt aufsuchende Arbeit für die Einbin-
dung der verschiedenen Zielgruppen. 
Es ist auch zukünftig eine Herausforderung für 
die Stadt Köln, mehr Inklusion und Teilhabe für 
alle, insbesondere für Ältere, Ärmere, Schwä-
chere und Kinder, zu ermöglichen. Der Zusam-
menhalt zwischen den unterschiedlichen Ge-
nerationen und den verschiedenen ethnischen 
und sozialen Gruppen soll sichergestellt und 
weiter verbessert werden, um sozial durch-
mischte und sichere Stadtquartiere mit hoher 
Lebensqualität schaffen zu können. Denn 
besonders die Veedel übernehmen in Zeiten 
des Wachstums eine wichtige integrative Rol-
le, hier wird auf lokaler Ebene die Gesellschaft 
zusammengehalten. 
Ziel ist es, allen Menschen in Köln ein gesundes 
und gemeinschaftliches Leben im Quartier zu 
ermöglichen. Hierzu gehört eine Stärkung und 
Ausbau von Pfegeeinrichtungen, Netzwerken, 
Begegnungsmöglichkeiten, Beratungs- und 
Entlastungsdiensten und Kulturangeboten 
sowie eine bedarfsgerechte Daseinsvorsorge.

67 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Die Angebote müssen dabei auf die unter­
schiedlichen Bedarfe und Anforderungen 
der vielfältigen Bevölkerung (unter anderem 
Pfegebedürftige, Menschen mit Behinderung, 
Migrationshintergrund oder LSBTIQ­Orientie­
rung) sensibel zugeschnitten werden. 
Klimanotstand – Klima schützen und an  
den Klimawandel anpassen 
Einschneidende klimatische Veränderungen 
werden auch das Leben in Köln in Zukunft im­
mer stärker prägen. Der Temperaturanstieg in 
den Sommermonaten ist bereits heute deut­
lich messbar. In der Aktualisierung der Leipzig 
Charta wird beim Klimaschutz die stärkere 
Verknüpfung der globalen und lokalen Ebene 
gefordert. Die Stadtentwicklung vor Ort muss 
zur Verwirklichung der globalen Zielvorgaben 
beitragen. Auch die SDG fordern, umgehend 
Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawan­
dels und seiner Auswirkungen zu ergreifen. 
Als zentralen Handlungsschritt hat der Stadt­
rat im Juli 2019 den Klimanotstand ausgeru­
fen und sich dem Ziel der Eindämmung des 
vom Menschen verursachten Klimawandels 
verpfichtet. Köln strebt in diesem Zuge die 
Klimaneutralität an. 
Das Ziel der Stadt ist, bis 2030 die CO
2­Emis­
sionen gegenüber 1990 um 50 Prozent zu 
reduzieren. Ein ambitioniertes Ziel, welches 
großer Anstrengungen bedarf. Maßgabe ist, 
die Folgen des Klimawandels zu begrenzen 
und gleichzeitig durch innovative Lösungen 
Lebensqualität sicherzustellen. Die konkreten 
Maßnahmen hierfür sind vielfältig und lassen 
sich zum einen in Klimaschutz und das Ziel der 
CO
2­Reduktion sowie zum anderen in Klima­
anpassung im Sinne der Sicherung von Lebens­
qualität unterscheiden. 
Wichtige Aspekte beim Klimaschutz sind zum 
Beispiel die Energieversorgung, die Wirtschaft 
und Industrie, der Mobilitäts­ und der Gebäu­
desektor, aber auch Smart­City­Technologien, 
in denen der Stadt Köln vielfältige Handlungs­
ansätze zur Verfügung stehen. Besonders im 
Verkehrsbereich strebt Köln einen Wandel an. 
Modellprojekte wie die „Klimastraße“ wurden 
bereits von der Klimaschutzstelle initiiert. Auch 
regional wird über das Agglomerationskonzept 
Köln­Bonn mit einer Klimawandelvorsorgestra­
tegie das Thema in den Fokus gestellt. 
Ein weiteres Rückgrat für den Klimaschutz 
und die Klimaanpassung bilden die wertvollen 
blau­grünen Strukturen. Das Grünsystem mit 
seinen beiden Grüngürteln und den tief in die 
Stadt hineinreichenden grünen Fingern sind 
für die Versorgung mit Kaltluft sowie für die 
Kühlung der Stadt von unschätzbarem Wert.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
68 
 
Der Erhalt und die Stärkung dieses Grünsys­
tems sowie seine Erweiterung in die Region 
wird von der Stadt bereits heute aktiv verfolgt. 
Gleiches gilt für den Rhein, der sowohl durch 
die große Wassermenge für Kühlung sorgt 
und als Freifäche und Kaltluftstrom für das 
Mikroklima von großer Bedeutung ist. 
Vor allem die Modernisierung der Infrastruk­
turnetze und die Steigerung der Energieeff­
zienz in der Stadt sind weiter voranzutreiben, 
wie es die Leipzig Charta fordert. Köln muss in 
Zukunft stärker denn je auf drei Ebenen an­
setzen: Erstens gilt es, Gesetze und Vorgaben 
von Bund und EU umzusetzen. Zweitens tritt 
die Stadt als Beraterin und Dienstleisterin auf. 
Drittens setzt Köln im eigenen Einfussbereich 
konkrete Maßnahmen um. Aktuell beste­
hen Handlungsbedarfe zum Beispiel bei der 
Luftreinhaltung und beim Lärmschutz. Ins­
besondere in Emissionshotspots mit großen 
Überschreitungen muss gehandelt werden. 
Eine große Herausforderung ist, trotz Stadt­
wachstum Freiräume, Böden und Gewässer zu 
schützen und die Flächennutzungsziele einzu­
halten. Außerdem gilt es, die Stadt resilienter 
gegenüber dem Klimawandel zu machen, 
Daten besser zu nutzen und auch die Aspekte 
der Umweltgerechtigkeit verstärkt in den Blick 
zu nehmen. Um den CO
2­Ausstoß nachhaltig 
zu begrenzen, müssen aber vor allem Erfolge 
in der Industrie, bei privaten Haushalten und 
im Verkehrssektor erzielt werden. 
Globales, smartes Köln – Digitalisierung  
und Globalisierung schlau nutzen 
Die Möglichkeiten der Digitalisierung eröff­
nen neue Optionen für die Optimierung und 
Ausdifferenzierung städtischer Produktions­
und Distributionsprozesse. Darüber hinaus 
entstehen durch neue Datenverfügbarkeiten 
und digitale Steuerungsmöglichkeiten Poten­
ziale zur (Neu­)Organisation von Stadtver­ und 
­entsorgungssystemen sowie des Verkehrssys­
tems. Algorithmen sind in der Lage, in Echt­
zeit Planungs­ und Steuerungsprozesse auf 
diversen städtischen Ebenen zu unterstützen. 
So können zum Beispiel im Bereich der Ener­
gieproduktion und ­versorgung völlig neue 
Strukturen und Funktionalitäten entstehen, 
die einen besseren Lastenausgleich und effzi­
entere Energietransporte ermöglichen. 
Die Chancen für neue, digitale Kompetenzen, 
erneuerbare Energien, eine nachhaltigere 
Mobilität sowie neue Produktionsformen sind 
vielfältig und sollten für die Stadtentwicklung 
genutzt werden. So fördern die neuen Mög­
lichkeiten der urbanen Produktion auch kurze 
Wege und die Durchmischung von Quartieren: 
3D­Druck ermöglicht die Produktion nah am 
Endkunden; hoch technisierte, leisere und

69 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
 
sauberere Produktion fndet in mehrgeschos­
sigen Anlagen in dichten, gemischten Quartie­
ren Platz und bietet zudem die Möglichkeit für 
verstärkte, kürzere Vertriebskanäle zwischen 
Produzent und Verbraucher – Arbeit, Wohnen, 
Logistik und Vertrieb rücken so dichter und 
effzienter zusammen. Auch die Daseinsvor­
sorge, zum Beispiel im medizinischen Bereich, 
kann durch die Digitalisierung proftieren und 
Nachteile von bislang unterversorgten Stadt­
gebieten teilweise ausgleichen. 
Schon heute werden etliche Smart­City­
Technologien in Köln erprobt, um die Vorteile 
einer vernetzten Stadt zu nutzen. Ein beson­
deres Projekt stellt beispielsweise das För­
derprogramm „Smart City Cologne GO“ dar, 
das Smart­City­Projekte fördert, die sowohl 
soziale als auch technologische Innovationen 
beinhalten. Schließlich zeichnen sich dem 
Projektansatz zufolge Smart Cities nicht durch 
Technologien allein, sondern besonders durch 
eine aktive Stadtgesellschaft aus, welche die 
„smarte Stadt“ entwirft, mitgestaltet und 
weiterentwickelt. Die Gestaltung des Lebens­
umfeldes im Sinne des Klimaschutzes und 
der Nachhaltigkeit wird somit gesellschaftlich 
verankert. 
Die Entwicklungen der technischen Innovatio­
nen und gesellschaftlichen Veränderungen 
werden Auswirkungen auf Arbeitswelt und da­
mit auch auf die Kölner Wirtschaft haben, die 
schon heute teilweise spürbar sind. Die große 
Branchenvielfalt in Köln macht den Wirt­
schaftsstandort resilienter gegenüber schwer 
vorhersehbaren künftigen Entwicklungen. 
Dennoch gilt es, die wirtschaftlichen Stärken 
Kölns weiter zu proflieren. Dafür wurden die 
sieben Kölner Kernmärkte (Informations­ und 
Kommunikationstechnologie, Kultur­ und 
Kreativwirtschaft, Destination Köln, Business 
City, Industrie, Logistik und Handel sowie Ge­
sundheit und Life Science) defniert. 
Um die zukünftigen Auswirkungen der Digi­
talisierung sowie der Wirtschaftsentwicklung 
zu gestalten und gewinnbringend für Köln 
nutzen zu können, gilt es daher auch zukünf­
tig, Chancen und Risiken vor dem Hintergrund 
der grundsätzlichen stadtentwicklungspoli­
tischen Ziele der Stadt Köln zu erkunden und 
besonnen wie mutig die Digitalisierung dort 
einzusetzen, wo sie der gesamten Stadtgesell­
schaft den größten Dienst erweisen. Verstärkt 
drängen private Anbieter in den gemeinwohl­
orientierten Servicesektor. Hier muss die Stadt 
sicherstellen, dass sie ihre Steuerungsfähigkeit 
beibehält und Stadt und Stadtgesellschaft 
über hohe digitale Kompetenzen verfügen. 
Dies kann beispielsweise über den Aufbau 
einer urbanen Datenplattform erfolgen.

72

74

75

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
76 
Die 360­Grad­Perspektive 
Zielgerüst: 
Leitsätze und Ziele für 
die künftige Kölner 
Stadtentwicklung

77 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Mit diesem Zielgerüst setzt die Stadt den stra­
tegischen Rahmen, der das städtische Handeln 
zukünftig leiten soll. 
Basierend auf einer umfassenden Stadtanalyse 
der thematischen Teams und den Heraus­
forderungen, welche die Stadt Köln vor dem 
Hintergrund globaler Trends und lokaler Frage­
stellungen in Zukunft erwarten (SDG, Leipzig 
Charta, Trends von übermorgen), wurden 
zentrale Kernthemen für die zukünftige Ent­
wicklung Kölns erarbeitet und in das Zielgerüst 
der „Kölner Perspektiven 2030+“ gegossen. 
Die Leitsätze bilden die oberste Ebene des 
Zielgerüsts. In fünf Leitsätzen defniert die 
Stadt, in welche Richtung sie ihre Entwicklung 
der nächsten Jahre lenken will. Die 27 Ziele 
konkretisieren die Leitsätze und formulieren 
Vorgaben für einzelne Bereiche der Stadtent­
wicklung. Sie zeigen auf, welche konkreten 
Vorgaben sich die Stadt Köln für eine nach­
haltige zukünftige Entwicklung setzt. Die 
Ziele sind nicht zwingend konfiktfrei. Bei der 
Umsetzung dieser Ziele kann es sein, dass die 
Stadt und die beteiligten Akteurinnen und 
Akteure abwägen müssen, welche der Ziele sie 
höher priorisieren. 
Die einzelnen Ziele werden durch unterschied­
liche Aspekte ergänzt, welche als „Hashtags“ 
formuliert sind. Diese Aspekte unterfüttern 
und detaillieren einerseits die Ziele um wichti­
ge Inhalte der Stadtentwicklung, andererseits 
formulieren sie auch erste Ansätze zur Zieler­
reichung. Das 1. Zukunftsforum sowie eine 
Online­Beteiligung trugen maßgeblich dazu 
bei, das Zielgerüst zu schärfen und zu fnalisie­
ren.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
78 
  
 
 
 
  
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
   
 
Leitsatz 1 
Köln sorgt für kompakte und lebenswerte Quartiere. 
Ziel 1.1 Köln steuert seine Entwicklung aktiv im Einklang mit leistungsfähigen Mobilitäts­
angeboten und starken Zentren. 
Ziel 1.2 Köln geht mit der knappen Ressource „Fläche“ sorgfältig um. 
Ziel 1.3 Köln sichert und entwickelt seine Veedel zu Zentren des gemeinschaftlichen Lebens. 
Ziel 1.4 Köln sorgt für attraktive Parks, Plätze, Straßen und sichere öffentliche Räume. 
Ziel 1.5 Köln entwickelt seine Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen 
bedarfsgerecht. 
Leitsatz 2 
Köln schafft Raum für eine dynamische und nachhaltige 
Wirtschaft und für vielfältige Arbeitswelten. 
Ziel 2.1 Köln stärkt seinen breiten Wirtschaftsmix. 
Ziel 2.2 Köln baut seine Position als führende Wissenschaftsstadt aus. 
Ziel 2.3 Köln entwickelt gewerbliche und industrielle Standorte mit klarem inhaltlichen Profl. 
Ziel 2.4 Köln entwickelt Räume und Strukturen für die Kultur­ und Kreativwirtschaft. 
Ziel 2.5 Köln optimiert die Flächennutzung der Industrie­ und Gewerbegebiete und  
verbessert ihre Erreichbarkeit. 
Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt. 
Leitsatz 3  
Köln sorgt für Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe. 
Ziel 3.1 Köln fördert die Vielfalt in den Stadtteilen. 
Ziel 3.2 Köln sorgt für bezahlbaren Wohnraum und vielfältige Wohnformen. 
Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein. 
Ziel 3.4 Köln fördert die kinder­, jugend­ und familienfreundliche Stadt. 
Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifkation als Schlüssel zur Teilhabe. 
Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite 
Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung.

79 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
  
 
 
 
 
 
 
   
 
 
   
 
Leitsatz 4 
Köln stärkt seine Rolle als vielfältig vernetzte Metropole. 
Ziel 4.1 Köln entwickelt seine Mobilitätsangebote gemeinsam mit der Region innovativ  
und umweltverträglich weiter und stärkt den öffentlichen Nahverkehr. 
Ziel 4.2 Köln schafft mehr Raum für Rad­ und Fußverkehr. 
Ziel 4.3 Köln stärkt sein grünes Freiraumnetz und entwickelt es in die Region weiter. 
Ziel 4.4 Köln stärkt seine Rolle als Vorreiter in der Digitalisierung. 
Ziel 4.5 Köln stärkt die regionale Kooperation und die internationale Zusammenarbeit. 
Leitsatz 5 
Köln wächst klimagerecht und umweltfreundlich 
und sorgt für gesunde Lebensverhältnisse. 
Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport. 
Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung  
und Prävention für alle Lebenslagen. 
Ziel 5.3 Köln betreibt eine konsequente Klimawandelanpassung. 
Ziel 5.4 Köln betreibt aktiv Klimaschutz und reduziert seine CO
2­Emissionen. 
Ziel 5.5 Köln stärkt regionale Wertschöpfungsketten und nachhaltige Stoffkreisläufe.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
80 
Leitsatz 1 
Köln sorgt für  
kompakte und  
lebenswerte  
Quartiere.

81 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Die Kölner Veedel sind die alltägliche Lebens­
welt der Bürgerinnen und Bürger. Hier erweisen 
sich die ökologischen, sozialen, ökonomischen 
und kulturellen Qualitäten der Stadt. 
Nutzungsmischung und Polyzentralität sind 
zentrale Ausgangsbedingungen für diese Quali­
täten im urbanen Raum. Kompakte Strukturen 
mit einer guten Infrastrukturversorgung vor 
Ort ermöglichen kurze Wege und reduzieren 
den Verkehr; gleichzeitig kann auf diese Wei­
se der Flächenverbrauch verringert werden. 
Welches Maß an Dichte für solche kompakten 
Strukturen erzeugt werden muss, hängt dabei 
stets von den lokalen Bedingungen ab. 
Kölns schon vorhandene Qualitäten der urba­
nen Strukturen und attraktiven Freiräume sol­
len auch in Zukunft – vor dem Hintergrund des 
Stadtwachstums und weiterer Herausforde­
rungen – weiterentwickelt werden, damit die 
Stadt attraktiver Wohn­ und Arbeitsort bleibt. 
Für die stadtspezifsche Umsetzung dieser 
zentralen Qualitäten gilt es, insbesondere Ziele 
wie eine stadtverträgliche und leistungsfähige 
Mobilität, ein ausgewogenes Flächenmanage­
ment und eine nachhaltige Quartiersentwick­
lung zu verfolgen. Gleichzeitig muss die Ent­
wicklung attraktiver öffentlicher Räume sowie 
eine bedarfsgerechte Infrastrukturentwicklung 
berücksichtigt werden.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
82

83 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
#
#
#
#
#
Ziel 1. 1 
Köln steuert seine Entwicklung aktiv im Einklang 
mit leistungsfähigen Mobilitätsangeboten und 
starken Zentren. 
Kölns Wachstumskurs setzt sich fort: Dabei 
lastet der hohe Nachfragedruck aufgrund 
begrenzter Flächen nicht mehr nur auf den in­
nenstadtnahen Stadtteilen, sondern weitet sich 
auch zunehmend auf die gesamte Stadt und 
das Umland aus. So entstehen mehr Verkehr 
und neue Nutzungskonkurrenzen zwischen 
Wohnungsbau, Freifächenerhalt, sozialen 
Strukturen und ökonomischen Interessen. 
Dabei sind die Städte gefordert, eine nachhalti­
ge Entwicklung umzusetzen, mit ihren Flächen 
ressourcensparend umzugehen und die vom 
Verkehr ausgehenden Belastungen für die Um­
welt und die menschliche Gesundheit so weit 
wie möglich zu reduzieren. 
Bei einer zukünftigen Siedlungsentwicklung 
beziehungsweise ­erweiterung ist eine leis­
tungsfähige Anbindung an den öffentlichen 
Nahverkehr zu gewährleisten. Dafür müssen 
die notwendige Mobilitätsinfrastruktur bereit­
gestellt und gezielt Anreize für deren Nutzung 
geschaffen werden. Diese ÖPNV­orientierte 
Siedlungsentwicklung forciert die Entwicklung 
mischgenutzter Quartiere und Zentren um 
die Haltepunkte. Nutzungsmischungen und 
kompakte Stadtstrukturen erlauben kurze 
Wegeverbindungen für Wohnen, Arbeiten, 
Freizeitnutzung und zur nächsten ÖPNV­Anbin­
dung – im Idealfall zu Fuß. So kann nachhalti­
ges städtisches Wachstum ermöglicht und die 
urbane Qualität der Stadtquartiere und ihre 
Lebensqualität gesteigert werden. 
Angesichts der Flächenknappheit innerhalb ge­
wachsener Quartiere, insbesondere im Wohn­
und Gewerbesegment, bietet dieser Weg der 
Entwicklung zudem die Möglichkeit, neue 
Formen der Nutzungsmischung und ­dichte 
zu erproben und schon bestehende Zentren 
weiter zu stärken. 
Parallele Entwicklung von Siedlung und Umweltverbund 
stärken 
Anreize zur Nutzung des Umweltverbunds erhöhen 
Urbane Stadtquartiere mit Wohnen, Arbeiten und 
Freizeitnutzungen fördern 
Bestehende Zentren stärken 
Neue Formen der Nutzungsmischung und ­dichte erproben

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
84 
Ziel 1.2 
Köln geht mit der kn
appen Ressource 
„Fläche“ sorgfältig um. 
Boden als begrenztes und nicht vermehrbares 
Gut zwingt die Städte dazu, mit der Ressource 
„Fläche“ sorgfältig umzugehen und effzien­
te Lösungen zu fnden, während gleichzeitig 
Nutzungskonkurrenzen zunehmen. Somit 
entwickelt sich der Umgang mit der Siedlungs­
fäche immer mehr zu einem Schlüssel für eine 
nachhaltige Stadtentwicklung. 
Gute Beispiele für ein entsprechendes Vor­
gehen liefern die geplanten Kölner Projekte 
„Deutzer Hafen“ oder „Parkstadt Süd“. Hier 
werden Flächen, die viele Jahre mindergenutzt 
wurden oder brachlagen, reaktiviert und in 
urbane Quartiere mit Wohnraum, Büro­ und 
Gewerbefächen verwandelt. Neben der Nut­
zung von Brachfächen und Baulücken bietet 
auch das Konzept der Multicodierung von Flä­
chen und Räumen einen Ansatz, um Nutzungs­
ansprüche und ­interessen effzient und ver­
träglich zu koordinieren und somit Flächen zu 
sparen. Das Konzept der Multicodierung sieht 
vor, dass Flächen und Räume zu verschiedenen 
Tages­ und Nachtzeiten sowie parallel von un­
terschiedlichen Nutzungen und Nutzergruppen 
in Anspruch genommen werden können. 
Um dem stetig steigenden Flächendruck zu 
begegnen, muss Köln zukünftig ein Flächen­
management aufbauen und die aktive Steue­
rung der Bodennutzung durch eine nachhaltige 
Liegenschafts­ und Bodenpolitik ausbauen. 
Gleichzeitig führt die Überprüfung des Flä­
chenverbrauchs zu kompakteren räumlichen 
Strukturen und einer optimaleren Nutzung 
städtebaulicher Dichte. Die Kriterien für eine 
angemessene Dichte müssen dabei im Dialog 
defniert und an die jeweiligen lokalen Rah­
menbedingungen angepasst werden. 
# Möglichkeiten der Innenentwicklung ausschöpfen
# Flächen mehrfach nutzen (Multicodierung)
# Stadtumbau als Gelegenheit für qualitätsvolle Verdichtung
nutzen 
# Flächenmanagement aufbauen
# Nachhaltige Liegenschafts­ und Bodenpolitik ausbauen
# Kriterien für „gute Dichte“ im Dialog definieren

85 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Ziel 1.3 
Köln sichert und entwick
elt seine Veedel zu 
Zentren des gemeinschaftlichen Lebens. 
Das gemeinschaftliche Leben fndet vor al­
lem in den Stadträumen im unmittelbaren 
Wohn­ und Arbeitsumfeld statt – diese Räume 
bestimmen zu einem großen Teil über die all­
tägliche Lebensqualität der Menschen. Um sie 
nachhaltig zu fördern, muss Köln Raum für Be­
gegnung, Erholung und ein Miteinander schaf­
fen, indem die Quartiersentwicklung intensi­
viert und die Nachbarschaften gemeinsam mit 
allen Akteursgruppen gestaltet werden. 
Köln zeichnet sich bereits jetzt als Stadt mit 
einer hohen Durchmischung und einer großen 
kulturellen Vielfalt in den verschiedenen Vee­
deln aus. Um diese Vielfalt zu bewahren und 
eine hohe urbane Lebensqualität in den Vee­
deln zu gewährleisten, müssen Begegnungs­
orte in den Quartieren gesichert werden und 
als Orte der Kommunikation und Integration 
funktionieren. 
Gleichzeitig müssen die unterschiedlichen 
strukturellen sowie sozialen Potenziale und 
Herausforderungen der Veedel bei deren Ent­
wicklung berücksichtigt werden. Ein angemes­
senes Zusammenspiel aus Größe und Dichte 
von Gebäuden und Infrastrukturen können 
dann für eine langfristige Tragfähigkeit sozia­
ler und kultureller Angebote sorgen. Dies gilt 
besonders für benachteiligte Stadtgebiete. 
# Quartiersentwicklung intensivieren
# Kulturelle Vielfalt und Begegnungsorte in den Veedeln sichern
und ausbauen 
# Quartiersgrößen und ­dichten so entwickeln, dass sich soziale
und kulturelle Angebote tragen (insbesondere in der äußeren 
Stadt) 
# Kompetenzen und Identifikationen in und mit den Quartieren
stärken

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
86 
#
#
#
#
#
#
Ziel 1.4 
Köln sorgt für attr
aktive Parks, Plätze, 
Straßen und sichere öffentliche Räume. 
Das Leben in der Stadt verlagert sich wieder 
stärker nach draußen und fndet immer mehr 
auf Straßen, Wegen, Plätzen und in Parks statt. 
Die Qualität des öffentlichen Raums spiegelt 
dabei die Lebensqualität der Stadt wider, die 
ebenso wie eine gesunde Wohnumgebung zu 
einem immer wichtigeren Standortfaktor der 
Metropolen wird. Diese Entwicklung drückt 
sich im vermehrten Wunsch nach einer besse­
ren Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum 
und in höheren Anforderungen an die Grünfä­
chen der Stadt aus. 
Die Stadt Köln sieht daher den klaren Bedarf, 
den öffentlichen Raum als Träger städtischen 
Lebens und urbaner Qualitäten weiter zu quali­
fzieren. Dabei geht es zunächst darum, Plätze 
als attraktive Begegnungsorte der Quartiere 
zu erhalten und weiterzuentwickeln. Sie sind 
als Orte des Verweilens, der Begegnung und 
Kommunikation sowie als Bühne des öffent­
lichen Lebens eine wichtige Ressource der 
Stadt, die oftmals im Konfikt verschiedener 
Nutzungsinteressen steht. Die Entwicklung 
und städtebauliche Aufwertung dieser Räume 
muss immer zahlreicheren Anforderungen, 
beispielsweise der Klimaanpassung, gerecht 
werden. 
Die Verbesserung der übergeordneten Quali­
tät aller öffentlichen Räume verlangt zudem 
künftig zunehmend die Gewährleistung von 
Sicherheit, Instandhaltung und Sauberkeit. 
Nur so kann der öffentliche Raum in Köln sei­
ner ursprünglichen Aufenthaltsfunktion ge­
recht werden und seinen Bewohnerinnen und 
Bewohnern einen Ort zum Wohlfühlen bieten. 
Darüber hinaus sind die historisch gewachse­
nen und einzigartigen Freiräume – wie die Köl­
ner Grüngürtel oder die Rheinpromenade – zu 
sichern. Neben Parks und Plätzen soll zukünf­
tig auch der Straßenraum, der vielerorts durch 
den motorisierten Individualverkehr dominiert 
wird und wenig Aufenthaltsqualitäten bietet, 
stärker im Fokus der Stadtentwicklung stehen. 
Dies bedeutet vor allem, auch den ruhenden 
Verkehr stadtverträglich zu organisieren und 
langfristig zu reduzieren. 
Den öffentlichen Raum als Träger des 
städtischen Lebens und urbaner Qualität 
weiter qualifizieren 
Den Straßenraum als öffentlichen Raum 
mit hoher Aufenthaltsqualität aufwerten 
Den ruhenden Verkehr stadtverträglich 
organisieren und reduzieren 
Plätze als Begegnungsorte in den 
Quartieren schaffen oder qualifizieren 
Für Grün in den Quartieren sorgen 
Sicherheit, Unterhalt und Sauberkeit 
sicherstellen und verbessern

87 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 1.5 
Köln entwick
elt seine Infrastruktur und 
öffentlichen Dienstleistungen bedarfsgerecht. 
Ein bedarfsgerechtes Infrastrukturangebot 
ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewoh­
nern der Stadt Zugang zur Teilhabe am gesell­
schaftlichen Leben und ist damit essenzieller 
Baustein der künftigen Entwicklung der Stadt. 
Demografsche Veränderungen, das Stadt­
wachstum, Klimaveränderungen, pluralisierte 
Lebensstile und die Digitalisierung sind nur 
einige Faktoren, die den Anpassungsdruck auf 
die städtische Infrastruktur und öffentliche 
Dienstleistungen in Köln verstärken. In den 
kommenden Jahren werden entsprechende 
weitergehende Anpassungen erforderlich sein, 
die von betrieblich technischen Maßnahmen 
bis hin zu umfassenden Transformationen – 
von der nachhaltigen Energieversorgung bis 
hin zur Reformierung der ärztlichen Versor­
gung – reichen. 
Es gilt, die stadtspezifschen Herausforderun­
gen und Handlungsoptionen in den einzelnen 
Infrastruktur­ und Dienstleistungssektoren zu 
ermitteln. Dabei spielen sowohl die quantitati­
ve als auch die qualitative und räumliche Aus­
differenzierung der unterschiedlichen Bedarfe 
und Angebotsformen eine Rolle. Entsprechend 
geht es nicht nur um das „Ob“ der Bereitstel­
lung, sondern auch um das „Wo“, „Wie“ und 
„Wie viel“. 
Um die generelle Qualität des Angebots zu 
verbessern, muss der Zugang zu öffentlichen 
Dienstleistungen vereinfacht und Barrierefrei­
heit gewährleistet werden. Die Digitalisierung 
bietet an dieser Stelle Potenziale, die Vernet­
zung und die Bereitstellung von Informationen 
über bestehende Angebote zu verbessern. Be­
sonders die Qualität der gesundheitlichen und 
sozialen Versorgung darf sich dabei nicht nur 
auf einzelne Teilräume konzentrieren, sondern 
muss sich in der gesamten Stadt, besonders 
auch in benachteiligten Stadtgebieten, verbes­
sern. 
# Den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen vereinfachen
# Vernetzung/Informationen von bestehenden Angeboten
verbessern 
# Qualität der gesundheitlichen und sozialen Versorgung an
allen Orten verbessern

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
88 
Leitsatz 2 
Köln schafft Raum für 
eine dynamische 
und nachhaltige 
Wirtschaft und  
für vielfältige  
Arbeitswelten.

89 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Köln ist einer der bedeutendsten Wirtschafts­
standorte Deutschlands und das Zentrum 
einer regionalen, diversifzierten, gut vernetz­
ten Branchenstruktur. Gleichzeitig befnden 
sich seine Arbeits­ und Produktionswelten im 
stetigen Wandel: Digitalisierung, Industrie 
4.0, Start­up­Kultur, urbane Landwirtschaft 
und der Wandel zur Wissensgesellschaft sind 
dabei nur einige Trends, mit denen sich die 
Stadt bereits auseinandersetzt und denen 
sie sich in Zukunft weiter stellen wird. Als 
dynamische und nachhaltige Wirtschaft gilt 
es, auch weiterhin eine Vielzahl an Branchen 
zusammenzubringen und ökologische, soziale 
und ökonomische Belange immer wieder neu 
gegeneinander abzuwägen. 
Für die gewerblichen und industriellen Stand­
orte müssen inhaltliche Profle entwickelt und 
geschärft sowie Akteurinnen und Akteure 
entsprechend bedarfsgerecht unterstützt 
werden. Hier spielen auch das Arbeitsumfeld, 
die Arbeitsbedingungen und die Erreichbarkeit 
der Arbeitsstätten eine wichtige Rolle, damit 
Köln für Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh­
mer weiterhin attraktiv bleibt. 
Auch Kölns Standortfaktor als wichtige Wis­
senschaftsstadt, der zum vielfältigen Profl 
der Stadt beiträgt, soll gestärkt werden. Eine 
Investition in die Hochschulen und zahlrei­
chen Forschungseinrichtungen ist in vielerlei 
Hinsicht eine Investition in Kölns Zukunft. Es 
stärkt vor allem auch die jungen Altersschich­
ten der Stadt zwischen 18 und 30 Jahren, was 
langfristig für eine lebendige Stadt und ein 
gesundes Wachstum sorgt. 
Ganz Köln kann proftieren, wenn es gelingt, 
innovative und kreative Köpfe dauerhaft an die 
Stadt zu binden. Hierzu bedarf es neuer Mög­
lichkeiten und Raum für Start­ups, Gründerin­
nen und Gründer, aber auch für kreative und 
kulturelle Akteurinnen und Akteure. Prämisse 
muss sein, Innovationen zuzulassen und fexi­
bel auf neue Ideen zu reagieren.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
90 
Ziel 2.1 
Köln s
tärkt seinen breiten Wirtschafts­Mix. 
Ein Wirtschafts­ oder Branchenmix, also die 
Anwesenheit unterschiedlicher Gruppen von 
Unternehmen, lässt die städtische Wirtschaft 
fexibel auf Strukturveränderungen reagieren 
und trägt damit maßgeblich zur Resilienz 
gegenüber konjunkturellen Effekten und Krisen 
bei. 
Köln ist bereits gekennzeichnet durch eine 
große Vielfalt im Branchenmix. Dies ist die 
große Stärke der Stadt, die weiter durch ver­
schiedene Ansätze kultiviert werden soll. 
Köln hat sich daher unter anderem das Ziel 
gesetzt, zum proflierten Start­up­ und Grün­
dungsstandort zu werden. Hierfür benötigt es 
zum einen gezielte Unterstützung und Förde­
rungen, zum anderen aber auch bedarfsge­
rechte Räume jenseits klassischer Bürofächen 
und Werkshallen in Gewerbegebieten. Die 
Stadt unterstützt Handels­ und Wirtschafts­
areale bei bevorstehenden Veränderungen 
und bietet Hilfestellungen bei Transforma­
tionsprozessen. Die Ausdifferenzierung der 
Produktions­ und Distributionsprozesse, die 
Digitalisierung und neue Technologien haben 
in den letzten Jahren neue Formen der Produk­
tion ermöglicht und sie wieder näher an die 
Ballungsräume herangerückt. Um von diesen 
Entwicklungen zu proftieren, sollten Innovati­
onen auf dieser Ebene weiter vorangetrieben 
werden. Durch die Förderung der urbanen 
Produktion lassen sich unter anderem auch 
Möglichkeiten innovativer Nutzungsmixe oder 
neuer Formen von gewerblicher Architektur 
erproben. 
Auch eine verstärkte Internationalisierung för­
dert die Vielfalt und Resilienz der städtischen 
Wirtschaft. Als global vernetzte Metropole 
treibt Köln die Internationalisierung des Wirt­
schaftsstandortes entsprechend weiter voran 
und fördert verstärkt Netzwerke oder inter­
nationale Veranstaltungen wie beispielsweise 
Messen. Nicht zuletzt spielt in Köln zudem 
die stadtnahe und regionale Landwirtschaft 
eine nach wie vor wichtige Rolle, die im Sinne 
regionaler Entwicklung auch weiter gestärkt 
werden sollte. Urbane Formen der landwirt­
schaftlichen Produktion – wie „Vertical Far­
ming“ in Hochhäusern oder „Urban Farming“ 
auf Dächern und Freifächen – bringen die 
Lebensmittel näher an den Verbraucher, redu­
zieren Lieferwege und können zeitgleich zur 
Durchgrünung und damit zur Lebensqualität 
beitragen. 
# Die Branchenvielfalt als Stärke Kölns
kultivieren 
# Internationalisierung und Innovation des
Wirtschaftsstandortes vorantreiben 
# Urbane Produktion fördern
# Handelsstandorte sichern und beim
Wandel unterstützen 
# Köln als Start­up­ und Gründerstand­
ort profilieren 
# Regionale und urbane landwirt­
schaftliche Produktion fördern

91 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 2.2 
Köln baut s
eine Position als führende 
Wissenschaftsstadt aus. 
Forschungseinrichtungen und Universitäten 
sind wichtige Impulsgeber für die Zukunft. Als 
solche haben sie das Potenzial, durch Wissen­
stransfer Innovationen in die Gesellschaft zu 
tragen und die Stadt voranzubringen. Daher 
müssen Universitäten und Forschung in der 
Stadt auch sichtbar gemacht werden, bei­
spielsweise durch sinnvolle Anknüpfungen 
an die Wirtschaft, Reallabore mit zivilgesell­
schaftlicher Beteiligung oder andere, für die 
Stadtöffentlichkeit zugängliche Veranstaltun­
gen, die das Potenzial haben, das kulturelle 
Leben der gesamten Stadt anzureichern. 
An der Universität zu Köln sind bereits vier Ex­
zellenzcluster der Exzellenzstrategie des Bun­
desforschungsministeriums angesiedelt, die in 
verschiedensten Bereichen – von Medizin über 
Biologie bis hin zu Quantencomputern und 
Wirtschaftswissenschaften – herausragende 
Forschung betreiben. Diese Stärken gilt es zu 
erhalten und gleichzeitig die Förderung von 
Lehre und Forschung nicht aus dem Blick zu 
verlieren. So kann es gelingen, für alle Studie­
renden, Lehrenden und Forschenden attrakti­
ve Rahmenbedingungen zu schaffen. 
Zugleich ist die breit aufgestellte Kölner Wis­
senschaftslandschaft ein wichtiger Standort­
faktor für die Wirtschaft. Technologietransfer 
und Kooperationen mit der Wirtschaft können 
gewinnbringend für beide Seiten sein und soll­
ten daher künftig stärker kultiviert werden. 
# Wissenschafts­ und Technologietransfer stärken
# Attraktive Rahmenbedingungen für Studierende und
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schaffen 
# Wissenschaft in der Stadt sichtbar machen
# Forschungseinrichtungen als Impulsgeber für die Zukunft
stärken

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
92 
Ziel 2
.3 
Köln entwickelt gewerbliche und industrielle 
Standorte mit klarem inhaltlichen Profil. 
Verschiedene Gewerbe haben verschiedene 
Anforderungen an den passenden Raum und 
die richtigen Rahmenbedingungen, vom Bü­
rostandort in der City über klassische kleintei­
lige Gewerbegebiete am Stadtrand bis hin zu 
global bedeutenden Standorten der Industrie. 
Köln versucht, gezielt auf diese Anforderungen 
einzugehen, indem es die Gewerbe­ und In­
dustriegebiete auf der Basis ihres bestehenden 
oder erwünschten Profls gezielt weiterent­
wickelt. Die unterschiedlichen Profle können 
ein Ausgangspunkt für eine stadtweite Stra­
tegie zur Verteilung diverser Gewerbe­ und 
Industriestandorte sowie einer Ansiedlung 
von neuen Betrieben sein. Dabei sollten auch 
Standorte und Entwicklungen in der regiona­
len Umgebung miteinbezogen werden. 
Ziel ist es, mithilfe klarer inhaltlicher Profle 
Kölns Arbeits­ und Produktionsstandorte 
für die Zukunft zu qualifzieren – auch mit 
dem Ziel, Köln als Standort für internationale 
Firmen zu proflieren. Insbesondere für die 
Beschäftigten ist die Attraktivität des Arbeits­
umfeldes und der Arbeitsbedingungen von 
zentraler Bedeutung. Diese Aspekte denkt 
Köln bei der Entwicklung der Gewerbestand­
orte konsequent mit. 
Zugleich ist Köln offen für Innovation und 
Transformation und schafft gezielt Strukturen 
und Räume für Start­ups sowie innovative und 
nachhaltige Unternehmungen und Entwick­
lungen. 
# Adressen für internationale Unternehmen profilieren
# Industrie­ und Gewerbegebiete typisieren und nach den
Bedürfnissen ihrer Akteurinnen und Akteure stärken,  
inklusive inhaltlichem Profil 
# Attraktivität des Arbeitsumfeldes und der Arbeits­
bedingungen sichern 
# Räume und Strukturen für Start­ups stärken

93 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 2.4 
Köln en
twickelt Räume und Strukturen 
für die Kultur­ und Kreativwirtschaft. 
Köln ist eine bunte Metropole, deren Wirt­
schaft auch von vielen kreativen Akteurinnen 
und Akteuren geprägt wird – viele Arbeitsplät­
ze und Einkommen hängen inzwischen von 
der Kultur­ und Kreativwirtschaft ab. Die Stadt 
verfügt zudem über ein reiches kulturelles 
Erbe und diverse Museen, aber auch über zeit­
genössische Kunst­ und Kulturangebote. Diese 
Position als Kunst­ und Kulturmetropole will 
Köln aktiv fördern und weiter ausbauen. 
Gleichzeitig sind Kunst und Kultur mehr als 
Erwerbsarbeit. Künstlerische und kreative Nut­
zungen übernehmen häufg zentrale Anker­
funktionen in Quartieren. Dafür benötigen sie 
Raum und Förderung – wichtige Ressourcen, 
bei deren Vermittlung und Bereitstellung die 
Stadt Köln unterstützen kann, zum Beispiel in­
dem sie durch das „Kreativcluster“ Vernetzung 
und Austausch ermöglicht und so die gesamte 
Branche stärkt. Hierbei ist es wichtig, auch die 
freie Szene, subkulturelle und nicht kommerzi­
elle Kulturangebote zu fördern, um die Kölner 
Kulturlandschaft nicht nur zu erhalten, son­
dern vor allem auch ihre Diversität weiter zu 
fördern. Schließlich benötigen Kultur, kreative 
Entfaltung und Experimente einen gewissen 
Spielraum, den Köln beispielsweise durch Zwi­
schennutzungen ermöglichen kann. Zugleich 
sollen kulturellen Akteurinnen und Akteuren 
Wege aufgezeigt werden, die zur Verstetigung 
und dauerhaften Etablierung verhelfen. 
# Kölns Position als Kunst­ und Kulturmetropole ausbauen
# Zwischennutzungen fördern und vermitteln
# Kreativcluster etablieren
# Freie Szene, Subkultur und Non­Profit­Organisationen
unterstützen

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
94 
Ziel 2.5 
Köln o
ptimiert die Flächennutzung der 
Industrie­ und Gewerbegebiete und 
verbessert ihre Erreichbarkeit. 
Bisher sind Industrie­ und Gewerbegebiete 
meist sehr fächenintensive Nutzungen. Um 
Flächenverbrauch und Versiegelung zu redu­
zieren, hat sich Köln das Ziel gesetzt, zukünftig 
– wo immer möglich – Produktion, Gewerbe
und Industrie zu stapeln und somit fächen­
effzient zu verdichten. In gestapelten Gewer­
begebieten bietet sich die Chance, neue Typen
von Stadt zu erproben, die innovativ auf die
sich verändernden Arbeitswelten des 21. Jahr­
hunderts reagieren können.
Auch die Anbindung der Arbeits­ und Produk­
tionsstätten an die öffentliche Nahmobilität 
und das Rad­ und Fußverkehrsnetz soll verbes­
sert werden: Dies sorgt nicht nur für weniger 
motorisierten Individualverkehr, sondern trägt 
auch zur Attraktivität der Firmenstandorte bei. 
Dichtere Gewerbe­ und Industrieareale sowie 
die Förderung der urbanen Produktion können 
helfen, die Rentabilität von ÖPNV­Linien zu 
erhöhen. 
Auch beim Warenverkehr muss multimodal 
gedacht werden – Köln hat hier eine gute 
Ausgangsposition durch seine quattromodale 
Anbindung an Straße, Schiene, Wasserstraße 
und Luftverkehr, die es vor dem Hintergrund 
des Klimawandels zu optimieren gilt. Wichtig 
ist es, Logistikverkehre sinnvoll zu vernetzen, 
klimaschonend zu managen und stadtverträg­
lich zu organisieren. 
# Produktion vertikal verdichten und stapeln
# Die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV verbessern
# Logistikangebote für Gewerbe und Industrie innovativ
und stadtverträglich organisieren

95 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 2.6 
Köln integrie
rt Erwerbsfähige dauerhaft 
in den ersten Arbeitsmarkt. 
Für eine forierende Kölner Wirtschaft und eine 
gesunde Stadtentwicklung muss möglichst 
vielen Kölnerinnen und Kölnern die Mög­
lichkeit gegeben werden, am Erwerbsleben 
teilzunehmen. Dies gilt sowohl für Menschen 
mit geringen Finanz­ und Bildungsressour­
cen als auch für mittel und hoch qualifzierte 
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die 
Integration von Erwerbsfähigen in den ersten 
Arbeitsmarkt ist daher für die Stadt Köln ein 
zentrales Ziel, um Menschen dauerhaft in die 
Gesellschaft zu integrieren. 
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brin­
gen unterschiedlichste Voraussetzungen 
mit, auf die entsprechend reagiert werden 
muss. Köln sorgt daher auf verschiedensten 
Ebenen für diverse und auf viele Zielgruppen 
zugeschnittene Weiterbildungsangebote. 
Regionale Kooperationen können hier zu 
zielgerichteten Qualifkationen beitragen. Die 
Unternehmen werden außerdem dauerhaft 
durch öffentliche Beratungsangebote unter­
stützt. Vor allem für kleinere Firmen ist es von 
zentraler Bedeutung, dass solche Hilfestellun­
gen niedrigschwellig, leicht auffndbar und 
ohne bürokratischen Aufwand nutzbar sind. 
Besonders wichtig ist der Stadt zudem die 
Qualifzierung und Mobilisierung junger 
Menschen, um dem sich in vielen Branchen 
abzeichnenden Fachkräftemangel frühzeitig 
entgegenzuwirken. Hierbei darf die Stadt den 
Fokus nicht nur auf Studierende legen, son­
dern muss aktiv dafür sorgen, einerseits die 
Ausbildungswege attraktiv zu gestalten und 
andererseits gute Rahmenbedingungen für ein 
Leben als Auszubildende oder Auszubildender 
zu schaffen. Junge Menschen sollen gern zum 
Lernen, Leben, Wohnen und Arbeiten in die 
Stadt ziehen, ein Schritt, der unabhängig ihres 
Hintergrunds fnanzierbar sein muss. 
# Fachkräfte durch frühzeitige Bildungs­ und
Orientierungsmaßnahmen sichern 
# Weiterbildungsmöglichkeiten und berufliche Perspek­
tiven ermöglichen 
# Dauerhafte Beratungsangebote und Hilfestellungen
für Erwerbstätige und Unternehmen anbieten 
# Arbeitsplatzangebote für Erwerbsfähige mit
unterschiedlichen Voraussetzungen sichern 
# Zugangsbarrieren zu Ausbildungsplätzen abbauen

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
96 
 
Leitsatz 3 
Köln sorgt für  
Bildung,  
Chancen­
gerechtigkeit 
und Teilhabe.

97 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
 
Zu einer langfristig nachhaltigen Entwicklung 
Kölns zählen auch die Ermöglichung der Teil­
habe eines jeden Menschen in vollem Umfang 
an der Gesellschaft sowie die Akzeptanz jedes 
Menschen in seiner Individualität. Erst dann 
kann von sozialer Inklusion sowie Chancen­
und Generationengerechtigkeit gesprochen 
werden. Steigende Bevölkerungszahlen und 
ein damit einhergehender Wachstumsdruck, 
besonders in innerstädtischen Lagen, dürfen 
die soziale und funktionale Vielfalt nicht weiter 
gefährden. 
Um Köln in dieser Entwicklung weiter positiv 
voranzutreiben, muss die schon vorhandene 
strukturelle und kulturelle Vielfalt der Kölner 
Veedel weiter gestärkt werden, unter anderem 
durch bezahlbaren Wohnraum und vielfältige 
Wohnformen, die einen barrierefreien Zu­
gang und Raum für Gemeinschaft zulassen. 
Das Bereitstellen und Zugänglichmachen von 
bedarfsorientierten kulturellen und sozialen 
Bildungsangeboten – besonders auch für eine 
kinder­, jugend­ und familienfreundliche Stadt 
– sorgt für Chancengerechtigkeit und liefert,
verbunden mit der Möglichkeit der gemein­
samen Gestaltung, zugleich die Basis für ein
gerecht wachsendes und weiterhin offenes
und tolerantes Köln.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
98 
Ziel 3.1 
Köln f
ördert die Vielfalt in den Stadtteilen. 
Als erste deutsche Kommune unterzeichnete 
die Stadt Köln 2007 die „Charta der Vielfalt“, 
im Jahr 2013 wurde die Dienststelle Diversity 
etabliert – Köln hat Vielfalt früh als Potenzial, 
Ressource und großen Schatz erkannt. Damit 
ein respektvolles, gemeinsames Zusammenle­
ben weiterhin gelingt und die Vielfalt der Stadt 
erhalten bleibt, muss diese aktiv gestaltet wer­
den, um auch künftig als Bereicherung erkannt 
und gelebt zu werden. Der lokalen Ebene der 
Veedel kommt dabei eine besondere Rolle zu. 
Hier treffen Menschen mit verschiedenen Vo­
raussetzungen in den Bereichen Einkommen, 
Bildung, Alter, Erwerbsstatus, Religion, Kultur, 
Behinderung, Weltanschauungen und Lebens­
entwurf täglich aufeinander. 
Daher hat es sich Köln zum Ziel gesetzt, die 
lokalen Möglichkeitsräume, die sich für die 
Entwicklung und Förderung der Vielfalt in den 
Stadtteilen ergeben, weiter auszuschöpfen 
und zu fördern. Hierfür sollen – den verschie­
denen strukturellen wie sozialen Potenzialen 
und Herausforderungen der Veedel entspre­
chend – Rahmenbedingungen geschaffen und 
Möglichkeitsräume eröffnet werden, um auf 
Vielfalt mit Vielfalt antworten zu können. Ent­
sprechende Wege bilden unter anderem die 
Etablierung neuer und der Schutz bestehender 
Konstellationen durchmischter Nachbarschaf­
ten, beispielsweise durch die Förderung eines 
gemeinsamen Handelns in der Zusammenar­
beit mit kommunalen und genossenschaft­
lich organisierten Wohnungsunternehmen. 
Aber auch kulturelle Einrichtungen wie Kon­
zerthäuser und Clubs tragen zur Vielfalt der 
Viertel bei und sollen entsprechend erhalten 
werden. Um strukturelle Verbesserungen 
bei der Entwicklung und Umsetzung integ­
rierter Quartiersentwicklung zu erreichen, 
muss das sozialraumorientierte Denken in der 
Verwaltung ebenso gestärkt werden wie die 
abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den 
in den Quartieren aktiven Akteurinnen und Ak­
teuren. Eine besonders wichtige Rolle kommt 
bei allen Ansätzen der aktiven Beteiligung der 
Bewohnerschaft zu. 
# Kleinteilige Mischung unterschiedlicher Wohnangebote
# Wohnmilieus innerhalb von Gebäuden und Nachbarschaften
mischen 
# Gewachsene kulturelle Vielfalt erhalten

99 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 3.2 
Köln so
rgt für bezahlbaren Wohnraum 
und vielfältige Wohnformen. 
Köln wächst. Um diese Dynamik positiv zu ge­
stalten, braucht es eine entsprechende Wohn­
raumversorgung. Dies bedeutet, Wohnungen 
in ausreichender Zahl, in vielfältigen und fnan­
zierbaren Formen und verschiedenen Größen 
für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, 
inklusive konkreter Angebote für Menschen 
mit besonderen Bedarfen und Ferne zum 
Wohnungsmarkt, zu entwickeln und dauerhaft 
zu erhalten. Diese Vielfalt des Angebots muss 
sich auch in einer entsprechenden Durchmi­
schung in den einzelnen Veedeln wiederfn­
den – bezahlbarer Wohnraum darf sich nicht 
ausschließlich segregiert in unbeliebten Lagen 
oder an Hauptverkehrsstraßen bündeln. 
Hierfür müssen weitere Flächen für den Woh­
nungsbau identifziert und in Kooperation mit 
allen Akteurinnen und Akteuren des Woh­
nungsmarktes initiiert und in Richtung vielfäl­
tiger Wohnungsangebote vorangetrieben wer­
den. Gleichzeitig sollen die Herausforderungen 
im Wohnungsbestand angegangen werden: 
Neben der Sicherung und dem Erhalt steht die 
schrittweise Anpassung der Bestände an die 
Anforderungen des demografschen Wandels 
und des Klimaschutzes im Fokus. Außerdem 
soll der Zweckentfremdung von Wohnraum 
intensiver entgegengewirkt werden. 
# Geförderten und bezahlbaren Wohnungsbau steigern
# Städtische Wohnungsbaugesellschaften und
Genossenschaften stärken 
# Flächen für den Wohnungsbau mobilisieren und Zugang
zum Grundstücks­ und Immobilienmarkt für ein breit 
gefächertes Akteursfeld öffnen 
# Neue Wohnformen fördern (Mehrgenerationenwohnen,
barrierearmes und flexibles Wohnen) 
# Reduzierung des Wohnflächenverbrauchs pro Person
ermöglichen (mehr Gemeinschaftsflächen) 
# Zielgruppenspezifische Wohnangebote (für Studierende,
ältere Menschen …) stärker fördern 
# Vollständiges Wohnraumpotenzial ausschöpfen und
die Flächen vor Zweckentfremdung schützen

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
100 
Ziel 3.3 
Köln s
etzt sich aktiv für eine 
inklusive Gesellschaft ein. 
Inklusion bedeutet sinngemäß übersetzt 
„Zugehörigkeit“ und damit das Gegenteil von 
Ausgrenzung. Wenn also jeder Mensch, unab­
hängig seiner Individualität – Herkunft, Welt­
anschauung, Religion, sexuellen Orientierung, 
seines Geschlechts oder einer Beeinträchti­
gung – am Leben in der Gesellschaft teilneh­
men kann, ob am Arbeitsplatz, am Bildungsan­
gebot, am Alltagsleben in der Nachbarschaft 
oder der Freizeit, kann von einer inklusiven 
Gesellschaft gesprochen werden. 
Diesem Ziel hat sich auch Köln verschrieben 
und will sich auf den Weg zu einer gerechteren 
Stadtgesellschaft machen. Wie schon mit der 
Kampagne „Unsere Vielfalt – Kölns Stärke“ 
sollen Vielfalt und Gemeinsamkeiten weiter in 
den Fokus gerückt werden, um ein deutliches 
Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgren­
zung und für das offene und vielfältige Köln 
zu setzen. Dafür müssen zum einen entspre­
chende Angebote geschaffen werden, bei­
spielsweise in puncto Wohnraum, Erholungs­, 
Sport­ und Freizeitaktivitäten oder barrierefrei­
er Mobilität. 
Zum anderen gilt es, die Teilhabe auch wirklich 
sicherzustellen. Eines der wichtigsten Instru­
mente stellt dabei die Bildung beziehungs­
weise Bildungsgerechtigkeit dar, sie formt die 
Basis der gesellschaftlichen Teilhabe. 
# Inklusive und vielfältige Gesellschaft in allen Bereichen
des öffentlichen Handelns berücksichtigen 
# Integration von Zugewanderten fördern
# Zugang zu (inter­)kulturellen und sozialen Angeboten
stärken und bereitstellen 
# Anlauf­ und Beratungsstellen für unterschiedliche
Bevölkerungsgruppen in den Veedeln schaffen 
# Mobilitätschancen für alle sichern
# Offenheit und Toleranz erhalten und sichern
(unter anderem Sicherheit im öffentlichen Raum) 
# Wohnraum für Menschen mit Behinderung bereitstellen
# Angebote und Teilhabemöglichkeiten für Seniorinnen
und Senioren weiterentwickeln

101 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 3.4 
Köln fördert d
ie kinder­, jugend­
und familienfreundliche Stadt. 
Bereits 2013 hat Köln sich zu den Vereinbarun­
gen der UN­Kinderrechtskonvention bekannt. 
Im Februar 2018 wurde Köln als erste deutsche 
Millionenstadt von der Initiative „Kinder­
freundliche Kommunen“ von Unicef und dem 
Deutschen Kinderhilfswerk mit dem Siegel für 
Kinder­ und Jugendfreundlichkeit ausgezeich­
net. 
Die kinder­, jugend­ und familienfreundliche 
Stadt ist eine Querschnittsaufgabe für alle 
Akteurinnen und Akteure des städtischen Han­
delns, die von allen lokalen Handlungsfeldern 
begriffen und berücksichtigt werden muss – 
ob beim Thema Bezahlbarkeit von Wohnraum, 
medizinischer Versorgung, sozialer Infrastruk­
tur, (Aus­)Bildungs­ und Betreuungsmöglich­
keiten oder städtebaulicher Entwicklung. 
Um die Situation für Kinder, Jugendliche und 
auch Familien in Köln weiter zu verbessern, 
sollen deren Rechte gestärkt und insbesonde­
re benachteiligte Kinder oder auch alleinerzie­
hende Elternteile weiter unterstützt werden. 
Dies bezieht sich auf Angebote der Betreuung 
sowie der Möglichkeiten für Bewegung, Spiel 
und gemeinsame Aktivitäten – sowohl für 
Kinder als auch für Jugendliche. Insbesondere 
sollen weitere Anstrengungen unternommen 
werden, um die Kinderarmut zu bekämpfen. 
# Kinderrechte in der Stadtgesellschaft und im
Verwaltungshandeln stärken 
# Folgen von Kinderarmut bekämpfen
# Ausreichende Angebote für die Kinderbetreuung in den
Quartieren sicherstellen 
# Unterstützung für alleinerziehende Elternteile ausbauen
# Spiel­, Bewegungs­ und Aktionsangebote für Kinder und
Jugendliche bedarfsgerecht ausbauen 
# Jugendliches Engagement fördern und Freiräume
bereitstellen

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
102 
Ziel 3.5 
Köln f
ördert den Zugang zu Bildung und 
Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. 
Zu den wichtigsten Aufgaben der Stadt Köln 
gehört es, ein verlässliches, breit gefächer­
tes und hochwertiges Bildungsangebot zu 
gewährleisten, das allen Bürgerinnen und 
Bürgern einen chancengerechten Zugang zu 
Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglicht. 
Schließlich wird durch kommunales Bildungs­
management die Grundlage für berufiche Per­
spektiven, den Erfolg individueller Lebensläufe 
und lebenslanges Lernen gelegt. Da Bildung 
die zentrale Ressource für den Produktions­, 
Innovations­ und Wissensstandort Köln dar­
stellt, begründet sie zudem die Basis für die 
Zukunftsfähigkeit der Region. 
Dabei fndet Lernen generell nicht nur in der 
Schule, sondern auch in Kinder­ und Jugend­
einrichtungen, Weiterbildungseinrichtungen, 
in Museen, Theatern, Sportvereinen und an 
vielen anderen Orten und zu anderen Gelegen­
heiten sowie in allen Altersgruppen statt. 
Um das Kölner Bildungsangebot zukunfts­
fähig zu gestalten, müssen vor allem neue 
Infrastrukturen und Angebote geschaffen 
und bestehende Angebote besser koordiniert 
werden. Eine Optimierung der bestehenden 
Qualitäten und der Zugänglichkeit bestehen­
der Angebote durch Dialoge und Koopera­
tionen soll die Angebote aller Bereiche des 
lebensbegleitenden Lernens in Köln nachhaltig 
verbessern. 
# Bildungsangebote und ­zugänge für alle Lebenslagen
anbieten und weiterentwickeln 
# Bildungsinfrastruktur ausbauen und erneuern
# Neue Anforderungen (z. B. Klimawandel, Digitalisierung …)
in die Bildung integrieren 
# Kapazitätsengpässe im Schul­ und Kinderbetreuungssystem
beseitigen 
# Bedarfsgerechte Weiterbildungsangebote für Erwachsene
ausbauen 
# Integrative Angebote in den Bereichen Bildung und
Qualifikation stärken

103 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 3.6 
Köln unte
rstützt das bürgerschaftliche Engagement  
und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen  
und Bürger in der Stadtentwicklung. 
Von der Zivilgesellschaft werden verstärkt 
neue, intensivere und qualitätsvolle Formen 
der Beteiligung in der Stadtentwicklung formu­
liert und eingefordert. Dabei muss zwischen 
Partizipation, die von der Konsultation bis zur 
Ermöglichung echter Teilhabe reicht, Empo­
werment, also der Aktivierung und Ermächti­
gung zum selbstständigen Handeln, und dem 
freiwilligen bürgerschaftlichen Engagement 
unterschieden und Ziele entsprechend formu­
liert werden. Alle drei Aspekte des bürgerlichen 
Engagements sollen in Zukunft gefördert wer­
den und Wertschätzung erfahren. 
In puncto Partizipation hat Köln in den letzten 
Jahren – auf Grundlage der Erfahrungen an­
derer Kommunen – einen neuen, integrierten 
Ansatz der systematischen Öffentlichkeitsbe­
teiligung entwickelt und testet die „Leitlinien 
Bürgerbeteiligung“ seit dem Frühjahr 2019 in 
einer Pilotphase. Ziele dieser Leitlinien sind 
unter anderem eine respektvolle und faire 
Zusammenarbeit, frühzeitige und transpa­
rente Information und Kommunikation, eine 
geeignete Ansprache aller interessierten 
beziehungsweise betroffenen Kölnerinnen 
und Kölner, klare Ziele und ein abgegrenz­
ter Gestaltungsspielraum, verlässliche und 
verbindliche Auseinandersetzung mit Ergeb­
nissen, andauerndes Lernen und inhaltliche 
Weiterentwicklung. In Zukunft soll sich jedes 
Verfahren an diesen Standards messen lassen. 
Ein besonderer Fokus soll dabei auf die Förde­
rung und Ausweitung der Partizipations­ und 
Gestaltungsmöglichkeiten von Kindern und 
Jugendlichen gelegt werden. Diese fndet in 
Köln bereits an vielen Stellen statt, muss aber 
aufgrund des hohen Bedarfs weiter gestärkt 
und vernetzt werden. 
Im Bereich des bürgerschaftlichen Engage­
ments kann Köln besonders auf die hohe 
Bereitschaft seiner Bürgerinnen und Bürger 
vertrauen, einen freiwilligen Beitrag zur Ge­
meinschaft zu leisten. Dieses Engagement ist 
für die Weiterentwicklung des Gemeinwesens 
unverzichtbar und braucht zu seiner weiteren 
Entwicklung in Zukunft eine neue Kultur der 
Wertschätzung sowie gezielte Förderung, 
Freiräume und Vernetzung. 
# Beteiligungsangebote ausbauen
# Standards für gute Beteiligung umsetzen
# Wechselseitiges Lernen zwischen den Akteurinnen und
Akteuren fördern (Bewusstseinsbildung) 
# Ehrenamt sowie Engagement und Initiative fördern
# Stadt als professionelle Dienstleisterin, geschätzte Partnerin
und attraktive Arbeitgeberin etablieren

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
104 
 
Leitsatz 4 
Köln stärkt seine 
Rolle als viel­
fältig vernetzte 
Metropole.

105 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
Für eine resiliente Entwicklung, die den Her­
ausforderungen der Zukunft und Ansprüchen 
der Bewohnerinnen und Bewohner gerecht 
wird, muss Köln als Metropole auf eine stabile 
Vernetzung setzen. So sorgen das zunehmen­
de Bevölkerungswachstum, eine steigende 
Multilokalität und eine veränderte Güter­
versorgung für steigende und vielfältigere 
Verkehrsströme und Mobilitätsnachfragen 
in der Stadt, die umweltfreundliche, fächen­
schonende und smarte Lösungen erfordern. 
Um die alltägliche Mobilität der Kölnerinnen 
und Kölner zu verbessern, setzt Köln gezielt 
auf die Mobilitätsangebote des Umweltver­
bunds. Der ÖPNV wird weiter ausgebaut und 
die verschiedenen Angebote werden besser 
miteinander vernetzt. Rad­ und Fußverkehr 
werden gefördert und auch innovative neue 
Ansätze, wie zum Beispiel Sharing, also die 
geteilte Nutzung von Fortbewegungsmitteln 
im Individualverkehr, oder moderne Logisti­
kinfrastruktur werden berücksichtigt. Neben 
der Zunahme nachhaltiger Mobilitätstrends 
bergen vor allem auch die Möglichkeiten der 
Digitalisierung neue Ansätze, den Verkehr in 
Zukunft effzienter und umweltschonender zu 
gestalten. 
Um dem Klimawandel zu begegnen, den  
Arten­ und Naturschutz auch in der Stadt zu 
stärken und gleichzeitig die Lebensqualität der 
Menschen zu erhöhen, stärkt Köln zusammen 
mit der Region sein grünes Freiraumnetz.  
In Siedlungsbereichen erhält die Bereitstellung 
von attraktiven öffentlichen Räumen eine im­
mer größere Rolle und ist somit ein wichtiger 
Teil der Daseinsvorsorge. 
Auch bei der Digitalisierung bleibt Köln Vorrei­
ter und baut seine Angebote weiter aus. Daten 
werden genutzt, um die Stadt im Sinne einer 
„Smart City“ ft für die Zukunft zu machen. 
Als vielfältig vernetzte Metropole stärkt Köln 
seine internationalen Netzwerke und Städte­
partnerschaften und fördert den fachlichen 
Austausch. Ebenso werden regionale Koope­
rationen genutzt, um gemeinsame, grenz­
überschreitende Probleme zu lösen und eine 
nachhaltige Entwicklung voranzubringen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
106

107 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 4.1 
Köln entwi
ckelt seine Mobilitätsangebote gemeinsam  
mit der Region innovativ und umweltverträglich weiter  
und stärkt den öffentlichen Nahverkehr. 
Die Mobilität der Zukunft ist multimodal ver­
netzt. Die wenigsten Kölnerinnen und Kölner 
nutzen ausschließlich das Auto, den öffentli­
chen Nahverkehr, das Fahrrad oder gehen nur 
zu Fuß. Daher kommt vor allem den Umsteige­
punkten zwischen den verschiedenen Mobili­
tätsangeboten in Stadt und Region eine große 
Bedeutung zu, möchte man die Multimodali­
tät weiter fördern. Diese sogenannten „Hubs“ 
zu entwickeln, wird eine zentrale Aufgabe der 
nächsten Jahre sein. Dabei bieten sie neben 
Umsteigepunkten innerhalb des öffentlichen 
Nahverkehrs auch Sharing­Angebote bei­
spielsweise für Fahrräder oder E­Fahrzeuge an. 
Somit können die Anzahl der eigenen Fort­
bewegungsmittel und die Raumansprüche 
des ruhenden Verkehrs in der Stadt reduziert 
werden. Auch der Rhein könnte durch neue 
Mobilitätsangebote auf dem Wasser zum ver­
bindenden Element werden. 
Die Hubs müssen an den richtigen Stellen  
platziert, einfach bedienbar und zugänglich 
# Verknüpfungen zwischen den
Verkehrsträgern verbessern 
# Querverbindungen schaffen und
Lücken im Netz schließen 
# Kapazitätsengpässe nachhaltig
beheben 
# Shared­Mobility­Angebote ausbauen
(insbesondere auch in den äußeren 
Stadtteilen) 
gemacht sowie klug mit dem System vernetzt 
werden, um leicht und einfach ein­ und um­
steigen zu können, ohne ein Mehr an Verkehr 
in der Stadt zu erzeugen. Zudem muss das be­
stehende ÖPNV­Netz in seiner Leistungsfähig­
keit gesteigert werden, um mehr Menschen 
zum Umsteigen zu bewegen. Hierfür müssen 
Netzlücken geschlossen, neue Querverbindun­
gen und Haltepunkte geschaffen sowie Kapazi­
tätsoffensiven oder höhere Taktungen initiiert 
werden. 
Die Idee der Hubs soll dabei aber nicht nur im 
Bereich des Personenverkehrs vorangebracht 
werden, sondern auch als Logistik­Hubs im 
regionalen Maßstab gedacht werden, um der 
künftigen Veränderung der Lieferbeziehungen 
und Güterversorgung zu begegnen, steigende 
Verkehrsströme zu reduzieren und Köln zum  
Vorreiter für eine stadtverträgliche City­Logis­
tik zu machen. 
# Mobilitätsangebote auf dem Wasser
entwickeln 
# Logistik­Exzellenz (Verkehrs­ und
Lagegunst) quattromodal nutzen und 
ausbauen 
# Köln zum Vorreiter für eine stadt­
verträgliche City­Logistik machen 
# Köln als Experimentierregion für
innovative und zukunftsfähige 
Mobilitätssysteme etablieren

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
108 
Ziel 4.2 
Köln sc
hafft mehr Raum für 
Rad­ und Fußverkehr. 
Internationale Beispiele zeigen, dass ein  
zukunftsorientierter Ausbau des Fahrradver­
kehrs äußerst positive Effekte auf die Lebens­
qualität und Mobilität der Stadtbewohnerin­
nen und ­bewohner hat. Die Umverteilung 
beziehungsweise Umstrukturierung der 
Straßenräume zugunsten der Radinfrastruktur 
ist zum einen die logische Reaktion auf den be­
reits gestiegenen Radverkehrsanteil am Modal 
Split und zum anderen die Voraussetzung da­
für, dass in Zukunft noch mehr Menschen auf 
das Rad umsteigen beziehungsweise häufger 
nutzen. Außerdem berücksichtigt ein gutes 
und sicheres Radverkehrsnetz verschiedene 
Ebenen – neben guten Verbindungen im Quar­
tier benötigt es ebenso hochwertige regionale 
Radschnellwege. Hierfür müssen Netzlücken 
geschlossen und Verbindungen an multimoda­
le Umsteigepunkte (Hubs) hergestellt werden. 
Die Möglichkeit, kurze Wege entspannt zu Fuß 
zurücklegen zu können, trägt zur Lebensqua­
lität bei. Zu Fuß gehen heißt Bewegung und 
fördert damit auch die Gesundheit. Besonders 
für ältere Menschen und Kinder ist die fußläu­
fge Bewegung durchs Veedel häufg zentraler 
Modus der Fortbewegung. Straßenräume, die 
vorrangig aus der Sicht dieser beiden Ziel­
gruppen entwickelt werden, sind besonders 
attraktiv und weisen nur wenige Barrieren auf. 
Temporeduzierungen, verkehrsarme Bereiche 
und Shared­Space­Angebote können nicht 
nur Emissionen reduzieren, sondern sorgen 
durch ähnliche Geschwindigkeitsniveaus auch 
für mehr Chancengleichheit und Sicherheit im 
Straßenverkehr. 
Einen weiteren wichtigen Faktor stellt das 
Umdenken in der Planung an sich dar: Eine von 
Beginn an integrierte Planung, die den Rad­
und Fußverkehr als gleichberechtigten Teil der 
Verkehrsplanung betrachtet, ist ein elemen­
tarer Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Ver­
kehrswende und damit einhergehend auch für 
die Verbesserung der Lebens­ und Aufenthalts­
qualität in der Stadt. 
# Das Radwegenetz ausbauen (Netzlücken schließen,
zum Beispiel über den Rhein) 
# Regionale Radschnellwege schaffen
# Straßenräume neu strukturieren und für Fuß­ wie
Radverkehr optimieren 
# Shared­Space­Angebote und verkehrsarme Bereiche
in den Quartieren erproben 
# Temporeduzierte Bereiche ausweiten
# Fußgängerinfrastruktur stärken

109 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 4.3 
Köln stärkt sein grün
es Freiraumnetz 
und entwickelt es in die Region weiter. 
Für Lebensqualität und Stadtklima hat die 
Grünversorgung eine zentrale Bedeutung. 
Gleichzeitig werden Städte auch immer mehr 
zu ökologisch reichen Nischenwelten und das 
Stadtgrün zu einer umkämpften Ressource. 
Daher gilt es, sowohl die großen Freiräume 
rund um die Stadt als auch die kleineren 
grünen Oasen im kompakten Kern Kölns zu 
sichern, zu stärken und zu qualifzieren. Als 
wichtiger Faktor für Lebensqualität ist die In­
vestition in Grün­, Frei­ und Landschaftsräume 
von großer Bedeutung. 
Mit ihrem qualifzierten Inneren wie Äußeren 
Grüngürtel, der Rheinuferpromenade und 
dem rechtsrheinischen Rheinboulevard ver­
fügt Köln bereits über wichtige, identitätsstif­
tende Freiräume im Herzen der Stadt. Trotz­
dem gilt es, Schwachstellen im grünen Netz 
Kölns zu identifzieren, um gezielte Qualifka­
tionsmaßnahmen anstoßen zu können. 
Im Hinblick auf die Industrialisierung der 
Landwirtschaft, das Insektensterben und 
andere ökologische Problematiken sind Städ­
te zu wichtigen Habitaten großer Artenviel­
falt geworden – schließlich sind auch Städte 
Naturräume. Daher müssen Artenschutz und 
­vielfalt wichtige Voraussetzungen bei der 
Gestaltung der Kölner Stadtlandschaft sein, 
sowohl im Bauwesen als auch im Umgang mit 
städtischen und privaten Freifächen. 
# Grünstrukturen vervollständigen und qualifizieren
(insbesondere auf rechtsrheinischer Seite) 
# Das Freiraumnetz aufwerten und stärken
# Artenschutz und Artenvielfalt im regionalen Freiraum­
netz fördern 
# Neue „grüne Trittsteine“ zwischen großen Freiraum­
bereichen schaffen 
# Die Siedlungsränder in Bezug zur umgebenden
Landschaft setzen 
# Vertikales Grün stärken

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
110 
Ziel 4.4 
Köln stärkt se
ine Rolle als Vorreiter 
in der Digitalisierung. 
Die Digitalisierung ist ein globaler Megatrend, 
der alle Lebens­ und Politikbereiche betrifft.  
Ein umfassendes Angebot an digitalen Dienst­
leistungen sowie leistungsfähige digitale 
Infrastrukturen sind dabei zu einem ausschlag­
gebenden Standortfaktor für die Wirtschaft 
geworden. 
Viele Dienstleistungen in der Stadt, zum 
Beispiel Ticketing, Routenberechnung, Echt­
zeitauskünfte, App­basierte Leihsysteme, 
Ride­Sharing etc., können dank digitaler 
Möglichkeiten neu und bedarfsorientiert 
organisiert werden; durch „smarte“ Technolo­
gien entstehen bei der Energieproduktion und 
­speicherung wenig Verluste und Kosten, neue 
digitale Prognosefunktionen ermöglichen 
passgenaue Vorhersagen von Kundennachfra­
gen und optimieren die Stadtlogistik. 
Köln will bei der Nutzung der Digitalisierung 
eine Vorreiterrolle einnehmen und vor allem 
im Bereich der Mobilität die bestehenden 
Möglichkeiten nutzen, um dynamischer auf 
Nachfragesituationen reagieren zu können 
und Verkehrsfüsse effzienter zu steuern. 
Köln will Smart­City­Technologien aber auch 
in anderen Bereichen noch stärker nutzen, 
beispielsweise im Kontakt mit Bürgerinnen 
und Bürgern, bei der Beantragung eines Ge­
werbescheins, bei Baugenehmigungen oder 
der Beantragung von persönlichen Papieren. 
Die digitalen Möglichkeiten sollen stärker dazu 
beitragen, Prozesse schlank und für alle Betei­
ligten angenehm zu gestalten. 
Besonders hinsichtlich der strategischen  
Steuerung kommt den elektronischen Daten 
eine zentrale Rolle zu. Mit dem Geoportal 
des Landes Nordrhein­Westfalen oder dem 
Open Data­Portal der Stadt Köln existieren 
bereits umfangreiche offene Datenportale. 
Köln hat es sich zum Ziel gesetzt, die diversen 
Datensätze zu Demografe, Stadtentwicklung, 
Sozialstrukturen, ökologischen Aspekten etc. 
zu verschränken und die Zugänglichkeit zu 
optimieren. 
# Die digitale Steuerung von städtischen
Systemen und Infrastrukturen 
vorantreiben 
# Mobilität und Digitalisierung verknüpfen
# Köln stärkt seine mobile und digitale
Infrastruktur und baut die Breitband­
infrastruktur aus 
# Köln zum Vorreiter für digitale Angebote
der Stadtverwaltung machen 
# Open Data­Angebote ausbauen
# Digitale Kunstangebote stärken
# Plattform für urbane Daten schaffen

111 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 4.5 
Köln stärkt die r
egionale Kooperation 
und die internationale Zusammenarbeit. 
Die Welt wächst zusammen: Köln ist durch 
internationale Firmen, Handelsbeziehungen, 
Wissenschaft, Kultur und eine multikulturelle 
und vielfältige Gesellschaft global vernetzt. 
Auch Städtenetzwerke und ­partnerschaften 
oder gemeinsame Projekte (wie zum Beispiel 
das EU­Projekt „GrowSmarter“) bieten großes 
Potenzial für wirtschaftliche und nachhaltige 
Entwicklungen sowie Wissenstransfer. Diese 
schon existierenden globalen Netzwerke gilt 
es, weiter auszubauen und zum Vorteil für die 
gesamte Stadtgesellschaft zu nutzen. 
Doch nicht nur global, auch regional bieten 
vertiefte Kooperationen mit Nachbargemein­
den viele Chancen für Synergieeffekte. Ein 
zentrales Thema der interkommunalen Zu­
sammenarbeit ist Mobilität, zum Beispiel im 
Hinblick auf die vielen täglichen Pendlerinnen 
und Pendler, die auf beiden Seiten der Stadt­
grenze leben und arbeiten. Hier liegen durch 
die Zusammenarbeit der Kommunen in den 
verschiedenen Verkehrsverbünden (VRS, VRR, 
AVV) und dem Zweckverband NVR bereits 
gute Erfahrungen vor. Andere Themen werden 
derzeit nur selten im regionalen Kontext be­
trachtet. So sollten zum Beispiel in den Berei­
chen Schulbau, soziale Infrastruktur oder auch 
interkommunale Stadtentwicklungsprojekte 
gemeinsame Ansätze und Modellprojekte 
entwickelt und umgesetzt werden. 
Anstöße hierfür bieten die vorhandenen 
Stadt­Umland­Konzepte und das Agglomera­
tionskonzept für die Region Köln­Bonn, das 
im nächsten Schritt als Agglomerationspro­
gramm konkretisiert wird. 
# Kooperationsrahmen für regionales Wachstum und
nachhaltige Verkehrsentwicklung einführen 
# Interkommunale Angebote mit Nachbargemeinden
etablieren 
# Vernetzung mit nationalen und internationalen
Partnerinnen und Partnern ausbauen

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
112 
 
Leitsatz 5 
Köln wächst  
klimagerecht und 
umweltfreundlich  
und sorgt für  
gesunde Lebens­
verhältnisse.

113 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
 
Wie alle Städte ist auch Köln vom globalen 
Klimawandel betroffen. Hieraus ergeben sich 
vielfältige Handlungsbedarfe, um eine nach­
haltige Entwicklung der Stadt zu forcieren. 
Während für den Klimaschutz vor allem die 
Reduktion von Emissionen in der Stadt ein 
zentrales Ziel der Kölner Stadtentwicklung 
ist, müssen gleichzeitig Vorkehrungen für die 
Anpassung an die Folgen der schon spürba­
ren Veränderungen des Klimas in Form von 
Hitzewellen oder Extremwetterereignissen 
getroffen werden. Die große Herausforderung 
und zugleich Chance ist es, die Kölner Lebens­
qualität im Zuge dieser Handlungserfordernis­
se nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen 
und zu stärken. 
Der Kommune und dem Veedel kommt dabei 
eine entscheidende Schlüsselrolle zu, während 
hier zugleich die Lebensqualität der Bewoh­
nerinnen und Bewohner bewahrt werden 
soll und Herausforderungen gegeneinander 
abgewogen werden müssen. Dies erfordert 
ein Reagieren sowohl bei der städtischen 
Infrastruktur, beim Städtebau als auch bei der 
grundsätzlichen Flächennutzung der Stadt: 
Gebäudebestand, Mobilität und Energiever­
sorgung müssen für die Zukunft klimaneutral 
gestaltet werden. 
Um die Lebensqualität ihrer Bewohnerinnen 
und Bewohner positiv zu beeinfussen, möchte 
die Stadt Köln gesunde Lebensverhältnisse 
stärken und unter anderem die Bausteine der 
„aktiven Stadt“ stärken. Köln fördert daher die 
Gesundheitsversorgung mit ganzheitlichen 
Ansätzen und stärkt Sport­ und Bewegungsan­
gebote sowie die Bereitstellung von Sport­ und 
Bewegungsfächen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive  
114

115 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 5.1 
Köln förde
rt Bewegung und Sport. 
Gesundheit ist ein hohes Gut, das Lebensqua­
lität bis ins hohe Alter ermöglicht. Sport und 
Bewegung tragen wesentlich zu Gesundheit 
und Lebensqualität bei und spiegeln sich im 
allgemeinen Trend hin zu einem steigenden 
gesellschaftlichen Gesundheitsbewusstsein 
wider. Daher fördert Köln den Sport auch ge­
zielt im Hinblick auf die quartiersnahe präven­
tive Gesundheitsversorgung. 
Mit der Deutschen Sporthochschule, dem 
1. FC Köln und vielen weiteren Akteurinnen
und Akteuren ist Köln eine Metropole des
Sports. Neben diesen Spitzenakteurinnen und
­akteuren sorgen in den Veedeln die Vereine
tagtäglich für Gesundheit, Zusammenhalt,
Integration und Lebensqualität. Bei dieser
wichtigen Rolle gilt es, sie zu unterstützen und
zu fördern, um in allen Quartieren eine breite 
Vielfalt guter Angebote sicherzustellen und 
möglichst vielen zugänglich zu machen. 
In einer Großstadt sind die räumlichen Res­
sourcen naturgemäß häufg knapp. Hallen und 
Plätze müssen klug gemanagt und für vielfäl­
tige Nutzungen geöffnet werden. Gleichzeitig 
gilt es, auch öffentliche Räume so zu gestal­
ten, dass sie zu Bewegung und Erholung im 
Alltag und Sport in der Freizeit anregen. Vor 
dem Hintergrund der Zunahme von Über­
gewicht bei Kindern und Jugendlichen, aber 
auch der integrativen Kraft der Sportvereine, 
ist es besonders wichtig, dem Nachwuchs ein 
vielfältiges Angebot, auch in Verbindung mit 
Bildungsangeboten, zu bieten. 
# Köln als Sportstadt weiter stärken
# Sport­ und Freiflächen nach Möglichkeit öffnen und
mehrfach nutzen 
# Die Zugänglichkeit städtischer und regionaler Erholungs­
räume sicherstellen 
# Sport­, Gesundheits­ und gesunde Versorgungsangebote
in allen Quartieren sicherstellen 
# Sport­, Bewegungs­ und Aktionsangebote für Kinder
und Jugendliche fördern

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
116 
Ziel 5.2 
Köln so
rgt für Zugang zur gesundheitlichen 
Versorgung, Gesundheitsförderung und 
Prävention für alle Lebenslagen. 
Gesundheit betrifft alle: Daher gilt es, die 
Qualität der gesundheitlichen Angebote in der 
Breite im Blick zu behalten und auch im Sinne 
der sozialen Gerechtigkeit an allen Orten der 
Stadt eine gute und ausreichende Versorgung 
jederzeit sicherzustellen. Zentraler Aspekt bei 
der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung 
ist die Zugänglichkeit. Hierbei müssen vor 
allem die Anforderungen der verschiedenen 
Zielgruppen im Blick behalten werden. Das 
heißt auch, gezielt niedrigschwellige Angebo­
te für Gruppen mit besonderen Bedürfnissen, 
beispielsweise Menschen, die schlecht oder 
nicht ans Regelsystem angebunden sind, zu 
fördern oder zu schaffen. 
Das Ziel, gesunde Lebensverhältnisse für alle 
Kölnerinnen und Kölner zu ermöglichen, ist 
eine ganzheitliche Aufgabe. Um die Gesund­
heit der Bevölkerung zu fördern, spielt die 
# Köln als gesundheitsfördernde Stadt
profilieren 
# Luftqualität verbessern
# Qualität der gesundheitlichen und
sozialen Versorgung an allen Orten 
verbessern 
# Aktivitäten und Angebote der
gesundheitlichen Prävention stärken 
Prävention von Erkrankungen eine ganz zent­
rale Rolle. Einerseits braucht es hierfür ausrei­
chende Angebote im Gesundheitssystem der 
Stadt. Andererseits ist es wichtig, Schnittstel­
len zu anderen Bereichen wie gesundheitlicher 
Bildung, qualitativer Freiräume für Bewegung 
oder der Reduktion von Emissionen auszubau­
en und zu gestalten. 
Eine besondere Herausforderung wird dabei in 
den kommenden Jahren der demografsche  
Wandel und die damit einhergehende Alte­
rung der Gesellschaft sein: Vor allem bei der 
Gesundheitsversorgung muss darauf hingear­
beitet werden, älteren und pfegebedürftigen 
Menschen eine gute Versorgung im gewohn­
ten Umfeld zu bieten, um ihnen weiterhin 
eine gleichberechtigte Teilhabe im Veedel zu 
ermöglichen. 
# Pflege und Wohnen im Alter als
integrierten Bestandteil der Quartiers­
entwicklung stärken 
# Niederschwellige Angebote für 
Menschen mit besonderen Belastungen  
oder ohne Anbindung an das Regel­
system fördern 
# Weiterentwicklung der Gesund­
heitsregion fördern

117 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 5.3 
Köln betre
ibt eine konsequente 
Klimawandelanpassung. 
Die Auswirkungen des Klimawandels werden 
auch in Köln immer deutlicher: Die Tempera­
turen steigen und die Häufgkeit und Intensität 
von Extremwettereignissen nehmen zu. Die 
Stadt verstärkt daher die Anstrengungen zur 
Anpassung an den Klimawandel auf dem ge­
samten Stadtgebiet konsequent. 
Vor allem dicht bebaute Stadtquartiere mit 
hohen Versiegelungsgraden und wenig Ve­
getation leiden im Sommer unter Hitzeent­
wicklung und dem Mangel an Kühlung, auch 
Starkregenereignisse stellen hier eine zuneh­
mende Bedrohung dar. Die Anfälligkeit ge­
genüber den Auswirkungen des Klimawandels 
steigt und muss mit entsprechenden Maß­
nahmen wie zum Beispiel Retentionsfächen 
für Regenwasser, Flächen zur Luftkühlung, 
urbanes Grün zur lokalen Kühlung sowie Ver­
schattung und klimaneutrale und angepasste 
Bauweisen reduziert werden. Insbesondere 
sensible Bevölkerungsgruppen wie ältere Men­
schen, kleine Kinder und Schwangere sind von 
den Auswirkungen bedroht und besonders 
schutzbedürftig. 
Die Klimawandelanpassung muss bei allen Pro­
jekten der Stadt frühzeitig mitgedacht werden 
und spielt vor allem bei der Stadttechnik, der 
Flächennutzung sowie in der Architektur und 
im Städtebau eine wichtige Rolle. Elementar 
ist dabei auch die Freiraumplanung, die stadt­
ökologischen und stadtklimatischen Zielen 
Rechnung trägt und grüne Infrastrukturen 
sichert. Nur so kann Köln aus sich heraus eine 
Resilienz entwickeln, um trotz des Klimawan­
dels eine lebenswerte Metropole zu bleiben. 
# Maßnahmen zur Vermeidung von Hitzeinseln und Kühlung
der Quartiere ergreifen 
# Retentionsflächen an Gewässern ausbauen
# Versickerungs­ und Auffangmöglichkeiten für
Starkregenereignisse verbessern 
# Klimaangepasste und ­neutrale Bauformen fördern
# Grüne Freiräume als „Luftfilter“ sichern
# Risikogruppen bei Hitzeereignissen besser schützen

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
118 
Ziel 5.4 
Köln betr
eibt aktiv Klimaschutz 
und reduziert seine CO2­Emissionen. 
Städte sind die Leidtragenden der Umweltver­
änderungen und zugleich Treiber und Verur­
sacher der Umweltprobleme. Auch Köln trägt 
durch seinen Ausstoß von CO
2 zum globalen 
Klimawandel bei. Das Klima zu schützen ist 
eine gemeinsame globale Aufgabe – jede 
Kommune kann und muss ihren Beitrag leis­
ten. Insbesondere die Reduzierung der CO
2­
Emissionen bildet eine wichtige Stellschraube. 
Der motorisierte Individual­ und Güterverkehr 
trägt neben der Industrie, dem Gewerbe und 
den privaten Haushalten einen hohen Anteil 
zu den städtischen CO
2­Emissionen bei. Da­
her sollen in diesen Bereichen die Emissionen 
durch ein Zusammenspiel aus Push­ und Pull­
Faktoren gesenkt werden. Beispielsweise sind 
im Bereich der städtischen Mobilität angebots­
orientierte, attraktive und klimafreundliche 
Transportmittel zu fördern. So können CO
2­
intensive Verkehrsmittel schrittweise substitu­
iert werden, was aber vor allem dann gelingt, 
wenn deren Nutzung zunehmend unattrakti­
ver wird. Gleiches gilt für die industrielle und 
gewerbliche Produktion sowie die privaten 
Haushalte. 
Neben den CO
2­Emissionen ist der generelle 
Energiebedarf zu reduzieren und die weiterhin 
benötigte Energie nahezu vollständig regene­
rativ zu erzeugen. Beispielsweise machen nach 
wie vor der Betrieb und das Heizen von Gebäu­
den einen großen Teil des Energieverbrauchs 
in Deutschland aus. Für Köln gilt es einerseits,  
seiner Vorbildfunktion gerecht zu werden 
und seinen Gebäudebestand klimaneutral zu 
betreiben. Andererseits können im Bauwesen 
auch gezielt Steuerungsmechanismen über 
Bauplanungsrecht und Förderungskulissen für 
nachhaltige Bauweisen eingesetzt werden. 
Nachhaltige Umwelttechnologien bergen das 
Potenzial, Köln als zukunftsfähige und mo­
derne Stadt zu positionieren und neue Wirt­
schaftszweige zu erschließen. 
# Nachhaltige Mobilität im Personen­
und Güterverkehr fördern 
# Energie einsparen, effizient nutzen
und erneuerbare Energien ausbauen 
# Den Gebäudebestand energetisch
optimieren 
# Anreize für ein nachhaltiges
Konsumverhalten schaffen 
# Als Stadt mit gutem Beispiel vorangehen
und die Zivilgesellschaft zum Klima­
schutz motivieren 
# Klimaschutz und Verdichtung als
integrierte Aufgaben verstehen 
# Umwelttechnologien als Chance für
Wirtschaft und Gesellschaft begreifen

119 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die 360­Grad­Perspektive 
Ziel 5.5 
Köln stärkt regio
nale Wertschöpfungsketten 
und nachhaltige Stoffkreisläufe. 
Wertschöpfungsketten beschreiben den Weg 
einer Dienstleistung oder eines Produkts – von 
der Erzeugung über die Verarbeitung und 
Vermarktung bis zur Endkundschaft. Wird der 
Großteil davon in der Region erbracht, ver­
bleibt auch der Großteil der Wertschöpfung 
dort und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht 
sich. Nachhaltige Stoffkreisläufe bringen 
Produktion und Wertschöpfung, Weiterver­
arbeitung, Konsum und Wiederverwertung 
vor Ort zusammen. Der Ansatz geschlosse­
ner regionaler Stoffkreisläufe wird durch den 
technologischen Fortschritt weiter gestärkt. 
Die Vernetzung durch moderne digitale Tech­
nologien ermöglicht es, ökologische Aspekte 
der Kreislaufwirtschaft mit wirtschaftlicher 
Effzienz zusammenzubringen. Da viele res­
sourcenrelevante Stoffströme regional orga­
nisiert sind, haben Kommunen hier ein großes 
Potenzial für ressourceneffzientes Handeln. 
Köln will diese regionalen Wertschöpfungsket­
ten fördern und entwickeln. Dies kann bei­
spielsweise durch den systematischen Ausbau 
und das Management regionaler Wertschöp­
fungsketten oder auch die Knüpfung strate­
gischer Allianzen und neuer Akteurskonstella­
tionen geschehen. Vernetzte Ansätze bieten 
dabei die Chance, gezielt lokale Produktion zu 
fördern, lokale Vermarktung von Produkten 
zu stärken und einen fairen Handel zu ermög­
lichen. 
Zur Etablierung nachhaltiger Stoffkreisläufe 
gehört es auch, Abfälle zu vermeiden. Kam­
pagnen, welche die städtische Verwaltung als 
Vorbild zeigen, aber auch Kooperationen mit 
weiteren lokalen Akteurinnen und Akteuren 
sollen erste Ansätze sein, um dieses Ziel zu 
verfolgen. Mit den Abfallwirtschaftsbetrieben 
Köln (AWB) und der Abfallentsorgungs­ und 
Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG 
Köln) hat die Stadtverwaltung zuverlässige 
Partner beim Thema nachhaltige Nutzung von 
Reststoffen, Sauberkeit und der Erhöhung der 
Recyclingquoten. Da die Nachhaltigkeit im 
Veedel beginnt, ist es zentral, an allen Orten 
der Stadt attraktive Möglichkeiten zum Recyc ­
ling zur Verfügung zu stellen. 
# Produktionskreisläufe vernetzen, Zykluswirtschaft in den
Quartieren ausbauen 
# Regionale Produktions­ und Vermarktungsketten ausbauen
# Urbane Recyclingangebote stärken
# Anreize zur Müllvermeidung schaffen
# Mülltrennung und örtliches Recycling fördern

Vorschläge für 
Handlungs­
empfehlungen

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungs empfehlungen 
Die zehn Handlungsempfehlungen beschrei­
ben die wichtigsten Stoßrichtungen für die zu­
künftige Kölner Stadtentwicklung und zeigen 
auf, wie die formulierten Ziele erreicht werden. 
Sie sind aus dem Zielgerüst der 360­Grad­Pers­
pektive und den Erkenntnissen der Stadträum­
lichen Perspektive gleichermaßen entwickelt 
und bilden damit das Bindeglied zwischen 
beiden Betrachtungsebenen. 
Das städtische Handeln orientiert sich an dem 
dargestellten Zielgerüst der 360­Grad­Pers­
pektive. Die Handlungsempfehlungen leiten 
daraus die dringlichsten Aufgaben ab. Sie be­
rücksichtigen dabei jeweils mehrere Ziele und 
Aspekte (#) inklusive ihrer sozialen, kulturellen 
und gesellschaftlichen Schwerpunkte sowie 
die Ansätze der räumlichen Entwicklung und 
knüpfen an bestehende Konzepte und Stra­
tegien an, welche die Umsetzung der Hand­
lungsempfehlung fachlich konkretisieren. 
Die zehn Vorschläge für Handlungs­
empfehlungen lauten:
1. Klimagerecht leben
2. Innere Werte
3. Kölner Mischung
4. Frei­Raum
5. Verkehrswende
6. Wirtschaft hoch 3
7 . Vorfahrt Bildung
8. Stadt­Leben
9. Smarte Stadt
10. Regio­Coop
Die Reihenfolge und Nummerierung der be­
schriebenen Handlungsempfehlungen stellen 
keine Priorisierung dar. 
Die hier formulierten Handlungsempfehlun­
gen sind als Vorschläge zu verstehen. Die 
Diskussion und Konkretisierung wird durch das 
vom Verwaltungsvorstand eingesetzte Stadt­
entwicklungsteam gesteuert. Im weiteren 
Prozess sollen die Handlungsempfehlungen 
weiterentwickelt, klare Aufgaben und Hand­
lungsschritte formuliert und die Zusammen­
arbeit zwischen den verschiedenen Ämtern 
der Stadtverwaltung sowie zwischen der Stadt 
und externen Akteurinnen und Akteuren 
intensiviert werden. Ebenso sollen aus den 
Handlungsempfehlungen klar budgetierbare 
und in der Regel bauliche Schlüsselprojekte 
abgeleitet werden, die eine besondere Bedeu­
tung oder Modellcharakter für die Umsetzung 
der Stadtstrategie haben. 
121

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
122 
Handlungsempfehlung 1: 
Klimagerecht leben 
Köln hat sich das Ziel gesetzt, durch sein akti­
ves Handeln das Klima zu schützen und sich an 
die Folgen des Klimawandels anzupassen. 
Die Stadt stellt daher einen klaren Plan zur 
Reduzierung des CO2­Ausstoßes und zur De­
karbonisierung auf, mit dem Ziel, spätestens 
2050 klimaneutral zu sein. Der Klimaschutz 
wird im Sinne des Grundsatzes „Vermeiden, 
Vermindern und Kompensieren“ durch kon­
krete Maßnahmen umgesetzt. Diese zielen 
insbesondere auf die Reduktion der Emissio­
nen durch Industrie, Haushalte und Verkehr 
ab. Aber auch die Stärkung einer nachhaltigen 
Landwirtschaft, der Aufbau lokaler Vertriebs­
wege für eine regionale Ernährung und die 
erhöhte Sensibilisierung der Stadtgesellschaft 
dienen der Entwicklung einer klimaneutralen, 
energieeffzienten und resilienten Stadt. 
Um den Verbrauch fossiler Energien, als maß­
geblichen Treiber der globalen Klimaerwär­
mung, zu drosseln, sind nahezu alle Bereiche 
der Stadtentwicklung in der Pficht. Politik 
und Verwaltung müssen dafür städtische Ziele 
durch Regelungen und Verhandlungen durch­
setzen, ihre Vorbildfunktion im Klimaschutz 
und bei der Klimaanpassung stärker ausfüllen 
und als kompetente Partnerinnen und Partner 
für Beratung und Förderung auftreten. Dies 
gilt insbesondere für den energetischen Stadt­
umbau, klimaschonende Bau­ und Produkti­
onsformen, die Energieversorgung, nachhal­
tige Mobilitätslösungen (Verkehrswende), die 
Ernährungswende sowie den Erhalt der natür­
lichen Lebensgrundlagen. Die dazu notwendi­
gen Planungsinstrumente, Maßnahmen und 
Regelungen sind integriert und akteursüber­
greifend zu erarbeiten und die Einsparung von 
Treibhausgasen bei städtischen Entscheidungs­
prozessen mit hoher Priorität zu versehen. 
Bei der Energieversorgung ist der Anteil re­
generativer und dezentraler Lösungen im 
Stadtgebiet zu erhöhen. Ebenso sind mögliche 
Synergien einer wirtschaftlichen und ökolo­
gischen Entwicklung (beispielsweise bei der 
Erneuerung von Produktionsanlagen, den 
Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft oder bei 
innovativen Produkten und Dienstleistungen) 
zu erkunden und systematisch zu fördern.

123 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
Um Köln vor den Folgen der Klimaerwär­
mung zu schützen, verfolgt die Stadt klare 
Maßnahmenpakete. In Hitzeperioden sind 
Mensch, Tier und Natur vor der anhaltenden 
Hitzeeinwirkung zu schützen. Die Sicherung 
der Gesundheitsprävention ist besonders unter 
den Aspekten Klimawandel, demografscher 
Wandel und Stadtwachstum zu betrachten. 
Landschaftspfege, Grünfächenplanung und 
die Bewirtschaftung von Böden sind nachhaltig 
und klimagerecht zu gestalten. Biotope mit 
hoher Artenvielfalt sind besonders zu sichern. 
Als klimagerechte Stadt sorgt Köln für die Frei­
haltung von Kaltluftentstehungsgebieten und 
Frischluftschneisen als stadtklimatische Aus­
gleichsfächen. Eine gesteigerte Durchgrünung 
der Stadt mit einer Vernetzung von Grün­ und 
unbebauten Freifächen, eine klimawandelan­
gepasste Bebauung und Nachverdichtung so­
wie Maßnahmen zur Verbesserung des Stadt­
klimas in dicht bebauten Belastungsgebieten 
sind wichtige Eckpfeiler der Vorsorgestrategie.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
124 
 
Handlungsempfehlung 2: 
Innere Werte 
Die Stadt Köln nutzt ihre bestehenden Flä­
chenpotenziale konsequent und nachhaltig, 
um ihren Flächenverbrauch zu reduzieren. 
Dafür greift die Stadt vermehrt auf eine aktive 
Liegenschaftspolitik zurück, wendet beste­
hende Instrumente der Grundstücksvergabe 
konsequent an und ergänzt diese um kölnspe­
zifsche Regelungen. Flächen­ und Nutzungs­
konkurrenzen werden im Sinne einer nachhal­
tigen Entwicklung gelöst. Dafür baut Köln ein 
digitales strategisches Flächenmanagement 
auf. Dieses zeigt neben Flächen für bauliche 
Entwicklungen und Nutzungen wie Wohnen, 
Gewerbe und Industrie, soziale Infrastruktu­
ren und Verkehr auch unbebaute Flächen für 
Funktionen wie Erholung, Ernährung, Um­
weltschutz, Ökologie, Natur­ und Artenschutz, 
Stadtklima und Gewässerschutz. 
Als Basis einer fächenschonenden und sozial­
verträglichen Stadtentwicklung erhöht Köln 
die bauliche Dichte seiner bestehenden Sied­
lungsstruktur. Die Stadt setzt dabei sowohl auf 
eine kleinteilige Innenentwicklung als auch auf 
die Identifzierung von Transformationsfächen 
in innerstädtischen Lagen. Für Wohn­, Misch­
und explizit auch für Gewerbegebiete entwi­
ckelt die Stadt ein Innenentwicklungskonzept, 
welches für unterschiedliche Stadtstrukturty­
pen Dichteleitbilder formuliert. Diese sollen 
gesunde Lebensverhältnisse, angemessene 
städtebauliche Strukturen, Möglichkeiten der 
Nutzungsmischung, die Stapelung von Nut­
zungen und kurze Wege fördern. Integraler 
Bestandteil dieser Strategie sind zielführende 
Vorgehensweisen der Umsetzung sowie die 
Mobilisierung von Flächen. 
Den Funktionen und Nutzungsansprüchen un­
bebauter Flächen im Stadtgebiet sind zukünf­
tig eine strategische Bedeutung einzuräumen, 
da sie für ein gesundes Stadtklima, die Versor­
gung mit Lebensmitteln, die Erholung sowie 
für Ökologie und Biodiversität unentbehrlich 
sind. Bei Konfikten zwischen neuen baulichen 
Flächennutzungen und dem Erhalt unbebauter 
Flächen sind innovative Konzepte zu priori­
sieren, die den Flächenverbrauch minimieren 
beziehungsweise sich auf den Erhalt oder die 
Wiederherstellung des Ökosystems fokussie­
ren.

125 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
 
 
 
 
Handlungsempfehlung 3: 
Kölner Mischung 
Köln investiert in den Bau von bezahlbarem 
Wohnraum, insbesondere in den Geschoss­
wohnungsbau, als zentralem Bestandteil der 
lebenswerten Stadt. Die dafür notwendigen 
Flächenpotenziale sind sowohl in der stadt­, 
sozial­ und klimaverträglichen Verdichtung 
bestehender Quartiere als auch durch die 
Entwicklung neuer, kompakter Stadtbausteine 
mit städtischen Dichten in durch den ÖPNV gut 
erschlossenen Gebieten zu mobilisieren. 
Durch die konsequente Umsetzung des Stadt­
entwicklungskonzepts Wohnen stabilisiert 
Köln die Preisentwicklung auf dem Wohnungs­
markt und ermöglicht allen Bevölkerungsgrup­
pen einen Zugang zu Wohnraum. Das koopera­
tive Baulandmodell mit seiner Festsetzung auf 
30 Prozent öffentlich geförderten Wohnungs­
bau soll um ein städtisches Konzept für bezahl­
baren Wohnraum ergänzt werden. 
Dabei entwickelt und verfolgt die Stadt den 
Ansatz der „Kölner Mischung“. Dieser etabliert 
eine neue Baukultur mit einem starken Fokus 
auf Verdichtung und Mischnutzung. Infolge­
dessen sind Stadtteile und Stadtquartiere so 
zu entwickeln, dass neben heterogenen Wohn­
angeboten weitere Nutzungen bedarfsgerecht 
gesichert und ergänzt werden. Dies umfasst 
die sozialen Infrastrukturen, Angebote der 
Versorgung, Kultur und Bildung sowie attrak­
tive Freiräume und Arbeitsplatzangebote. So 
erreicht die Stadt die Entwicklung lebenswer­
ter Veedel mit kurzen Wegen als Träger städti­
schen Lebens. 
Mit der Förderung öffentlicher und gemeinnüt­
ziger Wohnbauträger soll zudem der Anteil der 
nicht renditeorientierten Vermietungen von 
Wohnraum erhöht werden. Die angestrebte 
Heterogenität auf dem Wohnungsmarkt soll 
auch durch die Entwicklung und Förderung 
neuer Wohnungstypen unterstützt werden, 
welche die Möglichkeiten des Zusammenle­
bens erhöhen und den Flächenverbrauch pro 
Person senken können.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
126 
 
Handlungsempfehlung 4: 
Frei­Raum 
Durch Stadtwachstum und Klimawandel ver­
ändern sich die Funktionen der grün­blauen In­
frastrukturen und die Ansprüche an Grün­ und 
Freifächen. Die urbanen Freiräume der Stadt 
werden daher zukünftig als Teil eines Systems 
multifunktionaler Räume für Erholung, Auf­
enthalt, Klimaanpassung (Kühlung und Frisch­
luft), Naturschutz und Biodiversität sowie der 
Nahrungsproduktion behandelt. Auf der Basis 
des Kölner Grünsystems werden die unter­
schiedlichen Funktionen und Ansprüche an die 
Grün­ und Freifächen koordiniert, Nutzungs­
konfikte aufgelöst und Möglichkeiten für die 
Entwicklung neuer Freiräume konsequent 
genutzt. Dabei sollen auch bislang ungenutzte 
Flächen, wie zum Beispiel Dachfächen, mitein­
bezogen werden. 
Dies bezieht sich insbesondere auf die ver­
stärkte Übernahme von Funktionen zur Anpas­
sung an den Klimawandel. Nicht nur Maßnah­
men der Verschattung und Verdunstung sind 
auf den bestehenden Flächen auszubauen und 
zu qualifzieren, sondern auf alle öffentlichen 
Freiräume der Stadt auszudehnen. Damit rückt 
auch der Straßenraum als ein zentraler und 
vernetzender Bestandteil des Freiraumsystems 
in den Fokus, der als öffentlicher und urbaner 
Freiraum sowie als Träger des Stadtlebens und 
eines gesunden Stadtklimas entwickelt wird. 
Grün­ und Freifächen sind neben ihren be­
stehenden Funktionen (Erholung, Freizeit, 
Sport, Aufenthalt) auch als Träger einer um­
weltverträglichen Nahmobilität sowie als 
Produktionsort für Nahrungsmittel (Stichwort 
„Essbare Stadt“) weiterzuentwickeln. Gleich­
zeitig ist deren Nutzung als Erholungsraum zu 
koordinieren und durch zusätzliche Grün­ und 
Freiräume innerhalb der Veedel zu entlas­
ten. Dazu gehören auch die Aufwertung und 
Pfege bestehender urbaner Freiräume. Für die 
Weiterentwicklung des Grün­ und Freiraum­
systems sind unter Berücksichtigung ökologi­
scher, stadtklimatischer, städtebaulicher sowie 
kultureller und gesellschaftlicher Aspekte 
klare Vorgaben für Funktionen, Flächenantei­
le, Programmatik, Gestaltung, Sicherheit und 
Unterhalt aufzustellen. 
Ökologisch besonders wertvolle Flächen ha­
ben dabei einen hohen Erhaltungs­, Weiterent­
wicklungs­ und Schutzstatus. Hierunter fal­
len sowohl ertragreiche landwirtschaftliche 
Flächen, Freifächen für den Funktionserhalt 
des Naturhaushalts, artenreiche Flächen für 
Natur­ und Landschaftsschutz (unter anderem 
FFH­Gebiete) und Flächen für den Funktions­
erhalt der Biotopvernetzung zum Schutz der 
Biodiversität.

127 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
Handlungsempfehlung 5: 
Verkehrswende 
Köln verfolgt eine konsequente Verkehrswen­
de weg vom motorisierten Individualverkehr 
hin zu nachhaltigen Mobilitätsangeboten. Die 
nachhaltige Mobilitätsentwicklung und die 
Verkehrsvermeidung werden zu einem zen­
tralen Pfeiler der Stadtentwicklung und dem­
entsprechend prioritär behandelt – sowohl im 
Personen­ als auch im Güterverkehr. Der ge­
plante Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) 
ist für konkrete Maßnahmen und deren Um­
setzung von zentraler Bedeutung. 
Der Ausbau, die Verknüpfung und die Opti­
mierung der Verkehrsträger des Umweltver­
bunds werden weiter vorangetrieben und mit 
der Siedlungsentwicklung koordiniert. Dies 
umfasst insbesondere die Verbesserung der 
Umsteigemöglichkeiten im ÖPNV und die För­
derung von Mobilitätsstationen zur integrier­
ten Nutzung umweltverträglicher Verkehrs­
mittel. Auch die gezielte Nachverdichtung 
und Aufwertung gut an den Umweltverbund 
angebundener Orte sowie die Verbesserung 
bestehender Anbindungen sind dahingehend 
zu prüfen und zu entwickeln. Darüber hinaus 
sind neue Strecken und Linienführungen in 
Verbindung mit On­Demand­Services und ei­
ner gestärkten Radinfrastruktur zu diskutieren. 
Unterstützt wird das Angebot des Umweltver­
bunds durch eine verbesserte Koordination der 
digitalen Information und einheitlicher Tarif­
systeme. 
Integraler Teil der Verkehrswende ist aber auch 
die Neubewertung und Reorganisation des  
Straßenverkehrs und seiner Infrastrukturen.  
Das städtische Straßensystem soll zukünftig 
gleichrangig unterschiedlichen Verkehrs­
mitteln zur Verfügung stehen und den An­
forderungen an einen qualitätsvollen, multi­
funktionalen öffentlichen Raum entsprechen. 
Daher sind die Flächen für den fießenden und 
ruhenden MIV zu begrenzen und zu reduzie­
ren. Der so gewonnene Straßenraum kann 
durch umweltfreundliche Verkehrsmittel oder 
für Aufenthaltszwecke genutzt werden. Die 
Steuerung des Verkehrsfusses ist mit neuen 
digitalen Instrumenten zu unterstützen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
128 
Handlungsempfehlung 6: 
Wirtschaft hoch 3 
Kölns Arbeitswelten und Unternehmen rüsten 
sich für die Zukunft und rücken näher zusam­
men. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Köl­
ner Wirtschaft zu stärken, werden Gewerbe­, 
Dienstleistungs­, Kreativ­ und Industriestand­
orte differenziert entwickelt. Dazu zählen die 
Verdichtung und Qualifzierung von Standor­
ten sowie die Ergänzung mit unterstützenden 
Funktionen. Eine Clusterung der Nutzungen, 
die Förderung der Zusammenarbeit, das Teilen 
von Wissen und Einrichtungen sowie der Aus­
bau der Digitalisierung, der Kreislaufwirtschaft 
und der Ressourceneffzienzsteigerung sind 
weitere wichtige Ansätze. 
Wesentliche zukünftige Standards für Pro­
duktions­ und Dienstleistungsstandorte sind 
eine ausgewogene Funktionsmischung, Ver­
dichtung und letztendlich die städtebauliche 
Qualität. Daher entwickelt Köln für beste­
hende Gebiete Ansätze für die Mobilisierung 
zusätzlicher Flächenpotenziale durch Nut­
zungsstapelung (wie Büros/Verwaltung, Par­
ken, Produktion) für eine bessere Erreichbar­
keit mit dem ÖPNV und für die Anreicherung 
mit gemeinsam genutzten Einrichtungen (wie 
öffentlichen Kantinen, Kinderbetreuung oder 
Co­Working­Spaces). 
Für die Wirtschaftsentwicklung ist die Verfüg­
barkeit und die Ausweisung von Gewerbe­ und 
Industriefächen von großer Bedeutung. Hier 
sind Synergien dichter, durchmischter und 
kompakter Gebiete, auch im Sinne einer fä­
chensparenden Entwicklung, zu nutzen. 
Die Integration urbaner Produktion in be­
stehenden innenstadtnahen Quartieren soll 
vornehmlich erhalten und weiter ausgebaut 
werden. Die Kombination von emissionsar­
men, ressourceneffzienten und nachhaltig 
wirtschaftenden Betrieben und Unternehmen 
der Kreativwirtschaft ist ein zentraler Bestand­
teil einer zukunftsfähigen und durchmischten 
Stadt. Als wichtige Standbeine der Kölner 
Wirtschaft können sie, gemeinsam mit Start­
ups und kulturellen Einrichtungen, neue Ent­
wicklungsimpulse innerhalb der Stadt setzen. 
Hierfür sind innerstädtische Standorte für die 
Bedürfnisse der wohnungsnahen Produktion 
weiterzuentwickeln und neue Potenziale im 
Stadtgebiet, insbesondere für moderne Indus­
trieunternehmen, zu mobilisieren.

129 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
Mit den skizzierten Entwicklungsrichtungen 
schafft Köln die Grundlagen für eine zukunfts­
fähige Entwicklung einer produktiven Stadt 
und mobilisiert zusätzliche Gestaltungsräume 
für die Wirtschaft. Im Stadtentwicklungskon­
zept Wirtschaft werden konkrete Maßnahmen 
für den nachhaltigen Umgang mit der knap­
pen Ressource Gewerbe­ und Industriefäche 
defniert. Dabei wird auch der Einsatz von Ge­
bietsmanagerinnen und ­managern sowie eine 
gezielte Ansiedlungs­ und Liegenschaftspolitik 
der Wirtschaftsförderung zur Unterstützung 
der Entwicklung der produktiven Stadt be­
rücksichtigt. 
Durch eine gezielte Förderung und Aktivie­
rung, Ausbildung und Qualifzierung spezieller 
Zielgruppen soll das vorhandene Fachkräfte­
potenzial als Standortfaktor Kölns gefördert 
werden. Als Garant für Innovation und Wett­
bewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäfti­
gung, Wohlstand und Lebensqualität ist die 
Sicherung des Fachkräftebedarfs angesichts 
der demografschen Entwicklung eine große 
Herausforderung.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
130 
Handlungsempfehlung 7: 
Vorfahrt Bildung 
Köln fördert die Bildung als Schlüssel für 
Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen 
Zusammenhalt, wirtschaftliche Teilhabe sowie 
Umwelt­ und Klimaschutz mit hoher Priorität. 
Dafür entwickelt die Stadt ihre Bildungsinfra­
struktur und ­angebote für alle Altersklassen 
weiter und geht neue Wege, um den Aus­
tausch von Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur 
und Gesellschaft zu stärken. 
Die erheblichen Investitionen zum Ausbau 
der Schulen als Träger der (Aus­)Bildung von 
Kindern und Jugendlichen sind zu sichern und 
durch zusätzliche Ressourcen zu unterstützen. 
Zukünftige Schulstandorte sollen dabei nicht 
nur Orte des Lernens, sondern auch Zentren 
der Integration, des Zusammenlebens und 
der gesellschaftlichen Initiative werden. Ins­
besondere auch das für die Klima­ und Um­
weltbildung maßgebliche Angebot an außer­
schulischen Lernorten ist weiter auszubauen. 
Der Schulentwicklungsplan und das Schul­
bauprogramm sind für die Umsetzung der 
notwendigen Maßnahmen anzuwenden und 
gegebenenfalls zu erweitern. Vor allem in der 
wachsenden inneren Stadt sind die notwen­
digen Flächen für Bildungseinrichtungen zu 
erhalten oder neue Potenziale, beispielsweise 
durch eine aktive Bodenpolitik, zu sichern. 
Neben der Schulbildung sind insbesondere die 
Angebote der Erwachsenenbildung als wichti­
ges Element der Weiterbildung und Qualifzie­
rung sowie der Integration aller Bevölkerungs­
gruppen weiter zu fördern. Die Stadt schafft 
dafür neue Möglichkeiten und Standorte und 
nutzt den Aus­ und Neubau schulischer sowie 
anderer öffentlicher Einrichtungen.

131 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
Köln ist eine Stadt, in der sich Wissen und Kre­
ativität entfalten und Wissenschaft und Wirt­
schaft verknüpfen. Um die Innovationskraft zu 
fördern und seinen Wissenschaftsstandort zu 
stärken, entwickelt Köln sein Verständnis der 
Wissensvermittlung. Die Hochschulen stellen 
sich den aktuellen gesellschaftlichen Heraus­
forderungen und tragen durch neue Formate 
der Wissenskultur – wie beispielsweise „Citi­
zen Scienceship“, also die Beteiligung von 
Bürgerinnen und Bürgern an Forschungspro­
jekten – zum Transfer in die Zivilgesellschaft 
bei. Für diese Entwicklung ist die Kooperation 
von Einrichtungen der Wissenschaft und der 
kulturellen Bildung zu fördern.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
132 
 
Handlungsempfehlung 8: 
Stadt­Leben 
Köln fördert die Teilhabe, Solidarität und Chan­
cengerechtigkeit, um ein tolerantes Klima 
innerhalb einer vielfältigen Stadtgesellschaft 
zu schaffen und stärkt seine Veedel als Orte 
des Zusammenlebens. 
Auf der Grundlage des Masterplans des De­
zernats für Soziales, Umwelt, Gesundheit und 
Wohnen werden die Teilhabechancen vor 
allem von sozial benachteiligten Bevölkerungs­
gruppen wie Alleinerziehenden, kinderreichen 
Familien, Menschen mit Migrationsgeschichte, 
kranken und pfegebedürftigen Menschen, 
älteren Menschen, die von Transferleistungen 
leben, Obdachlosen und Langzeitarbeitslo­
sen gefördert. Dabei geht es nicht nur um 
materielle Absicherung, sondern um eine 
umfassende Teilhabe an den gesellschaftlich 
wichtigen Lebensbereichen wie Gesundheit, 
Erwerbsbeteiligung, Wohnen sowie um die so­
ziale, kulturelle und politische Einbindung. In 
diesem Sinne werden Orte und Initiativen der 
Begegnung und des gesellschaftlichen Zusam­
menlebens erhalten und ausgebaut. 
Anlauf­ und Beratungsstellen in den Veedeln 
sollen bedarfsgerecht gestärkt und der Zu­
gang zu bestehenden oder neuen Angeboten 
der Weiterbildung und Eingliederung erleich­
tert werden. Um dies zu erreichen, arbeitet die 
Stadt mit Fachinstitutionen, sozialen Trägern 
sowie Vereinen und ehrenamtlich Tätigen 
zusammen. 
Gesunde Lebens­ und Entwicklungsbedingun­
gen sollen durch Angebote gefördert werden, 
damit ausnahmslos alle Menschen Zugang zur 
Gesundheitsförderung und Prävention sowie 
zur medizinischen Grundversorgung erhalten 
und vor Gesundheitsgefahren geschützt sind. 
Zum Schutz vor umweltbedingten Gesund­
heitsgefahren sind Maßnahmen zu ergreifen, 
die Mehrfachbelastungen (unter anderem Luft­
und Wasserverschmutzung, Lärm­ und Hitze­
belastungen, ungesunde Ernährung aufgrund 
des fehlenden Zugangs zu und Bezug von 
ausgewogenen Lebensmitteln sowie Bewe­
gungsmangel aufgrund fehlender Grünaus­
stattung in den Stadtgebieten) reduzieren und 
die Umweltgerechtigkeit erhöhen.

133 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
Um die Generationengerechtigkeit zu erhöhen, 
sollen in den Veedeln bedarfsgerechte Einrich­
tungen und Angebote für Jung und Alt entste­
hen. Dies bedeutet nicht nur, dass ausreichend 
Pfegekapazitäten zur Verfügung stehen, son­
dern auch generationengerechte Wohn­ und 
Mobilitätsangebote weiter ausgebaut werden. 
Die altersgerechte Gestaltung des öffentlichen 
Raums beinhaltet sowohl barrierefreie Zugän­
ge als auch Spiel­ und Aufenthaltsmöglich­
keiten, um eine generationenübergreifende 
Nutzung zu ermöglichen. 
Zur Förderung des bürgerschaftlichen Enga­
gements und der kulturellen und politischen 
Teilhabe als zentrale Bausteine des Stadtlebens 
sind öffentliche Räume ohne Konsumpficht 
für den Austausch und für gesellschaftliche In­
itiativen zu schaffen. Durch die Öffnung beste­
hender, insbesondere sozialer, Einrichtungen 
sowie die unterschiedliche beziehungsweise 
mehrfache Nutzung von Räumlichkeiten in 
den Veedeln entstehen „Erprobungsräume“ 
für neue sozio­kulturelle Formate. Diese Mög­
lichkeiten sind sowohl bei der Neuplanung als 
auch bei bestehenden Einrichtungen mitzu­
denken. Formelle und informelle Instrumente 
der Stadtentwicklung sind zudem auf neue, 
auch digitale Beteiligungsformate und Model­
le des Zusammenlebens zu prüfen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
134 
 
Handlungsempfehlung 9: 
Smarte Stadt 
Köln entwickelt seine digitale Infrastruktur 
weiter, nutzt diese konsequent für die Ent­
wicklung smarter und digitaler Angebote, für 
die Erhöhung der Effzienz städtischer Diens­
te, die Zusammenarbeit und die Steigerung 
der Lebensqualität. Mithilfe von Open Data 
und Big Data sowie neuen Möglichkeiten der 
Echtzeitanalyse und ­steuerung werden zent­
rale Elemente des täglichen Lebens verbessert 
(Verkehrsmanagement, Dienstleistungen) und 
die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwi­
schen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft 
und Stadtbevölkerung erhöht. Gleichzeitig 
werden die digitalen Möglichkeiten genutzt, 
um die Autonomie und Teilhabe der Stadtbe­
völkerung zu unterstützen. 
Echtzeitanalysen und ­steuerung städtischer 
Systeme werden insbesondere im Verkehrsbe­
reich und bei städtischen Angeboten der tech­
nischen und sozialen Infrastruktur (wie mobi­
len sozialen Angeboten, Energieversorgung 
und Entsorgung) erprobt und gefördert. Durch 
den Einsatz neuer digitaler Instrumente kön­
nen Ressourcen effzienter genutzt und Infra­
strukturen vor Überlastung geschützt werden 
(zum Beispiel durch On­Demand­Services). 
Smarte Lösungen verbessern die Möglichkei­
ten, auf Angebote der Stadtverwaltung und 
der Daseinsvorsorge sowie auf städtische 
Daten (urbane Datenplattform) zuzugreifen 
sowie Anfragen und Formalitäten effzienter 
abwickeln zu können. Hier geht die Stadtver­
waltung mit dem Aufbau eines integrierten 
und verorteten Stadtinformationssystems vo­
ran und prüft neue Online­Angebote. Ebenso 
sollen neue Beteiligungsmodelle auf der Ebene 
der Veedel­ und Gesamtstadtentwicklung 
konzipiert werden, um den Dialog zwischen 
Bevölkerung, Verwaltung und Politik zu stär­
ken. 
Die „Digitalisierungsstrategie 2019–2022“ 
und der „Gigabit Masterplan Cologne 2025“ 
bilden wichtige Grundlagen für ein smartes 
Köln. Die nächsten notwendigen Schritte 
sind die Entwicklung und Erprobung digitaler 
Anwendungen in Reallaboren inklusive ihrer 
nachträglichen Prüfung und Regulierung. In 
diesen Prozess sind Kölner Wissenschafts­ und 
Forschungseinrichtungen durch neue Koope­
rations­ und Innovationsprozesse der Wis­
sensproduktion und des Know­how­Transfers 
miteinzubeziehen. 
Neben der Digitalisierung sind Herausfor­
derungen wie der Klimawandel, der demo­
grafsche Wandel und die wirtschaftliche 
Globalisierung weitere Treiber und wichtige 
Rahmenbedingungen für eine smarte Stadt.

135 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Vorschläge für Handlungsempfehlungen   
 
Handlungsempfehlung 10: 
Regio­Coop 
Köln stärkt seine Zusammenarbeit mit der 
Region. Die Herausforderungen als Metropole 
in einer Wachstumsregion kann die Stadt nur 
mit der Region gemeinsam meistern. Hier­
für arbeitet Köln eng mit den benachbarten 
Kreisen und Städten zusammen und verein­
bart verbindliche Formate und Strukturen 
der Kooperation. Dies beinhaltet die Öffnung 
für neue Modelle der Kompetenzteilung und 
die Förderung einer integrierten, regionalen 
Entwicklung, insbesondere in den Bereichen 
Siedlungs­ und Wirtschaftsentwicklung, Mobi­
lität und Verkehr sowie die Sicherung zusam­
menhängender Freiräume und Strategien zur 
regionalen landwirtschaftlichen Versorgung 
und zur Anpassung an den Klimawandel. Das 
Agglomerationskonzept wird hierbei als maß­
gebliche Schnittstelle zur regionalen Ent­
wicklung aufgegriffen und in das städtische 
Handeln integriert. Zudem kann Köln bei der 
Siedlungsentwicklung sowie bei der Planung 
von interkommunalen Gewerbe­ und Indust­
riegebieten auf bereits bestehenden Koope­
rationen mit den links­ und rechtsrheinischen 
Nachbarinnen und Nachbarn aufbauen. 
Die Projekte im Rahmen der Strukturstärkung 
des Rheinischen Braunkohlereviers sollen von 
der Stadt Köln mit dem Fokus einer nachhalti­
gen regionalen Entwicklung unterstützt wer­
den. Daher sind die Möglichkeiten zur Beteili­
gung an Kooperations­ und Modellprojekten 
insbesondere hinsichtlich der Entlastung der 
regionalen Infrastrukturen zu nutzen. 
Neben der Zusammenarbeit mit den direkten 
Nachbarinnen und Nachbarn gilt es, auch den 
Zusammenschluss als Metropolregion Rhein­
land zu intensivieren, um als eine Wachstums­
und Wirtschaftsregion im internationalen 
Wettbewerb gemeinsam auftreten zu können. 
Köln und seine regionalen Partnerinnen und 
Partner verstärken den nationalen und inter­
nationalen Austausch und die Entwicklung von 
Lösungswegen für die zahlreichen Herausfor­
derungen einer gesund, sozial und ökologisch 
wachsenden Region.

Die Stadträumliche 
Perspektive 
– Die G rundlagenkarten
– Erkenntnisse der räumlichen Analyse
– Ansätze der räumlichen Entwicklung
– Die Zielkarten
– Das räumliche Leitbild

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
Wo und wie wird jetzt und in Zukunft neuer 
Raum für das künftige Stadtwachstum ge­
schaffen? Wie muss das Verkehrsnetz ange­
passt werden, um das Verkehrsaufkommen 
zu bewältigen? Wie können weitere Flächen 
für die wirtschaftliche Produktion entwickelt 
werden? Welche sozialen und kulturellen 
Einrichtungen braucht eine wachsende Stadt? 
Welche Freiräume müssen gesichert werden 
und wo können neue entstehen? 
Alle städtischen Themenfelder wie Siedlungs­
entwicklung, Mobilität, Freiraum, Produktion 
und Gewerbe, Kultur und Soziales sind glei­
chermaßen essenziell für eine lebendige und 
nachhaltige Stadt. Die Flächenressourcen in­
nerhalb der Stadtgrenzen sind jedoch endlich. 
Die Stadträumliche Perspektive geht der Frage 
nach, wie sich die Stadt Köln zukünftig entwi­
ckeln kann, um die knappe Ressource Fläche 
bestmöglich zu nutzen. Dabei geht es zum 
einen darum, wie unterschiedliche Nutzungs­
ansprüche abgewogen, Flächenkonkurrenzen 
geklärt und Wechselwirkungen zwischen Maß­
nahmen identifziert werden können. 
Zum anderen muss die Frage beantwortet wer­
den, wie die vorhandene Kölner Stadtstruktur 
in ihrer räumlichen Dimension weiterentwi­
ckelt werden muss, um die in der 360­Grad­
Perspektive beschriebenen Ziele zu erreichen. 
Beides erfordert eine strategische Auseinan­
dersetzung mit der zukünftigen Entwicklung 
Kölns, um die Herausforderungen und Gele­
genheiten zu identifzieren und anzugehen. 
Die Stadträumliche Perspektive startet mit 
der Darstellung des Status quo in Form von 
Grundlagenkarten, formuliert Erkenntnisse der 
räumlichen Analyse und darauf aufbauend An­
sätze der räumlichen Entwicklung. Die Ansätze 
der räumlichen Entwicklung übertragen die 
Aussagen der Ziele der 360­Grad­Perspektive 
in fünf thematische Zielkarten, die konkrete 
Vorschläge für den Stadtraum eröffnen. Den 
Abschluss bildet die Übersetzung der zentralen 
Strategien in ein gesamtstädtisches räumli­
ches Leitbild, das die strategische Ausrichtung 
der Stadt zum Ausdruck bringt und Zukunfts­
räume benennt. 
137

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
138 
Die Stadträumliche Perspektive 
Die Grundlagenkarten

139 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
Auf welchen Planungen und Konzepten baut 
die Stadträumliche Perspektive auf? Welche 
neuen Siedlungs­ und Gewerbegebiete sind 
bereits geplant, welche ÖPNV­Linien sollen 
ausgebaut werden, wo sind Ergänzungen 
im Straßennetz in Vorbereitung? Wie ist die 
Versorgung mit sozialen Einrichtungen in den 
Stadtteilen? Welche Aussagen zum Schutz von 
Grün und Freiraum gibt es bereits? Diese und 
weitere Fragen müssen beantwortet sein, um 
weitere Perspektiven für die Zukunft zu entwi­
ckeln. 
Für die Stadtstrategie wurden fünf Grundla­
genkarten erarbeitet, die den Status quo der 
Kölner Stadtentwicklung auf räumlicher Ebene 
beschreiben und einen gemeinsam getrage­
nen Startpunkt für die Stadträumliche Pers­
pektive defnieren. 
Die fünf Grundlagenkarten sind den vier Hand­
lungsfeldern „Urbanes Köln“, „Produktives 
Köln“, „Offenes Köln“ und „Vernetztes Köln“ 
zugeordnet (siehe „Thematische Teams“, 
Seite 27). Aufgrund der vielschichtigen Inhalte 
wurden für das „Vernetzte Köln“ zwei Karten 
erarbeitet. Die insgesamt fünf Karten bilden 
die Inhalte des verwaltungsinternen Status­
berichts und die identifzierten Kernthemen 
räumlich ab. 
Die Grundlagenkarten wurden in enger Zu­
sammenarbeit mit den interdisziplinären 
thematischen Teams erarbeitet. Durch das Zu­
sammenspiel und die Überlagerung verschie­
dener Attribute – wie ausgewählte statistische 
Daten und aktuelle Projekte in verschiedenen 
Planungs­ und Konzeptphasen – können 
grundlegende Erkenntnisse für eine Analy­
se und mögliche Ansätze für die jeweiligen 
Handlungsfelder gezogen werden. So lassen 
die Grundlagenkarten erste Rückschlüsse auf 
die Lage der Stadt sowie deren heutigen und 
zukünftigen Herausforderungen zu.

Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1
Stand 05/2019 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Grundlagenkarte Urbanes Köln 
Schwerpunkte: Wohnen, Siedlungsentwicklung,  
Städtebau, Baukultur und öffentlicher Raum 
140

141

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
142 
 
 
 
 
 
 
 
 
Erläuterungen zur Grundlagenkarte 
Urbanes Köln 
Schwerpunkte: Wohnen, Siedlungsentwicklung,  
Städtebau, Baukultur und öffentlicher Raum 
Räumliche Zusammenhänge stehen im Fokus 
des Handlungsfeldes „Urbanes Köln“, das sich 
mit den Themen Wohnen, Siedlungsentwick­
lung, Städtebau, Baukultur und öffentlicher 
Raum/Sicherheit befasst. 
Die Grundlagenkarte „Urbanes Köln“ enthält 
daher folgende Attribute: 
– Bauliche Dichte je Stadtviertel (Quotient
gebauter Geschossfäche/Siedlungsfäche
Stadtviertel)
– Versorgungszentren aus dem Einzelhan­
dels­ und Zentrenkonzept
– Transformationsgebiete
– Masterplangebiet Innenstadt
– Entwicklungsfächen (mittel­ und lang­
fristig)
– Schienennetz (Stadtbahn, Regionalverkehr,
S­Bahn­Bestand und geplant)
– Straßennetz
– Freiraumstrukturen (Innerer und Äußerer
Grüngürtel, Wald­ und Wasserfächen)
Deutlich werden vor allem die Verortung von 
dichten und weniger dichten Siedlungsbe­
reichen sowie die Größenordnungen ausge­
wiesener Entwicklungsfächen. Auch können 
Rückschlüsse zur verkehrlichen Situation in 
der Versorgung mit SPNV und schienenge­
bundenem ÖPNV gezogen und Erkenntnisse 
zur Quantität der Erschließungen von Ent­
wicklungsfächen gewonnen werden. Glei­
ches gilt für die Versorgungslage durch die 
Versorgungszentren des Einzelhandels und 
die Grün­ und Freiraumstrukturen. Das Grün­
system gliedert anschaulich den Stadtraum. 
Die historische Entwicklung Kölns ist deutlich 
in der Stadtstruktur abzulesen: Zu erkennen ist 
zum einen das Wachstum der Innenstadt und 
die Zäsur des Inneren Grüngürtels und zum 
anderen die Entwicklung der Stadtteile, die 
zwischen dem Inneren und Äußeren Grüngür­
tel in der Industrialisierung gewachsen sind, 
sowie die dörfichen Strukturen außerhalb des 
Äußeren Grüngürtels mit den dort verorteten 
Großsiedlungen.

143 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive

144 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 05/2019 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Grundlagenkarte Produktives Köln 
Schwerpunkte: Gewerbe­ und Industrieentwicklung,  
Kultur­ und Kreativwirtschaft, Logistik sowie  
Wissenschaft und Hochschulbildung

145

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
146 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
Erläuterungen zur Grundlagenkarte 
Produktives Köln 
Schwerpunkte: Gewerbe- und Industrieentwicklung,  
Kultur- und Kreativwirtschaft, Logistik sowie Wissenschaft 
und Hochschulbildung 
Das Handlungsfeld „Produktives Köln“ stellt 
die Frage, was neue Arbeits­ und Schaffens­
welten ausmacht und thematisiert das Zu­
sammenwirken von Gewerbe­ und Industrie­
entwicklung, Kultur­ und Kreativwirtschaft, 
Logistik sowie Wissenschaft und Hochschulbil­
dung. 
Die Grundlagenkarte „Produktives Köln“ ent­
hält daher folgende Attribute: 
– Siedlungsfächen (Stadtviertel)
– Straßennetz
– Schienennetz
– Innovation (Gründerräume, Institute und
Großforschungsinstitutionen, sonstige
Forschungsinstitutionen)
– Bildung (Hochschulen)
– Messe
– Logistikzentren (Flughafen, Häfen, Rangier­
und Verschiebebahnhöfe, Cargoterminal)
– Industrie­ und Gewerbefächen
– Größere Bürostandorte
– Transformationsgebiete
– Versorgungszentren aus dem Einzelhan­
dels­ und Zentrenkonzept
Neben der Verortung der Industrie­ und Ge­
werbegebiete sowie der Versorgungszentren 
lässt sich die Qualität der Erschließung dieser 
Gebiete (Straße, Schiene, Wasser) gut er­
kennen. Versorgungszentren sind in diesem 
Zusammenhang über ihre Bedeutung als 
Einkaufsorte hinaus auch als Arbeitsorte zu 
verstehen; sowohl für den Einzelhandel als 
auch für weitere Dienstleistungen (Banken, 
Ärzte, Büros etc.). Größere zusammenhängen­
de Bürostandorte befnden sich mit wenigen 
Ausnahmen fast ausschließlich im Zentrum 
oder in zwischen dem Inneren und Äußeren 
Grüngürtel gelegenen Stadtteilen. 
Industrie­ und Gewerbegebiete liegen in ihrer 
Mehrzahl außerhalb des Äußeren Grüngürtels. 
Die großen Ansiedlungen der Chemie­, Petro­
chemie­ und Maschinenbaubetriebe haben 
sich in den Rheinhäfen im Norden und Süden 
des Stadtgebiets angesiedelt und erstrecken 
sich über Kölns Stadtgrenzen hinaus in die 
Nachbargemeinden Dormagen, Leverkusen, 
Troisdorf und Wesseling. Lediglich zwei größe­
re Gewerbegebiete in Ehrenfeld und Mülheim 
befnden sich innerhalb des Äußeren Grün­

147 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
gürtels und stellen sich gleichzeitig auch als 
Standorte der Kultur­ und Kreativwirtschaft 
sowie für Start­ups dar. Die übrigen, teils stark 
logistikgeprägten Gewerbegebiete, liegen am 
Kölner Autobahnring. Drei ehemalige Gewer­
be­ und Industriestandorte in Innenstadtnähe 
(„Parkstadt Süd“, „Mülheimer Süden“ und 
„Deutzer Hafen“) werden zurzeit in urbane, 
gemischte Quartiere konvertiert, die neben 
neuem Wohnraum auch neue innovative Ar­
beitsorte in der Stadt bieten. 
Die Hochschulen mit ihren Forschungsinsti­
tuten befnden sich innerhalb des Äußeren 
Grüngürtels; die Sporthochschule mit vielen 
Trainingsstätten in direkter Nachbarschaft 
zum Stadion im Äußeren Grüngürtel. Weitere 
betriebliche Forschungsstätten suchen hin­
gegen die Nähe zu den Industriebetrieben am 
Stadtrand.

Arbeit und Soziales, Wohnraumversorgung 
148 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Grundlagenkarte Offenes Köln 
Schwerpunkte: Bildung, Kultur, Integration,  
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 05/2019

149

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
150 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Erläuterungen zur Grundlagenkarte 
Offenes Köln 
Schwerpunkte: Bildung, Kultur, Integration,  
Arbeit und Soziales, Wohnraumversorgung 
Das Handlungsfeld „Offenes Köln“ befasst sich 
mit den sozialen Erfordernissen von Teilhabe 
und den Zugangsmöglichkeiten zu Bildung 
und Kultur, aber auch mit Integration, Arbeit 
und Soziales sowie Wohnraumversorgung. 
Die Grundlagenkarte „Offenes Köln“ enthält 
daher folgende Attribute: 
– Siedlungsfächen (Stadtviertel)
– Schienennetz
– Straßennetz
– Versorgungszentren aus dem Einzelhan­
dels­ und Zentrenkonzept
– Entwicklungsfächen
– Sozialraumgebiete
– Soziales: Bezirksrathäuser, Bürgerzentren,
Familienzentren
– Bildung: Grundschulen, weiterführende
Schulen, Hochschulen (Universität, Fach­
hochschulen, Sporthochschule), Volkshoch­
schulen
– Kultur: Museen, Theater, Konzerthallen,
Bibliotheken
– Gesundheit: Krankenhäuser
– Arbeit: Arbeitsagentur Jobcenter Köln,
Beratungsstellen für Orientierungsbera­
tung, JOB­Offensive Köln, Integration Point
Köln
Das gesamte Stadtgebiet von Köln ist mit 
Grundschulen und weiterführenden Schulen 
fächendeckend versorgt, allerdings müssen 
für die wachsende Bevölkerung zusätzliche 
Schulplätze geschaffen werden, die Schulst­
ruktur der Nachfrage angepasst und die Sa­
nierung von Schulgebäuden vorangetrieben 
werden. Aufgrund des Stadtwachstums müs­
sen die Kapazitäten vor allem in der Innenstadt 
und in den Stadtteilzentren weiter ausgebaut 
werden. 
Das kulturelle Angebot konzentriert sich sehr 
stark auf die Bereiche der Innenstadt und der 
inneren Stadt sowie auf zwei weitere Standor­
te in Mülheim und Ehrenfeld. Einzelne Kultur­
einrichtungen sind auch in den äußeren Stadt­
gebieten vorhanden. Grundsätzlich nimmt das 
Angebot kultureller und sozialer Einrichtungen 
von der Innenstadt über die innere Stadt bis 
zu den Siedlungsgebieten am Stadtrand stark 
ab. Auch die Krankenhäuser konzentrieren sich 
im Linksrheinischen auf den innerstädtischen 
Bereich und die Stadtteile innerhalb des Äuße­
ren Grüngürtels. 
Die linksrheinischen Stadtteile im Norden, 
Süden und Westen – außerhalb des Äußeren 
Grüngürtels – haben keine Krankenhausstand­

151 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
orte, während sich rechtsrheinisch drei große 
Krankenhäuser (Porz, Merheim und Holweide) 
in der äußeren Stadt befnden. Jobcenter und 
Beratungsstellen sind über das gesamte Stadt­
gebiet verteilt und liegen meist in den Bezirks­
zentren. Die 15 Sozialräume, die zur Verbesse­
rung der Lebensqualität durch das Programm 
„Lebenswerte Veedel“ unterstützt werden, 
liegen vor allem in Großwohnsiedlungen der 
1960er­ und 1970er­Jahre und im Geschoss­
wohnungsbau der 1960er­ bis 1980er­Jahre. 
Das rechtsrheinische Stadtgebiet verzeichnet 
dabei einen höheren Anteil als das linksrheini­
sche Köln.

1 
152 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A
Stand 05/2019 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Grundlagenkarte Vernetztes Köln 
Schwerpunkte: Mobilität, Freiraum, Digitalisierung sowie 
regionale und internationale Kooperation

153

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
154 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
Erläuterungen zur Grundlagenkarte 
Vernetztes Köln 
Schwerpunkte: Mobilität, Freiraum, Digitalisierung sowie 
regionale und internationale Kooperation 
Das Handlungsfeld „Vernetztes Köln“ setzt 
sich mit der Gestaltung einer zukunftssiche­
ren, umfassenden Infrastruktur auseinander. 
Das Themenspektrum reicht von Klima und 
Umwelt, Freiraum, Mobilität, Sport, Gesund­
heit bis hin zu Digitalisierung sowie regionaler 
und internationaler Kooperation. Aufgrund 
der zahlreichen inhaltlichen Themen im Hand­
lungsfeld „Vernetztes Köln“ wurden zwei 
Grundlagenkarten mit unterschiedlichen 
Schwerpunkten erarbeitet: 
– Mobilität, Freiraum, Digitalisierung, regio­
nale und internationale Kooperation
– Klima, Umwelt, Sport und Gesundheit
Die Grundlagenkarte „Vernetztes Köln – 
Schwerpunkte Mobilität, Freiraum, Digitalisie­
rung, regionale und internationale Koopera­
tion“ enthält folgende Attribute: 
– Siedlungsfächen (Stadtviertel)
– Schienennetz (Stadtbahn, Regionalverkehr,
S­Bahn, Güterschiene – Bestand und ge­
plant)
– Straßennetz (Autobahn, Bundesstraßen,
Hauptstraßen, Autobahnausbau, Ausbau
Bundesstraßen)
– Wasserwege
– Radwege
– Freiraumstruktur (Innerer und Äußerer
Grüngürtel, Wald­, Wasserfächen, regio­
nale Grünverbindungen)
– Internationale Einrichtungen und
Organisationen
– Regionale Kooperationen
Es wird deutlich, dass der Innere Grüngürtel im 
Bereich der zukünftigen „Parkstadt Süd“ noch 
Lücken aufweist. Der Äußere Grüngürtel ist 
linksrheinisch durchgängig vorhanden, aber 
rechtsrheinisch an einigen wenigen Stellen 
nicht geschlossen. Die Grünvernetzungen in 
die Region sind teilweise bereits realisiert, in 
anderen Fällen nicht oder nur im Ansatz vor­
handen. 
Der Autobahnring Köln ist vollständig, bedarf 
aber hinsichtlich der Kapazitäten und der Sa­
nierungserfordernisse (Leverkusener Brücke) 
weitergehender Planungen und neuer Konzep­
te. Das Stadtbahnnetz deckt den Bereich der 
Innenstadt und der inneren Stadt gut ab. Hier 
fehlt der letzte Lückenschluss an der Bonner 
Straße und am Klettenberg­ und Zollstockgür­
tel bis zum Rhein. In der äußeren Stadt ist das

155 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
Schienensystem wenig vernetzt und sternför­
mig aufgebaut. Daher gibt es große Bereiche, 
die vom schienengebundenen Nahverkehr 
nicht abgedeckt sind. 
Neue Vernetzungen und Verknüpfungen sind 
links­ sowie rechtsrheinisch geplant. Der Über­
gang zum S­Bahn­ und Regionalverkehr er­
folgt an vielen Verknüpfungspunkten im Stadt­
gebiet, bedarf aber weiterer Verbesserungen. 
Geplant ist der Ausbau eines S­Bahn­Rings 
über den Rhein, der die neuen Entwicklungs­
gebiete „Parkstadt Süd“ und „Deutzer Hafen“ 
mit anbindet. Für den Radverkehr sind Schnell­
wege bis in die Region vorgesehen. 
Die Orte der internationalen Einrichtungen – 
Institutionen mit internationalem Bezug und 
internationaler Zusammenarbeit – befnden 
sich ausschließlich im Bereich der Innenstadt 
und der inneren Stadt. Köln pfegt verschiede­
ne regionale Kooperationen, die eine Zusam­
menarbeit mit den benachbarten Gemeinden 
in unterschiedlichen Bereichen wie Verkehr, 
Freiraum und Siedlungsentwicklung ermögli­
chen.

156 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 05/2019 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Grundlagenkarte Vernetztes Köln 
Schwerpunkte: Klima, Umwelt, Sport und Gesundheit

157

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
158 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Erläuterungen zur Grundlagenkarte 
Vernetztes Köln 
Schwerpunkte: Klima, Umwelt, Sport und Gesundheit 
Klima, Umwelt, Sport und Gesundheit bilden 
die Schwerpunkte der zweiten Grundlagenkar­
te des „Vernetzten Kölns“, die daher folgende 
Attribute enthält: 
– Siedlungsfächen (Stadtviertel)
– Schienennetz
– Straßennetz
– Belastungen (Lärm­ und Hitzebelastung)
– Klimaaktive Flächen
– Kaltluft nach Sonnenuntergang
– Gesetzliche Überschwemmungsgebiete
und Retentionsfächen
– Sportstätten und Stadien
– Klimaschutz­ und Solarsiedlungen
– Umweltbildungseinrichtungen
– Gesundheit (Krankenhäuser, sozialpsychia­
trische Zentren, Suchtberatungszentren)
– Freiraumstruktur (Innerer und Äußerer
Grüngürtel, Wald­, Wasser­, Landwirt­
schaftsfächen, regionale Grünverbindun­
gen)
Die Karte enthält Aussagen sowohl zu Lage 
und Ausdehnung der durch Straßen­, Schie­
nen­ und Flugzeuglärm belasteten Areale als 
auch zu stark hitzebelasteten Gebieten. Beide 
Gebietstypen umfassen einen Großteil der 
Kölner Siedlungsfäche. Zudem sind Lage und 
Ausdehnung von Retentionsfächen sowie de­
ren Überlagerung mit den gesetzlichen Über­
schwemmungsgebieten zu erkennen. Ebenso 
sind die Kaltluftströme dargestellt, die vier 
Stunden nach Sonnenuntergang entstehen. 
Das Grünsystem ist über den Inneren und 
Äußeren Grüngürtel, Waldgebiete sowie 
Flächen aus dem RegioGrün­Konzept ablesbar. 
Dieses verbindet das Kölner Grünsystem mit 
den übergeordneten grünen Strukturen der 
Region. Die Sportfächen sind kleinteilig im 
gesamten Stadtgebiet vorhanden; überregio­
nal bedeutsame Sportstätten wie Stadien sind 
besonders hervorgehoben. In den Grünfächen 
enthalten, aber nicht gesondert in der Grund­

159 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
lagenkarte dargestellt, sind die Schutzgebiete, 
die gemäß den Anforderungen des Bundesna­
turschutzgesetzes besonderer Schutz­, Pfege­
und Sicherungsmaßnahmen bedürfen. 
Einrichtungen der medizinischen Versorgung 
(medizinische Hilfen und Angebote in Form 
von Krankenhäusern, sozialpsychiatrischen 
Zentren und Suchtberatungsstellen) sind im 
gesamten Stadtgebiet vorhanden. Im äußeren 
Norden befnden sich insgesamt weniger Ein­
richtungen. Eine Analyse der Versorgungsqua­
lität selbst ist an dieser Stelle nicht erfolgt.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
160 
Die Stadträumliche Perspektive 
Erkenntnisse  
der räumlichen  
Analyse

161 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
Vor welchen zentralen Herausforderungen 
steht die Stadt Köln? Welche Aufgaben und 
Herausforderungen lassen sich aus der Un­
tersuchung des Stadtraums ableiten? Zur 
Beantwortung dieser Fragen wurde auf Basis 
der Grundlagenkarten eine räumliche Analyse 
durchgeführt. 
Um die vielfältigen Informationen der stadt­
räumlichen Entwicklung zu durchdringen, 
wurden zur Orientierung konkrete Fragen 
gestellt: Wie verhält sich die bauliche Dichte 
zur Dichte der Einwohnerinnen und Einwohner 
in den einzelnen Quartieren? Wie gut sind die 
verkehrlichen Strukturen und die Siedlungsbe­
reiche aufeinander abgestimmt? Wo bestehen 
Lücken im Verkehrssystem und welche Auswir­
kungen haben diese auf andere Nutzungsbe­
reiche innerhalb der Stadt? In welchen Stadt­
teilen ist das Mikroklima besonders belastet 
und warum? Wo konzentrieren sich Kreativ­
quartiere, wo gibt es Bezüge zu vorhandenen 
Wissensstandorten? 
Bei der Analyse wurden alle räumlich analysier­
baren Themenfelder der Stadt gleichermaßen 
betrachtet, sowohl einzeln als auch in ihrem 
Bezug zueinander. Die Erkenntnisse der räum­
lichen Analyse decken damit alle relevanten 
räumlichen Felder der Stadtentwicklung ab. 
Sie ermöglichen Aussagen über die gewachse­
ne Siedlungs­ und Erschließungsstruktur, die 
vorhandenen Freiräume bis hin zum Zustand 
des Mikroklimas und der sozialen und kulturel­
len Versorgung der Stadtteile. 
Die Ergebnisse dieser umfassenden räumli­
chen Analyse wurden geordnet, gewichtet 
und zu insgesamt elf Erkenntnissen zusam­
mengefasst, welche die bestehenden Stärken 
und Schwächen des Stadtraums und seine 
Herausforderungen für die Stadtentwicklung 
identifzieren. Die dazugehörigen Prinzipskiz­
zen ordnen diese im Stadtgrundriss ein und 
zeigen auf, an welchen Orten die Erkenntnisse 
besonders zu beachten sind.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
162

163 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
A Nutzungsmischung und Dichte der 
Quartiere nehmen vom Stadtzentrum 
zum Stadtrand hin deutlich ab. 
Es besteht ein deutliches Gefälle sowohl in der 
baulichen als auch in der Dichte der Einwohne­
rinnen und Einwohner: von der baulich dichten 
und in ihrer Bevölkerungsstruktur gemischten 
Innenstadt über die innere Stadt zu den wenig 
dichten und in ihren Bevölkerungsstrukturen 
teilweise homogenen Quartieren in der äuße­
ren Stadt. Innerhalb des Äußeren Grüngürtels 
fndet sich eine urbane bauliche Dichte, au­
ßerhalb sind die Quartiere teilweise dörfich, 
teilweise suburban – mit Ausnahme der vor­
handenen Großwohnsiedlungen. 
Es besteht ebenfalls ein Gefälle der Nutzungs­
mischung: In den Quartieren der Innenstadt 
und der inneren Stadt sind ausreichend soziale 
und kulturelle Angebote vorhanden. Diese feh­
len in Quartieren in der äußeren Stadt teilwei­
se in erheblichem Maße.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
164 
B Großflächige Siedlungspotenziale  
liegen vor allem in der äußeren Stadt. 
Eine fächige Siedlungsentwicklung kann in 
der äußeren Stadt stattfnden, da größere 
zusammenhängende Flächenpotenziale in­
nerhalb des Äußeren Grüngürtels weitgehend 
ausgeschöpft sind. Drei Ausnahmen bilden die 
aktuellen Transformationsgebiete „Parkstadt 
Süd“, „Deutzer Hafen“ und „Mülheimer Sü­
den“. 
Im Siedlungsgebiet der inneren Stadt ist hin­
gegen ein hohes Nachverdichtungspotenzial 
für die Innenentwicklung vorhanden. Hier liegt 
eine große Chance für eine ausgewogene und 
lebendige Nutzungsmischung innerhalb der 
Quartiere, die die bereits vorhandene Mi­
schung stabilisiert, ergänzt und verstärkt.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
C Der regionale Auto­ und Schienen­
verkehr ist weitgehend auf das 
Zentrum ausgerichtet. 
Nahezu alle Verbindungen der S­Bahn, des 
Regional­ und Fernverkehrs führen radial in die 
Innenstadt hinein. Der Hauptbahnhof bildet 
in diesem System eine zentrale Engstelle und 
verfügt über wenig Entwicklungsspielraum. 
Fehlende Ausweichmöglichkeiten sowohl 
links­ als auch rechtsrheinisch machen das 
Gesamtsystem anfällig für Störungen. 
Die Autobahnen beziehungsweise Schnellstra­
ßen enden an drei Stellen tief im innerstädti­
schen Raum. Dieser wird dadurch zerschnitten 
und bietet über weite Strecken nur wenige 
Querungsmöglichkeiten. Zudem sind entlang 
dieser breiten Straßenschneisen lange Rück­
seiten in der Siedlungsstruktur entstanden. 
An den Stadtachsen haben sich insbesondere 
in der Innenstadt und der inneren Stadt ge­
mischte und dichte Stadtteile mit lebendigen 
Stadträumen entwickelt. Diese Räume geraten 
durch die Verkehrsbelastung aber immer mehr 
unter Druck. 
165

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
D Das Netz des schienengebundenen Nahverkehrs 
weist Lücken auf – sein Potenzial für die Siedlungs­
entwicklung wird nicht überall ausgeschöpft. 
Das Stadtbahn­ und das S­Bahn­Netz sind 
beide lückenhaft, etwa in Nord­Süd­Richtung 
(Stadtbahn im Süden rechts­ und linksrhei­
nisch) oder ringförmig in der inneren Stadt 
(S­Bahn­Ring rechtsrheinisch). Sowohl einige 
vorhandene als auch potenzielle Siedlungs­
gebiete sind daher nicht an den schienenge­
bundenen Nahverkehr angeschlossen. Dies 
birgt die Gefahr eines erhöhten Verkehrsauf­
kommens durch den motorisierten Individu­
alverkehr in der Stadt. In einigen Stadtteilen 
sind zudem die Gebiete um die vorhandenen 
Haltepunkte des schienengebundenen Nah­
verkehrs nur einseitig oder nicht dicht genug 
bebaut – hier wird das Entwicklungspotenzial 
trotz der guten Anbindung nicht ausreichend 
ausgeschöpft. 
166

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
E Kölns Stadtstrukturen unterscheiden 
sich rechts und links des Rheins deutlich. 
Linksrheinisch gliedern die historisch gewach­
senen Erschließungsstrukturen die Stadt. 
Radial aus dem Zentrum führende Hauptstra­
ßen und die Ringstraßen (Kölner Ringe, Innere 
Kanalstraße, Gürtel, Äußere Kanalstraße und 
Militärring) sind bis auf wenige Ausnahmen 
durchgängig und sehr engmaschig. Die Stadt­
struktur ist mehrheitlich kompakt und mit 
dem Grünsystem der Grüngürtel durchzogen. 
Im Rechtsrheinischen hingegen zeigt sich eine 
deutlich weniger nachvollziehbare Entwick­
lungslogik. Große Industrieareale und Anlagen 
der Hochleistungsinfrastruktur defnieren den 
Raum, der von einzelnen Siedlungseinheiten 
und Resträumen geprägt ist. 
Ein verzweigtes Netz aus langen Tangentialen 
wie zum Beispiel der Frankfurter Straße hat 
nicht die gleiche ordnende und entwickelnde 
Funktion wie im Linksrheinischen. Ebenso ist 
das Grünsystem weit weniger ausgeprägt. 
167

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
F Stadtteile mit besonderen sozialen 
Herausforderungen verteilen sich 
über das gesamte Stadtgebiet. 
Die Siedlungspotenziale außerhalb des Äuße­
ren Grüngürtels überlagern sich teilweise mit 
den Sozialräumen des Programms „Lebens­
werte Veedel“. Diese Überlagerungen lösen 
besondere Anforderungen sowohl an die Sozi­
alstruktur und Nutzungsmischung der neuen 
Siedlungsgebiete als auch die vorhandenen 
Versorgungszentren aus. Hier liegt die Chance, 
durch neue Siedlungsentwicklungen positive 
Impulse für die Sozialräume zu generieren und 
gleichzeitig soziale Segregation zu vermeiden. 
Teilweise überlagern sich die Siedlungspoten­
ziale auch mit vorhandenen Großwohnsied­
lungen. Hier sind besondere Maßnahmen 
sowohl zur Stabilisierung und Verbesserung 
der bestehenden Situation als auch für die 
Entwicklung von lebendigen Quartieren zu 
ergreifen. 
168

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
G Im gesamten Stadtgebiet findet, gut an­
gebunden, vielfältige Produktion statt. 
Die Gewerbegebiete sind überwiegend ent­
lang des Äußeren Grüngürtels verteilt und 
meist gut an das Autobahnnetz angebunden. 
Die Industriegebiete liegen eher am Stadtrand 
und haben gute Standortbedingungen, da sie 
sowohl an den Rhein als Wasserstraße als auch 
gut an die internationalen Güterverkehrsnetze 
angebunden sind. Es befnden sich vier Indus­
trie­ beziehungsweise Gewerbegebiete an der 
Stadtgrenze mit Bezug zu den Nachbarkom­
munen. 
In den drei innerstädtischen Transformations­
gebieten fndet derzeit eine Umwandlung von 
Gewerbestandorten zu gemischt genutzten 
Quartieren mit einem großen Anteil an Wohn­
nutzung statt. 
169

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
170 
H Der Stadtraum ist bereits heute durch 
Hitze und Lärmemissionen belastet. 
Besonders in der Innenstadt und der inneren 
Stadt werden weite Teile des Stadtgebiets 
zukünftig stark mit Hitzebelastungen zu 
kämpfen haben (Prognose 2050). Die belas­
teten Gebiete erstrecken sich sowohl über 
Siedlungs­ als auch über die Gewerbe­ und 
Industriegebiete. 
Entlang einiger Hauptstraßen sowie teilwei­
se entlang des Güterschienennetzes ist eine 
erhöhte Lärmbelastung festzustellen. Dies tritt 
vermehrt im linksrheinischen Raum auf, der 
zusätzlich durch Fluglärm belastet ist.

171 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
I Kölns grüne Strukturen sind lückenhaft 
und nicht überall qualifiziert. 
Aufgrund der historischen Entwicklung der 
Stadt ist das innerstädtische Grünsystem 
vor allem linksrheinisch sehr ausgeprägt und 
nahezu durchgängig vorhanden. Lediglich 
im Norden fehlt der Ringschluss im Äußeren 
Grüngürtel, im Süden fehlt er im Inneren Grün­
gürtel sowie auf der rechtsrheinischen Seite. 
Linksrheinisch ist der Äußere Grüngürtel 
darüber hinaus vielfältig programmiert (Parks, 
Sportanlagen etc.), rechtsrheinisch hingegen 
bestehen noch Aufwertungspotenziale. 
Die grünen Korridore in die Region sind so­
wohl links­ als auch rechtsrheinisch noch nicht 
voll ausgebildet und bedürfen der weiteren 
Ausformulierung. 
Außerhalb des Äußeren Grüngürtels befn­
den sich auf Kölner Stadtgebiet signifkante 
Flächen für die Land­ und Forstwirtschaft mit 
regionaler Bedeutung.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
172 
J Die stadträumlichen Potenziale des 
Rheins sind nicht überall ausgeschöpft. 
Der Rhein mit seinen stadträumlichen Poten­
zialen entlang der Uferzonen (zum Beispiel 
Boulevards, Landschaftsräume) wird nicht 
überall genutzt. Stellenweise sind die Ufer 
nicht für die vorhandenen beziehungsweise 
gewünschten Nutzungen ausgestaltet, wie 
zum Beispiel rund um die Bastei. Das Poten­
zial des Rheins für den lokalen Pendlerverkehr 
(zum Beispiel Wasserbus) wird bislang nicht 
ausgeschöpft. Einige sinnvolle Rheinquerun­
gen fehlen, vorhandene sind oft nicht ent­
sprechend der Nutzungen ausgestaltet, zum 
Beispiel fehlen an einigen Brücken adäquate 
Zugangsmöglichkeiten für den Radverkehr.

173 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
Köln verfügt über zahlreiche innerstädtische 
Wissenscluster und Kreativquartiere. 
Innerstädtisch bündeln sich mehrere Wissens­
und Forschungseinrichtungen in größeren 
Clustern, die zentral gelegen, räumlich kom­
pakt und gut angebunden sind. 
In der inneren Stadt befnden sich drei Krea­
tivquartiere mit Potenzial für eine gemischte 
Nachverdichtung: Ehrenfeld, Mülheim und 
Kalk. Kleinteiliges Gewerbe ist häufg entlang 
der Stadtachsen angesiedelt. 
In der äußeren Stadt sind weitere Wissens­
cluster vorhanden, die unterschiedlich gut 
untereinander und mit dem Stadtzentrum 
vernetzt sind. Der Flughafen bietet Potenzia­
le für die Ansiedlung weiterer Business­ und 
Innovationsnutzungen, liegt aber trotz seiner 
Erschließungsqualität an einem eher isolierten 
Standort.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
174 
Die Stadträumliche Perspektive 
Ansätze der  
räumlichen  
Entwicklung

175 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
Welche Strategien können für die Stadt Köln 
formuliert werden, um die zukünftige räum­
liche Entwicklung der Stadt zu lenken? Auf 
welche Aufgaben muss die Stadt künftig ein 
besonderes Augenmerk legen? Wo bestehen 
Gelegenheiten für eine Weiterentwicklung der 
Stadtstruktur, denen Köln nachgehen soll­
te? Die Ansätze der räumlichen Entwicklung 
skizzieren 13 übergeordnete und integrierte 
Entwicklungsleitlinien für Köln, welche die 
wesentlichen räumlichen Strategien zur Bewäl­
tigung der Herausforderungen und zur Umset­
zung der gesamtstädtischen Ziele aufzeigen. 
Die Ansätze der räumlichen Entwicklung wur­
den auf der Basis der Erkenntnisse der räumli­
chen Analyse erarbeitet und mit räumlich re­
levanten Aussagen der 360­Grad­Perspektive 
abgeglichen. 
Sie behandeln jeweils einen spezifschen 
Aspekt der räumlichen Entwicklung. Bei ihrer 
Erarbeitung wurde darauf geachtet, dass alle 
relevanten Themen der Stadtentwicklung 
integriert betrachtet und Schnittmengen und 
Synergien ausgelotet wurden. Die einzelnen 
Aspekte können sowohl räumlich als auch 
thematisch fokussiert sein. 
Analog den Erkenntnissen der räumlichen 
Analyse werden die formulierten Ansätze der 
räumlichen Entwicklung mit Prinzipskizzen 
illustriert.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
176

177 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
1 Realisierung von angemessenen Dichten, 
Nutzungs­ und Typologiemischungen 
Köln wächst. Gleichzeitig soll die Inanspruch­
nahme von Flächen für die Siedlungsentwick­
lung so gering wie möglich gehalten werden 
und ein Mindestmaß an Dichte für gemischte 
und lebendige Quartiere sorgen. Damit die 
quantitative und die qualitative Zielsetzung des 
Stadtwachstums umgesetzt werden kann, wer­
den drei Mindestdichten für die Siedlungs­ und 
Nachverdichtungspotenziale für die Innenstadt 
sowie die innere und die äußere Stadt empfoh­
len. Eine weitere Realisierung von Siedlungsge­
bieten mit niedrigen Dichten soll zukünftig nur 
noch sehr eingeschränkt möglich 
sein. 
Neben der Dichte und der Defnition städ­
tebaulicher Qualitäten ist die Nutzungsmi­
schung eine maßgebliche Voraussetzung für 
lebendige und nachhaltige Quartiere. Bei der 
baulichen Entwicklung Kölns ist daher die 
Nutzungsmischung zu erhöhen. Durch ein 
differenziertes Angebot verschiedener Wohn­
typologien wird darüber hinaus eine Vielzahl 
von Lebensmodellen ermöglicht und somit 
die Attraktivität gemischter urbaner Quartiere 
erhöht.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
178 
2 Stärkung der sozialen, kulturellen und Bildungsinfra­
strukturen in bestehenden und zukünftigen Quartieren 
Die dezentral verorteten Kölner Versorgungs­
zentren sind auch Anker für soziale und kultu­
relle Angebote in den Stadtteilen. Diese müs­
sen bedarfsgerecht gestärkt und qualifziert 
werden. Insbesondere in der äußeren Stadt 
kann die Tragfähigkeit von Infrastrukturein­
richtungen durch Nachverdichtungen ausge­
baut werden. 
Neben den Entwicklungsfächen, bei deren 
Planung die soziale, die kulturelle und die 
Bildungsinfrastruktur bereits frühzeitig mit­
zudenken sind, sind in der Innenstadt vorwie­
gend die Bildungsinfrastrukturen zu stärken. 
In den Sozialraumgebieten steht vor allem die 
Stabilisierung der Angebotsstruktur im Fokus. 
Angrenzende Siedlungserweiterungen können 
entscheidend dazu beitragen, die gewünschte 
Durchmischung der Sozialstrukturen zu för­
dern.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
179 
3 Umgestaltung der Stadtachsen und
Anbindung aller Stadtteile
Den Stadtachsen Kölns kommen verschiedene 
wichtige Bedeutungen zu: Sie sind zum einen 
Rückgrat des Stadtverkehrs und attraktive 
Stadteingänge. Als wichtiger Teil des öffent
lichen Raumes bestehen entsprechend hohe 
Ansprüche an ihre Aufenthaltsfunktionen und 
eine attraktive Gestaltung des Straßenraums. 
Zum anderen übernehmen sie als Versor
gungszentren für den Einzelhandel und weite
re Einrichtungen eine wichtige Funktion für die 
umliegenden Quartiere. 
­
­
­
Daher sind sie zukünftig nicht nur als V
er
kehrs-, sondern auch als Stadträume zu be
trachten. Vor diesem Hintergrund definieren 
sie die Anforderungen für eine ausgewogene 
Nutzungsmischung, die Qualität der öffent
lichen Räume, die Nachverdichtungs- und 
Erneuerungspotenziale der Siedlungsstruktur 
und die lokalen Mobilitätsangebote. 
Die so ausgelösten Impulse können auch 
städtebauliche Potenziale der angrenzenden 
Quartiere aktivieren und die Nachverdichtung 
sowie die sorgfältige Nutzungsmischung der 
inneren Stadt fördern. 
­
­
­

180 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
Stärkung de s sc hienengebundenen Nahverkehrsnetzes
als Voraussetzung für die Stadtentwicklung
4
Damit der schienengebundene Nahverkehr 
seine Rolle als Rückgrat des Umweltver­
bunds erfüllen kann, müssen seine Lücken im 
Netz geschlossen werden. Insbesondere der 
innerstädtische S-Bahn-Ring ermöglicht die 
Verknüpfung zahlreicher S-Bahn- und Stadt­
bahn-Linien und trägt maßgeblich zu einer 
Entlastung des Hauptbahnhofs und des Bahn­
hofs Deutz bei. Zusammen mit dem weiteren 
Ausbau des Stadtbahnnetzes entsteht eine 
robuste Mobilitätsinfrastruktur mit attraktiven 
Fahrzeiten. 
Auf wichtigen Linien des Regional-, S-Bahn- 
und Stadtbahn-Netzes sind durch eine erhöh­
te Taktung die notwendigen Kapazitäten zu 
schaffen und deren Attraktivität zu steigern. 
Ebenso sind weitere Bereiche der äußeren 
Stadt an das Stadtbahnnetz anzuschließen. 
Die so gewonnene Erschließungsgunst im öf­
fentlichen Verkehr ist prioritär für die Verdich­
tung und Weiterentwicklung der Siedlungs­
struktur zu nutzen.

181 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
5 Ausbau des Umweltverbunds und  
Reduzierung des MIV 
Um die Lebensqualität in der inneren Stadt sig­
nifkant zu verbessern und die Verkehrswende 
zu gestalten, müssen vielfältige Maßnahmen 
ergriffen werden. Neben dem Stadtbahn­ und 
S­Bahn­Netz sind die Angebote des ÖPNV in 
der inneren und der äußeren Stadt zu erwei­
tern und der Zugang zu öffentlicher Mobilität 
zu ermöglichen. Darüber hinaus sind auch 
die Verbindungen zwischen den Stadtteilen, 
insbesondere in der äußeren Stadt, zu verbes­
sern. Hier verlaufen die Verbindungen häufg 
zentral über den Hauptbahnhof. 
Ebenso ist das Radwegenetz zu ertüchtigen 
und auszubauen. Dies betrifft sowohl das 
regionale Pendlerradwegenetz als auch die 
innerstädtischen Radwegeverbindungen links­
und rechtsrheinisch. 
In der inneren Stadt und verstärkt in der Innen­
stadt sind das heute immer noch hohe MIV­
Aufkommen und der ruhende Verkehr durch 
Kapazitäts­ und Geschwindigkeitsreduktionen 
mittel­ und langfristig zu senken, umso mehr 
Raum für den Umweltverbund (ÖPNV, Radver­
kehr und Fußverkehr) zur Verfügung zu stellen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
182 
6 Stärkung des Rheinraums 
Die Querung des Rheins wird zunehmend zu ei­
ner Herausforderung: Der Sanierungsbedarf und 
die damit verbundenen Nutzungseinschrän­
kungen der Rheinbrücken haben beträchtliche 
Konsequenzen für die lokalen und regionalen 
Verkehrsfüsse. Der Rhein muss stärker als ver­
bindendes Element in der Stadt genutzt werden, 
um das Zusammenwachsen des rechts­ und 
linksrheinischen Kölns zu erreichen. 
Dazu ist die Querung des Rheins auch für den 
Fuß­ und Radverkehr zu verbessern. Bestehen­
de Brücken sind dafür baulich nachzurüsten 
und ergänzend neue Rad­ und Fußgängerbrü­
cken zu bauen. Ebenso sind die Potenziale zu 
nutzen, den Rhein und uferbegleitende Wege 
als Pendlerrouten zu verwenden. 
Bei der Projektierung neuer Brückenbauwerke 
wie der geplanten Autobahnbrücke im Köl­
ner Süden ist die Integration verschiedener 
Verkehrsträger (Stadtbahn, Fahrrad etc.) von 
vornherein einzuplanen. 
Durch die Proflierung und Aufwertung weiterer 
Abschnitte des Rheinufers wird der Flussraum 
zum attraktiven Stadtraum, wie dies mit dem 
Rheinboulevard Deutz bereits gelungen ist.

183 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
7 Langfristige Aktivierung neuer Stadträume 
Die mittel­ und langfristige Reduzierung des 
MIV in der inneren Stadt bietet neue Perspek­
tiven: Durch die Umwandlung der tief in die 
Stadt hineinragenden Autobahnzubringer 
in leistungsfähige Stadtstraßen ergibt sich 
ein Flächenpotenzial, das den angrenzenden 
Stadträumen neue urbane und städtebauli­
che Entwicklungsspielräume und Qualitäten 
ermöglicht. Diese Entwicklungsmöglichkeiten 
bedürfen einer langfristigen Betrachtung.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
8 Ausformulierung des rechtsrheinischen  
Entwicklungskorridors 
Die regional geprägte Betrachtung des Agglo­
merationskonzepts eröffnet das Potenzial 
eines Entwicklungskorridors in Nord­Süd­Rich­
tung zwischen Düsseldorf, Leverkusen, Kölner 
Flughafen, Troisdorf und Siegburg­Bonn. Ein 
solcher Korridor stellt für den rechtsrheini­
schen Raum eine neue Entwicklungslogik dar 
und eröffnet damit Möglichkeiten für eine 
Proflierung und Aufwertung bestehender 
Strukturen. 
Die B 8 (Frankfurter Straße/Clevischer Ring) 
und die in Nord­Süd­Richtung führenden 
Schienenstränge haben das Potenzial, die hier 
gelegenen Logistik­ und Gewerbegebiete zu 
proflieren und besser anzubinden. Der Ent­
wicklungskorridor bettet auch den Flughafen 
mit ein. Durch einen entsprechenden Ausbau 
des RE­ und S­Bahn­Netzes können das inner­
städtische Schienennetz entlastet, Siedlungs­
und Grünräume verknüpft und die anliegen­
den Zentren gestärkt werden. 
184

185 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
9 Qualifizierung und Nachverdichtung  
der Industriestandorte 
Die bestehenden Industrieareale Kölns sind 
mit ihrer Anbindung an das Schienen­ und 
Wasserwegenetz gut für die Zukunft gerüstet 
und werden für die weitere wirtschaftliche 
Entwicklung eine wichtige strategische Rolle 
spielen. Diese Industriestandorte sind daher 
als Flächen zu qualifzieren, um langfristig gut 
angebundene Standorte für die industrielle 
Produktion bereitzustellen. Aufgrund der be­
grenzten Flächenverfügbarkeit für neue Indus­
triefächen sind bedarfsgerechte Nachverdich­
tungen innerhalb der bestehenden Gebiete 
mit einer effzienteren Flächenproduktivität 
voranzutreiben und zu fördern.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
186 
j Stärkung der produktiven Stadt 
Kölns Gewerbefächen sind vielfältig und stark 
im Stadtbild verwurzelt. Die gut angebunde­
nen und zum Teil gut genutzten Einheiten in 
der inneren Stadt stehen jedoch in wachsender 
Konkurrenz zu Wohn­ und Büronutzungen. Für 
eine gezielte Weiterentwicklung sind die Po­
tenziale zur Proflierung und Nachverdichtung 
gewerblicher Standorte zu nutzen. 
Dies gilt im Besonderen auch für die angren­
zenden Quartiere mit Nachverdichtungspo­
tenzial, die Flächen sowohl für Gewerbe als 
auch für Wohnen bereitstellen. Hier sind urba­
ne Produktionen und Wohnen in Einklang zu 
bringen, sodass beide Funktionen voneinander 
proftieren. 
Die Gewerbegebiete außerhalb des Äußeren 
Grüngürtels sollen ebenfalls auf fächenscho­
nende Nachverdichtung überprüft werden.

187 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
k Komplettierung der grünen Strukturen 
Kölns grünes Netz und seine Korridore in die 
Region sind prägende Elemente des Stadt­
bilds. Die zentralen Aufgaben der Stadt Köln 
sind diesbezüglich zum einen die Lückenschlie­
ßung im nördlichen Teil des Äußeren Grüngür­
tels, im südlichen Teil des Inneren Grüngürtels 
sowie im rechtsrheinischen Stadtgebiet. 
Zwischen den beiden Grüngürteln sind sowohl 
links­ als auch rechtsrheinisch grüne Trittstei­
ne zu schaffen, die ökologische, klimatische 
und soziale Mehrwerte bieten. 
Zum anderen ist die regionale Grünvernet­
zung zu stärken und weiter auszugestalten. 
Vor allem im rechtsrheinischen Stadtgebiet ist 
der Äußere Grüngürtel zu qualifzieren be­
ziehungsweise zu defnieren. Der Ausbau des 
Grünsystems der Stadt bietet die Chance, die 
Attraktivität angrenzender Siedlungsgebiete 
zu stärken und die Lebensqualität der Bewoh­
nerinnen und Bewohner zu erhöhen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
188 
l Zusammendenken v on Freiraum
und Siedlungsrändern
Durch eine sorgfältige Gestaltung der Frei
räume und ihrer „grünen Ränder“ (also des 
Übergangs vom Grün- zum Siedlungsraum) 
kann den wachsenden Nutzungskonkurrenzen 
zwischen der Nachfrage nach Wohnraum und 
dem Bedarf nach Grün- und Freiflächen entge
gengewirkt werden. Eine starke (stadt-)räum
liche und funktionale Definition und Ausge
staltung der Siedlungsränder kann zusätzlich 
ein Weiterwachsen von Siedlungsstrukturen 
begrenzen. 
Durch eine integrierte Planung von Freiraum 
und Siedlung wer
den wechselseitige Chancen 
ergriffen. Neben der Mobilisierung punktueller 
Arrondierungspotenziale können steigende 
Nutzungsansprüche zur Aufwertung von 
bestehenden Freiräumen gelenkt und genutzt 
werden. Dafür ist auch eine Differenzierung 
zwischen Schutzgebieten und Gebieten mit 
Freizeitnutzung notwendig, um sensible Be
reiche für Ökosysteme und Landwirtschaft zu 
schonen. 
­
­
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­
­

189 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
m Verbesserung des Mikroklimas 
Um das städtische Mikroklima sowohl im Be­
stand als auch für die Siedlungserweiterung zu 
verbessern, verfolgt die Stadt Köln den neuen 
Weg einer vierfachen Innenentwicklung: bauli­
che Maßnahmen, Qualifzierung von Frei­ und 
Grünräumen, angepasste Mobilitätskonzepte 
und die Berücksichtigung der Klimaziele. Diese 
an den Klimawandel angepasste Stadtentwick­
lung wird lokal durch kleinteilige städtebauli­
che und freiraumplanerische Maßnahmen, wie 
Pocket­Parks, weitere Möglichkeiten der Ver­
schattung und Verdunstung sowie Dach­ und 
Fassadenbegrünung ergänzt. Eine Verdichtung 
ist zwar möglich, muss aber einen Beitrag zur 
Verbesserung des Mikroklimas leisten. In den 
Entwicklungsgebieten der äußeren Stadt ist 
darauf zu achten, dass die bestehenden Kalt­
luftströme nicht daran gehindert werden, so 
tief wie möglich in die innere Stadt vorzudrin­
gen. Dies kann vor allem durch entsprechend 
dimensionierte Freiraumschneisen sowie die 
Ausrichtung der Gebäude geschehen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
190 
Die Stadträumliche Perspektive 
Die Zielkarten

191 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
Was wird konkret für die räumliche Entwick­
lung vorgeschlagen? An welchen Orten fnden 
Veränderungen statt? 
In den Zielkarten wird aufgezeigt, wie und 
durch welche Maßnahmen die Zielsetzungen 
aus dem Zielgerüst, die Handlungsempfeh­
lungen sowie die formulierten Ansätze auf der 
räumlichen Ebene umgesetzt werden können. 
Sie formulieren konkrete räumliche Maßnah­
men und Empfehlungen für die Entwicklung 
Kölns, mit dem Planungshorizont 2030 und 
darüber hinaus. Sie machen aber auch Kon­
fikte sichtbar, indem sie bestimmten Orten 
in den verschiedenen Karten unterschiedliche 
Aufgaben zuweisen. Die Zielkarten mit ihren 
strategischen Empfehlungen sind daher als 
konkrete Zielbilder, Arbeitskarten und Diskus­
sionsgrundlagen gleichermaßen zu verstehen. 
Die Aufgabe der Stadt Köln und ihrer Partne­
rinnen und Partner wird es sein, diese Karten 
als Richtschnur und Koordinationsinstrument 
für weitere planerische Schritte zu nutzen. 
Die fünf Zielkarten gliedern sich in die Themen 
„Wohnen“, „Wirtschaft“, „Soziales, Kultur und 
Bildung“, „Mobilität“ sowie „Grün und Klima“. 
Ähnlich wie die Grundlagenkarten wurden sie 
in amtsübergreifenden Workshops erarbeitet 
und abgestimmt. Sie basieren auf städtischen 
Geodaten und überführen diese in grafsche 
Illustrationen und Interpretationen. Die räum­
lichen Zielaussagen gehen aber über die beste­
henden Datengrundlagen hinaus. 
Als Grundlage sowie zur Verortung und Orien­
tierung sind in allen Zielkarten die Siedlungs­
strukturen Kölns und des benachbarten Um­
lands, der Innere und Äußere Grüngürtel der 
Stadt sowie der Rheinverlauf dargestellt. Jede 
der fünf Zielkarten bildet für das jeweilige The­
menfeld relevante Attribute aus den Grundla­
genkarten ab. Diese werden mit räumlich­stra­
tegischen Empfehlungen überlagert, sodass 
sich fünf themenorientierte Zielbilder für Köln 
und – soweit möglich – die Region ergeben. 
Um die relevanten Themenfelder, Zusammen­
hänge und Wechselwirkungen bestmöglich 
darstellen zu können, wurden die Inhalte ge­
genüber den Grundlagenkarten abweichend 
sortiert.

GRUNDLAGEN STRATEGISCHE EMPFEHLUNGEN 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 06/2020 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
 
Zielkarte Wohnen: Realisierung  
von g
emischten, lebendigen und  
gut angebundenen Quartieren 
192

193

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
194 
 
 
  
  
  
   
Wohnen:  
Realisierung von gemischten, lebendigen 
und gut angebundenen Quartieren 
Die Zielkarte „Wohnen: Realisierung von ge­
mischten, lebendigen und gut angebundenen 
Quartieren“ bezieht sich auf die vorhandene 
heterogene Stadtstruktur und zukünftige 
Siedlungsfächen. Sie zeigt auf, durch welche 
Maßnahmen Kölns bestehende gemischte 
Quartiersstruktur langfristig gesichert sowie 
neue gemischte, lebendige und gut angebun­
dene Quartiere entwickelt werden können. 
Die strategischen Empfehlungen dieser Ziel­
karte basieren im Wesentlichen auf folgenden 
Ansätzen der räumlichen Entwicklung (siehe 
S. 174 ff., die Ziffern verweisen auf die jeweili­
gen Ansätze):
(1) Realisierung von angemessenen Dichten,
Nutzungs­ und Typologiemischungen
(3) Umgestaltung der Stadtachsen und
Anbindung aller Stadtteile
(4) Stärkung des schienengebundenen
Nahverkehrsnetzes als Voraussetzung für
die Stadtentwicklung
(7) Langfristige Aktivierung neuer Stadträume
Die strategischen Empfehlungen zielen im We­
sentlichen auf eine sinnvolle, fächensparende 
Siedlungsentwicklung mit angemessenen 
Dichten, gemischten Wohnformen und Nut­
zungen sowie qualitativ hochwertigen öffent­
lichen Räumen ab und werden in der Folge nä­
her erläutert. Dazu werden auch Aspekte und 
Aufgaben benannt, die nicht als Karteninhalt 
dargestellt sind oder nicht räumlich verortet 
werden können. 
Angemessene urbane Dichten, Typologien  
und Nutzungen 
Für die Siedlungsentwicklung sind angemesse­
ne Bebauungsdichten festzulegen: Diese sind 
einerseits Voraussetzung für einen sparsamen 
Umgang mit der knappen Ressource Fläche. 
Andererseits können durch höhere Dichten 
die gewünschte Nutzungsmischung sowie die 
Versorgungsangebote sichergestellt und die 
Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie der 
Rad­ und Fußverkehr gefördert werden. Für die 
verschiedenen Bereiche Kölns werden daher 
drei Kategorien an Mindestdichten mit Dichte­
werten empfohlen: 
Die „höchste Dichte” mit einem Dichtewert 
höher als 1,5, die „hohe Dichte” mit einem 
Dichtewert von größer als 1,2 und die „mitt­
lere Dichte” mit einem Dichtewert von größer 
als 0,8. Die Dichtewerte geben das Verhältnis 
zwischen der Siedlungsfäche und der gebau­
ten Geschossfäche an. Je höher der Wert, 
desto dichter die Bebauung.

195 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
In der äußeren Stadt – insbesondere bei der 
Entwicklung neuer Flächenpotenziale – ist das 
Erreichen der Mindestdichten ein entschei­
dender Faktor, um der hohen Nachfrage nach 
Wohnraum auf den wenigen dafür zur Verfü­
gung stehenden Flächen begegnen zu kön­
nen. Zudem soll dadurch verhindert werden, 
dass weitere Quartiere entstehen, für die keine 
adäquaten Versorgungsinfrastrukturen mit 
sozialen Einrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten 
und Mobilitätsangeboten des Umweltver­
bunds bereitgestellt werden können. 
Darüber hinaus sind auch dörfich strukturierte 
Bereiche markiert, in denen eine weitere Sied­
lungsentwicklung zwingend an den Bau einer 
leistungsfähigen ÖPNV­Verbindung und die 
Stärkung oder Entwicklung von Versorgungs­
zentren gebunden sein muss. 
In der inneren Stadt sind urbane Dichten mit 
Dichtewerten von mindestens 1,2 zu errei­
chen. Diese entsprechen in weiten Teilen dem 
heutigen gebauten Bestand, jedoch bieten 
sich in der gesamten inneren Stadt Möglichkei­
ten zur Nachverdichtung. Bei der Erneuerung 
und Verdichtung der bestehenden Baustruktur 
ist auch zu prüfen, ob höhere Dichten möglich 
sind, wenn diese mit einer hohen städtebau­
lichen Qualität einhergehen, wie dies in den 
drei großen innerstädtischen Transformations­
gebieten bereits geschieht. 
Gleiches gilt für die Innenstadt nur mit einer 
höheren Mindestdichte. Hier sollten die Zen­
tralität und die bestehenden Angebote maxi­
mal ausgenutzt werden, ohne dabei die Siche­
rung und Schaffung hochwertiger öffentlicher 
Räume außer Acht zu lassen (siehe unten). 
In den zentralen Bereichen entlang der Zu­
kunftsachsen und Stadtachsen werden jeweils 
die nächsthöheren Dichtewerte – verglichen 
mit ihrer Umgebung – empfohlen, da sich dort 
meist Potenziale zur Nachverdichtung mit 
guter Anbindung und Versorgungsangeboten 
befnden. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
Nutzungsmischung und städtebauliche Qua­
lität sind eine wesentliche Voraussetzung für 
die Lebensqualität und die Wahrnehmung der 
baulichen Dichte. Für die angestrebten Dich­
teziele ist es daher wichtig, städtebauliche 
Strukturen zu entwickeln, die ortsspezifsch 
Quartiere mit hoher Lebens­ und Aufenthalts­
qualität ermöglichen. Dazu gehören verschie­

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
196 
 
dene Gebäude­ und Wohnungstypen sowie 
beispielsweise fexible Nutzungsmöglichkeiten 
der Erdgeschosszonen. Insbesondere in den 
neuen Entwicklungsgebieten der äußeren 
Stadt sind dafür neue Typologien zu entwi­
ckeln. 
Bei der Entwicklung neuer Flächen ist ein breit 
gefächertes Wohnraumangebot (sozialer und 
preisgedämpfter Wohnraum sowie Wohn­
raum zu Marktpreisen) sicherzustellen. Durch 
die weiterhin konsequente Anwendung des 
kooperativen Baulandmodells, welches vor­
sieht, 30 Prozent der Wohnungen im öffentlich 
geförderten Segment zu errichten, ist in neuen 
Quartieren eine ausgeglichene Relation von 
Eigentum und (preisgedämpften) Mietwoh­
nungsbau zu sichern (siehe auch Zielkarte 
„Soziales, Kultur und Bildung“). 
Integrierte Entwicklung von Siedlung  
und ÖPNV 
Für eine nachhaltige Entwicklung Kölns sowie 
die angestrebte Verkehrswende ist eine bes­
sere Verzahnung zwischen den Angeboten 
des öffentlichen Verkehrs und der Siedlungs­
entwicklung mit angemessenen Dichten 
herzustellen (siehe auch Zielkarte „Mobilität“). 
Einerseits gilt es insbesondere an den Trassen 
des schienengebundenen ÖPNV mögliche 
Verdichtungs­ und Entwicklungspotenziale 
zu erkunden und zu mobilisieren. In der Karte 
sind daher die Suchräume gekennzeichnet, in 
denen diese Potenziale prioritär zu prüfen und 
auszuschöpfen sind. Diese Suchräume befn­
den sich alle in der äußeren Stadt. 
Andererseits zeigt die Karte auch Gebiete, in 
denen eine weitere Siedlungsentwicklung nur 
im Zusammenspiel mit einer ÖPNV­Anbin­
dung und Entwicklung der Zentren weiter­
verfolgt werden soll. Andernfalls besteht die 
Gefahr weiterer eingeschränkt versorgter und 
schlecht angebundener Quartiere, die primär 
auf dem MIV angewiesen sind. 
Für die Identifzierung der Suchräume wurden 
die Siedlungsstrukturen entlang der bestehen­
den Stadtbahn und S­Bahn sowie die in der 
ÖPNV­Roadmap festgelegten Aus­ und Neu­
bauprojekte untersucht. Es wurden diejenigen 
Räume markiert, die entweder über unbebau­
te oder zukünftig geplante Siedlungsfächen 
verfügen oder deren bestehende Bebauungs­
struktur im Vergleich zu anderen Quartieren 
an ÖPNV­Trassen noch Verdichtungspotenzi­
ale aufweist. Die ermittelten Flächen wurden 
mithilfe von Luftbildanalysen und Begehungen 
nochmals verifziert.

197 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
  
  
  
 
Nachverdichtung bestehender Strukturen 
Im Unterschied zur äußeren Stadt, die über 
fächige Siedlungspotenziale verfügt, liegen 
die Potenziale zur Siedlungsentwicklung der 
inneren Stadt in der Nachverdichtung. Nicht 
überall werden die vorgegebenen Dichteziele 
erreicht. Besonders in folgenden Gebietsty­
pen fnden sich größere zusammenhängende 
Potenziale für die Siedlungsentwicklung: 
1. Quartiere, in denen in der Nachkriegszeit
der 1950er­, 1960er­ und auch 1970er­Jahre
Wohnsiedlungen in Zeilenstrukturen errich­
tet wurden. Diese sind heute vermehrt sa­
nierungsbedürftig und weisen häufg nicht
mehr nachgefragte Wohnungsgrundrisse
und ­größen auf.
2. Areale, die vormals zumeist (klein­)gewerb­
lich oder gemischt genutzt wurden, aber in
großen Teilen heute untergenutzt sind oder
brachliegen.
3. Zersiedelte Strukturen an den Siedlungs­
rändern, die sich für eine Arrondierung und
Verdichtung eignen.
Vor allem aber besteht bei zahlreichen Bauten 
der Nachkriegszeit die Notwendigkeit einer 
Sanierung der vorhandenen Baustruktur. Die 
Verdichtung und Aufwertung dieser Gebiete 
durch Sanierung, Ergänzung, Aufstockung 
oder Ersatz stellt ein großes Potenzial für die 
Stadt Köln dar, weil sowohl verkehrliche (ins­
besondere der öffentliche Verkehr) als auch 
soziale Infrastruktur bereits vorhanden ist. 
Die Zielkarte defniert daher Suchräume in der 
inneren Stadt, in denen die Nachverdichtung 
größerer zusammenhängender Quartiere 
empfohlen wird. Diese sollte im Sinne der 
gemischten Stadt mit Erhalt oder Stärkung der 
vorhandenen Mischung aus Gewerbe, Büros, 
Wohnen, verschiedenen Dienstleistungen und 
sozialen Einrichtungen einhergehen. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Die markierten Bereiche sind ganz bewusst
als Suchräume defniert. Die Machbarkeit
einer möglichen Nachverdichtung ist in
vertiefenden Untersuchungen zu prüfen
und stark von Eigentumsverhältnissen, der
Akzeptanz der ansässigen Bevölkerung,
einer Wirtschaftlichkeit und Finanzierung
abhängig.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
198 
 
 
 
 
 
 
– Die Qualifzierung bestehender Strukturen
ist darüber hinaus sehr viel kleinteiliger zu
verfolgen: Auf der Ebene von Parzellen,
einzelnen Blöcken oder Straßenzügen sind
die Möglichkeiten einer angemessenen
Verdichtung auszuloten und aufkommende
Sanierungszyklen für eine Weiterentwick­
lung der Stadtstruktur zu nutzen.
– Die Nachverdichtung vorhandener Struk­
turen zielt unter anderem darauf ab, die
bestehende Infrastruktur wirtschaftlicher
zu nutzen und weitere Angebote ergänzen
zu können. Wenn in bestehenden Gebieten
nachverdichtet wird, ist sicherzustellen,
dass die Kapazitäten bestehender Infra­
strukturen, beispielsweise von Bildungsein­
richtungen, vorhanden sind oder bei Bedarf
erhöht werden.
Entwicklung und Proflierung der funktio­
nalen und stadträumlichen Qualitäten 
entlang von Kölns „Zukunfts­“ und „Stadt­
achsen“ 
Viele der größeren Straßen Kölns haben nicht 
nur eine herausragende Bedeutung für den 
Stadtverkehr, sondern auch eine Verbindungs­
und Gliederungsfunktion für den Stadtkörper. 
Auf ihnen liegen wichtige Versorgungszentren 
für die umliegenden Quartiere oder die Ge­
samtstadt. Die in der Karte markierten linea­
ren Räume sollen als Ganzes betrachtet und 
gezielt entwickelt werden. Einerseits, um die 
Achsen an sich und die Zentren zu fördern, 
andererseits, um Potenziale für eine Weiter­
entwicklung der angrenzenden Siedlungs­
strukturen zu nutzen. Dafür müssen aber auch 
die entsprechend notwendigen Qualitäten im 
öffentlichen Raum bereitgestellt werden. In 
der Karte wird zwischen zwei „Zukunftsach­
sen“ sowie den „Stadtachsen“ unterschieden. 
Die „Zukunftsachsen“ haben eine übergeord­
nete Bedeutung für Köln und die Verbindung 
mit dem Umland. Entlang der „Zukunfts­
achsen“ sollen vor allem übergeordnete 
Funktionen entwickelt und profliert werden, 
beispielsweise durch die Ansiedlung von 
Einrichtungen oder Institutionen von beson­
derem Rang und deren Stärkung als Handels­
und Dienstleistungsstandorte. Hierfür ist die 
Aufwertung stadträumlicher und städtebauli­
cher Qualitäten eine wichtige Voraussetzung. 
Die Zukunftsachse in Ost­West­Richtung 
verläuft von Bensberg nach Königsdorf über 
die Olpener Straße, die Deutzer Brücke, den 
Neumarkt und die Aachener Straße. Sie führt 
durch das Zentrum von Köln und ist daher 
prädestiniert für die Ansiedlung übergeord­
neter Funktionen. Heute ist sie zu Hauptver­

199 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
 
 
 
kehrszeiten stark überlastet und verfügt über 
wenige Bereiche mit Aufenthaltsqualitäten. 
Der geplante Ausbau der Stadtbahnlinie 1 bie­
tet – unabhängig von einer oberirdischen oder 
unterirdischen Führung – die Möglichkeit, den 
MIV zu reduzieren, die Straßenprofle neu zu 
ordnen und ihren Charakter als öffentlichen 
Raum im Zentrum der Stadt deutlich zu stär­
ken. Durch eine differenzierte und qualitativ 
hochwertige Entwicklung dieser Achse ist ihre 
Funktion als verbindendes Element im Kölner 
Stadtraum zurückzugewinnen. 
– Die Zukunftsachse in Nord­Süd­Richtung
entlang der B8 ist der zentrale Teil des
rechtsrheinischen Entwicklungskorridors
aus dem Agglomerationskonzept des Re­
gion Köln/Bonn e.V. Sie soll von einem
überwiegend verkehrlich genutzten Raum
zu einer neuen städtischen Entwicklungs­
achse entwickelt werden – als verbindendes
Element in die Region und für die angren­
zenden Quartiere. Vor allem die zahlreichen,
bereits ausgewiesenen Entwicklungsfä­
chen im Porzer Süden, aber auch in Kalk,
Vingst, Höhenberg, Buchforst, Buchheim
und Mülheim sind in die Entwicklung dieser
Zukunftsachse ebenso miteinzubeziehen
wie weitere Neustrukturierungs­ und Ver­
dichtungspotenziale für das Wohnen und
Arbeiten.
– Die „Stadtachsen“ sind Versorgungs­, Infra­
struktur­ und Dienstleistungsstandort für
die angrenzenden Quartiere. Sie sollen in ih­
rer gesamtstädtischen und lokalen Funktion
gesichert und weiterentwickelt werden. Die
Aufwertung, Belebung und Intensivierung
bestehender Nutzungen sollen dabei durch
die Ansiedelung gesamtstädtischer und
lokaler Nutzungen und die Stärkung des öf­
fentlichen Raums erreicht werden. Anknüp­
fungspunkte bieten hier die bestehenden
Versorgungszentren.
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Für die Weiterentwicklung der Stadtachsen
müssen deren Verkehrsmengen künftig
reduziert und stärker vom Umweltverbund
bewältigt werden.
– Die derzeit teilweise starken Umwelt­,
Lärm­ und Luftproblematiken entlang der
Stadtachsen sind sowohl durch die oben ge­
nannte Förderung des Umweltverbunds als
auch durch weitere Maßnahmen zu reduzie­
ren (siehe Zielkarte „Grün und Klima“).

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
200 
 
Aufwertung des öffentlichen Raums an 
Straßen, Kreuzungen und Rheinquerungen 
Im gesamten Stadtgebiet kommt den öffent­
lichen Räumen eine besondere Bedeutung 
als Orte des sozialen Austauschs und der 
Erholung zu. Die Steigerung der Vielfalt von 
Lebensmodellen und Nutzungen macht aus 
öffentlichen Räumen soziale Räume, die neue 
Gestaltungsansätze brauchen. Dies betrifft 
nicht nur Grün­ und Freifächen, sondern auch 
Plätze und Straßenräume. Die Aufwertung 
des öffentlichen Raums stellt insbesondere 
entlang der verkehrsreichen Stadtstraßen und 
Kreuzungen eine besondere Herausforderung 
dar. Wie beispielsweise am Barbarossaplatz 
wird heute ein Großteil des Raums für die 
Abwicklung des MIV und des ÖPNV benötigt, 
sodass seine Funktion als Platz und Aufent­
haltsraum stark eingeschränkt ist. In der Karte 
sind explizit die Ringe, das linke Rheinufer, die 
bestehenden Rheinquerungen und die wichti­
gen Kreuzungspunkte und Platzsituationen im 
innerstädtischen Bereich (auch in Deutz) ein­
gezeichnet. Sie sind trotz ihrer repräsentativen 
Bedeutung besonders stark frequentiert und 
hoch belastet. Hier gilt es, den öffentlichen 
Raum schrittweise zu qualifzieren, die Flächen 
für den Fahrrad­ und Fußverkehr auszuweiten, 
alternative Shared­Mobility­Angebote bereit­
zustellen und die Gestaltung des Stadtraums 
voranzutreiben. Bei den markierten Rheinque­
rungen, wie beispielsweise der Hohenzollern­
brücke, ist zu prüfen, ob und wie diese für den 
Fahrrad­ und Fußverkehr attraktiver gemacht 
werden können – sowohl auf den Brücken 
selbst als auch auf deren Zufahrten und Ram­
pen. Alternativ ist die langfristige Realisierung 
von parallelen Brückenbauwerken zu prüfen. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– An den Kreuzungen und Plätzen besteht mit
der Einrichtung von Mobilstationen (Mög­
lichkeiten zum Umstieg auf Shared­Mobili­
ty­Angebote) zusätzlich die Chance, durch
weitere Angebote des Umweltverbunds an
zentralen Orten den MIV in der Innenstadt
zu reduzieren.

201 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
Langfristige Transformation des Straßen­
raums zur Entwicklung neuer Stadträume 
Die Autobahnzubringer (A57 , A559 und B55) 
haben eine wichtige verkehrliche Funktion, die 
– zumindest kurz­ bis mittelfristig – notwen­
dig ist, um Mehrbelastungen an Verkehr für
die aktuellen Transformationsgebiete wie den
Deutzer Hafen zu bewältigen. Ihre kreuzungs­
und anbaufreie Ausgestaltung bis tief in die
Stadt hinein (weder Gehwege noch Gebäude
dürfen direkt an die Straße gebaut werden) ist
jedoch eine schwer zu überwindende Barriere
im Stadtraum, führt zu hohen Lärmemissio­
nen und braucht viel Platz, der nicht ander­
weitig nutzbar ist. In der Karte sind daher die
Abschnitte als Suchräume markiert, in denen
langfristig, im Zuge der Verkehrswende, eine
Transformation der Autobahnzubringer zu
leistungsfähigen Stadtstraßen geprüft werden
sollte. So könnten angrenzende Potenziale
für die Siedlungs­ und Freiraumentwicklung
mobilisiert und neue, gut erschlossene Stadt­
räume in der inneren Stadt geschaffen werden.

GRUNDLAGEN STRATEGISCHE EMPFEHLUNGEN 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 06/2020 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Zielkarte Wirtschaft: Profilierung und 
Entwicklung zukunftsfähiger Standorte

203

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
204 
 
 
   
   
   
  
Wirtschaft:  
Profilierung und Entwicklung  
zukunftsfähiger Standorte 
Die Zielkarte „Wirtschaft: Proflierung und Ent­
wicklung zukunftsfähiger Standorte“ defniert 
ihre Ziele aus den wirtschaftlichen Themen 
Kölns: diversifzierter Arbeitsmarkt, Produk­
tions­, Gewerbe­ und Dienstleistungsstandor­
te sowie Wissenscluster. 
Die strategischen Empfehlungen dieser Ziel­
karte basieren im Wesentlichen auf folgenden 
Ansätzen der räumlichen Entwicklung (siehe 
S. 174 ff., die Ziffern verweisen auf die jeweili­
gen Ansätze):
(3) Umgestaltung der Stadtachsen und
Anbindung aller Stadtteile
(8) Ausformulierung des rechtsrheinischen
Entwicklungskorridors
(9) Qualifzierung und Nachverdichtung der
Industriestandorte
(10) Stärkung der produktiven Stadt
Die strategischen Empfehlungen zielen prio­
ritär auf eine Proflierung und Weiterentwick­
lung bestehender Industrie­ und Gewerbe­
gebiete ab. Diese sollen durch Ausweisung 
geeigneter neuer Standorte sowie die Förde­
rung interkommunaler Gewerbegebiete 
ergänzt werden. Daneben gibt es auch Trans­
formationsstandorte, in denen gewerbliche 
Nutzungen und Wohnen zusammen gedacht 
werden. Außerdem behandelt die Zielkarte 
Ausbau, Aufwertung und Neuausweisung der 
Versorgungszentren sowie die Stärkung der 
Innovations­ und Wissenschaftsstandorte. 
Sie werden in der Folge näher erläutert. Dazu 
werden auch Aspekte und Aufgaben benannt, 
die nicht als Karteninhalt dargestellt sind oder 
nicht räumlich verortet werden können. 
Qualifzierung und Nachverdichtung  
von Industriegebieten 
Die vorhandenen großfächigen Industriege­
biete, die sich alle in der äußeren Stadt und am 
Rhein befnden, sollen im Bestand gesichert 
und für die Zukunft weiterentwickelt werden. 
Zusätzliche Flächen für die Industrie müssen 
mittelfristig vor allem durch eine Verdichtung 
und der gezielten Erweiterung bestehender 
Gebiete bereitgestellt werden. Durch den zu 
erwartenden industriellen Wandel, der sich 
beispielsweise durch die Reduktion des Flä­
chenbedarfs von Fertigungsstandorten ergibt, 
entstehen Potenziale für neue Produktionsbe­
triebe – insbesondere im Bereich der „Indust­
rie 4.0“. Diese verlangen aber zusätzlich auch 
eine Qualifzierung dieser Gebiete, beispiels­
weise durch die Aufwertung des öffentlichen 
Raums oder die Ansiedlung begleitender 
Nutzungen. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig:

205 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
 
 
 
 
– Zur Unterstützung dieser Entwicklung sind
ein aktives Flächenmanagement und punk­
tuelle Investitionen in die Qualifzierung
und stadträumliche Aufwertung dieser
Gebiete notwendig.
– Kölns vorhandene Standortvorteile der
quattromodalen Logistik (Straße, Schiene,
Luft, Wasser) sind bei der Ansiedlung neuer
Industrien stärker zu berücksichtigen, um
im Wettbewerb der Industriestandorte
langfristig erfolgreich sein zu können.
Weiterentwicklung der Gewerbe­ und  
Dienstleistungsstandorte 
Gewerbe­ und Dienstleistungsbetriebe sind 
ein unverzichtbarer Grundpfeiler des Standor­
tes Köln, deren Entwicklungsmöglichkeiten zu 
sichern sind. Gleichzeitig stehen Produktion 
und Dienstleistung vor einem tiefgreifenden 
Wandel, welchem auch durch eine differen­
zierte räumliche Strategie begegnet werden 
muss. Die Zielkarte „Wirtschaft“ enthält 
daher verschiedene Empfehlungen, die zu drei 
Strategien zusammengefasst und in der Folge 
erläutert werden: 
– Die Proflierung, Nachverdichtung und ge­
zielte Erweiterung von Gewerbegebieten.
– Die Transformation von Gewerbegebieten
zu innovativen und gemischten Quartieren
mit unterschiedlichen Nutzungsschwer­
punkten.
– Die Qualifzierung des rechtsrheinischen
Entwicklungskorridors für Gewerbe und
Produktion inklusive neuer Wirtschafts­
standorte für die wachsende Stadt.
Diese Empfehlungen sind in ihrer Gesamtheit 
zu betrachten und gemeinsam mit der Wirt­
schaftsförderung weiterzuentwickeln. 
Proflierung, Nachverdichtung und gezielte 
Erweiterung von Gewerbegebieten 
Ein Großteil der Kölner Gewerbegebiete sind 
als Produktionsstandorte zu sichern. Allerdings 
müssen sie auf der Basis ihrer spezifschen 
Eigenschaften profliert und schrittweise nach­
verdichtet werden, um Ausbau und Erhalt des 
Wirtschaftsmixes zu fördern und ihre Standort­
gunst zu erhöhen. Einige der in der Karte mar­
kierten Gewerbegebiete haben bereits Ansätze 
eines eigenen Profls; andere müssen ihr Profl 
weiter schärfen beziehungsweise neu entwi­
ckeln. Die an einzelnen Standorten existieren­
den Potenzial­ und Reservefächen sind für die 
Proflierung bestmöglich einzusetzen. 
Für viele dieser Gebiete ist eine optimierte 
Erreichbarkeit mit dem ÖPNV und eine Attrak­
tivitätssteigerung der öffentlichen Räume mit 
hoher Aufenthaltsqualität von großer Bedeu­
tung. Um die bestehenden Gewerbestandorte 
zu unterschiedlich ausgestalteten Adressen für 
zeitgemäße Formen des Arbeitens zu machen,

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
206 
 
 
 
 
sind auch weitere Formen der Nutzungsmi­
schung zu testen und zu etablieren. 
Transformation von Gewerbegebieten zu 
innovativen und gemischten Quartieren mit 
unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten 
Einige der bestehenden Gewerbegebiete 
Kölns eignen sich besonders für eine weiter­
gehende Transformation hin zu innovativen 
und gemischten Quartieren. Aufgrund der 
Konfikte bei der Mischung von Produktions­
und Wohnnutzungen sind bei der Entwicklung 
dieser Gebiete entsprechende Schwerpunkte 
zu setzen. In der Karte sind daher zwei ver­
schiedene Kategorien der Transformation 
dargestellt. In Gebieten wie Ehrenfeld soll der 
Schwerpunkt der Entwicklung auf der Ansied­
lung von Dienstleistung, urbaner Produktion 
und Kreativwirtschaft liegen, um diese auch 
zukünftig als attraktive Standorte der wirt­
schaftlichen Entwicklung zu erhalten. Bei 
der Förderung unterschiedlicher Formen der 
Nutzungsmischung ist hier darauf zu achten, 
dass die Transformation sowohl eine gewerbli­
che Nutzung als auch eine Nutzung als Wohn­
raum ermöglicht. Beide Nutzungen und damit 
verbundene Bedürfnisse sind sensibel abzu­
wägen, um eine Produktion trotz Wohnnut­
zung weiter möglich zu machen. In den drei 
innerstädtischen Transformationsgebieten 
Deutzer Hafen, Parkstadt Süd und Mühlheimer 
Süden liegt der Schwerpunkt der zukünftigen 
Nutzungen auf Wohnen, Dienstleistungen und 
emissionsarmer Produktion. Hier ist die Rea­
lisierung hochwertiger neuer und gemischter 
Stadtbausteine in besonders guten Lagen auch 
weiterhin zu unterstützen. 
Qualifzierung des rechtsrheinischen Ent­
wicklungskorridors für Gewerbe und 
Produktion inklusive neuer Wirtschafts­
standorte für die wachsende Stadt 
Der im Agglomerationskonzept des Region 
Köln/Bonn e.V. verankerte rechtsrheinische 
Entwicklungskorridor bietet die Chance, die 
im Stadtgebiet Köln gelegenen Gewerbege­
biete als Bestandteil einer überregionalen 
Entwicklungsachse mit hoher Verkehrsgunst 
zu qualifzieren sowie bestehende Reserven 
und Optionsfächen des Regionalplans best­
möglich für die wirtschaftliche Entwicklung 
Kölns einzusetzen. Mit dem Ausbau tangenti­
aler Verkehrsstrukturen und der Entwicklung 
der Stadträume entlang der Zukunftsachsen 
(siehe Karte „Wohnen“) entstehen hier neue 
Standortqualitäten, die es zu nutzen gilt. 
Entlang dieses Korridors liegen daher auch 
die Suchräume für weitere Produktions­ und 
Dienstleistungsstandorte, die sich – zusätzlich 
zu den im Regionalplan ausgewiesenen Po­
tenzialen – für die Entwicklung gut erschlos­
sener Gewerbegebiete eignen könnten. Diese 
Suchräume lassen sich in folgende Kategorien 
einteilen:

207 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
  
  
  
 
 
 
1. Ausweisung neuer Gewerbegebiete an
strategischen und verkehrstechnisch gut
angebundenen Orten, wie beispielsweise
dem Flughafen.
2. Bestehende Gewerbegebiete, die unterge­
nutzt sind oder in Teilen brachliegen und
daher verdichtet werden können.
3. Bestehende Gewerbegebiete, an denen
Flächen angrenzen, die für eine Arrondie­
rung und Erweiterung der bestehenden
Strukturen geeignet sind.
Folgende Aspekte und Aufgaben der Weiter­
entwicklung der Gewerbe­ und Dienstleis­
tungsstandorte stehen mit den Kartenein­
trägen in Zusammenhang und sind bei der 
Erreichung der Ziele wichtig: 
– Die Mobilisierung neuer Standorte für Pro­
duktion und Gewerbe im rechtsrheinischen
Entwicklungskorridor muss gemeinsam
mit den Freiraumstrukturen und der Ver­
vollständigung des Äußeren Grüngürtels
gedacht werden.
– Am Flughafen ist zu prüfen, wie die Erschlie­
ßungsgunst dieses Standortes noch besser
genutzt werden kann. Neben fughafen­
nahem Gewerbe und Logistikfrmen kön­
nen weitere Dienstleistungseinrichtungen
angesiedelt werden.
– Die weitere Ausdifferenzierung der Produk­
tions­ und Distributionsprozesse sowie der
Onlinehandel werden die Anforderungen an 
die City­Logistik weiter erhöhen. Die heute 
schon spürbaren Belastungen der Stadt 
durch zunehmende Lieferverkehre sind in 
Zukunft besser zu organisieren und mit 
den Bedürfnissen von Gewerbe und Han­
del abzustimmen. Dies erfordert nicht nur 
neue Logistikkonzepte, sondern auch eine 
Reorganisation des Stadtgefüges. Im Fokus 
steht dabei die Sicherung, Entwicklung und 
Stärkung des schienengebundenen Güter­
verkehrs und seiner Umschlagpunkte. Dies 
gilt auch für die Kölner Häfen.  
Versorgungszentren stärken und neu 
ausweisen 
Kölns Versorgungszentren weisen in ihren 
unterschiedlichen Bedeutungen Defzite in der 
Nutzungsstruktur auf. Alle Zentren sind dabei 
hinsichtlich ihrer Versorgungsfunktion und ih­
rer Attraktivität zu analysieren, gegebenenfalls 
sind Strategien und Programme aufzustellen. 
Dies schließt die Ansiedlung von Dienstleis­
tungsgewerbe, urbaner Produktion sowie 
Angeboten der Gastronomie und Daseinsvor­
sorge mit ein. Dem öffentlichen Raum kommt 
dabei eine zentrale Bedeutung zu, da nur in ei­
nem sicheren und ansprechenden Umfeld die 
Zentren in ihrer Funktion von der Bevölkerung 
auch angenommen werden. An bestimmten in 
der Karte eingetragenen Stellen der Stadt, wie 
beispielsweise im Mülheimer Süden, ist auch

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
208 
 
 
 
die Neuentwicklung von Versorgungszent­
ren zu prüfen, um auf die Weiterentwicklung 
der Siedlungsstruktur zu reagieren oder eine 
weitere Siedlungsentwicklung zu ermöglichen 
(siehe Karte „Wohnen“). 
Die großen Stadt­ und Zukunftsachsen spielen 
auch in diesem Zusammenhang eine wichtige 
Rolle: Sie sind häufg Teil der Versorgungszen­
tren und Standort für bedeutende Unterneh­
men. Auch zwischen den Versorgungszentren 
übernehmen sie eine Funktion als Standort für 
Handel, Dienstleistung, Gewerbe und urba­
nes Leben. In den in der Karte dargestellten 
Abschnitten sollten diese Funktionen gestärkt 
oder neu angesiedelt werden. Dafür müssen 
auch hier deren öffentliche Räume gestaltet 
und neue Formen der Nutzungsmischung ent­
lang der Achsen getestet werden. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Für eine attraktive Gestaltung der Stadtach­
sen müssen die hohen Lärm­ und Luftbe­
lastungen gemindert und der Straßenraum
neu gestaltet werden. Dies benötigt eine
Reduktion des MIV.
– Köln besitzt in der Innenstadt eine der kauf­
kräftigsten Fußgängerzonen Deutschlands,
die aber zunehmend stärker in Konkurrenz
zum Onlinehandel steht. Dies betrifft auch 
alle übrigen Handelszentren im Stadtge­
biet, die sich zudem von ihrer Ausstattung 
und Qualität stark unterscheiden. Um 
gegenüber dem Onlinehandel konkurrenz­
fähig zu bleiben, müssen diese Zentren 
stadt­ und freiräumlich aufgewertet wer­
den, weiterhin gut erreichbar sein und ein 
breites und in Teilen auch regional besonde­
res Angebot bereitstellen. Insbesondere für 
die dezentralen Standorte braucht es einen 
Mix aus sozialen und kulturellen Angeboten 
sowie ein gutes Leerstandsmanagement.  
Aufbau der interkommunalen Kooperation 
für Industrie und Gewerbe 
Viele der bestehenden Industriegebiete sind 
schon heute über die Stadtgrenzen hinweg 
ausgerichtet (Godorf/Wesseling, Worringen/ 
Dormagen, Porz­Lind/Troisdorf, Flittard/ 
Leverkusen). Die Karte zeigt bestehende 
oder zukünftige Potenziale für den Auf­ und 
Ausbau der interkommunalen Zusammenar­
beit, sowohl für das Gewerbe als auch für die 
Industrie. Mit dem Strukturwandel im Braun­
kohleabbaugebiet Rheinisches Revier kommt 
der interkommunalen Zusammenarbeit eine 
größere Bedeutung zu, die umfangreiche 
Chancen, aber auch Herausforderungen für 
die gesamte Region mit sich bringt. Die Trans­
formation der Tagebauumfelder und gleich­
zeitige Schaffung neuer Arbeitsplätze bietet

209 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
  
 die Chance, neue Produktionsstätten in inter­
kommunaler Zusammenarbeit zu entwickeln. 
Diese könnten sowohl den Druck auf einzel­
ne Gewerbe­, Industrie­ und Logistikfächen 
sowie die Konkurrenz um Gewerbesteuerein­
nahmen der Standortkommunen mindern und 
dazu beitragen, die Versorgung der Region 
gemeinsam neu und innovativ zu organisieren. 
Entwicklung und Ausbau der Wissen­
schaftsstandorte sowie der Innovations­
und Gründerräume 
Köln verfügt neben der „Universität zu Köln“ 
über zahlreiche Wissenschaftsstandorte, wie 
verschiedene Fachhochschulen, die Sport­
hochschule, zahlreiche Akademien etc. sowie 
Innovationszentren. Als Ort der Wissens­ und 
Innovationsproduktion sowie der Qualifkation 
von Fachkräften bilden sie für Unternehmen 
einen besonderen Standortvorteil und sind 
damit unentbehrlich bei der Vermarktung 
der Stadt als Wirtschaftsstandort. Um diesen 
Entwicklungsmotor weiter voranzutreiben, 
muss Wissenschaft in der Stadt stärker er­
leb­ und sichtbar gemacht werden. Dies kann 
einerseits durch die stärkere Öffnung und 
Präsenz von Einrichtungen geschehen, ande­
rerseits durch integrierte Standorte, die Wis­
senschaft, Produktion, aber auch Kunst und 
Kultur verknüpfen. In der Karte sind diejenigen 
Potenziale aufgeführt, die sich für den Ausbau 
der Wissenschaftsstandorte und die Weiter­
entwicklung von Innovations­ und Gründer­
zentren besonders eignen. Beispielsweise 
sind die vier Exzellenzcluster der Universität 
zu Köln besser mit der Stadt zu verbinden und 
mit Standorten für Start­ups anzureichern. 
Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass 
zukünftig noch Erweiterungsmöglichkeiten für 
Wissenschaft und Forschung bestehen. 
Ausbau der Gigabitversorgung 
Köln verfügt grundsätzlich schon über eine 
gute Breitbandversorgung. Jedoch gibt es 
in Stadtteilen am Stadtrand – wie Worrin­
gen, Widdersdorf oder Meschenich – noch 
zahlreiche Lücken in der Versorgung. In der 
Karte sind die Gebiete markiert, in denen 
diese Lücken großfächig auftreten und die es 
schnellstmöglich zu schließen gilt. Zusätzlich 
muss der Ausbau der nächsten Mobilfunkge­
neration 5G zügig vorangetrieben werden, 
damit Wirtschaft und Stadt von der Digitalisie­
rung proftieren können. Dies gilt besonders 
für Bereiche wie die industrielle Produktion 
4.0, die Medizintechnik oder die Verkehrssteu­
erung, aber auch für private Verbraucherinnen 
und Verbraucher.

GRUNDLAGEN STRATEGISCHE EMPFEHLUNGEN 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 06/2020 
 aSt dtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Zielkarte Soziales, Kultur und Bildung:  
Stärkung der Infrastruktur für  
Chancengerechtigkeit und Teilhabe 
210

211

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
212 
 
  
  
  
 
 
Soziales, Kultur und Bildung:  
Stärkung der Infrastruktur für  
Chancengerechtigkeit und Teilhabe 
Die Zielkarte „Soziales, Kultur und Bildung: 
Stärkung der Infrastruktur für Chancenge­
rechtigkeit und Teilhabe“ defniert ihre Inhalte 
zu großen Teilen aus den Themenfeldern des 
„Offenen Kölns“. In der integrierten Betrach­
tung betreffen auch Aspekte der Vernetzung, 
der Urbanität, der Siedlungsentwicklung und 
der Versorgung diese Ziele. Die strategischen 
Empfehlungen dieser Zielkarte basieren im 
Wesentlichen auf folgenden Ansätzen der 
räumlichen Entwicklung (siehe S. 174 ff., die 
Ziffern verweisen auf die jeweiligen Ansätze): 
(1) Realisierung von angemessenen Dichten,
Nutzungs­ und Typologiemischungen
(2) Stärkung der sozialen, kulturellen und Bil­
dungsinfrastrukturen in bestehenden und
zukünftigen Quartieren
(3) Umgestaltung der Stadtachsen und Anbin­
dung aller Stadtteile
Die strategischen Empfehlungen zielen im 
Wesentlichen auf die Stärkung bestehender 
und die Entwicklung neuer Angebote sowie 
die Überprüfung vorhandener Kapazitäten ab 
– bezogen auf Einrichtungen, Programme und
Aspekte im sozialen, kulturellen, Versorgungs­
und/oder Bildungsbereich. Sie werden in der
Folge näher erläutert. Dazu werden auch As­
pekte und Aufgaben benannt, die nicht räum­
lich dargestellt oder verortet werden können. 
Stärkung und Entwicklung von sozialen, 
kulturellen und Bildungsangeboten in 
bestehenden und zukünftigen Siedlungs­
gebieten 
Aus den räumlichen Erkenntnissen heraus 
können Defzite von sozialen, kulturellen und 
Bildungsangeboten im Stadtgebiet identif­
ziert und verortet werden. In diesen Bereichen 
ist zukünftig das Angebot zu stärken und 
auszubauen.  
Als Voraussetzung für die Entwicklung neuer 
Siedlungsgebiete sind Einrichtungen und An­
gebote bedarfsgerecht frühzeitig mit einzu­
planen. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Die räumliche Anordnung und Vielfalt der
Infrastruktur für Soziales, Kultur und Bil­
dung sowie deren Bedarf ist von Quartier
zu Quartier sehr verschieden. Daher kön­
nen keine pauschalen Entwicklungsziele
für die einzelnen Infrastrukturen genannt
werden. Diese sind quartiersspezifsch zu

213 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
ermitteln und umzusetzen. Die Potenziale 
der Mehrfachnutzung von Veranstaltungs­
orten (Innen­ und Außenräume) sind in der 
Gesamtstadt mehrheitlich noch nicht aus­
geschöpft. Für die unterschiedlichen Stadt­
strukturen sind daher modellhafte Konzep­
te zu entwickeln, die eine Versorgung mit 
sozialen und kulturellen Angeboten sowie 
Bildungsinfrastrukturen sicherstellen. Die 
Konzepte tragen somit zu einer verbesser­
ten räumlichen Organisation und zu einer 
Gesamtentwicklung der Viertel bei.  
Ausbau und Stärkung der Gesundheits­,  
Wissenschafts­ und Forschungscluster 
Köln verfügt mit der Uniklinik und der Klinik in 
Merheim über zwei herausragende Standorte 
für Gesundheit, Wissenschaft und Forschung. 
Diese dienen nicht nur der wirtschaftlichen 
Entwicklung der Stadt, sondern vor allem der 
medizinischen Versorgung der Bevölkerung. 
Auch wenn sich die Kliniken der Stadt Köln in 
einer Konsolidierungsphase befnden, lassen 
sich durch den Zusammenschluss zu einem 
Klinikverbund oder durch einfache Koopera­
tionen weitere Potenziale an den Standorten 
entwickeln. Die Erweiterung dieser Cluster ist 
daher ein strategisch bedeutsames Ziel der 
Stadtentwicklung und ergänzt die dezentral 
verteilten Angebote im Gesundheits­ und 
Pfegesektor. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Die Förderung von Angeboten der medi­
zinischen Grundversorgung im gesamten
Stadtgebiet ist, unabhängig von der Ent­
wicklung der Cluster, voranzutreiben. Vor
allem in bestehenden und neuen Zentren
ist zu prüfen, ob das Angebot bereits aus­
reicht oder bedarfsgerecht weiterentwi­
ckelt werden muss. In den dünn besiedelten
Gebieten der äußeren Stadt sind zudem
ergänzende mobile Angebote zu testen.
– Gleiches gilt für die Erweiterung der dezen­
tralen Angebote der Pfege. Angesichts der
demografschen Veränderung der Gesell­
schaft sind die Pfegeinfrastrukturen wei­
terhin auszubauen. Bei der Konzeption des
Ausbaus sollte die räumliche Verteilung der
Altersstruktur ebenso in Betracht gezogen
werden wie neue Konzepte der Integration
der Pfege in bestehende oder neue Sied­
lungsstrukturen.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
214 
 
 
 
Schutz und Erhalt von bestehenden 
soziokulturellen Standorten sowie 
Standorten der Kreativwirtschaft 
Köln verfügt über vielfältige soziokulturelle 
Angebote und eine lebendige Kreativwirt­
schaft. Deren Standorte konzentrieren sich 
vor allem in Stadtteilen der inneren Stadt, 
die unter einem hohen Entwicklungsdruck 
stehen. Insbesondere der wachsende Bedarf 
an Wohnungen führt zu einer Verdrängung 
alternativer Kreativräume. In Verbindung mit 
den hohen Anforderungen an den Lärmschutz 
können sich diese Effekte insbesondere für 
Clubs, Musikveranstaltungen und Konzert­
räume verstärken. Um diesem Prozess vorzu­
beugen, sollten in den markierten Gebieten 
die Rahmenbedingungen zum Erhalt und zur 
Entwicklung dieser für die Stadt bedeutsamen 
Funktionen geschaffen werden. 
In den Stadtteilen der äußeren Stadt fnden 
sich nur wenige kulturelle Angebote. Daher 
gilt es, bei der Realisierung von Entwicklungs­
und Transformationsgebieten neue Kultur­
angebote zu schaffen. Hier müssen auch die 
Potenziale der Mehrfachnutzung von Veran­
staltungsorten (Innen­ und Außenräume) 
besser ausgeschöpft werden. 
Bildungs­ und Sozialinfrastruktur sanieren  
und ausbauen 
Die Sanierung der Bildungs­ und Sozialinfra­
struktur ist eine vordringliche Aufgabe für 
Köln. Insbesondere in der inneren Stadt und 
der Innenstadt besteht der Handlungsbedarf 
aber auch darin, die Kapazitäten der Bildungs­
und Sozialinfrastruktur zu erweitern. Diese 
Aufgabe ist nicht nur eine große Herausforde­
rung, sondern auch eine Chance: Insbesondere 
bei Sanierung und Ausbau können räumliche 
Synergien zu anderen öffentlichen Dienstleis­
tungen genutzt werden. Hier sollte die Multi­
codierung von Flächen stärker vorangetrieben, 
entwickelt und modellhaft erprobt werden. 
Sozialräume nach dem Programm 
„Lebenswerte Veedel – Bürger­ und 
Sozialraumorientierung  
in Köln“ 
Das städtische Programm „Lebenswerte 
Veedel“, mit dessen Hilfe die Lebensqualität 
in ausgewählten Sozialräumen verbessert 
wird, hat sich in den letzten Jahren bewährt 
und zeigt sehr positive Ergebnisse. Insbeson­
dere die koordinierte Zusammenarbeit und 
Vernetzung von Verwaltung, Institutionen in 
freier Trägerschaft, Vereinen und Bewohner­
schaft bilden das Fundament der erfolgreichen 
Arbeit. Gemeinsam werden neue Ideen und

215 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
 
Handlungsansätze entwickelt. Es entstehen 
bedarfsgerechte präventive Angebote und 
frühzeitige Hilfen vor Ort. Im Umfeld größerer 
Siedlungsentwicklungen ist zu prüfen, inwie­
weit dadurch auch Impulse für die Aufwertung 
der Sozialräume entstehen oder fehlende 
Angebote und Infrastrukturen bereitgestellt 
werden können. 
Folgende Aspekte stehen mit den Kartenein­
trägen in Zusammenhang und sind bei der 
Erreichung der Ziele wichtig: 
Generationengerechte Quartiere und ins­
besondere die ausgewiesenen Sozialräume 
benötigen vor allem bezahlbaren Wohnraum, 
ein gutes Wohnumfeld, ausreichende Versor­
gungsinfrastrukturen sowie ein ausgewogenes 
soziales Miteinander (siehe weitere Aspekte 
unten). 
Ausbau, Sanierung, Stärkung bestehender 
und neuer Zentren sowie des öffentlichen 
Raums 
Wie auch in der Zielkarte „Wirtschaft“ dar­
gestellt, verfügt Köln über zahlreiche Versor­
gungszentren, die teilweise einer Stärkung 
und gegebenenfalls eines Ausbaus bedürfen 
– sei es in struktureller oder gestalterischer
Hinsicht. Eine fächendeckende und dezentrale
Ausstattung mit Versorgungsangeboten in der 
gesamten Stadt ist in erster Linie für die Teil­
habe der Bevölkerung am gesellschaftlichen 
Leben wichtig. Auch wird die „Stadt der kurzen 
Wege“ durch eine wohnortnahe Versorgung 
gefördert. Neben Einkaufsmöglichkeiten 
umfasst dies vor allem Infrastrukturangebote 
für die soziale Versorgung (Behörden, Gesund­
heitsversorgung, Pfege, Begegnungsstätten 
etc.) sowie für Kultur und Bildung. Darüber 
hinaus spielt der öffentliche Raum in den 
Zentren als Begegnungsort eine wichtige Rolle 
und ist bedarfsgerecht aufzuwerten und zu 
erweitern. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Eine grundsätzliche Stärkung und Unter­
stützung der dezentralen Zentrenstruktur
Kölns kann durch eine bauliche Verdichtung
um die Versorgungszentren erreicht wer­
den, um somit deren Wirtschaftlichkeit und
Tragfähigkeit zu erhöhen.
– Um in einer verstärkt individualisierten Welt
mehr soziales Miteinander zu bewirken und
dabei gegenseitige Unterstützung, Genera­
tionenaustausch und Lebensqualität zu be­
fördern, können beispielsweise innovative

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
216 
 
 
Nahversorgungssysteme und intelligente 
Netzwerke für Tausch und Gemeinschafts­
nutzung in die Quartiersentwicklung und 
deren Management eingebettet werden. 
Nicht zuletzt gilt es, Begegnungsräume zu 
schaffen, in denen ein gesellschaftlicher 
Austausch erfolgen und das soziale Mitein­
ander gestärkt werden kann. 
Bauliche, funktionale und infrastrukturelle 
Aufwertung von Großwohnsiedlungen und 
deren Umfeld 
Viele der Großwohnsiedlungen, die in den 
1960er­ und 1970er­Jahren als Satellitenstadt­
teile in der äußeren Stadt errichtet wurden, 
weisen erhebliche gestalterische Mängel und 
häufg eindimensionale Sozialstrukturen auf. 
Ziel ist es daher, die Lebensqualität in diesen 
Siedlungen so zu erhöhen, dass sie für eine 
vielschichtige Bewohnerschaft attraktiv ist 
beziehungsweise wird. Dazu tragen unter 
anderem eine gute Aufenthaltsqualität des 
öffentlichen Raumes, die gestalterische und 
funktionale Sanierung des Gebäudebestandes 
und des Wohnumfeldes und die Ansiedlung 
von neuen Einrichtungen und Dienstleistun­
gen bei. Weiterhin können unterschiedliche 
Wohnformen die Attraktivität von Großwohn­
siedlungen auch für andere Bevölkerungs­
gruppen erhöhen. Auch die Entwicklung neuer 
Nachbarschaften, wie zum Beispiel im geplan­
ten Stadtteil Kreuzfeld, angrenzend an die 
Stadtteile Blumenberg und Chorweiler, kann 
stabilisierende Impulse setzen. 
Soziale Erhaltungssatzung anwenden 
Mit dem Instrument der sozialen Erhaltungs­
satzung gemäß § 172 BauGB werden heute 
im Severinsviertel sowie in der Stegerwald­
siedlung die Qualitäten bestehender Nachbar­
schaften vor Verdrängungsprozessen durch 
Gentrifzierung oder Nutzungsänderung von 
Wohngebäuden geschützt. Aufwertungspro­
zesse in diesem Räumen müssen hier sozial 
verträglich und behutsam umgesetzt werden. 
Angesichts der anhaltenden und auch emp­
fohlenen Erneuerung und Verdichtung weite­
rer Quartiere wird angeraten, das Instrument 
der sozialen Erhaltungssatzung zukünftig auch 
in ausgewählten Quartieren der inneren Stadt 
sowie der Innenstadt anzuwenden. 
Weitere Themen der Infrastruktur für  
Chancengerechtigkeit und Teilhabe 
Die Ziele der Chancengerechtigkeit und 
Teilhabe umfassen weitere Aspekte, welche 
aufgrund ihrer Kleinteiligkeit nicht in der Karte 
dargestellt werden können. Für die räumliche 
Entwicklung sind im Besonderen drei Aspekte 
zu erwähnen:

217 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 – Ein Grundpfeiler für Chancengerechtigkeit
und Teilhabe ist der Zugang zu Wohnraum.
Daher ist bei der Entwicklung neuer und der
Verdichtung bestehender Stadtquartiere im
Besonderen darauf zu achten, den Anteil be­
zahlbarer Wohnraumangebote zu erhöhen
oder zumindest zu halten. Dies erfordert
entsprechende Programme, Vorgaben und
Investitionen der Stadt. Neben der weiterhin
konsequenten Anwendung des kooperati­
ven Baulandmodells können diese sich in
fnanziellen Zuschüssen für besondere Grup­
pen, in der Förderung genossenschaftlicher
Wohnbauträger sowie in der aktiven Boden­
politik äußern. Zudem prüft Köln die Mög­
lichkeit, stadteigene Grundstücke verstärkt
in Erbpacht zu vergeben.
– Die Bereitstellung unterschiedlicher Wohn­
typologien ist eine Voraussetzung für die
Entwicklung von generationenübergreifen­
den und gemischten Quartieren, die den
gesellschaftlichen Trends der Überalterung
und Vereinsamung entgegenwirken kön­
nen. Vor dem Hintergrund des demogra­
fschen Wandels ist auf die Bereitstellung
bedarfs­ und altersgerechter Wohnformen
zu achten. Zudem muss eine integrierte
Betrachtung mit verwandten Themen wie
mobiler und häuslicher Pfege und dezen­
tralen Versorgungstrukturen stattfnden.
– Bei der Förderung der Gesundheit, des
Gemeinwohls und der Teilhabe spielt auch
der Sport eine zentrale Rolle. Als Sport­
stadt verfügt Köln schon über ein großes
Angebot an Anlagen und Angeboten für
den Spitzen­ und Breitensport. Durch die
steigenden Bevölkerungszahlen ist dieses
Angebot einerseits bedarfsgerecht aus­
zubauen und andererseits ist zu prüfen,
ob bestehende Anlagen von Vereinen und
Schulen auch für eine breitere Öffentlichkeit
geöffnet werden können. Die vorhandene
Sportentwicklungsplanung verfolgt diese
Ziele bereits zum großen Teil.
Die Entwicklung und Umsetzung aller aufge­
führten Infrastrukturen und Angebote erfor­
dert umfangreiche Investitionen der öffent­
lichen Hand sowie weiterer Träger sozialer und 
kultureller Angebote. Umso wichtiger ist es 
für die zukünftige Entwicklung, potenzielle 
Synergien von Infrastrukturen auszuloten und 
zu nutzen. Dafür sind sowohl Modellprojekte 
der Mehrfachnutzung voranzutreiben als auch 
mögliche Allianzen zwischen den einzelnen 
Diensten und Trägern zu erkunden und zu 
fördern.

GRUNDLAGEN STRATEGISCHE EMPFEHLUNGEN 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 06/2020 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Zielkarte Mobilität: 
Ausbau des ÖPNV, des Radverkehrs und der 
Verknüpfungspunkte aller Verkehrsträger 
218

219

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
220 
  
  
  
  
  
    
  
Mobilität:  
Ausbau des ÖPNV, des Radverkehrs und der 
Verknüpfungspunkte aller Verkehrsträger 
Die Zielkarte „Mobilität: Ausbau des ÖPNV, 
des Radverkehrs und der Verknüpfungspunkte 
aller Verkehrsträger“ defniert ihre Ziele vor 
allem aus der vorhandenen Infrastruktur sowie 
deren Ausbau­ und Erweiterungspotenzial. 
Gleichzeitig betreffen den Aus­ und Umbau 
des Verkehrssystems und der Infrastruktur 
auch die Aspekte Urbanität, Siedlungsentwick­
lung, soziale Teilhabe, Wirtschaftskraft und 
Klimaschutz. Die strategischen Empfehlungen 
dieser Zielkarte basieren im Wesentlichen auf 
folgenden Ansätzen der räumlichen Entwick­
lung (siehe S. 174 ff., die Ziffern verweisen auf 
die jeweiligen Ansätze): 
(1) Realisierung von angemessenen Dichten,
Nutzungs­ und Typologiemischungen
(3) Umgestaltung der Stadtachsen und
Anbindung aller Stadtteile
(4) Stärkung des schienengebundenen
Nahverkehrsnetzes als Rückgrat der
Stadtentwicklung
(5) Ausbau des Umweltverbunds und
Reduzierung des MIV
(6) Stärkung des Rheinraums
(7) Langfristige Aktivierung neuer
Stadträume
(8) Ausformulierung des rechtsrheinischen
Entwicklungskorridors
Die strategischen Empfehlungen zielen im 
Wesentlichen auf einen Ausbau des Umwelt­
verbunds, die Verknüpfung der einzelnen Ver­
kehrsträger sowie eine bessere Abstimmung 
zwischen Siedlungsentwicklung und Mobilität 
ab und werden in der Folge näher erläutert. 
Dazu werden auch Aspekte und Aufgaben 
benannt, die nicht als Karteninhalt dargestellt 
sind oder räumlich verortet werden können. 
Ausbau des städtischen ÖPNV 
Um trotz wachsender Bevölkerung die Ver­
kehrsbelastung Kölns zu verringern, muss eine 
integrierte Planung von verkehrlicher Erschlie­
ßung und Siedlungsentwicklung das zukünf­
tige Handeln und Planen bestimmen. Der 
Ausbau des städtischen ÖPNV, insbesondere 
der Stadtbahn, ist dafür eine Grundvorausset­
zung und muss konsequent priorisiert wer­
den. In der Zielkarte sind daher die Projekte 
der ÖPNV­Roadmap mit Maßnahmen für den 
Stadtbahnaus­ und ­neubau als Grundlage auf­
geführt, da sie einen unverzichtbaren Bestand­
teil der Kölner Verkehrsentwicklung darstellen 
und prioritär realisiert werden sollen. 
Mit wichtigen Lückenschlüssen – wie zum Bei­
spiel der „Gürtelbahn“ (Linie 13) oder der Ver­
bindung zwischen den Linien 1 und 9 im Bezirk 
Kalk – kann das Stadtbahnnetz vervollständigt

221 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
und entlastet werden, da so die Umsteigebe­
ziehungen in der Innenstadt abnehmen. Eine 
besondere Bedeutung hat die Kapazitätser­
weiterung der Linie 1 auf der Ost­West­Achse 
als am stärksten belastete Stadtbahnverbin­
dung in Köln. Auch auf den übrigen Stadtach­
sen Kölns (siehe auch Zielkarte „Wohnen“) ist 
dem ÖPNV deutlich mehr Platz einzuräumen, 
um ihn zu beschleunigen und unabhängiger 
von der Überlastung des MIV zu entwickeln. 
Perspektivisch ist das Stadtbahnnetz in die 
äußere Stadt und teilweise auch über die 
Stadtgrenzen Kölns hinaus auszuweiten, um 
bestehende und neue Siedlungsgebiete besser 
durch den Umweltverbund zu erschließen und 
das Straßensystem zu entlasten. Als Emp­
fehlung sind daher die ÖPNV­Verbindungen 
markiert, auf denen neue leistungsfähige 
ÖPNV­Angebote als Rahmenbedingung für die 
weitere Siedlungsentwicklung bereitzustellen 
sind (siehe Zielkarte „Wohnen“). Auch hier gilt 
es, das Stadtbahnnetz nicht nur sternförmig 
vom Zentrum ausgehend weiter auszubauen, 
sondern auch Verbindungen zwischen beste­
henden Linien oder entlang wichtiger Entwick­
lungsräume zu realisieren, wie beispielsweise 
entlang der Frankfurter Straße oder mit einer 
neuen Rheinquerung südlich von Zündorf und 
Godorf. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Um die Verkehrswende voranzutreiben und
die Investitionen in den ÖPNV bestmöglich
zu nutzen, sind durch den Umweltverbund
gut erschlossene Gebiete prioritär für die
Siedlungsentwicklung und ­verdichtung zu
nutzen (siehe auch Zielkarte „Wohnen“).
– Insbesondere in den weniger dicht besiedel­
ten Gebieten sind neue, bedarfsorientierte
ÖPNV­Angebote zu entwickeln, um auch
diesen einen attraktiven Zugang zum öf­
fentlichen Verkehr bieten zu können. Dabei
können zukünftig (autonome) Fahrzeuge,
die auf Anfrage angefordert werden und
mehrere Fahrgäste an verschiedenen Orten
abholen, helfen, die Kosten für solche Ange­
bote zu senken.
Regio­Hubs, Verknüpfungspunkte und 
Mobilstationen 
Die Vernetzung und Arbeitsteilung zwischen 
S­Bahn, Stadtbahn und anderen Angeboten 
des Umweltverbunds ist zukünftig stärker aus­
zudifferenzieren, um adäquate Reisezeiten zu 
gewährleisten. Die Zielkarte formuliert daher 
Empfehlungen für unterschiedliche Formen der 
Verknüpfung zwischen den Verkehrsträgern.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
222 
 
In Köln verlaufen S­Bahn­ und Stadtbahnlinien 
teilweise ohne eine adäquate und attraktive 
Verknüpfung. Mit der Einrichtung neuer Halte­
stellen, wie beispielsweise an der Berliner Stra­
ße in Mülheim, oder einer besseren Verknüp­
fung oder Verlegung bestehender Haltestellen 
können Umwegfahrten über das Stadtzentrum 
vermieden werden. 
Um den MIV in der Stadt zu reduzieren, ist der 
Umstieg vom Auto auf die Stadt­ oder S­Bahn 
außerhalb der inneren Stadt zu erleichtern. Die 
Karte markiert potenzielle Standorte für die 
Anlage solcher Umsteigepunkte in der äuße­
ren Stadt, die für beide Verkehrsträger günstig 
gelegen sind. An diesen Standorten ist die 
Einrichtung, der Ausbau oder die Optimierung 
platzsparender und attraktiver Park­and­ride­
Anlagen zu prüfen. Der Umstieg auf den Um­
weltverbund kann und sollte mit Leitsystemen 
im Straßennetz unterstützt werden. 
Das Agglomerationskonzept des Region Köln/ 
Bonn e.V. empfehlt die Etablierung von so­
genannten „Regio­Hubs“. Diese ermöglichen 
vor allem einen Zugang zu den Angeboten des 
schnellen Regionalverkehrs und teilweise ei­
nen Umstieg zwischen Fern­ und Regionalver­
kehr außerhalb des Hauptbahnhofs. Auf diese 
Weise kann der Bahnknoten Köln entlastet und 
Fahrzeiten können verkürzt werden. Die Ziel­
karte zeigt die derzeit geplanten Regio­Hubs 
am Flughafen Köln/Bonn, in Leverkusen und in 
Mülheim. Ein weiterer geplanter Regio­Hub in 
Horrem liegt außerhalb des Kartenausschnitts. 
Für die Stärkung des Kölner Umweltverbunds 
sind diese Hubs auf Kölner Stadtgebiet zu Um­
steigeknoten für den gesamten städtischen 
ÖPNV zu erweitern. Dies umfasst die Verknüp­
fung von S­Bahn­, Stadtbahn­ und Buslinien 
sowie weiteren Verkehrsträgern des Umwelt­
verbunds. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Die Verknüpfung des ÖPNV mit weiteren
Angeboten des Umweltverbunds (Carsha­
ring, Fahrradstation und Leihräder, Service­
punkte, Shuttleservices etc.) ist nicht nur
an den markierten Punkten notwendig,
sondern im gesamten Stadtgebiet. Erreicht
werden kann diese Verknüpfung über die
Einrichtung von sogenannten Mobilsta­
tionen. Perspektivisch ist ein fächende­
ckendes Netz an Mobilstationen über das
gesamte Stadtgebiet hinweg anzustreben.
Um dies zu erreichen, bedarf es – entspre­
chend eines Hub­and­Spoke­Systems –

223 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
 
sowohl großer und leistungsfähiger Stati­
onen an zentralen Haltestellen im Netz des 
öffentlichen Verkehrs als auch quartiers­
bezogener Stationen abseits der großen 
Trassen. 
Ausbau und Ringschluss des  
S­Bahn­Systems 
Die S­Bahn verbindet als zweites Rückgrat des 
schienengebundenen Nahverkehrs Köln mit 
seinem Umland. Ihre Funktion ist prioritär zu 
stärken, um große Verkehrsströme in und um 
Köln bewältigen zu können. Der Ausbau der 
Bahnknoten Köln­Hauptbahnhof und ­Deutz 
zum Doppelbahnhof ist dafür eine Voraus­
setzung und bereits beschlossen. Dieser ist 
ebenso in der Karte dargestellt wie die geplan­
ten Angebotsausbauten der S­Bahn inklusive 
neuer Haltestellen. Die Karte formuliert dar­
über hinaus Empfehlungen für die Weiterent­
wicklung des geplanten Systems. 
Der heute noch unvollständige S­Bahn­Ring 
spielt bei der zukünftigen Entwicklung des 
schienengebundenen Nahverkehrs in und um 
Köln eine zentrale Rolle. Er entlastet nicht nur 
den Bahnknoten Köln, sondern bietet auch 
mehrere Möglichkeiten, S­Bahn und Stadt­
bahn besser zu verknüpfen. Um das Potenzial 
des S­Bahn­Rings als leistungsfähiges Nahver­
kehrssystem stärker zu nutzen, wird empfoh­
len, zusätzlich zu der heute geplanten Führung 
Richtung Mülheim und Flughafen den S­Bahn­
Ring im Bereich Deutz/Kalk zu schließen. Hier­
für sind in der Karte zwei alternative Suchräu­
me markiert, in denen ein solcher Ringschluss 
denkbar und für die Stadtentwicklung sinnvoll 
wäre. Mit der Schließung erfolgt eine Verknüp­
fung mit und gleichzeitig eine Entlastung für 
die zahlreichen Stadtbahnlinien. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Das Agglomerationskonzept des Region
Köln/Bonn e.V. empfehlt die perspekti­
vische Entwicklung eines zweiten ÖPNV­
Rings rund um Köln. Durch diesen Ausbau
werden weitere Verbindungen nördlich und
südlich von Köln angeboten und damit das
Verkehrssystem in Köln weiter entlastet.
Aufgrund der Langfristigkeit des Projekts
und des großen Klärungsbedarfs, zum Bei­
spiel zu Linienführungen und verkehrstech­
nischem Nutzen, ist diese Empfehlung nicht
Teil der Zielkarte. Auch deshalb, weil für
die Stadt Köln eine rasche Umsetzung des
heute geplanten S­Bahn­ Rings von höherer
Bedeutung ist.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
224 
 – Zur weiteren Entlastung des Bahnknotens
Köln ist zu prüfen, ob bestehende oder
neue Stationen im Rechtsrheinischen
langfristig für eine zusätzliche Entlastung
des Doppelknotens Köln Hbf/Deutz sorgen
könnten. Angesichts steigender Zugzahlen
und Frequenzen im Fernverkehr ist es auch
denkbar, Züge des Fernverkehrs über einen
solchen Bahnhof zu führen.
Nutzung des Rheins als Mobilitätsraum 
Der Rhein ist ein zentraler Bestandteil Kölns.  
Er ist Aufenthalts­ und Identifkationsraum und 
Verbindung in die Region. Der Rhein ist auch 
eine große Barriere und unterteilt Köln in ein 
rechts­ und ein linksrheinisches Stadtgebiet 
mit unterschiedlichen Entwicklungshistorien. 
Für die Weiterentwicklung des Umweltver­
bunds und als Ergänzung des bestehenden 
ÖPNV­Systems ist das Potenzial des Flusses, 
zum Beispiel durch Wasserbusse oder ­taxis, 
stärker zu nutzen. 
Der weitere Abbau der Barrierewirkung 
des Rheins ist ein wichtiger Bestandteil des 
Zusammenspiels zwischen den links­ und 
rechtsrheinischen Quartieren und sollte auch 
dazu genutzt werden, den nichtmotorisierten 
Verkehr zu fördern. Daher sind in der Karte die 
Standorte markiert, an denen neue Fuß­ und 
Radverkehrsbrücken realisiert werden sollten. 
Diese liegen an wichtigen Stellen des heutigen 
und zukünftigen Radwegenetzes wie beispiels­
weise an der Verlängerung der Ringe zum 
rechtsrheinischen Ufer (siehe auch Zielkarte 
„Wohnen“). 
Um die Querung des Rheins auch in der äuße­
ren Stadt zu ermöglichen, ist der Fortbestand 
der Rheinfähren im Kölner Norden von Langel 
nach Hitdorf und im Süden von Weiß nach 
Zündorf zu sichern. 
Stärkung des Radwegenetzes 
Der Ausbau des Radverkehrs ist ein weiterer 
zentraler Pfeiler der notwendigen Mobilitäts­
wende. Die Karte zeigt das gerade in Erarbei­
tung befndliche Konzept für Radschnellver­
bindungen, die die Kölner Innenstadt mit den 
äußeren Stadtbezirken und mit dem Umland 
verbinden sollen. 
Die Verbindungen aus der Region sowie der 
äußeren Stadt in die Innenstadt sind zu qua­
lifzieren und auszubauen. Die Karte macht 
deutlich, auf welchen Korridoren bestehende 
regionale Radwege qualifziert oder neue an­
gelegt werden sollen. Zur Attraktivierung des 
Radverkehrs sowohl im Stadtgebiet wie auch 
in der Region sind konkrete Konzepte und Pro­

225 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
gramme zu erarbeiten, aufeinander abzustim­
men und kurz­ bis mittelfristig umzusetzen. 
Dafür sind sowohl eine Hierarchisierung der 
Radwege sowie klare Ausbaustandards, wie 
beispielsweise eine ausreichende Breite, weni­
ge Querungen und hochwertige Fahrbahno­
berfächen, festzulegen. Im Zuge des Ausbaus 
werden sowohl im Straßenraum als auch in 
Grünsystemen Nutzungskonfikte auftreten, 
die es zu lösen gilt. 
Auf den bestehenden Stadtachsen sind dazu 
mehr Raum für attraktive und sichere Radver­
bindungen zu schaffen und unübersichtliche 
und unattraktive Übergangs­ und Abbiegesitu­
ationen für kreuzende Verkehre zu beseitigen, 
die heute ein schnelles und sicheres Radwege­
und Fußwegenetz verhindern. Auch entlang 
der Eisenbahntrassen gilt es zu prüfen, ob 
durch neue Über­ oder Unterführungen Um­
wege für den Rad­ und Fußverkehr verringert 
werden können. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Die Förderung des Radverkehrs als nach­
haltige und klimafreundliche Mobilität gilt
es sowohl in den Quartieren als auch ge­
samtstädtisch und regional voranzutreiben. 
Dies umfasst breite und sichere Radwege 
sowie die Entschärfung von gefährlichen Si­
tuationen. Der Ausbau von Fahrradstraßen 
und die Etablierung von Sharing­Systemen 
sind zu forcieren. 
Umbau des Straßennetzes 
Eine Anpassung des Straßennetzes zugunsten 
des ÖPNV, des Rad­ und Fußverkehrs sowie 
des öffentlichen Raums mit Aufenthaltsquali­
tät bedingt eine Reduktion des Verkehrsraums 
für den MIV (siehe auch ÖPNV und Radver­
kehr sowie Zielkarte „Wohnen“). Daher sind 
Fahrspuren für den MIV sowie Flächen für den 
ruhenden Verkehr zu reduzieren. Die strategi­
schen Empfehlungen adressieren verschiede­
ne Ansätze für den notwendigen Umbau des 
Straßennetzes. 
Die Innenstadt von Köln ist besonders hoch 
durch den MIV belastet. Neben dem Umbau 
der gekennzeichneten Straßen zugunsten von 
mehr Räumen mit Aufenthaltsqualität und 
mehr Flächen für den Umweltverbund sind 
besonders im Bereich der Innenstadt Maß­
nahmen zur erheblichen Minderung des MIV 
voranzutreiben. Ziel ist es, die Attraktivität des 
Umstiegs auf den ÖPNV oder das Fahrrad zu 
erhöhen. Neben der Reduktion von Fahrspuren

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
226 
und dem Einsatz von Verkehrsleitsystemen 
sind auch der Rückbau von Verkehrsfächen in 
Kreuzungsbereichen und die Reduzierung und 
Verteuerung des Parkraums effektive Maßnah­
men für einen menschengerechteren Straßen­
raum. Bei der Umgestaltung sind die Belange 
von Wirtschaftsverkehren (Lieferverkehre, 
Ladezonen) zu berücksichtigen. 
Im Zuge einer Reorganisation des Kfz­Verkehrs 
ist auch der Umbau von tief in die Stadt hin­
einragenden Autobahnzubringern und anbau­
freien Straßen zu prüfen. Diese könnten per­
spektivisch zu leistungsfähigen Stadtstraßen 
transformiert werden. Ziel ist es, die bestehen­
de Trennwirkung aufzuheben und so die gro­
ßen Potenziale für die Siedlungsentwicklung 
zu nutzen (siehe Zielkarte „Wohnen“). Diese 
Empfehlung ist unter einem langfristigen Zeit­
horizont zu betrachten. 
Das Projekt Rheinspange zwischen den Auto­
bahnen A59 und der A555 hat das Potenzial, 
das Verkehrssystem der Stadt Köln markant 
von Transitströmen zu entlasten und damit 
auch zu einer Neuordnung der Stadtachsen 
beizutragen. Im Sinne der Verkehrswende 
sind nicht nur für den Autoverkehr, sondern 
auch für die Stadtbahn und den Rad­ und 
Fußverkehr Rheinquerungen in diesem Bereich 
zu ermöglichen, unabhängig davon, ob dies 
durch mehrere Brücken oder eine multimoda­
le Brücke realisiert wird. 
Um Stadtteile, Quartiere und Zentren von 
Durchfahrtsverkehren zu entlasten, ist der 
Aus­ und Neubau von Umgehungs­ und Ver­
bindungsstraßen weiterhin notwendig. In der 
Zielkarte sind daher strategische Ausbauten 
des Straßennetzes markiert – wie beispielswei­
se der Blumenbergsweg im Kölner Norden im 
Bezirk Chorweiler. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig:

227 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
– Die Reduktion des MIV sowie der Umbau
des Straßensystems erfordern weitere Maß­
nahmen, die auf der Karte nicht dargestellt
werden können. Dazu zählen beispielswei­
se die Organisation des MIV mit digitalen
Verkehrsleitsystemen sowie der Ausbau
und die Förderung von Sharing­Systemen.
Ebenso sind aber auch Maßnahmen wie der
Rückbau von Parkplätzen sowie die Förde­
rung autoarmer Siedlungsformen zu ent­
wickeln, um insbesondere die innere Stadt
und die Innenstadt vom MIV zu entlasten.
– Bei weiteren Ausbauten des Straßennetzes
ist zu vermeiden, dass zusätzliche Anreize
für die Nutzung des MIV geschaffen wer­
den. Für die zukünftige Entwicklung des
Straßennetzes sind zunächst Maßnahmen
der Verkehrsvermeidung und ­lenkung zu
prüfen, bevor neue Kapazitäten geschaffen
werden.

GRUNDLAGEN STRATEGISCHE EMPFEHLUNGEN 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 06/2020 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Zielkarte Grün und Klima:  
Sicherung und Qualifizierung der Grün­
systeme und Vorsorge für den Klimawandel 
228

229

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
230 
   
   
  
  
  
 
Grün und Klima:  
Sicherung und Qualifizierung der Grünsysteme 
und Vorsorge für den Klimawandel 
Die Zielkarte „Grün und Klima: Sicherung und 
Qualifzierung der Grünsysteme und Vorsor­
ge für den Klimawandel“ defniert ihre Ziele 
aus den vorhandenen und prognostizierten 
Umweltbelastungen, dem bestehenden 
Grünsystem und dessen Entwicklungs­ und 
Ausbaupotenzial. Gleichzeitig betreffen sie 
den Klimawandel und die Klimaanpassung, 
die Grünvernetzung, den Aus­ und Umbau des 
Verkehrssystems sowie die Siedlungsentwick­
lung. Die strategischen Empfehlungen dieser 
Zielkarte basieren im Wesentlichen auf fol­
genden Ansätzen der räumlichen Entwicklung 
(siehe S. 174 ff., die Ziffern verweisen auf die 
jeweiligen Ansätze): 
(5) Ausbau des Umweltverbunds und
Reduzierung des MIV
(6) Stärkung des Rheinraums
(1 1) Komplettierung der grünen Strukturen
(12) Zusammendenken von Freiraum und
Siedlungsrändern
(13) Verbesserung des Mikroklimas
Die strategischen Empfehlungen zielen im We­
sentlichen auf die funktionale und räumliche 
Erweiterung des Grün­ und Freiraumsystems, 
auf Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur 
Reduktion von Luft­ und Lärmemissionen und 
werden in der Folge näher erläutert. Dazu wer­
den auch Aspekte und Aufgaben benannt, die 
nicht als Karteninhalt dargestellt oder räum­
lich verortet werden können. 
Weiterentwicklung der Grüngürtel  
und des Grünsystems 
Die zahlreichen Funktionen des einzigartigen 
Kölner Grünsystems werden angesichts stei­
gender Bevölkerungszahlen und der Auswir­
kungen des Klimawandels zukünftig immer 
wichtiger, geraten aber auch zunehmend 
unter Druck. 
Neben dem Aus­ und Neubau von Freirauman­
geboten und ­verbindungen sind programma­
tische Qualifzierungen der bestehenden Frei­
und Grünräume notwendig. Dies ist neben 
kleinräumigen Maßnahmen im gesamten 
Stadtgebiet vor allem im Äußeren Grüngür­
tel der Fall. Die Karte zeigt die Abschnitte im 
Norden und Osten der Stadt, die einer pro­
grammatischen Qualifzierung bedürfen. Hier 
müssen die Funktionen im Sinne einer Mehr­
fachnutzung ausgebaut und weiterentwickelt 
werden. Dabei sind neben der Vervollständi­
gung der Grünsysteme auch Schutz­, Erho­
lungs­, Sport­ und Freizeitbedarfe gleichwertig 
zu betrachten und in Einklang zu bringen.

231 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
 
 
Die Weiterentwicklung der Grüngürtel als 
zentraler Bausteine des Kölner Freiraumsys­
tems ist in Zukunft von großer Bedeutung. Die 
Karte zeigt auf, wo und wie die Grüngürtel ge­
schlossen und miteinander verbunden werden: 
– Mit der Entwicklung der Parkstadt Süd wird
der Innere Grüngürtel linksrheinisch ge­
schlossen. Rechtsrheinisch bedarf die Ufer­
promenade einer weiteren Qualifzierung.
Grüne Trittsteine in Deutz vervollständigen
das innere System.
– Der Äußere Grüngürtel weist insbesondere
im Norden auf beiden Rheinseiten Lücken
auf, die es zu schließen und zu qualifzieren
gilt. Rechtsrheinisch ist zudem ein durch­
gängiges Wegenetz zu entwickeln.
Grünverbindungen nach innen und außen 
Um das Grünsystem insgesamt zu vervoll­
ständigen und jedem Quartier Zugang zu 
Grünräumen zu ermöglichen, sind zusätzliche 
Freiraumverbindungen zwischen dem Äuße­
ren und dem Inneren Grüngürtel herzustellen. 
Die Karte defniert die Verknüpfungen, die – 
zusätzlich zur Schließung der Grünringe – aus 
heutiger Sicht besonders bedeutsam sind, 
beispielsweise den Vorgebirgspark in Verbin­
dung mit der Parkstadt Süd oder den Bürger­
park Nord. 
Durch die Regionale 2010 wurden die regio­
nalen Grünzüge geplant und mit dem Kölner 
Grünsystem verbunden. Diese Verbindungen 
zum Regio­Grün sind weiter zu stärken und 
zu programmieren, um sie als Frei­ und Erho­
lungsraum für die Stadtbevölkerung zu etab­
lieren und besser zu nutzen. 
Zusammendenken der grünen Infrastruktur 
und der Siedlungsentwicklung 
An vielen Stellen sind die Ränder des Grünsys­
tems nicht ausreichend defniert und „fran­
sen“ aus. Dies führt einerseits zu unklaren 
Übergängen zwischen Siedlung und Freiraum, 
andererseits zu einer Reduzierung der Frei­
raumwirkung. Die Karte zeigt auf, in welchen 
Räumen eine integrierte Entwicklung von 
Siedlung und Freiraum und die Ausgestaltung 
von Siedlungsrändern besonders wichtig sind. 
Darüber hinaus sind sowohl die Siedlungsrän­
der zum Äußeren Grüngürtel als auch zu den 
umgebenen Landschaftsräumen markiert, 
denen besondere Aufmerksamkeit zu widmen 
ist. 
Während es bei den Siedlungsrändern zum 
Äußeren Grüngürtel vor allem um gestal­
terische Maßnahmen des Übergangs geht, 
können bei den Siedlungsrändern zum Land­
schaftsraum begrenzte Siedlungsentwick­

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
232 
 
 
 
 
lungen ermöglicht und Konfikte zwischen 
Siedlungs­ und Landschaftsentwicklung gelöst 
werden. Der Erhalt und Schutz von wertvollen 
Landschafts­ und Landwirtschaftsräumen ist 
insbesondere unter ökologischen und klima­
tischen Gesichtspunkten prioritär zu berück­
sichtigen. Die aufgrund ihrer besonderen 
Klima­, Boden­ oder Grünvernetzungsfunktion 
betroffenen Optionsfächen der Regionalplan­
überarbeitung sind entsprechend markiert. 
Sicherung und Multicodierung städtischer  
Wald­ und Landwirtschaftsfächen und 
Schutz der Artenvielfalt 
Die regionalbedeutsamen Waldgebiete sind 
wichtige Elemente des Kölner Freiraum­ und 
Ökosystems. Sie sind nicht nur langfristig zu 
sichern, sondern im Spannungsfeld von Natur­
schutz, Erholungsfunktion und Holzproduk­
tion sowie im Rahmen ihrer Schutzstandards 
differenziert weiterzuentwickeln. Dabei sind 
auch mögliche Auswirkungen der Klimaerwär­
mung auf den Baumbestand frühzeitig mit 
einzubeziehen. Nutzungskonfikte sind mit 
integrierten Konzepten oder auch Vorrangge­
bieten zu lösen. 
Die besonders fruchtbaren Böden innerhalb 
des Stadtgebiets sollen der landwirtschaftli­
chen Produktion vorbehalten werden. Neben 
dem Schutz der in der Karte markierten Ge­
biete steht hier vor allem auch die Weiterent­
wicklung der Landwirtschaft hin zu nachhal­
tigen Produktionsformen im Vordergrund. 
Köln kann so einen Beitrag für eine regionale 
Lebensmittelversorgung leisten und eine 
Vorbildfunktion in der Region einnehmen. Im 
Zuge der Weiterentwicklung ist zu prüfen, 
ob eine Vereinbarkeit von nachhaltiger Land­
wirtschaft und ergänzenden Funktionen, zum 
Beispiel Erholung, Fahrradverkehr sowie Klima­
und Artenschutz, möglich ist. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Die Förderung der urbanen Landwirtschaft
sowie urbaner Biotope fndet zu großen Tei­
len in den Quartieren statt und ist hier nicht
darstellbar. Über das gesamte Stadtgebiet
sind sowohl temporäre als auch dauerhafte
Flächen für diese Funktionen zu sichern und
auszubauen.
– Die angestrebte Mehrfachnutzung von
Freiräumen gilt in Flora­Fauna­Habitat­
Gebieten und in Naturschutzgebieten
ausdrücklich nicht. Darüber hinaus sind alle
Schutzgebiete von Natur und Landschaft
zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume

233 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
sowie der Artenvielfalt zu sichern und wei­
terzuentwickeln. Gemäß Landschaftsplan 
handelt es sich dabei um Naturschutzgebie­
te, Landschaftsschutzgebiete, geschützte 
Landschaftsbestandteile und Gebiete mit 
höchster Schutzgüte (Natura 2000/FFH­
Gebiete). Viele bedrohte Tierarten haben in 
diesen Gebieten ihren Lebensraum. Zudem 
sind viele dieser Arten dadurch gekenn­
zeichnet, dass sie eine hohe Störempfnd­
lichkeit gegenüber menschlichen Einfüssen 
aufweisen können und ihr Lebensraum 
daher besonders zu schützen ist. Die Förde­
rung und Sicherstellung der Biodiversität ist 
einer der wichtigsten Faktoren eines funk­
tionierenden Ökosystems, welches es auch 
räumlich zu erhalten gilt. 
– Im gesamten Stadtgebiet sind nicht nur
bestehende Schutzgebiete, sondern auch
weitere ökologisch wertvolle Flächen – wie
Trittsteinbiotope, Pufferzonen und Gebiete
mit Vernetzungsfunktionen – als bedeutsa­
me Elemente zum Erhalt der Biodiversität
im Stadtraum zu behandeln, zu sichern und
gegebenenfalls neu auszuweisen.
Umsetzung von Maßnahmen zur  
Klimaanpassung im Stadtgebiet 
Alle bisherigen Empfehlungen zielen auch da­
rauf ab, den Beitrag des Grünsystems für eine 
Anpassung an den Klimawandel als Frischluft­
schneisen, Kaltluftleiter sowie Versickerungs­
räume für Starkregenereignisse zu stärken und 
weiterzuentwickeln. Darüber hinaus erfüllt 
dieses System auch eine Verschattungs­ und 
Verdunstungsfunktion. Innerhalb des bebau­
ten Stadtgebiets muss das Grünsystem durch 
weitere kleinteilige Maßnahmen ergänzt wer­
den. Auf der Basis der laut Prognose in Zukunft 
hoch und sehr hoch wärmebelasteten Stadt­
gebiete sind in der Karte die Flächen markiert, 
in denen Maßnahmen zur Verbesserung des 
kleinräumigen Stadtklimas umgesetzt werden 
müssen. Dies bezieht sich insbesondere auf 
die Förderung der Verdunstungskühle und 
Versickerungsfächen, die Verschattung sowie 
die Reduktion hitzeaufnehmender und ­ab­
strahlender Materialien und Oberfächen. 
Darüber hinaus sind die wichtigsten Kalt­
luftfüsse aus dem Umland dargestellt, die 
vor allem bei Siedlungsentwicklungen in der 
äußeren Stadt zwingend zu beachten sind, um 
die Kühlungsfunktion in hohem Maße für die 
Stadt zu nutzen. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig:

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
234 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
– Im Zusammenspiel mit der urbanen und
der sozialen Struktur müssen Wege ge­
funden werden, Umweltgerechtigkeit
in allen Stadtteilen herzustellen. Es gilt
zu verhindern, dass bestimmte Bevölke­
rungsgruppen beziehungsweise Stadtteile
überproportional stark von den steigenden
Belastungen durch Hitze, Lärm und Emis­
sionen betroffen sind. Gleichzeitig sollen
Grünräume für alle Bevölkerungsgruppen
zugänglich sein.
– Neben der Anpassung an erhöhte Tempera­
turen sind auch Vorkehrungen für Starkre­
genereignisse zu treffen. Die prognostizier­
te Steigerung von Anzahl und Stärke dieser
Ereignisse verlangt den Ausbau von Struk­
turen zur Versickerung, Retention sowie in
letzter Instanz zur technischen Speicherung
und Ableitung der erhöhten Abfüsse im
gesamten Stadtgebiet.
Qualifzierung der Rheinufer und 
Hochwasserschutz 
Der Rhein ist neben vielen anderen Funktio­
nen ein bedeutsamer Freiraum der Stadt, den 
es weiterhin zu qualifzieren gilt. Gleichzeitig 
steigen zukünftig die Herausforderungen im 
Umgang mit Hoch­ und Niedrigwasserereig­
nissen. 
In der Zielkarte sind diejenigen Gebiete des 
Rheins markiert, in denen Potenziale zur Auf­
wertung der Uferzonen vor allem im Sinne der 
Naherholung und Freizeitnutzung bestehen. 
Diese werden derzeit entweder stark genutzt 
oder durch den MIV in ihrer Zugänglichkeit ab­
getrennt. Neben der Verbesserung des Zugangs 
zum Rheinufer sind differenzierte Konzepte zu 
erarbeiten, die die Gestaltung der Uferbereiche, 
den Zugang zum Wasser sowie innovative und 
gestalterische Maßnahmen des Hochwasser­
schutzes bestmöglich kombinieren. 
Neben der Aufwertung der Uferbereiche ist 
dem Hochwasserschutz auch zukünftig eine 
hohe Priorität einzuräumen. Dies kann durch 
bauliche Vorkehrungen sowie den Schutz und 
den regionalen Ausbau bestehender Reten­
tions­ und Überfutungsgebiete erfolgen. 
Neben dem Hochwasserschutz sind aber auch 
Vorkehrungen für die Auswirkungen von Nied­
rigwasserständen zu treffen. 
Milderung von Lärm­ und Schadstoff­
emissionen 
Die Reduktion von Lärm­ und Schadstoffemis­
sionen ist eine weitere Voraussetzung für eine 
gesunde und lebenswerte Stadt. Ein Großteil 
der erforderlichen Maßnahmen betreffen 
einzelne Einrichtungen, private oder organi­

235 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
 
 
 
satorische Veränderungen und können daher 
nicht in der Zielkarte dargestellt werden. 
So sind die Schadstoffemissionen ohne die 
Vermeidung oder Verbesserung von Verbren­
nungsmotoren und anderer Formen fossilen 
Energieverbrauchs nicht zu reduzieren. Glei­
ches gilt für die Umstellung von emittierenden 
auf geräuscharme Antriebe, die Änderung 
des Modal­Splits zulasten von Pkws und Lkws 
und die frühzeitige Berücksichtigung entspre­
chender lärmmindernder Maßnahmen. In der 
Zielkarte sind daher nur Verkehrsachsen mit 
erhöhten Lärmemissionen in Siedlungsgebie­
ten markiert, bei denen bauliche Maßnahmen 
für den Lärmschutz zu prüfen sind. 
Folgende Aspekte und Aufgaben stehen mit 
den Karteneinträgen in Zusammenhang und 
sind bei der Erreichung der Ziele wichtig: 
– Eine effektive und einfach umzusetzende
Maßnahme zur Minderung der Lärmemissi­
onen im MIV ist die Reduktion der erlaubten
Geschwindigkeit. Hier ergeben sich auch
Synergien zu den Zielen der Verkehrswende
(siehe Zielkarte „Mobilität“).
– Die in der Zielkarte „Mobilität“ aufge­
führten Maßnahmen zur Förderung des
Umweltverbunds sind ebenfalls wichtige
Bausteine zur Reduktion des MIV und der
damit verbundenen Emissionen.
– Die Lärm­ und Schadstoffemissionen des
Flughafens Köln­Bonn sind ebenfalls zu
überprüfen. Hier besteht ein Konfikt zwi­
schen Umwelt­ und Wirtschaftsinteressen.
Insbesondere die Nachtfugerlaubnis macht
den Flughafen zum drittgrößten Fracht­
fughafen Deutschlands. Eine Begrenzung
nächtlicher Flüge würde zwar den Fluglärm
mindern, hätte aber Auswirkungen auf die
Funktion und Wirtschaftlichkeit des Flugha­
fens.
– Die Förderung der Luftreinhaltung ist eine
zentrale Aufgabe, aber räumlich nicht
darstellbar. Die nach den Grenzwertüber­
schreitungen 2019 eingerichtete erweiterte
Umweltzone ist ein wichtiger Bestandteil
zur Verbesserung der Luftqualität, greift
jedoch nicht weitreichend genug. Durch die
Umstellung von Verbrennungsmotoren auf
alternative Antriebe (Elektro­ und Brenn­
stoffzelle), den Einbau von Filtertechniken
nach neuestem technischen Standard bei
Industrie­ und Gewerbebetrieben sowie den
Umbau von Heizungsanlagen in Gebäuden
wird ein wichtiger Beitrag zur Luftreinhal­
tung geleistet. Neben möglichen Förder­
instrumenten wird diese Umstellung im Be­
reich der Fahrzeuge durch die Priorisierung
alternativer Antriebe, die Bereitstellung von
Ladeinfrastrukturen sowie die Förderung
von Carsharing unterstützt.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
236 
 
Die Stadträumliche Perspektive 
Das räumliche 
Leitbild

237 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
Warum ein räumliches Leitbild? 
Das räumliche Leitbild fasst die zentralen 
räumlichen Elemente der Stadtstrategie „Köl­
ner Perspektiven 2030+“ in einem Bild zusam­
men. Es beschreibt die zukünftige strategische 
Ausrichtung der Kölner Stadtentwicklung, 
bündelt und vereinfacht die räumlichen Aus­
sagen und zeigt Räume auf, die in den kom­
menden Jahren eine detaillierte Betrachtung 
brauchen. 
Im Gegensatz zu den Zielkarten, die sehr 
detailliert die Maßnahmen für die fünf Hand­
lungsfelder beschreiben und als planerisches 
Koordinationsinstrument wirken, dient das 
räumliche Leitbild mit seiner vereinfachten 
Darstellung der gebündelten und übergeord­
neten Kommunikation und Koordination der 
Ziele und Erkenntnisse der Stadträumlichen 
Perspektive. 
Das räumliche Leitbild benennt die wesent­
lichen planerischen Empfehlungen für die 
strukturelle und funktionale Stadtentwicklung 
(Siedlungs­, Industrie­ und Gewerbefächen, 
Freiraumstruktur und übergeordnete Ver­
kehrsinfrastruktur) und positioniert Köln im 
regionalen Zusammenhang. Mit den Zukunfts­
räumen zeigt das räumliche Leitbild zudem, 
auf welche Teilräume sich die Stadt Köln vor 
dem Hintergrund der gesamtstädtischen Ziel­
setzung prioritär konzentrieren muss.

Innenstadt weiterentwickeln 
Dichte und gemischte Siedlungsgebiete sichern und weiterentwickeln 
Größere zusammenhängende Siedlungsentwicklungen  
in der inneren Stadt 
Gemischte Siedlungsgebiete nachverdichten und  
Nutzungsmischung intensivieren 
Suburbane Siedlungsgebiete an den ÖPNV anbinden, 
angemessen mischen und verdichten 
Größere zusammenhängende Siedlungsentwicklungen  
in der äußeren Stadt 
Industriegebiete nachverdichten und qualifzieren 
Gewerbegebiete proflieren und nachverdichten 
Grüngürtel komplettieren und regionale Grünvernetzung ausbauen 
Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 06/2020 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Das räumliche 
Leitbild 
238

239

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
240 
 
 
Inhalte des räumlichen Leitbilds 
Grundlage des räumlichen Leitbilds ist eine 
Kategorisierung der Siedlungsgebiete und 
Quartiere. Es unterscheidet zwischen der 
Innenstadt, den Quartieren der inneren Stadt, 
den wenig dichten Quartieren in der äußeren 
Stadt und den Industrie­ und Gewerbegebie­
ten. In der inneren Stadt wird zudem zwischen 
den dichten und gemischten Gründerzeitquar­
tieren nahe der Innenstadt und den restlichen 
Quartieren unterschieden, da diese sehr 
unterschiedliche Charakteristiken aufweisen. 
Für jede Signatur wird eine Empfehlung aus­
gesprochen, die als übergeordnete Entwick­
lungsrichtung zu verstehen ist. Darüber hinaus 
werden die größeren zusammenhängenden 
Siedlungsentwicklungspotenziale im städti­
schen Zusammenhang und die wichtigsten 
Verkehrsadern dargestellt. Ebenso zeigt das 
räumliche Leitbild die Verortung des Grünsys­
tems im Stadtraum sowie dessen Verknüpfung 
in die Region. Im Folgenden werden die we­
sentlichen Aussagen näher erläutert. 
Innenstadt weiterentwickeln 
Die Innenstadt verdient auch in Zukunft ein 
besonderes Augenmerk, um Köln als attrak­
tive Metropole für ihre Bewohnerinnen und 
Bewohner sowie Gäste zu positionieren. Hier 
gilt es vor allem, die Nutzungsansprüche an 
den Raum weiter zu optimieren, eine Überlas­
tung der Verkehrsknoten zu verhindern und 
die Erneuerung der Siedlungsstrukturen der 
Nachkriegszeit für eine qualitätsvolle Weiter­
entwicklung des Kölner Zentrums zu nutzen. 
Dichte und gemischte Siedlungsgebiete 
sichern und weiterentwickeln 
Die dichten und urbanen Quartiere wie zum 
Beispiel Lindenthal, Südstadt, Mülheim oder 
Nippes verkörpern die besondere Kölner 
Mischung und sind für die Gesamtstadt von 
großer Bedeutung. Sie sind in ihren Qualitäten 
und Eigenheiten zu bewahren und behutsam 
weiterzuentwickeln. Insbesondere ist darauf 
zu achten, dass der Entwicklungsdruck auf 
diese Gebiete nicht weiter zunimmt. 
Gemischte Siedlungsgebiete nach­
verdichten und Nutzungsmischung 
intensivieren 
Die relativ dichten und gemischten Siedlungs­
gebiete zwischen Innerem und Äußerem 
Grüngürtel befnden sich zum Teil in einer Um­
bruchphase, in der besonders das Verhältnis 
zwischen Arbeit, Produktion und Wohnen neu 
ausgelotet werden muss. Hier ist das erklärte 
Ziel, die besondere Nutzungsmischung zu

241 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
erhalten, zu fördern und die Quartiere ange­
messen nachzuverdichten. So schafft Köln 
weitere urbane Angebote für das Wohnen und 
Arbeiten. 
Suburbane Siedlungsgebiete an den ÖPNV  
anbinden, angemessen mischen und 
verdichten 
Außerhalb des Äußeren Grüngürtels sind die 
Siedlungsgebiete durch eine größtenteils ge­
ringe bauliche Dichte und homogene, wenig 
gemischte Nutzungen gekennzeichnet. Im 
Sinne des sorgfältigen Umgangs mit der Res­
source Fläche ist eine, den gewachsenen städ­
tebaulichen Strukturen angemessene Dichte 
zu entwickeln, um damit eine wirtschaftlich 
tragfähige Anbindung an den ÖPNV zu ermög­
lichen. Ergänzend dazu sind ausreichende und 
bedarfsgerechte Angebote an sozialen, kultu­
rellen, kommerziellen und Bildungseinrichtun­
gen von Anfang an mitzudenken. 
Industriegebiete nachverdichten und 
qualifzieren 
Die gut angebundenen industriellen Flächen 
im Stadtgebiet gilt es, an ihren Standorten zu 
stärken und mittels einer Intensivierung der 
Nutzung weiterzuentwickeln. Dafür sind Lö­
sungen für eine Nachverdichtung wie für eine 
nachhaltige Logistik zu entwickeln. Die Einbin­
dung von Industriegebieten in das Stadtgefü­
ge erfordert geeignete Übergangsnutzungen 
und Pufferzonen zu sensiblen Nutzungen. 
Gewerbegebiete proflieren und 
nachverdichten 
Die zahlreichen Gewerbegebiete können 
durch eine gezielte Proflierung an Bedeutung 
gewinnen. Durch gewerbliche Nachverdich­
tungen ergeben sich somit die notwendigen 
Flächenpotenziale für die zukünftige wirt­
schaftliche Entwicklung. Zur Qualifzierung 
und Einbettung dieser Gebiete in den ge­
samtstädtischen Kontext tragen eine besse­
re ÖPNV­Erschließung, die Gestaltung des 
öffentlichen Raums und die Ergänzung durch 
kommerzielle und kulturelle Angebote bei. 
Grüngürtel komplettieren und regionale  
Grünvernetzung ausbauen 
Das innerstädtische Grünsystem ist seit jeher 
das Rückgrat der Stadt. Seine Vervollständi­
gung und Erweiterung in die Region sichert 
die bestehenden Freiraumqualitäten, unter­
stützt das städtische Mikroklima und bietet 
notwendige Flächen für Erholung, Sport, den 
Erhalt der Biodiversität und der landwirtschaft­
lichen Produktion.

Originalmaßstab 1 : 50.000 @ DIN A1 
Stand 06/2020 
 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Die Zukunftsräume 
Das räumliche Leitbild weist sieben Zukunfts­
räume aus, auf die die Stadt Köln zukünftig be­
sonderes Augenmerk legen und die räumliche 
Weiterentwicklung gezielt vorantreiben wird. 
Die Wahl der Zukunftsräume basiert auf den 
Erkenntnissen der räumlichen Analyse und den 
Ansätzen der räumlichen Entwicklung sowie 
auf den räumlich zu verortenden Handlungs­
empfehlungen. In den gewählten Zukunfts­
räumen kommen besonders viele strategisch 
bedeutsame Entwicklungen zusammen, die 
eine integrierte und räumlich zusammen­
hängende Planung erfordern, um sie im Sinne 
der gesamtstädtischen Zielsetzung zu ent­
wickeln. 
Im Rahmen der Stadtstrategie wurden sieben 
Zukunftsräume identifziert, die in der Folge 
näher beschrieben werden. 
242

243

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
244 
 
 
A: Innenstadt Köln – historischer Ort 
zwischen Dom und Innerem Grüngürtel 
Kölns Innenstadt bildet das Zentrum für 
Kultur, Handel und Tourismus der Stadt und 
ist ein wichtiger Büro­ und Dienstleistungs­
standort. Gleichzeitig existieren im Inneren 
der Stadt historisch gewachsene, dichte und 
gemischte Wohnquartiere wie die Altstadt­
Nord, die Südstadt, das Belgische Viertel oder 
das Agnesviertel. Sie sind nicht nur aufgrund 
ihrer Zentralität äußerst beliebt, sondern 
leisten auch einen wesentlichen Beitrag zu 
dem Lebensgefühl, der Lebendigkeit sowie 
für die Wirtschaft und Kaufkraft der Stadt. 
Gleichzeitig ist die Innenstadt als zentraler Ver­
kehrsknotenpunkt und aufgrund der radialen 
Stadtstruktur täglich nicht nur durch den Ziel­
und Quellverkehr, sondern auch durch Durch­
gangsverkehre stark belastet. Die Belastung 
äußert sich in Lärm­ und Schadstoffemissionen 
und beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität der 
öffentlichen Räume. Diese herausfordernde 
Gemengelage macht die Innenstadt zu einem 
wichtigen Zukunftsraum. Es gilt, ihre Vielfalt 
und Qualitäten zu erhalten, zu erneuern und 
zu stärken und weitere Belastungen, insbe­
sondere durch den motorisierten Verkehr, zu 
verhindern. 
Mit dem städtebaulichen Masterplan Innen­
stadt sind bereits Leitlinien für die Entwicklung 
und Gestaltung erarbeitet worden. Im Rahmen 
seiner geplanten Fortschreibung muss er an 
die aktuellen Rahmenbedingungen und Her­
ausforderungen angepasst werden. 
In Zukunft bedarf es weiterer Strategien, um 
den innerstädtischen Einzelhandel gegenüber 
dem Onlinehandel rentabel zu positionieren. 
Dabei spielen neben der Ertüchtigung des 
öffentlichen Raums auch Erreichbarkeit und 
Zugangsmöglichkeiten in die Innenstadt eine 
große Rolle. Auch sind die Aufenthaltsqualität 
und konsumfreie Zonen im öffentlichen Raum 
zu erhalten. Die Veedel der Innenstadt sind 
in ihren vorhandenen Qualitäten zu stärken 
und vor Entwicklungen wie Segregation oder 
extremen Mietsteigerungen zu schützen. 
Gleichzeitig stehen sie mit ihrem hohen Anteil 
an Gebäuden aus der Nachkriegszeit vor einer 
bedeutenden Sanierungswelle, die sowohl 
Chancen als auch Herausforderungen für die 
innerstädtischen Wohnquartiere bereithält. 
Öffentliche Räume und das Mikroklima müs­
sen in den dichten Stadtquartieren nachhaltig 
entwickelt werden. Durch neue Mobilitätsan­
gebote, ­konzepte und Antriebstechnologien 
(Elektro, Brennstoffzelle) können die negati­
ven Auswirkungen des motorisierten Individu­
alverkehrs (MIV) reduziert werden.

245 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
B: S­Bahn­Ring – Vervollständigung 
der Schienenverbindung und 
Weiterentwicklung der inneren Stadt 
Die bereits geplante Vervollständigung des in­
neren S­Bahn­Rings vom Hauptbahnhof über 
die Bahnhöfe West und Süd und parallel zur 
Güterstrecke über die Südbrücke ist ein Mei­
lenstein für die Weiterentwicklung des öffent­
lichen Nahverkehrs. Ein solcher S­Bahn­Ring 
bedeutet nicht nur eine schnelle Verbindung 
innerhalb der inneren links­ und rechtsrheini­
schen Stadt. Er beschleunigt – auch im Zu­
sammenhang mit den Verknüpfungspunkten 
zur Stadtbahn – den öffentlichen Nahverkehr, 
entzerrt und entlastet räumlich den Bahnkno­
ten Köln. Zudem erschließt der S­Bahn­Ring 
die beiden großen innerstädtischen Transfor­
mationsgebiete „Parkstadt Süd“ und „Deutzer 
Hafen“. 
Ein Ringschluss nach Deutz und zum Haupt­
bahnhof bietet weitere Möglichkeiten für die 
Neuorganisation des schienengebundenen 
Nahverkehrs in der Stadt. Je nach Linienfüh­
rung könnten wichtige öffentliche Einrichtun­
gen wie die Technische Hochschule Köln, Kalk­
Mitte und das Deutzer Feld besser erreicht und 
die Verbindungen sowohl in die Innenstadt als 
auch in die Region attraktiver gestaltet wer­
den. Somit trägt der S­Bahn­Ring wesentlich 
zur Verkehrswende und zur Reduktion des MIV 
in der inneren Stadt bei. 
Die Inbetriebnahme des S­Bahn­Rings und die 
besseren Verknüpfungen mit der Stadtbahn 
mobilisieren darüber hinaus neue Potenziale, 
insbesondere im rechtsrheinischen Stadtraum 
entlang der Bahnstrecke. Damit wird auch 
die Weiterentwicklung der Innenstadt sowie 
der angrenzenden Quartiere vorangetrieben. 
Vorgeschaltet ist eine integrierte Betrachtung 
des gesamten Raums sowie der Raum­ und 
Verkehrsentwicklung notwendig. 
C: Ost­West­Achse 
Die Ost­West­Achse beinhaltet die Olpener 
Straße, Kalker Hauptstraße, Deutz­Kalker  
Straße Deutzer Freiheit, Deutzer Brücke,  
Pipinstraße, Cäcilienstraße, Neumarkt,  
Hahnenstraße und Aachener Straße in Ver­
bindung mit den angrenzenden Quartieren 
und Versorgungszentren. 
Die Ost­West­Achse Kölns ist aus beiden 
Richtungen eine der wichtigsten Einfallstra­
ßen ins Stadtzentrum. Damit verbunden sind 
erhebliche Probleme von Verkehrsüberlastung 
und Umweltbelastung durch Lärm­ und Schad­
stoffemissionen. Die Achse ist gleichzeitig 
auch Trasse für die gesamte Strecke der Stadt­

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
246 
 
 
bahnlinie 1 sowie im Zentrum in Teilen für die 
Linien 7 und 9. Die Linie 1 ist in diesem Zusam­
menhang besonders stark belastet und stößt 
zu Hauptverkehrszeiten an die Grenzen ihrer 
Kapazität. Gleichzeitig befnden sich entlang 
der Ost­West­Achse zahlreiche Versorgungs­
zentren von unterschiedlicher Größe und 
Qualität, unter anderem die beiden Einkaufs­
zentren Rheincenter in Weiden und die Köln 
Arcaden in Kalk. Mit dem Rheinenergiestadi­
on in Müngersdorf und der Lanxess­Arena in 
Deutz liegen zudem die beiden größten Veran­
staltungsorte der Stadt an dieser Achse. 
Der Ausbau der Kapazitäten des ÖPNV entlang 
der Ost­West­Achse im Allgemeinen und im 
Speziellen der Stadtbahnlinie 1 durch Verlän­
gerung von Bahnsteigen und Zuggespannen 
bis hin zu einer unterirdischen Variante ist ein 
wichtiger Baustein für die Kölner Mobilitäts­
wende. In der Konsequenz entsteht dadurch 
ein enormes Potenzial für den Straßenraum: 
Die Neuorganisation des Straßenquerschnitts 
über den gesamten Straßenverlauf wird eben­
so möglich wie die Neustrukturierung des 
ÖPNV sowie des Fuß­ und Radverkehrs. Da­
rüber hinaus wird die Aufenthaltsqualität im 
öffentlichen Raum gesteigert. Bei gleichzeiti­
ger Reduzierung von MIV und dem Wandel hin 
zu emissionsfreien Antrieben kann ein erheb­
licher Beitrag zur Reduzierung der Lärm­ und 
Schadstoffemissionen geleistet werden. Durch 
Neuordnung und qualitative Aufwertung des 
öffentlichen Raums der Ost­West­Achse kön­
nen die anliegenden Versorgungszentren und 
mit ihnen die angrenzenden Siedlungsgebiete 
gestärkt und aufgewertet werden. 
D: Rechtsrheinischer Entwicklungskorridor 
Die B8 (Frankfurter Straße/Clevischer Ring) 
als eine der bestimmenden Tangentialen im 
rechtsrheinischen Stadtgebiet, die in Nord­
Süd­Richtung führenden Schienenstränge und 
der östliche Autobahnring (A3) bilden einen 
Infrastrukturkorridor, der die Region weit über 
die Stadtgrenzen Kölns hinaus zukünftig bes­
ser vernetzen kann. Seine Weiterentwicklung 
ist daher auch einer der zentralen Bausteine 
des Agglomerationskonzepts des Region 
Köln/Bonn e.V. Für die Stadt Köln bietet die 
ganzheitliche Entwicklung dieses Korridors die 
große Chance, die umliegenden Siedlungs­
und Freiraumgebiete neu zu ordnen, wichtige 
Impulse für deren Optimierung zu setzen und 
einen neuen Entwicklungspol im Osten der 
Stadt zu schaffen, der die Entwicklung des 
rechtsrheinischen Kölns insgesamt positiv 
beeinfusst.

247 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
 
Eine integrierte Entwicklung von Siedlung, Ver­
kehr und Freiraum hat das Potenzial, die beste­
henden Logistik­ und Gewerbegebiete zu prof­
lieren, zu verdichten und besser zu erschließen. 
Darüber hinaus verbessert sich die Anbindung 
und Einbettung des Flughafens mit den dort 
möglichen gewerblichen Entwicklungen. Die 
notwendigen Lückenschlüsse im Äußeren 
Grüngürtel können durch eine Qualifzierung 
der zahlreiche Frei­ und Resträume entlang des 
Korridors unterstützt und ergänzt werden. Die 
Entwicklung des Korridors trägt auch dazu bei, 
die anliegenden Zentren zu stärken und neue 
Potenziale für Wohnraum zu mobilisieren. 
Durch einen entsprechenden Ausbau des 
Bahnnetzes für den Personenverkehr besteht 
die Chance, das innerstädtische Schienennetz 
langfristig zu entlasten. 
E: Rheinraum – Uferbereiche, Brücken­
schläge und Verkehrswege auf dem Fluss 
Der Rheinraum erfüllt viele verschiedene Auf­
gaben. Er ist Identifkationsraum für die Kölne­
rinnen und Kölner, Natur­ und Erholungsraum, 
Standort für Industrie und Häfen, Barriere und 
Verkehrsraum, Flanier­ und Aufenthaltsraum, 
Frischluft­ und Kühlungsraum und Retenti­
onsraum bei Hochwasser. Die Qualität und 
das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen 
Funktionen und Aufgaben sind im Stadtgebiet 
verschieden ausgeprägt. Während beispiels­
weise der Rheinboulevard auf der Deutzer 
Seite hochwertig gestalteter Anziehungspunkt 
und Aufenthaltsort für Touristen und Einhei­
mische ist, stellt sich die Promenade in der 
Altstadt als sanierungs­ und aufwertungsbe­
dürftig dar. Die Vielzahl weiterer Potenziale 
entlang des Rheins sowie die heutigen und 
zukünftigen Herausforderungen machen den 
Rheinraum zu einem Zukunftsraum für Köln. 
Im Rahmen eines Gesamtkonzepts sollen die 
verschiedenen Begabungen des Rheinraums 
gefördert und seine Funktionen besser koor­
diniert werden. Dazu gehören die Gestaltung 
und Zugänglichkeit seiner Ufer, die Vernet­
zung der beiden Rheinseiten durch neue 
Brücken sowie die Nutzung seiner Potenziale 
als Nahverkehrsraum. Darüber hinaus sind die 
Natur­ und Landschaftsräume an seinen Ufern 
zu schützen und, wo möglich, der Stadtbevöl­
kerung als Erholungsraum besser zugänglich 
zu machen. Ein solches Konzept berücksichtigt 
auch die Funktion des Rheins als wichtigste 
Wasserstraße Europas, die zunehmende Hoch­
und Niedrigwasserproblematik sowie die 
Kaltluftzufuhr für die innere Stadt.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive 
248 
 
 
F: Kölner Norden – neuer Stadtteil Kreuzfeld 
in Verbindung mit den umliegenden 
Stadtteilen im Stadtbezirk Chorweiler 
Für den neuen Stadtteil Kreuzfeld im Kölner 
Norden hat die Stadt einen Leitbildprozess 
durchgeführt und die nötigen Vorbereitungen 
für ein Planungsverfahren eingeleitet. Die Ent­
wicklung des Stadtteils Kreuzfeld muss die He­
rausforderungen der hohen Wohnungsnach­
frage mit adäquaten Dichten und Mischungen 
ausgleichen und gleichzeitig die Auswirkungen 
des Klimawandels und die Klimaanpassung 
bewältigen. Der neue Stadtteil ist somit prä­
destiniert, Modellstadtteil für eine neue Sied­
lungsentwicklung Kölns zu werden. Durch die 
direkte S­Bahn­Verbindung in die Innenstadt 
ist eine sehr gute Voraussetzung gegeben, 
neue Verkehrsströme durch den MIV von 
vornherein zu vermeiden und die Ausnutzung 
der S­Bahn durch eine höhere Taktung auf der 
Strecke zu ermöglichen. 
Der neue Stadtteil grenzt direkt an die Groß­
wohnsiedlungen Chorweiler an und bietet die 
Chance, durch neue Nutzungsstrukturen und 
soziale Mischung den Kölner Norden und seine 
stadträumlichen Qualitäten deutlich aufzu­
werten. Der Zukunftsraum umfasst daher 
auch die benachbarten Stadtteile wie Blumen­
berg, Chorweiler und die Rheindörfer. 
G: Porzer Süden – Entwicklungen im 
südlichen Bereich des Stadtbezirks Porz 
inklusive Flughafen 
Im Porzer Süden stellen sich ähnliche Rahmen­
bedingungen für die Siedlungsentwicklung 
wie im Kölner Norden dar. Jedoch wird hier 
kein komplett neuer Stadtteil geplant, son­
dern bestehende Stadtteile und Quartiere 
werden deutlich erweitert. Eine Arrondierung 
der Siedlungen aus ihren gewachsenen Struk­
turen heraus sowie die Anbindung an den 
Landschaftsraum und die Entwicklung eigener 
urbaner Qualitäten sind hier die vorherrschen­
den Aufgaben, die den Kölner Süden als Zu­
kunftsraum qualifzieren. 
Für die Quartierserweiterungen sind die Fra­
gen, welche Dichten und Nutzungsmischun­
gen in peripheren Lagen zukünftig adäquat 
sind, wie dem Klimawandel begegnet und die 
Klimaanpassung umgesetzt werden muss, 
angemessen zu beantworten. In Zündorf und 
Langel bedarf es eines vorgeschalteten Aus­
baus der Stadtbahn, um zusätzliche Individual­
verkehre von vornherein zu begrenzen. Mit der 
S­Bahn­Linie und dem noch unterausgelaste­
ten Haltepunkt Wahn existieren bereits schie­
nengebundene Erschließungen für zusätzliche 
Siedlungspotenziale, die jedoch im Konfikt 
mit dem Schutz des Landschaftsraums stehen.

249 
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die Stadträumliche Perspektive  
Hier gilt es auszuloten, welche Möglichkeiten 
bestehen, die Erschließungsgunst zu nutzen. 
Darüber hinaus sind Kriterien zu entwickeln, 
wie die verbleibenden Agrarfächen zukünftig 
bewirtschaftet und geschützt werden, um 
einer weiteren Zersiedelung und dem Flächen­
verbrauch entgegenzuwirken und ein zusam­
menhängendes grünes Freiraumsystem zu 
sichern. 
Der Zukunftsraum des Porzer Südens schließt 
auch den Flughafen und seine städtebauliche 
Weiterentwicklung mit ein. Die Möglichkeit, 
die Erschließungsgunst des Flughafens auch 
für die Entwicklung einer AirportCity zu nut­
zen, ist zu untersuchen. Der Porzer Süden 
überschneidet sich zudem mit dem rechts­
rheinischen Entwicklungskorridor und dem 
Rheinraum und ist somit als Verkehrsraum be­
deutend. Auch die neue Autobahn­ und Stadt­
bahnquerung über den Rhein liegt in diesem 
Raum. Wasserbus und Wassertaxi können eine 
weitere Verbindung von Zündorf über den 
Rhein in die Innenstadt gewährleisten.

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
 Die weiteren Schritte 
Die weiteren 
Schritte 
250

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Die weiteren Schritte 
 
Mit den Beschreibungen der Zukunftsräume 
und i
hrer Aufgaben endet die Stadtstrategie 
„Kölner Perspektiven 2030+“. Dies mag abrupt 
erscheinen, jedoch zeigen gerade die Zu­
kunftsräume, dass die eigentliche Arbeit jetzt 
beginnt. Mit diesem Dokument als Kompass in 
der Hand gilt es nun, Empfehlungen zu schär­
fen, Entscheidungen zu treffen, Programme 
und Konzepte zu entwickeln und konkrete 
Projekte auszuarbeiten. Vor allem aber geht 
es darum, mit und an dieser Stadtstrategie 
weiterzuarbeiten, sich mit ihr – auch kritisch – 
auseinanderzusetzen und eigene Gedanken zu 
entwickeln. 
Deshalb wird in der Stadtverwaltung Köln 
ein Stadtentwicklungsteam eingerichtet, das 
dezernatsübergreifend und interdisziplinär 
diese Aufgaben diskutiert und vorantreibt. 
Das entspricht der Notwendigkeit, dass stra­
tegische Steuerung ein laufender Diskussions­
und Abwägungsprozess ist, der innerhalb der 
Stadtverwaltung fest etabliert werden muss. 
Dadurch bleibt der Kompass lebendig, seine 
Ausrichtung wird differenzierter und an kon­
kreten Umsetzungszielen messbar. 
251

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
 Danke! 
Danke! 
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 
2030+“ ist ein Gemeinschaftswerk. Das Amt 
für Stadtentwicklung und Statistik mit der 
Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung 
bedankt sich bei allen Dezernaten, Ämtern, 
Dienst­ und Stabsstellen, die an der Erarbei­
tung der Stadtstrategie mit ihren unterschied­
lichen fachlichen Beiträgen mitgewirkt haben. 
Ein besonderer Dank geht an die Arbeitsge­
meinschaft aus urbanista aus Hamburg und 
ASTOC Architects and Planners aus Köln, die 
mit Unterstützung des bureau für RAUM­
ENTWICKLUNG aus Zürich den Prozess und 
die Stadtstrategie entscheidend ausgearbeitet 
und geprägt haben. 
252

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ Danke! 
 
 
Mitwirkende 
Dezernat der Oberbürgermeisterin 
Persönliche/r Referent/in 
Referat für strategische Steuerung 
Amt der Oberbürgermeisterin 
Amt für Presse­ und Öffentlichkeitsarbeit 
Amt für Integration und Vielfalt 
Dezernat Allgemeine Verwaltung,  
Ordnung und Recht 
Stabsstelle Digitalisierung 
Amt für Gleichstellung von Frauen  
und Männern 
Bürgerämter (Bürgeramt Ehrenfeld) 
Amt für Informationsverarbeitung 
Amt für öffentliche Ordnung 
Dezernat Finanzen 
Kämmerei 
Dezernat Mobilität und Liegenschaften 
Amt für Liegenschaften, Vermessung  
und Kataster 
Bauverwaltungsamt 
Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung 
Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau 
Dezernat Bildung, Jugend und Sport 
Integrierte Jugendhilfe­ und Schul­
entwicklungsplanung 
Amt für Schulentwicklung 
Amt für Weiterbildung 
Amt für Kinder, Jugend und Familie 
Sportamt 
Dezernat Soziales, Umwelt,  
Gesundheit und Wohnen 
Sozialplanung und Sozialberichterstattung 
Koordinationsstelle Klimaschutz 
Amt für Soziales, Arbeit und Senioren 
Jobcenter 
Gesundheitsamt 
Amt für Wohnungswesen 
Umwelt­ und Verbraucherschutzamt 
Dezernat Stadtentwicklung, Planen,  
Bauen und Wirtschaft 
Wohnungsbauleitstelle 
Amt für Wirtschaftsförderung 
Stadtbau im Quartier/Domumgebung 
Amt für Stadtentwicklung und Statistik 
Stadtplanungsamt 
Amt für Landschaftspfege und Grünfächen 
Dezernat Kunst und Kultur 
Planungsreferat 
Kulturamt 
Stadtbibliothek 
Historisches Archiv 
253

mit Unterstützung von: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
Projektverantwortung 
Brigitte Scholz 
Leiterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik 
Kernteam Stadtstrategie 
Thilo Bosse 
Friederike Christian 
Stephanie Dormann 
Inga Hoffmann 
Dr. Birgit Gunia-Henneken 
Sabine Pawlowski 
Birte Rötzmeier 
Leander Schulte 
Nina Kristin Sieberns 
Inhalt und Basisgestaltung 
ARGE „Kölner Perspektiven 2030+“ 
urbanista 
Astrid Großmann 
Birte Kepp 
Björge Köhler 
Sven Kohlschmidt 
Tristan Lannuzel 
Sven Lohmeyer 
Dr. Julian Petrin 
ASTOC Architects and Planners 
Prof. Markus Neppl 
Britta Schümmer 
Darleen Ertelt 
Jörg Schatzmann 
urbanista.ch/bureau für RAUMENTWICKLUNG 
Dr. Markus Nollert 
254

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
  
Kontakt 
Amt f
ür Stadtentwicklung und Statistik 
Stadthaus Deutz – Westgebäude 
Willy­Brandt­Platz 2 
50679 Köln 
Stephanie Dormann 
Stabsstelle Strategie Stadtentwicklung 
Telefon: 0221 / 221­24673 
koelnerperspektiven2030@stadt­koeln.de 
www.stadt­koeln.de/koelnerperspektiven2030 
255

Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“  Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ 
 
 
Die Oberbürgermeisterin 
Amt für Stadtentwicklung und Statistik 
Amt für Presse­ und Öffentlichkeitsarbeit 
Satz 
rheinsatz, Köln 
Druck 
Heider Druck, Bergisch Gladbach 
13­US/15/2.000/08.2020 
Gedruckt auf Recyclingpapier aus 100 % Altpapier 
256

Beratungsverlauf (1)

03.09.2020 Stadtentwicklungsausschuss
TOP 17.12 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (19)

  • Äußere Kanalstraße
  • Frankfurter Straße
  • Olpener Straße
  • Aachener Straße
  • Kalker Hauptstraße
  • Pipinstraße
  • Cäcilienstraße
  • Kölner Weg
  • Deutzer Brücke
  • Barbarossaplatz
  • Blumenbergsweg
  • Innere Kanalstraße
  • Deutzer Freiheit
  • Clevischer Ring
  • Bonner Straße
  • Hahnenstraße
  • Markt
  • Neumarkt
  • Südbrücke

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
1923/2020
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
19.08.2020
Erstellt
25.06.2020 07:43