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V/0125/2023

Abschlussbericht zum Verkehrsversuch „LeezenLOOP münster“

Vorlagen 23.02.2023

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Nächste Beratung: Ausschuss für Verkehr und Mobilität, Sitzung am 03.05.2023, TOP 6.3

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

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V/0125/2023 
V/0125/2023 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Abschlussbericht zum Verkehrsversuch „LeezenLOOP münster“ 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   25.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 
   03.05.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Bericht 
 
 
Bericht: 
 
I. Zielsetzung des Projektes  
Im Projekt Leezen -LOOPmünster haben  die Stadtverwaltung und die Stadtwerke Münster vom 
1. August bis zum 25. September 2022 ausprobiert, ob und wie sich Fahrradrikschas in das Nahver-
kehrsangebot in Münster integrieren lassen.  
 
Insbesondere im Rahmen der Überlegungen zu einem stärker hierarchisch aufgebauten Busnetz (vgl. 
V/0003/2023) mit gestr eckten Hochleistungsachsen, Ergänzungslinien und On -Demand-Systemen 
kann ein auf Rikschas basierendes LOOPmünster ein Puzzleteil dafür sein, wie sich ein On-Demand-
Projekt in der Innenstadt „nahmobil“ realisieren lässt, das nicht auf Kraftfahrzeuge setzt und so einen 
Beitrag zum Zukunftsziel „Münsters Innenstadt autoarm und erreichbar“ leistet. Insbesondere in der 
Innenstadt kann ein solches System die Erreichbarkeit sicherstellen, wenn die Straßen aufgrund von 
Veranstaltungen für den Kfz- und Busverkehr gesperrt sind. Dies ist an ca. 90 Tagen im Jahr der Fall, 
insbesondere während der Adventszeit, aber auch während des Stadtfestes, Demonstrationen und 
weiteren Events.   
 
II. Projektdurchführung 
Die Idee für Leezen-LOOPmünster haben die Stadtwerke gemeinsam mit dem münsterschen Unter-
nehmen Leezen Heroes entwickelt und für die weitere Planung das Amt für Mobilität und Tiefbau so-
wie die Stabsstelle Smart City eingebunden. Grundidee war es, ein mit LOOPmünster vergleichbares 
On-Demand-System in der Innenstadt einzusetzen. Dabei sollte jedoch auf den Einsatz von Kfz ver-
zichtet und stattdessen auf Fahrradrikschas zur Personenbeförderung gesetzt werden. Diese können 
in der Innenstadt ihre Vorteile ausspielen und beispielsweise unechte Einbahnstraßen in beiden Rich-
tungen nutzen, über die Promenade fahren oder Ziele in der Innenstadt erreichen, wenn die Straßen 
aufgrund von Veranstaltungen für Kfz und Busse gesperrt sind.  
 
Dafür wurde ein Bediengebiet definiert, das im Wesentlichen die Fläche innerhalb des Promenaden-
rings, die nördliche Aasee-Spitze, den Hauptbahnhof und den Hafen umfasste. Von Montag bis Sonn-
tag wurden jeweils in der Zeit zwischen 7 und 21 Uhr zwei Rikschas eingesetzt. Die Buchung erfolgte 
Dezernat III/Smart City  
 
 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Herr Dr. Wolf 
Telefon: 492-7074 
w olf@stadt-muenster.de

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V/0125/2023 
ausschließlich App-basiert, Vor aussetzung für die Nutzung der Rikscha war ein gültiges ÖPNV -
Ticket, zum Beispiel ein Abo, ein digital erworbenes Einzelticket, Semesterticket oder das 9 -Euro-
Ticket.  
 
Eingesetzt wurden nahezu durchgehend zwei Rikschas, die speziell für das Angebot gebran det und 
damit erkennbar waren. Jede Rikscha konnte zwei Fahrgäste befördern. Die Mitnahme von Gepäck-
stücken und klappbaren Rollstühlen war teilweise möglich.  
 
Fahrgäste, die das System nutzen wollten, konnten dies über die bestehende App „LOOPmünster“ 
tun. Dort ist eine kostenlose Registrierung notwendig, danach konnte eine Rikscha spontan oder auf 
Termin gebucht werden. Dafür war die Angabe von Start- und Zielpunkt innerhalb des Bediengebiets 
notwendig. Über das Hintergrundsystem hat die Software die Fahr twege der Rikschas automatisch 
festgelegt, auch ein Ridepooling war möglich. Die Bedienung und Durchführung entsprach damit der 
von LOOPmünster – mit Ausnahme der Verwendung von Rikschas statt Kfz.  
 
Das Bediengebiet umfasste eine Fläche von 2 km², darin b efanden sich ca. 80 Ein- und Ausstiegs-
punkte. Es wurde am Hauptbahnhof von allen Bus - und Regionalbahnlinien durchfahren, in der In-
nenstadt (Domplatz) von neun Buslinien, an den Rändern von zwei (Neubrückentor, Kreuzschanze) 
bis drei (Hafen, Aasee) Linien. Parallelfahrten zu bestehenden Buslinien waren softwareseitig ausge-
schlossen, die App verwies in solchen Fällen auf die Busverbindung. Nach Rücksprache mit der Be-
zirksregierung war eine Genehmigung nicht notwendig. 
 
Umgesetzt wurde das Projekt bewusst als „Reallabor“-Versuch – Leezen-LOOPmünster war bundes-
weit das erste Projekt, das Rikschas in ein Nahverkehrssystem integriert hat.  Eine rein modellhafte 
Simulation des Angebots war aufgrund mangelnder Erfahrungen nicht sinnvoll  und hätte beispiels-
weise keine Ergebnisse im Hinblick auf das notwendige Nutzerfeedback und erforderliche Software-
anpassungen liefern können. Der Zeitraum August/September 2022 wurde bewusst ausgewählt, weil 
damit die Nutzung unter „Normalbedingungen“ sowie unter der Bedingung von veranstaltungsbeding-
te Straßensperrungen ( Stadtfest „Münster mittendrin“ sowie Münster Marathon) getestet werden 
konnte.  
 
Während der Projektzeit wurde das Angebot laufend beobachtet und erkannte Verbesserungspotenti-
ale kurzfristig umgesetzt. Dazu zählen unt er anderem Änderungen an der Parallelfahrten-Funktion, 
die zu Beginn aufgrund des dichten Busnetzes in der Innenstadt zu viele Fahrten unterbunden hat, 
sowie eine Anpassung des Bediengebiets. Durch eine Vergrößerung des Einzugsbereichs wurden 
auch Buchungen unter anderem aus den dicht besiedelten Randgebieten des Kreuzviertels möglich, 
ohne zusätzliche Haltepunkte einrichten zu müssen.  
 
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf ca. 50.000 Euro. Ein Antrag auf Finanzierung aus dem 
Teilraumkonto des Zweck verbands Mobilität Münsterland (ZVM), über das neue Mobilitätsprojekte 
gefördert werden können, ist erfolgt und wird voraussichtlich im Frühjahr 2023 beschieden. 
 
III. Auswertung 
Im achtwöchigen Projektzeitraum wurden 1.779 Fahrgäste befördert. Die durchschnittliche Reisezeit 
lag dabei bei 7:54 Minuten, die Poolingquote bei rund fünf Prozent. Dreh- und Angelpunkt der Fahrten 
war der Hauptbahnhof, von dem viele Fahrten starteten. Die zehn meistgebuchten Verbindungen gin-
gen von diesem Punkt aus und füh rten Richtung Innenstadt und Aasee. Stark nachgefragte Ziele la-
gen neben dem Hauptbahnhof und der Innenstadt außerdem am Aasee, am Schloss und am Hafen.  
 
Bezüglich der Auslastung an den unterschiedlichen Wochentagen fällt auf, dass Leezen -
LOOPmünster die höchste Nachfrage an Samstagen aufwies. Insbesondere während des Stadtfests 
wurde mit 67 Fahrgästen die absolut höchste Tagesnachfrage erzielt. Die niedrigsten Werte lagen bei 
knapp über zehn Fahrgästen an einzelnen Werktagen.   
 
Die Verfügbarkeit lag bei über 97 Prozent, so dass jederzeit eine Rikscha verfügbar war, es kam zu 
keinerlei Kapazitätsengpässen.

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IV. Fazit 
Stadt und Stadtwerke betrachten den Versuch als gelungen. Er hat gezeigt, dass ein solches System 
grundsätzlich operativ umsetzbar ist und R ikschas als Teil des Nahverkehrs das Potential haben, 
Erschließungsdefizite in ausgewählten Bereichen zu lösen. Insoweit bilden sie ein zusätzliches Werk-
zeug, um den Nahverkehr in Münster neu zu denken. Die Nutzer-Rückmeldungen waren sehr positiv, 
mit 4,8 von 5 Sternen lagen sie sogar noch über denen von LOOPmünster (4,7 von 5). Auch haben 
Stadt und Stadtwerke ein hohes öffentliches Interesse registriert, etwa durch Medienberichterstattung, 
Online-Reaktionen sowie Nachfragen von Passanten an die Rikscha -Fahrerinnen und -Fahrer wäh-
rend deren Wartezeiten.  
 
Gleichwohl braucht es mehr Zeit als nur acht Wochen, um ein solches System zu etablieren und zu-
sätzliche Fahrgastpotentiale zu erschließen, vor allem auch an Wochentagen. Die hohe Linien - und 
Taktdichte im Innenstadtbereich wirkte hierbei sicherlich als Hemmnis, eine Rikscha zu bestellen. Die 
Stärke des Systems zeigte sich am Stadtfest -Wochenende mit über 150 Fahrgästen, als die Innen-
stadt nicht per Bus erreichbar war. Ein effektives Pooling war – auch aufgrund der Beschränkung auf 
zwei Sitzplätze pro Fahrzeug – so nur selten möglich. Da Leezen -LOOPmünster nicht als Massen-
transportmittel angelegt war, war dies jedoch zu erwarten. Es kann vielmehr eine wichtige Stütze 
sein, bei Innenstadtsperrungen oder der Reduzierung von Buslinien aus der zentralen Innenstadt im 
Rahmen der Neukonzeptionierung des Liniennetzes, unter anderem auch mobilitätseingeschränkten 
Personen einen Zugang in die zentrale Innenstadt zu schaffen. 
 
Kostenseitig lassen sich durch ein gezielte res Kapazitätsmanagement Einsparungen erzielen, ohne 
die hohe Verfügbarkeit signifikant zu schwächen , beispielsweise durch die Fokussierung auf fre-
quenzstarke Tage bzw. Tageszeiten. Zudem kann darüber nachgedacht werden, Kombinationen mit 
Transportaufträgen, etwa Pakete oder anderen Waren, zuzulassen und somit die Auslastung zu stei-
gern bzw. die Kosten pro Fahrgastfahrt zu senken.  
 
Abschließend wurde zugleich deutlich, dass ein flexibles On -Demand-Verkehrssystem wie LOOP-
münster – unabhängig des eingesetzten Fahrzeugs bzw. Verkehrsmittels – seine Stärken weniger im 
Innenstadtgebiet, sondern im Verkehr innerhalb und zwischen Außenstadtteilen ausschöpfen kann. 
 
 
 
 
 
 
i.V. 
 
gez. Robin Denstorff 
Stadtbaurat

Beratungsverlauf (2)

25.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
03.05.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität
TOP 6.3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Promenade

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0125/2023
Typ
Vorlagen
Datum
23.02.2023
Erstellt
23.02.2023 12:23