2378/2019
Bedarfsfeststellungsbeschluss für die Durchführung dringender Restaurierungsmaßnahmen an dem Kunstwerk "Humiliatio" von Brice Marden
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Anlage 2 Budgetplan "Humiliatio" von Brice Marden
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KOSTEN Einzelposizionen Gesamtsumme Euro Euro 1. Restaurierungskosten Restaurierung 156.400,00 MwSt 19% 29.716,00 Gesamt Σ: 186.116,00 2. Zusätzliche Kosten (inkl. MwSt) Material 1.000,00 Rücktransport 8.000,00 Reisekosten 7.200,00 Gesamt Σ: 16.200,00 Gesamtsumme 202.316,00 Gesamtsumme gerundet Σ: 202.300,00 FINANZIERUNG Einzelposizionen Gesamtsumme Euro Euro 1. Eigenmittel Museum Ludwig 35.400,00 Gesamt Σ: 35.400,00 2. Gesicherte Drittmittel International Society 44.700,00 Land NRW 49.500,00 Gesamt Σ: 94.200,00 3. Beantragte Drittmittel Kulturstiftung der Länder37.000,00 Rudolf-August Oetker-Stiftung35.700,00 Gesamt Σ: 72.700,00 Gesamtsumme gerundet Σ: 202.300,00 Kosten- und Finanzierungsplan Restaurierung "Humiliatio" Brice Marden
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 2378/2019 Freigabedatum 02.09.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Bedarfsfeststellungsbeschluss für die Durchführung dringender Restaurierungsmaßnahmen an dem Kunstwerk "Humiliatio" von Brice Marden Beschlussorgan Ausschuss Kunst und Kultur Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss Kunst und Kultur stellt den Bedarf zur Durchführung dringender Restaurierungsmaß- nahmen an dem Kunstwerk „Humiliatio“ von Brice Marden fest und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahme. Gleichzeitig bedankt sich der Ausschuss Kunst und Kultur bei den Drittmittelgebern für die finanzielle Unterstützung des Restaurierungsprojektes. Ausschuss Kunst und Kultur 17.09.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 202.300 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 166.900 € 83 % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung: Ausgangslage Das Museum Ludwig beabsichtigt, dass Kunstwerk „Humiliatio“ von Brice Marden durch eine externe Restauratorin restaurieren zu lassen. Aufgrund der Höhe der Kosten für die Restaurierungsmaßnah- me bedarf es hierzu vor Vergabe des Auftrages eines Bedarfsfeststellungsbeschlusses. Künstler und Werk Das in 1978 entstandene Gemälde „Humiliatio“ von Brice Marden, Jahrgang 1938, ist ein ausgespro- chenes Highlight in der Sammlung des Museum Ludwigs. Es stellt ein herausragendes Beispiel für Brice Mardens abstraktes Arbeiten der sechziger und siebziger Jahre dar. Das Werk „Humiliatio“ ist, wie viele Gemälde mit monochromen Farbflächen, hochanfällig für Schä- den, die schon durch leichte Berührungen entstehen. Gerade die großformatigen, monochromen Bil- der sind attraktiv, um von Besuchern berührt zu werden. Zudem ist das monochrome Gemälde von Brice Marden auf Grund seiner Maltechnik – das Gemälde ist in Enkaustik gearbeitet – nochmal emp- findlicher, was Berührungen und sein Handling angehen. Bereits 1992 hat Brice Marden das Bild als nicht mehr ausstellbar deklariert. Es wurde seit 2000 nicht mehr im Museum ausgestellt. Aus Sicht der Museumleitung sowie wissenschaftlicher und restauratorischer Expertise ist eine Auto- risierung des Gemäldes nach der Restaurierung durch den Künstler zwingend erforderlich. Das hohe Lebensalter des Künstlers macht es unerlässlich, die Restaurierung in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler noch zu seinen Lebzeiten durchzuführen. 3 Restaurierung des Gemäldes „Humiliatio“ Die Restaurierung des Gemäldes „Humiliatio“ von Brice Marden zählt zu der Kategorie der an- spruchsvollsten Restaurierungsvorhaben im Bereich der Gemälderestaurierung. Die Restaurierung glatter monochromer Farbflächen, bestehend aus wachs- bzw. ölhaltiger Malschicht, erfordert wäh- rend der Maßnahmen ein höchstes Maß an Einfühlungsvermögen in die materiellen Zusammenhän- ge. Diese material- und oberflächenspezifischen Voraussetzungen, kombiniert mit dem hier vorliegenden sehr schlechten Erhaltungszustand, verlangt den Restauratoren die Fähigkeiten ab, die Möglichkeiten und Grenzen dieses Restaurierungsprojektes einzuschätzen zu können und daraus die geeigneten Maßnahmen im Hinblick auf die Restaurierung des Kunstwerkes zu ergreifen. Wichtige Vorausset- zung hierfür ist, Erfahrung mit den bereits erwähnten material- und oberflächenspezifischen Eigen- schaften der vorliegenden Gemäldeoberflächen zu haben. Die intensive Auseinandersetzung mit möglichen Vorgehensweisen in diesem Restaurierungsprojekt beschäftigt die Restauratorinnen am Museum Ludwig intensiv seit den 2000er Jahren und ließ die Kolleginnen in einen fachlichen Austausch mit internationalen Kollegen treten. Gemälderestauratoren aus verschiedenen Ländern wurden um ihre Einschätzung gebeten, die durchgängig negativ ausfiel. Um jedoch das Werk für das Museum, seine Besucherinnen und Besucher wie auch die Wissen- schaft zu retten, nahm die Museumsleitung des Museums Ludwig Kontakt zu dem Künstler auf, der sehr zurückgezogen nördlich von New York lebt. Dieser hat sich mit den Detail-Abbildungen seines beschädigten Kunstwerkes beschäftigt und sieht eine Möglichkeit, das Bild wieder ausstellungsfähig zu machen. Er schlägt eine Restaurierung durch die Restauratorin Dana Cranmer vor, die bereits mehrere seiner Gemälde erfolgreich restauriert hat. Dana Cranmer hat eine 30iährige Erfahrung mit der Begutachtung und Restaurierung von Gemälden von Brice Marden. Sie verfügt daher über einen Erfahrungsschatz auch hinsichtlich der Einschätzung der Restaurierbarkeit seiner Werke. Dana Cranmer steht mit dem Künstler in Kontakt – eine Basis für die geforderte Sensibilität bezüglich der Materialität und der Wahrung der Aussage des Werkes. Auf ausdrücklichen schriftlichen Wunsch des Künstlers sollen nunmehr die aufwändigen Konservie- rungs- und Restaurierungsarbeiten von der in New York arbeitenden Restauratorin Dana Cranmer angestrebt und vorbereitet werden. Zur Begleitung des Werkes und der Restaurierungsmaßnahmen werden Restauratorinnen des Muse- ums den gesamten Restaurierungsprozess in New York begleiten. So kann gewährleistet werden, dass nach Rückkehr des Bildes in das Museum Ludwig nahtlos an die weitere restauratorische Be- treuung des Kunstwerkes angeknüpft werden kann. Hinzu kommt der unschätzbare Wert an Wissens- transfer der mit den Kunstwerken von Brice Marden sehr vertrauten Restauratorin Dana Cranmer an die Kölner Kolleginnen. Präsentation des Gemäldes „Humiliatio“ nach Rückkehr Nach Rückkehr des Gemäldes ist beabsichtigt, das Kunstwerk wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Um zukünftig für entsprechenden Schutz zu sorgen, ist beabsichtigt, optimalere Abstands- barrieren in den Ausstellungsbereich einzuführen. Hierzu finden bereits im Ausstellungsbereich praktische Tests zur Auswahl verschiedener Absperr- systeme - von Podesten angefangen, über Klebebänder und Systemen aus Ständern mit Gummibän- dern bis hin zu akustischen Systemen – in Abstimmung mit dem Aufsichtspersonal und den Kuratoren statt. 4 Vorbereitungsarbeiten In Vorbereitung des Restaurierungsprojektes und um eine realistische Kostenschätzung für die Ge- samtmaßnahme wie auch die Beantragung von Fördergeldern zu erhalten, war es erforderlich, das Gemälde bereits vorab nach New York zu bringen. Nur vor Ort war es möglich, ein realistisches An- gebot der vom Künstler präferierten Restauratorin zu erhalten. Dank eines zeitgleichen Transportes einer Leihgabe nach New York konnte durch Kombination beider Transporte die Kosten für den Hin- transport erheblich reduziert werden. Bedarfsfeststellung und Vergabe Aufgrund der Höhe der Gesamtmaßnahme bedarf es eines Bedarfsfeststellungsbeschlusses zur Durchführung der Maßnahme. Grundsätzlich wurde bereits dem Bedarf vom Rechnungsprüfungsamt vorbehaltlich der beantragten aber noch nicht zugesagten Drittmittel zugestimmt (RPA-Nr. 141/21/27/19). Im Anschluss an diesen Beschluss erfolgt die Einleitung des Vergabeverfahrens einschließlich Ein- zelvergabe an die vom Künstler geforderte Restauration Dana Cranmer. Kosten- und Finanzierung Die Gesamtkosten der Restaurierungsmaßnahme einschließlich aller Nebenkosten belaufen sich auf insgesamt 202.300 €. Diese setzen sich zusammen zum einen aus den Restaurierungskosten in Hö- he von rd. 186.100 € sowie den Kosten für Material, Transport und Reisekosten in Höhe von rd. 16.200 € (s. beiliegende Kostenaufstellung). Die Finanzierung kann durch Eigenmittel des Museums Ludwig in Höhe von 35.400 € und durch Zu- schüsse Dritter in Höhe von insgesamt 166.900 € sichergestellt werden. Von den Drittmitteln liegen Zusagen in Höhe von insgesamt 94.200 € (Internation Society of the Mu- seum Ludwig, 44.700 € und Land NRW, 49.500 €) vor. Für den noch offenen Betrag in Höhe von 72.700 € wurden weitere Drittmittelgeber (Kulturstiftung der Länder, Rudolf-August-Oetker-Stiftung) angefragt. Gesichert werden diese durch eine Ausfallbürgschaft der Kunststiftung im Museum Lud- wig. Die Eigenmittel des Museums Ludwig stehen in entsprechender Höhe im Teilergebnisplan 0402 – Museum Ludwig, Teilplanzeile 13 – Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen, Hj. 2019, bereit.
Anlage 1 Bedarfsprüfung "Humiliatio" von Brice Marden
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14 141/2 4511 2 J M a i 2G19 05.2019 Restaurierung des Gemäldes „Humiliatio“ von Brice Marden Bedarfsprüfung vom 07.05.2019 Voraussichtliche Auftragssumme: rund 172.600 EUR netto, 205.400 EUR brutto Sehr geehrte Damen und Herren, mit Mail vom 21.05.2019 haben Sie mir Ihre Bedarfsprüfung für die Gemälderestaurierung des 1978 entstandenen Werkes „Humiliatio“ von Brice Marden zur Stellungnahme übersandt. Aufgrund des schlechten Zustandes des Gemäldes, wird es einer Präsentation der eigenen Sammlungsbestände entzogen. Eine Restaurierung für künftige Ausstellungen ist unerläss lich. Da die Restaurierung aus zeitlichen Gründen nicht mit den museumseigenen Restauratorin- nen und Restauratoren geleistet werden kann, besteht Bedarf an externen restauratorischen Maßnahmen. Vorbehaltlich der beantragten aber noch nicht zugesagten Drittmittel ist das Ergebnis Ihrer Bedarfsprüfung nachvollziehbar dargestellt (141/21/27/19). Mit freundlichen Grüßen
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2378/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 02.09.2019
- Erstellt
- 03.07.2019 11:33