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V/0199/2016

Jugendrat der Stadt Münster – Ausblick und Weiterentwicklung

Vorlagen 10.03.2016

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 20.04.2016, TOP 5

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

7390 Zeichen

V/0199/2016 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Jugendrat der Stadt Münster – Ausblick und Weiterentwicklung 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
20.04.2016 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
 
1. Die Auswertung des Verfahrens der Online-Wahl 2015 wird zu Kenntnis genommen. 
 
2. Die Wahl 2017 soll wieder als Urnenwahl durchgeführt werden. Hierzu soll die Satzung 
einschl. Wahlordnung entsprechend geändert und den politischen Gremien zur Beschluss-
fassung vorgelegt werden. 
 
3. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem Jugendrat, ein Strukturkonzept zur 
verbesserten Beteiligung des Jugendrates in den politischen Gremien zu entwickeln und 
der Politik nach der Sommerpause zur Entscheidung vorzulegen. 
 
 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Über den bisher in der Produktgruppe 0602 – Kinder- und Jugendarbeit - bereit gestellten Ansatz 
müssen keine weiteren Mittel bereitgestellt werden. 
 
 
 
 
 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0199/2016 
Auskunft erteilt: 
Herr Kentrup 
Frau Talhoff 
Ruf: 
492-5894 
492-5121 
E-Mail: 
kentrup@stadt-muenster.de  
Talhoff@stadt-muenster.de 
Datum: 
30.03.2016 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0199/2016 
Begründung: 
 
 
1. Ausgangslage 
 
Der Rat der Stadt M ünster hat am 18.06.2008 beschlossen,  dauerhaft einen Jugendrat in der Stadt 
Münster zur Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen an kommunalen Willensbildungsprozessen zu 
realisieren.  
 
Seit 2010 agiert der Jugendrat mit 30 Gremienmitgliedern mit jeweils fünf Jugendlichen je Stadtbezirk. 
Für die Dauer v on zwei Jahren wird die Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen der Stadt 
Münster mit dem Ziel gewählt, an allen kinder - und jugendrelevanten Themen, Projekten und Vorh a-
ben in der Stadtpolitik bestmöglich beteiligt zu werden (siehe V/0445/2010). Der Jugendrat wird durch 
eine ½ pädagogische Stelle des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien begleitet  
 
 
2. Auswertung der Jugendratswahl 2015 
 
Erstmalig wurde im November 2015 der fünfte Jugendrat der Stadt Münster  in einer Onl ine-Wahl 
gewählt. (V/0431/2015). Die Vorbereitung zur Umstellung des Verfahrens erfolgte unter enger Beteil i-
gung des Jugendrates. 
 
Um dieses neue Onlinewahlverfahren allen Jugendlichen bekannt zu machen, wurden folgende Ma ß-
nahmen veranlasst: 
 
Beauftragung einer Marketingfirma für Internetauftritt, Flyer, Kandidatenbriefe und Plakaten. Ebenfalls 
erfolgte Werbung für die Online -Wahl über sämtliche Kanäle  wie u.a. durch einen von den Jugendl i-
chen selbst erstellten Imagefilm, Buswerbung, Werbung in Schulen, Jugendeinrichtungen und we ite-
ren öffentlichen Einrichtungen und an Litfaßsäulen, Zeitungsartikel, Werbeanzeigen bei Facebook, 
Radiowerbung und  allgemeine Facebook-Posts. 
 
Die Schulen wurden regelmäßig mit relevanten Informat ionen versorgt, um die SchülerInnen auf die 
Online-Wahl d es Jugendrates vorzubereiten. Es wurde sichergestellt, dass alle beteiligten Schulen 
über internetfähige Computer verfügen, um allen wahlberechtigten Kindern und Jugendlichen die 
Möglichkeiten der Wahl zu bieten. Die Förder - und Hauptschulen wurden während  des viertägigen 
Wahlzeitraums mit zusätzlichen WahlhelferInnen ausgestattet. Es wurde eine Wahl-Hotline eingerich-
tet.  
 
Trotz aller Bemühungen haben von 15.063 wahlberechtigten Kindern und J ugendlichen von 12 bis 
unter 18 Jahren insgesamt nur 1.180 ihre S timme abgegeben. Dies entspricht einer Wahlbeteil igung 
von 7,8 %. Dies ist deutlich weniger als bei den letzten Wahlen.

- 3 - 
V/0199/2016 
 
Jahr Wahlberechtigte Abgegebene Stimmen Wahlbeteiligung 
2007 Jugendforum 
(bis 16 Jahren) 
9.709 6.453 60,0% 
2008 Jugendforum 
(bis u. 18 Jahren) 
14.732 8.333 56,6% 
2011 Jugendrat (Ur-
nenwahl) 
14.719 9.147 62,14% 
2013 Jugendrat (Ur-
nenwahl) 
15.108 7.337 48,6% 
2015 Jugendrat (On-
line-Wahl) 
15.063 1.180 7,8 % 
 
60
56,662,14
48,6
7,8 2007
2008
2011
2013
2015
Es zeigt sich, dass trotz intensiver professionelle r Werbeunterstützung die Wahlbeteiligung in den 
vorangegangenen Urnenwahlen deutlich höher lag. Ein Grund hierfür war unter anderem die höh ere 
Beteiligung der Schulen. In diesem Jahr war die Wahlvorbereitung und Wahldurchführung weniger mit 
den Schulen verknüpft. Aufgrund fehlender Zeitressourcen der Schulen und der beteiligten Jugendl i-
chen war die Resonanz wesentlich geringer. Ohne die Unterstützung der LehrerInnen, Schulsozialar-
beiterInnen sowie der Schülerschaft ist die Jugendratswahl nicht erfolgreich.  
 
Daher ist geplant, dass das Wahlverfahren wieder auf eine Urnenwahl umgestellt und die Sa tzung 
entsprechend geändert wird. Ebenso soll die Mitwirkung der Jugendlichen und der Schulen konzept i-
onell anders vereinbart und verbessert werden. Infolge dessen wird das Amt für Kinder, J ugendliche 
und Familien in Zusammenarbeit mit dem Amt für Bürger - und Ratsservice das Wahlverfahren inkl u-
sive Organisation und Logistik entsprechend umstellen.

- 4 - 
V/0199/2016 
Der neue Jugendrat ist im November 2015 ins Amt gewählt worden. Die k onstituierende Sitzung wur-
de Ende Januar 2016 durchgeführt. Der Vorstand und die Mitglieder für die jeweiligen Au sschüsse 
und Bezirksvertretungen sind gewählt worden.  
  
 
3. Auswertung der Jugendratsstruktur und weiteres Verfahren 
 
Der Jugendrat hat in den ve rgangenen Jahren viele Projekte erfolgreich initiiert. In den vergang enen 
Wahlperioden hat sich jedoch gezeigt, dass die Teilnahme der Jugendratsmitglieder an den Au s-
schüssen in der bisherigen Form wenig sinnvoll ist. Oftmals werden Themen behandelt, die d ie aktu-
elle Lebenswirklichkeit der jungen Menschen nicht betreffen. Die jeweiligen Ausschüsse und Gremien 
beinhalten zu wenige Themen, die Kinder und Jugendliche tangieren und sind somit wenig anspr e-
chend für die Mitglieder des Jugendrates. Zukünftig sind gegebenenfalls andere bzw. alternative Mi t-
wirkungsformen zu erproben.  
 
Mit zunehmender Wahlzeit reduzierte sich die regelmäßige Teilnahme der Jugendlichen an den Au s-
schüssen. Dies war bei der letzten Amtsperiode deutlich zu erkennen. Läuft die Amtszeit lä nger als  
zwei Jahre, sinkt die Zahl derer, die sich aktiv beteiligen. Die Gründe dafür sind vielfältig, andere Inte-
ressen, Wegzug, Zeitmangel aufgrund von Studium oder Ausbildung etc. 
 
Eine Neuausrichtung der Beteiligungsstrukturen für den Jugendrat wird daher angestrebt. Die Ne u-
konzeptionierung soll jugendgerechtere Formen annehmen und gemeinsam mit den Jugendratsmi t-
gliedern und der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII – Kinder- und Jugendarbeit erarbeitet wer-
den. Insbesondere sollen folgende Themen bearbeitet werden:  
 
 Teilnahme an den Ausschüssen und Gremien 
 Engere Verzahnung mit den Schulen 
 Altersstruktur des Jugendrates 
 Wahlperiode 
 Wahldurchführung 
 
 
4. Weiteres Verfahren 
 
Bis Mitte dieses Jahres haben sich die Mitglieder des Jugendrates einen ausreiche nden Einblick ver-
schafft, so dass in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ein jugendg e-
rechtes Verfahren der Beteiligung erarbeitet werden kann. Die Ergebnisse werden in einer gesonde r-
ten Vorlage einschließlich der Änderung der Sa tzung und der Wahlordnung nach der Sommerpause 
den politischen Gremien vorgestellt.  
 
 
I. V. 
gez. 
 
gez. 
Thomas Paal  
Stadtrat

Beratungsverlauf (1)

20.04.2016 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 5 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0199/2016
Typ
Vorlagen
Datum
10.03.2016
Erstellt
06.10.2020 14:37