2615/2020
Präsentation und mögliche Rückführung des Vishnu-Kopfes aus dem Rautenstrauch-Joest-Museum
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/VII/4 mit 4513 Vorlagen-Nummer 21.08.2020 2615/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 25.08.2020 Präsentation und mögliche Rückführung des Vishnu-Kopfes aus dem Rautenstrauch-Joest- Museum Im Rahmen der Ausstellung „Die Schatten der Dinge#1“ wird der Kopf des Vishnu aus Kambodscha im Bayon-Stil aus dem Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM Inv.-Nr. 51587) vom 11. September 2020 bis 3. Januar 2021 einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Hingewiesen wird dabei auf die Herkunfts- geschichte des Objektes, auf die aktuelle Prüfung im Hinblick auf einen Unrechtskontext und auf eine mögliche Rückführung in das Ursprungsland. Der Kopf war Teil einer Vishnu-Steinskulptur aus dem 12./13. Jahrhundert, die im Prasat Bakong in Kambodscha stand. Der Prasat Bakong ist eine von vielen Tempelanlagen, die zusammengefasst unter dem Namen „Angkor“ große Bekanntheit erlangt haben. Das Königreich der Khmer erlebte sei- ne Blüte vom 9. bis zum 13. Jahrhundert und das Zentrum war die dicht besiedelte Metropole Angkor. Hunderte von Tempeln liegen auf einer Fläche von etwa 400 km² verteilt. Seit 1992 gehören sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bis heute werden die in den Tempeln aufgestellten Skulpturen und Darstel- lungen von Gottheiten von der Bevölkerung verehrt. Intensive Forschungen seit 2017 haben ergeben, dass die Vishnu-Skulptur bereits 1939 vom Dépot de la Conservation d´Angkor als wichtiges und schützenswertes Kulturgut inventarisiert wurde. Zu- nehmende gewaltsame Auseinandersetzungen in Kambodscha ab Mitte der 1960er-Jahre führten zu Zerstörungen und intensivierten Diebstahl von Kulturgüter der weiträumigen und schwer zu schützen- den Tempelareale. So verschwanden viele Skulpturen, Reliefs und andere Kunstobjekte und gelang- ten über den asiatischen Kunstmarkt in private Sammlungen und international renommierte Museen. Als eine Drehscheibe fungiert dabei bis heute Bangkok, Thailand, wo auch der in Rede stehende Kopf 1968 von einem Schweizer Sammler erworben wurde. 1984 gelangte das Objekt zunächst als Leihgabe des Sammlers, dann 1986 im Rahmen eines Ankaufs einer Sammlung von Khmer- und Thai-Skulpturen an das RJM. Seit 2010 ist der Kopf des Vishnu Teil der Dauerausstellung „Der Mensch in seinen Welten“ und wird dem Publikum in der Abteilung „Vielfalt des Glaubens“ präsentiert. Auch wenn der Weg des Vishnu-Kopfes von Angkor zum Kunsthändler nach Bangkok nicht abschlie- ßend geklärt werden kann, ist davon auszugehen, dass der Kopf des Vishnu illegal außer Landes gebracht wurde. Dies ergibt sich nicht zuletzt durch die Inventarisierung des Objektes als wichtiges und damit unveräußerliches nationales Kulturgut im Jahr 1939. Renommierte internationale Museen wie das Metropolitan Museum of Art (New York), das Cleveland Museum of Art (Ohio) und das Den- ver Art Museum (Colorado) wie auch die Auktionshäuser Sotheby´s und Christie´s haben in den letz- ten Jahren vergleichbare Objekte restituiert. Das RJM prüft zurzeit die Herkunftsgeschichte des Vishnu-Kopfes und ist darum bemüht, gemeinsam mit den kambodschanischen Verantwortlichen Wege und Möglichkeiten der Rückführung des Objek- tes in sein Ursprungsland zu diskutieren. Im Sinne einer größtmöglichen Transparenz wird es in der Ausstellung „Die Schatten der Dinge#1“ mit entsprechenden Erklärungen präsentiert. Gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2615/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 21.08.2020
- Erstellt
- 20.08.2020 09:29