3082/2022
Beantwortung der Anfrage der Fraktion DIE LINKE / Die PARTEI vom 18.04.2021
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
3732 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4520 Vorlagen-Nummer 3082/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 7 (Porz) 03.11.2022 Beantwortung der Anfrage der Fraktion DIE LINKE / Die PARTEI vom 18.04.2021 betr. Erinnerung an das ehemalige SA-Lager Am Hochkreuz Vorbemerkung: Von Juli bis November 1933 existierte in einer ehemaligen Zünder-Fabrik in Köln-Porz ein „wildes“ Konzentrationslager, das von der SA betrieben wurde. Etwa 100 männliche Gefangene waren dorthin auf Veranlassung von regionalen und lokalen SA-Führern, örtlichen Bürgermeistern und NSDAP- Funktionären eingewiesen worden und wurden dort als politisch Andersdenkende oder als verschie- dener Straftaten Verdächtige unter Druck gesetzt und zum Teil schwer gefoltert. Die herausragende Bedeutung dieses Lagers als einem frühen Terrorinstrument der lokalen Machthaber zur Durchset- zung der NS-Herrschaft ist anhand überlieferter Quellen und durch mehrere wissenschaftliche Auf- sätze belegt. Demgegenüber steht die Bewertung der historischen Gebäude des fraglichen Geländes aus stadt- konservatorischer Sicht. Eine Unterschutzstellung der Gebäudeteile wurde im Laufe der Prüfung durch das Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege abgelehnt, da von der ursprünglichen Bausub- stanz zu wenig erhalten geblieben ist. Die früheren Gebäude sind in weiten Teilen nicht mehr in der Originalsubstanz erhalten und müssen als architekturhistorisch nicht aussagekräftig gelten. 1. Welche Entwicklung hat die Verwaltung für das Gelände geplant? Von der BAB 559 bis zur Theodor-Heuss-Str. soll die Frankfurter Str. 4-spurig ausgebaut werden. Zur Ausführung der Straßenbaumaßnahme soll das ehemalige Portierhaus bzw. Verwaltungsge- bäude des Lagers niedergelegt werden. Die entsprechenden Ankaufsverhandlungen wurden sei- tens des Liegenschaftsamtes seit 2010 geführt. Der Ankaufsvorgang ist mittlerweile abgeschlos- sen. Der straßenseitige Teil des Geländes, auf dem sich der Gebäuderiegel Frankfurter Straße 772-776 – das ehemalige Portierhaus bzw. Verwaltungsgebäude des SA-Lagers – befindet, ist zum 01.01.2021 in städtischen Besitz übergegangen. Die Stadt Köln hat sich gegenüber der Fir- ma OSMAB dazu verpflichtet, die Gebäude an der Frankfurter Str. 772-776 bis Mitte 2023 nie- derzulegen. Darauf soll der Ausbau der Frankfurter Str. folgen. 2. Gibt es historische Gebäudeteile, die aufgrund der Geschehnisse von 1933 erhalten bleiben sol- len? Das ehemalige Portierhaus bzw. Verwaltungsgebäude des SA-Lagers an der Frankfurter Str. 772-776 soll, wie oben dargelegt, niedergelegt werden. Alle weiteren Gebäudeteile – die ehema- lige Schlosserei sowie die ehemaligen Fabrikräume, in denen Gefangene des SA-Lagers bzw. eine SA-Schule untergebracht waren – befinden sich auf dem Gelände der OSMAB Porz GmbH und damit nicht in kommunalem Eigentum. 2 3. Gibt es seitens der Stadtverwaltung Pläne, den Erinnerungsort weiter auszugestalten und seine Bekanntheit zu erhöhen? Der Niederlegung der Gebäude wurde seitens des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln unter der Prämisse zugestimmt, dass ein würdiges Gedenken an diesen zentralen Handlungs- und Gewaltort der SA inkl. einer umfassenden fotografischen Dokumentation der niederzulegen- den Gebäude sichergestellt wird. Es ist geplant, die historischen Informationen über den Ort so- wie die Erinnerung an die Opfer des „Schutzhaftlagers“ in Form einer Gedenkstele und/oder ei- nes Informationspavillons zu gewährleisten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Abstimmung über den konkreten Standort sowie über die Gestaltung und Umsetzung des Erinne- rungsorts steht aus.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
- Theodor-Heuss-Straße
- Frankfurter Straße 4
- Am Hochkreuz
- Straße 4
- Straße 7
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Details
- Aktenzeichen
- 3082/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 25.10.2022
- Erstellt
- 19.09.2022 15:17