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V/0512/2016

Jahresabschluss 2015 der Stadtwerke Münster GmbH

Vorlagen 08.06.2016

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Beschlussvorlage

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Anlage 2 zur Beschlussvorlage V/0512/2016

2

Stadtwerke Münster GmbH

Jahresabschluss und
Lagebericht 2015

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Gewinn- und Verlustrechnung der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2015 (01.01.-31.12.)

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2015 2014
€ €
1. Umsatzerlöse 515.422.227,19 _496.091.140,55
Energiesteuer -32.009.265,26 -31.268.002,15
483.412.961,93 464.823.138,40
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen -8.848.190,11 9.109.746,20
3._Andere aktivierte Eigenleistungen 10.056.491,28 8.502.908,13
4. Sonstige betriebliche Erträge 80.677.458,26 83.766.397,83
ng
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und
für bezogene Waren 237.702.635,69 243.526.984,11
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 158.249.260,62 _160.720.299,86

a  —
395.951.896,31 __404.247.283,97
6. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter 47.115.482,17 48.281.858,89
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung 13.772.492,91 12.975.362,73
Davon für Altersversorgung 4.182.980,22 € 61.487.975,08 61.257.221,62

i. Vj._3.366.001,74 €)
7. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des

‚Anlagevermögens und Sachanlagen 24.207.874,32 23.980.250,19

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Konzessionsabgaben 17.240.470,24 17.194.394,02
b) Übrige betriebliche Aufwendungen 35.094.331,08 30.192.294,25
52.334.801,32 47.386.688,27
9. Erträge aus Beteiligungen 5.892.950,35 3.550.932,08

Davon aus verbundenen Unternehmen 2.648.250,00 €
{i. Vj. _2.791.800,00 €)
40. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 3.694.936,54 10.118.341,60

nn

11. Erträge aus anderen Wertpapieren

und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.519.413,86 2.505.900,03
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 130.570,99 278.455,25

Davon aus verbundenen Unternehmen 9.304,17 €

IV. 20.790,47 €

13. Abschreibungen auf Finanzanlagen 10.304.683,07 37.686.994,00
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 9.112.471,26 6.369.577,05

Davon an verbundene Unternehmen 21.791,67 €

I. Vj. 186,11 €)

15, Aufwendungen aus Verlustübernahme 1.507.843,14 2.550.450,99
16. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 22.629.048,60 -822.646,57
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1,589.574,72 1.356.384,19
18. Sonstige Steuern 2.283.473,88 936.969,24
19. Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss 18.756.000,00 -3.116.000,00
20. Verlustvortrag/Gewinnvortrag -3.024.000,00 440.000,00
21. Entnahmen aus Gewinnrücklagen 0,00 5.712.000,00
22. Einstellung in andere Gewinnrücklagen 9.672.000,00 0,00
23. Vorabgewinnausschüttung 6.060.000,00 6.060.000,00
24. Bilanzgewinn/Bilanzverlust 0,00 -3.024.000,00
Münster, 30. Mai 2015
Stadtwerke Münster GmbH
Dr. Müller-Tengelmann Dr. Wernicke

06 4503 047 Anlage 1.3

Anhang der Stadtwerke Münster GmbH

für das Geschäftsjahr 2015 (01.01. - 31.12.)

I. Angaben zur Form der Darstellung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung des Handelsgesetzbuches, des GmbH-
Gesetzes sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der Stadtwerke Münster GmbH (Stadt-
werke Münster oder SWMS), Münster, wurden nach den für große Kapitalgesellschaften
geltenden Vorschriften gegliedert. Unter Berücksichtigung der aus der Art des Betriebs
folgenden Besonderheiten wurde die Darstellung der Sachanlagen in der Bilanz ($ 265
Abs. 5 HGB) um die Posten

-  Verteilungsanlagen (für Energie- und Wasserversorgung)

- Fahrzeuge für Personenverkehr,

die Darstellung der Vorräte um den Posten

- Emissionsrechte,

die Darstellung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um den Posten

- Forderungen gegen den Gesellschafter

und die Darstellung der Verbindlichkeiten um den Posten

-  Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter

erweitert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

. Erläuterungen zu Posten von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Die münsterNETZ GmbH (münsterNETZ), Münster, ist durch einen Beherrschungs- und
Ergebnisabführungsvertrag (Teilbeherrschungsvertrag für den regulierten Bereich) mit der
Stadtwerke Münster organschaftlich verbunden. Die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasser-
versorgungsnetze sind an die münsterNETZ verpachtet. Für die Nutzung der Netze zur
Versorgung der Kunden mit Energie und Wasser berechnet die münsterNETZ entspre-
chende Netzentgelte. Zwischen den Gesellschaften bestehen Dienstleistungsverträge zu
Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung der Netze sowie zu verschiedenen, insbeson-
dere kaufmännischen Dienstleistungen.

Das Ergebnis der münsterNETZ zum 31. Dezember 2015 in Höhe von 3,7 Mio. EUR (Vor-

jahr: 10,1 Mio. EUR) wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags von der
Stadtwerke Münster übernommen.

06 4503 047 Anlage 14/1

Im Berichtsjahr hatte die Stadtwerke Münster als Kommanditistin des Gemeinschafts-
kraftwerks Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG, Essen, anteilige Aufwendungen aus der
Verlustübernahme in der Errichtungsphase (1.508 TEUR; Vorjahr: 2.551 TEUR) zu tra-
gen.

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Soweit Ansatzwahlrechte ausgeübt wurden, sind diese bei den Angaben zu Posten der
Bilanz erläutert.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanla-
gen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet worden.

Die Herstellungskosten für seibst erstellte Anlagen enthalten direkt zurechenbare Ein-
zelkosten und angemessene Gemeinkosten; Fremdkapitalzinsen und Verwaltungskos-
ten sind nicht einbezogen. Öffentliche Zuschüsse werden von den Anschaffungs- und
Herstellungskosten abgesetzt.

Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten Zuschläge für Lager- und
Regiekosten von 20 %. Erneuerungsmaßnahmen im bestehenden Netz, die eine Län-
ge von 200 Metern und mehr erreichen, werden aktiviert.

Bei den planmäßigen Abschreibungen werden grundsätzlich die betriebsgewöhnlichen
Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Zugänge werden seit dem Geschäftsjahr 2011 linear
(zuvor degressiv) abgeschrieben.

Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern im Anlagevermögen betragen bei

Immateriellen Vermögensgegenständen 3- 7 Jahre
Grundstücken (Außenanlagen) und Bauten 7-50 Jahre
Verteilungsanlagen 20 - 55 Jahre
Technischen Anlagen und Maschinen 5-22 Jahre
Anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 - 14 Jahre

Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 60 EUR werden unmittelbar als
Aufwand gebucht. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen 60 EUR
und 410 EUR werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Von den Finanzanlagen wurden die sonstigen Ausleihungen, soweit es sich um unver-
zinsliche oder niedrigverzinsliche Darlehen handelt, gemäß BFH-Urteil vom
30. November 1988 und dem BMF-Schreiben vom 17. Januar 1990 zum Nennwert be-
wertet. Die übrigen Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich vorge-
nommener Wertberichtigungen ausgewiesen. Soweit die Gründe für die Wertberichti-
gungen zum Bilanzstichtag nicht mehr bestehen, ist entsprechend $ 253 Abs. 5 HGB
zugeschrieben worden.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind unter Berücksichtigung von Abschreibungen

gemäß $ 253 Abs. 4 HGB zu fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten
oder zum niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag bewertet.

Anlage 1.4 /2 06 4503 047

Die Bewertung der unter den Vorräten ausgewiesenen Ersatzteile und Lagermateria-
lien für Erzeugungsanlagen, die bisher ergänzend planmäßig entsprechend der Nut-
zungsdauer der Erzeugungsanlagen abgeschrieben wurden, wurde zur Anpassung an
das tatsächliche Verbrauchsverhalten der oben dargestellten Bewertung des anderen
Lagermaterials angepasst. Aus dieser Bewertungsanpassung ergab sich ein Ertrag aus
Zuschreibungen von 3,3 Mio. EUR.

Die unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten (Einzelkosten und angemes-
sene Teile der Gemeinkosten) bewertet. Die unter den Waren ausgewiesenen Was-
servorräte werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Die den Stadtwerke Münster unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte nach $ 9 TEHG
(Treibhaus-Emissionshandelsgesetz) i.V. mit 88 i.V. mit $ 7 ZuG 2012 (Zuteilungsge-
setz) sind mit dem Wert von 1 EUR ausgewiesen. Erworbene Emissionsrechte werden
zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert (Marktwert) zum
Bilanzstichtag ausgewiesen. Die nicht abgerechneten Aufträge an Dritte (unfertige
Leistungen) in Höhe von 2.340 TEUR (im Vorjahr 2.460 TEUR) werden unter den Vor-
räten bilanziert. Im Jahr 2014 wurde mit dem Bau von drei Windkraftanlagen in Müns-
ter-Amelsbüren und in Münster-Roxel begonnen. Diese wurden nach endgültiger Fer-
tigstellung im Dezember 2015 an eine Windenergiegenossenschaft (Unsere-Münster-
Energie e.G.) veräußert. Durch den Bau der Anlagen wurde ein Betrag in Höhe von
8.729 TEUR in 2014 als "unfertige Leistungen" unter den Vorräten bilanziert und in
2015 nach Fertigstellung und Veräußerung als Bestandsveränderung gebucht.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie flüssige Mittel sind zum Nenn-
wert oder - soweit erforderlich - unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos
bewertet. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsun-
ternehmen von insgesamt 40,9 Mio. EUR (Vorjahr: 39,5 Mio. EUR) wurden mit den je-
weiligen Forderungen verrechnet.

Die bis einschließlich 2002 empfangenen Ertragszuschüsse (Baukostenzuschüsse
Netz) werden auf den Altbestand mit 5 % des Ursprungswerts aufgelöst. Im 20. Jahr
nach Zugang wird der Abgang unterstellt und der verbliebene Ursprungswert vollstän-
dig aufgelöst. Die Zugänge werden ab dem 1. Januar 2003 direkt gegen die Positionen
des Anlagevermögens verrechnet und wirken sich entsprechend den dort geltenden
Nutzungsdauern abschreibungsmindernd aus.

Für Anschlüsse an die der Regulierung nach Energiewirtschaftsrecht unterliegenden
Netze der Strom- und Gasversorgung von den Anschlussnehmern an den Netzbetrei-
ber gezahlte Ertragszuschüsse werden vom Netzbetreiber im Rahmen des bestehen-
den Pachtvertrags an die Stadtwerke Münster GmbH als Netzeigentümer weitergelei-
tet. Die Beträge werden nach den Regelungen des Energiewirtschaftsrechts und wei-
terführender Schreiben der Finanzverwaltung ab 2007 als Pachtvorauszahlungen be-
trachtet und in einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt, der über
20 Jahre aufgelöst wird.

06 4503 047 Anlage 1.4/3

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach dem ver-
sicherungsmathematischen Verfahren der "projected unit credit method" (Methode der
laufenden Einmalprämie) ermittelt. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem
Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des endgültigen Leistungsanspruchs erarbeitet wird,
und bewertet jeden dieser Leistungsbausteine separat, um so die endgültige Verpflich-
tung aufzubauen. Als Rechnungszins wurde gemäß 8 253 Abs. 2 HGB in Verbindung
mit der Rückstellungsabzinsungsverordnung der für Ende Dezember 2015 veröffent-
lichte Wert der Bundesbank in Höhe von 3,89 % einbezogen und somit das Wahlrecht
zur Abzinsung über eine Laufzeit von 15 Jahren genutzt. Als Rechnungsgrundlage
dienten weiterhin die Richttafeln 2005 G von Dr. K. Heubeck.

Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurde eine Rentendynamik von
1,50 % p. a. in die versicherungsmathematische Berechnungen einbezogen.

Bei der Rückstellung für Deputatverpflichtungen wurden Kostensteigerungen von
2,50 % p.a. berücksichtigt sowie Fluktuationen von 2,00 % p.a. bei einem Alter von bis
zu 30 Jahren bzw. 1,00 % bei einem Alter von bis zu 40 Jahren.

Der Rückstellung für Altersteilzeit liegt ebenfalls ein Rechnungszins von 3,89 % zu
Grunde, sowie eine Gehaltsdynamik von 2,00 % p.a. und eine BBG-Dynamik (BBG =
Beitragsbemessungsgrenze) von 2,00 % p.a.

Die Rückstellung zur Abdeckung der aus einer möglichen Unterdeckung der Kommu-
nalen Versorgungskassen Westfalen-Lippe, Münster, (KVW) resultierenden Verpflich-
tungen wurde auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens zum
31. Dezember 2014 (Rechnungszins 4,53 %, Gehaltstrend 1,50 % p.a., Rententrend
1,00 % p.a.) bewertet. Unter Berücksichtigung der durchschnittlich noch zu leistenden
Arbeitszeiten bis zum Eintritt der Verpflichtung wird die Rückstellung anteilig dotiert.
Zum Stichtag 31. Dezember 2015 betrug der Umlagesatz 4,5 % zuzüglich eines Sanie-
rungsgeldes in Höhe von 3,25 %. Umlagesatz und Sanierungsgeld werden von der
Gesellschaft allein getragen. Die Summe der beitragspflichtigen Löhne und Gehälter
für das Jahr 2015 beträgt 45,8 Mio. EUR (Vorjahr: 45,5 Mio. EUR). Zur Abdeckung der
aus einer möglichen Unterdeckung der KVW folgenden Verpflichtungen wurde zum
31.12.2014 ein Wert von 57.082 TEUR ermittelt. Aus der stetigen anteiligen Dotierung
besteht zum Stichtag eine Rückstellung von 28.455 TEUR. In Ausübung des Wahl-
rechts nach Art. 28 EGHGB Abs. 1 Satz 2 wurden zusätzlich 3.370 TEUR zur Deckung
zukünftiger Zinsrisiken zu Lasten des Zinsaufwands zugeführt. Die Rückstellung be-
läuft sich nunmehr insgesamt auf 31.825 TEUR, so dass die verbleibende Unterde-
ckung 25.257 TEUR beträgt. Es ist vorgesehen, diese Deckungslücke weiterhin durch
ratierliche Zuführungen in den kommenden Jahren systematisch zu schließen.

Bei den übrigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken berücksichtigt und sind
grundsätzlich mit den Erfüllungsbeträgen passiviert.

Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Beschaffungsverträgen wer-
den umsatzmindernd gebucht.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

Anlage 1.4 /4 06 4503 047

2. Angaben zu Posten der Bilanz
Die Entwicklung des Anlagevermögens wird in der Anlage gezeigt.

Die auf die Vermögensgegenstände der stromerzeugenden Bestandteile der GuD-
Anlage Standort HKW Hafen im Jahr 2013 vorgenommene außerplanmäßige Abschrei-
bung nach $ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB in Höhe von 13,9 Mio. EUR wurde beibehalten.

Die seit Dezember 2014 mit dem Mehrheitsgesellschafter, der RWE Generation SE,
Essen, geführten Verhandlungen konnten im Dezember 2015 erfolgreich abgeschlos-
sen und die Beteiligung der Stadtwerke Münster an der Gemeinschaftskraftwerk Stein-
kohle Hamm GmbH & Co. KG, Essen, an den Mehrheitsgesellschafter veräußert wer-
den. Mit dem Verkauf des Kommanditanteils wurde ein Erlös von 5.452 TEUR erzielt.
Für die Aufhebung des Stromliefervertrages wurde ein Abgeltungsbetrag mit der Til-
gung der ausgereichten Gesellschafterdarlehen verrechnet. Der Stromliefervertrag
wurde zum 31. Dezember 2015 beendet. Eine weitere Risikovorsorge für drohende
Verluste aus dem Strombezug war damit nicht mehr notwendig.

Die FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven, (FMO) erhieit im Januar 2015
in Ausführung des in 2012 gefassten Gesellschafterbeschlusses eine Zuführung zur
Kapitalrücklage in Höhe von 3.879 TEUR, die wiederum außerplanmäßig abgeschrie-
ben wurde. Auf die Beteiligung an der Westfälische Landeseisenbahn GmbH, Lip-
pstadt, (WLE) wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 63 TEUR nach
8 253 Abs. 3 Satz 3 HGB vorgenommen. Die FMO erhielt weiterhin aufgrund des im
Dezember 2014 von den Gesellschaftern beschlossenen neuen Finanzierungskon-
zepts im Dezember 2015 ein Darlehen in Höhe von 5.890 TEUR. Für dieses Darlehen
ergibt sich aufgrund der vertraglich vereinbarten, marktgerechten Zins- und Tilgungs-
regelungen sowie der mit dem Finanzierungskonzept verbundenen, positiven Entwick-
lungsprognose der FMO zurzeit keine notwendige Wertberichtigung.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auch der abgegrenzte Ver-
brauch der Kunden der Energie- und Wasserversorgung zwischen Ablese- und Bilanz-
stichtag enthalten, der mit den aufgelaufenen Abschlagszahlungen saldiert wurde.

Die Forderungen gegen den Gesellschafter wurden mit Verbindlichkeiten gegenüber
dem Gesellschafter zum Bilanzausweis zusammengefasst, soweit dieses von der Art
und Laufzeit zulässig ist.

Die Forderungen gegen den Gesellschafter enthalten hauptsächlich (abgegrenzte)
Energie- und Wasserlieferungen, die mit Abschlagszahlungen verrechnet wurden.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die Forderungen gegen Unter-
nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Wesentlichen (mit
Überzahlungen verrechnete) Energie- und Wasserlieferungen, Kostenerstattungen und
die Gewinnübernahme der münsterNETZ. Auch hier wurden die Forderungen und Ver-
bindlichkeiten zum Bilanzausweis zusammengefasst.

Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen wie im Vorjahr
nicht.

06 4503 047 Anlage 1.4/5

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten als wesentliche Posten Forderungen
aus Überzahlungen von Steuern in Höhe von 15.487 TEUR und noch nicht abziehbare
Vorsteuer auf Energielieferungen in Höhe von 4.797 TEUR.

Zur Absicherung von Bürgschaften wurden Festgelder in Höhe von 3,38 Mio. EUR ver-
pfändet. Diese sind daher entsprechend ihrer Fristigkeit unter den sonstigen Auslei-
hungen (3,22 Mio. EUR) und unter den sonstigen Vermögensgegenständen (0,16 Mio.
EUR) ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 51.200.000 EUR.
Der Kapitalrücklage sind aus Gesellschaftermitteln 63 TEUR zugeführt worden.

Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2015 weist einen Jahresüber-
schuss von 18,7 Mio. EUR aus. Unter Anrechnung der bereits im Dezember 2015 ge-
leisteten Vorabgewinnausschüttung von 6,0 Mio. EUR sowie des aus dem Geschäfts-
jahr 2014 vorgetragenen Verlustes von 3,0 Mio. EUR und der Einstellung in die ande-
ren Gewinnrücklagen von 9,7 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 0,0 Mio. EUR.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen umfassen im Wesentli-
chen die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen einschließlich KVW (31,8 Mio. EUR)
und Rückstellungen für Deputatverpflichtungen (4,8 Mio. EUR).

Die sonstigen Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf die Drohverlustrückstel-
lungen (42,7 Mio. EUR), die ATZ-Rückstellung (4,4 Mio. EUR), die (mit Abschlagszah-
lungen saldierte) Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten des Verkehrsbetriebs
(6,1 Mio. EUR), die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen (5,1 Mio.
EUR). Eine Rückstellung für drohende Verluste aus nicht kostendeckendem Personal-
einsatz infolge eines Benchmarks im Netzbetrieb (4,2 Mio. EUR) ist darin enthalten.
Zur Absicherung der Vereinbarung zur Altersteilzeit wurde eine Bürgschaft abge-
schlossen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Genussrechtsinhabern bestehen in Höhe von
2.293 TEUR (im Vorjahr 2.480 TEUR). Die Genussrechte wurden zur Finanzierung von
Photovoltaikanlagen ausgegeben. Das gezeichnete Kapital wird ab dem Tag der Ein-
zahlung in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung verzinst. Es handelt sich um folgende

Projekte:

Nieland 20-34 in Münster, Inbetriebnahme 2008 100.000,00 EUR
Busdepot Rösnerstr. 13 in Münster, Inbetriebnahme 2009 100.000,00 EUR
Sonnenstadt in Münster, Inbetrieonahme 2010 100.000,00 EUR
Sonnenwerk in Münster, Inbetriebnahme 2010 100.000,00 EUR
Weicon in Münster, Inbetriebnahme 2010 50.000,00 EUR
Deponie Coerde in Münster, Inbetriebnahme 2010 1.812.500,00 EUR
Reit- und Fahrverein Ostbevern, Inbetriebnahme 2010 30.000,00 EUR
Summe 2.292.500,00 EUR

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren insbesondere aus dem
zur Finanzierung der Strategie 2020 aufgenommenen Schuldscheindarlehen
(70,0 Mio. EUR).

Anlage 1.4/6 06 4503 047

Die Gesellschaft hat im Jahr 2013 ein Darlehen der Hamburger Sparkasse AG, Ham-
burg, in Höhe von nominal 5,9 Mio. EUR aufgenommen. Dieses wurde zum Erwerb der
Photovoltaik-Freiflächenanlage in Hassendorf verwendet. Durch Übertragung der PV-
Anlage ist das Darlehen abgesichert.

Im Jahr 2014 wurde ein Darlehen der Sparkasse Münsterland Ost in Höhe von
9,3 Mio. EUR vorzeitig getilgt. Dieser Betrag wurde am 22. Januar 2015 als Darlehen
bei der BayernLB neu aufgenommen. Das Darlehen dient der Refinanzierung des ab-
gelösten Darlehens für die GuD-Anlage.

Zur Zinsabsicherung von variabel verzinslichen Darlehen werden folgende Zinsswaps

eingesetzt.

Nr. Produkt Laufzet' [Betrag in TEUR [Marktwert in TEUR]|
| 1. | Zinsswap I 22.11.13- 22.11.1901 6.000 -343
2. Zinsswap | 22.11.13- 22.11.22 5.000 -528

3 | Zinsswap 22.11.13- 22.11.24 3.000 -400

4. Zinsswap_ | 22.10.17- za1arı 2.550 -259

5. Zinsswap | 30.03.12 - 30.12.26 4.091) -387

Die Grundgeschäfte (Darlehen) und die Sicherungsgeschäfte (Zinsswaps) weisen
neben der Betragsidentität auch die gleiche Laufzeit auf. Aufgrund der deckungsglei-
chen Beziehung konnte auf eine bilanzielle Risikovorsorge für die nach bankinternen
Berechnungsmodellen errechneten negativen Zeitwerte von insgesamt 1.917 TEUR
verzichtet werden. Es wurde die Einfrierungsmethode verwendet.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entfallen hauptsächlich auf
Strom- und Gasbezugsrechnungen und EEG-Umlagen an Übertragungsnetzbetreiber.

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter betreffen im Wesentlichen Ver-
bindlichkeiten aus Überzahlungen von Jahresverbrauchsabrechnungen. Debitorische
Kreditoren wurden verrechnet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen nach Saldierung mit den
Forderungen resultieren im Wesentlichen aus Netzentgeltabrechnungen und erbrach-
ten Linienverkehrsleistungen der Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, betreffen insbesondere IT-Dienstleistungen.

Durch Grundpfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherte Verbindlichkeiten bestehen
in Höhe von 4.091 TEUR.

06 4503 047 Anlage 1.4/7

Für Verbindlichkeiten bestehen folgende Restlaufzeiten:

31.12.2015 Bilanz bis 1Jahr 1bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Genussscheinkapital 2.293 63 830 1.400

Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 118.377 5.770 27.407 85.200

Erhaltene Anzahlungen 86 86 - -

Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 47.909 46.219 1.435 255

Verbindlichkeiten gegenüber
dem Gesellschafter 1.491 1.491 - -

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 544 544 - -

Verbindlichkeiten gegenüber Unter-
nehmen, mit denen ein Beteili-

gungsverhältnis besteht 187 187 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 6.400 6.400 - -
Summe 177.287 60.760 29.672 86.855
31.12.2014 Bilanz bis 1Jahr 1bis5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR

Genussscheinkapital 2.480 188 680 1.612
Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten 115.211 6.609 17.231 91.371
Erhaltene Anzahlungen 56 56 = ie

Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 50.343 49.008 1.192 143

Verbindlichkeiten gegenüber
dem Gesellschafter 1.737 1.737 - -

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 373 373 - -

Verbindlichkeiten gegenüber Unter-
nehmen, mit denen ein Beteili- 4.495 4.495 - -
gungsverhältnis besteht

Sonstige Verbindlichkeiten 7.315 7.315 - -

Summe 182.010 69.781 19.103 93.126

Anlage 1.4 /8 06 4503 047

Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen im Wesentlichen auf Steuern (1,5 Mio. EUR;
Vorjahr: 2,7 Mio. EUR), Guthaben auf Jahresverbrauchsabrechnungen (3,0 Mio. EUR,
Vorjahr 1,9 Mio. EUR) und auf erhaltene noch nicht abgerechnete Zuschüsse
(1,5 Mio. EUR; Vorjahr: 2,3 Mio. EUR).

Der passivische Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen die vom
Netzbetreiber durchgeleiteten Baukostenzuschüsse. Es sind Pachtvorauszahlungen
von 20,7 Mio. EUR für das Strom- und das Gasnetz passiv abgegrenzt.

Es besteht ein nicht bilanzierter Überhang der aktiven Steuerlatenzen, denen Bewer-
tungsunterschiede bei den Sach- und Finanzanlagen, bei den Rückstellungen für Pen-
sionen und ähnliche Verpflichtungen und den sonstigen Rückstellungen zugrunde lie-
gen. Diesen steht lediglich eine passive Steuerlatenz aus den Sonderposten mit Rück-
lageanteil gegenüber. Der betriebsindividuelle Steuersatz beträgt 31,9 %.

Steuerlatenzen SWMS per 31.12.2015 in TEUR I |]

Posten Buchwert- |Ertrag- latente

Latenzrechnung differenzen | steuersatz_| Steuern |

Aktivlatenzen

Sachanlagen 3.894 31 33 1.243
I Finanzanlagen

Beteiligungen an Kapitalgesellschaften 1.352 31,93 432

Beteiligungen an Personengesellschaften 7.294 15,83 1.154

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.283 31,83| 410
I Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflich-

‚tungen 34.895 31,93 11.142
Sonstige Rückstellungen | 50.719 31,93 16.195
Summe Aktivlatenzen aus Buchwertdifferenzen 99.437 158331,03 | 30.576

u Verlustvortrag, körperschaftsteuerlich | 4.324 | 15,83 684]

Verlustvortrag, gewerbesteuerlich 8.366 16,10] 1.347
Summe Aktivlatenzen aus Verlustvortrag_ 12.690 | 15,831610| 2.031
Sonderposten mit Rücklageanteil -4.736 31,93 -1.512
Summe Passivlatenzen aus SoPo mit Rücklageanteil | _ -4.736 31,93 [ -1.512
Saldo: 107.391 31.095

3. Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse werden vermindert um die darin enthaltene Strom- und Erdgassteuer
ausgewiesen. Sie betragen im Berichtsjahr 483.413 TEUR. Davon entfallen (unter Be-
rücksichtigung von Installationsleistungen und sonstigen Nebengeschäften der Spar-
ten) 249.801 TEUR auf die Stromversorgung, 101.907 TEUR auf die Gasversorgung,
42.981 TEUR auf die Wasserversorgung, 42.082 TEUR auf die Fernwärmeversorgung,
35.943 TEUR auf den Verkehrsbetrieb und 10.699 TEUR auf die übrigen Aktivitäten.

Die aktivierten Eigenleistungen betragen aufgrund der in 2013 in Bezug auf die Aktivie-

rung von Verteilungsanlagen geänderten Bilanzierungsrichtlinien 10,1 Mio. EUR (Vor-
jahr: 8,5 Mio. EUR).

06 4503 047 Anlage 1.4/9

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen die Erträge aus der
Verpachtung der Versorgungsnetze (31,5 Mio. EUR), die Erträge aus der Erstattung
der Konzessionsabgabe (12,6 Mio. EUR), Erträge aus der Auflösung von Rückstellun-
gen (8,7 Mio. EUR), Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermö-
gens (6,5 Mio. EUR) sowie Kostenerstattungen (4,3 Mio. EUR).

Die periodenfremden Erträge betragen 3,4 Mio. EUR. Dabei handelt es sich im Wesent-
lichen um die Auflösung der in den Vorjahren gebildeten Wertberichtigung auf Lagerma-
terial und Ersatzteile von Erzeugungsanlagen in Höhe von 3,3 Mio. EUR

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sind
(wie im Vorjahr) im Wesentlichen geprägt durch Bezugsaufwendungen für Energie-
und Wasserlieferungen (TEUR 155.781) und EEG-Zahlungen an Übertragungsnetz-
betreiber (TEUR 67.405). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen (wie
im Vorjahr) hauptsächlich die an die münsterNETZ abgeführten Netzentgelte
(120,4 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten neben der Konzessionsabgabe
(17,2 Mio. EUR) im Wesentlichen IT-Dienstleistungen (9,4 Mio. EUR), Kosten für be-
triebliche Umstrukturierungen (4,0 Mio. EUR), Aufwendungen für Reparaturen u.Ä.
(3,3 Mio. EUR) und Aufwendungen für Vertrieb, Sponsoring und Werbung
(2,7 Mio. EUR).

Die periodenfremden Aufwendungen betragen 0,7 Mio. EUR. Dabei handelt es sich im
um Rückerstattungen von Konzessionsabgaben für Nachtspeicher-Heizstrom in Höhe
von 0,7 Mio. EUR.

Der Zinsaufwand besteht großenteils aus Zinsen für Fremddarlehen (3.362 TEUR; Vor-
jahr: 4.043 TEUR) und wurde des Weiteren durch Aufzinsung von Rückstellungen ge-
mäß $ 277 Abs. 5 HGB in Höhe von 5.057 TEUR (Vorjahr: 1.902 TEUR) belastet. Letz-
tere entfallen im Wesentlichen auf Pensionsrückstellungen (106 TEUR; Vorjahr:
110 TEUR), Rückstellung Unterdeckung KVW (4.430 TEUR; Vorjahr: 1.157 TEUR),
Rückstellungen für Deputate (223 TEUR; Vorjahr: 268 TEUR) und Rückstellungen für
Altersteilzeit (243 TEUR; Vorjahr: 327 TEUR).

IN. Angaben zum Jahresergebnis

Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2015 weist einen Jahresüber-
schuss von 18,8 Mio. EUR aus. Unter Anrechnung der bereits im Dezember 2015 geleis-
teten Vorabgewinnausschüttung von 6,1 Mio. EUR sowie des aus dem Geschäftsjahr
2014 vorgetragenen Verlustes von 3,0 Mio. EUR und der Einstellung in die anderen Ge-
winnrücklagen von 9,7 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 0,0 Mio. EUR.

Anlage 1.4/ 10 06 4503 047

IV.Vermerke

Der Bilanzvermerk betrifft zum einen vierzehn Bürgschaften zugunsten der FMO Flugha-
fen Münster/Osnabrück GmbH, Greven, in Höhe von insgesamt 15.375 TEUR (Vorjahr:
19.963 TEUR). Die FMO wird voraussichtlich aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses
zu einem Finanzierungskonzept in den nächsten Jahren durch Erhöhung des Eigenkapi-
tals und durch Gesellschafterdarlehen in seiner Finanzkraft gestärkt. Die bürgschaftsgesi-
cherten Darlehen sollen dann abgelöst werden. Die Gesellschafter haben bereits die Be-
schlüsse zur Umsetzung der ersten Tranchen des Finanzierungskonzeptes bis einschließ-
lich 2017 gefasst. Unter der Voraussetzung, dass auch die weiteren verpflichtenden Be-
schlüsse ebenso wie diese gefasst werden, ist eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaf-
ten bei Umsetzung der positiven Entwicklungsprognose nicht zu erwarten.

Zum anderen betrifft der Bilanzvermerk zwei Bürgschaften zugunsten der Westfälischen
Landes-Eisenbahn GmbH, Lippstadt, in Höhe von 657 TEUR (Vorjahr: 382 TEUR) für
zwei Darlehen. Die Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH, Lippstadt, hat im Vorjahr ein
Darlehen über 2.700 TEUR mit einer Laufzeit von 15 Jahren und im Jahr 2015 ein weite-
res Darlehen über 2.000 TEUR mit einer Laufzeit von 20 Jahren aufgenommen. Diese
Darlehen werden durch die drei Hauptgesellschafter Kreis Warendorf, Kreis Soest und
Stadtwerke Münster GmbH verbürgt. Aufgrund eines Ergebnisübernahmevertrages ist das
Risiko einer Inanspruchnahme nahezu auszuschließen.

Der Bilanzvermerk berücksichtigt in der Höhe die Bürgschaftsvaluta per 31. Dezember
2015.

V. Ergänzende Angaben
1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Verpflichtungen aus Bestellungen für Investitionen beliefen sich zum 31. Dezember
2015 auf 4,3 Mio. EUR. Aus Leasing-Verträgen mit einer Laufzeit zwischen einem und
fünf Jahren resultieren jährliche Verpflichtungen von 197 TEUR.

Die Gesellschafter des Beteiligungsunternehmens FMO Flughafen Münster/Osnabrück
GmbH, Greven, haben ihre Absicht erklärt, die Finanzausstattung des FMO mittelfristig
durch die Zuführung von Eigenkapital und die Gewährung von Gesellschafterdarlehen
zu stärken. Aus dem Gesellschafterbeschluss über das Finanzierungskonzept vom
18. Dezember 2014 ergibt sich für die Stadtwerke Münster für 2016 eine Verpflichtung
in Höhe von 5,9 Mio. EUR, die als Darlehen am 15.01.2016 an den FMO geleistet wur-
de.

Aus der Beteiligung an der Green Gecco Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG,
Troisdorf, können sich durch die Investitionen in Projekte zur regenerativen Energieer-
zeugung finanzielle Verpflichtungen bis zur einer Höchstgrenze von 9,8 Mio. EUR er-
geben. Die Höhe der möglichen finanziellen Verpflichtungen ist von den jeweils erwor-
benen Projekten abhängig.

Zur Absicherung von Lieferverpflichtungen aus bestehenden Verträgen mit Sonderver-
trags- und Tarifkunden des Versorgungsbereichs sind in verantwortungsvoller unter-
nehmerischer Risikovorsorge in die Zukunft gerichtete Verträge über den Bezug von
Energie im Wert von 196,8 Mio. EUR geschlossen worden.

06 4503 047 Anlage 1.4 / 11

Die Geschäftsführung besteht aus:

2. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe

Dr. Henning Müller-Tengelmann (kaufmännischer Geschäftsführer)
Dr. Dirk Wernicke (technischer Geschäftsführer)

Die Geschäftsführer üben ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.

Der Aufsichtsrat besteht aus folgenden Mitgliedern:

Gerhard Joksch

Vorsitzender des Aufsichtsrates
Ratsherr , Bürgermeister
Freiberuflicher Raumplaner und Berater

Rolf Wischer

1. Stellvertretender Vorsitzender
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
Arbeitnehmervertreter
KFZ-Mechaniker

Maria Winkel

Ratsfrau

2. Stellvertretende Vorsitzende
Kauffrau in der Grundstücks-
und Wohnungswirtschaft

Frank Baumann
Ratsherr
Online-Designer

Wilhelm Breitenbach
Sachkundiger Bürger
Schulleiter

Franz Gemmeke
Sachkundiger Bürger
Rentmeister

Walter von Göwels
Ratsherr
Selbst. Versicherungsfachmann

Guido Gringel
Arbeitnehmervertreter
Abteilungsleiter Einkauf

Michael Kleybold
Ratsherr
Studiendirektor

Anlage 1.4/12

Antonio Machado
Arbeitnehmervertreter
Lagerist

Dr. Hans Moormann
Sachkundiger Bürger
Kaufmann

Alfons Reinkemeier
Stadtkämmerer

Rüdiger Sagel
Ratsherr
Diplom-Ingenieur

Michael Spiekermann-Blankertz
Arbeitnehmervertreter
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
Industriekaufmann

Hermann Terborg
Sachkundiger Bürger
Rechtsanwalt

Hans Varnhagen
Ratsherr
Dachdeckermeister

Marcus Vorholt
Arbeitnehmervertreter
Verkehrsmeister

Michael Weidekamp

Arbeitnehmervertreter
Techn. Angestellter

06 4503 047

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betrugen 499 TEUR. Hiervon entfallen auf
Dr. Müller-Tengelmann 286 TEUR und auf Dr. Wernicke 213 TEUR.

Für die frühere Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen wurden 140 TEUR an Pen-
sionen aufgewendet. Für sie bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von
2.550 TEUR.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten für die Teilnahme an den Sitzungen ein Sit-
zungsgeld. Aufsichtsratsmitglieder, die gleichzeitig Mitglieder des Rates der Stadt
Münster sind, erhalten kein Sitzungsgeld von den Stadtwerken Münster. Die Bezüge
für den Aufsichtsrat betrugen insgesamt 1.601 EUR. Die Bezüge setzen sich wie folgt

zusammen:

Breitenbach, Wilhelm 188,40 EUR
Gemmeke, Franz 125,60 EUR
Gringel, Guido 188,40 EUR
Machado, Antonio 188,40 EUR
Moormann, Hans 94,20 EUR
Spiekermann-Blankertz, Michael 157,00 EUR
Terborg, Hermann 188,40 EUR
Vorholt, Marcus 188,40 EUR
Weidekamp, Michael 157,00 EUR
Wischer, Rolf 125,60 EUR

Arbeitnehmer können nach den in einer Betriebsvereinbarung festgelegten Kriterien
Darlehen erhalten. Arbeitnehmervertreter haben vor oder während ihrer Tätigkeit als
Mitglieder des Aufsichtsrates aufgrund dieser Betriebsvereinbarung Darlehen erhalten;
deren Wert betrug zum 31. Dezember 2015 22.076 EUR bei Zinssätzen von 0,5 % bis
2,5 %. Von den bestehenden Dariehen wurden 3.166 EUR getilgt. Lohn- und Gehalts-
vorschüsse wurden nicht gewährt.

3. Belegschaft

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2015 beträgt 1.028 nach
1.080 im Vorjahr. Die Belegschaft bestand durchschnittlich aus 856 (Vorjahr 903) voll-
zeitbeschäftigten und 172 (Vorjahr: 177) teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern.

Die Gesellschaft ist Mitglied der KVW. Zweck der Anstalt ist es, den Arbeitnehmern im
Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenver-
sorgung zu gewähren. Die Gesellschaft hat sich bei Begründung der Mitgliedschaft
verpflichtet, alle Arbeitnehmer zu versichern, die nach dem Tarifvertrag über die Ver-
sorgung der Arbeitnehmer kommunaler Verwaltungen und Betriebe (Vers. TV-G) zu
versichern sind. Der derzeitige Umlagesatz beträgt 4,5 % + 3,25% Sanierungsgeld
und wird von der Gesellschaft allein getragen. Die Summe der versicherungspflichtigen
Löhne und Gehälter für das Geschäftsjahr 2015 beträgt 45,8 Mio. EUR. Zur Abdeckung
der aus einer möglichen Unterdeckung der KVW folgenden Verpflichtungen von
57,1 Mio. EUR hat die Gesellschaft eine Rückstellung von 31,8 Mio. EUR gebildet.

06 4503 047 Anlage 1.4/ 13

4. Angaben zu Anteilsbesitz gemäß $& 285 Nr. 11 HGB:

Höhe des
Name und Sitz der Gesellschaft Anteils
am Kapital
am Eigenkapital
31.12.2015 am 31.12.2015 Ergebnis 2015
% TEUR TEUR
münsterNETZ GmbH, Münster* 100 100 0
Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH,
Münster 100 509 .74
Westfälische Bauindustrie GmbH, Münster**** 99 26.811 2.631
items GmbH, Münster 32 4.274 93
Westfälische Fernwärmeversorgung GmbH,
Münster**** 50 2.691 398
smart optimo Verwaltungs-GmbH, 50 164 22
Osnabrück
smartOPTIMO GmbH & Co. KG, Osnabrück 46 8.339 1.554
Nederlands-Duitse Internet Exchange B.V.,
Enschede, Niederlande**** 50 1.394 721

Anlage 1.4 /14 06 4503 047

Name und Sitz der Gesellschaft Höhe des

Anteils
am Kapital Eigenkapital
am am Ergebnis
31.12.2015 31.12.2015 2015
% TEUR TEUR

Windkraft
Nordseeheilbad Borkum GmbH, Borkum*/*** 49,9 110 0
FMO
Flughafen Münster / Osnabrück GmbH,
Greven”** 35 18.907 1. 12.848
Lokalradio Münster
Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG,
Münster** 25
Energiepark Detmold Verwaltungs GmbH,
Münster**** 100 24 1
Energiepark Detmold GmbH & Co. WP DTKG,
Münster**** 100 1.835 [8
Bürgerwindpark Löningen GmbH & Co. KG,
Löningen**** 100 1.675 563
Bürgerwindpark Löningen Verwaltungs-GmbH,
Löningen**** 100 28 1

Das Ergebnis der Gesellschaft wird aufgrund eines bestehenden Vertrags übernommen
bzw. ausgeglichen.

Die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses ist in Anwendung

der Ausnahmeregelung gemäß $ 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB unterblieben.

”* Eigenkapital zum 31.12.2014 sowie Ergebnis 2014

“er  yorläufiges Ergebnis (vor Prüfung und vor Gremienbeschluss).

5. Angaben gemäß $ 6b Abs. 2 Energiewirtschaftsgesetz (EnwG)

Von der münsterNETZ wurden Leistungen in Höhe von 101.675 TEUR (Netzenigelte
101.465 TEUR, Stromeinspeisungen aus KWK-Anlagen 210 TEUR) bezogen, an die
münsterNETZ wurden Leistungen in Höhe von 88.759 TEUR (Netzdienstleistungen
von 38.229 TEUR, Netzpacht von 44.082 TEUR, Entgelt für dezentrale Einspeisung
von 2.379 TEUR, Netzverluste von 2.585 TEUR, Energiebezug der Netze von
480 TEUR und Dienstleistungen im Rahmen der Servicevereinbarung von
1.004 TEUR) abgerechnet.

06 4503 047 Anlage 1.4/ 15

6. Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers wird im Anhang zum Konzernabschluss der Stadt-
werke Münster genannt. Auf eine Angabe wird hier daher nach $ 285 Nr. 17 HGB ver-
zichtet.

7. Geschäfte mit nahestehenden Personen, die nicht zu marktüblichen Bedingun-
gen zustande gekommen sind

Im Geschäftsjahr 2015 wurden weiterhin keine Geschäfte mit nahestehenden Perso-
nen abgeschlossen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen
sind.

8. Einbeziehung in Konzernabschluss

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Stadtwerke
Münster GmbH, Münster, einbezogen (kleinster Konsolidierungskreis). Der Konzern-
abschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss der Gesell-
schaft wird in den Konzernabschluss der Stadt Münster einbezogen (größter Konsoli-
dierungskreis).

Münster, den 30. Mai 2016

Stadtwerke Münster GmbH
Dr. Henning Müller-Tengelmann Dr. Dirk Wernicke
(kaufmännischer Geschäftsführer) (technischer Geschäftsführer)

Anlage 1.4 / 16 06 4503 047

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Lagebericht
der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2015 (01.01.-31.12.)

Geschäftsmodell des Unternehmens

Geschäftstätigkeit und Unternehmensstruktur

Die Stadtwerke Münster GmbH, Münster, (Stadtwerke Münster) sind als 100-prozentige
Tochter der Stadt Münster in der Versorgung von Kunden mit Energie und Wasser, im öffent-
lichen Personennahverkehr und weiteren kommunalen Dienstleistungen für die Bürger und
Kunden in Münster und der Region tätig.

Die unternehmerische Tätigkeit der Stadtwerke Münster gliedert sich in die vier Geschäftsfel-
der Energie- und Wasservertrieb, Versorgungsnetze, Erzeugung und Verkehr. Das in den
Vorjahren gesondert dargestellte Geschäftsfeld "Straßenbeleuchtung" wird zukünftig im Ge-
schäftsfeld "Versorgungsnetze" berücksichtigt.

Der Lagebericht stellt die Geschäftsfelder entsprechend den betrieblichen Strukturen dar.
Die Tätigkeiten der Stadtwerke Münster als Energieversorgungsunternehmen im Sinne des
& 6b Abs. 7 Satz 4 EnWG werden in den Abschnitten "Ertragslage" sowie "Finanz- und Ver-
mögenslage" erläutert.

Unternehmensstrategie

Qualität und Effizienz im Kerngeschäft — so lautet die grundlegende Ausrichtung, nach denen
die Stadtwerke Münster ihr Handeln in den vier Geschäftsfeldern stetig verbessern und opti-
mieren.

Darüber hinaus entwickeln die Stadtwerke Münster ihr Geschäft kontinuierlich weiter. Den
Rahmen hierfür geben drei strategische Säulen:

» Wir sind der Dienstleister für eine intelligente und zukunftsfähige Ausrichtung der
Infrastruktur.

" Unseren Kunden bieten wir innovative kommunale Mehrwertdienste, mit denen wir
uns vom Wettbewerb deutlich abheben.

= Wir treiben Klimaschutz und Energieeffizienz voran und bauen die erneuerbaren
Energien innerhalb und außerhalb von Münster kontinuierlich aus.

Diese drei strategischen Säulen beschreiben die inhaltlichen Schwerpunkte und Stoßrich-
tungen, die die Stadtwerke Münster bei der Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen
sowie bei der Planung und Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen und sonstigen techni-
schen Projekten zugrunde legen.

Sie sind das Ergebnis eines strukturierten Prozesses, in dem die Unternehmensstrategie im
Geschäftsjahr 2015 analysiert und weiterentwickelt wurde.

06 4503 047 Anlage 1.1/1

Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2015 um 1,7 % an, wesentlich getragen von den privaten
Konsumausgaben. Die Gesamtstromerzeugung in Deutschland stieg in 2015 wieder um ca.
3,8 % an. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr
höheren gesamten Stromerzeugung in Deutschland stieg von 26,2 % in 2014 auf 30,0 % in
2015 (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Die Preise für Strom und Erdgas waren auch in 2015 weiter rückläufig, führen aber aufgrund
des langfristig vorlaufenden Einkaufs erst in den folgenden Jahren zu Entlastungen. Wettbe-
werber ohne langfristige Lieferverpflichtungen können weiterhin kurzfristig günstiger einkau-
fen und preisaggressiv im Markt auftreten.

Das Vertriebs- und Versorgungsgebiet der Stadtwerke Münster ist stark vom Handels- und
Dienstleistungssektor sowie von Privatkunden geprägt. Die konjunkturelle Entwicklung wirkt
sich daher grundsätzlich nur in begrenztem Maße auf die Geschäftsentwicklung aus. Ledig-
lich der Absatz an unsere Geschäftskunden zeigt eine stärkere Abhängigkeit von der Kon-
junkturentwicklung.

Geschäftsverlauf

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 übertrifft mit einem Jahresüberschuss von
18,8 Mio. EUR die Erwartungen des Wirtschaftsplans. Im operativen Geschäft konnten die
Ergebnisziele trotz der wirtschaftlichen Belastungen, die für die konventionelle Stromerzeu-
gung infolge der Energiewende weiterhin gegeben waren, auch in diesem Geschäftsjahr im
Wesentlichen erreicht, teilweise übertroffen werden. Der Energievertrieb hatte infolge der
milden Witterung auch in 2015 gegenüber dem Plan noch geringere Absatzmengen bei Gas
und Fernwärme zu verzeichnen. Der Wasservertrieb zeigte sich 2015 insgesamt stabil. Der
Ergebnisbeitrag des Energie- und des Wassernetzes lag über Plan.

Im Dezember 2015 konnte zwischen den Gesellschaftern der Gemeinschaftskraftwerk Stein-
kohle Hamm GmbH & Co. KG, Essen, hier den kommunal geprägten Gesellschafter ein-
schließlich der Stadtwerke Münster und der RWE Generation SE eine Einigung über die
Veräußerung der Kommanditanteile sowie die Aufhebung der Stromlieferverträge geschlos-
sen werden. Für den Verkauf des Kommanditanteils an die RWE Generation SE erzielten die
Stadtwerke Münster einen Erlös von 5,5 Mio. EUR. Für die Aufhebung des Stromlieferver-
trags wurde ein Abgeltungsbetrag von 38,5 Mio. EUR geleistet, der mit der Tilgung der aus-
gereichten Gesellschafterdarlehen verrechnet wurde. Durch die in vergangenen Geschäfts-
jahren gebildete Risikovorsorge für die Beteiligung Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle
Hamm GmbH & Co. KG, Essen, und den damit verbundenen Strombezug waren die wesent-
lichen Ergebnisbelastungen bereits berücksichtigt.

Die bei der Finanzbeteiligung FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven, zu reali-
sierende Ergebnisbelastung betrug nochmals 3,8 Mio. EUR durch die außerplanmäßige Ab-
schreibung einer von den Gesellschaftern 2012 beschlossenen Zuführung zur Kapitalrückla-
ge. Die Fahrgastzahlen im Geschäftsfeld Verkehr konnten auf dem hohen Niveau des Vor-
jahres gehalten werden.

Anlage 1.1/2 06 4503 047

Folgende zentrale finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden zur Darstel-
lung des Geschäftsverlaufs und der Lage der Gesellschaft herangezogen:

finanzielle T Ist 2015 Plan 2015 relative Veränderung
Indikatoren

Jahresüberschuss 18,8 Mio. EUR 5,9 Mio. EUR 218,6 %)
Umsatzerlöse 483,4 Mio. EUR 478,7 Mio. EUR 1,0%
Investitionen 38,7 Mio. EUR 46,6 Mio. EUR -17,0%
fnichtfinanzielle Indi-] Ist 2015 Plan 2015 relative Veränderung]
katoren

1

Stromabsatz 1.112 Mio. kWh 1.154 Mio. kWh -3,6 %
Erdgasabsatz 1.943 Mio. kWh 2.074 Mio. kWh -6,3%
Wärmeabsatz 565 Mio. AT 611 Mio. kWh - 75%
Wasserabsatz 16,2 Mio, m? 15,9 Mio. m?) +1,9%
Stromerzeugung 337 Mio. kWh 369 Mio. kWh -8,7%
Fahrgastzahlen 41,6 Mio. 40,1 Mio. +3,7%

Die Umsatzerlöse lagen leicht über dem Planansatz. Insbesondere im Gas- und Wärme-
markt konnten die Erlöse gegenüber dem witterungsbedingt schwachen Vorjahr gesteigert
werden.

Das gute operative Ergebnis sowie die Erträge aus der Auflösung von nicht mehr benötigten
Rückstellungen führten zu einem Jahresüberschuss von 18,8 Mio. EUR.

Die Investitionen in KWK-Anlagen wurden aufgrund der in 2015 lange unsicheren energiepo-
litischen Rahmenbedingungen und der weiterhin schwierigen Marktlage nicht in dem geplan-
ten Umfang realisiert.

Der Strom- und Gasvertrieb in die Region Münsterland konnte die abgesetzten Mengen
nochmals steigern. Positiv bleibt auch die Entwicklung beim Ökostrom. Die abgesetzten
Mengen konnten wiederum deutlich gesteigert werden.

Der Erdgas- und der Wärmeabsatz lagen witterungsbedingt vor allem im letzten Quartal
2015 unter Plan.

Die abgesetzte Menge Wasser übertraf den Plan leicht.
Die Stromerzeugung der GuD-Anlage lag insbesondere aufgrund der warmen Witterung im

letzten Quartal des Geschäftsjahres 2015 und einer damit verbundenen geringeren KWK-
Produktion unterhalb der Planmenge.

06 4503 047 Anlage 1.1/3

Die Fahrgastzahlen bestätigten die seit Jahren positive Entwicklung und konnten die hoch-
gesteckten Planwerte noch übertreffen.

Aufgrund der guten operativen Basis und angesichts der sowohl positiven wie belastenden
außerplanmäßigen Effekte ist das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 als gut zu bezeich-
nen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Personalbestand ging im Jahresdurchschnitt auf 1.028 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.080 Mitar-
beiter) um 4,8 % zurück. Durch konsequent effiziente Prozessgestaltung konnten die weiter-
hin hohen und sich stetig wandelnden gesetzlichen Anforderungen an die kaufmännischen
und technischen Prozesse in Energieversorgung und Verkehr mit weniger Personal erfüllt
werden.

Die Stadtwerke Münster setzen dabei weiter auf die Fachkenntnisse und die positive Kritik
ihrer Mitarbeiter zur Gestaltung effizienter Prozessabläufe sowohl bei täglichen Arbeitsrouti-
nen als auch im Rahmen umfangreicher Projekte.

Freie Stellen werden vorrangig intern ausgeschrieben und besetzt. Die Quote der internen
Besetzungen konnte in 2015 deutlich gesteigert werden und liegt mittlerweile bei ca. 70 %.
Die Stadtwerke Münster können durch die Flexibilität der Mitarbeiter deren spezifisches Un-
ternehmens- und Branchenwissen nutzen und werden diesen Weg der vorrangig internen
Besetzung in den kommenden Jahren konsequent weiter gehen.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse stiegen um 19,3 Mio. EUR (3,9%) von 496,1 Mio. EUR auf 515,4 Mio.
EUR. Nach Abzug der Energiesteuern von 32,0 Mio. EUR ergaben sich bereinigte Umsatzer-
löse in Höhe von 483,4 Mio. EUR. Mit dem Verkauf der drei Windenergieanlagen an die "Un-
sere Münster-Energie e.G." wurden Umsatzerlöse von 11,8 Mio. EUR erzielt. Zur Entwick-
lung des Energie- und Wasservertriebs siehe die Ausführungen im Absatz "Energie- und
Wasservertrieb".

Die Bestandsveränderung der unfertigen Leistungen von -8,8 Mio. EUR ergibt sich im We-
sentlichen aus dem Abgang der drei oben genannten, von den Stadtwerken Münster in den
Stadtteilen Amelsbüren und Roxel erstellten Windkraftanlagen.

Die aktivierten Eigenleistungen von 10,1 Mio. EUR entfallen vor allem auf die Aktivierung von
Verteilungsanlagen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 80,7 Mio. EUR um 3,1 Mio. EUR unter dem
Wert des vergangenen Geschäftsjahres (83,8 Mio. EUR). Sie enthalten im Wesentlichen die
Erträge aus der Verpachtung der Versorgungsnetze (31,5 Mio. EUR), die Erträge aus der
Erstattung der Konzessionsabgabe (12,6 Mio. EUR), Erträge aus der Auflösung von Rück-
stellungen (8,7 Mio. EUR) und dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens
(6,5 Mio. EUR) sowie Kostenerstattungen (4,3 Mio. EUR). Mit dem Verkauf des KG-Anteils
an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG wurde ein Ertrag von
5,5 Mio. EUR erzielt.

Der Materialaufwand ging um 8,2 Mio. EUR (2,0 %) von 404,2 Mio. EUR auf 396,0 Mio. EUR
zurück, maßgeblich durch die weiter rückläufigen originären Bezugskosten.

Anlage 1.1/4 06 4503 047

Die Personalaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2015 um 0,2 Mio. EUR (0,4 %) von
61,3 Mio. EUR auf 61,5 Mio. EUR gestiegen. Die Steigerung ergibt sich bei rückläufiger Mit-
arbeiterzahl im Wesentlichen aus der Tarifentwicklung.

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagever-
mögens und Sachanlagen lagen mit 24,2 Mio. EUR um 0,2 Mio. EUR über dem Wert des
Vorjahres von 24,0 Mio. EUR.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 52,3 Mio. EUR (im Vorjahr 47,4 Mio.
EUR). Die darin enthaltene Konzessionsabgabe an die Stadt Münster sowie die Stadt Dren-
steinfurt in Höhe von zusammen 17,2 Mio. EUR wurde voll erwirtschaftet. Die sonstigen be-
trieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen für Dienstleistungen, Kosten für betrieb-
liche Umstrukturierungen, Aufwendungen für Reparaturen sowie periodenfremden Aufwen-
dungen. Die periodenfremden Aufwendungen ergeben sich aus der Rückerstattung von
Konzessionsabgaben für Nachtspeicher-Heizstrom in Höhe von 0,7 Mio. EUR.

Das Finanzergebnis von -8,7 Mio. EUR wird weiterhin durch die Abschreibungen auf Finanz-
anlagen sowie deutlich niedrigeren Erträgen aus Gewinnabführungen geprägt. Die restliche
Wertberichtung auf das Darlehen an die Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH &
Co. KG sowie die außerplanmäßige Abschreibung des Buchwertes der Finanzbeteiligung
FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH aufgrund der Kapitalerhöhung zu Beginn des
Geschäftsjahres 2015 überwogen die Zinserträge und die Ergebnisbeiträge der Tochterge-
sellschaften bei weitem. Ebenfalls belasten die Zinsaufwände aus der Aufzinsung von Rück-
stellungen, im Wesentlichen für KVW-Verpflichtungen, mit 5,0 Mio. EUR das Finanzergebnis.

Aus der Veräußerung der Anteile an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH &
Co. KG sowie der damit verbundenen Abgeltungszahlung für die vorzeitige Aufhebung des
Stromliefervertrags ergeben sich auch steuerlich wirksame Verluste, die den Steueraufwand
2015 erheblich mindern.

Nach Abzug der Ertrags- und Betriebssteuern von insgesamt 3,9 Mio. EUR ergibt sich ein
Jahresüberschuss von 18,8 Mio. EUR.

Energie- und Wasservertrieb

Das Geschäftsfeld Energie- und Wasservertrieb entwickelte sich im Geschäftsjahr 2015 ins-
gesamt zufriedenstellend. Im Strommarkt konnte der Absatz gegenüber dem Vorjahr gehal-
ten werden. Zu der stabilen Entwicklung hat insbesondere der Stromvertrieb in die Region
Münsterland sowie die weiter positive Entwicklung des Ökostroms beigetragen, durch die
Rückgänge in einzelnen Kundensegmenten im Stammmarkt Münster aufgefangen werden
konnten. Die abgesetzte Menge im Berichtsjahr betrug 1.112,1 Mio. kWh (im Vorjahr
1.114,0 Mio. kWh).

Im Gasvertrieb konnte die abgesetzte Menge (ohne GuD-Anlage) gegenüber dem witte-
rungsbedingt schwachen Vorjahr über alle Kundensegmente auf 1.943 Mio. kWh (im Vorjahr
1.800 Mio. kWh) gesteigert werden. Der Witterungsverlauf hat sich insbesondere im ersten
Quartal 2015 dem statistischen Normaljahr wieder angenähert, aber die der Planung zu-
grunde liegenden durchschnittlichen Temperaturen aufgrund des überdurchschnittlich war-
men vierten Quartals nicht erreicht.

Im Wärmevertrieb konnte bei leicht steigender Anzahl an Kunden die abgesetzte Menge

wieder von 527,4 Mio. kWh auf 564,7 Mio. kWh gesteigert werden. Auch im Wärmemarkt hat
dazu der oben bereits dargestellte Witterungsverlauf beigetragen.

06 4503 047 Anlage 1.1/5

Im Wasservertrieb blieb die im Geschäftsjahr 2015 abgesetzte Menge mit 16,2 Mio. m? nach
16,1 Mio. m? im Vorjahr nahezu konstant. Aufgrund dieser leichten Mengenveränderung und
der zum 01.12.2015 angehobenen Preise stiegen die Umsatzerlöse von 31,6 Mio. EUR auf
32,0 Mio. EUR.

Versorgungsnetze

Im Geschäftsjahr 2015 wurden 23,8 Mio. EUR in den Ausbau der Versorgungsnetze, in die
Leitungsnetze, Hausanschlüsse und die zugehörigen Anlagen investiert. Der Schwerpunkt
lag neben dem Ausbau des Leitungsnetzes und der Hausanschlüsse bei den Schalthäusern,
Trafostationen und Umspannanlagen.

Im Bereich der Straßenbeleuchtung wurde der bestehende Vertrag mit der Stadt Münster bis
zum Jahr 2025 fortgeschrieben. Einsparpotenziale i.H.v. 0,7 Mio. EUR p.a. aus geänderten
rechtlichen Rahmenbedingungen sowie reduzierten Energiekosten aufgrund des Ersatzes
von Quecksilberdampf-Leuchten durch effiziente LED-Leuchten werden ab 2016 an die Stadt
Münster weitergegeben.

Erzeugung

Die Lage am Strommarkt hat sich im Geschäftsjahr 2015 für die konventionelle Erzeugung
nicht verbessert. Die Kosten wurden daher im Rahmen eines Optimierungsprogramms mit
den Schwerpunkten Personalkosten und Instandhaltungsaufwand weiter konsequent redu-
ziert.

Die Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG wurde im
Dezember 2015 - wie oben bereits erläutert - veräußert.

Die Erneuerbaren Energien entwickelten sich weiterhin positiv. Die Erträge der Fotovoltaik-
anlagen lagen bei konstanter installierter Leistung um ca. 7 % über Plan, die Erträge der
Windenergieanlagen erreichten sogar ca. 10 % über Plan. Die drei an den Standorten Müns-
ter-Amelsbüren und Münster-Roxel errichteten Anlagen wurden im Dezember 2015 wie vor-
gesehen an die "Unsere Münster-Energie e.G." übertragen.

Im Rahmen des Aufbaus eines kontinuierlichen Erneuerbare-Energien-Projektgeschäfts
konnten in Münster und im Münsterland mehrere Potenzialflächen für Windenergieanlagen
gesichert werden.

Die Integration fluktulerender erneuerbarer Energien kann zeitweise zu einem Stromüber-
schuss im Netz führen. Dadurch werden neue Technologien und Flexibilitätslösungen erfor-
derlich. Dies haben die Stadtwerke Münster entsprechend aufgegriffen durch die Investition
in einen Elektrodenkessel, mit dem zeitweise überschüssiger Strom in Wärme umgewandelt
werden kann. Die Stadtwerke Münster haben in 2015 einen solchen Elektrodenkessel mit
einer Leistung von 22 MW in den Wärmespeicher am Heizkraftwerk Hafen integriert und An-
fang 2016 in Betrieb genommen. Damit haben sich die Stadtwerke Münster zusätzliche Er-
tragspotenziale durch Bereitstellung negativer Regelenergie erschlossen.

Verkehr

Unser ÖPNV hat im Geschäftsjahr 2015 seine bereits gute Aufstellung in Münster weiter
verbessert. Die Anzahl der Fahrgäste erreichte 41,6 Mio. und stellt damit einen neuen Spit-
zenwert auf. Diese positive Entwicklung basiert weiterhin wesentlich auf dem Zuspruch der
Kunden zu unseren Abos und dabei vor allem dem e-Ticket. Die Zahl der Kunden in diesem
Segment stieg nochmals um 21,0 % auf über 81.000.

Anlage 1.1/6 06 4503 047

Die Umsatzerlöse des Verkehrsbetriebs stiegen im Geschäftsjahr 2015 um 3,2% auf
35,9 Mio. EUR. Durch die positive Entwicklung der Umsatzerlöse und ein konsequentes
Kostenmanagement ergibt sich eine Verbesserung des operativen Ergebnisses, also eine
Verringerung des strukturellen Verlustes um 8 %. Der operative Kostendeckungsgrad von
78,4 % kann weiterhin als zufriedenstellend bezeichnet werden.

Die infrastrukturelle Zukunftsfähigkeit des Verkehrsbetriebs ist durch alternative Antriebskon-
zepte im Bereich der Busflotte geprägt. In den vergangenen Jahren haben die Stadtwerke
Münster zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft einen rein elektrisch be-
triebenen Bus und die dafür erforderliche Schnellladetechnik für das Nachladen der Fahr-
zeugbatterien entwickelt. Für die Ladung von fünf Elektrobussen wurden insgesamt drei
Schnellladestationen installiert. Die Einführung und erste Testfahrten der Elektrobusse er-
folgten bereits in 2015, für 2016 ist die Aufnahme in den Linienbetrieb geplant.

Finanz- und Vermögenslage

Kapitalausstattung/Finanzierung

Im Geschäftsjahr 2015 wurde ein Jahresüberschuss von 18,8 Mio. EUR erwirtschaftet. Der
nach Anrechnung der bereits im Dezember 2015 geleisteten Vorabgewinnausschüttung von
6,1 Mio. EUR sowie des aus dem Geschäftsjahr 2014 vorgetragenen Verlusts von
3,0 Mio. EUR verbleibende Betrag von 9,7 Mio. EUR wurde in die Gewinnrücklagen einge-
stellt, so dass ein Bilanzergebnis von 0 EUR folgt.

Die schwankende Preisbildung an den Energiemärkten ermöglicht es aggressiven Wettbe-
werbern, sich unter Inkaufnahme höherer Risiken am kurzfristigen Markt zu günstigeren
Konditionen einzudecken, als dies die nachhaltige und längerfristig orientierte Beschaffungs-
politik der Stadtwerke Münster erlaubt. Dem daraus resultierenden latenten Wettbewerbsrisi-
ko bzw. den aus den mark-to-market-bewerteten Preisrisiken und den Risiken aus der Insol-
venz des Vertragspartners AC Biogas haben die Stadtwerke Münster durch Bilanzierung
angemessener Drohverlustrückstellungen zum Bilanzstichtag (38,8 Mio. EUR; Vorjahr:
34,3 Mio. EUR) gezielt Rechnung getragen.

Die Investitionen mit Schwerpunkten bei den Verteilungsanlagen betrugen im Geschäftsjahr
38,7 Mio. EUR.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind weiterhin wesentlich geprägt durch das
2012 aufgenommene Schuldscheindarlehen in Höhe von 70 Mio. EUR, das vorrangig der
langfristigen Finanzierung der strategischen Projekte, insbesondere in der regenerativen
Energieerzeugung, dient.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren mit 49,9 Mio. EUR um 2,4 Mio.
EUR geringer als im Vorjahr.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter sowie gegenüber
verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht,
wurden im Bilanzausweis wiederum soweit zulässig zusammengefasst. Sie gingen um
2,8 Mio. EUR auf zusammen 5,0 Mio. EUR zurück, wesentlich bedingt durch die geringeren
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen eine Beteiligungsverhältnis besteht.

Die liquiden Mittel verringerten sich im Geschäftsjahr um 7,0 Mio. EUR auf 54,4 Mio. EUR.

06 4503 047 Anlage 1.1/7

Vermögen

Das Sachanlagevermögen erreichte im Berichtsjahr nach einem Anstieg um 11,8 Mio. EUR
auf 267,1 Mio. EUR einen Anteil von 55,9 % an der Bilanzsumme. Mit dem Verkauf von nicht
betriebsnotwendigen Grundstücken wurden Erträge von 0,4 Mio. EUR erzielt.

Die Finanzanlagen gingen im Geschäftsjahr 2015 nochmals um 3,8 Mio. EUR auf
55,8 Mio. EUR zurück, im Wesentlichen durch die noch verbliebene anteilige Abschreibung
des an die Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG ausgereichten Dar-
lehns.

Die Vorräte gingen um 5,4 Mio. EUR auf 11,8 Mio. EUR zurück, vor allem durch den Verkauf
der drei von den Stadtwerken Münster in den Stadtteilen Amelsbüren und Roxel errichteten
Windkraftanlagen, die an die Bürgergenossenschaft "Unsere Münster Energie eG" veräußert
wurden.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um 10,3 Mio. EUR auf 22,9 Mio. EUR
nahezu verdoppelt. Enthalten sind hier Forderungen aus beantragten, aber noch nicht ge-
zahlten Steuererstattungen sowie aus noch nicht fälliger Vorsteuer.

Die liquiden Mittel gingen von 61,4 Mio. EUR auf 54,4 Mio. EUR zurück. Die Liquidität wird
zur Finanzierung saisonaler Schwankungen im Bestandsgeschäft und der Erweiterungsin-
vestitionen vorgehalten.

Die Vermögens- und Finanzlage bildet mit einer Eigenkapitalquote von 31,0 % weiterhin eine
valide wirtschaftliche Basis für die weitere Strategie- und Geschäftsentwicklung der Stadt-
werke Münster.

Nachtragsbericht

Nach Ende des Geschäftsjahres 2015 sind bis heute keine Ereignisse von wesentlicher Be-
deutung für die Stadtwerke Münster eingetreten.

Anlage 1.1/8 06 4503 047

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Konjunkturelle Entwicklung

Aufgrund der verhältnismäßig geringen Industrieprägung der Kundenstruktur ist der Energie-
absatz der Stadtwerke Münster weitgehend unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen.
Entscheidende Impulse für die Ertragskraft gehen hingegen von der Preisentwicklung auf den
Rohstoffmärkten für die Primärenergieträger Erdöl, Erdgas und Kohle sowie von der auch stark
durch die nationale Energiepolitik in Deutschland geprägten Preisentwicklung auf dem Strom-
erzeugungsmarkt aus.

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland wird im Jahr 2016 nach der Progno-
se der IKB Deutsche Industriebank bei 1,4 % liegen und damit auf dem gleichen moderaten
Niveau wie 2015 liegen. Moderate bis abgeschwächte Wachstumserwartungen gelten auch für
den Euroraum und für China als einem der wichtigsten Nachfrager von Primärenergieträgern.

Diese Erwartung spiegelt sich nach wie vor deutlich in den aktuell immer noch niedrigen Roh-
stoffpreis-Notierungen wider. Der Weltmarktpreis für Steinkohle erreichte in den ersten beiden
Monaten des Jahres 2016 historische Tiefststände.

Energiepolitische Rahmenbedingungen

Die Hoffnung der Stadtwerke-Branche auf eine Neuregelung der Förderung von modernen und
umweltfreundlichen Erzeugungsanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung hat sich Ende 2015 erfreu-
licherweise erfüllt. Mit der nun beschlossenen KWK-Förderung lassen sich diese Anlagen nun
für den beschlossenen Förderzeitraum von 2016 bis 2019 wieder wirtschaftlich betreiben und
können ihren wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten.

Für den Bereich der Onshore-Windenergie ist für 2016 bereits ein "Run" auf potenzielle Anla-
genstandorte entstanden, da ab 2017 im Rahmen einer weiteren EEG-Novelle die bis dato
garantierte Einspeisevergütung auf das sogenannte Auktionsmodell umgestellt werden wird.
Danach wird derjenige Investor den Zuschlag für die Anlagenerrichtung bekommen, der die
niedrigste Einspeisevergütung für den Strom aus seinen zu errichtenden Anlagen anbietet.
Viele Projektentwickler konkurrieren deshalb in 2016 um den Zuschlag für Standorte mit der
bisherigen, Kalkulationssicherheit schaffenden Vergütungsregelung.

Ende Februar 2016 hat das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende seine erste Lesung
im deutschen Bundestag durchlaufen. Auf die Energieversorger werden mit der Umsetzung
des Gesetzes nicht unerhebliche Prozessveränderungen und zusätzliche Kosten zukommen,
da hohe Investitionen in neue, zusätzliche IT-Systeme und die Zählerinfrastruktur erforderlich
sind. Im Gegensatz zum noch schwer zu kalkulierenden Kostenvolumen hat der Gesetzgeber
den Energieversorgern aber bereits eine feste Preisobergrenze vorgegeben, die aus heutiger
Perspektive kaum kostendeckend sein kann. Die Stadtwerke Münster haben bereits frühzeitig
die Notwendigkeit erkannt, im Bereich der Smart Meter-Thematik Potenziale für Kostensyner-
gien zu schaffen und vor einigen Jahren gemeinsam mit den Stadtwerken Osnabrück das Zäh-
lermanagement in der gemeinsamen Tochtergesellschaft smartOPTIMO GmbH & Co. KG zu-
sammengeführt. Seitdem gewinnt smartOPTIMO kontinuierlich neue Kunden und Gesellschaf-
ter, so dass hier weitere Optionen zur Stückkostendegression für die zukünftigen, fixkostenin-
tensiven Smart Metering-Strukturen entstehen.

06 4503 047 Anlage 1.1/9

Die nach wie vor sehr niedrigen Preise im EU-weiten CO2-Handel bewirken weiterhin keine
relative Verbesserung der Produktionskosten umweltfreundlicher Energieerzeugungsanlagen.
Die europäische Union besitzt offenbar weiterhin nicht den politischen Willen und die Eini-
gungsfähigkeit, das signifikante Überangebot an CO2-Zertifikaten so zu reduzieren, dass die
entsprechenden Emissionen aus veralteten Kohlekraftwerken und damit deren Produktions-
kosten hinreichend verteuert werden.

Aktuelle Preisentwicklungen

Die Forwardnotierungen für die börsengehandelten Commodities Strom, Gas und Kohle für
das Beschaffungsjahr 2016 waren im Laufe des Jahres 2015 von einer deutlichen Baisse ge-
prägt. Zwischen Januar und Dezember 2015 sanken die entsprechenden Forwardpreise für
Strom um 13%, für Erdgas um 26 % und für Steinkohle um 32 %. Der Ölpreis als globaler
Indikator reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 35 %. Eine schwache Weltkonjunktur sowie
ein international erhebliches Überangebot sind hier ursächlich, beim Strom tritt der deutliche
Überhang an Erzeugungskapazitäten in Deutschland hinzu. Aufgrund der längerfristig ausge-
richteten, mehrjährigen Beschaffungsstrategie der Stadtwerke Münster wirken die gesunkenen
Primärenergiekosten allerdings nur partiell und sukzessive positiv auf die Kostenstruktur des
Beschaffungsportfolios. Dadurch ist eine Zunahme des Wettbewerbsdrucks auf die Absatz-
preise zu spüren. Entsprechend haben die Stadtwerke Münster die Arbeitspreise für Privat-
kundenprodukte im Festpreissegment Münster:garantiert für Strom und Gas nach bereits par-
tiell erfolgten Preissenkungen in 2015 im Februar 2016 erneut um ca. 4 % bzw. ca. 7 % redu-
ziert. Die übrigen Preise im Stromvertrieb können trotz der zum 1. Januar 2016 gestiegenen
staatlichen Umlagen konstant gehalten werden, ebenso die Erdgaspreise. Der Fernwärme-
preis ist preisformelbedingt ab Januar 2016 um ca. 6,4 % reduziert worden, wohingegen der
Wasserpreis nach der Anpassung aus Dezember 2015 für das Jahr 2016 unverändert bleibt.
Die Preise des öffentlichen Personennahverkehrs werden zum 1. August 2016 voraussichtlich
um moderate 1,7 % zum Ausgleich von Kostensteigerungen angehoben.

Entwicklung der Absatzmengen

Die Monate Januar und Februar sind üblicherweise die kältesten Monate des Jahres und damit
bereits prägend für die Absatzmengen in den wärmegeführten Sparten der Gas- und der
Fernwärmeversorgung. Die als Maßgröße für den Vergleich zum langfristigen Temperaturmit-
tel herangezogene Gradtagszahl liegt kumuliert für die ersten beiden Monate des Jahres 2016
um ca. 4% unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Damit befinden sich die Temperaturen
und folglich auch die Absatzmengen für Gas und Fernwärme noch innerhalb des üblichen To-
leranzbereiches der Jahresplanung. Auch die nur in geringem Maße temperaturbeeinflussten
Absatzmengen in den Sparten Strom und Wasser befinden sich für die ersten beiden Monate
des Jahres in etwa auf dem geplanten Niveau.

Anlage 1,1/10 06 4503 047

Strategie, Chancen und Risiken

Im Jahr 2015 haben die Stadtwerke Münster ihre Unternehmensstrategie in einem strukturier-
ten Prozess analysiert und einem Review unterzogen. Im Ergebnis wurde die strategische
Säule "Infrastrukturdienstleister für die Region" weiterentwickelt zum "Dienstleister für eine
intelligente und zukunftsfähige Ausrichtung der Infrastruktur". Dies greift insbesondere die
neuen Anforderungen aus der Digitalisierung der Energiewende, somit die Thematiken von
Smart Grids und Smart Metering, aber auch die Zukunftsperspektive eines elektromobilen
öffentlichen Personennahverkehrs auf.

Die strategische Säule der Entwicklung kommunaler Mehrwertdienste zur weiteren Differen-
zierung vom Wettbewerb wurde unverändert bestätigt.

Die strategische Säule des Ausbaus Erneuerbarer Energien wurde unter dem übergreifen-
den Aspekt des Klimaschutzes um das Thema der Energieeffizienz als weiteren Hebel für
Geschäftsmodelle rund um die Energiewende ergänzt.

Grundlage für die strategische Weiterentwicklung ist das Kerngeschäft des Unternehmens.
Dabei bilden Qualität und Effizienz im Kerngeschäft das Fundament des langfristigen Unter-
nehmenserfolgs der Stadtwerke Münster.

In Anlehnung an die drei strategischen Säulen werden im Folgenden einige zentrale Maß-
nahmen und Projekte näher beschrieben.

« Dienstleister für eine intelligente und zukunftsfähige Ausrichtung der Infrastruktur

Die bisherige Strategie des regionalen Infrastrukturdienstleisters wurde geschärft. Als Dienst-
leister für die intelligente und zukunftsfähige Ausrichtung der Infrastruktur tragen die Stadt-
werke Münster der Notwendigkeit Rechnung, die Energie-, Wasser- und Nahverkehrs-
Infrastruktur gezielt an die Anforderungen einer wachsenden, digitalen Stadt anzupassen.

In der Stromnetzinfrastruktur bedeutet der Weg zu intelligenten Netzen zum einen die ver-
stärkte Erfassung und Auswertung von Daten, zum anderen die intelligente Netzführung
durch entsprechende Leittechnik sowie regelbare Anlagenkomponenten im Netz. So inves-
tieren die Stadtwerke Münster beispielsweise in eine neue Querverbund-Netzleitstelle, die
eine optimierte Überwachung und Betriebsführung der Netze über alle Sparten hinweg er-
möglicht.

Für 2016 sind zudem seitens der münsterNETZ GmbH Investitionen in 3 regelbare Ortsnetz-
stationen vorgesehen, die volatile Lastsituationen, die durch regenerative Erzeugung über
dezentrale Fotovoltaikanlagen verursacht werden, über eine intelligente Netzsteuerung abfe-
dern können.

= Innovative kommunale Mehrwertdienste

Die tragende Plattform für die Weiterentwicklung kommunaler Mehrwertdienstleistungen ist
weiterhin die elektronische Stadtwerke Pluscard. Nachdem, wie angekündigt, in 2015 das be-
reits umfangreiche Nutzungsspektrum um die Option der Bezahlfunktion für bargeldloses Taxi-
fahren erweitert wurde, wird in 2016 die Karte auch für das Carsharing in Kooperation mit dem
Münsteraner Anbieter "Stadtteilauto" freigeschaltet. Neben der bequemen Abrechnungsfunkti-
on fungiert die Stadtwerke Pluscard dabei auch als "elektronischer Schlüssel" für die Fahrzeu-
ge. Parallel wird an der Erweiterung der Pluscard zur Touristik-Card gearbeitet, die den Eintritt
Zu verschiedenen renommierten Münsteraner Museen mit der ÖPNV-Nutzung kombiniert.

06 4503 047 Anlage 1.1 / 11

Abgeleitet aus dem Strategieprozess 2015 werden die Stadtwerke Münster zudem eine noch
stärkere vertriebliche Zusammenführung der Kundensegmente aus den Geschäftsfeldern
Energie und ÖPNV über ein einheitliches Customer-Relationship-System (CRM) vorantreiben.
Über die Kombination bisher getrennter Vertriebskanäle sollen jeweils neue Kundensegmente
erschlossen werden.

= Klimaschutz und Energieeffizienz sowie Ausbau erneuerbarer Energien innerhalb
und außerhalb von Münster

Die Ausbaustrategie für die regenerative Erzeugung wird mit dem Schwerpunkt auf der
Windenergie an Land konsequent weiterverfolgt. Ende 2015 konnten die im Vorjahr in Müns-
ter errichteten drei Windenergieanlagen erfolgreich an die durch die Stadtwerke initiierte Bür-
gergenossenschaft "Unsere Münster Energie" übertragen werden. Die in dieser Form der Pro-
jektenwicklung von Windenergieanlagen gesammelten Erfahrungen sollen in 2016 auch in
weitere Windprojekte eingebracht werden. Mehrere Standorte in Münster und der Region be-
finden sich aktuell in der Entwicklung. Überwiegend wird dabei die Variante der Projektentwick-
lung mit anschließender Veräußerung an Investoren avisiert, ein kleinerer Teil der Anlagen
wird bei stabiler Eigenkapitalquote in das Anlagevermögen der Stadtwerke übernommen. Zu-
gleich bieten die Stadtwerke Münster im Verkaufsmodell an, die Betriebsführung für diese
Anlagen durchzuführen. Im Falle der Entwicklung im Stadtgebiet Münster steht zur Finanzie-
rung der Anlagen die Überführung in Bürgerbeteiligungen im Vordergrund, um den Bürgern
in Münster und vor allem den Anliegern der Windkraftanlagen die Beteiligung an der Ener-
giewende zu ermöglichen.

Mit der Stoßrichtung der Energieeffizienz unterstützen die Stadtwerke Münster ihre Ge-
schäftskunden bei der Identifikation von Energieeinsparpotenzialen und bieten ihnen die Im-
plementierung eines Energieaudits und eines Energiemanagementsystems an. Da bestimm-
te Unternehmen inzwischen durch das Energiedienstleistungsgesetz dazu verpflichtet sind,
regelmäßig ein Energieaudit durchzuführen, ist diese Dienstleistung in 2015 bereits gut an-
genommen worden und soll auch in Zukunft entsprechend fortgeführt werden.

= Weitere Chancen und Risiken

Mit der Weiterentwicklung der genannten strategischen Bausteine verbinden die Stadtwerke
Münster überwiegend Chancen für die langfristige Unternehmensentwicklung. Darüber hinaus
konnte mehreren der in der Prognose für das Geschäftsjahr 2015 aufgeführten, signifikanten
Risiken inzwischen erfolgreich begegnet werden.

So gelang Ende 2015 der rechtswirksame Ausstieg aus dem verlustreichen Engagement beim
Gemeinschafts-Steinkohlekraftwerk "Black Gekko". Die Ergebniswirkungen daraus wurden
überwiegend bereits im Jahresabschluss 2014 verarbeitet. Ab 2016 sind die Stadtwerke Müns-
ter nun vollständig von der Notwendigkeit entlastet, jährlich erhebliche Drohverlustrückstellun-
gen für Black Gekko zuzuführen.

Mit der Novellierung des KWK-Gesetzes Ende 2015 wurde zudem mit Wirkung ab 2016 die bis
dahin infolge des Strompreisverfalls schwere wirtschaftliche Schieflage unseres hochmoder-
nen, umweltfreundlichen und technisch effizienten GuD-Kraftwerks zumindest bis einschließ-
lich 2019 beseitigt, indem der Gesetzgeber im Sinne der Energiewende eine Förderung für
hocheffiziente Bestandsanlagen gem. 8 2, Nr. 8 des Gesetzes zur Neuregelung des KWK-G
vom 21. Dezember 2015 eingeführt hat.

Für 2017 sieht der Gesetzgeber zudem den Start für den Rollout des Smart Metering vor.
Überwiegend zur Bewältigung dieser Aufgabe haben die Stadtwerke Münster bereits vor
einigen Jahren gemeinsam mit den Stadtwerken Osnabrück ihre Tochtergesellschaft
smartOPTIMO GmbH & Co. KG gegründet. Im Jahr 2016 werden die entsprechenden

Anlage 1.1/12 06 4503 047

IT-Systeme und -prozesse aufgebaut, um zukünftig die Massendatenströme aus den intelli-
genten Messsystemen der Kunden aufnehmen und verarbeiten zu können. Aufgrund der
durch den Gesetzgeber fixierten sehr niedrigen Erlösobergrenze für die Smart Meter entsteht
ein grundsätzliches Kostendeckungsrisiko für die Energieversorgungsunternehmen. Da für
die Umsetzung des Smart Metering große IT-Systeme mit signifikanten fixen Kosten benötigt
werden und zugleich von einem hohen Standardisierungsgrad der Prozesse auszugehen ist,
setzen die Stadtwerke Münster in diesem Feld strategisch auf Kooperation mit anderen
Stadtwerken, um eine möglichst hohe Kostendegression verbunden mit Know-how-
Synergien zu erreichen. Es zeichnet sich für 2016 bereits ein großes Beteiligungsinteresse
weiterer Stadtwerke ab, und es ist zu erwarten, dass sich das Gesellschafterportfolio von
smartOPTIMO in 2016 noch deutlich vergrößern wird.

Über die klassischen Geschäftsfelder in den Bereich Energie und Verkehr hinaus werden die
Stadtwerke Münster zudem in 2016 die Potenziale ihres umfangreichen Glasfasernetzes im
Hinblick auf strategische und wirtschaftliche Potenziale prüfen. Dieses Netz ist bisher lang-
fristig an ein Unternehmen der Telekommunikationsbranche vermietet. In einigen Jahren
wird aber das Ende der Vertragslaufzeit erreicht. Nachdem das Kundeninteresse an Glasfa-
seranschlüssen lange Zeit in Deutschland eher zurückhaltend war, entwickelt sich in jüngerer
Zeit auf dem Gewerbe- aber auch auf dem Privatkundensektor, getrieben durch immer auf-
wändigere, datenintensive Internetanwendungen bis hin zu rein internetbasierten TV-Ange-
boten, eine erkennbare Nachfragesteigerung nach breitbandigen TK-Anschlüssen.

Ein signifikantes Risiko aus 2015 bestand in der Belastung der Stadtwerke-Bilanz durch für die
kommenden Jahre erforderliche Eigenkapitalzuführungen an die Beteiligung Flughafen Müns-
ter/Osnabrück GmbH (FMO). Inzwischen konnte über den Managementkontrakt mit der Stadt
Münster als Gesellschafter der Stadtwerke vereinbart werden, dass die zukünftigen Kapitalzu-
führungen an den FMO durch entsprechende Einlagen der Stadt Münster in die Kapitalrückla-
ge der Stadtwerke Münster vollständig kompensiert werden. Damit werden die Abschreibun-
gen der Stadtwerke Münster auf die nicht werthaltigen Zuführungen an den FMO zwar das
Jahresergebnis der Stadtwerke belasten, wobei dieser Sachverhalt bereits in der mittelfristigen
Ergebnisplanung berücksichtigt ist. Es entsteht aber für die Stadtwerke daraus weder eine
Beeinträchtigung der Eigenkapitalguote noch eine Belastung der Liquidität. Die Konformität
dieses Vorgehens mit dem Beihilferecht der Europäischen Union wurde Anfang 2016 über die
Durchführung eines Private-Investor-Tests für die Stadtwerke Münster bestätigt.

Nach wie vor verbleibende Risiken für die mittelfristige Ergebnisentwicklung sehen die Stadt-
werke Münster in möglichen Auswirkungen der Regulierung der Strom- und Gasnetze durch
die Bundesnetzagentur einschließlich der neuen kostentreibenden Anforderungen aus dem
Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende und im anhaltenden Wettbewerbsdruck auf die
Vertriebsmargen in der Energieversorgung. Ferner besteht das Insolvenzrisiko bei Großkun-
den. Hinzu kommen Entwicklungsrisiken für den vorgesehenen Ausbau der regenerativen
Energien für den Fall, dass das ab 2017 greifende Auktionsmodell für Windenergiestandorte
nicht mehr zu akzeptablen Investitionsrenditen führen würde und insofern ein wichtiges Ent-
wicklungspotenzial auch für die Stadtwerkebranche nicht mehr nutzbar wäre.

Positive Sondereffekte für das Ergebnis 2016 lassen sich hingegen weiterhin aus dem Verkauf
von Hafengrundstücken der Stadtwerke Münster erzielen. Nach wie vor existiert eine gute
Nachfrage nach diesen attraktiven Lagen, und es werden auch in 2016 diverse Grundstücks-
transaktionen mit potenziellen Käufern verhandelt.

06 4503 047 Anlage 1.1/13

Darüber hinaus ist das seit nunmehr fast zwei Jahren schwebende Steuerverfahren zwischen
den Finanzbehörden und der ehemaligen Beteiligung „Energiehandelsgesellschaft West‘ noch
weiter anhängig. Wirtschaftliche Risiken drohen den Stadtwerken Münster daraus nicht mehr,
bei positivem Ausgang des Verfahrens stehen den Stadtwerken hingegen Rückflüsse aus
einem Besserungsschein zu.

Leistungsindikatoren

Der geplante Jahresüberschuss des Jahres 2016 liegt mit einem Betrag von 13,0 Mio. EUR
deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Wichtige Beiträge zu dieser Ergebnisverbesse-
rung leisten insbesondere der mit dem Ausstieg aus der Black-Gekko-Beteiligung einherge-
hende Wegfall bis dato erforderlicher Drohverlustrückstellungen sowie die ab 2016 für vier
Jahre greifende gesetzliche Förderung von modernen Bestandsanlagen der Kraft-Wärme-
Kopplung. Im Ergebnis 2015 wirken hingegen Sondereffekte wie der Verkauf von Windener-
gieanlagen an eine Münsteraner Bürgergenossenschaft sowie die deutliche Minderung von
Ertragsteuern infolge der Nutzung des aus dem Black Gekko-Ausstieg resultierenden Verlust-
vortrags. Für die übrigen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der Stadtwerke
Münster wird folgende Entwicklung erwartet:

finanzielle Ist 2015 Plan 2016 relative

Indikatoren Veränderung
Jahresüberschuss 18,8 Mio. € 13,0 Mio. € -30,8 %
Umsatzerlöse 483,4 Mio. € 502,0 Mio. € +3,8%
Investitionen* 38,7 Mio. € 36,9 Mio. € - 4,7%
nicht-finanzielle Indi- Ist 2015 Plan 2016 relative Verän-

katoren derung

Stromabsatz 1.112 Mio. kWh 1.192 Mio. kWh +72%
Erdgasabsatz 1.943 Mio. kWh 2.186 Mio. kWh + 12,5 %
Wärmeabsatz 565 Mio. kWh 615 Mio. kWh +88 %
Wasserabsatz 16,2 Mio. m? 16,0 Mio. m? - 1,2%
Stromerzeugung IE 337 Mio. kWh 453 Mio. kWh + 34,4 %
Fahrgastzahlen 41,6 Mio. 44,5 Mio. +70%

* Sachanlagevermögen abzgl. Zuschüsse

Die Entwicklung der Umsatzerlöse im Jahr 2015 verlief infolge des sehr milden Winters im vier-
ten Quartal deutlich unterdurchschnittlich. Für das Planjahr 2016 wird wiederum von einem
jahresüblichen Temperaturverlauf, verbunden mit Absatzmengensteigerungen durch erfolgrei-
che Neukundenakquisition im Privat- und Geschäftskundenbereich in den Geschäftsfeldern
Strom- und Gasvertrieb, ausgegangen.

Die geplanten Investitionen des Jahres 2016 berücksichtigen u.a. den Bau einer zusätzlichen
Transportleitung aus dem Wasserwerk Hornheide zur Erhöhung der Versorgungssicherheit
sowie der Umbau des Servicecenters mobile an der Bahnhofstraße zur Verbesserung des
Kundenservices.

Anlage 1.1/ 14 06 4503 047

Während der historisch milde Winter im letzten Quartal 2015 auch zu leicht verminderten
Stromabsatzmengen geführt hat, erwarten die Stadtwerke Münster für das Jahr 2016 eine
deutliche Absatzmengensteigerung durch zunehmende Vertriebserfolge im Privatkundenseg-
ment in der Region Münsterland, aber auch durch die Gewinnung weiterer Geschäftskunden.
Signifikant haben sich die hohen Temperaturen des Winters 2015 auf die Absatzmengen im
Gas- und Wärmevertrieb ausgewirkt, die deutlich unterdurchschnittlich ausgefallen sind. Für
2016 werden im Gasvertrieb wieder ein Temperaturverlauf entsprechend dem langjährigen
Mittel sowie eine Mengensteigerung insbesondere im Geschäftskundenbereich angenommen.
Der Fernwärmeabsatz für 2016 ist ebenfalls auf einem durchschnittlichen Niveau unter An-
nahme eines moderaten Wachstums von Neukundenanschlüssen geplant. Der Wasserabsatz
wird sich voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau bewegen.

Der erheblich über dem Vorjahres-Ist liegende Planansatz für die Stromerzeugung spiegelt
insbesondere die aufgrund der wieder eingeführten KWK-Förderung ab 2016 zurückgewonne-
ne Rentabilität der Erzeugung in der GuD-Anlage der Stadtwerke Münster wider.

Auch der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Münster hat sich für das Jahr 2016 das ambitionierte
Ziel gesetzt, nochmals eine signifikante Steigerung der Fahrgastzahlen zu erreichen. Die Stei-
gerung um nochmals 3 Mio. Fahrgäste gegenüber dem Spitzenwert aus 2015 resultiert aber
neben der kontinuierlichen Nachfragesteigerung aufgrund der attraktiven eTicket-Optionen
auch aus zwei Sondereffekten, nämlich der Übernahme einer zusätzlichen Linienkonzession
von einem bisherigen Marktpartner sowie einer Zahl von rd. 4.000 Flüchtlingen im Stadtgebiet
Münster, die über den von Seiten der Stadt Münster finanziell geförderten Münster-Pass die
Möglichkeit erhalten, den ÖPNV in Münster kostengünstig zu nutzen.

Angaben gemäß dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Män-
nern an Führungspositionen

Am 1. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an
Führungspositionen in Kraft getreten, welches das Ziel verfolgt, den Anteil von Frauen an Füh-
rungspositionen in Unternehmen zu erhöhen.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster hat sich für die erstmals zu erfüllende gesetzliche
Frist bis zum 30. Juni 2017 eine Zielquote für die Besetzung mit Frauen in Höhe von 16,7 %in
Relation zum Status quo zum 31. Dezember 2015 von 5,6 % gesetzt.

Die Stadtwerke Münster begrüßen ausdrücklich die Bewerbung von Frauen für Führungsposi-
tionen. Allerdings ist bei den vorhandenen Führungspositionen der ersten und zweiten Füh-
rungsebene für die nächste Zeit nicht mit einer entsprechenden Fluktuation zu rechnen.

Die Stadtwerke Münster haben aus diesem Grunde für die Frist bis zum 30. Juni 2017 als Ziel-
quote für die Besetzung von Stellen in den ersten beiden Führungsebenen inklusive der Ge-
schäftsführung den aktuellen Status quo zum 31. Dezember 2015 in Höhe von 12,5 % festge-
legt.

Grundsätzlich haben die Stadtwerke Münster als Rahmenbedingung für die Erfüllung zukünfti-
ger Zielquoten festgelegt, dass bisher entsprechende mit Männern besetzte Führungspositio-
nen frei werden, die Verfügbarkeit und Kompetenzen der Bewerberinnen männlichen Bewer-
bern gegenüber gleichwertig sind und keine geeigneten internen Bewerber für die jeweils zu
besetzende Position zur Verfügung stehen.

Zudem haben sich die Stadtwerke Münster entschieden, sofern sich sowohl Frauen als auch
Männer auf freie Stellen beworben haben, bei gleicher Qualifikation immer mindestens eine
Frau in die Endrunde des Bewerbungsverfahrens einzuladen, um Frauen auf diese Weise ge-
zielter Optionen für Führungspositionen bieten zu können.

06 4503 047 Anlage 1.1/15

Öffentliche Zwecksetzung nach der Gemeindeordnung NRW

Über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und Zweckerreichung der Stadtwerke
Münster im Geschäftsjahr 2015 gemäß $ 108 Abs. 3 Nr. 2 der Gemeindeordnung Nordrhein-
Westfalen wird gleichzeitig mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht an den Gesell-
schafter getrennt berichtet. Die öffentliche Zwecksetzung und Zweckerreichung wurden einge-
halten.

Die Stadtwerke Münster GmbH stellt für das Geschäftsjahr 2015 einen Konzernabschluss so-
wie einen Konzernlagebericht auf.

Münster, den 30. Mai 2016

Stadtwerke Münster GmbH
Dr. Henning Müller-Tengelmann Dr. Dirk Wernicke
(kaufmännischer Geschäftsführer) (technischer Geschäftsführer)

Anlage 1.1/16 06 4503 047

Deloitte. Deloitte & Touche GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

6 WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Wir haben dem Jahresabschluss und dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 der Stadtwerke
Münster GmbH, Münster, in der Fassung der Anlage 1 den folgenden unter dem 30. Mai 2016 unter-
zeichneten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss — bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie An-
hang unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Stadtwerke Münster GmbH,
Münster, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 geprüft. Nach $ 6b Abs. 5
EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach $ 6b Abs. 3
EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach $ 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätig-
keitsabschlüsse aufzustellen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und La-
gebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen
des Gesellschaftsvertrags sowie die Einhaltung der Pflichten nach $ 6b Abs. 3 EnWG liegen in der
Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der
von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der
Buchführung und über den Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung
nach $ 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß $ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorge-
nommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße,
die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ord-
nungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hin-
reichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach $ 6b Abs. 3
EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen wer-
den die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der
Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung
werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise
für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der
Pflichten zur Rechnungslegung nach $ 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben
beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der we-
sentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresab-
schlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der
Konten nach $ 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der
Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere
Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

06 4503 047 . 29

Del oitte [a Deloitte & Touche GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat
zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jah-
resabschluss der Stadtwerke Münster GmbH, Münster, den gesetzlichen Vorschriften und den ergän-
zenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ord-
nungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss,
vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach $ 6b Abs. 3 EnWG, wonach für

die Tätigkeiten nach $ 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzu-
stellen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt."

30 06 4503 047

Se

=
Deloitte Deloitte & Touche GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

7 SCHLUSSBEMERKUNG

Den vorstehenden Bericht über unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts für das
Geschäftsjahr 2015 der Stadtwerke Münster GmbH, Münster, erstatten wir in Übereinstimmung mit
den gesetzlichen Vorschriften und den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Berichterstattung bei
Abschlussprüfungen (Prüfungsstandard des Instituts der Wirtschaftsprüfer — IDW PS 450).

Zu dem von uns erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk verweisen wir auf Abschnitt 6
"Wiedergabe des Bestätigungsvermerks".

Düsseldorf, den 30. Mai 2016

Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

u X /WIRTSCHAFTS-
PRÜFUNGS-

(Jahn) (Pentschev)
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Für Veröffentlichungen oder die Weitergabe des Jahresabschlusses und/oder des Lageberichts in einer von der testierten Fas-
sung abweichenden Form sowie für den Fall der Übersetzung in andere Sprachen bedarf es zuvor unserer erneuten Stellung-
nahme, falls dabei der von uns erteilte Bestätigungsvermerk zitiert wird oder ein Hinweis auf unsere Jahresabschlussprüfung

erfolgt; wir weisen hierzu auf die Bestimmungen des $ 328 HGB hin.

06 4503 047 SNR2016117061 31

Beschlussvorlage

4501 Zeichen

V/0512/2016 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Finanzen und Beteiligungen 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Jahresabschluss 2015 der Stadtwerke Münster GmbH 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
Der Vertreter der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Münster GmbH 
wird ermächtigt, folgende Entscheidungen zu treffen:  
 
1. Der Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12.2015 , der vom Abschluss prüfer 
Deloitte & Touche GmbH, Wirtschaftsprüfergesellschaft, testiert und mit dem uneingeschränkten 
Bestätigungsvermerk versehen wurde, wird in der vorgelegten Fassung festgestellt (Anlage 2).  
 
2. Aus dem Jahresüberschuss von 18.756.000,00 € verbleibt nach Anrechnung der bereits im D e-
zember 2015 geleisteten Vorabgewinnausschüttung von 6.060.000,00 € sowie des aus dem G e-
schäftsjahr 2014 vorgetragenen Verlusts von 3.024.000,00 € ein Betrag von 9.672.0 00 €, der auf 
Vorschlag der Geschäftsführung in die Gewinnrücklagen eingestellt wird. 
 
3. Der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 wird zur Kenntnis genommen.  
 
4. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH werden für das Geschäft sjahr 
2015 Entlastung erteilt. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Die Vorabgewinnausschüttung erfolgte bereits in 2015. 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0512/2016 
Auskunft erteilt: 
Frau Rothermundt 
Ruf: 
492-2006 
E-Mail: 
Rothermundt@stadt-muenster.de  
Datum: 
08.06.2016 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0512/2016 
Begründung: 
 
Die Stadtwerke Münster GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. Gemäß  
§ 12 f-g des Gesellschaftsvertrages unterliegt der Gesellschafterversammlung u. a. die Beschlussfas-
sung über 
 
- die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Ergebnisses 
- die Entlastung der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates 
 
Die Veränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung sind nachstehender Tabelle zu entnehmen: 
 
Jahresabschluss 2015 Ist Ist Abweichung  2015 / 2014 
Stadtwerke Münster GmbH (in T€) 2015 2014 absolut  % 
Umsatzerlöse (nach Abzug Energiesteuer) 483.413 464.823 18.590 4,0% 
Bestandsveränderungen -8.848 9.110 -17.958  
aktivierte Eigenleistungen 10.056 8.503 1.553 18,3% 
sonstige betriebliche Erträge 80.677 83.766 -3.089 -3,7% 
Materialaufwand 395.952 404.247 -8.295 -2,1% 
Personalaufwand 61.488 61.257 231 0,4% 
Abschreibungen 24.208 23.980 228 0,9% 
sonstige betriebliche Aufwendungen 52.335 47.387 4.948 10,4% 
Betriebsergebnis (EBIT) 31.316 29.331 1.985 6,8% 
Finanzergebnis -8.687 -30.154 21.466 71,2% 
Steuern 3.873 2.293 1.580 68,9% 
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag 18.756 -3.116 21.872  
 
Die Stadtwerke Münster GmbH schließt das Geschäftsjahr 2015 mit einen Jahresüberschuss in 
Höhe von 18,8 Mio. € (Vorjahresverlust 3,1 Mio. €) ab. Im Bereich der Erträge kompe nsieren sich die 
Veränderungen. Der Verkauf von 3 Windrädern erhöht u.a. die Umsatzerlöse und führt gleic hzeitig 
zu Bestandsminderungen.  
Beim Materialaufwand konnten aufgrund der rückläufigen or iginären Bezugskosten Einsparungen 
erzielt werden, die die Erhöhung der sonstigen betriebl ichen Aufwendungen  überdecken. Der 
Haupteffekt ergibt sich gegenüber dem Vorjahr aus dem deutlich verbesserten Finanzergebnis, das 
das Jahresergebnis nur noch mit 8,7 Mio. € belastet (Vorjahr -30,2 Mio. €.). Die Beteiligung an der 
Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG, die in hohem Maße zur Vorja hresbelas-
tung beitrug, konnte im Dezember 2015 veräußert und der damit verbundene Str ombezugsvertrag 
aufgehoben werden. 
 
Die Bilanzsumme der Stadtwerke Münster GmbH erhöhte sich 2015 um 12.934 T€ auf 477.960 T€ 
(Vorjahr: 465.026 T€). Weitere Erläuterungen zur Entwicklung der Vermögens - und Finanzlage sowie 
der Geschäftsfelder können dem be igefügten Jahresabschluss und Lagebericht 2015 (Anlage 2) ent-
nommen werden. Gleiches gilt für weitere Angaben in der beigefügten Aufsichtsratsvorlage Nr. 
07/2016 der Stadtwerke Münster GmbH (Anlage 1). 
 
Die öffentliche Zwecksetzung der Stadtwerke Münster GmbH gemäß Gemeindeordnung NW wurde in 
allen Fällen erfüllt.

- 3 - 
V/0512/2016 
Die Wahl des Abschlussprüfers der Stadtwerke Münster ist für das 3. Quartal 2016 vorgesehen. 
 
 
i.V. 
 
 
gez. 
Reinkemeier 
Stadtkämmerer 
 
Anlagen: 
Anlage1: Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 07/2016 zum Jahresabschluss 2015 
Anlage 2: Jahresabschluss und Lagebericht 2015

V_0512_2016_Anlage 1

5432 Zeichen

Seite 1 
Münster, 30.05.2016 
 
 
Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 07/2016 
 
Betreff 
Jahresabschluss 2015 der Stadtwerke Münster GmbH 
 
 
Gremienfolge 
15.06.2016 Aufsichtsrat Stadtwerke Münster GmbH 
29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss 
29.06.2016 Rat 
 
 
Berichterstatter 
Herr Dr. Müller-Tengelmann 
 
 
Anlagen  
Geschäftsbericht 2015, enthaltend: 
Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2015, bestehend aus: 
 Bilanz  
 Gewinn- und Verlustrechnung  
 Anhang sowie den 
Lagebericht, 
Prüfungsbericht des Abschlussprüfers mit Bestätigungsvermerk 
 
 
Antrag 
Der Aufsichtsrat wolle beschließen: 
 
Der Gesellschafterversammlung werden folgende Beschlüsse zur Annahme empfohlen: 
 
1. Der Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12. 2015 in der vor-
liegenden, vom Abschlussprüfer Deloitte & Touche GmbH, Wirtschaftsprüfungs-
gesellschaft, Düsseldorf, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk tes-
tierten Fass ung, wird von der Stadt Münster als alleiniger Gesellschafterin der 
Stadtwerke Münster festgestellt. 
 
2. Aus dem Jahresüberschuss von 18.756.000,00 € verbleibt nach Anrechnung der 
bereits im Dezember  2015 geleisteten Vorabgewinnausschüttung von 
6.060.000,00 € sowie des aus dem Geschäftsjahr 201 4 vorgetragenen Verlusts 
von 3.024.000,00 € ein Betrag von 9.672.000 €, der auf Vorschlag der Geschäfts-
führung in die Gewinnrücklagen eingestellt wird. 
 
3. Der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 wird zur Kenntnis genommen. 
 
4. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH werden für 
das Geschäftsjahr 2015 Entlastung erteilt.

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Begründung 
Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 übertrifft mit einem Jahresüberschuss von 
18,8 Mio. EUR die Erwartungen des Wirtschaftsplans. Im operativen Geschäft konnten 
die Ergebnisziele trotz der wirtschaftlichen Belastungen, die für die konventionelle 
Stromerzeugung infolge der Energiewende weiterhin gegeben waren, auch in diesem 
Geschäftsjahr im Wesentlichen erreicht, teilweise übertroffen werden. Der Energiever-
trieb hatte infolge der milden Witterung auch in 2015 gegenüber dem Plan noch geringe-
re Absatzmengen bei Gas und Fernwärme zu verzeichnen. Der Wasservertrieb zeigte 
sich 2015 insgesamt stabil. Der Ergebnisbeitrag des Energie- und des Wassernetzes lag 
über Plan. Das von der münsterNETZ GmbH übernommene Ergebnis erreichte insbe-
sondere durch erhöhte Aufwendungen für Instandhaltungen nicht die Erwartungen des 
Wirtschaftsplans. Die Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm 
GmbH & Co. KG, Hamm, konnte im Dezember 2015 veräußert und der damit verbunde-
ne Strombezugsvertrag aufgehoben werden. Die bei der Finanzbeteiligung FMO Flugha-
fen Münster/Osnabrück GmbH, Greven, zu realisierende, bereits im Plan enthaltene Er-
gebnisbelastung betrug 3,8 Mio. EUR. Die Fahrgastzahlen im Geschäftsfeld Verkehr 
konnten nochmals gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. 
 
Weitere Erläuterungen der Entwicklung der Vermögens -, Finanz- und E rtragslage im 
Einzelnen sowie der Geschäftsfelder finden sich im beigefügten Geschäftsbericht  so-
wie dem darin enthaltenen Lagebericht. 
 
Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung gemäß Gemeindeordnung 
Zur Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und zur Zweckerreichung nehmen wir 
gemäß § 108 Abs. 3 der Gemeindeordnung Nordrhein- Westfalen für unsere wichtigsten 
Geschäftsbereiche wie folgt Stellung:  
 
In der Strom- und Erdgasversorgung haben wir gemäß § 1 des Energiewirtschaftsgeset-
zes eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und u m-
weltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit anzustreben. Dieses Ziel wurde im G e-
schäftsjahr 2015 in allen Punkten erreicht. 
 
In der Wasservers orgung haben die Stadtwerke gemäß § 47 a Landeswassergesetz 
NW eine dem Gemeinwohl entsprechende öffentliche Wasserversorgung sicherzustel-
len. Darüber hinaus haben die Stadtwerke als mit der Wasserversorgung verpflichtetes 
Unternehmen auf einen haushälteri schen Umgang mit dem Wasser hingewirkt. Eben-
falls haben die Stadtwerke gemäß § 1 der Trinkwasserver ordnung Wasser geliefert, das 
die menschliche Gesundheit vor nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreini-
gung von Wasser ergeben können, schützt. 
 
Im Verkehrsbereich haben die Stadtwerke Münster im Auftrag der Stadt Münster als 
Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs jederzeit sichere, effiziente und hochwer-
tige Verkehrsleistungen angeboten. Die Vorgaben der Stadt Münster nach dem aktuel-
len Nahverkehrsplan wurden jederzeit erfüllt. 
 
Die Stadtwerke Münster haben auch im Geschäftsjahr 2015 entsprechend ihrer Satzung 
die Kunden und die Bevölkerung beraten mit dem Ziel, den Verbrauch von Energie und 
Wasser zu reduzieren. Ebenfalls ist die Bereitschaft z um Einsatz regenerativer Energie-
träger durch das Unternehmen gefördert worden.

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Die öffentliche Zwecksetzung der Stadtwerke Münster GmbH gemäß Gemeindeordnung 
NW wurde in allen Fällen erfüllt. 
 
Der Jahresabschluss 2015 sowie der Lagebericht für das Geschäf tsjahr 2015 sind von 
der Deloitte & Touche GmbH,  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft wor-
den. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der uneingeschränkte Bestätigung s-
vermerk wurde erteilt. 
 
Die Wahl des Abschlussprüfers der Stadtwerke Münster ist für das 3. Quartal 2016 vor-
gesehen.  
 
 
 
Stadtwerke Münster GmbH 
gez. Dr. Müller-Tengelmann  gez. Dr. Wernicke

Beratungsverlauf (1)

29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 4.3 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Bahnhofstraße
  • Rösnerstraße 13
  • Nieland 20

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Details

Aktenzeichen
V/0512/2016
Typ
Vorlagen
Datum
08.06.2016
Erstellt
06.10.2020 14:37