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0833/2019

Grundlagenuntersuchung Mobilität des Region Köln/Bonn e. V.

Mitteilung Ausschuss 16.04.2019

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Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

8978 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VIII/66/661/1 
 
Vorlagen-Nummer 16.04.2019 
 0833/2019 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Verkehrsausschuss 02.05.2019 
 
Grundlagenuntersuchung Mobilität des Region Köln/Bonn e. V. 
Der Region Köln/Bonn e. V. hat eine Studie mit dem Titel „Grundlagenuntersuchung Mobilität“ veröf-
fentlicht, die er im Rahmen der Erstellung des Agglomerationskonzepts hat erarbeiten lassen.  
 
Sowohl der ausführliche Ergebnisbericht als auch ausgewählte Kartenblätter zur Grundlagenuntersu-
chung Mobilität sind unter der Internetadresse https://www.agglomerationskonzept.de/downloads/ als 
PDF-Dokumente abrufbar. 
 
 
Hintergrund 
 
Der Region Köln/Bonn e. V., in dem die kreisfreien Städte Köln, Bonn und Leverkusen sowie die Krei-
se Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Oberbergischer Kreis und Rheinisch-
Bergischer Kreis zusammengeschlossen sind, lässt zurzeit ein regionales Agglomerationskonzept 
erarbeiten. „Das Agglomerationskonzept soll Perspektiven für eine raumverträgliche und integrierte 
Siedlungs-, Mobilitäts- und Freiraumentwicklung der Region aufzeigen. Es soll Beiträge zum Klima-
schutz in der Region leisten und als Beitrag in die formelle Regionalplanung eingebracht werden“ (vgl. 
Präambel der Grundlagenuntersuchung Mobilität). 
 
Im Zuge des Erstellungsprozesses hat der Region Köln/Bonn e. V. in Kooperation mit der Nahverkehr 
Rheinland (NVR) GmbH eine Grundlagenuntersuchung zum Themenkomplex Mobilität in Auftrag ge-
geben. Erarbeitet wurde die Studie vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) 
gGmbH und der PTV Transport Consult GmbH in einem Zeitraum von rund zwei Jahren. 
 
 
Bewertung der Grundlagenuntersuchung Mobilität aus Sicht der Fachverwaltung 
 
Grundsätzlich sind die Bemühungen des Region Köln/Bonn e. V. hinsichtlich einer systematischen 
Analyse des bestehenden Verkehrsangebots in Köln und der Region sowie dessen Entwicklungsmög-
lichkeiten und den daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen begrüßenswert. 
 
Gleichwohl möchte die Verwaltung diese Untersuchung nicht unkommentiert lassen, da dies für eine 
korrekte fachlich-inhaltliche Einordnung aus Kölner Perspektive und für die weitere Diskussion und 
Entwicklung des Agglomerationskonzepts wichtig erscheint. 
 
 
1. Datengrundlagen 
 
Die Verwaltung ist dem Region Köln/Bonn e. V. dankbar, dass dieser bereits auf der ersten Seite ei-
nen Hinweis abgedruckt hat, in dem explizit wesentliche Restriktionen, die der Untersuchung zu 
Grunde liegen, klar benannt werden. So ist insbesondere der Hinweis auf die verwendeten Daten-

2 
 
grundlagen von enormer Bedeutung. In dem der Untersuchung vorangestellten Hinweistext heißt es 
hierzu, dass „im Zuge der Arbeit zur Grundlagenuntersuchung Mobilität (…) auf bestehende, für die 
Region konsistent vorliegende Datengrundlagen, wie z. B. die Verflechtungsprognose des Bundes 
und das Verkehrsmodell Validate zurückgegriffen (wurde), auch wenn zu wenigen Teilräumen bereits 
aktuellere und detailliertere Daten vorgelegen haben.“ 
 
So sehr dieses Vorgehen aus operationellen Gründen nachzuvollziehen ist, so problematisch sind die 
daraus resultierenden Ergebnisse. 
 
Der Rückgriff auf die Daten der Verflechtungsprognose des Bundes hat zur Folge, dass die Stadt 
Köln, die verkehrlich sehr heterogen ist, als eine einzige Verkehrszelle abgebildet wird und somit als 
eine vermeintlich homogene Einheit in die Untersuchung eingeflossen ist. Dies mag auf Maßstabs-
ebene des Bundes noch nachvollziehbar sein. In dem Moment, in dem allerdings der Fokus auf einer 
regionalen Betrachtung des Verkehrs liegt, ist diese Maßstabsebene viel zu grob. Zur Einordnung: 
Das Verkehrsmodell der Stadt Köln unterteilt das Stadtgebiet in etwa 1.000 Verkehrszellen und bildet 
damit die reellen Verkehrsbeziehungen entscheidend besser ab. 
 
An anderer Stelle wird die Problematik der verwendeten Datengrundlage ebenfalls deutlich. So wird 
für die Analyse und Prognose des Modal Split ebenfalls die Bundesverflechtungsprognose herange-
zogen (vgl. u. a. S. 20, Abb. 4). Hier wird für Köln für das Jahr 2010 ein Modal Split von 39 % MIV, 25 
% ÖV, 11 % Radverkehr, 26 % Fußverkehr unterstellt und die Prognose für das Jahr 2030 sieht einen 
Modal Split in Köln von 40 % MIV, 25 % ÖV, 12 % Radverkehr und 23 % Fußverkehr voraus. Diese 
Werte weichen z. T. deutlich von den Werten ab, die sowohl die 2008 veröffentlichte Untersuchung 
„Mobilitätsentwicklung in Köln 2025“ als auch die jüngsten Ergebnisse aus der Mobilität in Deutsch-
land (MiD) 2017 Studie des BMVI für Köln ausweisen (vgl. Vorlagen-Nr. 2626/2018).  
 
Selbst wenn man berücksichtigt, dass sich die Ergebnisse der letztgenannten Studien jeweils auf das 
Mobilitätsverhalten der Kölnerinnen und Kölner beziehen und nicht auf alle im Stadtgebiet stattfinden-
den Verkehre, so ist der Rückgriff auf die Daten aus der Verflechtungsprognose nicht zielführend. In 
den weiteren Arbeitsschritten muss aus Sicht der Verwaltung erheblich nachgebessert werden.  
 
 
2. Ergebnisse 
 
Der erhoffte Erkenntnisgewinn hinsichtlich expliziter Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der 
verkehrlichen Situation in der Region und ihrer Teilräume ist aufgrund der Grobkörnigkeit der Unter-
suchung, trotz vieler Daten und Karten, aus Sicht der Verwaltung vergleichsweise gering. Die abgelei-
teten Handlungsempfehlungen bleiben größtenteils vage bzw. sind nicht neu oder sogar widersprüch-
lich zu den bestehenden Planungen. Hier wurde aus Sicht der Verwaltung leider nicht die Möglichkeit 
genutzt, konkreter zu werden.  
 
Zwar wurde in der Untersuchung auch eine grobe Einteilung des Untersuchungsraums in Teilräume 
vorgenommen (Ville & Börde, Rheinschiene, Bergisches RheinLand, vgl. S. 14) und die wesentlichen 
Aussagen – vor allem in der Szenarienbetrachtung (S. 66 ff) und bei den Handlungsempfehlungen 
(S. 88 ff) – entlang dieser Einteilung differenziert, jedoch hätte diese Differenzierung aus Sicht der 
Verwaltung konsequenter umgesetzt werden sollen. 
 
Abbildungen, wie auf den Seiten 26/27, in denen prägnant wesentliche Kennzahlen zum Verkehrsge-
schehen in der Region dargestellt werden, bilden nicht die notwendige regionale Differenzierung ab. 
Sie erzeugen den Eindruck einer Homogenität, die de facto nicht gegeben ist. Es ist gerade die Hete-
rogenität innerhalb der Region, die in Teilen für die Probleme innerhalb der regionalen Verkehrssys-
teme verantwortlich ist. 
 
Mit Blick auf das Verkehrsgeschehen in Köln ist zum Beispiel offensichtlich, dass die angestrebte 
Verkehrswende weg vom MIV und hin zum Umweltverbund bei den Kölnerinnen und Kölnern bereits 
in vollem Gang ist. Das belegen, neben den Ergebnissen aus der aktuellen MiD, auch die jährlichen 
Erhebungsergebnisse der Dauerzählstellen für den Rad-und Pkw-Verkehr sowie die Fahrgastzahlen 
der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und der NVR GmbH bzw. des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg

3 
 
(VRS).  
 
Aus diesem Umstand ergibt sich aus Sicht der Verwaltung zwingend, dass für eine nachhaltige Ver-
besserung des Verkehrsgeschehens in Köln (und mithin im Teilraum „Rheinschiene“) der Modal Split 
im Umland, also den beiden anderen Teilräumen, aus dem ein Großteil der Menschen nach Köln 
bzw. in die Rheinschiene einpendeln, signifikant verändert werden muss. Dies wird nach Einschät-
zung der Verwaltung aber perspektivisch nur gelingen, wenn in den Umlandkommunen unter ande-
rem ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in der Siedlungsentwicklung – weg von der flächigen 
Einfamilienhauspolitik hin zur (Nach-) Verdichtung von Siedlungskernen an starken ÖPNV-Trassen – 
stattfindet. Solch klare „Botschaften“ finden sich in der Untersuchung leider nur selten, beziehungs-
weise sind sehr abgeschwächt formuliert.  
 
 
3. Fazit 
 
Der in der Grundlagenuntersuchung gewählte Ansatz, die Verkehrsentwicklung einer regionalen Be-
trachtung zu unterziehen, ist ohne Zweifel positiv zu bewerten. Wenn durch die Grundlagenuntersu-
chung Mobilität das regionale Bewusstsein geschärft und im Idealfall eine regionale Diskussion über 
mögliche Lösungsstrategien aktueller Verkehrsfragen angestoßen wird, so hat die Untersuchung ih-
ren Zweck erfüllt. 
 
Wichtig ist jedoch auch auf die „Fallstricke“ hinzuweisen, die sich sowohl auf Grund der relativ großen 
„Flughöhe“ der Betrachtung inklusive der verwendeten Datengrundlagen und den daraus abgeleiteten 
Empfehlungen ergeben. So weist der Region Köln/Bonn e. V. auch in den vorangestellten Hinweisen 
zur Untersuchung zurecht explizit darauf hin, dass die „Grundlagenuntersuchung Mobilität (…) kein 
Mobilitäts- und Verkehrsentwicklungskonzept für die Region Köln/Bonn“ darstellt.  
 
Aus Sicht der städtischen Verkehrsplanung ist das Agglomerationskonzept ein wichtiger Anstoß. Al-
lerdings werden die weiteren Schritte hin zu einem konkreten langfristig umsetzbaren Maßnahmen-
programm entscheidend für die regionale Bedeutung dieses Konzeptes sein.  
 
Gez. Blome

Beratungsverlauf (1)

02.05.2019 Verkehrsausschuss
TOP 7.2.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
0833/2019
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
16.04.2019
Erstellt
06.03.2019 13:40