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1078/2018

Darstellung der Sparten, hier: Popkultur

Mitteilung Ausschuss 11.04.2018

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1078-2018 Anlage 1 Spartenbericht Popkultur

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1078-2018 Anlage 1 Spartenbericht Popkultur

9511 Zeichen

Anlage 1 
 
 
Spartenbericht Popkultur 
Hier: Stand der Dinge in der lokalen Popmusikszene 
 
„Ganz schön leer hier“ titelte Spiegel online  2003 einen Beitrag zur 15. Ausgabe der 
Musikmesse Popkomm. Es war die letzte, die in jenem Jahr in Köln stattfand, als der 
Standortwechsel nach Berlin bereits angekündigt war. Weitere Rückschläge für die bis 
dahin ausgesprochen starke Struktur der Popmusik in Köln folgten: das Ende des 
jahrzehntelang in Köln ansässigen Schallplattenkonzerns EMI und des hier gewachsenen 
Musikfernsehsender Viva sind nur die bekanntesten Beispiele. Doch wir schreiben 
längst eine andere Zeit im Januar 2018; knapp 15 Jahre nach der niederschmetternden 
Spiegel-Headline: Köln startet in ein Jahr, das den 15. Geburtstag der c/o pop feiert, den 
zehnten Geburtstag der preisgekrönten Location King Georg, 25 Jahre Kompakt 
Schallplatten und das Event „Pollerwiesen“ sowie zum zehnten Mal die Cologne Music 
Week als rein regionalen Winterableger der c/o pop.  
 
All das vor allem, weil in Köln immer treibende Kräfte beheimatet waren, die aus fest 
verwurzelter Liebe zur Popmusik imstande waren, trotz aller Rückschläge Neues 
aufzubauen. Im Rahmen jener zehnten „CMW“ riefen die Initiatoren Ralph Christoph 
und Norbert Oberhaus auch eine neue Plattform ins Leben, um über all diese Kölner 
Aktivitäten, ihre Erfolge wie auch Probleme, zu diskutieren – und damit einen Ausblick 
auf das zu schaffen, was Köln in den nächsten Jahren als Popstadt ausmachen kann: die 
Cologne Music Conference.  
 
Gemeinsam neue Wege in die Zukunft suchen 
Das eintägige Branchentreffen entpuppte sich als hoffnungsvoller Start ins neue 
wichtige Jahr – gerade vor dem Hintergrund der 2017 entstandenen Probleme vom neu 
geplanten Güterbahnhof Ehrenfeld bis hin zu den katastrophalen Zuständen am 
Ebertplatz. Der Einladung von c/o pop und Klubkomm, unterstützt von IHK Köln sowie 
Kulturamt, folgten Vertreter aus Szene, Politik und Stadtverwaltung, die miteinander 
und mit den rund 150 anwesenden Akteuren im Stadtgarten ins Gespräch kamen. Das 
Ziel: Köln endlich wieder deutlich als Popstadt auf die Deutschlandkarte zu hieven und 
in seiner Außenwirkung als Musikstadt somit zu stärken. Dank der regen Teilnahme  
zeigte sich schnell, dass Köln als pulsierender Ort für Popmusik nach wie vor 
funktioniert und eine Kreativzelle für sich immer wieder neu definierende Kultur ist – 
gerade 15 Jahre nach einem bis heute beispiellosen Tiefpunkt. 
 
Dabei ging es darum, die brennenden Themen und Probleme in die Panels zu tragen, um 
miteinander Lösungen zu schaffen und Wege nach vorn aufzuzeigen. Entsprechend 
konstruktiv verlief der Tag, denn wer Probleme benennen kann, ist auch fähig, 
gemeinsam Lösungen zu formulieren und eine anschließende Umsetzung zumindest 
anzustoßen. Themen ließen sich schnell und zahlreich aufzählen: vom fehlenden 
Selbstbewusstsein und der – damit zusammenhängend – ausbleibenden 
Sichtbarmachung der eigenen Pop-Historie über den Mangel an Proberäumen und die 
im Gegensatz zu anderen deutschen Popstädten wie Berlin und Hamburg zwar 
angestoßene, aber insgesamt zu geringe Strukturförderung bis hin zur Bedrohung 
zahlreicher Spielstätten aufgrund mangelndem Kulturraumschutzes und der weiterhin

in Verwaltung und Politik allzu geringen Wertschätzung der Kreativkräfte und ihrer 
Arbeit.  
 
Wertschätzung und Förderung führen zum Erfolg 
Kein Wunder, dass Kulturraumschutz ein brennendes Thema der Klubkomm bleibt: der 
2011 gegründete und mittlerweile rund 100 Mitglieder starke Verband der Kölner Clubs 
und Veranstalter legt immer wieder den Finger in offene Wunden. Denn trotz solcher 
Erfolge wie dem Erhalt des Gebäude 9 vor wenigen Jahren oder der Tatsache, dass im 
Palladium auch weiterhin Rock- und Popkonzerte stattfinden können statt 
Opernaufführungen, ließ sich ein Abriss der legendären Ehrenfelder Spielstätte 
Underground z. B. nicht mehr verhindern, und über dieses negative Beispiel spricht Köln 
nach wie vor intensiv. Wie weit ein sich fortsetzendes Sterben der Kölner Clublandschaft 
zugelassen bzw. verhindert wird, liegt sicher auch in den Händen der Akteure, aber vor 
allem bei den zuständigen Behörden und muss beispielsweise auch zum Interesse neuer 
Investoren werden, die an den Stellen bauen und verändern wollen, wo Kultur bereits 
gewachsen ist. Nur auf diesem Weg lässt sich weiterhin ein Erfolg Kölner Bühnen und 
Eventmacher fortsetzen, die in den letzten Jahren auffällig oft vorderste Plätze beim 
bundesweit renommierten Spielstättenprogrammpreis „Applaus“ der Initiative Musik 
belegen und zu Spielstätten des Jahres gekürt werden.  
 
Ein erster Schritt dorthin ist sicher die Einführung des seitens der IHK geplanten und 
bereits angestoßenen Clubkatasters. Wichtig bleibt aber auch die intensive strukturelle 
Förderung und Stärkung der Basis, um neue Kräfte walten und spielen zu lassen: ohne 
Auftrittsmöglichkeit kein Experimentierfeld für Nachwuchskräfte. Und nur durch 
Unterstützung können Bühnen und Veranstalter der Domstadt weiterhin in gesundem 
Maß aktiv bleiben – oder gar Neue wachsen. Das Potential ist vorhanden: so sind in den 
letzten Jahren immer wieder neue erwähnenswerte periodische Events entstanden, vom 
medial weltweit beachteten Week-End-Fest bis hin zu einem neuen Popfest Cologne, das 
dieser Tage im April 2018 erstmals im Blue Shell steigt und sein Ticketkontingent 
innerhalb weniger Stunden ausverkaufen konnte. Auch in Sachen Bühnenzuwachs gibt 
es – ganz aktuell – erfreuliche Meldungen aus Mülheim, wo im Boomgebiet 
Schanzenstraße im Sommer 2018 mit dem Carlswerk Viktoria eine neue 
Veranstaltungshalle inklusive Musikclub geplant ist. 
 
Grundstein für weitere Vernetzung 
Insgesamt erlebte die Szene mit der Cologne Music Conference einen äußerst 
produktiven Tag, der rasant dazu führte, dass mehrere Kölner Ratsfraktionen einen 
Antrag zur „Integration von Kreativräumen und kulturellen Raumbedarfen in die 
Stadtplanung“ formulierten, dem Anfang Februar zugestimmt wurde. Nun ist es von 
hoher Bedeutung, diesen Entschluss auch entsprechend umzusetzen. Denn nach wie vor 
gibt es viel zu tun, und die Akteure sind bereit, mit anzupacken, damit Köln auch von 
außen als Musikstadt wahrgenommen wird. Und so viel auch in den letzten Jahren von 
allen Seiten bewegt, erreicht und umgesetzt wurde, so sehr bedarf es unbedingt einer 
höheren Wertschätzung der Szene, sowie einer fortgesetzten strukturellen und 
projektbezogenen Förderung, um gewachsene Bäume wie zarte Pflänzchen zu schützen. 
Und damit sind neben den Akteuren auch Behören wie die Stabstelle Medien, IHK, 
Kulturamt oder KölnTourismus samt Tourismus NRW umso mehr gefordert, jetzt an 
einem Strang zu ziehen – auch bewusst zum 15. Jubiläum der c/o pop.

Die Grundsteine dafür sind gelegt: nicht umsonst findet mit dem Startschuss der 
Jubiläumsausgabe parallel die Music Tourism Convention in Köln statt, eine Konferenz, 
welche die Touristikbranche mit dem Musikbusiness vereint, und die vorher in 
Liverpool und Nashville/Tennessee stattfand und ihr Headquarter in London betreibt.  
Noch einmal in der Reihenfolge: London, Liverpool, Nashville, Cologne – diese 
popkulturelle Größe ihrer eigenen Stadt müssen Politik und Verwaltung wieder sehen 
und wertschätzen. Nicht nur im globalen Wirkungsradius: auch auf Landesbene ist eine 
weitere Vernetzung seitens der Klubkomm geplant, mit den wichtigsten Akteuren des 
NRW-Musikbusiness. Die Erfahrung, wie man solche Netzwerke baut und pflegt, hat c/o 
pop bereits erfolgreich gemacht, wie man an der Bundesförderung des Festivals 
erkennen kann.  
 
Ausbauen, schützen, stärken – weiter so!  
Auch an dieser Stelle sind neben den Akteuren selbst ebenso Verwaltung, Institutionen 
und Politik gefragt, weit stärker als bisher mit anzupacken. Denn so wichtig und richtig 
die Strukturförderung, die Akzeptanz und Unterstützung der Szene in den letzten Jahren 
war und ist, so sehr kommt es auch darauf an, hier weiter anzusetzen und auf 
bestehenden Aktivitäten aufzubauen – nicht zuletzt, um auch einen europäischen 
Anschluss umzusetzen.  
 
Hierbei sind drei Instrumente von hoher Bedeutung, um Erfolge zu erzielen:  
 
1. muss die Popkultur der Stadt Köln als ein wichtiges Aushängeschild der 
Musikmetropole Köln entsprechend im Kulturentwicklungsplan stärker verankert 
werden. 
 
2. sollte sich die Wertschätzung der Popkultur für eine verbesserte Darstellung der 
Angebote auch in der Kommunikation des Selbstbildes von Köln niederschlagen – hier 
ist eine engere Zusammenarbeit in Sachen Kulturmarketing als Teil des Stadtmarketings 
mit KölnTourismus anzustreben. Außerdem sollte als weiteres Instrument der 
Wertschätzung die Etablierung eines Pop-Preises für Köln von der Idee zur allmählichen 
Umsetzung geführt werden. 
 
3. muss das seitens der Politik durch den erfolgten Ratsantrag angestoßene Konzept zur 
Integrierung von Clubs bei der Stadtentwicklung nun auch mit entsprechend 
wirkungsvollen Instrumenten ausgestattet werden. Hier ist die enge Zusammenarbeit 
mit den Ämtern, Baufirmen und Investoren gefragt, um von vornherein auf bestehende 
Kulturräume aufmerksam zu machen und diese – im besten Fall gesetzlich verankert – 
zu schützen. 
 
_____________________________________________________________________________________________________ 
Zusammenfassung der c/o pop, vertreten durch Ralph Christoph, Head Of Programm c/o pop Convention und 
des Klubkomm e.V., vertreten durch Martin Steuer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Mitteilung Ausschuss

1328 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/41/41/2 
 
Vorlagen-Nummer 11.04.2018 
 1078/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 17.04.2018 
Integrationsrat 07.05.2018 
 
Darstellung der Sparten, hier: Popkultur 
In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten 
Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, 
Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die 
Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei-
ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht 
soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, 
wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist.  
Die Vertreterinnen/Vertreter der Sparten sind zu der jeweiligen Sitzung einzuladen, um für Rückfra-
gen aus dem Ausschuss zur Verfügung zu stehen. 
Der Szenebericht der Sparte Popkultur ist als Anlage 1 beigefügt. Für Rückfragen im Ausschuss für 
Kunst und Kultur stehen Herr Martin Steuer (Klubkomm e.V.) und Herr Ralph Christoph (c/o pop) zur 
Verfügung. 
 
 
 
gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (2)

17.04.2018 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 2.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
07.05.2018 Integrationsrat
TOP 5.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1078/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
11.04.2018
Erstellt
05.04.2018 13:59