A-R/0012/2005
"Alle Chancen für Kinder von Anfang an!"
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Originalantrag
4979 Zeichen
02.05.2005 Antrag „Alle Chancen für Kinder von Anfang an!“ Bündnis 90/Die Grünen/GAL Ratsfraktion Münster Bremer Str. 54 48155 Münster Fon: 0251 / 8 99 58 10 Fax: 0251 / 8 99 58 15 gruene.ratsfraktion@muenster.de www.gruene-muenster.de Der Rat möge beschließen: 1. Die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe werden weiterentwickelt. Dabei werden die Ziele verfolgt: • frühe Hilfen anzubieten, um später notwendige Intervention zu vermeiden (aufsuchen statt abwarten), • neue Kontakte und neue Zugangswege zu Familien und ihren Problemen zu schaffen • niedrigschwellige Angebote zu schaffen und die Öffnung sozialer Einrichtungen für entsprechende Angebote zu befördern, • eine gezielte Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Hilfesysteme im Stadtteil unter Einbeziehung und Nutzung vorhandener Ressourcen und Angebote (nicht nur professionelle Dienste) vorantreiben, • innovative, qualifizierte, sozi alräumlich angelegte soziale Arbeit für Familien zu entwickeln, • die Initiierung und Stärkung eigener Ressourcen (Empowerment) der Familien mit zu unterstützen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt: • Die verschiedenen sozialräumlich angelegten Projekte früher Hilfen für Familien im Sinne „sozialer Frühwarnsysteme“ in Münster darzustellen. Dabei sollen die an den Projekten beteiligten Träger und die Art der Beteiligung benannt werden. • Den möglichen Bedarf in den jeweiligen Bezirken an weiteren Projekten und/oder Projektideen zu benennen und darzustellen, welche (konkreten) Pläne zur Ausgestaltung bestehen. • Bei der Entwicklung von Projektideen insbesondere biographische Übergänge wie Familiengründung (sehr junge 1 Elternschaft, Alleinerziehend) oder der Eintritt in den Kindergarten oder die Einschulung zu berücksichtigt unter Einbeziehung des Themas Migration und geschlechterbezogener Themen etc.. Die Projekte sollen aus dem jeweiligen Stadtteil heraus unter Beteiligung der Betroffenen mit den dort vorhandenen Ressourcen entwickelt werden. • Gemeinsam mit entsprechenden Trägern und Vereinen zu prüfen, inwieweit Formen bürgerschaftlichen Engagements, wie z.B. Patenschaften einbezogen werden können. Begründung: Krisen wie Arbeitslosigkeit und Armut, Beziehungs- und Generationsprobleme, Gewalt und Hilflosigkeit belasten und überfordern viele Familien. Dieses wirkt sich nachteilig auf deren Lebenssituation, die gesellschaftliche Teilhabe und Integration sowie die Entwicklungschancen ihrer Kinder aus. Es gibt in Münster ein ausdifferenziertes System an Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien. Außerdem wurde mit der sozialräumlichen Orientierung des KSD ein wichtiger Schritt getan. Dennoch gestaltet sich die frühe Erkennung riskanter Lebenssituationen und Entwicklungen nach wie vor oft schwierig. Die Hintergründe sind vielfältig. Individuelle Hintergründe können z.B. Überforderung in Erziehungsfragen, gesundheitliche Probleme, Gewalterfahrungen in der Familie, Alkohol-, Drogenproblematik seitens der Eltern etc. sein. Die Lebenslage der Familie kann aufgrund von sozialen und ökonomischen Faktoren prekär sein (fehlende Unterstützung aus dem sozialen Umfeld, beengte Wohnverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Schulden, Bildungsferne etc.). Die Familien erhalten oder nehmen oft erst Hilfe in Anspruch, wenn sich die Probleme manifestiert haben. In der Regel entstehen Probleme/Krisen nicht von heute auf morgen. Hilfen müssen Eltern und Kinder frühzeitig erreichen und da ansetzen, wo die Familien leben - in ihrem Stadtteil. Daher muss die Entwicklung der Hilfen auch aus dem Stadtteil heraus erfolgen. Strukturierte und verlässliche Kooperationen zwischen Fachkräften öffentlicher und freier Träger von Kinder und Jugendhilfeeinrichtungen, des Gesundheitswesens und anderer Angebote für Familien im Sozialraum können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, riskante Lebenslagen frühzeitig zu erkennen und entsprechende frühe Hilfen anzubieten, damit größere Probleme gar nicht erst entstehen. 2 Das Ministerium für Gesundheit Soziales, Frauen und Familie NRW fördert die Gründung sozialer Frühwarnsysteme, indem es nach der modellhaften Erprobung an sechs Standorten (Bielefeld, Dortmund, Emmerich, Herne, Essen und Kreis Siegen-Wittgenstein) in NRW das in Münster ansässige Institut für soziale Arbeit beauftragt hat, als Servicestelle für interessierte Kommunen und Träger der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zur Verfügung zu stehen und sie beim Aufbau passgenauer Hilfen zu unterstützen. „...um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ (Afrikanisches Sprichwort) gez. Jutta Möllers gez. Helga Bennink gez. Wilhelm Breitenbach gez. Christof Hoffmann gez. Manfred Kehr gez. Hery Klas gez. Maria Klein-Schmeink gez. Jörn Möltgen gez. Carsten Peters gez. Tim Rohleder gez. Ilse Schleef gez. Claudia Scholz gez. Dr. Rita Stein-Redent gez. Brigitte von Schoenebeck 3
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bremer Straße 54
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0012/2005
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 03.05.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37