0498/2026
Tätigkeitsbericht 2025 des Büros für Europa und Internationales
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Tätigkeitsbericht_2025_Europa+Internationales
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Tätigkeitsbericht 2025 Büro für Europa und Internationales 3 Inhaltsverzeichnis Einleitung ....................................................................................................................................................4 Für Demokratie, Freiheit und Frieden ................................................................................................. 5 Im Einsatz für Freiheit und Frieden in Dnipro in der Ukraine 5 Für die Freilassung des inhaftierten OBs von Istanbul İmamoğlu 7 In Solidarität mit Kölns Partnerstädten Tel Aviv-Jaffa und Bethlehem 9 Für die Einheit Europas 10 Für eine international aufgestellte Wirtschaft ............................................................................... 11 Für solide Wirtschaftsbeziehungen mit Lateinamerika 11 Für engere Kooperationen mit Rio de Janeiro und Peking 12 Für eine leichtere Beschaffung von innovativen und nachhaltigen Produkten 13 Für den Schutz der universellen Menschenrechte ........................................................................14 Im Austausch mit LSBTI-Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten 14 Gegen geschlechtsspezifische Kriegsgewalt gegen Frauen 16 Im Dialog mit Menschenrechtsverteidiger*innen 16 Für ein international vernetztes und kompetentes Köln ..............................................................18 Im Austausch für mehr Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum 18 Für eine hörbare Stimme in Brüssel 19 Für ein starkes transatlantisches Bündnis 21 Für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit ......................................................................................22 Für besseren Umwelt- und Klimaschutz mit Japan 22 Für fair gehandelte Produkte in Köln 23 Für die Eine-Welt Stadt Köln 24 Für den Schutz der Biodiversität in Kölns Partnerstadt Corinto 24 Ausblick .....................................................................................................................................................25 4 Einleitung Das Büro für Europa und Internationales der Stadt Köln operiert als Schaltzentrale für Austausche, Kooperationen und Partnerschaften mit Städten in Europa und der gesamten Welt. Wesentliches Instrument hierfür sind Kölns 23 internationale Städtepartnerschaften, die zum Teil seit Jahrzehnten gewachsen sind und dadurch eine Ebene für eine verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit bieten. Davon profitiert Köln. Denn durch das gegenseitige Teilen von Expertise und Erfahrungen kann Köln von anderen Städten, die mit ähnlichen Herausforderungen wie beispielsweise knappem Wohraum oder Hitzesommern schon eher konfrontiert waren, lernen. Hierbei sind auch EU-weite Netzwerke hilfreich, die Köln eine hörbare Stimme in Brüssel verleihen. Dadurch wächst Kölns Kompetenz und die Fähigkeit, sich zukunftsfest aufzustellen. Das wiederum trägt bei zu Kölns wirtschaftlicher Attraktivität. Zugleich leistet das Büro für Europa und Internationales mit seiner internationalen Arbeit einen Beitrag für Demokratie, Freiheit und Frieden sowie den Schutz der Menschenrechte. In Zeiten, in denen bewaffnete Auseinandersetzungen zunehmen und autoritäre Regie- rungen vermehrt die individuellen Freiheitsrechte und die Rechtsstaatlichkeit Europas unterminieren, zeigt Köln damit Haltung und steht für seine lang gelebten Werte weltweit ein. Wesentlicher Hebel hierfür ist die internationale Politik auf kommunaler Ebene, auch „Städtediplomatie“ („Urban Diplomacy“) genannt. Ein wichtiger Teil von Städtediplomatie ist das Engagement des Büros für Europa und Internationales für den Schutz der universellen Menschenrechte und Menschenrechts- verteidiger*innen. Laut Definition der Vereinten Nationen sind Letztere Personen oder Gruppen, die mit friedlichen Mitteln den Schutz und die Verwirklichung der Menschen- rechte fördern. Ebenso steht das Büro für Europa und Internationales regelmäßig im diplo- matischen Austausch mit Botschaften, Konsulaten und ausländischen Institutionen, um für die Werte und Interessen Kölns auch international einzutreten. Dieser ideelle Einsatz für Demokratie, Freiheit und die Menschenrechte weltweit fundiert auf Beschlüssen des Rates und ist wichtig für ein lebenswertes und resilientes Köln: In der viertgrößten Stadt Deutschlands sind Menschen aus über 180 Nationen mit den unterschiedlichsten Lebensentwürfen zu Hause. Je mehr Frieden, Freiheit und Koopera- tionen weltweit, desto weniger Konflikte und soziale Spannungen, die in der Kölner Stadt- gesellschaft widerprallen. Oder anders: Mit dem internationalen Einsatz der Stadt Köln steigt der gesellschaftliche Zusammenhalt, und umso sicherer und wirtschaftlich stärker ist Köln. Dieser Bericht informiert über die wesentlichen Tätigkeiten des Büros für Europa und Internationales im Jahr 2025. 5 Für Demokratie, Freiheit und Frieden Köln ist eine weltoffene Stadt. Diese Weltoffenheit findet ihren Ausdruck darin, dass die Stadt Köln die europäische Idee und den Austausch zwischen den Nationen fördert und sich dabei für Demokratie, Freiheit und Frieden vor allem in ihren Partnerstädten einsetzt. Angesichts der vielen Krisen, Kriege sowie autoritären Entwicklungen ist die- ser Beitrag wichtiger denn je. Im Jahr 2025 bedeutete dies, dass das Büro für Europa und Internationales… • die Städtepartnerschaft mit Dnipro in der Ukraine intensivierte, dort half und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen für die Kölner Stadtgesellschaft ausrichtete • sich für die Freilassung des unrechtmäßig inhaftierten Oberbürgermeisters von Istanbul Ekrem İmamoğlu einsetzte • Menschen in den Partnerstädten Bethlehem und Tel Aviv-Jaffa durch zwei Projekte unterstützte • den Europagedanken in Köln förderte Im Einsatz für Freiheit und Frieden in Dnipro in der Ukraine Das Büro für Europa und Inter- nationales hat im Jahr 2025 weiter die Städtepartnerschaft mit Dnipro in der Ukraine intensiviert, die Köln und die ukrainische Millionenstadt am 28. August 2024 geschlossen hatten. Schon seit Oktober 2022 arbeiten beide Städte eng im Rahmen einer Projekt- partnerschaft zusammen, wobei zunächst humanitäre Hilfsleis- tungen nach der völkerrechts- widrigen Vollinvasion Russlands auf die Ukraine im Fokus standen. Diese Hilfsmaßnahmen finden seitdem regelmäßig statt. 6 Das Büro für Europa und Internationales koordiniert die Hilfsleistungen und beantragt Fördermittel für Projekte und Hilfsgüter beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Im Januar 2025 wurden die ersten drei von insgesamt 30 ausrangierten Rettungswagen der Kölner Feuerwehr an das Blau-Gelbe Kreuz e.V. übergeben, welche seitdem stückweise überführt werden. Ebenso in den RTWs waren Teddybären für verletzte oder erkrankte Kinder in Dnipro. Das Büro für Europa und Internationales übernahm (und übernimmt weiterhin) die Kosten für die Überführung der Wagen in die Ukraine. Ebenso organisierte es die Übergabe der RTWs an den Verein Blau-Gelbes Kreuz e.V., dessen ehrenamtliche Helfer*innen die Wagen nach Dnipro fuhren. Feier zum einjährigen Geburtstag der Städtepartnerschaft Köln – Dnipro Mit der Veranstaltung “Gemeinsam stark – 1 Jahr Köln-Dnipro“ hat die Stadt Köln am 25. September 2025 das einjährige Bestehen der Städtepartnerschaft im Historischen Rathaus zu Köln gefeiert. Im Mittelpunkt standen die humanitäre Hilfe und der Umgang mit gezielter Desinformation im Kontext des russischen Angriffskrieges. Die Journalistin Tamina Kutscher zeigte auf, wie gezielte Falschmeldungen Vertrauen untergraben und die Gesellschaft spalten. Birgit Virnich (WDR) moderierte die Diskussion, und das Zukunftslabor der ZEIT-Stiftung war mit einem interaktiven Labor zur Nachrichtenkompetenz präsent. Das Büro für Europa und Internationales hat die Veranstaltung konzipiert und organisiert. 7 Gründung des Städtepartnerschafts v ereins Köln – Dnipro Der Vertrag der Städtepartnerschaft sieht regelmäßige Kulturaustausche vor. Eben- falls soll ein Städtepartnerschaftsverein den Austausch der Zivilgesellschaft zwischen beiden Städten fördern. Dieser Verein, „Freundeskreis Köln-Dnipro e.V. “ , gründete sich am 24. September 2025. Das Büro für Europa und Internationales unterstützte organisatorisch bei der Gründung. Verdienstorden für Stadt Köln Als Symbol der Freundschaft und Verbundenheit zwischen Köln und Dnipro hat Borys Filatov, Bürgermeister von Dnipro, Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Medaille 1. Grades „Für die Verdienste um die Stadt“ verliehen. Die Auszeichnung würdigt das Engagement der Kölner*innen für die Menschen in Dnipro und stellt die höchste Ehrung dar, die der Bürgermeister von Dnipro dafür vergeben kann. Für die Freilassung des inhaftierten OBs von Istanbul İmamoğlu Köln und Istanbul sind vor dem Hintergrund der vielen Kölner*innen mit türkischer Familien- geschichte freundschaftlich miteinander verbunden. Seit 1997 gibt es eine Städtepartner- schaft zwischen beiden Metropolen. Der Oberbürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, wurde am 19. März 2025 verhaftet. Seit dem 23. März 2025 sitzt er in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Silivri und ist von seinem Amt als Oberbürgermeister abgesetzt. Internationale Beobachter*innen gehen von einer politisch motivierten Gefangennahme aus. Am 18. März 2025 war der Universtitätsabschluss von Ekrem İmamoğlu aberkannt worden, der Voraussetzung für die Kandidatur für das Präsidentenamt ist. Die Inhaftierung war Grund für Oberbürgermeisterin Henriette Reker, sich für ein faires und gerechtes Verfahren für ihren Amtskollegen einzusetzen. Mit dieser Absicht schrieb sie an den türkischen Generalkonsul in Hürth und forderte die türkische Regierung auf, Ekrem İmamoğlu unverzüglich aus der Haft zu entlassen. Ebenso brachte sie ihre Unterstützung mit Solidaritätsbekundungen an Herrn İmamoğlu zum Ausdruck. 8 Oberbürgermeisterin Reker in Istanbul Am 7. April 2025 reiste Frau Reker an den Bosporus, um ein Zeichen der Solidarität für Herrn İmamoğlu zu setzen. In Istanbul traf sie Dilek İmamoğlu, die Ehefrau des Oberbürger- meisters von Istanbul und zeigte ihre tiefe Anteilnahme an den Geschehnissen. Das Treffen fand einen Tag vor dem deutsch- türkischen Städtepartnerschaftsgipfel statt, an dem Frau Reker wie viele weitere Bürger- meister*innen teilnahm, deren Städte durch eine deutsch-türkische Städtepartnerschaft miteinander verbunden sind. Ekrem İmamoğlu hatte vor seiner Verhaftung in seiner Rolle als Präsident des Türkischen Städtetages zum Gipfeltreffen eingeladen. Das Kölner Engagement wurde als Stärkung der internationalen Städtediplomatie betrachtet, die als kommunales Handlungsinstrument zunehmend an Relevanz gewinnt. Auch Oberbürgermeister Burmester für Freilassung von Ekrem İmamoğlu Im November 2025 forderte die türkische Staatsanwaltschaft bis zu 2.430 Jahre Haft für den in Untersuchungshaft sitzenden Istanbuler Oberbürgermeister. Daraufhin wandte sich Oberbürgermeister Torsten Burmester an die Ehefrau Dilek İmamoğlu sowie an den amtierenden Bürgermeister von Istanbul Nuri Aslan. In seinem Schreiben versicherte Herr Burmester, dass er sich im Namen der Kölner*innen weiter für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Kölns Partnerstadt Istanbul einsetzen werde. Unterstützung der Freigelassenen ein Jahr nach Häftlingsaustausch Am ersten August 2024 wurde der größte Gefangenaustausch nach dem Zweiten Welt - krieg zwischen Russland und westlichen Ländern vollzogen. Dabei wurden insgesamt 26 Gefangene, darunter fünf Deutsche, zwischen beiden Seiten übergeben. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz nahm die Gruppe aus Russland unmittelbar nach ihrer Freilassung am Flughafen Köln/Bonn in Empfang. Ein Jahr danach trafen sich viele der Freigelassenen in Köln wieder. Das Büro für Europa und Internationales unterstützte verschiedene Begegnungsformate der ehemals politisch Inhaftierten mit Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft, Menschenrechtsorganisationen sowie Journalist*innen. Dazu gehörte auch ein Empfang, den Oberbürgermeisterin Henriette Reker am 3. August 2025 für die ehemaligen Inhaftierten im Kölner Rathaus ausrichtete. 9 An der Wiege der Demokratie in Griechenland Köln und Thessaloniki besiegelten am 3. Mai 1988 eine Städtepartnerschaft, die vor allem durch kulturelle Begegnungen geprägt ist. Am 15. Oktober 2025 führte Oberbürgermeisterin Henriette Rekers letzte Dienstreise nach Thessaloniki, wo unter anderem ein Treffen mit dem dortigen Bürgermeister Stelios Aggeloudis und der dortigen Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Monika Frank, anstand. Ein Höhepunkt der Reise bildete der Besuch des Konzertes der Kölner-Orchester-Gesellschaft, die in Thessaloniki mit mehr als 50 Musiker*innen aus Köln ein Sinfoniekonzert aufführte. Die Wahl der letzten Auslandsreise von Frau Reker fiel bewusst auf Kölns griechische Part- nerstadt. Kölns Oberbürgermeisterin betonte, dass angesichts der aktuellen Bedrohungen der demokratischen Staatsform von innen und außen vor allem die demokratischen Werte verteidigt werden müssten. Das Büro für Europa und Internationales hatte die Reise inhalt- lich vorbereitet und koordiniert. In Solidarität mit Kölns Partnerstädten T el Aviv-Jaffa und Bethlehem Die Stadt Köln engagiert sich seit mehr als vier Jahrzehnten für Völkerverständigung in der Region Nahost. Köln und Tel Aviv-Jaffa sind seit 1979 durch eine Städtepartnerschaft miteinander verbunden. Seitdem steht Köln solidarisch an der Seite Israels. Zudem unter- hält Köln seit 1996 freundschaftliche Beziehungen zu Bethlehem in den Palästinensischen Autonomiegebieten. 10 Im Jahr 2025 hat das Büro für Europa und Internationales jeweils ein Projekt in Bethlehem und Tel Aviv-Jaffa initiiert und finanziell gefördert. Beide Maßnahmen helfen Menschen, deren Leben durch die Kriege in Nahost maßgeblich beeinträchtigt wurden. So wurde mit 10.000 Euro ein Projekt im Caritas Baby Hospital, dem einzigen Kinderkrankenhaus im Westjordanland, unterstützt. Durch die Mittel können mehr bedürftige Familien medizinisch versorgt und psychosozial betreut werden. Mit ebenfalls 10.000 Euro wurde ein Vorhaben der „Tel Aviv Foundation“ gefördert. Die Stiftung hat nach dem 7. Oktober 2023 Notfallfonds eingerichtet, um Kriegsopfer zu unter- stützen. Besonders einkommensschwache Notleidende erhielten durch die Mittel Prepaid- Karten für den Kauf notwendiger Lebensmittel, Kleidung oder Hygieneartikel. Die Mittel stammen jeweils aus dem RestCent-Topf der städtischen Bediensteten, die monatlich die Centbeiträge ihres Nettogehalts für wohltätige Zwecke in Kölns Partnerstädten spenden. Für die Einheit Europas Köln ist bedeutsamer Wirtschaftsstandort im Herzen Europas. Die Europäische Union bedeutet Frieden, Demokratie, Handel im vereinten Binnenmarkt und Begegnungen der Bürger*innen Europas. Vor diesem Hintergrund setzt sich das Büro für Europa und Internationales für den europäischen Einigungsprozess ein und fordert den Austausch mit seinen europäischen Netzwerken. Am 7. Mai 2025 kamen für eine Podiumsdiskussion Vertreter*innen von Stadt und Zivil - gesellschaft zusammen, um zu diskutieren, was sich innerhalb des ersten Jahres nach der Europawahl 2024 in Köln und der Europäischen Union (EU) getan hat und welche Bedeutung die EU für Köln im Herzen Europas hat. Besonders im Fokus stand dabei das ehrenamtliche Engagement der Städtepartnerschaftsvereine, die die freundschaftlichen Städteverbindungen Kölns mit Leben füllen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Kölner Volkshochschule statt. Zudem besuchten Mitarbeitende des Büros für Europa und Internationales das Berufs- kolleg in der Lindenstraße, das am 14. Mai 2025 den Europatag ausrichtete. Mit einem EU-Quiz und einem Vortrag informierten sie die Schüler*innen über die Europa- arbeit der Stadt Köln. Außerdem konnten die Schüler*innen einen Einblick über die unterschiedlichen Institutionen der Euro- päischen Union und ihre Bedeutung für die Stadt Köln gewinnen. 11 Für eine international aufgestellte Wirtschaft Köln braucht nachhaltige Investitionen, zukunftssichere Arbeitsplätze und wirtschafts- freundliche Rahmenbedingungen, um weiterhin ein attraktiver Wirtschaftsstandort zu sein. Dafür gilt es, internationale Unternehmen in Köln anzusiedeln und Kölner Firmen im Ausland zu stärken. Verlässliche Netzwerke und Kooperationen weltweit sind dabei unerlässlich. 2025 hat das Büro für Europa und Internationales • maßgeblich die Vorbereitungen des Lateinamerika-Tags in Köln, der zentralen Konferenz für deutsch-lateinamerikanische Wirtschaftsbeziehungen, unterstützt • Wirtschaftsreisen von Oberbürgermeisterin Reker nach Rio de Janeiro und Peking inhaltlich vorbereitet und organisiert • städtische Dienststellen im Rahmen der EU-Großeinkäuferinitiative miteinander vernetzt, um mit anderen Städten als Großeinkäufer im europäischen Binnenmarkt auftreten zu können. Für solide Wirtschaftsbeziehungen mit Lateinamerika Am 1. und 2. Oktober 2025 fand in Köln der 76. Lateinamerika-Tag statt. Diese hochkarätige Wirtschaftskonferenz wird regelmäßig an wechselnden Orten in Deutschland vom Latein- amerika-Verein ausgerichtet. Sie bringt Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um Wirtschaftskooperationen mit dem viertgrößten Kontinent zu stärken. Lateinamerika hat im weltweiten Netzwerk Kölns einen besonderen Platz: Zahlreiche lateinamerikanische Unternehmen haben sich in Köln und im Rheinland niedergelassen. Die KölnBusiness Wirtschaftsförderung GmbH ist als eine von wenigen deutschen Wirt- schaftsförderungen auf dem südamerikanischen Kontinent engagiert und unterstützt lateinamerikanische Unternehmen beim Markteintritt in Köln. Zudem unterhält Koelnmesse als international tätige Messegesellschaft Tochtergesellschaften in Brasilien und Kolumbien. Vor diesem Hintergrund war es von großer Bedeutung für Kölns Unternehmen mit latein- amerikanischem Bezug, dass 2025 der Lateinamerika-Tag in der Domstadt veranstaltet wurde. Dadurch wurde das Profil Kölns in Lateinamerika gestärkt und die Bedeutung der rheinischen Metropole für den wirtschaftlichen Austausch mit den spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern Amerikas. Das Büro für Europa und Internationales begleitete die Vorbereitungen der Konferenz und unterstützte bei der Ausrichtung eines Empfangs der Oberbürgermeisterin für die Teilneh- menden im Historischen Rathauses. Dabei trafen wichtige diplomatische Vertreter*innen lateinamerikanischer Länder zum Austausch zusammen. 12 Für engere Kooperationen mit Rio de Janeiro und Peking 2025 organisierte das Büro für Europa und Internationales zwei Dienstreisen von Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit starkem wirtschaftlichem Bezug und bereitete diese inhaltlich vor. Brasilienreise Vom 27. bis 29. April 2025 war Frau Reker im Rahmen einer Reise der Koelnmesse in Kölns brasilianischer Partnerstadt Rio de Janeiro zu Gast. Köln und die Stadt am Zuckerhut sind seit 2011 freundschaftlich miteinander verbunden. Dort nahm Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Web-Summit teil, einer der größten Technologieveranstaltungen der Welt, bei dem mehr als 1.000 Start-up-Unternehmen und mehr als 30.000 Teilnehmer*innen zusammenkamen. Frau Reker traf sich vor Ort mit zahlreichen Unternehmen und besuchte den Stand von KölnBusiness. Den zweiten Höhepunkt der Reise bildete das Treffen mit Eduardo Paes, dem Bürger- meister von Rio de Janeiro, im Stadtpalast und Amtssitz des Bürgermeisters. Dabei sprach sie mit ihm über Projekte der gemeinsamen Städtepartnerschaft in den Bereichen Umwelt, Klima und Kultur. Ebenso eröffnete Kölns Oberbürgermeisterin während ihres Aufenthalts in der latein- amerikanischen Wirtschaftsmetropole São Paulo die gamescom-latam, einen erfolgreichen Satelliten der Kölner Fachmesse für Gamer*innen. Chinareise Vom 10. bis 12. Oktober 2025 besuchte Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einer Delegation Kölns Partnerstadt Peking und die angrenzende Metropole Baoding. Dabei wurde sie u.a. begleitet von Andree Haack, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitali- sierung und Regionales sowie Prof. Dr. Axel Goßmann, Geschäftsführer der Kliniken der Stadt Köln. Die Federführung der Reise hatte das Büro für Europa und Internationales, wobei es eng mit der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft KölnBusiness zusammenarbeitete. 13 In der chinesischen Hauptstadt traf die Delegation den Bürgermeister von Peking Yin Yong bzw. seinen Stellvertreter sowie Oliver Oehms, den neuen Geschäftsführer der Auslands- handelskammer in Peking. Beigeordneter Haack vermittelte bei letzterem Austausch ein Bild von der wirtschaftlichen Lage zu Hause und zeigte auf, welche Industrien und Kontakte in China für Kölner Unternehmen vor allem von Interesse sind. In Baoding besuchte Frau Reker die neu eröffnete Kinderklinik und traf sich mit der Fachspitze zu einem Austausch. Dabei standen die Themen Digitalisierung des Gesundheitswesens, Forschung und medizinische Ausbildung sowie Urbane Gesundheit und Anti-Hitzemaß- nahmen im Zuge des Klimawandels im Fokus. Peking und Köln sind seit 1987 Partnerstädte. Für eine leichtere Beschaffung von innovativen und nachhaltigen Produkten Das Projekt „Big Buyers working together“ (2023 bis 2027) der EU-Kommission zielt darauf ab, durch Zusammenarbeit von großen öffentlichen Auftraggebern die Entwicklung des europäischen Marktes für innovative und nachhaltige Produkte zu fördern. Die einzelnen Städte und auch Köln profitieren davon, indem sie sich mit anderen Städten, die ähnliche Bedarfe haben, zusammenschließen und noch stärker als Großeinkäufer auftreten können. Dafür arbeiten Städte in zehn thematischen Arbeitsgruppen zusammen. Köln ist Mitglied in den Arbeitsgruppen nachhaltige Solaranlagen sowie elektronische LKWs für Straßenreinigung und Abfall. 2025 unterstützte das Büro für Europa und Internationales den fachlichen Aus- tausch von städtischen Dienststellen untereinander und koordinierte ihre Teilnahme an den Treffen der beiden Arbeitsgruppen in München bzw. Eindhoven und Amsterdam. Ebenso nahmen Mitarbeiter*innen des Rechtsamts, des Grünflächenamts, der Koordinations- stelle für Klimaschutz sowie des Büros für Europa und Internationales am Jahrestreffen in Helsinki teil. 14 Für den Schutz der universellen Menschenrechte Die universellen Menschenrechte bilden die Grundlage für ein Leben in Freiheit, Würde und Gleichberechtigung und stehen allen Menschen zu. Sie sind Wesenskern und Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie der kommunalen Selbstverwaltung. Köln ist Menschenrechtsstadt und misst kommunaler sowie inter- nationaler Menschenrechtsarbeit durch Beschlüsse des Rats einen großen Wert bei. Durch seine internationale Arbeit trägt das Büro für Europa und Internationales dazu bei, die Menschenrechte in Köln und den Partnerstädten zu fördern, Menschenrechts- verteidiger*innen zu unterstützen und lokale Demokratien zu stärken. Im Jahr 2025 bedeutete dies, dass das Büro für Europa und Internationales • LSBTI-Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten zum Fachaustausch und zur Vernetzung nach Köln einlud (zusammen mit dem Amt für Integration und Vielfalt) • sich mit einer Veranstaltung gegen geschlechtsspezifische Kriegsgewalt gegen Frauen einsetzte • erstmalig die Kölner Menschenrechtsdialoge als neues Format zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen ausrichtete. Im Austausch mit LSBTI-Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten Unter dem Motto „Sister Cities Stand Together“ lädt die Stadt Köln jedes Jahr engagierte Bürger*innen, die sich für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- geschlechtlichen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) in Kölns Partnerstädten einsetzen, rund um den Christopher Street Day zu einem Austausch ein. Vom 2. bis 7. Juli 2025 nahmen Aktivist*innen aus Cluj-Napoca (Rumänien), Kattowitz (Polen) und Peking (China) am sogenannten „Sister Cities Exchange“ teil. Gemeinsam mit Mitarbeitenden des Büros für Europa und Internationales und des Amts für Integration und Vielfalt besuchten sie den Verein rubicon e.V. Wie jedes Jahr waren sie Gäste beim Empfang von Oberbürgermeisterin Reker zur Eröffnung des Christopher Street Days. 15 Nach der Parade zum Christopher Street Day sprachen die Aktivist*innen auf der Bühne des Alter Markt über die politische Situation von queeren Menschen in ihren Heimatländern. Queere Filme als Medium der Menschenrechtsarbeit Zusätzlich setzte das Büro für Europa und Internationales 2025 erstmals das neue Format „Queere Filme als Medium der Menschenrechtsarbeit“ um. Hauptgast war eine Filme- macherin und Aktivistin aus der Partnerstadt Peking. Auf Einladung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker präsentierte sie am 3. Juli 2025 ihren Film „When Lesbians Divorce Gay Men“ im Rahmen eines Filmabends mit anschließender Gesprächsrunde im Filmhaus Köln. An Folgeterminen standen weitere Filme aus Kölns Partnerstädten im Fokus: Im September war eine Filmemacherin und Aktivistin aus Cluj Napoca (Rumänien) zu Gast und stellte ihren Dokumentarfilm „Forbidden“ vor. Im Dezember folgte mit dem Film „Crossing – Suche nach Tekla“ ein Beitrag aus Istanbul. Das Büro für Europa und Internationales organisierte die Filmreihe und den Besuch der Filmschaffenden zusammen mit dem Amt für Integration und Vielfalt sowie dem Verein Neue Medien e.V. 16 Gegen geschlechtsspezifische Kriegsgewalt gegen Frauen Am 11. Juni 2025 lud Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu einer Veranstaltung zum Thema sexualisierte Kriegsgewalt ins „FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt“ ein. Dr. Monika Hauser, Gründerin und Vorständin der internationalen Frauenrechtsorga- nisation „medica mondiale“ , und Dr. Anne-Kathrin Kreft, Politikwissenschaftlerin am Krimi- nologischen Institut Niedersachsen mit einem Forschungsschwerpunkt zu sexualisierter Kriegsgewalt, waren als Expertinnen zu Gast. Sie diskutierten miteinander, warum es bis heute keinen Durchbruch bei der Bekämpfung von Kriegsgewalt gegen Frauen gibt, welche Ursachen der Gewalt zugrunde liegen und wie Lösungen aussehen könnten. Die Veranstaltung fand 30 Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking statt, bei der Regierungen dazu aufgefordert wurden, geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen im Krieg konsequent zu ahnden und zu verhindern. Im Dialog mit Menschenrechtsverteidiger*innen Vom 8. bis 11. Dezember 2025 fanden erstmals die „ Kölner Menschenrechtsdialoge“ statt. Dabei wurden Menschenrechtsverteidiger*innen gezielt für ihren oft schwierigen Einsatz mit Resilienztrainings gestärkt und mit einem internen Seminar geschult. Auch wurden ihnen zahlreiche Möglichkeiten geboten, sich miteinander zu vernetzen. Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte (10. Dezember) fand der öffentliche Fachtag „How to defend Human Rights Defenders?“ am 9. Dezember 2025 in Kooperation mit der Akademie für Europäischen Menschenrechtsschutz an der Universität zu Köln statt. Dabei sprachen die Menschenrechtsverteidiger*innen über ihre Arbeit. Das Büro für Europa und Internationales hatte das neue viertägige Format konzipiert und organisiert. Mit den Menschenrechtsdialogen kam das Büro für Europa und Internationales dem Auftrag des Rats nach, die Menschenrechte international zu stärken und Menschenrechts- verteidiger*innen zu unterstützen. Mit dem Städtepartnerschaftskonzept sowie weiteren Beschlüssen hatte sich der Rat zu diesem Auftrag verpflichtet. Ebenso hat sich die Stadt Köln 2023 mit dem Beitritt zur Kampagne „10, 100, 1000 Menschenrechtsstädte bis 2030“ (der Organisation United Cities and Local Governments) zur Menschenrechtsstadt erklärt. Laut den Vereinten Nationen sind Menschenrechtsverteidiger*innen Einzelpersonen oder Gruppen, die mit friedlichen Mitteln den Schutz und die Verwirklichung der Menschenrechte fördern. Die Menschenrechtsverteidiger*innen, die 2025 bei den Kölner Menschenrechts- dialogen mitwirkten, kamen aus den Ländern Äthiopien, Ruanda, Russland, Rumänien und Simbabwe. Zwei von ihnen sind in Köln zu Hause. 17 Zum Internationalen Tag der Menschen- rechte am 10. Dezember 2025 hatte Oberbürgermeister Torsten Burmester die Menschenrechtsverteidiger*innen zu einem Empfang ins Historische Rathaus ein- geladen, um ihnen für ihre wichtige Arbeit zu danken und ihnen seine Wertschätzung auszusprechen. Bürgermeisterin Derya Karadag begrüßte die Gäste in Vertretung des Oberbürgermeisters. Die Gäste trugen sich in das Gästebuch der Stadt Köln ein. Resilienz-Training für Menschenrechtsver- teidiger*innen in Corinto, Nicaragua Am 26. April 2025 fand ein vierstündiges Training für eine Frauenrechtsorganisation in Kölns Partnerstadt Corinto statt. Ziel des Angebots war, die Resilienz und Selbstfürsorge von Frauen zu stärken, die sich unter der Diktatur Nicaraguas für Frauenrechte einsetzten und stark unter der gewaltvollen Regie- rung von Präsident Ortega leiden. Das Training wurde online von einer spanischsprachigen Diplom-Psychologin und Psycho- therapeutin durchgeführt. Das Büro für Europa und Internationales hatte das Resilienz- Training als Hilfsinstrument für Menschenrechtsverteidiger*innen in volatilen Kontexten entwickelt. Das Training soll zukünftig standardisiert und Menschenrechtsverteidiger*innen in anderen Partnerstädten angeboten werden. 18 Für ein international vernetztes und kompetentes Köln Gemeinsam sind wir stark. Diese Weisheit gilt auch für Städte. Viele von ihnen teilen dieselben Herausforderungen, wie zum Beispiel einen angespannten Wohnungsmarkt oder notwendige Anpassungen angesichts der Erderwärmung. Vor diesem Hinter- grund ist es sinnvoll, sich weltweit mit Metropolen auszutauschen, sich zu vernetzen und dadurch das Fachwissen zu steigern. Das gilt auch für Städte der Europäischen Union, um mit einer Stimme die Interessen in Brüssel zu vertreten und EU-Fördermittel einzuwerben. Im Jahr 2025 hat das Büro für Europa und Internationales… • das Ordnungsamt beim Fachkräfteaustausch mit Kolleg*innen in Kölns Partner- städten Clui-Napoca, Istanbul, Kattowitz und Peking unterstützt • sich mit anderen europäischen Großstädten vernetzt, um die Interessen Kölns in Brüssel zu vertreten mit Veranstaltungen in Kooperation • mit dem AmerikaHaus NRW e.V. das transatlantische Bündnis gestärkt Im Austausch für mehr Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum 2025 hat das Büro für Europa und Internationales Fachkräfteaustausche zwischen dem Kölner Kommunalen Ordnungsdienst und Ordnungsämtern in Kölns Partnerstädten unterstützt. Das Ordnungsamt der Stadt Köln setzt sich dafür ein, die internationalen Beziehungen der Stadt Köln durch fachliche Vernetzung zwischen den Außendiensten der Ordnungsbehörden bzw. Lokalpolizeien in Kölns Partnerstädten zu festigen und damit seine Kompetenz zu erhöhen. So wurde zum Beispiel mit dem Außendienst der Istanbuler Ordnungsbehörde ein gegen - seitiger Fachkräfteaustausch mit dem Schwerpunkt „Wem gehört eigentlich die Stadt? Nutzungs- und Interessenkonflikte im öffentlichen Raum von Millionenstädten“ durch - geführt. Zum Transfer von Fachwissen zum gesellschaftlichen Zusammenleben besuchte zunächst im Februar 2025 eine Delegation von „Zabita“ (Istanbuler Ordnungsbehörde) Köln für einen dreitägigen Vernetzungs- und Fachdialog. Im März wurde der Austausch und die Kooperation in Istanbul durch ein Team des Kölner Kommunalen Ordnungsdienstes fortgesetzt und intensiviert. 19 Ebenso fanden Austausche mit Cluj-Napoca/Klausenburg und Katowice/Kattowitz statt. Themen waren u. a. die Nutzung des öffentlichen Raums, Präventionsmaßnahmen, Betreuung von Veranstaltungen sowie die Ausbildung und Einarbeitung von Mitarbeitenden. Für eine hörbare Stimme in Brüssel Seit 1998 ist die Stadt Köln Mitglied im Netzwerk Eurocities, das die Interessen von euro- päischen Großstädten im EU-Gesetzgebungsprozess vertritt. Das Büro für Europa und Internationales begleitet fortlaufend die Arbeit in den inhaltlichen Foren und fungiert als Schnittstelle zwischen den Initiativen und Kampagnen der Geschäftsstelle von Eurocities in Brüssel und den einzelnen Ämtern und Dienststellen der Stadt. Im November 2025 hat sich Köln zusammen mit 22 weiteren deutschen Großstädten im Netzwerk Eurocities mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt. Darin forderten die einwohnerstarken Kommunen, dass ihre Belange im kommenden mehr- jährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 der Europäischen Union bei den Beratungen des Europäischen Rates stärker berücksichtigt werden. Ziel ist u.a. ein adäquater Zugang zu Fördermitteln der Europäischen Union. Im Dezember nahm Frederik Schorn, Leiter des Büros für Europa und Internationales, an einer Konferenz von Eurocities in Vilnius, Litauen, teil, bei der Strategien zur Vernetzung und Einflussarbeit auf den zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmen im Fokus standen. 20 Beitritt zu europäischer Allianz „Mayors for Housing“ Mit der Absicht, sich auch auf Ebene der Europäischen Union für bezahlbaren Wohnraum in Köln einzusetzen, ist Oberbürgermeister Torsten Burmester Mitte Dezember 2025 der EU- weiten Initiative „Mayors for Housing“ beigetreten. Das Bündnis von Bürgermeister*innen europäischer Metropolen setzt sich für Wohnen als soziales Grundrecht ein und fordert, dass Städte bei der EU-Wohnungspolitik und Vergabe von relevanten Fördergeldern eine zentrale Rolle spielen. Bereits Mitglied sind Städte wie Amsterdam, Dublin, Florenz sowie Kölns Partnerstadt Barcelona und Leipzig als deutsches Mitglied. Das Büro für Europa und Internationales hatte den Beitritt inhaltlich vorbereitet und koordiniert. Beim Treffen des Rats der Gemeinden und Regionen Europas in Jena Die Stadt Köln ist auch Mitglied im Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE). Dieses Gremium setzt sich dafür ein, dass Gesetze so bürgernah wie möglich entschieden werden und das Prinzip der lokalen Selbstverwaltung gewahrt wird. Das Büro für Europa und Internationales arbeitet den gewählten Ratsmitgliedern zu, die Köln im RGRE vertreten und bereitet die entsprechenden Sitzungen vor. Vom 10. bis 11. April 2025 trafen sich die deutschen Delegierten zur jährlich stattfindenden Versammlung unter dem Motto „70 Jahre RGRE – 70 Jahre kommunales Engagement für Europa“ in Jena. In der „Jenaer Erklärung – Europa gemeinsam stark machen!“ betonten die rund 250 deutschen Kommunalpolitiker*innen die Bedeutung der Kommunen als Binde- glied zwischen der EU und den Bürger*innen. Sie forderten, dass die bisherige dezentrale Verwaltung der europäischen Kohäsionsfonds beibehalten wird, damit die EU-Investitionen weiterhin bestmöglich an den lokalen Bedürfnissen ausgerichtet werden können. 21 Für ein starkes transatlantisches Bündnis Anlässlich des 80. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa war vom 8. bis 21. Mai 2025 im Spanischen Bau des Kölner Rathauses eine Fotoausstellung der US- amerikanischen Kriegsfotografin Lee Miller ausgestellt. Die eindrucksvollen Schwarz-Weiß- Aufnahmen dokumentieren die Ankunft der US-Truppen in Köln, das Kriegsende in der Stadt sowie die Lebensrealitäten der betroffenen Bevölkerung. Begleitend zur Ausstellung diskutierten am 13. Mai 2025 Historiker*innen zum Thema „Bilder des Umbruchs, Fragen an die Zukunft“ mit dem öffentlich geladenen Publikum. Am 25. November 2025 fand mit „Living Library“ eine weitere Kooperationsveranstaltung mit dem AmerikaHaus NRW e.V. statt. Dabei hatten Bürger*innen im Kölner Stadtmuseum in kleinen Gesprächsrunden die Möglichkeit, direkt mit Menschen mit unterschiedlichen Migrationserfahrungen in Austausch zu treten. Teilnehmende waren unter anderem eine künstlerisch-tätige US-Amerikanerin, eine US-Amerikanerin mit jüdisch-deutschen Wurzeln aus der ersten Generation, eine junge Mutter aus der Ukraine, eine queere Person aus dem Nahen Osten sowie ein ehemaliger türkischer Gastarbeiter. Die beiden Veranstaltungen trugen nachhaltig zur Pflege und Stärkung der transatlantischen Beziehungen bei und unterstrichen die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in herausfordernden Zeiten. Köln ist seit 1988 durch eine Städtepartnerschaft mit Indianapolis in den Vereinigten Staaten verbunden. Das Büro für Europa und Internationales hatte die Veranstaltungen zusammen mit dem AmerikaHaus NRW e. V. organisiert. 22 Für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit Die Klimakrise betrifft alle Menschen weltweit. Gemeinsam mit anderen Städten suchen wir nach innovativen und solidarischen Lösungen, um ihren Auswirkungen zu begegnen. Die Stadt Köln setzt sich für einen starken Klimaschutz und für Nachhaltig- keit im Sinne der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen ein. Dazu trägt das Büro für Europa und Internationales mit seinen Aktivitäten bei. 2025 hat das Büro für Europa und Internationales… • einen Austausch zwischen der Stadtspitze von Köln und Kyoto zu Umwelt- und Klimaschutz organisiert und inhaltlich vorbereitet • für fair gehandelte Produkte in Köln geworben • sich für den Schutz der Mangrovenwälder in Kölns Partnerstadt Corinto (Nicaragua) eingesetzt Für besseren Umwelt- und Klimaschutz mit Japan Am 4. Juni 2025 waren Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Beigeordnete für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften, William Wolfgram, zu Besuch in Kölns Partnerstadt Kyoto. Dort trafen sie den Oberbürgermeister von Kyoto, Koji Matsui, den neuen Stadtratspräsidenten Akira Shimomura, sowie dessen Vorgänger Yoshinao Nishimura zu einem Austausch über die gemeinsamen Herausforderungen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Im gemeinsamen Gespräch wurden die Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammen- arbeit erörtert. Der Besuch fand im Rahmen einer Reise statt, die Reker als Aufsichtsrats- vorsitzende der Koelnmesse zur EXPO in Osaka und zur Eröffnung der Messe ORGA- TEC in Tokio unternahm. Köln und Kyoto sind seit 1962 Partnerstädte. Das Büro für Europa und Internationales hatte den Austausch in Kyoto organisiert und inhaltlich vorbereitet. 23 Runder Tisch Japan in Köln Am 29. Oktober 2025 trafen sich kommunale Vertreter*innen aus Nordrhein-Westfalen, die Partnerschaften oder Freundschaften mit Präfekturen und Städten in Japan pflegen, in Köln. Der „Runde Tisch der japanisch-deutschen Städtekooperationen in NRW“ soll den Austausch über kommunale Aktivitäten vertiefen, Partnerschaften stärker vernetzen und neue Impulse für die Zusammenarbeit setzen. Im Mittelpunkt steht dabei der kommunale Klimaschutz. Das Büro für Europa und Internationales hatte die Tagung gemeinsam mit dem Öko-Zentrum NRW organisiert. Für fair gehandelte Produkte in Köln Der Faire Handel (oder auch „Fair Trade“) ist ein globales System, das auf gerechtere Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Produzenten (oft Kleinbauern) weltweit zielt. 2025 stand beim Büro für Europa und Internationales der Faire Handel zwei Mal im Fokus. Am 6. Mai 2025 wurde unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Henriette Reker die 10. „Fair Trade Night“ veranstaltet. Im Foyer des Rautenstrauch-Joest-Museums gab es zahlreiche Info- und Verkaufsstände mit fairen Produkten. Die Stadt Köln war mit einem Stand präsent und informierte darüber, wie das Grünflächenamt Schutz- und Arbeits- kleidung seiner Mitarbeitenden fair beschafft. Ebenso fand im „FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt“ eine Podiumsdiskussion zum Thema „Was sind uns Menschen- rechte wert?“ statt. Das Büro für Europa und Internationales hatte die Veranstaltung mitorganisiert. Faires Frühstück mit den Kölner T atort-Kommissaren Den Weltkindertag am 20. September 2025 feierte das Büro für Europa und Internatio- nales mit einem Fairen Frühstück auf dem Rathenauplatz. Gemeinsam mit Fairtrade Deutschland bot das Büro für Europa und Internationales dabei kostenlos fairen Kaffee und faire Snacks aus dem Weltladen an. Eltern und Kinder hatten die Möglichkeit, sich über die Bedeutung des Fairen Handels zu informieren. Der Besuch der beiden Kölner Tatort-Kommissare bildete den Höhepunkt des Vormittags. Die Schauspieler Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt engagieren sich mit ihrem Verein „Tatort – Straßen der Welt e. V. “ für die Rechte von Kindern weltweit. 24 Für die Eine-Welt Stadt Köln 2025 hat das Büro für Europa und Internationales zwei Veranstaltungen zur Eine-Welt Stadt Köln organisiert. Dieses Netzwerk umfasst über 400 Kölner Vereine, die sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzen. Am 20. Januar 2025 informierte das Büro für Europa und Internationales über das neue Bewerbungssystem zum Fördertopf „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ . Am 2. Dezember 2025 veranstaltete das Büro für Europa und Internationales die Runde „Klaaf International“ in der Alten Feuerwache. Schwerpunkt des lockeren Austauschs mit Vereinen und Ehrenamtlichen bildete ein Impulsvortrag mit anschließender Diskussion über die aktuellen Herausforderungen im entwicklungspolitischen Engagement. Für den Schutz der Biodiversität in Kölns Partnerstadt Corinto Köln ist seit 2012 durch eine Klimapartnerschaft mit Corinto/El Realejo in Nicaragua verbunden. Das bedeutet, dass Köln und die Hafenstadt am Pazifik miteinander kooperieren, um gemeinsam Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen durchzuführen. 2025 hat das Büro für Europa und Internationales das Projekt „Waldinventur und Aufforstung des Mangrovenwaldes in Corinto“ weitergeführt (Laufzeit 31.05.2024 bis 28.02.2026). Es wird mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie mit Eigenmitteln der Städte Corinto und Köln gefördert. Ziel des Projekts ist es, die Biodiversität an der Küste Corintos entsprechend dem UN-Montréal-Abkommen zu schützen. Dafür sind Waldinventuren und Aufforstungen notwendig. 2025 wurden 9.800 Mangrovensetzlinge neu gepflanzt. Das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz ist am Projekt beteiligt. 25 Ausblick Das Büro für Europa und Internationales wird auch im Jahr 2026 intensiv für starke Kooperationen und einen konstruktiven Austausch zwischen Kommunen in Europa und der gesamten Welt arbeiten. Um Kölns Stimme in der EU zu stärken, wird das Büro für Europa und Internationales im Zuge einer Außensitzung des Verwaltungsvorstands in Brüssel tagen und einen anschlie- ßenden Austausch mit Spitzenfachleuten der EU-Institutionen organisieren und inhaltlich vorbereiten. Ziel des Aufenthalts in Brüssel ist Optionen zu eruieren, wie Köln zukünftig seine Interessen noch besser in Brüssel vertreten kann. Um zu erfahren, wie andere Städte die Herausforderungen des bezahlbaren Wohnraums lösen, ist ein Treffen zwischen Oberbürgermeister Burmester und Wiens Oberbürgermeister Michael Ludwig geplant. Zudem befindet sich das Büro für Europa und Internationales im Dialog mit Rotterdam, wie ein breit angelegter Austausch zu den Themen Sicherheit und Sauberkeit, Wirtschaft und bezahlbarer Wohnraum stattfinden kann. 2026 wird Köln sein 15-jähriges Bestehen als Fairtrade Town feiern. Außerdem jährt sich die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Cluj-Napoca (Klausenburg) zum 50. Mal. Das Büro für Europa und Internationales wird die Feierlichkeiten dieses Jubiläums koordinieren und begleiten. Weitere Aktivitäten für 2026 sind zum Ende des Jahres 2025 gemäß der Themenschwerpunkte des Büros in Abstimmung und Planung. Damit wird das Büro für Europa und Internationales dazu beitragen, dass Köln weiterhin eine wirtschaftlich starke, resiliente und lebenswerte Stadt ist, die für Demokratie, Freiheit und den Schutz der Menschenrechte einsteht. Der zuständige Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen/Vergabe/ Internationales wird durch Mitteilungen und Beschlussvorlagen regelmäßig über die Arbeit des Büros für Europa und Internationales unterrichtet. Für die Öffentlichkeit finden sich Informationen auf der Website www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/internationales. Kontakt Amt des Oberbürgermeisters Büro für Europa und Internationales Unter Goldschmied 6 50667 Köln eurocologne@stadt-koeln.de Redaktion: Cora Pfafferott Amt des Oberbürgermeisters Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung und Druck Zentrale Dienste der Stadt Köln Bildnachweis Titel: AdobeStock - travelview; Seite 6 (unten) + Seite 7: ArthurPluta; Seite 9: MeinradSchade-KHB; Seite 12: bethsantos; Seite 17: Fadi Elias - In-Haus Media 2025; Seite 20: RGRE; Seite 23: Verena_fotografiert; 13-St/052-26/OB/200/01.2025
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle OB/01/3 Vorlagen-Nummer 26.02.2026 0498/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 09.03.2026 Tätigkeitsbericht 2025 des Büros für Europa und Internationales Die Verwaltung informiert mit beigefügtem Tätigkeitsbericht über die Arbeit des Büros für Eu- ropa und Internationales im Jahr 2025. Gez. Burmester
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0498/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 26.02.2026
- Erstellt
- 23.02.2026 09:37